{"id":55373,"date":"2019-10-05T12:00:13","date_gmt":"2019-10-05T10:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55373"},"modified":"2026-01-27T11:33:11","modified_gmt":"2026-01-27T10:33:11","slug":"der-neue-west-ost-konflikt-ist-inszeniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55373","title":{"rendered":"\u201eDer neue West-Ost-Konflikt ist inszeniert\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45664\">Spannungen<\/a> zwischen den NATO-Mitgliedsstaaten und Russland sind betr&auml;chtlich. &Uuml;ber die Ursachen hat sich der Schriftsteller <strong><a href=\"http:\/\/www.wolfgangbittner.de\/\">Wolfgang Bittner<\/a><\/strong> in seinem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54720\">neuen Buch<\/a> Gedanken gemacht. Mit klarem Blick und Analysekraft durchdringt Bittner das Dickicht eines Konfliktes, dessen Ursachen in der Medienberichterstattung h&auml;ufig nur sehr <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50674\">einseitig dargestellt<\/a> werden. Im NachDenkSeiten-Interview schildert Bittner, der vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet ist, warum er davon ausgeht, dass es sich bei der Auseinandersetzung mit Russland um eine &bdquo;inszenierte Krise&ldquo; handelt. Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>. <\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9072\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-55373-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191007_Der_neue_West_Ost_Konflikt_ist_inszeniert_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191007_Der_neue_West_Ost_Konflikt_ist_inszeniert_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191007_Der_neue_West_Ost_Konflikt_ist_inszeniert_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191007_Der_neue_West_Ost_Konflikt_ist_inszeniert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=55373-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191007_Der_neue_West_Ost_Konflikt_ist_inszeniert_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"191007_Der_neue_West_Ost_Konflikt_ist_inszeniert_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Herr Bittner, Sie sprechen in Ihrem soeben erschienenen Buch &bdquo;Der neue West-Ost-Konflikt&ldquo; im Hinblick auf die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53305\">Spannungen<\/a> zwischen den NATO-Staaten und Russland von der &bdquo;Inszenierung einer Krise&ldquo;. Wer &bdquo;inszeniert&ldquo; hier?<\/strong><\/p><p>Es sind fraglos die USA, die den neuen West-Ost-Konflikt inszeniert haben und weiter befeuern. Denn Russland kann &uuml;berhaupt nicht an einer wom&ouml;glich milit&auml;rischen Auseinandersetzung mit den hochger&uuml;steten USA und der von ihr gesteuerten NATO interessiert sein. Die Russen brauchen Frieden, um ihre Wirtschaft zu entwickeln und ihre Gesellschaft voranzubringen, wie Wladimir Putin immer wieder betont hat. <\/p><p><strong>Nach der Wiedervereinigung hatten sich die Beziehungen zwischen Westeuropa und Russland entspannt.<\/strong><\/p><p>Ja, insbesondere zwischen Deutschland und Russland. Die Beziehungen hatten sich weitgehend normalisiert. 2001 sprach Wladimir Putin im Deutschen Bundestag und warb f&uuml;r Abr&uuml;stung und einen gemeinsamen Wirtschafts- und Kulturraum von Wladiwostok bis Lissabon. Auch in der Folgezeit sagte Putin mehrmals, dass er sich ein besseres Verh&auml;ltnis zu Westeuropa und den USA w&uuml;nsche und dass Russland nicht die Absicht habe, die Sowjetunion wiederherzustellen. 2015 hat er in einem Fernsehinterview mit dem US-Sender CBS noch einmal betont, Russland wolle Frieden und habe nicht den Anspruch, eine Supermacht zu sein. Demgegen&uuml;ber erkl&auml;rte US-Pr&auml;sident Barack Obama 2014 in einer Rede vor der Milit&auml;rakademie Westpoint, die USA seien der Dreh- und Angelpunkt aller Allianzen in der Welt, un&uuml;bertroffen in der Geschichte der Nationen, sie seien die einzige unverzichtbare Nation. Diesen Anspruch auf globale Vorherrschaft bekr&auml;ftigte er 2019 in seiner letzten Rede vor der UN-Vollversammlung in New York, wo er die wirtschaftliche und milit&auml;rische Macht der USA hervorhob und Wladimir Putin beschuldigte, st&auml;ndig das V&ouml;lkerrecht zu brechen.<\/p><p><strong>Zur&uuml;ck zur &bdquo;Inszenierung einer Krise&ldquo;. Warum, meinen Sie, gibt es diese Spannungen zwischen den Nato-L&auml;ndern und Russland?<\/strong><\/p><p>Der ehemalige Direktor des einflussreichen Thinktanks Stratfor, George Friedman, hat daf&uuml;r eine beeindruckende Erkl&auml;rung gegeben. Er sagte, das Hauptinteresse der US-Au&szlig;enpolitik w&auml;hrend des letzten Jahrhunderts, im Ersten und Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg, seien die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland gewesen. Es sei darum gegangen, eine Kooperation zwischen Deutschland und Russland zu verhindern. Denn wenn sich deutsches Kapital und deutsche Technologie mit russischen Rohstoff-Ressourcen und russischer Arbeitskraft verb&auml;nden, dann entst&uuml;nde wirtschaftlich wie milit&auml;risch eine nicht hinnehmbare Konkurrenz f&uuml;r die USA. <\/p><p><strong>Sie wissen, dass die gro&szlig;en Medien, dass der &bdquo;Mainstream&ldquo; die Sache v&ouml;llig anders sieht. Russland ist der Aggressor, Russland ist &bdquo;b&ouml;se&ldquo;. Der Westen ist &bdquo;gut&ldquo;, reagiert nur. Da ist also nicht davon die Rede, dass hier eine Krise inszeniert wird.<\/strong> <\/p><p>Das ist ein gro&szlig;es Problem. Die deutschen Medien kommen schon lange nicht mehr ihrer eigentlichen Aufgabe als Vierte Gewalt im Staate nach. In den Redaktionen sitzen in leitender Position Journalisten, die US-Netzwerken wie Atlantik-Br&uuml;cke, European Council on Foreign Relations, Aspen Institut, American Interest, M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz usw. angeh&ouml;ren oder nahestehen. Sie berichten und agieren im Sinne der von den USA und der NATO vertretenen Politik. Das trifft ebenso auf f&uuml;hrende Politiker zu, und das ist keine Verschw&ouml;rungstheorie, das l&auml;sst sich nachweisen, dar&uuml;ber gibt es mittlerweile seri&ouml;se Untersuchungen. Auf diese Weise wird Meinung gemacht und die Bev&ouml;lkerung indoktriniert. So entsteht dann der Mainstream, wonach Russland aggressiv und der Westen friedensorientiert ist. <\/p><p><strong>Schildern Sie doch bitte mal genauer, was Sie dazu bewegt, davon auszugehen, dass hier vonseiten &bdquo;des Westens&ldquo; ein Konflikt mit Russland heraufbeschworen werden soll.<\/strong><\/p><p>Es ging und geht darum, Russland als Machtfaktor und Regulativ in der internationalen Politik auszuschalten und das Land den westlichen Kapitalinteressen zu &ouml;ffnen. Dar&uuml;ber wurde ja offen gesprochen. Der damalige Vizepr&auml;sident Joe Biden prahlte damit, dass man Russland ruinieren wolle, wenn es sich nicht unterwerfe. Pr&auml;sident Obama habe die europ&auml;ischen Politiker mit Nachdruck dazu gebracht, an den Sanktionen der USA gegen Russland teilzunehmen, obwohl dadurch wirtschaftliche Nachteile f&uuml;r ihre L&auml;nder entstanden. Die Finanz- und Wirtschaftseliten in den USA wollen sich die Ressourcen Russlands erschlie&szlig;en. Hinzu kommen geostrategische Ziele, wobei in letzter Zeit die zunehmende weltpolitische Bedeutung Chinas eine Rolle spielt. Die USA halten den Konflikt mit Russland am Kochen und betreiben entsprechende Propaganda, um jederzeit einen Vorwand zu haben, gegen Russland vorzugehen &ndash; ein Spiel mit dem Feuer. Dieser neue, bisher noch Kalte Krieg begann nach l&auml;ngeren Vorbereitungen durch die CIA, westliche Geheimdienste und Nichtregierungsorganisationen mit dem Umsturz in Kiew. Dass dies schwerwiegende Folgen haben w&uuml;rde, war vorherzusehen. Damit lie&szlig;en die USA den schon &uuml;berwunden geglaubten West-Ost-Konflikt wieder aufleben, um die gigantische Aufr&uuml;stung und ihre Aggressionspolitik zu rechtfertigen. Das n&auml;chste Hauptziel ist &ndash; falls es nicht zum &bdquo;gro&szlig;en Krieg&ldquo; kommt, vor dem auch Michail Gorbatschow warnte &ndash; der Regime Change in Moskau.<\/p><p><strong>Was ist aus Ihrer Sicht in der Ukraine abgelaufen?<\/strong><\/p><p>In der Berichterstattung &uuml;ber die Ereignisse in der Ukraine wird von den Politikern und Medien immer die Vorgeschichte unterdr&uuml;ckt &hellip; <\/p><p><strong>Wie meinen Sie das?<\/strong><\/p><p>Es begann damit, dass der damalige ukrainische Pr&auml;sident Janukowytsch 2013 die Ratifizierung des Assoziierungsabkommens mit der EU verweigerte, weil das den bedingungslosen Anschluss an die Europ&auml;ische Union unter Zur&uuml;ckweisung Russlands und Missachtung der von Moskau initiierten Zollunion bedeutet h&auml;tte. Daraufhin kam es zu Einmischungen in die innerstaatlichen Angelegenheiten des Landes und in Kiew zu Protesten westlich orientierter B&uuml;rger. Das war der Anfang der sogenannten Maidan-Revolte, an der von Anfang an nicht nur demokratisch-oppositionelle Kr&auml;fte beteiligt waren, sondern ma&szlig;geblich auch russlandfeindliche Nationalisten und ausl&auml;ndische Geheimdienste. Aus einem Anfang Februar 2014 abgeh&ouml;rten Telefonat der EU-Beauftragten des US-Au&szlig;enministeriums, Victoria Nuland, mit dem US-Botschafter in Kiew, Geoffrey Pyatt, ging hervor, dass Washington bereits das Szenario f&uuml;r die Zeit nach dem lange vorbereiteten Staatsstreich plante und seinen G&uuml;nstling, den Oligarchen Arsenij Jazenjuk, favorisierte &hellip;<\/p><p><strong>&hellip;der dann auch Ministerpr&auml;sident wurde.<\/strong><\/p><p>Und Pr&auml;sident wurde ein Profiteur des neoliberalen Umschwungs in der Ukraine, der Oligarch Petro Poroschenko. Er und Jazenjuk begannen den B&uuml;rgerkrieg mit den Ostukrainern, denen es aufgrund des Regimewechsels seinerzeit lediglich um eine gr&ouml;&szlig;ere Autonomie ging, zumal im Kiewer Parlament Nationalisten und Faschisten das gro&szlig;e Wort f&uuml;hrten. <\/p><p><strong>Ein innerstaatlicher Konflikt, der milit&auml;risch gel&ouml;st werden sollte?<\/strong><\/p><p>Richtig, dabei st&auml;rkten die USA der neuen Kiewer Regierung den R&uuml;cken und Russland unterst&uuml;tzte die Ostukrainer und auch die Krimbewohner. Die russischsprachige Bev&ouml;lkerung dieser Gebiete bef&uuml;rchtete ernsthafte Repressalien, nachdem Russisch als Zweitsprache verboten werden sollte und die ehemalige Ministerpr&auml;sidentin Julia Timoschenko gedroht hatte, sie wolle Putin, den sie als &bdquo;Drecksack&rdquo; bezeichnete, in die Stirn schie&szlig;en und die Russen mit Atomwaffen vernichten. Der Vorsitzende der rechtsextremen Swoboda-Partei, Oleg Tjahnybok, hatte zuvor schon dazu aufgerufen, &bdquo;Russens&auml;ue, Judenschweine und anderes Gesindel&ldquo; &ndash; wie er sich ausdr&uuml;ckte &ndash; zu bek&auml;mpfen. Ihm hatte der 2018 verstorbene ultrakonservative US-Senator John McCain seine Unterst&uuml;tzung im Kampf gegen die legitime ukrainische Regierung zugesagt. Auch US-Vizepr&auml;sident Joe Biden, Au&szlig;enminister John Kerry und CIA-Direktor John Brennan gaben sich in Kiew die Klinke in die Hand.<\/p><p><strong>Nach westlicher Auffassung wurde die Krim dann von Russland &bdquo;annektiert&ldquo;. Wie sehen Sie das?<\/strong><\/p><p>Diese angebliche Annexion der Krim, die nach dem V&ouml;lkerrecht eine Sezession war, wird ja als Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Sanktionen gegen Russland und die Aufr&uuml;stung benutzt. Aber die Separation der Krim ist friedlich ohne einen einzigen Schuss verlaufen. Nach v&ouml;lkerrechtlicher Definition ist eine Sezession die Abspaltung eines Landesteils von einem Staat mit dem Ziel, einen neuen souver&auml;nen Staat zu bilden oder sich einem anderen Staat anzuschlie&szlig;en. Das ist auf der Krim nach dem blutigen Putsch in Kiew geschehen. Eine Annexion ist dagegen die gewaltsame Aneignung des Gebietes eines Staates durch einen anderen Staat, und sie erfolgt grunds&auml;tzlich mit kriegerischen Mitteln. Davon kann hier nicht ausgegangen werden. Unter den gegebenen Umst&auml;nden und aufgrund der akuten Gef&auml;hrdung war es verst&auml;ndlich, dass es in der Ostukraine zu Autonomiebestrebungen und auf der Krim zu einer Sezession kam. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Krim ohnehin 171 Jahre zu Russland geh&ouml;rt hatte und 1954 von Chruschtschow &ndash; wie es hei&szlig;t, in einer Wodkalaune &ndash; unter Versto&szlig; gegen die Verfassung der UdSSR an die Ukraine &bdquo;verschenkt&ldquo; wurde, was seinerzeit jedoch nicht mehr bedeutete, als dass sie von einer Sowjetrepublik zu einer anderen kam.<\/p><p><strong>Aus Ihrer Sicht wurde die Krim also nicht &bdquo;annektiert&ldquo;? Es gab keine gewaltsame oder kriegerische Aneignung der Krim?<\/strong><\/p><p>Korrekt, es war eine Sezession, die meines Erachtens wegen der seinerzeit desolaten Situation in der Ukraine v&ouml;lkerrechtlich nicht zu beanstanden ist. Nach dem Kiewer Staatsstreich fand ein von Russland abgesichertes Referendum statt, bei dem die Wahlbeteiligung 83 Prozent betrug und sich etwa 80 Prozent der Abstimmungsberechtigten f&uuml;r einen Anschluss an Russland aussprachen. Dem Referendum folgte die Erkl&auml;rung der staatlichen Unabh&auml;ngigkeit und erst danach stellte die Autonome Republik Krim den Antrag auf Aufnahme in die Russische F&ouml;deration, dem stattgegeben wurde. Das war 2014 eine friedlich verlaufene Abspaltung von der Kiewer Ukraine, in deren Parlament bis heute Faschisten sitzen. Hinzu kam, dass es die USA mit der NATO auf den russischen Flottenst&uuml;tzpunkt in Sewastopol abgesehen hatten &ndash; eine ernsthafte Provokation der russischen Regierung. Wenn Politiker und Journalisten st&auml;ndig von &bdquo;Annexion&ldquo; sprechen, verdrehen sie die Tatsachen und benutzen einen offensichtlich vom CIA gepr&auml;gten Kampfbegriff, um Russland als Aggressor hinzustellen, die Sanktionen zu rechtfertigen und die Militarisierung Westeuropas voranzutreiben.<\/p><p><strong>Gibt es Beweise daf&uuml;r, dass der Putsch in der Ukraine von den USA vorbereitet wurde?<\/strong><\/p><p>Die gibt es. Die EU-Beauftragte des US-Au&szlig;enministeriums, Victoria Nuland, hat schon im Dezember 2013 erkl&auml;rt, die USA h&auml;tten f&uuml;nf Milliarden Dollar in den Regime Change in Kiew investiert. Dass Arsenij Jazenjuk, einer der militanten Anf&uuml;hrer auf dem Maidan, dann Ministerpr&auml;sident werden w&uuml;rde, stand bereits vor dem Staatsstreich fest, wie aus dem abgeh&ouml;rten Telefonat hervorgeht. Und Barack Obama hat in einem CNN-Interview sogar zugegeben, dass die USA hinter dem Putsch in Kiew steckten. Ich m&ouml;chte das mal aus meinem Buch zitieren, weil es sehr wichtig ist. Obama sagte: &bdquo;Putin traf die Entscheidung in Bezug auf die Krim nicht etwa aus einer gro&szlig;en Strategie heraus, sondern einfach, weil er von den Protesten des Maidan und der Flucht von Janukowytsch &uuml;berrascht wurde, nachdem wir einen Deal zur Macht&uuml;bergabe ausgehandelt hatten.&ldquo; Damit ist erwiesen, dass der neue West-Ost-Konflikt von den USA zu verantworten ist, die durch dessen Eskalation bestimmte, bereits genannte Ziele verfolgen. Inzwischen wird ja in den alternativen Medien auch dar&uuml;ber berichtet, dass der CIA sogenannte Bl&uuml;mchenrevolutionen initiiert, bei Demonstrationen Sto&szlig;trupps losschickt oder Ethnien gegeneinander aufhetzt, um unliebsame Regierungen zu st&uuml;rzen.<\/p><p><strong>In Ihrem Buch kritisieren Sie mehrfach die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49904\">Medien<\/a> und Sie schreiben auch von &bdquo;NATO-Propaganda&ldquo; der &Ouml;ffentlich-Rechtlichen. Wie kommen Sie zu diesen Aussagen?<\/strong><\/p><p>Ein Beispiel f&uuml;r NATO-Propaganda und f&uuml;r eine unglaublich dreiste, unverantwortliche antirussische Hetze im &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehen passierte im April 2019 in dem viel gesehenen ZDF-heute-journal: Da begann der Moderator <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44340\">Claus Kleber<\/a>, Kuratoriumsmitglied der Atlantik-Br&uuml;cke, aus Anlass des 70. Jahrestages der NATO-Gr&uuml;ndung die Sendung mit den Worten, die ich immer noch aus dem Ged&auml;chtnis wiedergeben kann: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50764\">&bdquo;Guten Abend. Zu Wasser und zu Luft sind heute Nacht amerikanische, deutsche und andere europ&auml;ische Verb&uuml;ndete unterwegs nach Estland, um die russischen Verb&auml;nde zur&uuml;ckzuschlagen, die sich dort, wie vor einigen Jahren auf der Krim, festgesetzt haben.&ldquo;<\/a> Kleber korrigierte seine Meldung zwar kurz darauf  mit den Worten: Keine Sorge, das ist nicht so. Und er fuhr fort, das sei nur eine Vision, allerdings eine realistische. Denn so etwa m&uuml;sste im Ernstfall die Antwort der NATO auf einen Angriff auf das Territorium eines ihrer Mitgliedsstaaten aussehen. Aber eine 95-j&auml;hrige Verwandte, die Klebers Ank&uuml;ndigung geh&ouml;rt hatte, sagte mir, dass ihr einen Moment lang das Herz stillstand. Und das ist nur eines von zahlreichen Beispielen f&uuml;r die Kriegspropaganda, die von nicht wenigen Medien und Politikern nun schon seit mehreren Jahren betrieben wird. Ich wei&szlig; nicht, ob diesen Leuten bewusst ist, was sie da anstellen.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em>Lesetipp: Bittner, Wolfgang: Der neue West-Ost-Konflikt: Inszenierung einer Krise. Verlag Zeitgeist Print &amp; Online. September 2019. 320 Seiten. 19,90 Euro.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Titelbild: Vincent Grebenicek\/Shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45664\">Spannungen<\/a> zwischen den NATO-Mitgliedsstaaten und Russland sind betr&auml;chtlich. &Uuml;ber die Ursachen hat sich der Schriftsteller <strong><a href=\"http:\/\/www.wolfgangbittner.de\/\">Wolfgang Bittner<\/a><\/strong> in seinem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54720\">neuen Buch<\/a> Gedanken gemacht. Mit klarem Blick und Analysekraft durchdringt Bittner das Dickicht eines Konfliktes, dessen Ursachen in der Medienberichterstattung h&auml;ufig nur sehr <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50674\">einseitig dargestellt<\/a> werden. 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