{"id":55488,"date":"2019-10-09T16:01:17","date_gmt":"2019-10-09T14:01:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55488"},"modified":"2019-10-16T10:59:20","modified_gmt":"2019-10-16T08:59:20","slug":"die-baltischen-staaten-sind-willfaehrige-erfuellungsgehilfen-der-amerikaner-so-harald-ferbar-in-einem-zwischenruf-fuer-die-nachdenkseiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55488","title":{"rendered":"\u201eDie baltischen Staaten sind willf\u00e4hrige Erf\u00fcllungsgehilfen der Amerikaner\u201c &#8211; so Harald Ferbar in einem Zwischenruf f\u00fcr die NachDenkSeiten"},"content":{"rendered":"<p>Die Hauptbotschaft dieses Beitrags steht im Widerspruch zu allem, was uns normalerweise &uuml;ber die Haltung und Politik der baltischen Staaten erz&auml;hlt wird. Ich hatte den Autor um seine Einsch&auml;tzung gebeten, weil es wichtig ist, die Politik und die &ouml;ffentlichen &Auml;u&szlig;erungen der baltischen Staaten differenziert einsch&auml;tzen zu k&ouml;nnen. M&ouml;glicherweise entscheiden sie n&auml;mlich dar&uuml;ber, ob es in Europa friedlich zugeht oder ob wir in den n&auml;chsten kriegerischen und f&uuml;r viele t&ouml;dlichen Konflikt stolpern. Zur Person des Autors und zur Genesis dieses Beitrags noch eine Anmerkung. Albrecht M&uuml;ller.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8781\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-55488-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191010-Die-baltischen-Staaten-sind-willfaehrige-Erfuellungsgehilfen-der-Amerikaner-Harald-Ferbar-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191010-Die-baltischen-Staaten-sind-willfaehrige-Erfuellungsgehilfen-der-Amerikaner-Harald-Ferbar-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191010-Die-baltischen-Staaten-sind-willfaehrige-Erfuellungsgehilfen-der-Amerikaner-Harald-Ferbar-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191010-Die-baltischen-Staaten-sind-willfaehrige-Erfuellungsgehilfen-der-Amerikaner-Harald-Ferbar-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=55488-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191010-Die-baltischen-Staaten-sind-willfaehrige-Erfuellungsgehilfen-der-Amerikaner-Harald-Ferbar-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"191010-Die-baltischen-Staaten-sind-willfaehrige-Erfuellungsgehilfen-der-Amerikaner-Harald-Ferbar-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Harald Ferbar rief mich &ndash; es muss 2006 oder 2007 gewesen sein &ndash; an, weil er gerade mein Buch &bdquo;Machtwahn&ldquo; gelesen hatte. Er machte darauf aufmerksam, dass er meine Beschreibung zur politischen Korruption um einige weitere F&auml;lle erg&auml;nzen k&ouml;nnte. Er informierte dar&uuml;ber, dass er politisch anders gestrickt sei als ich, er sei in der Jungen Union Baden-W&uuml;rttembergs gro&szlig; geworden und geh&ouml;re zu einer Art Nachwuchskader der CDU. In diesem Kontext war er beruflich auch in den neuen Bundesl&auml;ndern t&auml;tig. Er &auml;u&szlig;erte seine Emp&ouml;rung dar&uuml;ber, dass dort bei den Banken im Zweifel immer die Tendenz bestand, Betriebe eingehen zu lassen, statt sie zu retten. Schon diese Kritik fand ich sympathisch, trotz sonstiger Meinungsunterschiede.<\/p><p>Der Autor des folgenden Textes ist ausgebildeter Bankkaufmann, er lebt seit 15 Jahren in Lettland, ist mit einer Lettin verheiratet und hat zwei Kinder.<\/p><p><strong>Harald Ferbar:<\/strong><\/p><p>Es ist an der Zeit, mit dem M&auml;rchen aufzur&auml;umen, die baltischen Staaten im Allgemeinen und Lettland im Besonderen seien durch Russland bedroht, man f&uuml;rchte eine Art von Okkupation oder Einmarsch, um das Baltikum Russland anschlie&szlig;en zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Nichts, aber auch gar nichts davon entspricht der Wirklichkeit. Nat&uuml;rlich versuchen lettische Medien mit tatkr&auml;ftiger Unterst&uuml;tzung amerikanischer Medienmogule jenes Szenario aufrechtzuerhalten, nicht ohne Erfolg. Obwohl die Bev&ouml;lkerung pers&ouml;nlich keine Bedrohung empfindet, wird allgemein ein Unbehagen zum Ausdruck gebracht. Die Propaganda der Amerikaner wirkt, der b&ouml;se Iwan existiert. <\/p><p>Der ehemalige B&uuml;rgermeister der lettischen Hauptstadt Riga, Nils U&scaron;akovs, ist ein Russe. &Uuml;ber 50 % der Einwohner Rigas sind Russen. Der Anteil der Russen in Lettland betr&auml;gt rund 40 %. <\/p><p>Gerne sollten die Leser der NachDenkSeiten einmal aufgekl&auml;rt werden, was in Lettland so abl&auml;uft. Das lettische Parlament w&auml;hlte offensichtlich einen Staatspr&auml;sidenten, der stets zuvor zu einer Art &ldquo;Casting&rdquo; in geheimer Mission nach Washington reisen muss, um sicherzustellen, dass das hohe Lied gegen Russland und Pr&auml;sident Putin nicht verklingt. Mit dem amtierenden Pr&auml;sidenten der USA hat das &uuml;berhaupt nichts zu tun, vielmehr hat sein Vorg&auml;nger, ein Friedensnobelpreistr&auml;ger, peinlich genau darauf geachtet, Russland stets als agressives Regime darzustellen und den jeweils amtierenden lettischen Pr&auml;sidenten darauf einzuschw&ouml;ren. Nicht nur der Pr&auml;sident, auch der Ministerpr&auml;sident und selbstverst&auml;ndlich der Verteidigungsminister erfreuen sich steter &ldquo;Betreuung&rdquo; durch US-amerikanische Berater.<\/p><p>Im M&auml;rz diesen Jahres gab der erste Au&szlig;enminister Lettlands nach der Unabh&auml;ngigkeit 1991, Janis Jurkans, dem Fernsehsender Russia Today (RT) ein Interview. RT hatte hierzu Studio und Technik des lettischen Fernsehens gemietet. Diese Tatsache wurde in den lettischen Medien als Skandal bezeichnet, es sei schlichtweg inakzeptabel, dass ein Interview von RT aus einem lettischen Fernsehstudio ausgestrahlt werden kann. Zumal in einer Zeit, und das sind die entlarvenden Aussagen der Fernsehverantwortlichen, wo &ldquo;vor allem der Schutz und die St&auml;rkung des lettischen Informationsraumes so wichtig sind&rdquo;. Das hei&szlig;t nichts anderes als selbstverst&auml;ndlich Meinungsfreiheit, solange sie der offiziellen Sprachregelung dient.<\/p><p>Was der erste Au&szlig;enminister Lettlands sagte, wurde freilich sch&ouml;n verschwiegen. Janis Jurkans lie&szlig; keinen Zweifel an der G&auml;ngelei Lettlands durch die Amerikaner. W&ouml;rtlich sagte er: &ldquo;Lettland bestimmt nicht die Politik, Lettland befolgt, was seitens der EU und vor allem der USA vorgeschrieben wird. Die baltischen Staaten sind willf&auml;hrige Erf&uuml;llungsgehilfen der Amerikaner, milit&auml;risch, &ouml;konomisch, einfach in jeder Hinsicht&rdquo;. Weiter f&uuml;hrte er aus, Russland unter Wladimir Putin habe nicht das geringste Interesse an einer Konfrontation, insbesondere mit den baltischen Staaten. Ebenso verwies er auf die in Lettland lebenden 300.000 Russen, die keinerlei politische Rechte h&auml;tten und in deren Pass noch das Wort &ldquo;Aliens&rdquo; stehen w&uuml;rde. Jurkans best&auml;tigte die Existenz amerikanischer Milit&auml;rberater in Lettland. <\/p><p>Es versteht sich von selbst, dass derart klare Aussagen keinen Raum in den &bdquo;unabh&auml;ngigen freien&rdquo; Medien haben. Soweit mir bekannt, fand dieses bemerkenswerte Interview ebenfalls keinerlei Niederschlag in den deutschen &ldquo;Leitmedien&rdquo;. Klar, RT ist die Stimme von Wladimir Putin, dem eiskalten Diktator und Demokratiefeind. Worum handelt es sich denn bei ARD und ZDF? Der fr&uuml;here schwarze Kanal der DDR verblasst zusehends im Vergleich zum jetzigen Staatsfernsehen der Autokratin Angela Merkel. <\/p><p>Im Herbst letzten Jahres fand eine sehr interessante Podiumsdiskussion in Passau statt. Neben Prof. Dr. Sinn und Dr. Peter Gauweiler nahm daran einer der reichsten Deutschen teil, der Mehrheitsaktion&auml;r der Knorr-Bremse AG, Heinz Hermann Thiele. In dieser Veranstaltung bezeichnete er Angela Merkel v&ouml;llig zu recht als Autokratin. Man stelle sich nun einmal vor, die Nachrichten w&uuml;rden im Zusammenhang mit der deutschen Regierung und der Regierungschefin von einer Autokratie und einer Autokratin sprechen und umgekehrt, wenn es um Berichterstattung &uuml;ber Russland geht, w&auml;re die Rede von einem gew&auml;hlten Pr&auml;sidenten, der das deutsche Regime und die despotische Haltung der EU hinsichtlich Sanktionen gegen Russland beklagt.<\/p><p>Das g&auml;be einen v&ouml;llig anderen Zungenschlag. Die Journaille in deutschen Leitmedien, egal ob Fernsehen, Print oder Rundfunk, ist zu nicht mehr ernst zu nehmenden Lakaien der USA verkommen, denen der letzte Funken objektiver und unvoreingenommener Berichterstattung l&auml;ngst abhanden gekommen ist. <\/p><p>Au&szlig;er Oskar Lafontaine gibt es leider nur wenige Politiker, die &ouml;ffentlich den Mut haben zu sagen, um was es sich bei den Vereinigten Staaten von Amerika tats&auml;chlich handelt: um nichts mehr oder weniger als eine Oligarchie, mit Demokratie hat dieses Land genauso wenig wie Deutschland etwas zu tun. <\/p><p>Der verstorbene republikanische Senator Mc Cain war h&auml;ufig gern gesehener Gast in Lettland. In seinem diplomatischen Reisegep&auml;ck stets Millionen von Dollar Bargeld, die an bestimmte lettische Politiker verteilt wurden, sozusagen als &ldquo;Dankesch&ouml;n&ldquo; f&uuml;r geleistete &ldquo;&Ouml;ffentlichkeitsarbeit&rdquo; im Dienste von Uncle Sam oder Vorschuss f&uuml;r zuk&uuml;nftige Gef&auml;lligkeiten. <\/p><p>Das im November 2018 in Norwegen stattgefundene NATO-Milit&auml;rspektakel mit 52.000 Soldaten kann doch als nichts anderes gewertet werden als bewusste Provokation und Agression gegen Russland. Offensichtlich ist man sich bei den Verantwortlichen innerhalb des sogenannten Verteidigungsb&uuml;ndnisses &uuml;berhaupt nicht dar&uuml;ber im Klaren, welch verheerendes Signal von derartigen Kriegsspielchen ausgeht. Durch die straffe Umklammerung der USA sind die baltischen Staaten l&auml;ngst eine Geisel dieser Politik, ohne jeglichen Spielraum eigenst&auml;ndiger Au&szlig;enpolitik und Normalisierung im Verh&auml;ltnis zu Russland. Lettland ist ein Paradebeispiel daf&uuml;r, was die Sanktionen f&uuml;r die heimische Wirtschaft anrichten. Die Russen waren stets willkommene und zahlungskr&auml;ftige Urlauber in Lettland. Durch die von USA und EU verh&auml;ngten Ma&szlig;nahmen werden vern&uuml;nftige wirtschaftliche Beziehungen im Keim erstickt. <\/p><p>Eine Normalisierung der Beziehungen zwischen der EU und Russland w&uuml;rde beiden Seiten extrem n&uuml;tzen, auch und gerade den Deutschen. Immerhin hat die EU Au&szlig;engrenzen zu Russland und nicht zu den USA. Russland ist uns geschichtlich tausendmal n&auml;her als die USA.<\/p><p>Leider hat sich der jetzige amerikanische Pr&auml;sident dem milit&auml;risch-industriellen Komplex seines Landes untergeordnet, anders kann die Rhetorik gegen Russland nicht verstanden werden. Es ist mittlerweile schon l&auml;cherlich, wof&uuml;r Russland und Putin alles herhalten m&uuml;ssen. Haltlose Anschuldigungen ohne jegliche Beweise, egal ob Wahlkampfeinmischung &ndash; wobei hier die Frage erlaubt sein muss, wie das wohl h&auml;tte vonstattengehen sollen &ndash; Cyber-Attacken, Giftanschl&auml;ge, etc., Russland wird stets an den Pranger gestellt. Von wem diese Desinformationen, ja L&uuml;gen gesteuert werden, welche Interessen dahinterstehen und wem diese Hetze gegen Russland n&uuml;tzt, dar&uuml;ber schweigen die klugen K&ouml;pfe beispielsweise des ZDF, angef&uuml;hrt vom Chefpropagandisten Claus Kleber. <\/p><p>Im November 2013 gab es in Imanta, einem Stadtteil von Riga, eine Trag&ouml;die in einem Supermarkt, als das Dach einst&uuml;rzte und 54 Menschen ums Leben kamen. Der damalige lettische Ministerpr&auml;sident Valdis Dombrovskis &uuml;bernahm f&uuml;r dieses Ungl&uuml;ck die politische Verantwortung. Jetzt muss doch jedem Leser die Frage einfallen: Was hat ein Ministerpr&auml;sident mit einem Supermarkt zu tun? Die Antwort: Nichts. Der liebe Ministerpr&auml;sident war einfach amtsm&uuml;de! Im wahrsten Sinne des Wortes. Ein ehemaliger Minister aus dem Kabinett Dombrovskis schilderte mir gegen&uuml;ber sehr lebhaft, wie &ldquo;ersch&ouml;pft&rdquo; Herr Dombrovskis h&auml;ufig nach den Kabinettsitzungen war. Er brauchte danach h&auml;ufig eine Ruhezeit in einem benachbarten Zimmer. <\/p><p>Nach der Supermarkttrag&ouml;die nahm dieser Mann dankbar das Angebot der deutschen Kanzlerin an, einer der Stellvertreter des EU-Kommissionspr&auml;sidenten Jean-Claude Juncker zu werden. Klar, in diesem Job l&auml;uft man nicht Gefahr, sonderlich &ldquo;ersch&ouml;pft&rdquo; zu sein. Dieses Angebot kam, weil Dombrovskis alle von der EU auferlegten Verpflichtungen im Nachgang der Pleite seines Landes erf&uuml;llte. Lettland  war das erste Pleiteland der EU und bekam sieben Milliarden Euro Rettungshilfe. Daf&uuml;r wurden Renten gek&uuml;rzt, die Armen noch &auml;rmer gemacht, Beamtengeh&auml;lter gek&uuml;rzt, etc. Mit verheerenden Folgen: Diese Beamten sind offen f&uuml;r jedwede Zuwendung, bestes Beispiel sind Polizeibeamte, die Geschwindigkeits- oder sonstige Kontrollen durchf&uuml;hren. Bei einem Durchschnittseinkommen von 600 Euro (!!!!) monatlich k&ouml;nnen sie gar nichts anderes tun, als Bargeldzuwendungen dankend entgegenzunehmen. Aus eigener Erfahrung kann ich das nur best&auml;tigen. Bei einem Benzinpreis von 1,30 Euro pro Liter &ndash; und hier gibt es keine Mineral&ouml;lsteuer &ndash; kommen diese Menschen mit einem so l&auml;cherlichen Gehalt einfach nicht aus.<\/p><p>Im Mai 2015 veranstaltete die EU mal wieder einen ihrer unz&auml;hligen, v&ouml;llig substanzlosen Gipfel, diesmal in Riga, wo man sich lebhaft von der B&uuml;rde der Kommissionsmitglieder, insbesondere des Kommissionspr&auml;sidenten, &uuml;berzeugen konnte. Die Medien berichteten, wie Juncker in &ldquo;bester&rdquo; Laune die Teilnehmer des Treffens begr&uuml;&szlig;te. Der Mann war schlicht und ergreifend von seinem morgendlichen Alkoholkonsum im benachbarten Radisson Hotel in Riga, nur einen Steinwurf entfernt von der Tagungsst&auml;tte, so derartig beseelt. Aber Entschuldigung, eine Sprecherin der EU verwies auf entsprechende Nachfragen von Journalisten darauf, Herr Juncker habe vor Jahren einen schlimmen Autounfall gehabt, mit der Folge von sukzessive auftretenden R&uuml;ckenleiden, die man nicht missverstehen d&uuml;rfe. <\/p><p>Seitdem ist mir klar, es gibt unglaublich viele Menschen, die mit R&uuml;ckenschmerzen zu k&auml;mpfen haben und denen man vollkommen unangemessen rauschartige Verhaltensweisen  unterstellt. Es gibt leider Fake News, es ist erschreckend, wie sich das &ouml;ffentlich-rechtliche Informationsmedium in Deutschland zu einer bislang nicht gekannten Anbiederung an die Machthabenden degeneriert hat!<\/p><p>An dieser Stelle m&ouml;chte ich darauf aufmerksam machen, dass sich der amtierende russische Pr&auml;sident regelm&auml;&szlig;ig &ouml;ffentlich einer rund dreist&uuml;ndigen Fragerunde der Bev&ouml;lkerung stellt. 2016 war ein Teilnehmer dieser Veranstaltung der ehemalige Staatssekret&auml;r im deutschen Verteidigungsministerium, Willy Wimmer. Und der &ldquo;eiskalte&rdquo; Diktator, der &ldquo;Menschenschl&auml;chter&ldquo; Putin hat f&uuml;r Herrn Wimmer pers&ouml;nlich die &Uuml;bersetzung seiner Fragen und Anregungen &uuml;bernommen! <\/p><p>Mir ist nicht bekannt, dass sich in Deutschland, geschweige denn in Lettland, ein Pr&auml;sident oder Ministerpr&auml;sident einem solchen Forum stellen w&uuml;rde. Die politische Kaste w&auml;re damit freilich auch &uuml;berfordert, auch und gerade in intellektueller Hinsicht. <\/p><p>Nun m&ouml;chte ich gerne nochmals den Kreis zu der angeblichen Bedrohung Lettlands durch Russland schlie&szlig;en. In J&#363;rmala, meinem Wohnort in Lettland, befinden sich neben der Residenz des Staatspr&auml;sidenten, nicht weit entfernt von mir, viele private Domizile auch der sogenannten Oligarchen des Landes.  <\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich handelt es sich dabei um stramme Patrioten, die den USA und der EU uneingeschr&auml;nkt und vorbehaltslos Gefolgschaft leisten. Aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtung und indirekter Beteiligungen an Unternehmen erfreuen sich diese Herrschaften gl&auml;nzender Kontakt in die ehemaligen Sowjetstaaten und pflegen, freilich konspirativ, beste Beziehungen zum Wohle des eigenen Kontos. <\/p><p>Es ist einfach unlauter und unfair, L&auml;nder wie Bulgarien oder Rum&auml;nien der Korruption zu beschuldigen, ohne dabei Lettland zu benennen, ein Land, das mit Sicherheit f&uuml;hrend in dieser Gruppe ist. Etwas Besseres als die EU-Mitgliedschaft 2004 konnte diesem kleinen Staat mit ehemals 2,4 Mio. Einwohnern, mittlerweile geschrumpft auf 1,9 Mio., nicht passieren. Die schon nach der Unabh&auml;ngigkeit von der Sowjetunion 1991 gebildete Schicht suspekter &ldquo;Elemente&rdquo; in Wirtschaft und Politik haut sich seitdem schamlos die Taschen voll mit Millionen von EU-Geldern. <\/p><p>Zu Zeiten, als ich pers&ouml;nlich noch Gast in der Deutschen Botschaft in Riga zum sogenannten &ldquo;Wirtschafts-Jour-Fix&rdquo; sein durfte, erlaubte ich mir die Frage coram publico, wie man sich zu dieser offensichtlichen Selbstbedienung beim Topf der EU-Gelder stellt. Die aufschlussreiche Antwort: Wo kein Kl&auml;ger, da kein Richter. Damit ist wohl alles gesagt.  Seitdem wurde ich auch nicht mehr eingeladen, &ldquo;denn klare T&ouml;ne sind bei Hofe nicht gefragt&ldquo;.<\/p><p>Dieser Satz stammt nicht von mir, sondern von Gerhard L&ouml;wenthal, Leiter des legend&auml;ren ZDF-Magazins von 1968 bis 1987.  Nach der Benennung von Friedhelm Ost, einem gnadenlosen Ja-Sager Helmut Kohls, zum Sprecher der Bundesregierung sah sich L&ouml;wenthal zu dieser Aussage hingerissen, da er sich berechtigterweise f&uuml;r diese Position als besser geeignet betrachtete. &Auml;hnliches trifft wohl auf den amtierenden Regierungssprecher zu, der sich v&ouml;llig unkritisch seiner Kanzlerin regelrecht unterwirft.<\/p><p>Die amerikanische Botschaft Lettlands hat ihren Sitz aus dem Zentrum der Stadt in einen v&ouml;llig unattraktiven Teil au&szlig;erhalb Rigas verlegt, gegen&uuml;ber einem Einkaufszentrum, aber in unmittelbarer N&auml;he des Flughafens. Eine strategische Entscheidung! Der Horch-und-Guck-Posten der USA, ausgestattet mit Hochtechnologie, ist nichts anderes als ein Spionagezentrum, um jedwede Ann&auml;herung an Russland zu verhindern.<\/p><p>Die in den deutschen Medien leider kaum mehr pr&auml;sente exzellente Kennerin Russlands, Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz, wurde nicht m&uuml;de, stets darauf hinzuweisen, welches Interesse die USA daran haben, kein gutes Verh&auml;ltnis zwischen Russland und Deutschland aufkommen zu lassen, gleiches gilt zwischen Russland und den baltischen Staaten.<\/p><p>Es sei mir an dieser Stelle der Hinweis auf Edward Snowden erlaubt, einem Menschen, dem man nicht genug danken kann f&uuml;r seine Enth&uuml;llungen. Die USA ist die gr&ouml;&szlig;te &Uuml;berwachungsmaschinerie dieser Welt. Unter Pr&auml;sident Obama wurde das perfide System massiv ausgebaut, was man seinem Amtsvorg&auml;nger Bush stets zurecht ankreidete. <\/p><p>Dieser junge Mann, Snowden, musste sein Land verlassen, weil er illegale Machenschaften aufgedeckt hatte und weil er erkannte, man k&ouml;nne sich nicht an den Eid an eine Organisation, an einen Staat gebunden f&uuml;hlen, der die Menschenrechte mit F&uuml;&szlig;en tritt. <\/p><p>H&auml;tten wir wahre freie Meinungs&auml;u&szlig;erung in den sogenannten demokratischen Staaten wie in Deutschland, dann m&uuml;ssten Menschen wie Albrecht M&uuml;ller, Willy Wimmer, Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz, Dr. Peter Hahne, Dr. Wolfgang Th&uuml;ne und viele ungenannte, aber bewundernswerte Pers&ouml;nlichkeiten die &ouml;ffentliche Diskussion bestimmen und nicht die &ldquo;Maischbergers, Wills, Plasbergs, Illners&rdquo; und wie die ganzen selbstherrlichen Personen hei&szlig;en.<\/p><p>Die Tatsache, dass dies nicht geschieht, sollte uns nachdenklich stimmen.<\/p><p>Titelbild: Peter Hermes Furian \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hauptbotschaft dieses Beitrags steht im Widerspruch zu allem, was uns normalerweise &uuml;ber die Haltung und Politik der baltischen Staaten erz&auml;hlt wird. Ich hatte den Autor um seine Einsch&auml;tzung gebeten, weil es wichtig ist, die Politik und die &ouml;ffentlichen &Auml;u&szlig;erungen der baltischen Staaten differenziert einsch&auml;tzen zu k&ouml;nnen. M&ouml;glicherweise entscheiden sie n&auml;mlich dar&uuml;ber, ob es in<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55488\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":55489,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,20,127,183],"tags":[423,2648,2005,1919,2051,1337,259,1556,1019],"class_list":["post-55488","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-landerberichte","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-medienkritik","tag-austeritaetspolitik","tag-baltische-staaten","tag-fake-news","tag-lueckenpresse","tag-lettland","tag-oligarchen","tag-russland","tag-usa","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/shutterstock_252343516.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55488","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=55488"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55488\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":55638,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55488\/revisions\/55638"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/55489"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=55488"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=55488"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=55488"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}