{"id":55410,"date":"2019-10-07T08:30:27","date_gmt":"2019-10-07T06:30:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410"},"modified":"2019-10-07T09:10:13","modified_gmt":"2019-10-07T07:10:13","slug":"hinweise-des-tages-3465","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h01\">Sozialisten gewinnen Parlamentswahl in Portugal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h02\">Ostdeutschland 30 Jahre nach dem Mauerfall &ndash; Ist doch alles echt super gelaufen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h03\">Schr&ouml;ders Taktik: Manipulation durch Verschweigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h04\">Testmobilmachung gen Osten (I)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h05\">Warum Arbeiter und sogar Gewerkschafter die AfD w&auml;hlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h06\">Deutschlands f&uuml;hrende &Ouml;konomen fordern Konsumverzicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h07\">Ein industriell geplanter Milliardencoup<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h08\">Global inequalities in taxing rights: An early evaluation of the OECD tax reform proposals<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h09\">Giegold sieht Gefahr einer gesamtbritischen Steueroase<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h10\">Mietenwahnsinn: Warum wir eine Neue Wohnungsgemeinn&uuml;tzigkeit brauchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h11\">Arbeitsunrecht erwirkt einstweilige Verf&uuml;gung gegen T&ouml;nnies<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h12\">Existenz statt Minimum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h13\">KiKxxl spendet 20.020 Euro f&uuml;r Hilfsprojekt &bdquo;Madamfo Ghana&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h14\">Kritik an &ldquo;neoliberalem&rdquo; Klimaplan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h15\">&bdquo;Ich glaube nicht an Strafe&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h16\">Der bildungsferne Campus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h17\">&Auml;ngste, Depressionen, Studienabbruch &ndash; Wenn Studenten psychisch krank werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55410#h18\">Gl&uuml;ck ist, wenn der Pfeil den Nebenmann trifft<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Sozialisten gewinnen Parlamentswahl in Portugal<\/strong><br>\nDie Sozialistische Partei von Ministerpr&auml;sident Ant&oacute;nio Costa liegt bei der Wahl in Portugal klar vorne. Die erhoffte absolute Mehrheit verpasste die PS aber.<br>\nBei der Parlamentswahl in Portugal hat die Sozialistische Partei (PS) von Ministerpr&auml;sident Ant&oacute;nio Costa einen klaren Sieg errungen: Nach Ausz&auml;hlung aller Wahlbezirke kommt die Partei auf knapp 36,65 Prozent der Stimmen. Das sind knapp viereinhalb Prozentpunkte mehr als bei der vergangenen Wahl zur Lissabonner Assembleia da Rep&uacute;blica vor vier Jahren. [&hellip;]<br>\nDie st&auml;rkste Oppositionskraft, die konservativen Sozialdemokraten (PSD), musste sich mit 27,9 Prozent begn&uuml;gen und hat statt 89 k&uuml;nftig nur noch 77 Sitze. Der stellvertretende Pr&auml;sident der PSD, David Justino, und andere Parteisprecher gratulierten der PS bereits zum Triumph. Rechtspopulistische Parteien spielen in Portugal, anders als weiten Teilen Europas, keine wichtige Rolle. [&hellip;]<br>\nMit einem Hilfspaket von 78 Milliarden Euro hatten die EU und der Internationale W&auml;hrungsfonds Portugal 2011 vor dem Bankrott bewahrt. Die Konservativen f&uuml;hrten das Land aus der Krise, sie wurden aber 2015 wegen der strengen Sparpolitik abgew&auml;hlt.<br>\nIn den Folgejahren lockerte Costa die Sparpolitik. Er erh&ouml;hte unter anderem die Sozialausgaben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/portugal-sozialisten-von-ministerpraesident-antonio-costa-gewinnen-wahl-a-1290259.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Portugal zeigt, dass der Kampf gegen eine irrsinnige Austerit&auml;tspolitik nicht nur gut f&uuml;r die Volkswirtschaft ist, sondern auch die Rechtsextremen auf Distanz h&auml;lt. So gesehen hat Portugals Linke sehr viel richtig gemacht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ostdeutschland 30 Jahre nach dem Mauerfall &ndash; Ist doch alles echt super gelaufen<\/strong><br>\nVon wegen &ldquo;bl&uuml;hende Landschaften&rdquo; &ndash; die Deutsche Einheit ist zum Desaster geworden. Aussprechen will das in der Politik vor lauter Staatsr&auml;son aber kaum jemand. Die Quittung kommt jetzt, bei den Wahlen.<br>\nImmer wenn in Deutschland die Einheit vorbeikommt, also einmal im Jahr, sagen meist westdeutsche Politiker so Dinge wie, dass das so ein Gl&uuml;ck sei. Und dass das mit dem Vereinigen doch eigentlich ganz toll gelaufen sei in den vergangenen fast 30 Jahren. Und dass doch viele Stra&szlig;en ganz sch&ouml;n geworden sind. Solche Dinge sagen die dann. Leute wie Wolfgang Sch&auml;uble. Der das auch dieses Jahr wieder in etwa so gesagt hat, als die Einheit am Donnerstag vorbeikam. [&hellip;]<br>\nNat&uuml;rlich war es komplett irre, was den Ostdeutschen nach der Vereinigung menschlich zugemutet wurde &ndash; mehr als ein Jahrzehnt Massenarbeitslosigkeit, die weitgehende Entwertung von Biografien, egal wie viel davon noch h&auml;tte gerettet werden k&ouml;nnen, wenn der wirtschaftliche Schock nicht so ungebremst &uuml;ber Ostdeutschland hergegangen w&auml;re. Und der stete Verweis der lieben Mitdeutschen aus dem Westen, jetzt aber bitte nicht undankbar zu sein. Und dass das ja alles ein gro&szlig;es Gl&uuml;ck gewesen sei. Und dass man ja wohl die Mauer nicht wiederhaben wolle.<br>\nAls h&auml;tte es zwischen Einheitsdesaster und Wiederaufbau der Mauer keine andere M&ouml;glichkeit gegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/ostdeutschland-und-mauerfall-ist-doch-alles-super-gelaufen-oder-etwa-nicht-kolumne-a-1289927.html\">Thomas Fricke auf SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Es ist ja ganz nett vom Spiegel und dem Autor Thomas Fricke, auf das doppelte Scheitern der Vereinigung hinzuweisen. Aber es ist auch wieder typisch, dass die Verantwortlichen so nebenbei als Person zwar erw&auml;hnt werden, aber ihre Verantwortung, namentlich die von Wolfgang Sch&auml;uble, der den Einigungsvertrag auf westlicher Seite ausgehandelt hat und dann in vielen bedeutenden Funktionen bis hin zur schwarzen Null weiter Verantwortung tr&auml;gt, nicht herausgearbeitet wird. Da bleibt halt h&auml;ngen: schlecht gelaufen aber verantwortlich ist eigentlich keiner richtig.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch die Verantwortung des Kanzlers Helmut Kohl und seine CDU\/CSU insgesamt wird nicht herausgearbeitet. Stattdessen macht sich der Autor &uuml;ber die Erfolge der AfD her und forscht &uuml;ber die Ursachen dieser Erfolge. Da w&auml;re es konsequent, auch danach zu fragen, wieso eigentlich die CDU in den meisten neuen Bundesl&auml;ndern politisch so erfolgreich sein k&ouml;nnte, wo sie doch f&uuml;r das Desaster haupts&auml;chlich verantwortlich ist. Die AfD gibt es nicht ohne die CDU\/CSU und dann auch nicht ohne die SPD des Gerhard Schr&ouml;der. Das sollte man endlich mal kapieren.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Schr&ouml;ders Taktik: Manipulation durch Verschweigen<\/strong><br>\nGerhard Schr&ouml;der hat als Bundeskanzler die Reichen beschenkt und die Armen belastet wie kein deutscher Regierungschef vor ihm, schon gar kein Sozialdemokrat. Eine vernachl&auml;ssigte Geschichte ist dabei die &ldquo;Aufl&ouml;sung der Deutschland AG&rdquo; und die verschwiegene Steuerbefreiung f&uuml;r Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne der gro&szlig;en Verm&ouml;gen. Albrecht M&uuml;ller erinnert in seinem neuen Buch daran.<br>\nWunderbar, dachten bestimmte Kreise, als sie von Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;ders Absicht h&ouml;rten, die Deutschland AG aufzul&ouml;sen. Der Begriff Deutschland AG transportierte unterschwellig den Eindruck von Machenschaften &uuml;ber die Grenzen einzelner Unternehmen hinweg &ndash; ein Geflecht von Macht und Interessen jenseits demokratischer und &ouml;konomischer Kontrolle. Gemeint war eine in der Tat fragw&uuml;rdige enge Verflechtung von einzelnen Personen der deutschen Wirtschaft, die zum Beispiel als Vorsitzender des Vorstands einer Aktiengesellschaft dann im Aufsichtsrat von einigen anderen Unternehmen sa&szlig;en und vice versa. Dieser Zustand w&auml;re ein Grund f&uuml;r eine Reform des Aktienrechts gewesen, aber nicht f&uuml;r das, was dann &ndash; bef&ouml;rdert von einer grandiosen Steuerbefreiung &ndash; geschah: der Verkauf einiger Tausend Unternehmen und Unternehmensteile an gro&szlig;e, meist angels&auml;chsische Kapital-gruppen und Hedgefonds. 2009 waren es schon 6.000.<br>\nDie Agitation zur Aufl&ouml;sung der Deutschland AG begleitete eine f&ouml;rderliche Gesetzgebung: Um den Verkauf von Aktienpaketen oder einzelner Unternehmen insgesamt zu erleichtern, wurden zum 1. Januar 2002 die dabei realisierten, also offengelegten Gewinne, steuerfrei gestellt. Das ist ein gro&szlig;es Privileg, bei jedem anderen unternehmerisch t&auml;tigen Menschen wird der Gewinn durch Vergleich der Verm&ouml;genswerte zum Anfang und zum Ende der Wirtschaftsperiode ermittelt und muss versteuert werden. Nicht so hier. (&hellip;)<br>\nDer fr&uuml;here Vorstandsvorsitzende von Porsche, Wendelin Wiedeking, von dem man halten kann, was man will, hat zur skizzierten Steuerbefreiung das Richtige gesagt, als der Spiegel fragte: &ldquo;Die Regierung hat auch den Verkauf von Firmenbeteiligungen steuerfrei gestellt. Dies sollte dazu f&uuml;hren, dass die Verflechtung zwischen Banken und Konzernen aufgel&ouml;st wird und neuer Schwung in die sogenannte Deutschland AG kommt. War das nicht ein sinnloses Steuergeschenk an gut verdienende Konzerne?&rdquo; (&hellip;)<br>\n&ldquo;Das muss man wohl so sehen&rdquo;, antwortet Wiededing. &ldquo;Dem Lobbyisten, der das erreicht hat, m&uuml;ssten die Banken einen dicken Sonderbonus zahlen. Denn was ist jetzt die Folge? Monopoly auf Steuerzahlerkosten. Banken und Versicherungen verkaufen Industriebeteiligungen. Und mit dem Erl&ouml;s kaufen sie andere Banken oder Versicherungen. Die Verkrustung der Wirtschaft, die damit urspr&uuml;nglich einmal aufgel&ouml;st werden sollte, wird so bestimmt nicht geringer.<br>\nDieser Vorgang ist im &Uuml;brigen auch ein gutes Beispiel daf&uuml;r, wie wir durch Verschweigen manipuliert werden und wie gravierend dieses Verschweigen ist. Mit ein bisschen Hinterfragen, mit einer gesunden Skepsis, Parolen wie jene von der Aufl&ouml;sung der Deutschland AG nicht zu glauben und nicht zu trauen, kann man solche Vorg&auml;nge schnell durchschauen.<br>\nDer Vorgang ist auch deshalb interessant, weil durch die Steuerbefreiung viel mehr Steuereinnahmen verloren gehen, als durch die Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;gensteuer je erreicht werden kann. Dennoch, dieser Hinweis ist keine Kritik an dem Vorhaben, die Verm&ouml;gensteuer wieder einzuf&uuml;hren<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gegenblende.dgb.de\/artikel\/++co++26e98e0e-e68b-11e9-9b7c-52540088cada\">Albrecht M&uuml;ller in Gegenblende<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Testmobilmachung gen Osten (I)<\/strong><br>\nIm Fr&uuml;hjahr 2020 wird der NATO-Machtblock mit einer Testmobilmachung gen Osten den Ernstfall proben. Dies geht aus einem Schreiben des Bundesverteidigungsministeriums hervor. Demnach werden die USA und ihre Verb&uuml;ndeten in Europa mit dem Man&ouml;ver &ldquo;Defender 2020&rdquo; die milit&auml;rische Infrastruktur, Kommandostrukturen und Nachschubrouten pr&uuml;fen, die sie im Laufe der vergangenen Jahre in Osteuropa aufgebaut haben. Wie in einem etwaigen hei&szlig;en Krieg mit Russland werden in der &Uuml;bung US-Truppen &uuml;ber den Atlantik nach Europa transportiert, um weiter in Richtung auf die russische Grenze vorzudringen. Die Bundesregierung leistet zu der Ma&szlig;nahme, die Europa weiter militarisiert und die Spannungen noch st&auml;rker anheizt, tatkr&auml;ftige Beihilfe, indem sie Deutschland gezielt als Dreh- und Angelpunkt der Kriegslogistik positioniert. Auf die strategische Rolle als Logistik- und Kommandozentrale im Hinterland sucht die Bundesrepublik einen weiteren internationalen Machtzuwachs zu st&uuml;tzen. F&uuml;r die USA wird &ldquo;Defender 2020&rdquo; die gr&ouml;&szlig;te Milit&auml;r&uuml;bung in Europa seit 25 Jahren.<br>\n&ldquo;Defender 2020&rdquo;<br>\nBis zu 20.000 US-Soldaten plus Panzer und weiteres Ger&auml;t werden ab Anfang 2020 zun&auml;chst &uuml;ber den Atlantik und dann durch Deutschland nach Polen und in die Baltischen Staaten verlegt werden. Neben den USA werden sich 16 weitere NATO-Mitglieder an dem Man&ouml;ver beteiligen, darunter auch die Bundesrepublik. In einem Krieg des NATO-Machtblocks gegen Russland w&uuml;rde Deutschland laut Konzeption der Bundeswehr als &ldquo;Basis f&uuml;r Operationen, r&uuml;ckw&auml;rtiges Einsatzgebiet und Drehscheibe der Unterst&uuml;tzung&rdquo; dienen.[1] &ldquo;Defender 2020&rdquo; bietet Berlin die Gelegenheit, diesem Anspruch Nachdruck zu verleihen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8065\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Warum Arbeiter und sogar Gewerkschafter die AfD w&auml;hlen<\/strong><br>\nAusgerechnet eine marktliberale Partei wie die AfD erfreut sich unter ostdeutschen Arbeitern gro&szlig;er Beliebtheit. Sogar unter Gewerkschaftsmitgliedern, sagt der Soziologe Klaus D&ouml;rre. (&hellip;)<br>\n&bdquo;Urspr&uuml;nglich hatten wir angenommen, dass sie [die AfD in Th&uuml;ringen, A.d.Red.] im Osten einen sozialdemagogischen Wahlkampf machen, etwa ihr Rentenkonzept in den Vordergrund stellen&ldquo;, sagt D&ouml;rre. Denn die Th&uuml;ringer AfD fordere eine Anhebung des Rentenniveaus auf 52 Prozent, bezogen auf die Produktivit&auml;tsrente &ndash; aber eben nur f&uuml;r deutsche Staatsb&uuml;rger.<br>\nDoch diesen Punkt stellt die Partei im Wahlkampf D&ouml;rre zufolge gar nicht in den Vordergrund: &bdquo;Programmatisch schieben sie etwa mit Blick auf die bevorstehende Abk&uuml;hlung der Konjunktur, vielleicht Rezession Steuerentlastungen f&uuml;r Unternehmen usw. nach vorne. Das hei&szlig;t, sie vertreten eigentlich eine klar marktliberale Position.&ldquo; (&hellip;)<br>\nFraglich ist allerdings, ob das Arbeiter davon abhalten wird, die AfD zu w&auml;hlen. Denn offenbar klinge selbst bei Gewerkschaftsmitgliedern gar nicht durch, dass man es mit politischen Positionen zu tun habe, die Gewerkschaftspolitik konterkarierten, meint D&ouml;rre.<br>\nEr vermutet, dass es diesen W&auml;hlern gar nicht so sehr auf die konkreten politischen Forderungen der AfD ankomme, sondern eher auf die Art und Weise, wie diese den Protest aufgreife: &bdquo;Der Osten steht auf! Wir vollenden die Wende! Man macht Gruppen sichtbar, Arbeiter, insbesondere m&auml;nnliche Arbeiter, die sich doppelt abgewertet f&uuml;hlen: als Arbeiter abgewertet f&uuml;hlen und dann auch noch abgewertet f&uuml;hlen als Ostdeutsche.&ldquo;<br>\nInsofern begreifen viele Arbeiter offenbar die AfD als beste Chance, ihren Unmut dar&uuml;ber auszudr&uuml;cken. Und das reicht D&ouml;rre zufolge bis in die Reihen der Gewerkschafter und der Arbeitnehmervertreter in den Betrieben.<br>\n&bdquo;Ich selber habe vor Kurzem auf einer Betriebsr&auml;tekonferenz in Erfurt gesprochen mit Hunderten von Betriebsr&auml;ten, wo man sehr deutlich gesehen hat, dass in den Passagen, wo ich die AfD hart kritisiert habe und ihre antigewerkschaftliche Politik, dass 20 Prozent der Anwesenden demonstrativ nicht geklatscht haben.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/ostdeutschland-warum-arbeiter-und-sogar-gewerkschafter-die.1008.de.html?dram:article_id=460376\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=54522\">Gl&uuml;ckliche Menschen w&auml;hlen nicht die AfD<\/a>&rdquo; und &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53486\">Die AfD, die Rente und das Kronjuwel der Linken<\/a>&ldquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Deutschlands f&uuml;hrende &Ouml;konomen fordern Konsumverzicht<\/strong><br>\nDoch dann kamen die Wirtschaftswissenschaftler erneut auf die Klimadebatte zu sprechen und gaben der Argumentation vieler Fridays-For-Future-Aktivisten neues Futter. &bdquo;Wir befinden uns in einem Zielkonflikt zwischen aktuellem Konsum und den Zukunftsm&ouml;glichkeiten&ldquo;, f&uuml;hrte Holtem&ouml;ller aus. W&auml;re der CO2-Aussto&szlig; egal, sei ein massives Wachstum ohne weiteres m&ouml;glich. Doch das ginge auf Kosten nachfolgender Generationen.<br>\n&bdquo;Es f&uuml;hrt kein Weg daran vorbei, dass wir weniger Ressourcen verbrauchen m&uuml;ssen und Investitionen in Innovationen t&auml;tigen&ldquo;, sagte Holtem&ouml;ller. Beides ginge allerdings nur &uuml;ber Konsumverzicht, da bekannte Verhaltensweisen dann nicht mehr m&ouml;glich w&auml;ren. F&uuml;r den IWH-Forscher bedeutet das: &bdquo;Die Gesellschaft muss sich entscheiden, welchen Beitrag sie zu leisten bereit ist.&ldquo;<br>\nAuch Claus Michelsen vom Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Die deutsche Wirtschaft ist in einigen Bereichen sehr effektiv, etwa bei der Braunkohle.&ldquo; Hier werde sehr effizient viel Geld verdient. Das wird fehlen, diese Einkommen werden wir verlieren, so Michelsen, wenn wir &bdquo;aus gutem Grund&ldquo; aus der Kohle aussteigen.<br>\nIn ihrem Gutachten bringen die f&uuml;nf Institute ihre Position so auf den Punkt: &bdquo;Die Klimapolitik erfordert einen Konsumverzicht der heutigen Generationen zugunsten von Investitionen in emissions&auml;rmere Energieerzeugung und in die Verkehrsinfrastruktur.&ldquo; Auch ein langsameres Wirtschaftswachstum sei deshalb m&ouml;glich.<br>\nAn diesem Punkt sto&szlig;en die f&uuml;nf Institute an eine Debatte, die angesichts der Klimadiskussion wieder im Aufschwung ist; die Frage, ob eine stetig wachsende Wirtschaft erstrebenswert ist. Seit der &bdquo;Club of Rome&ldquo; im Jahr 1972 das Werk &bdquo;Die Grenzen des Wachstums&ldquo; ver&ouml;ffentlich hat, ist die Wachstumskritik in der Gesellschaft angekommen. Unter dem Schlagwort &bdquo;Degrowth&ldquo; war sie in den vergangenen Wochen mehrmals zu h&ouml;ren.<br>\nWachstumskritiker bezweifeln, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der richtige Ma&szlig;stab f&uuml;r das Wohlergehen einer Volkswirtschaft ist. Auch Greta Thunberg hatte in ihrer &bdquo;How dare you&ldquo;-Rede vor der UN das immer w&auml;hrende Wachstum als &bdquo;M&auml;rchen&ldquo; bezeichnet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/klimaziele-und-wachstum-deutschlands-fuehrende-oekonomen-fordern-konsumverzicht\/25078436.html\">Der Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Sorry, aber man kann es nicht anders formulieren, aber hier wird nur wieder der &uuml;bliche neoliberale Bullshit verbreitet.<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\n&ldquo;Auf lange Sicht macht den Forschern sogar nicht das Klima, sondern die Demografie die gr&ouml;&szlig;ten Sorgen. Es m&uuml;sse ein Fokus darauf gelegt werden, die sozialen Sicherungssysteme &bdquo;demografiefest&ldquo; zu machen, forderte Stefan Kooths von Institut f&uuml;r Weltwirtschaft Kiel. Und zwar ohne daf&uuml;r einfach ein h&ouml;heres Staatsdefizit in Kauf zu nehmen: Viel mehr m&uuml;sse sich das System grunds&auml;tzlich an die ver&auml;nderte Altersstrukturen der Bev&ouml;lkerung anpassen. Das langfristige Wachstum der deutschen Wirtschaft sei durch die geringere Zahl von Menschen im arbeitsf&auml;higen Alter massiv bedroht.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie gesagt, Bullshit, wenn angesichts einer rasanten Digitalisierung der Arbeitswelt prognostiziert wird, dass bis zu 40 Prozent aller Arbeitspl&auml;tze &uuml;berfl&uuml;ssig werden k&ouml;nnten. Wo soll dann ein Mangel an &ldquo;Menschen im arbeitsf&auml;higen Alter&rdquo; auftreten? Um die sozialen Sicherungssysteme &bdquo;demografiefest&ldquo; zu machen, w&auml;re dringend geboten dar&uuml;ber nachzudenken, wie die Gewinne der Unternehmen die durch Digitalisierung und Rationalisierung entstehen, abgesch&ouml;pft werden k&ouml;nnen um eben die sozialen Sicherungssysteme &bdquo;demografiefest&ldquo; zu machen. Es w&uuml;rde aber vermutlich schon ausreichen endlich den aggressiven Steuervermeidungsstrategien gerade auch der Gro&szlig;konzerne der digitalen Welt einen Riegel vorzuschieben. Und die Forderung nach Konsumverzicht mutet angesichts der j&uuml;ngsten Studie des DIW zur signifikanten Verm&ouml;gensungleichheit in Deutschland zynisch an.<\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Man h&auml;tte die Uhr nachstellen k&ouml;nnen, wie lange es braucht, bis die Neoliberalen die Klimadebatte f&uuml;r ihre &uuml;blichen Forderungen instrumentalisieren. Besonders &auml;rgerlich &ndash; wann auch nicht wirklich &uuml;berraschend &ndash; ist, dass der Tagesspiegel dieses durchschaubare Spiel willf&auml;hrig mitspielt. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ein industriell geplanter Milliardencoup<\/strong><br>\nEs geht eine Geschichte um in Deutschland, sie handelt von T&auml;uschung und Moral. Man erz&auml;hlt sie sich vielerorts, in Anwaltskanzleien, Finanzbeh&ouml;rden und Gerichtss&auml;len, in hitzigen Debatten im deutschen Bundestag sowie in K&uuml;chengespr&auml;chen unter Journalisten. In einer Variante ist es eine Gruppe von Kindern, in der anderen sind es Kunden eines Supermarktes, die Pfandflaschen an einem Automaten zur&uuml;ckgeben.<br>\nDer Pfandbon wird kopiert und mehrfach eingel&ouml;st, der Gewinn wird geteilt. Das &bdquo;Leergut&ldquo; steht in der Geschichte f&uuml;r Aktiengesch&auml;fte, der &bdquo;Pfandautomat&ldquo; ist das Finanzamt und der Bon ist der Bescheid &uuml;ber Kapitalertragsteuer. (&hellip;)<br>\nDamit werden auf einmal die komplexen Strukturen des Dividendenstrippings zwischen K&auml;ufer und (Leer)-Verk&auml;ufer, Broker, inl&auml;ndischer Depotbank und Finanzverwaltung deutlich, die unter dem Fachbegriff &bdquo;Cum-Ex-Transaktionen&ldquo; l&auml;ngere Erkl&auml;rungen nach sich ziehen. F&uuml;r Erz&auml;hler und Zuh&ouml;rer der Geschichte gewinnt der ethisch &auml;u&szlig;erst fragw&uuml;rdige Griff in die Staatskasse noch einmal an Wucht. Allein die Cum-Ex-Gesch&auml;fte mit Leerverk&auml;ufen sollen in Deutschland nach Sch&auml;tzungen des Mannheimer Wirtschaftswissenschaftlers Christoph Spengel einen Steuerschaden von mindestens 10 Milliarden Euro verursacht haben.<br>\nWeil die Akteure weitere Konstruktionen nutzten &ndash; der deutsche Gesetzgeber schloss erst 2012 eine L&uuml;cke im Gesetz &ndash; und auch in anderen L&auml;ndern ihr Unwesen trieben, wird der Schaden f&uuml;r ganz Europa auf 55 Milliarden hochgerechnet. Die Volksseele kocht, aber die Wut richtet sich in Deutschland meist abstrakt gegen gierige Banker. Weitgehend unsichtbar f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit agierten die Netzwerke von B&ouml;rsenh&auml;ndlern, Anw&auml;lten und Finanzberatern. Ohnehin waren die Deals nur f&uuml;r wohlhabende Investoren gedacht, wie den mittlerweile verstorbenen Rafael Roth, der zu Lebzeiten einer der reichsten Deutschen war.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/cum-ex-strafprozess-ein-industriell-geplanter-milliardencoup-16417329.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47438\">Cum Cum, Cum Ex, Cum Fake &ndash; es ist an der Zeit, die Spielregeln grunds&auml;tzlich zu &auml;ndern<\/a>&rdquo; vom 26. November 2018. Daraus ein Zitat:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;Stellen Sie sich doch einmal vor, der Mitarbeiter in der Pfandannahme eines Supermarkts w&uuml;rde einem Komplizen reihenweise hohe Pfandbons ausstellen, die dieser sich dann an der Ladenkasse auszahlen l&auml;sst. Anhand dieses &ndash; nat&uuml;rlich vereinfachten &ndash; Beispiels erkl&auml;rt der Finanzexperte der Linksfraktion, Fabio De Masi, die Cum-Fake-Masche. Wie lange w&uuml;rde die Betrugsmasche mit den Pfandbons wohl funktionieren? Wahrscheinlich bis zur n&auml;chsten Kassenpr&uuml;fung. Und dies ist der elementare Unterschied zum Betrug mit den &bdquo;Kapitalertragssteuer-Bons&ldquo;, die freilich nicht von der Supermarktkasse, sondern vom Finanzamt zur&uuml;ckerstattet werden. Und dies, ohne das zuvor jemals eine Zahlung an das Finanzamt geleistet wurde.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Global inequalities in taxing rights: An early evaluation of the OECD tax reform proposals<\/strong><br>\nThe current OECD process to reform the international rules governing corporate tax, aimed to achieve a consensus solution by 2020, has finally recognised the need to introduce elements of formulary apportionment to allocate the profits of multinationals and is framed explicitly in terms of redistributing taxing rights between countries. In this paper we provide the first public evaluation of the redistribution of taxing rights associated with the leading proposals of the OECD, IMF and the Independent Commission for the Reform of International Corporate Taxation (ICRICT). The first key finding is that that reallocation of taxing rights towards &ldquo;market jurisdictions&rdquo;, as it is currently understood, is likely to be of little benefit to non-OECD countries. Indeed, the proposal is likely to reduce revenues for a range of lower-income countries. Second, all of the proposals deliver a much broader distribution of benefits if some element of taxing rights is apportioned according to the location of multinationals&rsquo; employment, and not only of sales.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/osf.io\/preprints\/socarxiv\/j3p48\/\">SocArXiv<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Giegold sieht Gefahr einer gesamtbritischen Steueroase<\/strong><br>\nGiegold reagierte mit Skepsis auf die neuerlichen Pl&auml;ne von Premierminister Boris Johnson, wonach die Grenzkontrollen auf der irischen Insel auch ohne Backstop vermieden werden k&ouml;nnten. Demnach soll Nordirland auch nach dem Brexit zun&auml;chst die EU-Standards und -Vorschriften f&uuml;r Waren einhalten. Damit w&auml;ren aus Sicht der Regierung in London regulatorische Kontrollen f&uuml;r den Warenhandel an der Grenze unn&ouml;tig.<br>\n&bdquo;Johnsons Vorschlag w&uuml;rde dazu f&uuml;hren, dass die Verpflichtung Gro&szlig;britanniens, Teil des EU-Binnenmarktes zu sein, nur f&uuml;r kurze Zeit festgeschrieben ist. Das war schon damals eine sanfte Version der Angleichung der Regeln und w&uuml;rde nur f&uuml;r vier Jahre gelten. Danach k&ouml;nnte es logischerweise wieder zu harten Grenzkontrollen kommen&ldquo;, sagte Giegold. (&hellip;)<br>\nAuch seien die Sorgen berechtigt, dass Johnson und die britischen Konservativen aus ganz Gro&szlig;britannien eine Steueroase machen wollten und dies nicht etwa nur auf die Insel Guernsey zu beschr&auml;nken. &bdquo;Die Gefahr besteht nat&uuml;rlich. Das Parlament hat mehrfach klargemacht, dass die Absenkung der Steuerstandards bei gleichzeitiger Freiheit des Kapitalverkehrs nicht akzeptabel ist&ldquo;, sagte der Europaparlamentarier.<br>\nDie City of London sei der wichtigste Finanzplatz in Europa. &bdquo;Davon haben wir auch Vorz&uuml;ge, das darf aber nicht missbraucht werden, um Steuerdumping zu betreiben. Das hat man leider den Briten schon bisher durchgehen lassen, und wenn jetzt jeder Regelungsrahmen durch einen Brexit nicht mehr gilt, dann muss man umso kritischer sein, was die Freiheit des Kapitalverkehrs angeht&ldquo;, so Giegold. (&hellip;)<br>\n&bdquo;Es sind populistische Versprechungen gemacht worden, n&auml;mlich dass man die intensiven Handelsbeziehungen mit Europa aufrecht erhalten k&ouml;nne und gleichzeitig seine eigenen Handelsvertr&auml;ge, seine eigenen Steuerregeln, seine eigenen Finanzmarktregeln ohne den gemeinsamen Regelungsrahmen in Europa noch beachten zu m&uuml;ssen. Das geht eben nicht.&ldquo;<br>\n&bdquo;Wir wollen freien und offenen Waren- und Dienstleistungsverkehr auch in Zukunft. Daf&uuml;r muss es auch gemeinsame Standards geben. Das gilt &uuml;brigens auch f&uuml;r Handelsvertr&auml;ge mit dem Rest der Welt&ldquo;, sagte der Gr&uuml;nen-Politiker.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/brexit-giegold-sieht-gefahr-einer-gesamtbritischen.694.de.html?dram:article_id=460265\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Mietenwahnsinn: Warum wir eine Neue Wohnungsgemeinn&uuml;tzigkeit brauchen<\/strong><br>\nDie Mieter*innenproteste haben die st&auml;dtische Wohnungsnot auf die politische Tagesordnung gezwungen. Doch die Antworten der Politik sind v&ouml;llig unzureichend. F&uuml;r eine L&ouml;sung der Wohnungskrise braucht es durchgreifendere Ma&szlig;nahmen, wie sie mit dem Konzept der Neuen Wohnungsgemeinn&uuml;tzigkeit vorgeschlagen werden. Das Hintergrundpapier schildert Ziele, Instrumente und Rahmenbedingungen dieses Konzepts sowie konkrete Initiativen f&uuml;r seine Umsetzung.<br>\nKaum ein Tag vergeht, an dem die Medien nicht die Not der Mieter*innen in den St&auml;dten schildern oder die Ratschl&auml;ge diverser Expert*innen verbreiten. Aber die Politik reagiert bislang allenfalls auf lokaler Ebene. Derweil gl&auml;nzt die Bundesregierung durch Tatenlosigkeit, die sie mit Placebos wie der Mietpreisbremse zu kaschieren versucht.<br>\nDoch durch die hohe Zustimmung f&uuml;r radikalere Ma&szlig;nahmen wie Hausbesetzungen und Enteignungen geraten die Regierenden langsam unter Druck. Eine der Grundfesten kapitalistischer Gesellschaften, das Privateigentum, wird offen in Frage gestellt.<br>\nDamit verliert auch die private Immobilienwirtschaft zunehmend an Legitimation. Ihre Lobbyist*innen in Medien und Politik versuchen, die Diskurshoheit zur&uuml;ckzugewinnen. Doch verbl&uuml;fft m&uuml;ssen sie feststellen, dass ihre abgestandene Propaganda gegen jegliche Regulierung des Wohnungsmarkts kaum noch verf&auml;ngt. Immer mehr setzt sich die Einsicht durch: Wohnen ist Teil der Daseinsvorsorge und muss dem privaten Gewinnstreben entzogen werden. (&hellip;)<br>\nUm eine soziale Wohnraumversorgung sicherzustellen, muss der Wohnungssektor der Kommerzialisierung entzogen und zu einem &ouml;ffentlichen Gut werden. Eine Neue Wohnungsgemeinn&uuml;tzigkeit (NWG), wie sie seit einigen Jahren diskutiert wird, bietet daf&uuml;r eine Grundlage. Erste Konzepte der NWG liegen bereits vor.(3)<br>\nDie Gr&uuml;nen und die Linkspartei griffen diese Konzepte in Bundestagsantr&auml;gen auf, die 2017 jedoch von CDU\/CSU und SPD abgeschmettert wurden.(4) Einmal mehr zeigten die GroKo-Parteien den MieterInnen die kalte Schulter. Doch die sich immer weiter versch&auml;rfende Wohnungskrise verdeutlicht: Wir brauchen unver&auml;ndert einen grundlegenden Wandel der Wohnungspolitik, wie ihn die NWG erm&ouml;glicht.<br>\nDie Vorschl&auml;ge zur Ausgestaltung der NWG enthalten Elemente, die eine schrittweise Verschiebung der Eigentumsstruktur an H&auml;usern und Grundst&uuml;cken und den Aufbau eines gemeinn&uuml;tzigen Wohnungssektors bewirken k&ouml;nnen. Unternehmen, die Prinzipien der NWG anwenden, sollen verschiedene Verg&uuml;nstigungen erhalten: Steuererleichterungen und privilegierten Zugang zu staatlichen F&ouml;rdermitteln und vor allem Grundst&uuml;cken. Im Gegenzug m&uuml;ssen sie in dauerhaft leistbare Mieten und eine demokratische Kontrolle der Unternehmen einwilligen.<br>\nDie NWG erfordert politische Ver&auml;nderungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Auf Bundesebene m&uuml;sste ein Gesetzespaket unter anderem die steuerlichen Verg&uuml;nstigungen f&uuml;r gemeinn&uuml;tzige Unternehmen schaffen, etwa durch eine &Auml;nderung der Abgabenordnung. Zus&auml;tzlich m&uuml;ssten Bund, L&auml;nder und Kommunen den privilegierten Zugang der Gemeinn&uuml;tzigen zu F&ouml;rdermitteln und Grundst&uuml;cken regeln.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/theorieblog.attac.de\/mietenwahnsinn-warum-wir-eine-neue-wohnungsgemeinnuetzigkeit-brauchen\/\">attac<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Arbeitsunrecht erwirkt einstweilige Verf&uuml;gung gegen T&ouml;nnies<\/strong><br>\nT&ouml;nnies&lsquo; PR-Abteilung verbreitet Fake-News.<br>\nEs hat nie ein Gespr&auml;chsangebot von T&ouml;nnies gegeben, das wir h&auml;tten ablehnen k&ouml;nnen<br>\nDie Initiative aktion .\/. arbeitsunrecht erwirkte am 30. September 2019 am Landgericht K&ouml;ln eine einstweilige Verf&uuml;gung gegen die T&ouml;nnies Holding ApS &amp; Co. KG und deren Pressesprecher Andr&eacute; Vielst&auml;dte (Az. 28 O 356\/19). Die Behauptung ist zu unterlassen, es habe ein Gespr&auml;chsangebot von T&ouml;nnies gegeben, auf das die Initiative nicht reagiert habe.<br>\nUnter der &Uuml;berschrift &bdquo;T&ouml;nnies wehrt sich: Buntes Wochenende mit 87 Nationen&ldquo; hie&szlig; es auf der T&ouml;nnies-Website: &bdquo;Die Vorw&uuml;rfe des Vereins gegen Arbeitsunrecht e.V. sind falsch. Auf die Gespr&auml;chseinladung und das Angebot zu einem inhaltlichen Dialog hat der Verein nicht reagiert, daher haben wir gegen den Verein Unterlassungsanspr&uuml;che durchgesetzt, die aktuell vollstreckt werden.&ldquo; sagt Dr. Vielst&auml;dte.<br>\nIm Rahmen der Berichterstattung zum bundesweiten Aktionstag Schwarzer #Freitag13 am 13.9.2019 gegen Deutschlands gr&ouml;&szlig;ten Schweinefleischproduzenten hatten mehrere Zeitungen und Sender diese Falschbehauptung des Konzerns kolportiert. Der Zungenschlag: Mit diesen Leuten kann man nicht reden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/arbeitsunrecht.de\/arbeitsunrecht-erwirkt-einstweilige-verfuegung-gegen-toennies\/\">arbeitsunrecht in deutschland<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Existenz statt Minimum<\/strong><br>\nIn Gro&szlig;britannien zahlen einige Firmen freiwillig mehr als den Mindestlohn. Arbeitsminister Heil will das Konzept nach Deutschland holen. Hilft das Geringverdienern? (&hellip;)<br>\nIm weniger marktliberalen Deutschland fordern Gewerkschafter*innen, Wohlfahrtsverb&auml;nde und Politiker*innen, etwa der Linkspartei und der SPD, schon l&auml;nger eine Anhebung des Mindestlohns auf 60 Prozent des mittleren Einkommens, was derzeit etwa zw&ouml;lf Euro entspr&auml;che &ndash; bislang ohne Erfolg. Gerade erst erkl&auml;rte das Arbeitsministerium, es spreche sich gegen einen &raquo;politisch gesetzten Mindestlohn aus&laquo;, liest man im Ergebnisbericht des Zukunftsdialogs. Allerdings k&uuml;ndigte Arbeitsminister Heil an, die Kriterien der Mindestlohnkommission zu reformieren. Sie bestimmt die Mindestl&ouml;hne, muss sich aber an enge Vorgaben halten. Das k&ouml;nnte die T&uuml;r f&uuml;r deutlichere Lohnsteigerungen &ouml;ffnen.<br>\nZus&auml;tzlich will das Arbeitsministerium den Living-Wage-Ansatz nach Deutschland holen. Die &raquo;Lohnleitlinien&laquo; seien &raquo;komplement&auml;r&laquo; zu dem gesetzlichen Mindestlohn, betont eine Sprecherin auf Anfrage. Sie sollen also kein Ersatz sein. &raquo;Im Gegensatz zum allgemeinen Mindestlohn, der &ndash; unabh&auml;ngig von seiner konkreten H&ouml;he &ndash; bundesweit eine bu&szlig;geldbewehrte absolute Lohnuntergrenze gew&auml;hrleisten soll, bieten Lohnleitlinien Arbeitgebern, zum Beispiel in Metropolregionen, die M&ouml;glichkeit, sich zu h&ouml;heren Lohnstandards zu verpflichten.&laquo;<br>\nDoch nicht alle &uuml;berzeugt das. Der Leiter der tarifpolitischen Grundsatzabteilung der Gewerkschaft ver.di, Norbert Reuter, hat vor allem wegen der Freiwilligkeit Bedenken: &raquo;Ohne einen nochmaligen Eingriff der Politik wird man kaum schnell zu existenzsichernden Mindestl&ouml;hnen kommen.&laquo; Geneigte Unternehmer sagten zwar, dass die Besch&auml;ftigten mehr verdienen sollten. Aber der Wettbewerb sei knallhart, man konkurriere &uuml;ber die Kosten. &raquo;Deswegen ist es nicht einfach f&uuml;r einzelne Unternehmen voranzugehen.&laquo;<br>\nAuch Susanne Ferschl, Gewerkschafterin und Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, warnt davor, nur auf den guten Willen der Unternehmen zu setzen: &raquo;Das klingt doch nach einem schlechten Witz, wenn ausgerechnet diejenigen Unternehmen, die seit Jahren auf prek&auml;re Besch&auml;ftigung, Dumpingl&ouml;hne und Tarifflucht setzen, pl&ouml;tzlich freiwillig h&ouml;here L&ouml;hne bezahlen sollen.&laquo; Um Erwerbs- und Altersarmut zu verhindern, seien schon heute mindestens verbindliche zw&ouml;lf Euro die Stunde n&ouml;tig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1126714.lohn-zum-leben-existenz-statt-minimum.html\">neues deutschland<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>KiKxxl spendet 20.020 Euro f&uuml;r Hilfsprojekt &bdquo;Madamfo Ghana&ldquo;<\/strong><br>\n1.500 Kunden und Mitarbeiter waren in das Alando-Ballhaus gekommen, um das Jubil&auml;um zu feiern. In einer von der Moderatorin Ruth Moschner geleiteten Talkshow berichtete Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Andreas Kremer von der Unternehmensgr&uuml;ndung mit zwei Mitarbeitern, &uuml;ber die wichtige Erg&auml;nzung von Erden Yildirim in der Gesch&auml;ftsleitung und &uuml;ber die Herausforderungen der Branche. Beide bedankten sich bei den Mitarbeitern sowie bei ihren Familien f&uuml;r die Unterst&uuml;tzung in den 20 Jahren, in denen das Unternehmen auf &uuml;ber 2.000 Mitarbeiter gewachsen ist.<br>\n&bdquo;Das war schon manchmal eine harte Zeit, bei der die Familie oft zur&uuml;ckstecken musste&ldquo;, erinnert sich Kremer. Beide Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer w&uuml;rden wie ein altes Ehepaar wirken, so Moschner mit einem Augenzwinkern. &bdquo;Ein Ehepaar, welches oft hart in der Sache diskutiert, sich aber nie streitet&ldquo;, so Yildirim. W&auml;hrend der Talkrunde wurden auch die ersten beiden Mitarbeiter des Unternehmens geehrt.<br>\nKiKxxl ist weiter auf Wachstum aus. So soll im n&auml;chsten Jahr ein weiterer Standort in Recklinghausen er&ouml;ffnet werden. Das Unternehmen unterh&auml;lt Standorte in Bremen, Osnabr&uuml;ck, Bochum, Dortmund und Pristina (Kosovo).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/lokales\/osnabrueck\/artikel\/1900053\/kikxxl-spendet-20-020-euro-fuer-hilfsprojekt-madamfo-ghana\">Neue Osnabr&uuml;cker Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Das ist eine unangemessen, wohlwollende Berichterstattung &uuml;ber ein Callcenter, das offenbar bis heute nicht einmal einen Betriebsrat hat. Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=39798#h05\">Arbeit im Callcenter schadet Bewerbern mehr als Arbeitslosigkeit<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=36855#h03\">Callcenter: Arbeiten in der Gro&szlig;raumh&ouml;lle<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Gerne wird in der Branche von &bdquo;schwarzen Schafen&ldquo; geredet, die es vereinzelt g&auml;be. Aber ist nicht vielmehr die gesamte Branche ein &bdquo;schwarzes Schaf&ldquo;, das vor allem durch Outsourcing-Prozesse  meist angesehener Konzerne und Niedrigl&ouml;hne gen&auml;hrt wurde und wird?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Kritik an &ldquo;neoliberalem&rdquo; Klimaplan<\/strong><br>\nMit ihrem ehrgeizigen Klimaplan setzen die Gr&uuml;nen die Koalition unter Druck. Hatte sich Unionfraktionschef Brinkhaus noch gespr&auml;chsbereit gezeigt, gingen jetzt f&uuml;hrende Politiker von SPD und CDU zum Angriff &uuml;ber.<br>\nSPD-Fraktionschef Rolf M&uuml;tzenich hat den Gr&uuml;nen in der Klimapolitik einen neoliberalen Kurs vorgeworfen, der sich an einer finanziell privilegierten W&auml;hlerschaft orientiere. Die gro&szlig;e Mehrheit der Gr&uuml;nen wolle klimaneutrales Handeln durch einen h&ouml;heren Preis etwa f&uuml;r den Kohlendioxid-Aussto&szlig; erreichen, sagte M&uuml;tzenich dem Berliner &ldquo;Tagesspiegel&rdquo;. &ldquo;Ich spitze das mal zu: Die Gr&uuml;nen handeln neoliberal.&rdquo;<br>\nDas habe wom&ouml;glich damit zu tun, dass die Gr&uuml;nen-W&auml;hlerschaft im Durchschnitt &uuml;ber ein hohes Einkommen verf&uuml;ge. F&uuml;r die SPD nahm M&uuml;tzenich in Anspruch, sie habe auch &ldquo;diejenigen im Blick, die nicht &uuml;ber gen&uuml;gend Geld verf&uuml;gen, um ohne gro&szlig;e Einbu&szlig;en klimagerecht zu leben und zu konsumieren&rdquo;.<br>\nDie Gr&uuml;nen reagierten prompt: &ldquo;W&uuml;rde die SPD genauso viel Energie f&uuml;r #Klimaschutz verwenden, wie f&uuml;r die Beschimpfung der Konkurrenz, dann ginge es dem Klima besser&rdquo;, twitterte der Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Gr&uuml;nen Michael Kellner.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/klima-gruene-103.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die SPD entdeckt ihre Kritik am &bdquo;Neoliberalismus&ldquo;? Im konkreten Fall ist die Kritik jedoch reichlich schr&auml;g, sieht das Konzept der Gr&uuml;nen doch eine Absenkung der Stromsteuer und ein Energiegeld iHv 100 Euro pro Kopf vor, wohingegen das Konzept der Gro&szlig;en Koalition &uuml;berhaupt keine soziale Ausgleichskomponente beinhaltet.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>&bdquo;Ich glaube nicht an Strafe&ldquo;<\/strong><br>\nUdo Gr&ouml;nheit hat seit 45 Jahren eine Kanzlei am Hermannplatz, er arbeitet im Asyl- und Strafrecht &ndash; und er verteidigt nicht alles oder jeden. (&hellip;)<br>\nSie vertreten nicht nur Straft&auml;ter, sondern auch Menschen, die abgeschoben werden sollen. Warum arbeiten Sie im Asyl- und Strafrecht?<br>\nIm Ausl&auml;nder- und Asylrecht kann man als Anwalt eine eminent politische Arbeit leisten. Es geht um einschneidende Konsequenzen f&uuml;r die Betroffenen und um die Sicherung von Menschenrechten. (&hellip;)<br>\nWenn jemand staatlichem Angriff ausgesetzt ist, engagiere ich mich stark. DemonstrantInnen werden h&auml;ufig zu Unrecht beschuldigt. Die Aussagen von PolizistInnen z&auml;hlen h&auml;ufig mehr &ndash; weil angenommen wird, dass sie kein pers&ouml;nliches Interesse h&auml;tten und daher nicht l&uuml;gen w&uuml;rden. Ich habe allerdings schon h&auml;ufig l&uuml;gende Polizeibeamte erlebt. (&hellip;)<br>\nAls Anwalt braucht man nirgendwo sonst eine so hohe Frustrationstoleranz wie im Asylrecht. Das Recht ist dort entleert. Es wird fast nur noch gegen die AsylbewerberInnen entschieden. Man behandelt die Menschen wie l&auml;stige Bittsteller. Letztes Jahr lehnte ein Verwaltungsrichter eine Mandantin von mir ab: die Mutter von vier Kindern floh vor ihrem Ehemann aus der T&uuml;rkei. Der Richter begr&uuml;ndete: Es g&auml;be auch dort Sozialhilfe, man w&uuml;rde sich schon um sie k&uuml;mmern. So etwas macht mich w&uuml;tend.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Interview-mit-Rechtsanwalt-Udo-Groenheit\/!5625252\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Der bildungsferne Campus<\/strong><br>\nCaution Students. Summit ahead&ldquo;, schrieben emp&ouml;rte amerikanische Eltern in Kansas auf Plakate und meldeten ihre Kinder aus den &ouml;ffentlichen Schulen ab, nachdem dort die Facebook-Lernsoftware Summit eingef&uuml;hrt worden war. Die Kinder klagten &uuml;ber Kopfschmerzen und Handkr&auml;mpfe und fragten nach Kopfh&ouml;rern, um Ruhe vor anderen Kindern zu haben, die Videos schauten. Denn bei Summit sitzt jedes Kind allein vor seinem Laptop, ruft Lernstoff online ab, schaut Filme und Animationen an und beantwortet Quizfragen. Gemeinsamer Unterrichtet ist abgeschafft.<br>\nPropagiert wird diese Form des sozial isolierten Lernens als personalisiertes und adaptives Lernen. Mit adaptiv bezeichnet man dabei nicht Lernprozesse, sondern Software, die das Nutzerverhalten auswertet, darin charakteristische Muster erkennt und daraus berechnet, was der Lernende als N&auml;chstes tun soll. Lernstoff und Ziel sind vorgegeben, die Lernwege werden mit Hilfe einer kleinteiligen Lernstandsmessung angepasst. Erfolgreich sind solche Projekte vor allem f&uuml;r Anbieter, die so auf Sch&uuml;lerdaten zugreifen und immer exaktere Lern- und Pers&ouml;nlichkeitsprofile auf Basis immer gr&ouml;&szlig;erer Datenmengen generieren k&ouml;nnen.<br>\nDas amerikanische Unternehmen Pearson, nach eigenem Verst&auml;ndnis &bdquo;The World&rsquo;s Learning Company&ldquo;, ist ein Beispiel f&uuml;r solche kommerziellen, digitalisierten Bildungsangebote auf Basis von Nutzerdaten. Das Unternehmen, das auch auf dem deutschen Bildungsmarkt expandiert, investierte zwischen 2011 und 2017 rund 33 Millionen Dollar in die adaptive Software Knewton, ein Lernwerkzeug, das laut Gr&uuml;nder und fr&uuml;herem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, Jose Ferreira, noch mehr Daten &uuml;ber Nutzer sammelt als Google. Heute entwickelt Pearson diese Analyse-Werkzeuge selbst weiter. (&hellip;)<br>\nDarum geht es schlie&szlig;lich, wenn eine digitale Infrastruktur mit permanentem R&uuml;ckkanal installiert wird: um Daten f&uuml;r die automatisiere Auswertung von Nutzerverhalten mit dem Ziel der Verhaltenssteuerung der Nutzer per Web und App. Die Begriffe daf&uuml;r sind affective computing, also Gef&uuml;hlsvermessung, und persuasive Technologien, mit deren Hilfe Einstellungen und Verhalten von Personen auch unbemerkt ver&auml;ndert werden k&ouml;nnen. In Verbindung mit der Logik und dem strategischen Handeln der Daten&ouml;konomie haben sich daraus IT-Monopole und weltweite Netzstrukturen zu einem &Uuml;berwachungskapitalismus entwickelt.<br>\nNeben dem Gesundheitswesen sind Bildungsinstitutionen im Visier der Datensammler. Zwar kann nicht das Lernen selbst digitalisiert werden, denn kein Mensch lernt digital. Automatisiert werden kann aber das Beschulen und kleinteilige Pr&uuml;fen. F&uuml;r Schulen ist es ein Paradigmenwechsel: weg von der P&auml;dagogik, hin zur datengest&uuml;tzten Schulentwicklung.<br>\nDas Auswerten personenbezogener Daten ist das eine, der Aufbau und Unterhalt der IT-Infrastruktur f&uuml;r Schulen und Hochschulen das andere &uuml;beraus attraktive Gesch&auml;ftsfeld. Der 2016 von der damaligen Bildungsministerin Johanna Wanka lancierte Digitalpakt Schule ist seit Mai 2019 in Kraft. Rund vierzigtausend Schulen d&uuml;rfen jetzt Antr&auml;ge schreiben, in denen sie darlegen m&uuml;ssen, wie sie mit Laptops und Tablets, Whiteboards und Internet arbeiten wollen. Und sie m&uuml;ssen verbindlich zusichern, diese technische Infrastruktur auf eigene Kosten zu ersetzen, wenn der Pakt in f&uuml;nf Jahren ausl&auml;uft. So sichert man sich, dank Digitalpakt Schule, schon einmal den Zugriff auf k&uuml;nftige Schuletats.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/karriere-hochschule\/hoersaal\/digitalisierung-der-bildungsferne-campus-16411188.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin D.B.:<\/strong> Immer wieder f&uuml;r (Samstags-)&Uuml;berraschungen gut, die FAZ. In seinem Gastbeitrag geht Rolf Lankau mit dem seit Mai 2019 in Kraft befindlichen Digitalpakt von Bund und L&auml;ndern ins Gericht.<\/em><\/p>\n<p><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen\/sehen Sie dazu auch &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=50213\">Die Digitalisierung ist ein Experiment an unseren Kindern.<\/a>&ldquo;, &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49485\">Der Digitalpakt wird unseren Kindern sehr schaden. Eigentlich unverantwortlich.<\/a>&rdquo; sowie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=46702\">Video mit dem 30. Pleisweiler Gespr&auml;ch. Thema: &bdquo;Verbaut die digitale Revolution unseren Kindern die Zukunft? &ndash; Erkenntnisse aus der Evolutions- und Hirnforschung&ldquo;<\/a> und &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=49529\">Der gemeinsame Nenner von etablierten Medien und Politik: Gedankenlosigkeit. Sichtbar bei der Digitalisierung in den Schulen<\/a>&ldquo;.\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>&Auml;ngste, Depressionen, Studienabbruch &ndash; Wenn Studenten psychisch krank werden<\/strong><br>\nHunderttausende Studierende in Deutschland sind psychisch krank, viele brechen deswegen ihr Studium ab. Bildungspolitiker und Beratungsstellen versuchen, diese Entwicklung zu stoppen. Aber die Herausforderungen bleiben gro&szlig;.<br>\n&bdquo;Und dann atmet man ganz tief ein, sodass der Brustkorb raus geht und auch der Bauch. Da drin h&auml;lt man die Luft ein bisschen. Das sind richtig tiefe Atemz&uuml;ge. W&auml;hrenddessen denkt man an nichts. Man kann auf den eigenen Herzschlag h&ouml;ren, der ist ja manchmal sehr laut, wenn man eine Panikattacke hat.&ldquo;<br>\nKathi ist Mitte 20. Sie leidet unter Angstst&ouml;rungen. Die Atem&uuml;bung beruhigt sie, wenn sie wieder glaubt, zu ersticken, oder das Gef&uuml;hl hat, gleich spalte sich ein Teil von ihr ab.<br>\nSie hatte schon in der Schulzeit Depressionen. Die Angstst&ouml;rungen kamen w&auml;hrend des Abiturs hinzu. Das erste Semester ihres Literaturwissenschaftsstudiums hat noch ganz gut funktioniert:<br>\n&bdquo;Ich habe mich dann einfach nur darauf fokussiert, es in die Uni zu schaffen und meinen 450-Euro-Job zu machen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/aengste-depressionen-studienabbruch-wenn-studenten.724.de.html?dram:article_id=460415\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Gl&uuml;ck ist, wenn der Pfeil den Nebenmann trifft<\/strong><br>\nUnser absurder Alltag: Essayist G&ouml;tz Eisenberg entdeckt das Mobbing als neoliberalen Breitensport.<br>\nAuf einem Spaziergang um den Schwanenteich erz&auml;hlte mir eine Freundin, dass ihr Sohn in einer n&ouml;rdlich gelegenen Provinzstadt Lehrer sei. An seiner Schule h&auml;tten neulich zw&ouml;lfj&auml;hrige Sch&uuml;ler ihre Mitsch&uuml;lerinnen mit einer Selfie-Stange unter der Toilettent&uuml;r hindurch gefilmt und die kompromittierenden Filme anschlie&szlig;end ins Netz gestellt. Als man sie zur Rede stellte, zeigten sie keinerlei Scham- und Schuldgef&uuml;hle. So etwas geh&ouml;rt offenbar inzwischen zur Normalit&auml;t.<br>\nUnl&auml;ngst begegnete ich im Wald einer Schulklasse auf Wandertag. Obsz&ouml;ne Beschimpfungen flogen durch die Luft. In dem Gef&auml;ngnis, in dem ich lange gearbeitet habe, herrschte, im Vergleich mit dieser Klasse, ein gesitteter Ton. Unl&auml;ngst stie&szlig; ich auf Jugendliche, die sich &uuml;ber die Stra&szlig;e hinweg unfl&auml;tig beschimpften: &ldquo;Bastard&rdquo;, &ldquo;Hurensohn&rdquo;, &ldquo;Spast&rdquo; &ndash; das volle Programm. Ich erinnere mich an mein Erschrecken, als ich zum ersten Mal mitbekam, dass unter Kindern und Jugendlichen &ldquo;du Opfer&rdquo; als Schimpfwort im Schwange ist. Dass so etwas m&ouml;glich ist, wirft ein schlagendes Licht auf die Perversion im Menschenbild, die in den letzten Jahren im Zeichen eines Kults des &ldquo;Winners&rdquo; um sich gegriffen hat. Dessen Credo lautet: Gl&uuml;ck ist, wenn der Pfeil den Nebenmann trifft!<br>\nEingangs seiner Autobiographie, die unter dem Titel &ldquo;Wie man wird, was man ist&rdquo; erschienen ist, schildert der amerikanische Psychotherapeut und Schriftsteller Irving D. Yalom einen Traum, den er als alter Mann tr&auml;umt. Darin ist er zehn, vielleicht elf Jahre alt und f&auml;hrt in seinem Heimatort mit dem Rad eine Stra&szlig;e hinunter. Er sieht ein M&auml;dchen namens Alice vor ihrem Haus sitzen. Sie ist ein wenig &auml;lter und h&uuml;bsch, obwohl ihr Gesicht voller roter Flecken ist. Im Vorbeifahren ruft er ihr zu: &ldquo;Hallo, Masern!&rdquo; Im Traum steht pl&ouml;tzlich ein gro&szlig;er und kr&auml;ftiger Mann vor ihm und stoppt seine Fahrt, indem er den Lenker seines Rades packt. Es ist der Vater des M&auml;dchens. Er ist sehr erbost und fragt ihn, ob er sich vorstellen k&ouml;nne, wie seine Tochter sich nach dieser Anrede f&uuml;hle. Ihm wird noch im Traum klar, dass er Alice grob beleidigt und gekr&auml;nkt hat. Er ist entsetzt, vor allem auch dar&uuml;ber, wie leicht und unbedacht ihm die Beleidigung &uuml;ber die Lippen ging. Schlie&szlig;lich kommt Alice herbeigelaufen und fragt ihn, ob er nicht reinkommen und mit ihr spielen m&ouml;chte. Er antwortet: &ldquo;Ich f&uuml;hle mich so schrecklich, ich sch&auml;me mich so. Ich kann nicht.&rdquo;<br>\nAls Junge ist Yalom tats&auml;chlich am Elternhaus von Alice vorbeigeradelt und hat ihr &ldquo;Hallo, Masern!&rdquo; zugerufen. Nun, 70 Jahrs sp&auml;ter, bricht ein verkapselter Abszess auf, und er braucht lange, um sich von diesem Traum zu erholen. Er ist aufgew&uuml;hlt und voller Schuldgef&uuml;hle. Ihm wird klar, welchen Schaden er damals leichtfertig angerichtet hat und formuliert in seiner Autobiographie eine sp&auml;te Entschuldigung: &ldquo;Verzeih mir, Alice.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.giessener-anzeiger.de\/lokales\/stadt-giessen\/nachrichten-giessen\/gluck-ist-wenn-der-pfeil-den-nebenmann-trifft_20493528\">G&ouml;tz Eisenberg in Gie&szlig;ener Anzeiger<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-55410","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55410","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=55410"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55410\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":55415,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55410\/revisions\/55415"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=55410"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=55410"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=55410"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}