{"id":55477,"date":"2019-10-09T14:00:28","date_gmt":"2019-10-09T12:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55477"},"modified":"2019-10-09T15:23:16","modified_gmt":"2019-10-09T13:23:16","slug":"die-entspannung-mit-russland-braucht-kommunikation-das-russische-forum-in-london-ist-ein-solcher-kanal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55477","title":{"rendered":"Die Entspannung mit Russland braucht Kommunikation &#8211; Das Russische Forum in London ist ein solcher Kanal"},"content":{"rendered":"<p>Da die politischen Kan&auml;le zwischen Russland und &bdquo;dem Westen&ldquo; von Medien und Politikern weitgehend zerst&ouml;rt wurden, braucht es andere Wege der Kommunikation. Diese Wege sollten auch die M&ouml;glichkeiten nutzen, die kulturelle, sportliche oder gesch&auml;ftliche Beziehungen zwischen Russland und EU-L&auml;ndern bieten k&ouml;nnen. Ein Beispiel f&uuml;r jene &bdquo;alternativen&ldquo; Kommunikations-Kan&auml;le nach Russland ist das dieser Tage in London ausgerichtete &bdquo;Westminster Russia Forum&ldquo;. Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDer offizielle Dialog zwischen Russland und zahlreichen EU-L&auml;ndern ist h&ouml;chst eingeschr&auml;nkt oder ganz zum Erliegen gekommen. In dieser Situation braucht es Alternativen zu diesen offiziellen Kan&auml;len. Ein Beispiel daf&uuml;r ist das dieser Tage in London ausgerichtete &ldquo;<a href=\"http:\/\/westminster-russia.org.uk\/\">Westminster Russia Forum<\/a>&ldquo;  (WRF), das an einer Entspannung mit Russland interessierte Politiker, Gesch&auml;ftsleute, Sportler und K&uuml;nstler zusammenbringen will. <\/p><p>Bei diesen Gespr&auml;chskan&auml;len abseits der Politik k&ouml;nnen auch manchmal seltsame Verbindungen entstehen &ndash; so w&uuml;rde es nicht verwundern, wenn manchen Lesern der NachDenkSeiten einzelne der Referenten des WRF, etwa aus dem House Of Lords, m&ouml;glicherweise als zu &bdquo;konservativ&ldquo; erscheinen. Das wirft ein Licht auf die prinzipiellen Komplikationen in der Kommunikation zwischen Nationen: Um eine Entspannung mit  Russland zu bef&ouml;rdern, m&uuml;ssen auch Unterschiede ausgehalten und Gemeinsamkeiten betont werden, auch gegen&uuml;ber den &bdquo;Mitstreitern&ldquo;.  Das bedeutet keine Kritiklosigkeit, weder gegen&uuml;ber Russland noch gegen&uuml;ber einzelnen Referenten des WRF. Das Ziel der Entspannung mit Russland sollte aber zahlreiche Differenzen &uuml;berlagern, die auf anderen Politikfeldern bestehen. Auch wenn das Westminster Russia Forum also &bdquo;ideologisch&ldquo; nicht &bdquo;perfekt&ldquo; sein mag: Es ist unverzichtbar. <\/p><p><strong>Wenn die Politik versagt: Entspannung durch Kultur und Handel<\/strong><\/p><p>Eine zentrale Veranstaltung des WRF ist die Diskussionsrunde mit dem Thema &bdquo;Europ&auml;isch-russische Beziehungen: Multilaterale Ost-West-Beziehungen in Zeiten des Wandels&ldquo;. Die Teilnehmer sind der LINKEN-Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko, der Viscount von Waverley aus dem House Of Lords, Olga Podberezkina von der Russischen Staatsduma, Mirjam Zwingli vom WRF sowie Frank Creyelman vom fl&auml;mischen Parlament.<\/p><p>Weitere Referenten des Forums sind unter vielen anderen Martin Hoffman vom Deutsch-Russischen Forum, der russische Handelsbotschafter in Gro&szlig;britannien, Alexander Yarovoy, sowie Abgesandte zahlreicher Firmen oder Anwaltskanzleien &ndash; letztere bestreiten Diskussionsrunden mit Themen wie &bdquo;Juristische Kooperationen zwischen Europa und der Russischen F&ouml;deration&ldquo; oder die &bdquo;St&auml;rkung von Banden durch Medien, Sport und Kultur&ldquo;. <\/p><p>In den letztgenannten Themen k&ouml;nnte eine der St&auml;rken des WRF liegen &ndash; in einem Ausbau der Verbindungen jenseits der gro&szlig;en Politik: in Form von Partnerschaften bei Business, Sport und Kultur. Das sieht auch Nicolas Cobb so. Den Vorsitzenden des WFR haben die NachDenkSeiten k&uuml;rzlich in Berlin interviewt und er sagt zur Kraft der Verst&auml;ndigung: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Solange die Politik sich sperrt: Sind Kultur und Handel Wege der Ann&auml;herung? Ja, die einzigen, die im Moment existieren. Offiziell gibt es keine Beziehungen zwischen den beiden L&auml;ndern. Aber es gibt eine Entwicklung &ndash; und die kommt nicht von den Medien und auch nicht von den Politikern. Sie geht von Menschen aus, die in Universit&auml;ten recherchieren wollen oder Interessen in Kultur, Sport oder in Musik haben, von internationalen Rechts-Firmen, Banken etc. Wenn die Politik sich weigert, die Beziehungen zu verbessern, dann muss das durch den Handel und die Kultur entstehen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Russenfeindlichkeit: Medien sch&uuml;chtern Politiker ein<\/strong><\/p><p>Cobb best&auml;tigt zudem das allgemeine Empfinden: Demnach dominiert eine bedenkliche Russenfeindlichkeit sowohl in Deutschland als auch in Gro&szlig;britannien vor allem die Medien, aber auch weite Teile der Politik. Auch laut dem Tenor der gro&szlig;en britischen Zeitungen sei Russland eine homophobe Diktatur und f&ouml;rdere internationale Konflikte. Wegen dieser Medienkampagnen wagen sich zahlreiche britische Politiker, die eigentlich f&uuml;r eine Entspannung sind, nicht aus der Deckung, wie Cobb beschreibt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Da die Politiker sich nicht trauen, sich f&uuml;r einen Dialog mit Russland einzusetzen, bleiben im Moment nur wir. Es gibt zwar jene 30-40 Parlamentarier, die offen f&uuml;r einen Dialog w&auml;ren &ndash; aber niemand w&uuml;rde das offen zugeben. Da also die parlamentarischen Verbindungen, etwa zum russischen Parlament Duma, auf Eis liegen, haben wir als WRF begonnen, Reisen f&uuml;r Parlamentarier zu organisieren und Treffen mit Duma-Mitgliedern f&uuml;r einen Austausch.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das WRF und seine Ziele beschreibt Cobb folgenderma&szlig;en:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir sind eine Lobby-Gruppe, allerdings nicht mit einem dicken Bankkonto &ndash; im Gegenteil. In Gro&szlig;britannien haben wir einige hundert Unterst&uuml;tzer aus allen Teilen der Gesellschaft. Uns verbindet ein Interesse an Russland. Ich w&uuml;rde mich als russophil bezeichnen, davon gibt es hier nicht viele. Aber viele Engl&auml;nder haben dennoch ein Interesse an russischer Kultur oder sie arbeiten f&uuml;r eine russische Bank oder haben einen russischen Ehepartner. Wir hatten als WRF fr&uuml;her Verbindungen zu britischen politischen Parteien, aber das hat sich ge&auml;ndert. Wir sind nun ein neutrales Forum f&uuml;r &Ouml;konomie und Politik.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Titelbild: Zbitnev \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da die politischen Kan&auml;le zwischen Russland und &bdquo;dem Westen&ldquo; von Medien und Politikern weitgehend zerst&ouml;rt wurden, braucht es andere Wege der Kommunikation. Diese Wege sollten auch die M&ouml;glichkeiten nutzen, die kulturelle, sportliche oder gesch&auml;ftliche Beziehungen zwischen Russland und EU-L&auml;ndern bieten k&ouml;nnen. 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