{"id":55464,"date":"2019-10-09T09:35:01","date_gmt":"2019-10-09T07:35:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55464"},"modified":"2019-10-09T11:01:21","modified_gmt":"2019-10-09T09:01:21","slug":"leserbriefe-zur-wachstumsdiskussion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55464","title":{"rendered":"Leserbriefe zur Wachstumsdiskussion"},"content":{"rendered":"<p>Der Beitrag &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55332\">Es ist kontraproduktiv, Wachstum zu verteufeln &ndash; auch und gerade im Rahmen der Klimadebatte<\/a>&ldquo; rief eine au&szlig;erordentlich gro&szlig;e Reaktion der Leserschaft hervor, die nachfolgend gr&ouml;&szlig;tenteils ver&ouml;ffentlicht wird. Es wird dabei auch deutlich, dass die Debatte sich zunehmend verh&auml;rtet hat und es kaum mehr eine gemeinsame Gespr&auml;chsbasis gibt. Das zeigte sich bereits in der zugrundeliegenden Debatte zwischen Heiner Flassbeck und Ulrike Herrmann. Um die Debatte in eine konstruktivere Bahn zu lenken, werden die NachDenkSeiten k&uuml;nftig auch sprachlich nachbessern und versuchen, die Thematik auf eine sachlichere Ebene zu bringen. Zusammengestellt von <strong>Jens Berger<\/strong> und <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.  Bitte beachten Sie auch die weiterf&uuml;hrende(n) Anmerkung(en) von <strong>Jens Berger<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo NDS und Herr Berger, <\/p><p>Ihrem Artikel kann ich etwas abgewinnen, oder besser gesagt: k&ouml;nnte ich viel mehr abgewinnen, lebten wir in einem System, das &ldquo;logisch&rdquo; aufgebaut ist, international homogen ist und linear funktioniert. In einem Elfenbeinturmsystem also, wie Sie so sch&ouml;n schreiben. <\/p><p>Denn was z.B. in der Realit&auml;t geschieht, wenn gro&szlig;e Unternehmen ihren dementsprechend gro&szlig;en Anteil an M&uuml;ll und Schmutz teurer bezahlen m&uuml;ssen und &uuml;ber Steuern\/Preise in eine &ouml;kologisch und sozial sinnvollere Richtung gedr&auml;ngt werden sollen, wissen wir doch auch: Verlagerung der unnachhaltigen, unsozialen Produktion, vorzugsweise in L&auml;nder mit weniger Reglementierungen und geringeren Steuern und Lohnkosten. Warum gibt es denn in Dtl. so vergleichsweise viele Dienstleistungsbetriebe gegen&uuml;ber Produktionsbetrieben? Weil wir im Herzland leben, im &ldquo;Gehirn der Bestie&rdquo;, wie Jean Ziegler es genannt hat, und dort soll freilich der Ru&szlig; nicht an den Hausw&auml;nden, der gebeugte Arbeiter nicht im Stadtpark und der Elektroschrott nicht am Nordseestrand kleben &ndash; daf&uuml;r gibt es bessere, fernere Deponien, und dankbarere (weil &auml;rmere) Abnehmer. Die Verdr&auml;ngung allen &ldquo;Gesindels&rdquo; und aller &ldquo;Subkultur&rdquo; aus den Zentren ist im Kleinen wie im Gro&szlig;en in vollem Gange. Man schafft sich die gated communities auf h&ouml;heren und mittleren Einkommensebenen ganz von selber, im Nationenma&szlig;stab. Im Zentrum (auch geographisch) stehen die Banken mit der adretten Rasenfl&auml;che, in der Peripherie (Polen, Ungarn etc.) lebt &ndash; &uuml;berspitzt gesagt &ndash; die Spargelstech- und Gurkenfliegerbesatzung. <\/p><p>Rohstofff&ouml;rderung &ndash; und verbrauch (inklusive erschreckender Umweltzerst&ouml;rung und menschenverachtender Arbeitsweise; Beispiel Uranabbau) finden aber trotzdem statt &ndash; nur nicht mehr vor unserer Haust&uuml;r. Unsichtbar. Zu nicht mehr nachvollziehbaren Konditionen. <\/p><p>Deutschlands BIP-Zusammensetzung als Ma&szlig;stab f&uuml;r nachhaltiges Wachstum zu veranschlagen halte ich deshalb ebenfalls f&uuml;r zu kurz gedacht. Wir leben nicht mehr in einem Kreislauf, der sich innerhalb von &uuml;berschaubaren Grenzen abspielt, und das was hierzulande begr&uuml;nt wird, f&auml;llt woanders heimlich, aber kontinuierlich der Brandrodung zum Opfer. <\/p><p>Das sogenannte Wachstum wird &uuml;berdies auch von Finanzdienstleistern generiert (bitte korrigieren Sie mich, sollte ich mich irren) &ndash; der n&auml;chste Punkt, an dem Sie sich m.M.n. zu sehr auf eine &ldquo;optimistische&rdquo; Marktlogik verlassen. Diese Strukturen sind &uuml;ber eben jene Wachstumsgenerierung (und zwar im Sinne &ldquo;immer mehr vom Gleichen&rdquo; zu produzieren, zu verkaufen, zu recyceln und wiederzuverkaufen, und mit dem Rest auf Halde zu spekulieren und sogar aus dem zwangsl&auml;ufig anfallenden M&uuml;ll- und Schrottberg Gesch&auml;fte zu generieren) so absurd reich und m&auml;chtig geworden, da&szlig; sie zu viel Einflu&szlig; auf a) die Absatzm&auml;rkte und b) die Politik nehmen k&ouml;nnen. <\/p><p>Heute habe ich einen Altkleidercontainer bef&uuml;llt, der w&ouml;chentlich von einer Spedition (aus Polen &uuml;brigens) abgeholt, in einem Sortierwerk (in Polen) sortiert, und das Sortierte von dort nach Hamburg transportiert wird, um schlie&szlig;lich mit einem Schiff (wohl eines derjenigen Schiffe, die zwar einen viel gr&ouml;&szlig;eren Anteil an der Atmosph&auml;renverschmutzung haben, von denen aber nie im Zuge der Klimadebatte gesprochen wird) vorzugsweise nach Afrika verbracht zu werden, wo ein weiterer Zwischenh&auml;ndler die Ware aufkauft, um sie &ndash; ebenfalls nat&uuml;rlich mit Gewinn &ndash; an die dortige Bev&ouml;lkerung weiterzuverkaufen. Und Sie k&ouml;nnen sich gar nicht vorstellen, welche Mengen da zusammenkommen.<\/p><p>Unter der Pr&auml;misse, da&szlig; Billiglohn, Billigproduktion, Billighaltung, <\/p><p>Billigtransport, Billigsprit der Vergangenheit angeh&ouml;ren, und Wachstum in erster Linie aus regenerativen Energieformen, cleveren Produktionsverfahren und sinnvollen Dienstleistungen entsteht, kann ich Ihnen folgen. Allein, davon auszugehen, da&szlig; all dies bald Realit&auml;t wird, steht, dank der politischen Blockaden durch die Nutznie&szlig;er wahnwitziger Billigkreisl&auml;ufe, der Weltfremdheit Wachstum in seiner derzeitigen Form zun&auml;chst einmal schlicht blockieren zu m&uuml;ssen, um die verkrusteten Verh&auml;ltnisse aufzusprengen, in nichts nach.<\/p><p>Eine Ver&auml;nderung ist m.E. durch einen grunds&auml;tzlichen Stop der Wachstumsideologie besser zu bewerkstelligen als mit dem Vertrauen darauf, da&szlig; die Marktf&uuml;hrer es schon richten werden, solange ihre Melkmaschine nur weiterlaufen darf. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en <\/p><p>Johannes Bichler <\/p><p><em><strong>Replik Jens Berger:<\/strong> Sehr geehrter Herr Bichler,<\/em><\/p><p><em>sch&ouml;nen Dank f&uuml;r Ihre Zuschrift. Sie zeichnen da zahlreiche negative Entwicklungen im Wirtschaftssystem auf, die wir von den NachDenkSeiten doch ebenfalls regelm&auml;&szlig;ig kritisieren. Dass diese Ausw&uuml;chse eines globalen, im weitesten Sinne unregulierten Welthandels abgestellt werden m&uuml;ssen, steht f&uuml;r mich auch gar nicht zur Debatte. Aber bevor ich nun in die konkreten Themen einsteige, m&ouml;chte ich Ihnen eine Frage stellen: Wie stellen Sie sich denn konkret die Transformation zu einer &ldquo;Postwachstums&ouml;konomie&rdquo; vor, die diese Ausw&uuml;chse abschafft? Nicht vergessen: Wir reden hier &uuml;ber nationale, supranationale und globale Handlungsrahmen. In meinem Artikel habe ich ja erst einmal nur die wirtschaftswissenschaftlichen Aspekte angesprochen und Fragen zur politischen Umsetzbarkeit herausgelassen. <\/em><\/p><p><em>beste Gr&uuml;&szlig;e <\/em><br>\n<em>Jens Berger <\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger, <\/p><p>als langj&auml;hriger Leser und F&ouml;rderer der Nachdenkseiten und Abonnent von Makroskop der ersten Stunde habe ich nat&uuml;rlich mit Spannung die Diskussion vom 20. September 2019, veranstaltet vom Westend-Verlag, erwartet und mir bei erster Gelegenheit die Aufzeichnung angesehen. Erfreut war ich, auch Sie unter den G&auml;sten zu erblicken. Gut, dass Sie Frau Herrmann, die ich &uuml;beraus sch&auml;tze und die mir mit Ihren B&uuml;chern ma&szlig;geblich dabei geholfen hat das System Kapitalismus zu verstehen, die Frage nach dem Wachstum gestellt haben. Ich kann immer noch nicht recht glauben, dass Frau Herrmann es nicht sehen kann, dass Herr Flassbeck im Grunde genau das leistet, was sie von den &ldquo;Makronomen&rdquo; immer fordert &ndash; den &ldquo;&Uuml;bergang&rdquo; zu modellieren. Meines Erachtens ist es richtig, was Herr Flassbeck sagt: Wir haben nicht die Zeit und die Ressourcen uns auf Experimente mit bisher unbekannten Systemen einzulassen. Der skizzierte Weg birgt die M&ouml;glichkeit innerhalb des Bekannten umzusteuern. Man k&ouml;nnte einwenden, dass wir ohnehin keine Zeit mehr haben oder dass es zu lange dauert, aber dann k&ouml;nnen wir auch gleich aufgeben &ndash; &lsquo;not an option&rsquo;. Wie Sie schon in Ihrem Artikel umrei&szlig;en, k&ouml;nnte das Vorgehen ja gerade dazu f&uuml;hren, dass wir zur &ldquo;Kreislaufwirtschaft&rdquo; finden &ndash; wobei wir wohl immer bestenfalls doch 1,1 Erden verbrauchen werden. Ein paar Dinge werden sich m&ouml;glicherweise nicht ohne nicht nachwachsende Rohstoffe realisieren lassen. Aber gut, das ist Wissensstand heute und Spekulation meinerseits und m&ouml;chte es an dieser Stelle nicht weiter f&uuml;hren. Mir scheint, dass Frau Herrmann irgendwie den Glauben an die Menschheit verloren hat und im Grunde nicht ausschlie&szlig;t, dass Herr Flassbeck da schon richtig liegt &ndash; nur glaubt sie wom&ouml;glich &ndash; ich spekuliere wieder &ndash; , dass der Plan von Flassbeck aufgrund von Widerst&auml;nden der Eliten (um den Komplex der K&uuml;rze willen einmal platt zusammenzufassen) und aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht umzusetzen ist. Nur, wie Sie schon schreiben, damit steuern wir in eine Sackgasse: Frau Herrmann kann weiterhin die Forderungen nach der Modellierung der &Uuml;berg&auml;nge stellen, f&uuml;r die sie aber nie befriedigende Ergebnisse erhalten wird, wenn sie &ldquo;Entkopplung&rdquo; und Wachstum ohne Ressourcenverbrauch nicht anerkennen mag. <\/p><p>Herr Flassbeck hat m. E. in den Diskussionen immer das Problem, dass er zu emotional wird. Das schadet seiner Botschaft. Wie an den Zwischenrufen zu erkennen war, verschiebt sich bei einigen (vielen?) Leuten die Aufmerksamkeit vom Inhalt der Botschaft zu deren Pr&auml;sentation. Ich kann das nachvollziehen. Ich selbst habe ein Problem damit geduldig zu bleiben, wenn ich Sachverhalte vermitteln soll, die f&uuml;r mich auf der Hand liegen und die ich schon zigmal wortreich erkl&auml;rt habe und anscheinend noch immer nicht verstanden werden, obwohl die Logik, aus meiner Sicht, zwingend ist. Herr Flassbeck als Profi &ndash; finde ich &ndash; sollte an der Stelle ein bisschen an sich arbeiten und selbst bei offensichtlicher Borniertheit (ich meine hier ausdr&uuml;cklich nicht Frau Herrmann oder die &uuml;brigen Diskutanten) ruhig bleiben. Inhaltlich kann man ihn eigentlich nur kritisieren, wenn man nicht alle Fakten kennt und\/oder dem sog. Mainstream der Makro&ouml;konomie auf den Leim gegangen und dabei lernresistent geworden ist. Vielleicht hat auch einfach Frau Spiecker gefehlt, die ohnehin bei den &Ouml;konomen mehr geh&ouml;rt werden sollte. Leute wie sie geh&ouml;ren eigentlich in den Rat der sog. &ldquo;Wirtschaftsweisen&rdquo;. Dann w&uuml;rde die Bezeichnung wieder Sinn ergeben &ndash; sorry, das musste raus. Bei Leuten wie Feld und Schnabel oder auch, um den Kreis zu erweitern, Fuest, Weidmann und Altmeier bekomme ich &ldquo;Blutdruck&rdquo;. <\/p><p>Danke also Herr Berger f&uuml;r diesen Beitrag und ich hoffe, dass die Beteiligten der Diskussion diese hinterher ein wenig analysiert haben und bemerkten, an welchen Stellen sie schiefgelaufen ist. Ich hoffe au&szlig;erdem, dass alle Beteiligten Ihren heutigen Beitrag lesen\/gelesen haben. <\/p><p>Ich verbleibe mit unverbr&uuml;chlicher Hoffnung darauf, dass es die Menschheit doch noch schafft ihren Lebensraum zu erhalten ohne sich dabei gr&ouml;&szlig;tenteils umzubringen.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e.<br>\nChristian Sander <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Ich lese gerade, da&szlig; die Nachdenkseiten jetzt der New Flat Earth Society beigetreten sind :-(<\/p><p>Nachfolgend ein Link zur Vorlesung &ldquo;Arithmetic, Population and Energy&rdquo; von Albert Bartlett. Von diesem stammt das Zitat: &ldquo;<em>The greatest shortcoming of the human race is our inability to understand the exponential function<\/em>&rdquo;<\/p><p>F&uuml;r die Vorlesung ist kein Vorwissen erforderlich und es wird mit einfachen Rechnungen gezeigt, was wir eigentlich alle seit der Schule wissen: ewiges Wachstum kann nicht funktionieren. <\/p><p>Volker Pispers w&uuml;rde noch hinzuf&uuml;gen: &ldquo;Fragen Sie Reiner Callmund&rdquo;.<\/p><p><a href=\"https:\/\/invidious.snopyta.org\/watch?v=sI1C9DyIi_8&amp;hl=en-US&amp;local=true&amp;autoplay=1&amp;subtitles=%2C%2C\">invidious.snopyta.org\/watch?v=sI1C9DyIi_8&amp;hl=en-US&amp;local=true&amp;autoplay=1&amp;subtitles=%2C%2C<\/a><\/p><p>Hier noch der Artikel mit der Begr&uuml;ndung zur New Flat Earth Society:<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.albartlett.org\/articles\/art1998jan.html\">albartlett.org\/articles\/art1998jan.html<\/a><\/p><p>viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nDominik Rester<\/p><p><em><strong>Replik Jens Berger:<\/strong> Lieber Herr Rester,<\/em><\/p><p><em>dann machen wir doch mal ein Gedankenspiel. Was w&uuml;rde mit der exponentiellen Funktion passieren, wenn die Eurozone morgen eine W&auml;hrungsreform umsetzt, bei der 1.000 alte Euro in einen neuen Euro umgetauscht werden? Sie d&uuml;rfen nicht vergessen: Wirtschaftswachstum ist eine rein monet&auml;re Gr&ouml;&szlig;e!&nbsp;<\/em><\/p><p><em>beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><p><strong>Replik Dominik Rester:<\/strong> Hallo Herr Berger,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihre Antwort auf meine ketzerische email.<\/p><p>Eine W&auml;hrungsreform, egal mit welchem Faktor, w&uuml;rde nichts am <em>Wachstum<\/em> &auml;ndern, ebensowenig an der Endlichkeit des Planeten und seiner Ressourcen.<\/p><p>In denen, von Ihnen im Artikel genannten Berufe aus dem Bildungs-, bzw. Pflegesektor, wird zwar direkt keine Kohle gef&ouml;rdert oder verbrannt, allerdings ist es ja nicht so, da&szlig; nur Mitarbeiter von Autokonzernen sich eigene Autos kaufen und damit fahren. Somit wird also doch indirekt der Absatz der Automobilbranche steigen und der Trend geht hier unsinnigerweise zum SUV. <\/p><p>Ebenso wird mehr Energie ben&ouml;tigt werden und selbst Nahrungsmittel stammen heute zum Gro&szlig;teil aus hoch automatisierten landwirtschaftlichen Betrieben. F&uuml;r jede Kalorie, welche verspeist wird, wird vorher ein Mehrfaches an fossiler Energie aufgewandt. Im Grunde trinken wir also das &Ouml;l. <\/p><p>Vermutlich ist Ihnen das alles klar und wir befinden uns gerade in der verschrobenen Theoriedebatte, die ihr Artikel ja eigentlich kritisiert&hellip; :)<\/p><p>Man k&ouml;nnte auch sagen: <em>das Wachstum<\/em> gibt es nicht.<\/p><p>Es erinnert mich selbst jetzt daran, da&szlig; mal scheinbar vern&uuml;nftige Leute (fefe) kritisiert wurden, weil sie pro bedingungsloses Grundeinkommen waren, weil ihnen vermutlich die Hintergr&uuml;nde nicht komplett klar waren, bzw. von wem diese Forderung lanciert wurde.<\/p><p>Einigen wir uns darauf, was Flassbeck gesagt hat: in unserer Wirtschaftsform wird alles &uuml;ber den Preis geregelt und &Ouml;l\/Energie ist einfach zu billig.<\/p><p>Dann mu&szlig; nur noch jemand rausfinden, wie wir von den fossilen Brennstoffen wegkommen, bevor sich das Problem von selbst l&ouml;st (Flasche leer).<\/p><p>viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nDominik Rester<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger und Redaktion der Nachdenkseiten,<\/p><p>ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, der ernsthaft etwas gegen Wachstum von Kreativit&auml;t hat. Ich kann mir allerdings sehr wohl vorstellen, dass es f&uuml;r das &Uuml;berleben des Planeten unumg&auml;nglich ist, weiteres Wachstum der industriellen Produktion zu verhindern, und zwar weltweit. Insbesondere der milit&auml;risch- industrielle Komplex ist der Klimakiller Nummer eins weltweit. Vor ein paar Monaten hat Airbus bekanntgegeben, dass man die Produktion des A380 beendet. So ganz nebenbei hat man in der Tagesschau erfahren, dass 40 Prozent dieses Flugzeugtyps ans Milit&auml;r weltweit verkauft wurden. <\/p><p>Alleine das US-Milit&auml;r gilt als weltgr&ouml;&szlig;ter Endverbraucher fossiler Brennstoffe. Sein t&auml;glicher CO&sup2; Aussto&szlig; betr&auml;gt 25 Millionen Tonnen. Hinzu kommen die entsprechenden Mengen bei der Produktion der milit&auml;rischen Flugzeuge, Schiffe, Fahrzeuge etc., welche vor allem in den hochindustrialisierten L&auml;ndern wie auch der BRD stattfindet. Die von diesem Komplex provozierten Kriege und deren desastr&ouml;se Folgen nenne ich erst recht. Und hier m&uuml;ssen wir die gedankliche Br&uuml;cke schlagen zu dem am 28.9. auf den Nachdenkseiten erschienenen Artikel, welcher die Notwendigkeit ausf&uuml;hrte, die herrschenden Eliten zu st&uuml;rzen, um den Planeten zu retten. Eine v&ouml;llig richtige Analyse, welche allerdings eine Reihe von Fragen aufwirft. <\/p><ol type=\"a\">\n<li>Ist es uns klar, dass diejenigen, welche mit ihren auf fossilen Brennstoffen basierenden Gesch&auml;ftsmodellen Politik und Wirtschaft beherrschen, sich ihre Macht nicht einfach mit gutem Zureden aus der Hand nehmen lassen wollen? <\/li>\n<li>Ist es uns klar, dass die klimapolitisch und humanit&auml;r unumg&auml;ngliche Abschafffung des genannten milit&auml;risch- industriellen Komplexes zugleich das Ende von zig Millionen Arbeitspl&auml;tzen in den genannten hochindustrialisierten Staaten einschlie&szlig;lich der BRD bedeutet? <\/li>\n<li>Ist es uns klar, dass diese Schritte zu gehen gleichbedeutend sein muss mit einer kompletten Umgestaltung des Verteilungsprozesses der Wirtschaft? Wenn das nicht gelingt, entsteht ein Millionenheer an arbeitslosen Armen in den hochindustrialisierten Staaten. <\/li>\n<\/ol><p>Wir sind an dem Punkt angekommen, wo das kapitalistische System an seine Grenzen st&ouml;&szlig;t und bei Strafe des Untergangs der Menschheit einem neuen System Platz machen muss, welches nach anderen Maximen als denen der Profitmaximierung organisiert sein muss. <\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en und Dank f&uuml;r die Arbeit der Nachdenkseiten<br>\nFred Schumacher<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<\/p><p>ich lese die NDS regelm&auml;&szlig;ig mit gro&szlig;em Interesse und kann Ihren Aussagen h&auml;ufig zustimmen.<\/p><p>Zu Ihrem Text zum Wirtschaftswachstum habe ich allerdings einige Kritikpunkte anzubringen.<\/p><p>Sie schreiben &bdquo;<em>Je fortschrittlicher eine Volkswirtschaft ist, desto geringer ist in der Regel auch der Rohstoff- oder Ressourceneinsatz, der indirekt mit dem Wirtschaftswachstum einhergeht<\/em>&ldquo;. Das ist sicher richtig, wenn man ein Land isoliert betrachtet. So hat sich etwa in Deutschland in den letzten Jahrzehnten das Wirtschaftswachstum (in Euro) abgekoppelt vom Ressourcenverbrauch. Aus einem globalen Blickwinkel sieht es jedoch schon etwas anders aus. Ein sehr gro&szlig;er Teil der in Deutschland konsumierten Produkte stammt aus dem Ausland, und auch die hier produzierten Waren haben einen eher zunehmenden Anteil an importierten Zwischenprodukten. Eine vollst&auml;ndige Analyse des Rohstoff- oder Ressourceneinsatzes muss auch dies ber&uuml;cksichtigen und wird zu anderen Ergebnissen kommen. Das gleiche kann man auf der Entsorgungsseite beobachten (Stichpunkt: M&uuml;llexporte).<\/p><p>Weiterhin darf man nicht den &bdquo;Rebound-Effekt&ldquo; vergessen, der besagt, dass oft Effizienzsteigerungen zu <em>zus&auml;tzlichem<\/em> Konsum f&uuml;hren. Und das sowohl im Fertigungsprozess als auch beim Endprodukt. Wenn etwa ein Hausger&auml;t effizienter produziert wird, wird es billiger, sodass dann mehr davon gekauft werden k&ouml;nnen. Und wenn beispielweise das Fertigprodukt wenig Strom verbraucht, bleibt es eben st&auml;ndig im Standby-Mode. Im Endeffekt werden dadurch h&auml;ufig Einsparpotenziale verschenkt.<\/p><p>Mir Recht weisen Sie darauf hin, dass es Bereiche gibt, bei denen eine Steigerung durchaus w&uuml;nschenswert sind, etwa im Care-Bereich, bei den Pflegeberufen. Aber wieso muss es st&auml;ndig andauerndes Wachstum geben? Bei einer gleichbleibenden Wachstumsrate hei&szlig;t das exponentielles Wachstum! Sollte nicht eigentlich irgendwann ein S&auml;ttigungszustand &ndash; wie in der Natur generell &ndash; erreicht sein (in der Pflege ist er freilich weit entfernt)? <\/p><p>Man darf nicht den Fehler machen, den jetzigen Zustand und die heutigen Denkrichtungen absolut zu sehen. Die heute vorherrschenden Denkschulen sind vielleicht 150 oder 250 Jahre alt. &Uuml;ber viele Jahrtausende gab es kein oder nur minimales Wachstum.<\/p><p>Der Wachstumsgedanke kam erst mit dem Aufstieg des Wirtschaftsliberalismus und unseres &ouml;konomischen Systems. Der Kapitalismus ist zum Wachstum verdammt, wegen des ihm innewohnenden Konkurrenzprinzips sind Unternehmen, die im Wettbewerb stehen &ndash; wollen sie nicht verdr&auml;ngt werden &ndash; gezwungen, ihre Produktivit&auml;t zu steigern, letztlich den Gewinn pro Kapitaleinsatz zu erh&ouml;hen. Das geht durch Lohnsenkung (auch Verlagerung der Produktion in Billiglohnl&auml;nder), Entlassungen oder eben Expansion. All dies sehen wir heute.<\/p><p>Naturgegeben ist das nicht.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nWolfgang Woznik<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>wie Sie wissen, sch&auml;tze ich ihre Arbeit und Analysen au&szlig;erordentlich. Diesmal muss ich ihnen aber vehement widersprechen: Bzgl. der Unvereinbarkeit von Wachstum und Nachhaltigkeit machen Sie den Denkfehler, nicht die Postwachstums&ouml;konomen!<br>\nDabei m&ouml;chte ich auf die prinzipielle Problematik der bei uns nach wie vor &uuml;blichen rein quantitativen Erfassung des Wachstums anhand des BIP gar nicht n&auml;her eingehen. Diese f&uuml;hrt ja bekanntlich dazu, dass z.B.  Umweltkatastrophen oder mehr und schwerere Kranke zu einem &bdquo;Wachstum&ldquo; f&uuml;hren, weil eben die negativen Effekte nicht gegengerechnet werden: der zerst&ouml;rte Wald nach einem Jahrhundertsturm taucht in der VGR nirgends auf, die Aufr&auml;umarbeiten im Wald, das Lagern des Holzes und der unter Preis n&ouml;tige Notverkauf erh&ouml;hen dagegen das BIP.<\/p><p>Richtig falsch ist aber ihre Annahme, ein Wachstum im terti&auml;ren Sektor k&ouml;nnte jemals ressourcenneutral ausfallen: was f&uuml;r &bdquo;Bildungstr&auml;ger&ldquo; sollen das sein, die zus&auml;tzlich entstehen, aber ohne zus&auml;tzliche Computer, B&uuml;cher, Unterrichtsmaterialien, Geb&auml;ude, Schulb&auml;nke auskommen? Welcher Gastronom kann mehr G&auml;ste bewirten ohne zus&auml;tzliche T&ouml;pfe, Kochuniformen, Gl&auml;ser, Zutaten? Und welcher Medienkonzern kann zus&auml;tzliche Produkte (egal ob analog oder digital) ohne zus&auml;tzliche auger&uuml;stete Arbeitspl&auml;tze, Stromverbrauch etc. anbieten?<\/p><p>Ja, der Ressourcenverbrauch mag im Dienstleistungssektor nicht linear mit dem Wachstum steigen. Ein Wachstum g&auml;nzlich ohne zus&auml;tzliche Ressourcen ist aber nicht vorstellbar. Und damit gelangen sie letztlich immer wieder an die physikalischen Grenzen der beschr&auml;nkten Erde &ndash; wenn auch vielleicht etwas langsamer.<\/p><p>Geradezu gef&auml;hrlich ist in diesem Zusammenhang die immer wieder implizit gemachte Unterstellung, ein Wachstum im sog. &bdquo;Digitalbereich&ldquo; k&ouml;nnte ressourcenneutral ausfallen: selbst wenn es eines fernen Tages gelingen sollte, die ben&ouml;tigte Hardware in einem Cradle-to-cradle-Verfahren immer wieder zu verwenden (wie daraus dann unbegrenzt mehr Computer werden sollen ist allerdings selbst dann noch fraglich!),<br>\nwerden wir den zus&auml;tzlich ben&ouml;tigten Strom irgendwoher holen m&uuml;ssen. Und ganz egal, auf welche &bdquo;klimaneutrale&ldquo; Art wir das dann anstellen werden, ressourcenneutral wird das nie gelingen. Schlie&szlig;lich m&uuml;ssen auch Wind-, Wasser- und Solaranlagen aus irgendetwas hergestellt werden, genauso die unvermeidlichen Speicherinfrastrukturen. Glauben Sie wirklich, die dann vielleicht neun Milliarden Menschen k&ouml;nnten alle &uuml;ber recycelte Smartphones, die mit &Ouml;kostrom gespeist werden, auf klimaneutralen Servern die ganzen neuen Medienprodukte konsumieren? Und das alles nachhaltig, obwohl jetzt bereits die Materialien daf&uuml;r knapp werden?<\/p><p>Auch ihr Beispiel Altpapier kann leider nicht &uuml;berzeugen: auch hier vergessen sie, dass Recycling nicht im luftleeren Raum stattfinden kann. Wieviel an (wohl gemerkt endlichen!) Ressourcen w&auml;ren n&ouml;tig, um den weltweiten Papierverbrauch vollst&auml;ndig auf Altpapier umzustellen? Wieviele industrielle Anlagen m&uuml;ssten neu errichtet werden, um diese ungeheure Leistung zu erbringen? Und wenn hier weiter Wachstum stattfinden soll, m&uuml;ssten dann ja irgendwann aus einer Tonne  Altpapier, zwei Tonnen neue Papierprodukte entstehen. Irgendwie schwer vorstellbar, oder?<\/p><p>Eine L&ouml;sung &uuml;ber die Preise widerspricht dann aber sogar ihrer eigenen marktwirtschaftlichen Logik: in welcher Wirtschaftstheorie f&uuml;hren h&ouml;here Rohstoff- und damit h&ouml;here Produktpreise zu Wachstum? Selbst wenn man ganz klassisch argumentiert, m&uuml;ssen h&ouml;here Rohstoffpreise zu h&ouml;heren Endproduktpreisen und damit ceteris paribus zu sinkender Nachfrage f&uuml;hren. Hier k&ouml;nnten Sie also h&ouml;chstens qualitativ argumentieren, in dem Sinn, dass 1 &euro; Umsatz mit recycelten Rohstoffen besser ist, als 1 &euro; Umsatz aus neuen. Wie das allerdings bei den Leuten ankommt, wenn selbst einfache Handys, Radios oder Fernseher k&uuml;nftig nur noch vom obersten Einkommendrittel erworben werden k&ouml;nnen, stelle ich mal in Frage.<\/p><p>Recht gebe ich ihnen, bzgl. der Auswirkungen des globalisierten Handels. Allerdings ist genau dieser ja die einzige Triebfeder des sog. Wachstums. Ein Zur&uuml;ck zu regionalen Kreisl&auml;ufen und wertigeren Produkten, w&uuml;rde aber genau nicht zu Wachstum f&uuml;hren. Die Menschen w&uuml;rden dann n&auml;mlich ihr 100&euro;-T-Shirt vom Schneider am Ende der Stra&szlig;e aus heimischem Leinen eben nicht nach einmaligem Tragen entsorgen, sondern sie w&uuml;rden es vermutlich sogar 50 Mal tragen. Ab dem 51. Mal w&auml;ren sie dann in der Degrowth-Wirtschaft angekommen. (Immer gemessen am 2&euro; Fast-Fashion-Shirt).<\/p><p>Schlie&szlig;lich zum Schluss: was genau glauben Sie werden &ldquo;die Unternehmen und B&uuml;rger, die damit Geld verdienen&ldquo; mit diesem zus&auml;tzlichen (weil ja wachsenden) Geld machen? Zu Hause in die Schublade legen? Oder etwa doch zumindest einen Teil davon konsumieren? Ist das nicht letztlich der Zweck allen Wachstums? Mehr Konsum zu erm&ouml;glichen? Wem auch immer? Warum sollte sonst jemand Interesse an Wachtum haben?<br>\nUnd wenn Wachstum also zwangsl&auml;ufig zu mehr Konsum f&uuml;hrt, schlie&szlig;t sich der Kreis und wir sto&szlig;en erneut an die Decke der physikalisch nun mal leider begrenzten Erde.<\/p><p>Ich verstehe ihre Motivlage sehr gut: genau wie ich finden sie den heutigen Zustand des Mangels f&uuml;r Viele und des Luxus&rsquo; f&uuml;r Wenige unertr&auml;glich. Nachhaltig k&ouml;nnen sie das aber nur mit konsequenter Umverteilung &auml;ndern. Der Gesamtverbrauch muss nachhaltig werden, was f&uuml;r einige zwangsl&auml;ufig Verzicht bedeuten wird. Insbesondere wenn man den Blick global &ouml;ffnet, den Eurozentrismus hinter sich l&auml;sst und erkennt, dass es schlicht egal ist, ob der Planet in Europa, Afrika oder Asien ruiniert wird. Letztlich sitzen wir alle im selben kleinen Boot.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en aus Taufkirchen<\/p><p>Martin Sutor<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Leserbrief zum Artikel von J. Berger: Es ist kontraproduktiv, Wachstum zu verteufeln &ndash; auch und gerade im Rahmen der Klimadebatte<\/p><p>Ich m&ouml;chte Herrn Berger in fast allen Punkten widersprechen. Hier drei Argumente:<\/p><p>J. B.: &bdquo;Aktuell tr&auml;gt der Dienstleistungsbereich hierzulande mit 68,2% zum <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/36846\/umfrage\/anteil-der-wirtschaftsbereiche-am-bruttoinlandsprodukt\/\">Bruttoinlandsprodukt bei<\/a>. Das Produzierende Gewerbe macht nur noch rund ein Viertel (25,8%) der Bruttowertsch&ouml;pfung aus. Das hei&szlig;t im Umkehrschluss, dass in der deutschen Volkswirtschaft drei Viertel der f&uuml;r das Wirtschaftswachstum relevanten Aktivit&auml;ten ohnehin nicht direkt mit einem Ressourcenverbrauch oder -gebrauch in Verbindung stehen.&ldquo;<\/p><p>Nun, das sind ja wunderbare Aussichten. Man stelle sich eine Gesellschaft vor, die nur aus dienstleistenden Fris&ouml;ren besteht, die keine Schere, keinen Spiegel, keinen Stuhl, kein Waschbecken und kein Dach &uuml;ber dem Kopf brauchen, um ihre Dienstleitung anzubieten. Wenn wir soweit sind, dann allerdings k&ouml;nnte man mit Herrn Berger sagen, dass &bdquo;Kreativit&auml;t und Innovation&ldquo; die &bdquo;wichtigsten Ressourcen f&uuml;r ein Wirtschaftswachstum&ldquo; sind. Vorl&auml;ufig sind wir aber noch nicht soweit. Dass Herr Berger mit den stofflichen und wertm&auml;ssigen Wachstumsbegriffen dermassen beliebig umgeht ist &auml;rgerlich. Vor der Hand leben wir noch in einer kapitalistischen Gesellschaft, mag sich das auch dem Ende zuneigen. In einer solchen Gesellschaft ist die Devise aus Geld mehr Geld zu machen Trumpf. Und diese Devise der Wertvermehrung beruht auf einer zunehmenden Produktion von stofflichen Gebrauchswerten also einer steigenden Warenproduktion. Dazu braucht man Rohstoffe. Da beisst die Maus keinen Faden ab. D. h. die zwei Seiten der kapitalistischen Produktion sind unmittelbar und vorl&auml;ufig untrennbar miteinander verbunden.<\/p><p>J. B.: &bdquo;Ein wenig komplexer stellt sich der Zusammenhang im Produktionssektor dar. Aber auch hier gibt es nat&uuml;rlich keinen direkten Zusammenhang zwischen der Wertsch&ouml;pfung und dem Verbrauch von Ressourcen. Ob man beispielsweise eine Tonne Papier nun aus Holz oder im Recyclingverfahren aus Altpapier herstellt, spielt f&uuml;r die Bemessung der Wertsch&ouml;pfung erst einmal keine Rolle.&ldquo;<\/p><p>F&uuml;r die &bdquo;Wertsch&ouml;pfung&ldquo; (was auch immer das jetzt bedeuten mag) des Papierherstellers spielt es wahrlich keine Rolle, ob sein Rohstoff aus dem Wald oder der M&uuml;lltonne kommt. Aber es werden nat&uuml;rlich Rohstoffe verbraucht. So oder so. Die Auswahl des Herstellungsverfahrens spielt f&uuml;r den Papierhersteller dann eine Rolle, wenn er merkt, dass der Stamm aus dem Wald f&uuml;r seine Produktion die geringeren Kosten verursacht. Dann wird er sich in der &bdquo;freien Marktwirtschaft&ldquo; entsprechend entscheiden. Und dass Ressourcenverbrauch n&ouml;tig ist bei der Papierherstellung ist evident. Auch das Recyclingverfahren oder die sog. Kreislaufwirtschaft entkommt dieser Realit&auml;t nicht. Zwar ist das zu verarbeitende Material kein neuer Rohstoff. Aber das ver&auml;nderte Produktionsverfahren braucht zus&auml;tzliche Transportkapazit&auml;t, neue Technologie, neue Maschinen,&nbsp; Ger&auml;te und Aggregate. Ich kann hier nicht beurteilen ob die eine oder andere Methode f&uuml;r den Hersteller kosteng&uuml;nstiger ist. Er entscheidet sich aber mit Sicherheit nicht f&uuml;r das unprofitablere Verfahren oder das Verfahren, welches den geringeren Ressourcenverbrauch hat. Das sind nicht seine Ma&szlig;st&auml;be. <\/p><p>J. B.: &bdquo;Man muss &bdquo;nur&ldquo; an den richtigen Stellschrauben drehen, dass diese Alternativen f&uuml;r die B&uuml;rger und die Unternehmen, die damit Geld verdienen wollen, &ouml;konomisch attraktiv werden.&ldquo;<\/p><p>Eines muss man Herrn Berger lassen: Er hat Sinn f&uuml;r den gro&szlig;en Pinselstrich. Mit einem Satz erledigt er die zentralen Widerspr&uuml;che kapitalistischer Produktion. Betrieblich und volkswirtschaftlich.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en Peter Rapke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes NDS-Team,<\/p><p>wenn das in Geldwert gemessene &bdquo;Wachstum&ldquo; und das entsprechende Mehrprodukt der Menschheit allgemein n&uuml;tzen w&uuml;rde (Krankenpfleger, Lehrer, Forschung zum Gemeinwohl&hellip; ((wie weltfremd)) )&hellip;. o.k.<\/p><p>Systembedingt vergr&ouml;&szlig;ert es es aber reel die Unterschiede einer kleinen, inzwischen geistig und moralisch sehr kranken Inzuchtelite zur gro&szlig;en &bdquo;restlichen&ldquo; Menschheit. Dies betrifft nicht nur das Thema &Ouml;kologie.<\/p><p>Also so wird das nichts. Schade um diese pseudointellektuelle Diskussion, wo man der Systemfrage die dringend notwendige Priorit&auml;t verweigert !<\/p><p>Ihr Leser I.Drechsel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS-Redaktion,<\/p><p>wenn man den Sturzb&auml;chen von Ressourcen, die z. Zt. in die G&uuml;terproduktion flie&szlig;en in Kreisl&auml;ufe zwingt, die zus&auml;tzliche Transporte, neue Ressourcen und noch mehr Energieeinsatz erfordern, verbessern wir keineswegs Umwelt und Klima. (Glaubt man wirklich, Pfandautomaten, die Einwegflaschen zur&uuml;cknehmen w&auml;ren eine gro&szlig;artige Innovation?) Bei jeder Kreislauff&uuml;hrung geht mehr oder weniger Masse verloren. Kein technischer Recyclingprozess gewinnt 100% zur&uuml;ck. Die Kreislaufwirtschaft mag eine gewisse Entlastung f&uuml;r die Umwelt darstellen, nach Aufbruch in die Zukunft sieht das jedenfalls nicht aus. Wenn wir &ldquo;zukunftsf&auml;hig&rdquo; wirtschaften wollen, muss der Durchfluss der Ressourcen langsamer verlaufen, die Wirtschaft muss am Beginn des Wirtschaftskreislaufes dematerialisiert werden, also weniger Rohstoffe, weniger Wasser, weniger Energie verbrauchen und die Produkte m&uuml;ssen langlebiger werden. (Aus weniger mehr machen, ist ja auch schon eine Form von Wachstum). Erst die Produktion von G&uuml;tern bringt den Wohlstand, Dienstleistungen nehmen erst in einer &ldquo;&Uuml;berflussgesellschaft&rdquo; zu. Dienstleistungen f&ouml;rdern das Wachstum, nicht aber unbedingt den Wohlstand. Bis auf Ausnahmen, werden die Menschen in den Dienstleistungsbranchen zumeist mager bezahlt. Allerdings funktioniert eine kapitalistische Marktwirtschaft ohne Wachstum nicht &ndash; und eine andere Wirtschaftsform k&ouml;nnen wir uns eigentlich gar nicht mehr vorstellen.<\/p><p>VG Michael Wrazidlo<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nmit Interesse habe ich Ihren Artikel zum Thema &bdquo;Wachstum und Ressourcenverbrauch&ldquo; gelesen. Vor einiger Zeit habe ich mich etwas intensiver mit dieser Thematik befasst und bin zu der &Uuml;berzeugung gelangt, dass der Versuch, &ouml;konomisches Wachstum und Ressourcenverbrauch zu entkoppeln, zum Scheitern verurteilt sein muss.<\/p><p>Daher finden sich meiner Meinung nach in Ihrem Text einige Denkfehler, die Sie ja gerade denjenigen nachsagen, welche meine oben genannte Position vertreten.<\/p><p>Problem 1: Sie nennen die Zunahme von Lehrern und Dozenten und eine Verbesserung des Personalschl&uuml;ssels in der Pflege als m&ouml;gliche Quellen f&uuml;r Wachstum. Diese k&ouml;nnen allerdings nur dann aus sich selbst heraus &ouml;konomisch wirksam sein, wenn sie privatisiert sind, was aber wiederum gro&szlig;e soziale Probleme aufwerfen d&uuml;rfte und in meinen Augen keinesfalls w&uuml;nschenswert w&auml;re. Werden sie als staatliche Leistung zur Verf&uuml;gung gestellt, muss das Wachstum gewisserma&szlig;en erst mal an anderer Stelle generiert werden, um die notwendigen finanziellen Mittel zu erzeugen. Nun k&ouml;nnte man zwar einwenden, dass die ganzen Lehrer und Pfleger ja &uuml;ber den Konsum von Dienstleistungen, von denen dann ein Teil als Steuern an den Staat flie&szlig;t, die finanziellen Mittel zu ihrer Besch&auml;ftigung selbst erzeugen, gem&auml;&szlig; dem Sayschen Theorem, dass jedes Angebot sich seine eigene Nachfrage schafft. Damit kommt man aber zu <\/p><p>Problem 2: Viele der Dienstleistungen verbrauchen zwar im Vergleich zur Herstellung von Produkten deutlich weniger Energie und Ressourcen, sind aber mitnichten davon entkoppelt. Wenn man sich einmal damit besch&auml;ftigt, wieviel Energie mittlerweile allein der Datenverkehr verbraucht, kann man das gut sehen. Auch die von Ihnen angesprochenen technischen Innovationen l&ouml;sen dieses Problem in meinen Augen nicht, so lange der Zwang zu wirtschaftlichem Wachstum da ist. Vergleichen Sie doch mal ein beliebiges technisches Ger&auml;t von vor 25 Jahren mit einem heutigen Exemplar. Der Srtromverbrauch des einzelnen Ger&auml;ts hat sich zwar deutlich verringert, der Gesamtstromverbrauch der privaten Haushalte hat sich jedoch in den letzten 25 Jahren sogar erh&ouml;ht. Zu glauben, dies habe mit dem Aspekt des Wachstums nichts zu tun, halte ich f&uuml;r falsch.<\/p><p>Problem 3: Das gr&ouml;&szlig;te Problem bzw. der gr&ouml;&szlig;te Denkfehler besteht jedoch meiner Meinung nach darin, dass Sie die von Ihnen genannten Chancen einer Verlagerung in den Dienstleistungssektor oder der St&auml;rkung gr&uuml;ner Technologien sowie Kreislaufwirtschaften nur f&uuml;r Transformationsphasen betrachten. Solange diese Bereiche sich zus&auml;tzlich zur &bdquo;herk&ouml;mmlichen&ldquo; Wirtschaft entwickeln, erzeugen sie nat&uuml;rlich Wachstum. <\/p><p>Ist dieser Transformationsprozess aber sehr weit vorangeschritten, wird es mit dem Wachstum schon schwieriger. Nehmen wir einmal an, es w&uuml;rde tats&auml;chlich gelingen, wirtschaftliche Prozesse in bestimmten Bereichen irgendwann komplett auf eine Kreislaufwirtschaft umzustellen. Nat&uuml;rlich w&auml;re dies in meinen Augen w&uuml;nschenswert. Dann erzeuge ich Wachstum aber nur noch entweder dadurch, dass ich die Preise erh&ouml;he oder neue Dinge hinzuf&uuml;ge, womit ich wieder beim Grundproblem bin. &Auml;hnliches gilt f&uuml;r den Dienstleistungsbereich oder gr&uuml;ne Technologie. Mit anderen Worten: Wenn irgendwann die komplette Energiegewinnung auf erneuerbare Energien umgestellt ist, dann ist Wachstum in dem Segment nur erzeugen, indem alte Anlagen (und zwar in <strong>zunehmendem<\/strong> Ma&szlig;e) erneuert werden, was wiederum Ressourcen verbraucht oder indem man die Preise f&uuml;r Energie erh&ouml;ht.<\/p><p>Nat&uuml;rlich befindet sich Wirtschaft in einem st&auml;ndigen Transformationsprozess, sodass wahrscheinlich andere Neuerungen und Innovationen an die Stelle der alten treten oder diese erg&auml;nzen und damit Wachstum generieren, aber auch dies wird wieder nicht ohne Ressourcenverbrauch zu haben sein (das gilt selbst f&uuml;r den Dienstleistungsbereich).<\/p><p>Was mich an ihrem Artikel jedoch vor allem st&ouml;rt, ist der abf&auml;llige und in meinen Augen v&ouml;llig unangemessene Tonfall, mit dem diejenigen, welche die Wachstumsorientierung kritisch sehen, angegangen werden, was der von ihnen geforderten gesellschaftlich n&ouml;tigen Debatte &uuml;ber die Thematik meiner Ansicht nach &uuml;berhaupt nicht zutr&auml;glich ist. <\/p><p>Zudem sehe ich Ihre Argumentation als kontraproduktiv und wenig zielf&uuml;hrend (um Sie mal zu zitieren), da sie in meinen Augen suggeriert, wir m&uuml;ssten in unserer Art und Weise zu wirtschaften im Grunde genommen nur A durch B ersetzen, um die Probleme in den Griff zu bekommen, was ich, vorsichtig ausgedr&uuml;ckt, f&uuml;r naiv halte. Sie bezeichnen die Wachstumskritiker als weltfremd und theoretisch abgehoben? Dann schauen wir doch einfach mal auf die tats&auml;chlichen Entwicklungen.<\/p><p>Wir haben in Deutschland in den letzten Jahrzehnten eine enorme Zunahme des Dienstleistungssektors sowie eine deutliche Entwicklung gr&uuml;ner Technologien (die Energieeffizienz technischer Ger&auml;te habe ich ja oben bereits erw&auml;hnt). Alles Entwicklungen, die nach Ihrer Argumentation den Aspekt der Nachhaltigkeit gest&auml;rkt haben m&uuml;ssten. Ich finde zwar leider keine Angabe dar&uuml;ber, auf welchem Tag beispielsweise der deutsche Erd&uuml;berlastungstag vor 30 oder 40 Jahren lag, bin aber sehr skeptisch, dass wir heute wirklich nachhaltiger leben und wirtschaften. Und dies ist meiner Meinung nach nicht vom Streben nach &ouml;konomischem Wachstum zu trennen.<\/p><p>Um es klarzustellen: Ich halte die von Ihnen angesprochenen Entwicklungen (beispielsweise hin zu Regionalisierung und Kreislaufprozessen) f&uuml;r absolut richtig und notwendig und zumindest die Wachstumskritiker, die ich kenne, vertreten diesbez&uuml;glich eine &auml;hnliche Position. Ich glaube nur, dass bei einem Festhalten am Streben nach &ouml;konomischem Wachstum, dies alleine nicht ausreichen wird, um die &ouml;kologischen Probleme wirklich in den Griff zu bekommen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nJ G<\/p><p><em><strong>Replik Jens Berger:<\/strong> Lieber Herr G,<\/em><\/p><p><em>sch&ouml;nen Dank f&uuml;r Ihre Zuschrift. Es wird Sie sicherlich nicht wundern, wenn ich Ihnen da inhaltlich doch widersprechen muss:<\/em><\/p><p><em>-&gt; Problem 1: Sie nennen die Zunahme von Lehrern und Dozenten und eine Verbesserung des Personalschl&uuml;ssels in der Pflege als m&ouml;gliche Quellen f&uuml;r Wachstum. Diese k&ouml;nnen allerdings nur dann aus sich selbst heraus &ouml;konomisch wirksam sein, wenn sie privatisiert sind, was aber wiederum gro&szlig;e soziale Probleme aufwerfen d&uuml;rfte und in meinen Augen keinesfalls w&uuml;nschenswert w&auml;re.&nbsp;<\/em><\/p><p><em>Warum sollte das so sein? Selbstverst&auml;ndlich erzeugen auch &ouml;ffentliche Einrichtungen Wachstum. Der &ouml;ffentliche Sektor ist doch Teil des BIP.&nbsp;<\/em><\/p><p><em>-&gt;&nbsp;2: Viele der Dienstleistungen verbrauchen zwar im Vergleich zur Herstellung von Produkten deutlich weniger Energie und Ressourcen, sind aber mitnichten davon entkoppelt. Wenn man sich einmal damit besch&auml;ftigt, wieviel Energie mittlerweile allein der Datenverkehr verbraucht, kann man das gut sehen.&nbsp;<\/em><\/p><p><em>Das ist richtig, aber es gibt eben keinen direkten, linearen Zusammenhang. Das schreibe ich ja auch im Text. Wenn die Energie ausschlie&szlig;lich regenerativ gewonnen wird, sehe ich hier auch ehrlich gesagt nicht das Problem. Hier geht es ja nicht um eine physikalische Debatte. Ich bin kein Physiker, wei&szlig; aber auch, dass ein l&uuml;ckenloser Energie- oder Stoffkreislauf nicht m&ouml;glich ist. Aber wenn Postwachstums&ouml;konomen hier spitzfindig argumentieren, dass z.B. die Windr&auml;der, die regenerative Energie liefern, ja auch hergestellt werden m&uuml;ssen, kann ich nur mit dem Kopf sch&uuml;tteln. Das ist dogmatisch. Es geht doch nicht darum, kein Unze Rohstoffe mehr zu f&ouml;rdern, sondern darum die absurde Gr&ouml;&szlig;e der F&ouml;rderung und vor allem die damit verbundenen negativen Nebenwirkungen auf den Menschen, die Umwelt und das Klima zu verringern.<\/em><br>\n&nbsp;<br>\n<em>-&gt; Problem 3: Das gr&ouml;&szlig;te Problem bzw. der gr&ouml;&szlig;te Denkfehler besteht jedoch meiner Meinung nach darin, dass Sie die von Ihnen genannten Chancen einer Verlagerung in den Dienstleistungssektor oder der St&auml;rkung gr&uuml;ner Technologien sowie Kreislaufwirtschaften nur f&uuml;r Transformationsphasen betrachten. Solange diese Bereiche sich zus&auml;tzlich zur &bdquo;herk&ouml;mmlichen&ldquo; Wirtschaft entwickeln, erzeugen sie nat&uuml;rlich Wachstum.<\/em><\/p><p><em>Sie d&uuml;rfen &ldquo;die Wirtschaft&rdquo; nicht als starres System betrachten. Wirtschaft ist immer dynamisch und seit der Mensch wirtschaftet gibt es einen fortw&auml;hrenden Strukturwandel. Die Frage ist: Wie steuern\/beeinflussen wir den ohnehin stattfindenden Strukturwandel? Und dazu liefert mir die &ldquo;Postwachstums&ouml;konomie&rdquo; keine Antworten.&nbsp;<\/em><\/p><p><em>-&gt; Zudem sehe ich Ihre Argumentation als kontraproduktiv und wenig zielf&uuml;hrend (um Sie mal zu zitieren), da sie in meinen Augen suggeriert, wir m&uuml;ssten in unserer Art und Weise zu wirtschaften im Grunde genommen nur A durch B ersetzen, um die Probleme in den Griff zu bekommen, was ich, vorsichtig ausgedr&uuml;ckt, f&uuml;r naiv halte. Sie bezeichnen die Wachstumskritiker als weltfremd und theoretisch abgehoben? Dann schauen wir doch einfach mal auf die tats&auml;chlichen Entwicklungen.<\/em><\/p><p><em>Aber was ist denn bitte an der &ldquo;Postwachstums&ouml;konomie&rdquo; produktiv? &Ouml;konomen wird ja immer wieder vorgeworfen, ihre Modelle &ldquo;ceteris paribus&rdquo; &ndash; also isoliert und unter Ausschluss dynamischer Entwicklungen abseits des konkreten Modells &ndash; zu gestalten. Die &ldquo;Postwachstums&ouml;konomie&rdquo; treibt dieses Prinzip auf die Spitze. Vielleicht bin ich ja auch zu &ldquo;phantasielos&rdquo;, aber mir fehlt hier jeder konkrete Ansatz, wie man eine solche Vision &ndash; unabh&auml;ngig davon, dass ich sie &ouml;konomisch f&uuml;r widersinnig halte &ndash; umsetzen k&ouml;nnte. Ich spitze mal ein wenig zu: W&auml;ren Postwachstums&ouml;konomen Friedensaktivisten, w&uuml;rden sie die Proteste gegen Aufr&uuml;stung oder die Airbase Ramstein ablehnen und postulieren, der Mensch m&uuml;sse erst einmal friedfertig und die Welt m&uuml;sse komplett gewaltfrei werden. Aber wie das geschehen soll, verraten sie lieber nicht.<\/em><\/p><p><em>beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<\/p><p>grunds&auml;tzlicher Natur haben Sie nat&uuml;rlich recht. Gerne stimme ich Ihnen zu, wenn Wachstum momentan pauschal als Klimakiller und Totschlagargument der Anti-Kapitalismus-Bewegung angef&uuml;hrt wird.<\/p><p>Doch im folgend zitierten Abschnitt sehe ich das anders:<\/p><p>&ldquo;[&hellip;]Aktuell tr&auml;gt der Dienstleistungsbereich hierzulande mit 68,2% zum Bruttoinlandsprodukt bei. Das Produzierende Gewerbe macht nur noch rund ein Viertel (25,8%) der Bruttowertsch&ouml;pfung aus. Das hei&szlig;t im Umkehrschluss, dass in der deutschen Volkswirtschaft drei Viertel der f&uuml;r das Wirtschaftswachstum relevanten Aktivit&auml;ten ohnehin nicht direkt mit einem Ressourcenverbrauch oder -gebrauch in Verbindung stehen. Nat&uuml;rlich agiert auch der Dienstleistungsbereich nicht im luftleeren Raum. Aber selbst &uuml;berzeugten Postwachstumsideologen d&uuml;rfte es nicht gelingen, einen kausalen Zusammenhang zwischen den wirtschaftlichen Entwicklungen von Bildungstr&auml;gern, Altenheimen, Gastronomiebetrieben, Werbeagenturen oder Medienkonzernen mit einem &ndash; vielleicht sogar linearen &ndash; Mehrverbrauch an endlichen Ressourcen herzustellen.[&hellip;]&rdquo;<\/p><p>Der Dienstleistungssektor tr&auml;gt sehr wohl zu einem Anstieg des Ressourcenverbrauchs bei. Dienstleistung &ndash; da stecken viele Branchenzweige dahinter, und seien es Zulieferer, Abnehmer des produzierenden Gewerbes (vor allem im Baugewerbe, siehe Erwin Thoma), Gewerbe mit wechselt&auml;tigem Einsatzgebiet wie der Elektrobranche oder die explosionsartige Expansion der Speditionslogistik. Alle sind dienstleistende Gewerbe, die durch die freimarktwirtschaftliche Spielplatzmentalit&auml;t die Stra&szlig;en verstopfen, dadurch panikartiges Agieren im Ausbau der Stra&szlig;eninfrastruktur zur Folge hatten und haben, durch Gro&szlig;projekte das Hantieren mit sch&auml;dlichen Baustoffen in mannigfaltiger Auswahl beg&uuml;nstigt. Der Wachstumswahn hat auch zur Folge, dass Pendeln zur Normalit&auml;t geworden ist, so weit expandiert, dass ostdeutsche\/-europ&auml;ische Wanderarbeit ebenfalls zur gro&szlig;en Belastung unserer hiesigen Infrastruktur beitr&auml;gt.<\/p><p>Der Rattenschwanz l&auml;sst sich gerade f&uuml;r den Dienstleistungssektor anwenden, mit einer &ldquo;Vogelfrei-Politik&rdquo; bzw. Deregulierung m&uuml;sste der Staat eigentlich intervenieren, um die Wirtschaft zu bremsen, angefangen beim produzierenden Gewerbe, und dann noch den Freihandel eind&auml;mmen, damit Containerschiffe und unn&ouml;tige Fl&uuml;ge nicht im gro&szlig;en Stil das Klima belasten. Der Bogen wurde weltwirtschaftlich schon so weit &uuml;berspannt, dass man die sekund&auml;rwirtschaftlichen Folgen gar nicht mehr richtig wahrnimmt.<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en aus MA,<br>\nSW<\/p><p><em><strong>Replik Jens Berger:<\/strong>  Hallo Herr W,<\/em><\/p><p><em>sch&ouml;nen Dank f&uuml;r die Zuschrift. Mit Ihren Anmerkungen haben Sie nat&uuml;rlich Recht. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass die &ouml;konomische Definition von Wachstum nicht linear mit einem Mehrverbrauch von Ressourcen zu sehen ist. Der terti&auml;re Sektor eignet sich da m.E. besonders gut f&uuml;r eine Erkl&auml;rung. Dass man auch da differenzieren muss, ist richtig und dass gerade im terti&auml;ren Sektor ordnungspolitische Ma&szlig;nahmen und eine Steuerung &uuml;ber den Preis ansetzen m&uuml;ssen, nat&uuml;rlich auch. Da gibt es keinen Dissens.<\/em><\/p><p><em>beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Nachdenkenseiten-Macher,<\/p><p>zu Ihrem Artikel &hellip;<\/p><p>muss ich sagen, dass ich selten so eine unausgegorene und offensichtlich illusionsgepr&auml;gte Haltung wie die von Herrn Flassbeck gesehen habe.<\/p><p>Gut er hat ein Argument: die Menschen, W&auml;hler m&uuml;ssen mitmachen. Ja!<\/p><p>Aber woran liegt es denn, dass die W&auml;hler nicht mitmachen? Herr Zuckermann hat ein paar Antworten (und &uuml;berhaupt als einziger auf der B&uuml;hne einen stringenten Standpunkt). Die Naivit&auml;t des Herr Flassbeck bez&uuml;glich der real existierenden Meinungsmanipulation scheint grenzenlos. Und wieso sollen die Kr&auml;fte, die heute die Meinungen zB in dem Sinne beeinflussen, dass alles kein Problem sei &ndash; AU&szlig;ER DER GRO&szlig;EN BUHMANN CO2 &ndash; und zum Gl&uuml;ck haben wir ja gegen den ein Trumpf im &Auml;rmel, Terrapower von Bill Gates und Co., &ndash; in hundert Jahren nicht ebenso f&uuml;r die Interessen der wenigen Reichen trommeln wie heute?<\/p><p>Es ist alles so durchsichtig. Aber ein Herr Flassbeck scheint sich lieber mit solchen Wortspielen zu begl&uuml;cken, es g&auml;be DEN Kapitalismus nicht. Nat&uuml;rlich gibt es DEN Kapitalismus. Was aussieht wie Kapitalismus, riecht wie Kapitalismus, schmeckt wie Kapitalismus und l&auml;uft wie Kapitalismus IST Kapitalismus. Und Kapitalismus braucht Wachstum. Ob man das dann mit einem T&auml;schungsbegriff wie &ldquo;Entwicklung&rdquo; verharmlost &auml;ndert Null und Nichts. Ein Wesenselement des Kapitalismus ist die Anh&auml;ufung, die Akkumulation. Warum wei&szlig; das ein Wirtschaftswissenschaftler nicht?<\/p><p>Warum werden solche Leuteverdummende Veranstaltungen ausgerichtet?<\/p><p>Ja, Zuckermann war der Lichtblick im Dunkeln. Vielleicht haben das auch die meisten gemerkt. Dann w&auml;re das Ganze zu etwas gut gewesen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAlbrecht Storz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>13. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<br>\nliebes Team der NachDenkSeiten,<\/p><p>mit Freude las ich Ihren Beitrag &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55332\">Es ist kontraproduktiv, Wachstum zu verteufeln &ndash; auch und gerade im Rahmen der Klimadebatte<\/a>&ldquo;. Ich stimme Ihnen, genauso wie Herrn Flassbeck, zu: Wachstum ist im Sinne eines gesunden Wirtschaftssystems und f&uuml;r die klimafreundliche Ver&auml;nderung der momentanen Agenda keineswegs sch&auml;dlich &ndash; ganz im Gegenteil.<\/p><p>In diesem Zusammenhang erscheint die Frankfurter Diskussionsrunde gleich aus drei Gr&uuml;nden interessant:<\/p><ol type=\"a\">\n<li>Die angesprochene Bedeutung des Wachstums wird um die Frage nach den Ursachen f&uuml;r die zu beobachtende Handlungsunf&auml;higkeit &ndash; trotz offensichtlicher L&ouml;sungen &ndash; erg&auml;nzt. Oder: Wieso unterst&uuml;tzen wir ein System, das die Interessen der deutlichen Mehrheit &uuml;bersieht? Der in der Runde leider viel zu wenig beachtete Moshe Zuckermann bringt diesen Aspekt ein und liefert den Zuh&ouml;rern Antworten (Angst vor Verlust, Befriedigung pers&ouml;nlicher Bed&uuml;rfnisse, Abh&auml;ngigkeit von anderen).<\/li>\n<li>Trotz der vielseitigen Problemstellung geht es f&uuml;r Herrn Flassbeck immer wieder um die Erh&ouml;hung der Preise in Verbindung mit einer gezielten Steuerung des Angebotes. Das ist in Ordnung, weil von Frau Herrmann auf verwirrende Weise bestritten. ABER: Die Art, in der sich Herr Flassbeck pr&auml;sentiert &ndash; ganz im Gegenteil zur harmonischen, kooperativen Ulrike Herrmann &ndash; erweist sich als untauglich. Laut. Aggressiv. Besserwisserisch. Unfreundlich. Herablassend. Und &auml;rgerlicherweise schafft er es auf Nachfrage nicht, seine Ansichten klar zu benennen. Stattdessen simple Ausreden (nicht in einer Minute zu erkl&auml;ren, bereits mehrfach dar&uuml;ber geschrieben). M&ouml;glicherweise muss auch er noch tiefer graben.<\/li>\n<li>Sind Ansichten und Erkenntnisse mehrheitsf&auml;hig, wenn deren Vertreter unsympathisch her&uuml;berkommen (wie sieht&rsquo;s diesbez&uuml;glich eigentlich bei der Partei DIE LINKE aus?)? Und weiter, wie Moshe Zuckermann sagt: M&uuml;ssen wir die offensichtlich richtigen L&ouml;sungen nicht auch nach den Spielregeln des gegebenen Systems anbieten und umsetzen; alternativ die Regeln &auml;ndern? Denn wie man &ndash; aus meiner Sicht: bedauerlicherweise &ndash; sehen kann, bewegt sich Herr Flassbeck sehr wohl auf ganzer Linie innerhalb des Systems, auch wenn er dies bestreitet. Er passte mit seinem Auftritt wunderbar in die im Video angesprochenen Fernsehformate.<\/li>\n<\/ol><p>Wie beim Klimawandel, so auch bei grundlegenden Fragen unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems: meist St&uuml;ckwerk. Viel Aktionismus. Obwohl die Ressourcen vorhanden sind, scheitern wir an der Koordination.<\/p><p>Liebes Team der NachDenkSeiten, macht immer weiter so.<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMartin<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>14. Leserbrief<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Dienstleistungssektor kann immer nur zus&auml;tzlich zur Rohstoffwirtschaft existieren, nicht jedoch an ihrer statt. Daher haben Dienstleistungen einen nicht unwesentlichen Ressourcenverbrauch, der h&auml;ufig zus&auml;tzlich zu dem von Waren &ndash;nicht an Stelle von diesem &ndash;gerechnet werden muss (aus Entkopplungsreport &bdquo;Decoupling debunked&ndash;Evidence and arguments against green growth as a sole strategy for sustainability&ldquo; 2019 &ndash; EEB European Environmental Bureau)&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;Dar&uuml;ber hinaus ist die sogenannte Entmaterialisierung in den kapitalistischen Kernl&auml;ndern die Kehrseite der Produktionsverlagerung in die Peripherie beziehungsweise Semiperipherie, das hei&szlig;t ein Indiz f&uuml;r die Umverteilung des Mehrwerts von der Peripherie und Semiperipherie ins kapitalistische Zentrum&ldquo; (aus &bdquo;Das M&auml;rchen vom gr&uuml;nen Wachstum&ldquo;, Seite 50, Bruno Kern, Rotpunktverlag)\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;Dass dies einige wenige Soziologen und Wirtschaftsjournalisten aus dem Umfeld von taz und Co. anders sehen, ist erstaunlich, passt aber wohl zum linksliberalen Zeitgeist, der &ouml;konomische und soziale Fragen hintanstellt und stattdessen lieber auf abstrakter Ebene verschrobene Theoriedebatten in Parallelwelten f&uuml;hrt, in denen &ouml;konomische Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten nicht mehr gelten. Das mag f&uuml;r die Beteiligten ja als sinnstiftend und intellektuell befruchtend wahrgenommen werden &ndash; der gesellschaftlich n&ouml;tigen Debatte erf&uuml;llen derart weltfremde Gedankenspiele aus dem Elfenbeinturm jedoch einen B&auml;rendienst und stellen vor allem f&uuml;r progressive Anst&ouml;&szlig;e einen Stolperstein dar.&ldquo; (Jens Berger in NachDenkseiten, &bdquo;Es ist kontraproduktiv, Wachstum zu verteufeln &ndash; auch und gerade im Rahmen der Klimadebatte&ldquo;, 02.10.2019)\n<\/p><\/blockquote><p>Mein Text:<\/p><p>Dieser letzte Textauszug aus den Nachdenkseiten ist der ideologischte, manipulativste, propagandistischte, populistischste, sektiererischte, verschrobenste und weltfremdeste Text, den ich seit langem gelesen habe. Und er erscheint ausgerechnet in den NachDenkseiten, deren Herausgeber gerade ein Buch mit dem Titel &bdquo;Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst&ldquo; ver&ouml;ffentlicht hat. Er steht am Ende eines Textes, der falsch ist, weil er nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat.<\/p><p>Ich kenne keinen Text aus dem Umfeld der Postwachstumsbewegung, der sich gegen Innovation und Kreativit&auml;t wendet. Diese beiden Merkmale sind ja geradezu notwendig, wenn man gegen das Wachstumsdogma der gegenw&auml;rtigen kapitalistischen Produktionsweise ank&auml;mpft. Klar ist auch, da&szlig; eine postkapitalistische Wirtschaft und Gesellschaft dynamisch sein mu&szlig;; denn sie mu&szlig; einerseits Altes, &Uuml;berfl&uuml;ssiges und Sch&auml;dliches beseitigen, andererseits aber auch Neues schaffen, z. B. viele, viele kleine Dorfl&auml;den statt gigantischer Einkaufspal&auml;ste in den urbanen Zentren.&nbsp; <\/p><p>Klar ist aber auch, da&szlig; die Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch noch nie funktioniert hat, nicht funktioniert und auch nie funktionieren wird. Diese Erkenntnis findet sich nicht nur bei der Postwachstumsbewegung, sondern auch in inzwischen zahlreichen Studien, von denen ich oben nur die des &ldquo;European Environment Bureau&ldquo; anf&uuml;hre. Und f&uuml;r Dienstleistungen gilt, was ich in beiden Zitaten anf&uuml;hre: auch sie sind in der Regel mit der Zunahme von Ressourcenverbrauch verbunden. Wenn man nun noch bedenkt, da&szlig; es heute schon vier Erden br&auml;uchte, wenn alle lebenden Menschen so viele Ressourcen verbrauchen w&uuml;rden wie die etwa 40 % wohlhabendsten Bewohner*innen der 20 reichsten Industriel&auml;nder, l&auml;&szlig;t sich leicht ausrechnen, da&szlig; der Ressourcenverbrauch in diesen Industriel&auml;ndern und dieser Verschwendungseliten und damit die gesamte industrielle Herstellung von Produkten und Dienstleistungen um etwa 70 bis 80 Prozent verringert werden mu&szlig;. Dies wird entweder freiwillig durch die Menschen selbst geschehen oder der Planet wird es erzwingen. Begonnen hat dieser Proze&szlig; des Erzwingens ja schon, mit der Klimaerhitzung und allen anderen bekannten Krisenerscheinungen.<\/p><p>Mit&nbsp;freundlichen&nbsp;Gr&uuml;ssen<br>\nWerner&nbsp;Kolb<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>15. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Jens Berger,<\/p><p>was ich in Ihrer Darlegung v&ouml;llig vermisse, ist eine antikapitalistische Sichtweise. Denn f&uuml;r viele Linke ist nicht der Preis, sondern der Profit (Mehrwert) die Triebfeder f&uuml;r Wachstum im Kapitalismus. Der kommt bei ihnen jedoch gar nicht vor. Eher erinnert mich Ihre Position zu Kreativit&auml;t und Innovation an die FDP oder j&uuml;ngst an Frau Merkel, die mit dem Verweis auf Innovationen fehlende konkrete Ziele zur geforderten Schadstoffreduzierung entschuldigen wollte. Auch sparen sie die f&uuml;r den Kapitalismus typische Konkurrenz aus. Und die l&auml;uft nun mal stark &uuml;ber den Preis in einer Marktwirtschaft. Ihre Idee einer Kreislaufwirtschaft muss man sich leisten k&ouml;nnen (siehe Autoindustrie mit ihren E-Mobilien) Die Hoffnung auf einen gr&uuml;nen Kapitalismus ist nur leider tr&uuml;gerisch. Die Vorstellung, Eliten werden es schon richten, hat sich als Trugschluss entpuppt &ndash; auch und gerade bei der Nachhaltigkeit. Das beweisen Sie mit Ihren Hinweis, dass der Dienstleistungsbereich hierzulande mit 68,2% zum BIP beitr&auml;gt, sogar selbst. Denn warum ist trotzdem die Schadstoffbelastung nicht nur so hoch, sondern sogar gestiegen? Ganz einfach: Es geht auch im Dienstleistungsbereich nicht nur um eine immaterielle Werterzeugung (was gestandenen Marxisten &uuml;brigens klar ist). Ein Krankenhaus z.B. muss gebaut, gewartet, beheizt, beleuchtet, die Kranken transportiert, operiert und versorgt werden. Es geht also nirgends ohne Produktion und die w&auml;chst nat&uuml;rlich mit der Zunahme von Dienstleistungen (allein die Digitalisierung soll einer der gr&ouml;&szlig;te Energiefresser sein). Auch der R&uuml;ckgang an Besch&auml;ftigung in der deutschen Landwirtschaft hat die Energie von Menschen nur durch fossile Energiefresser ersetzt. Zumindest unter kapitalistischen Verh&auml;ltnissen, geht es auch gar nicht anders. Gerade &ldquo;&ouml;konomisch betrachtet&rdquo;, ist Wachstum nicht nur &ldquo;mehr Wirtschaftsleistung in einem bestimmten Zeitraum&rdquo;, sondern auch mehr Energieverbrauch. Die Frage ist nur: von welcher Art Energieerzeugung? Und dem Bedarf anbetracht des Wirtschaftswachstums, wobei weniger Energiebedarf durch Massenentlassungen wohl auch nicht als L&ouml;sung zu begr&uuml;&szlig;en sind. Der Kapitalismus erfand nicht das Wachstum, sondern war dessen Produkt, wie sich im Wachstum heute &ndash; inkl. der Krisen &ndash; der Kapitalismus darstellt.<\/p><p>Nat&uuml;rlich w&auml;re auch der &ldquo;schlimmste&rdquo; Kapitalist nicht gegen mehr Klimaschutz. Aber nur wenn es ihm nichts kostet und er daran verdient. Das Problem ist nur: Heute geht es eben auch um Kosten f&uuml;r Klimaschutz. Und wer soll sie tragen? Anbetracht des kapitalistischen Grundprinzips Gewinne zu privatisieren und Verluste zu sozialisieren, wundere ich mich schon, wie jemand auf eine L&ouml;sung &uuml;ber den Preis kommt. Der hohe Anteil an Dienstleistungen ist &uuml;brigens auch Ausdruck von hoher Monopolisierung mit entsprechendem Monopolpreisen (Stichwort &ldquo;Plattform-Kapitalismus&rdquo;) und damit versch&auml;rfter Konkurrenz (Leidtragende sind die &ldquo;Kleinen&rdquo; und nicht genug ausbeutbaren Dienstleistungen bei &ldquo;unproduktiven&rdquo; Kranken und Alten). Aber auch die Zunahme von Armut und prek&auml;rer Besch&auml;ftigung sind Resultat kapitalistischen Wachstums (besonders dank Schr&ouml;ders Agenda). Zugegeben &ndash; es war bisher stets kapitalistisches Wachstum, was nun zu einer Klimakatastrophe f&uuml;hren kann. Aber wenn etwas an einer Wachstumsdebatte kontraproduktiv ist, dann die Isolierung des realen Wachstums vom Kapitalismus, seiner Basis. Was wir heute als so bedrohlich erleben, ist eben Wachstum als ad&auml;quater Ausdruck des Kapitalismus &ndash; auch wenn das nicht nur Ihnen &uuml;berhaupt nicht behagt. Verst&auml;ndlich: Denn Kapitalismus war auch ein Fortschritt, wenn auch begrenzt, wie man nun sieht bzw. zumindest erahnt (au&szlig;er man ist AfD-Sympathisant).<\/p><p>MfG<br>\nArmin Kammrad<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>16. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>es geht doch in der Diskussion nicht um den Gegensatz von Wachstum und Nachhaltigkeit. Es geht darum, ob wir, die Menschen in der westlichen Welt, mit unserer Lebensweise den Planeten zerst&ouml;ren oder ob wir dazu f&auml;hig sind, diesen Planeten f&uuml;r unsere Nachkommen, als lebenswerten Ort zu erhalten.<\/p><p>Das Wachstum, welches gemeint ist, ist nicht ausschlie&szlig;lich das Wachstum von &ldquo;Immer mehr vom Gleichen&rdquo;. Wobei wir ja eben genau dies seit 200 Jahren machen. Wir produzieren immer und immer wieder die gleichen Dinge. Sicherlich in verschiedenen technischen Auspr&auml;gungen, jedoch bleibt ein Telefon ein Telefon oder ein Computer ein Computer oder ein Auto ein Auto.<\/p><p>&ldquo;Den Kapitalismus&rdquo; gibt es nicht &ndash; wie nennen wir dann unser Gesellschaftssystem? Den Zinseszinsismus? Und weil der Erwerb der Banane in der DDR so schwierig war, nennen wir das Gesellschaftssystem den Bananenismus?<\/p><p>Worum geht es denn in dieser Gesellschaft bzw. in diesem Wirtschaftssystem?<\/p><p>Doch vornehmlich um Geld. Genauer: Es geht darum, dass aus Kapital mehr Kapital wird. Und weil das so ist, wird dieses Gesellschafts- und Wirtschaftssystem Kapitalismus genannt.<\/p><p>Unsere Art zu leben verschlingt Unmengen an Energien. Egal was wir tun, es braucht Energie. Das vielleicht als Fundament der Diskussion.<\/p><p>&ldquo;Einen wie auch immer gearteten direkten Zusammenhang mit einem Mehrverbrauch nicht regenerativer Rohstoffe gibt es nicht.&rdquo; &ndash; Doch den gibt es. Konkret k&ouml;nnen Sie sich den Zusammenhang anschauen, wenn Sie sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland besch&auml;ftigen. Hier sehen Sie, dass es f&uuml;r Deutschland von absoluter Notwendigkeit war die Kohle aus der Erde zu holen. Auch in China k&ouml;nnen Sie sich diesen Zusammenhang ansehen. Der<\/p><p>Wohlstand der Menschen in China geht Hand in Hand mit einem Mehrverbrauch an Rohstoffen. Auch Russland lebt von unserem Verbrauch an nicht regenerativer Rohstoffe. Die USA m&ouml;chte auch gerne ihre nicht regenerativen Rohstoffe in Europa verkaufen.<\/p><p>Weitere Informationen dazu finden Sie dort:<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.deutsche-rohstoffagentur.de\/DE\/Gemeinsames\/Produkte\/Downloads\/Commodity_Top_News\/Rohstoffwirtschaft\/58_BRIC-Rohstoffverbrauch.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=5\">deutsche-rohstoffagentur.de\/DE\/Gemeinsames\/Produkte\/Downloads\/Commodity_Top_News\/Rohstoffwirtschaft\/58_BRIC-Rohstoffverbrauch.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=5<\/a><\/p><p>(Zwischen &ldquo;?&rdquo; und blob ist ein doppelter Unterstrich.)<\/p><p>Und nicht zu vergessen Brasilien. Hier k&ouml;nnen Sie sich den Zusammenhang am lebenden Objekt ansehen. Der Regenwald wird abgefackelt um mehr Fl&auml;che f&uuml;r den Anbau von Sojabohnen und mehr Weidefl&auml;che f&uuml;r die Rinder zu erhalten. Gemacht wird dies &ndash; um zu wachsen. <\/p><p>Nur weil irgendwo irgendwer eingestellt wird, &auml;ndert sich noch nicht das BIP. Das BIP &auml;ndert sich erst, wenn aus den Einstellungen eine Nachfrage erzeugt wird. Der frisch eingestellte Lehrer sich jetzt den neuen Computer kauft oder f&uuml;r den Arbeitsweg ein Auto bestellt wird. Erst jetzt w&uuml;rde ein Produktionsprozess einsetzen und damit Wachstum generiert.<\/p><p>Des Weiteren ben&ouml;tigen die Lehrer nat&uuml;rlich einen Raum in dem sie unterrichten. Diesen Raum nennen wir einfach Schulgeb&auml;ude. Dieses Schulgeb&auml;ude muss nat&uuml;rlich mit entsprechendem Mobiliar und allerlei technischen Dingen ausgestattet sein. All diese Anforderungen erzeugen Nachfrage und damit Wachstum. Nicht zu vergessen ist, dass all die Dinge nat&uuml;rlich auch vom Ort der Herstellung zum Schulgeb&auml;ude transportiert und dort auch an der richtigen Stelle fachm&auml;nnisch eingebaut werden m&uuml;ssen. DieseFachm&auml;nner ben&ouml;tigen Werkzeug, welches sie auch in einem Unternehmen bestellen. In diesem Unternehmen werden auch verschiedentliche Bestell- und Produktionsprozesse ausgel&ouml;st. All diese bestellten und produzierten Dinge m&uuml;ssen dann auch noch zum jeweiligen Besteller transportiert werden. <\/p><p>Die Fachm&auml;nner transportieren diese Werkzeuge dann noch zum Schulgeb&auml;ude um dort ihre jeweiligen Auftr&auml;ge abzuarbeiten.<\/p><p>Bei Spotify sind die Dinge &auml;hnlich. Auch hier muss Spotify auf eine erh&ouml;hte Nachfrage reagieren. Spotify wird dann sicherlich mehr Server in seine Rechenzentren stellen. Auch diese Server m&uuml;ssen produziert und transportiert werden. (Hierbei ist es egal ob diese Server nun von Spotify selbst oder von einem Cloudbetreiber betrieben werden.) Steigt die Nachfrage weiter, werden, um den Traffic zu reduzieren, auf dem Kontinent der die hohe Nachfrage erzeugt, neue Rechenzentren gebaut. (Auch hier gilt: Egal ob Spotify oder ein Cloudbetreiber die Server zur Verf&uuml;gung stellt, es werden mehr Server ben&ouml;tigt.) Dies kann sich bspw. f&uuml;r Google, hier angesehen werden:<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.google.com\/about\/datacenters\/location\/\">google.com\/about\/datacenters\/location\/<\/a><\/p><p>Ein Beispiel f&uuml;r einen Dienst ohne eigenes Rechenzentrum:<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/ix\/meldung\/Verzicht-auf-eigene-Rechenzentren-Netflix-setzt-auf-die-AWS-Cloud-3101392.html\">heise.de\/ix\/meldung\/Verzicht-auf-eigene-Rechenzentren-Netflix-setzt-auf-die-AWS-Cloud-3101392.html<\/a><\/p><p>Hier muss dann der Cloudbetreiber f&uuml;r die ben&ouml;tigten Festplatten (in Servern) sorgen.<\/p><p>Des Weiteren ben&ouml;tigt Spotify nat&uuml;rlich auch eine Infrastruktur zum Kunden hin. Wir nennen diese Struktur &ldquo;Internet&rdquo;. Dieses Internet ist eine Ansammlung  von, vereinfacht gesagt, Kabeln und Rechenzentren. So ein richtig dicker Brummer  davon befindet sich in Frankfurt am Main. Der DE-CIX. <\/p><p>Der Betreiber stellt auch eine nette Statistik f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit bereit. Angesehen werden kann diese dort:<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.de-cix.net\/de\/locations\/germany\/frankfurt\/statistics\">de-cix.net\/de\/locations\/germany\/frankfurt\/statistics<\/a><\/p><p>Weitere Informationen zu den so genannten Internet-Knoten gibt es dort:<\/p><p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Internet-Knoten\">de.wikipedia.org\/wiki\/Internet-Knoten<\/a><\/p><p>Es ist unschwer zu erkennen, dass all diese Dinge eben doch einen Mehrverbrauch an Energie bewirken. Und mit diesem Mehrverbrauch geht zur Zeit auch eine erh&ouml;hte CO2-Produktion einher. (Um die es unter anderem auch geht.) Das kann man nun unsinnig finden oder eben auch nicht. Es &auml;ndert jedoch nichts am Fakt.<\/p><p>Kommen wir nun zur Nachhaltigkeit oder dem Recycling von Rohstoffen. Bevor wir irgendetwas recyceln k&ouml;nnen, m&uuml;ssen wir etwas haben zum Recyceln. Dies kann ein Mobiltelefon sein oder die angesprochene Tonne Papier. <\/p><p>Will ich bspw. eine Zeitung drucken, muss jemand Papier verbraucht haben. Dieses Papier f&auml;llt nicht vom Himmel, sondern B&auml;ume m&uuml;ssen zuvor gef&auml;llt werden. Dann wird das Papier in irgendeiner Form vernutzt und danach dem Recycling zur Verf&uuml;gung gebracht. Nun wird dieses Papier durch verschiedene Prozesse, f&uuml;r die Herstellung von bspw. Zeitungen, nutzbar gemacht. Diese Prozesse erfordern nat&uuml;rlich auch Energie. <\/p><p><a href=\"https:\/\/wertstoffblog.de\/2016\/01\/20\/wie-steht-es-um-die-energieeffizienz-in-der-recyclingwirtschaft\/\">wertstoffblog.de\/2016\/01\/20\/wie-steht-es-um-die-energieeffizienz-in-der-recyclingwirtschaft\/<\/a><\/p><p>Es muss ein Geb&auml;ude erstellt werden. Dieses muss mit Maschinen ausgestattet werden. Das Papier muss von A nach B transportiert werden usw. usf. All diese Prozesse erfordern Energie. Hinzu kommt, dass eben nicht alle Produkte beliebig oft recycelt werden k&ouml;nnen. Diese m&uuml;ssen also irgendwann wieder aus der Erde gebuddelt werden. Wer glaubt nun, dass diese Einrichtungen von einem Buddelvorgang bis zum n&auml;chsten Buddelvorgang ungenutzt irgendwo in der Landschaft rumstehen und darauf warten wieder eingeschaltet zu werden?<\/p><p>Es ist ein nie abrei&szlig;ender Strom an Energie n&ouml;tig. Daraus resultierend ist es ein nie abrei&szlig;ender Strom an CO2.<\/p><p>M&uuml;ssen nun Wachstum und Umweltschutz ein Zielkonflikt sein? Die Frage ist, meiner Meinung nach, schon v&ouml;llig falsch. Die Frage muss lauten: Wozu brauchen die Menschen &uuml;berhaupt dieses Wachstum? Und: Worum geht es bei diesem Wachstum?<\/p><p>Zur Erinnerung: In den Freihandelsabkommen wird eine Verbesserung des Umweltschutzes als Versto&szlig; gegen den Investitionsschutz angesehen. <\/p><p>Warum wehren sich Unternehmen gegen Umweltauflagen? Weil sie einen Verlust an Gewinn (Profit) bef&uuml;rchten. Die Empf&auml;nger der Dividende bef&uuml;rchten Verluste an Dividende.<\/p><p>Wer sind die Empf&auml;nger der Dividenden?<\/p><p>Fr&uuml;her waren es nur die Banken, heute sind es auch die Renten- und Lebensversicherungen und die Verm&ouml;gensverwalter. Auch die Sparer wollen eine Dividende &ndash; die Zinsen. (Es gibt noch weitere Empf&auml;nger von Dividenden.) Damit sind wir auch schon beim eigentlichen Problem. Zinsen und Dividenden.<\/p><p>Jetzt k&ouml;nnte ich hier eine Abhandlung &uuml;ber den Zusammenhang von Wachstum und Schulden und Energieverbrauch und daraus resultierend dem Aussto&szlig; von CO2 niederschreiben. M&ouml;chte ich nicht, weil dies schon alles hunderte B&uuml;cher f&uuml;llt. F&uuml;r den, der an diesen Zusammenh&auml;ngen interessiert ist, ist diese kurze Liste:<\/p><ul>\n<li>Naomi Klein &ndash; Kapitalismus vs. Klima<\/li>\n<li>Jason Hickel &ndash; Die Tyrannei des Wachstums<\/li>\n<li>Michael Hudson &ndash; Finanzkapitalismus<\/li>\n<li>Fabian Scheidler &ndash; Das Ende der Mega Maschine<\/li>\n<\/ul><p>In diesem Zusammenhang auch interessant, ist das Buch &ldquo;Schulden&rdquo; von David Graeber und von John Perkins &ldquo;Bekenntnisse eines Economic Hit Man&rdquo; (Erweiterte Neuausgabe). <\/p><p>Wer keine Lust oder Zeit zum Lesen hat, der schaut sich die Arte-Dokumentation &ldquo;System Error&rdquo; an. Diese ist zu finden auf youtube.com<\/p><p>Nun, ich denke, dass ich als (denunzierter) Postwachstumsideologe den kausalen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Entwicklung von Bildungstr&auml;gern &hellip; und einem Mehrverbrauch von endlichen Ressourcen herstellen konnte. Jedes menschliche Handeln erfordert Energie. Egal ob Panzer oder H&auml;user gebaut werden, ob Pakete oder die Krankenschwester bef&ouml;rdert werden muss, alles funktioniert nur mit Energie. Und so wie alles Energie erfordert, produziert eben auch alles Handeln CO2. Doch es ist eben nicht nur das CO2. Es sind auch die Gifte die wir auf die &Auml;cker spr&uuml;hen oder die Fl&auml;chen an Wald die vernichtet werden, um auf den freiwerdenden Fl&auml;che Rinder weiden zu lassen oder Gem&uuml;se f&uuml;r den Export anzubauen.<\/p><p>Wiederaufbereitung z&auml;hlt im &Uuml;brigen zu den energieintensiven Industriezweigen dieses Wirtschaftssystems. <\/p><p>Schon allein wenn Sie daran denken, dass der, f&uuml;r die Herstellung von Beton erforderliche, Sand knapp wird, bekommen Sie eine Ahnung davon wie sich unser Handeln auf die Umwelt auswirkt.<\/p><p><a href=\"https:\/\/reset.org\/blog\/sand-%E2%80%93-das-gelbe-gold-und-seine-schattenseiten-08232017\">reset.org\/blog\/sand-%E2%80%93-das-gelbe-gold-und-seine-schattenseiten-08232017<\/a><\/p><p>Auch die Digitalisierung wird nicht die Rettung bringen. Mehr dazu in der Wochenzeitung &ldquo;Kontext&rdquo; Ausgabe 411 (Digital first, Planet second). Oder dort:<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=h-JEpI57Fy0\">youtube.com\/watch?v=h-JEpI57Fy0<\/a><\/p><p>In diesem Zusammenhang ist auch das Buch von Jared Diamond &ldquo;Kollaps&rdquo;, hier im Besonderen das Kapitel 15 &ldquo;Gro&szlig;konzerne und Umwelt&rdquo;, interessant. <\/p><p>Die westliche Welt st&uuml;nde heute nicht dort wo sie steht, weil sie die Umwelt gesch&uuml;tzt hat oder sich ganz dolle um Sozialstandards bem&uuml;hte. Die westliche Welt steht deswegen ganz oben auf der Leiter, weil sie den Raubbau an der Umwelt und das Abschlachten von Menschen, nicht nur perfektioniert hat, sondern schon vor langer langer Zeit hier in Europa und in den Koloniall&auml;ndern betrieben hat und auch noch heute betreibt.<\/p><p>Dass was heute in Brasilien mit dem Regenwald geschieht, geschah bei uns mit der Etablierung des Kapitalismus vor 200 Jahren und der Kolonialisierung der Welt, beginnend vor 600 Jahren. S&auml;mtliche Abf&auml;lle wurden in die Fl&uuml;sse gekippt, egal wie giftig diese waren.<\/p><p>Denken Sie in diesem Zusammenhang an die Verklappung des Atomm&uuml;lls in die Meere. Mehr Informationen gibt es dort:<br>\n<a href=\"https:\/\/de.nucleopedia.org\/wiki\/Liste_von_Verklappungen\">de.nucleopedia.org\/wiki\/Liste_von_Verklappungen<\/a><\/p><p>All diese Verbrechen flossen und flie&szlig;en &uuml;brigens ins BIP ein. So wie andere  Verbrechen eben auch. Denken Sie an Terrorismus oder einfach nur an  Verkehrsunf&auml;lle. Ganz nebenbei vielleicht noch: Krieg treibt das BIP so  richtig nach oben. Ist schon ein toller Gradmesser, dieses BIP.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article172017778\/Konjunktur-Das-BIP-hat-den-Bezug-zur-Wirklichkeit-verloren.html\">welt.de\/wirtschaft\/article172017778\/Konjunktur-Das-BIP-hat-den-Bezug-zur-Wirklichkeit-verloren.html<\/a><\/p><p>Neben dem oben genannten kommt auch noch das Problem mit dem schier grenzenlosem Wachtum der Weltbev&ouml;lkerung hinzu. Das immer mehr Menschen auf einem begrenzten Platz, irgendwann zu unl&ouml;sbaren Problemen f&uuml;hrt, sollte auch ersichtlich sein. Dieses Wachstum der einen Spezies f&uuml;hrt zwangsl&auml;ufig zur Einschr&auml;nkung des Lebensraumes der anderen Spezies.<\/p><p>Isaac Asimov &ldquo;Die gute Erde stirbt&rdquo; (Anfang der siebziger Jahre):<\/p><p>&mdash; In der Tat, zum erstenmal hat die Menschheit ihre Grenze erreicht: begrenzt werden mu&szlig; die Bev&ouml;lkerungszahl, die Beanspruchung der Naturvorkommen, die Abfallerzeugung und der Energieverbrauch. Die Aufgabe lautet ganz allgemein: zu erhalten. Wir m&uuml;ssen die Umwelt erhalten, die Verhaltensformen, die zur Konsistenz und Lebenf&auml;higkeit der Biosp&auml;re beitragen, die Sch&ouml;nheit und die Harmonie. <\/p><p>&mdash;Kam in den 1970&rsquo;er Jahren ein Gef&uuml;hl f&uuml;r das Erreichen von Grenzen auf, so k&ouml;nnen wir heute feststellen, dass alle Grenzen &uuml;berschritten sind. <\/p><p>Noch einmal Asimov:<\/p><p>&mdash; Wer weiterdenkt, mu&szlig; auch in Rechnung stellen, da&szlig; der Mensch in seiner wachsenden Beunruhigung ma&szlig;lose Anstrengungen macht, alle technologischen Mittel zu mobilisieren, und zwangsl&auml;ufig damit die Umwelt noch weiter verschmutzt, mithin auch ihre F&auml;higkeiten reduziert, die Menschen im Ganzenzu erhalten. &mdash;<\/p><p>Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass jegliches vom Menschen gemachtes Wachstum und der Verbrauch von Rohstoffen nicht zu trennen ist.<\/p><p>Ich danke Ihnen f&uuml;r Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Geduld.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJan Skalla<\/p><p>P.S.<br>\nHerr Trenkle hat zu diesem Thema einen sehr guten Artikel verfasst. Hier werden noch verschiedene Rebound-Effekte dargestellt.<br>\n<a href=\"http:\/\/www.krisis.org\/2019\/lizenz-zum-klima-killen\/\">krisis.org\/2019\/lizenz-zum-klima-killen\/<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>17. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger <\/p><p>Mit gro&szlig;em Interesse habe ich Ihren Artikel zum Thema Wirtschaftswachstum vs. Nachhaltigkeit gelesen.<br>\nLeider hat der Artikel f&uuml;r mich keine Argumente enthalten, die die von Ihnen aufgestellte These, dass nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum m&ouml;glich sei, nachvollziehbar machten. <\/p><p>Dies mag vielleicht an meinen laienhaften Vorstellungen zur Definition bzw. Bedeutung der von Ihnen verwendeten Begrifflichkeiten liegen. Daher meine aufrichtig gemeinten Fragen: <\/p><ol type=\"a\">\n<li>Wachstum im Dienstleistungssektor: ich denke bei Dienstleistungen an Friseure, Lehrerinnen, Angestellte der Verwaltung. Wie sieht hier konkret Wachstum aus &ndash; st&auml;ndige Lohnerh&ouml;hungen k&ouml;nnen ja wohl kein Indikator f&uuml;r Wachstum sein (das BIP steigt zwar nominal, aber wohl eben nicht real). Somit k&ouml;nnte hier doch nur eine Steigerung der Produktivit&auml;t (Arbeit pro Zeit) gemeint sein &ndash; oder verstehe ich das falsch? Eine Produktivit&auml;tssteigerung ist bei den oben genannten Berufen allerdings prinzipiell nicht m&ouml;glich (immer mehr Haarschnitte pro Zeit \/ immer mehr Sch&uuml;ler pro Klasse). <\/li>\n<li>Wachstum im produzierenden Gewerbe: Nehmen wir einmal an, es w&auml;re gelungen, unsere Wirtschaft (in Deutschland) komplett nachhaltig zu gestalten: Die Energieversorgung ist 100% regenerativ, die Rohstoffwirtschaft ist bei einer nahezu vollst&auml;ndigen Kreislaufwirtschaft angekommen (100%iges Recycling der nicht nachwachsenden Rohstoffe sowie ein Verbrauch der nachwachsenden, der nicht &uuml;ber die Geschwindigkeit des Nachwachsens hinausgeht) und die Bev&ouml;lkerungszahl ist stabil. Wie w&uuml;rde in diesem System das Wachstum aussehen? <\/li>\n<\/ol><p>Quantitativ ginge ja nicht &ndash; die Gesamtmenge an Rohstoffen pro Person ist ja limitiert und damit entf&auml;llt die M&ouml;glichkeit, immer mehr Dinge pro Person anzuh&auml;ufen bzw. zu verkonsumieren. Stattdessen die Produktzyklen st&auml;ndig zu verk&uuml;rzen (man kauft sich das jeweils neue Auto nicht mehr alle 7 Jahre sondern alle 2 Jahre und irgendwann monatlich), w&auml;re ebenso unm&ouml;glich. <\/p><p>Wie also s&auml;he dann qualitatives Wachstum aus? Wenn der Funktionsumfang und Gebrauchswert beispielsweise meines Smartphones mit jeder Modellgeneration zunimmt, obwohl ich jedes Jahr das gleiche daf&uuml;r bezahle: handelt es sich dann aus volkswirtschaftlicher Sicht um Wachstum (das BIP steigt ja nicht an), oder nicht einfach nur um technischen Fortschritt? <\/p><p>Kleine Anmerkung zum Schluss: selbst wenn die globale Bev&ouml;lkerung nicht weiter wachsen w&uuml;rde, k&ouml;nnte der pro Kopf Rohstoffgebrauch der Menschen in den Industrienationen in den derzeitigen Schwellen- und Entwicklungsl&auml;ndern nicht umgesetzt werden: die hierf&uuml;r noch aus der Erde zu holenden Rohstoffe (Zement, Stahl, Kupfer, Aluminium, Lithium etc.) stehen nicht in dieser Menge zur Verf&uuml;gung. Ergo m&uuml;ssten wir in Europa ohnehin zugunsten der anderen unseren Rohstoff-Footprint auch in einer komplett nachhaltig gestalteten Welt reduzieren. <\/p><p>Vielleicht k&ouml;nnten Sie zu diesen &Uuml;berlegungen (und den eventuell zugrunde liegenden Missverst&auml;ndnissen) einige etwas detailliertere Anmerkungen oder Erg&auml;nzungen zu Ihrem Artikel ver&ouml;ffentlichen. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en <\/p><p>Dr. Ralph Feltens <\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger <\/p><p>Nachtrag: praktisch zeitgleich zu Ihrem Artikel ver&ouml;ffentlichte der BUND eine Mitteilung (sowie weiterf&uuml;hrende links) zu den Ergebnissen einer Studie bez&uuml;glich der eines &ldquo;gr&uuml;nen&rdquo; Wachstums und der M&ouml;glichkeiten, Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch einerseits sowie Ressourcenextraktion und Umweltbelastung andererseits zu entkoppeln. <\/p><p><a href=\"https:\/\/www.bund.net\/themen\/aktuelles\/detail-aktuelles\/news\/zum-mythos-des-gruenen-wachstums\/\">bund.net\/themen\/aktuelles\/detail-aktuelles\/news\/zum-mythos-des-gruenen-wachstums\/<\/a><\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en <\/p><p>Dr. Ralph Feltens <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>18. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>Mit Ihrer Aussage vom 2.10.19, dass sich Wachstum nicht nur auf Konsum beziehen soll, sondern vor allem auf die Lebensbedingungen, stimme ich zu. Da gibt es noch einige Wachstumsbed&uuml;rfnisse f&uuml;r gutes Leben f&uuml;r alle, die mit weniger Ressourcenverbrauch erreicht werden k&ouml;nnen. Aber f&uuml;r den Produktionssektor wird eine geschlossene Kreislaufwirtschaft nur mit sinkendem Verbrauch m&ouml;glich. Bei jedem Rezyklierverfahren gibt es Verluste, auch bei den wertvollen Materialien Gold, Platin, Kupfer, Tantal, Kobalt&hellip; Selbst bei den hohen Rezyklierraten von Aluminium gibt es mindestens 2% Verlust pro sekund&auml;rer Wiederverwertung (nach 34 Kreisl&auml;ufen ist nur mehr die H&auml;lfte verf&uuml;gbar). Derzeit steigt der Verbrauch an Aluminium um ca.5% pro Jahr, aber f&uuml;r eine vollkommene Kreislaufwirtschaft m&uuml;sste er um 2% pro Jahr sinken. &Auml;hnlich ist es bei Eisen, wobei es hier relativ hohe Oxidationsverluste gibt. Bei Kunststoffen ist mit 50% nicht wiederverwertbaren Verlusten zu rechnen. Auch Papier ist nicht 100% rezyklierbar, aber B&auml;ume wachsen nach. Also bei der Warenproduktion braucht es nicht nur Kreativit&auml;t, sondern tats&auml;chlich Degrowth.<\/p><p>Dass in Europa der gro&szlig;teils blo&szlig; energieverbrauchende Dienstleistungssektor, abgesehen von den hardware Investitionen, die Wertsch&ouml;pfung dominiert, verschweigt die ressourcenverschlingenden Importe. Ihr Glaube an die Kreislaufwirtschaft, insbesonders der globalen, ist irreal oder in Ihrer Ausdrucksweise Unsinn.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nH.Peter Degischer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>19. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<\/p><p>Das Wachstum nur im Zusammenhang mit dem BSP zu betrachten lenkt von den eigentlichen Problemen : n&auml;mlich Ressourcenverbrauch, Umweltzerst&ouml;rung durch Raubbau, Landschaftsverbrauch und Treibhausgasemissionen, ab.<\/p><p>Immerhin hat die Produktion noch einen Anteil von 26,8% am BSP und tr&auml;gt ma&szlig;geblich zu den oben genannten Problemen bei. Wir brauchen nur nach S&uuml;damerika zu schauen, wo z.B. Lithium f&uuml;r den Batteriebau f&uuml;r Elektroautos ganze Landstriche zerst&ouml;rt und damit der indigenen Bev&ouml;lkerung die Lebensgrundlagen nimmt. &Auml;hnlich verh&auml;lt es sich bei der Textilproduktion, wo die Umsatzrate der Produkte sich vervielfacht hat.<\/p><p>Man braucht sich nur im eigenen Umfeld umzuschauen, wie immer mehr Naturfl&auml;chen durch Bebauung und Versiegelung verloren gehen, von der Zunahme des Verkehrs ganz zu schweigen.<\/p><p>Das bessere Umweltschutzma&szlig;nahmen, Ausbau des &Ouml;PNV, mehr Pflegeeinrichtungen und mehr Bildungseinrichtungen zum Wachstum beitragen ist v&ouml;llig klar. <\/p><p>Es darf aber nicht der Eindruck erweckt werden, dass Hinweise darauf, dass die westlichen &Ouml;konomien &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse auf Kosten der Zerst&ouml;rung unseres Planeten leben, mit der (&ouml;konomischen) Realit&auml;t nichts zu tun haben.<\/p><p>Rolf Urban, Glinde (Holstein)<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>20. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nich bin, wie manch andere offenbar auch, ein wenig &ndash; sagen wir erstaunt &uuml;ber diesen Artikel, den ich von Ihnen so nicht erwartet h&auml;tte.<\/p><p>Genauso wenig korrekt wie das Axiom: Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft kann es NUR OHNE Wachstum geben, ist Ihr genau gegenteiliges Axiom. Beide Argumentationen tappen notwendigerweise in die Falle des Zirkelschlusses.<\/p><p>Somit er&ouml;ffnen bzw. gestalten Sie eine wichtige Diskussion leider logisch verschoben. Die Diskussion kann ja nicht lauten: Kann es den notwendigen Wandel nur mit oder nur ohne Wachstum geben? Denn partielles Wachstum, wie von Ihnen beispielhaft benannt, l&auml;sst sich wohl nicht vermeiden. Die Frage ist m. E. aber vielmehr: Brauchen wir einen Paradigmenwechsel in der Art wie wir wirtschaften, weg vom Motor Wachstum und der Motivation Gier? Gesamtsystemisch gesehen kann das Ziel von Kreislaufwirtschaft in diesem Sinne ja nur Wachstumsverzicht sein. Diese Sicht schlie&szlig;t Kreativit&auml;t, Innovationen und gesellschaftliche Dynamik ausdr&uuml;cklich ein aber Motor und Paradigma des Wirtschaftens sind ganz bewu&szlig;t andere.<\/p><p>Wenn Sie nun in Kategorien des gesamtwirtschaftlichen Wachstums und im Glauben an die Lenkungsfunktion des Preises (wann h&auml;tte er je ma&szlig;geblich und nachhaltig zum Wohle des Ressourcenschutzes gewirkt?) in Richtung Kreislaufwirtschaft argumentieren, dann begeben Sie sich in den selbst produzierten Zirkelschluss. Ein solcher allerdings ist f&uuml;r jede Debatte kontraproduktiv.<br>\n&nbsp;<br>\nIch hoffe auf einen weiteren Beitrag von Ihnen zu diesem Thema und freue mich weiterhin auf alle Ihre Beitr&auml;ge!<br>\n&nbsp;<br>\nsch&ouml;ne Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMichael Vogt<br>\nBochum<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Beitrag &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55332\">Es ist kontraproduktiv, Wachstum zu verteufeln &ndash; auch und gerade im Rahmen der Klimadebatte<\/a>&ldquo; rief eine au&szlig;erordentlich gro&szlig;e Reaktion der Leserschaft hervor, die nachfolgend gr&ouml;&szlig;tenteils ver&ouml;ffentlicht wird. Es wird dabei auch deutlich, dass die Debatte sich zunehmend verh&auml;rtet hat und es kaum mehr eine gemeinsame Gespr&auml;chsbasis gibt. 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