{"id":55595,"date":"2019-10-14T15:02:35","date_gmt":"2019-10-14T13:02:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55595"},"modified":"2019-10-14T15:56:54","modified_gmt":"2019-10-14T13:56:54","slug":"leserbriefe-zur-vereinigung-der-beiden-beiden-deutschen-staaten-ddr-und-brd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55595","title":{"rendered":"Leserbriefe zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten DDR und BRD"},"content":{"rendered":"<p>In den Beitr&auml;gen a) &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55367\">Wie aus &bdquo;Wir sind das Volk&ldquo; &bdquo;Wir sind ein Volk&ldquo; gemacht wurde, kam bei den gestrigen Feiern zur deutschen Einheit nicht vor.<\/a>&rdquo; und b) &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55447\">Der MDR und die NachDenkSeiten beschreiben nahezu deckungsgleich, wie wir und vor allem die Menschen in der DDR 1989\/1990 manipuliert worden sind.<\/a>&rdquo; werden die Ereignisse der Jahre 1989\/1990 und ihre Darstellung in den Medien beschrieben. Nachfolgend einige der  Zuschriften zu diesem Thema, auch von NachDenkSeiten-Lesern, die damals hautnah dabei waren, und ihre Sicht der Dinge hier schildern. Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NachDenkSeiten!<\/p><p>Ich danke Ihnen herzlich f&uuml;r Ihre aufmerksame, sorgf&auml;ltige und kritische Begleitung der &ouml;ffentlichen und medialen Jubelorgien, die dieser Tage das 30j&auml;hrige Gedenken an die &bdquo;Wende&ldquo; in der DDR orchestrieren.<\/p><p>Ihre Warnung vor komplett verblendeten Darstellungen in Geschichtsb&uuml;chern ist mehr als berechtigt. Vor allem, wenn man sieht, da&szlig; Historikern oft &bdquo;Dokumenten&ldquo; wie z.B. Stasi-Akten und Medienberichten mehr Vertrauen schenken als Zeitzeug-\/innen.<\/p><p>Umso wichtiger ist es, eine authentische Erinnerungskultur zu pflegen und zu bewahren. (Das gilt nicht nur f&uuml;r diesen Punkt, sondern f&uuml;r viele Erscheinungen, deren Zeugen wir in den letzten Jahrzehnten geworden sind: Den reaktion&auml;ren bzw. neoliberal-imperialistischen Rollback des Westens, die offensiv-aggressive neue NATO-Doktrin, 9\/11 und den &bdquo;arabischen Fr&uuml;hling&ldquo; sowie den Zusammenbruch der Demokratie in den USA seit G.W.Bush.)<\/p><p>Vielleicht schaffe ich es noch, einige eigene Erinnerungen zusammenfassend zu Papier zu bringen.<\/p><p>Heute nur einige kleine Splitter:<\/p><ol>\n<li><strong>Das penetrante Abfeiern der Prager Genscher-Rede bzw. der Ausreisegenehmigung f&uuml;r die Botschaftsfl&uuml;chtlinge.<\/strong>\n<p>Die Republikfl&uuml;chtlinge werden heute teilweise als &bdquo;Freiheitsk&auml;mpfer&ldquo; und &bdquo;Helden&ldquo; stilisiert &ndash; eine v&ouml;llige Albernheit. Vor allem im Verh&auml;ltnis zur &bdquo;Wir bleiben hier! Wir sind das Volk!&ldquo;-Bewegung innerhalb der DDR.<\/p>\n<p>Dazu darf ich Sie auf dieses Streitgespr&auml;ch verweisen: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ilko-sascha-kowalczuk-vs-detlef-pollack-hat-die-ddr.2927.de.html?dram:article_id=458237\">deutschlandfunk.de\/ilko-sascha-kowalczuk-vs-detlef-pollack-hat-die-ddr.2927.de.html?dram:article_id=458237<\/a><\/p>\n<p>Kowalczuk, der heuer als Leib- und Magenhistoriker der Wende-Betrachtung herumgereicht wird, ist in der Frage eindeutig im Irrtum. <\/p>\n<p>F&uuml;r die SED- und DDR-F&uuml;hrung stellte sich die Frage nach irgendeinem Handlungsbedarf erst, als die normalen Leute und die eigenen Kader anfingen, &bdquo;Wir bleiben hier!&ldquo; zu skandieren. <\/p>\n<p>Damit brachten sie zum Ausdruck, da&szlig; die Mi&szlig;st&auml;nde, die zur Ausreisewelle f&uuml;hrten, tats&auml;chlich ein Ausma&szlig; angenommen hatten, das man nicht mehr einfach unter den Tisch kehren konnte &ndash; erst recht nicht, wenn man dem Sozialismus noch irgend etwas zutrauen sollte.<\/p>\n<p>Die Bedeutung der &bdquo;Oppositionsgruppen&ldquo; wird vielfach &uuml;berbewertet. Zum einen waren sie relativ &uuml;berschaubar und von den Sicherheitsorganen leicht zu kontrollieren. Wahrscheinlich sogar unterwandert, wie sich dann in der Wendezeit vielfach herausstellte (W.Schnur, I.B&ouml;hme&hellip;).<\/p>\n<p>Sie waren sogar ein Ausweis dessen, da&szlig; die DDR durchaus eine gewisse kritische Str&ouml;mung tolerierte, solange sie sich in akademischen oder obstrusen Zirkeln bewegte, die keinen Einflu&szlig; auf die Strukturen der &bdquo;Arbeitermacht&ldquo; aus&uuml;bten<\/p>\n<p>(Bereiche Sicherheit und Landesverteidigung, Volksbildung usw.). Das ist heute nicht anders: Die &bdquo;Oppositionsgruppen&ldquo; verschwanden nach dem 18.03. endg&uuml;ltig, als es nicht mehr um Diskurs, sondern um Machtkontrolle ging und die West-Parteien das Ruder &uuml;bernahmen.<\/p>\n<p>Auch heute vegetieren wirklich aufkl&auml;rerische Bewegungen (wie die NDS und ihre Leserschaft) in als obskur verunglimpften &bdquo;alternativen&ldquo; Winkeln herum und werden vom Mainstream angefeindet, w&auml;hrend gewisse &bdquo;Protestbewegungen&ldquo; pl&ouml;tzlich wie Phoenix aus der Asche mit Geld, Slogans, Organisation und Logos weltweit agieren.<\/p>\n<p>Zugleich diente die DDR-&bdquo;Opposition&ldquo; (die teilweise sehr schwierige Pers&ouml;nlichkeiten versammelte) als &bdquo;Schaufenster&ldquo; einer pseudoliberalen Diskurskultur Richtung Westen; die Fenster waren ja nie wirklich geschlossen (auch das wird heute immer anders kolportiert). <\/p>\n<p>Man mu&szlig; auch bedenken, da&szlig; &bdquo;Opposition&ldquo; teilweise als Weg begriffen wurde, schlicht in den Westen zu kommen &ndash; statt wirklich vor Ort etwas bessern zu wollen.<\/p>\n<p>Hier spielt im offiziellen Gedenkkult bzw. der Geschichtsschreibung nat&uuml;rlich nur die reaktion&auml;re West-Sicht mit der Hallstein-Doktrin eine Rolle, der gem&auml;&szlig; die DDR eh nie eine Existenzberechtigung hatte, und der Sozialismus schon gar nicht.<\/p>\n<p>Auch Genscher selbst wird falsch dargestellt, wenn ihm die Aura eines Mose angeh&auml;ngt wird, der die Seinen durch die Wogen des tosenden Roten Meeres (sic!) in &bdquo;die Freiheit&ldquo; gef&uuml;hrt h&auml;tte.<\/p>\n<p>Das Ausw&auml;rtige Amt hat vielmehr mit den offiziellen Stellen verhandelt, und die Genehmigung zur St&auml;ndigen Ausreise kam schlie&szlig;lich von der DDR.<\/p><\/li>\n<li><strong>Der 04.\/07.\/09.Oktober<\/strong>\n<p>In der Chronologie der Ereignisse ist es zwar richtig zu betonen, da&szlig; die Gesamtsituation ab August (oder schon seit der ungarischen Grenz&ouml;ffnung) zunehmend spannungsvoll und quasi unertr&auml;glich wurde. <\/p>\n<p>Die SED agierte hilflos, ignorant und panisch; sie verblieb in ihren selbstgesteckten, selbstgerechten Paradigmen; sie verlor die Kontrolle und go&szlig; immer mehr &Ouml;l ins Feuer. Als sie (ab dem 14.10.) reagierte, war es zu sp&auml;t. <\/p>\n<p>Insbesondere das Verh&auml;ltnis zur UdSSR war in diesen Tagen angesichts der Herausforderungen zu komplex geworden, als noch vorhersehbare realpolitische Voraussagen darauf gr&uuml;nden zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Dazu empfehle ich die j&uuml;ngst erschienenen Erinnerungen von Egon Krenz: &bdquo;Wir und die Russen&ldquo;.<\/p>\n<p>Aber zu behaupten, ab September gingen die Leute bei Montagsdemos auf die Stra&szlig;e, um &bdquo;Demokratie und Freiheit&ldquo; zu fordern, das ist so dumm wie falsch.<\/p>\n<p>Es gab kleine &ouml;ffentliche Bewegungen &ndash; etwa die winzigen Alex-Demos in Berlin mit dem Thema &bdquo;Kommunalwahl 08.05.&ldquo;, ab September auch die Friedensgebete mit anschl. Umz&uuml;gen etwa in Leipzig und vor allem in Plauen.<\/p>\n<p>Thema hier: Der Reformbedarf innerhalb der DDR!<\/p>\n<p>Am 04.10. durchquerten (Auf wessen Veranlassung?) die Ausreisez&uuml;ge das Territorium der DDR; am Abend kam es in Dresden zu (beiderseitigen) Ausschreitungen zwischen ausreisewilligen Demonstranten und den Sicherheitskr&auml;ften.<\/p>\n<p>Die Proteste am 07.10. thematisierten vor allen Dingen die Solidarit&auml;t mit den Inhaftierten des 04.10.!<\/p>\n<p>Mit Spannung erwartete Jede-\/r in der DDR den Abend des 09.10.: Friedensgebet in Leipzig mit zu erwartender Demo; die Welt&ouml;ffentlichkeit nach &bdquo;40 Jahre DDR&ldquo; wieder abgereist; erwartet wurden extreme Repressionen.<\/p>\n<p>Thematisiert wurde &ndash; etwa an der Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg &ndash; wiederum die Solidarit&auml;t mit den Inhaftierten des 04. (und jetzt des 07.)10.<\/p>\n<p>Das schaukelte sich also quasi auf: Je mehr Druck die SED dagegensetzte, umso mehr Kerzen leuchteten in den Fenstern, umso mehr Menschen fanden sich in den Kirchen ein und umso lauter wurde der Ruf &bdquo;Keine Gewalt!&ldquo;.<\/p>\n<p>&Uuml;brigens nicht nur bei &bdquo;Dissidenten&ldquo;, Fundamental-Oppositionellen oder West-Agenten, sondern gerade bei der normalen Bev&ouml;lkerung bis hinein in die sozialen Organisationen! <\/p>\n<p>Das war der entscheidende Punkt: Die SED mu&szlig;te merken, da&szlig; sie die Unterst&uuml;tzung der Bev&ouml;lkerung f&uuml;r ihren Kurs verloren hatte. Und das mit &bdquo;Kerzen anz&uuml;nden&ldquo;.<\/p>\n<p>(Die reaktion&auml;re West-Geschichtsschreibung l&uuml;gt an diesem Punkt ja immer, da&szlig; es eine solche nie gegeben h&auml;tte; da&szlig; fast alle 17 Millionen DDR-B&uuml;rger-\/innen nur eingesperrte Leute unter der gewaltsamen Knute einer &uuml;blen Diktatur gewesen w&auml;ren.)<\/p>\n<p>Bei all dem ging es (bis Mitte November) nie um &bdquo;Demokratie und Freiheit&ldquo; oder darum, die Existenz der DDR infrage zu stellen, sondern es ging um den Umgang mit der Krisensituation 1988\/89 unter den Stichworten &bdquo;Perestroika&ldquo;, Transparenz, Authentizit&auml;t, Machtmi&szlig;brauch, Mi&szlig;wirtschaft, Umweltkrise, R&uuml;stungskrise usw.<\/p><\/li>\n<li><strong>War das Geschehen 1989\/90 in der DDR eine &bdquo;Revolution&ldquo;?<\/strong><br>\n&nbsp;<br>\n[Text vom 27.09.] Seit wann ist die &ldquo;Wende&rdquo; in der DDR, die zur deutschen Einheit f&uuml;hrte, eigentlich eine &ldquo;Revolution&rdquo;? Die 2019 immer offizieller gewordene Sprachregelung f&uuml;hrt vollkommen in die Irre. Man mu&szlig; nicht den Krenz-Sprech von &ldquo;Wende&rdquo; &uuml;bernehmen, um die Ereignisse historisch und soziologisch korrekt zu bezeichnen, aber &ldquo;REVOLUTION&rdquo; geht ja nun deutlich anders! \n<p>Ja: Es gab eine Massenbewegung; ja, es gab Formen des Protests und der (dialogischen) Auseinandersetzung mit dem Regime. Aber es gab keinen Machtwechsel und keinen Generalstreik (es sei denn, das Weglaufen von Zuhause und vom Arbeitsplatz gilt daf&uuml;r)! Es gab keine &Uuml;bernahmen von Staats- oder Medienapparaten, von Wirtschaftsunternehmen oder von poltischen Netzwerken! Bis zur durch das Ausland &ndash; die BRD &ndash; massivst korrumpierten (was den WP- und NYT-Nachplapperern ja heute als so schrecklich gilt) Volkskammer-Wahl am 18.03. sa&szlig; die SED fest in den Sesseln der Macht &ndash; und das auf allen Ebenen. B&uuml;rgerkomitees haben zwar zum gro&szlig;en Teil die Staatssicherheit aufgemischt und z.B. die Akten sichergestellt, nachdem Anfang Januar die Modrow-Pl&auml;ne zur Umstrukturierung und Revitalisierung als NaSi bekanntgeworden waren. W&auml;hrenddessen hatten die Allermeisten keine &ldquo;Revolution&rdquo; und deren Vollendung im Sinn, sondern wie sie schnellstm&ouml;glich an Westknete und an eine West-Zukunft kommen. <\/p>\n<p>Aber die Rath&auml;user, Kreis- und Bezirksverwaltungen, die Einrichtungen der Daseinsvorsorge, der &Ouml;konomie, des Au&szlig;enhandels, des Nah- und Fernverkehrs, des Zivilschutzes, der Sicherheitsorgane, Presse, Rundfunk und DFF blieben fest in H&auml;nden des Regimes! Und alle waren froh dr&uuml;ber, da&szlig; jemand den bl&ouml;den ollen Kram, die Grundlagen eines halbwegs geordneten &ouml;ffentlichen Lebens irgendwie aufrechtzuerhalten, &uuml;berhaupt machte! Und zwar bis zum Tag der W&auml;hrungsunion, als die innere Betriebsstruktur pl&ouml;tzlich nicht mehr durch die (jetzt demokratischen) Staatsorgane gew&auml;hrleistet, sondern einer wildwestartigen Selbstaufl&ouml;sung &uuml;berlassen wurden. Und jeder nur noch zusah, wie er sich unter die Fittiche eines potenten West-Partners rettet &ndash; siehe Regionalzeitungen, siehe Staatsbank! Vor allem im Einzelhandel lie&szlig; sich das sehr gut miterleben; die innere Struktur der neuen Bundesl&auml;nder wurde auch nicht erst zu Treuhand-Zeiten unreparabel demoliert, sondern in diesen rechtsfreien Monaten der D-Mark-Herrschaft!<\/p>\n<p>&Uuml;brigens wurde die Regierung Modrow, die heute mythifizierend oft als Wegbereiterin des &ldquo;Dialogs&rdquo;, der Runden Tische, der freien Wahlen, des Gespr&auml;chs mit dem Westen Richtung 2+4, der Legalisierung von B&uuml;rgerbewegungen und neuer Parteien gepriesen wird, von dem Verantwortlichen f&uuml;r die barbarischen Zwischenf&auml;lle am 04.10. in Dresden geleitet &ndash; einem Menschenrechtsverletzer, der &ndash; wie so viele &ndash; im Abklingbecken &ldquo;Europa&rdquo; eine politische Karriere fortsetzen konnte; der aus der anderen Sicht auf der ZK-Tagung am 03.12. gegen die Regierung geputscht und &ndash; wie schon mit seinem Handeln vom 04.10. (das die Massenproteste erst anstachelte) &ndash; zum Ende der DDR beigetragen hatte.<\/p>\n<p>War dieser Modrow-Putsch nun eine &ldquo;Revolution&rdquo;? Oder die Wahl am 18.03.?<\/p>\n<p>Waren wir nicht immer stolz, eine kurzlebige Demokratie auf deutschem Boden gewaltfrei und &ndash; letztlich eben doch &ndash; im Dialog, OHNE revolution&auml;re oder konterrevolution&auml;re Erscheinungen wie Gewalt und Blutvergie&szlig;en errichtet zu haben, nur mit R&uuml;ckgrat und &bdquo;aufrechtem Gang&ldquo;, wie es damals hie&szlig;? Bewegten sich die Volksvertretungen und Regierungen der DDR (und ab M&auml;rz der L&auml;nder) zwischen Okt.89 und Okt.90 nicht auf dem Boden der Verfassung, wenn auch in ihrer jeweiligen Lesart und Auspr&auml;gung? Eine &ldquo;legale&rdquo; Revolution &ndash; das w&auml;re die erste ihrer Art auf Erden gewesen &ndash; und nat&uuml;rlich deutsch. <\/p>\n<p>Waren subversive und ab November dann &ldquo;freiheitliche&rdquo; Akte etwa revolution&auml;r &ndash; wie das Singen der DDR-Hymne, das H&ouml;ren von West-Radio, &ldquo;Helmut, Helmut&rdquo;-Rufe, basisdemokratische Selbsterm&auml;chtigungen in Ortsgruppen der DSF und des Kulturbunds (Oh, was haben wir uns damals an Satzungen hei&szlig;geschrieben!) oder die f&uuml;r ein paar Monate geduldete Herausgabe selbstgemachter alternativer Bl&auml;ttchen, die sehr schnell von den gro&szlig;en West-Verlagspanzern gepl&auml;ttet wurden? Gab es eine &ldquo;&ouml;konomische&rdquo; Revolution, weil durch Ausreisen und Kurztrips nach dem Westen Produktion, Dienstleistungen und Versorgung tempor&auml;r zum Erliegen kamen? War das Verscherbeln der DDR durch Gorbatschow eine &ldquo;Revolution&rdquo;? Und wie war es mit der massenhaften Aneignung fremden (zumeist Volks-, genossenschaftlichen, kommunalen oder sonst Gemein-)Eigentums &ndash; zuerst (nach der Ausreisewelle) vielleicht noch wild; nach der W&auml;hrungsunion vielleicht noch wilder (da gab es z.B. wilde, selbstgemachte &ldquo;Bodenreformen&rdquo;, wo VEGer, die sich selbst mehr oder weniger aufgel&ouml;st hatten, von den Anwohnern verteilt und in Besitz genommen wurden); ab dem W&uuml;ten der Treuhand und vor allem nach dem Rohweddermord aber systematisch? War das &ldquo;legal&rdquo;? War es Raub, Annexion? &Uuml;berf&uuml;hrung in eine sinnvolle Wirtschafts- und Organisationsform? Oder eine &ldquo;Revolution&rdquo;? Und wer hat daf&uuml;r gezeichnet? Ein Kleinkrimineller und ein Schwarzgeldschieber, beide stadtbekannt! &ldquo;Revolution&rdquo;! Ha ha.<\/p>\n<p>Nicht einmal der politische Anschlu&szlig; an die BRD war eine! Es handelte sich um den &ldquo;Beitritt von 6 L&auml;ndern zum Geltungsbereich des Grundgesetzes&rdquo; nach Art. 23 GG, wobei ich mich heute noch frage, ob der &uuml;berhaupt wirklich &uuml;berall v&ouml;lkerrechtlich legitimiert war (Gaben die eiligst aus dem Boden gestampften Landesverfassungen diese fristlose ad-hoc-M&ouml;glichkeit wirklich &uuml;berall her?) oder nicht zumindest in Teilen bis heute schwebend unwirksam ist (und deshalb als Annexion zu bezeichnen). Eine &ldquo;Revolution&rdquo; findet jetzt, 30 Jahre nachher statt: In Orwellscher Begriffsverwirrung!<\/p>\n<p>F&uuml;r mich bleibt der friedliche Wandel ein historisch singul&auml;res Ereignis, das wiederholen zu k&ouml;nnen, heute viele Nationen froh und stolz w&auml;ren! Ich nenne es &ldquo;Wende&rdquo; &ndash; man mag andere Bezeichnungen vorziehen. Aber eine &ldquo;Revolution&rdquo; s&auml;he doch wohl viel anders aus!<\/p>\n<p>Auch, was den daf&uuml;r erforderlichen Elitenwechsel angeht. Nun hei&szlig;t es ja &uuml;berall, angefangen bei Richard Schr&ouml;der, der Osten h&auml;tte gar nicht genug demokratisch gesinntes Fachpersonal gehabt. Eine &ndash; wenn auch wohlmeinende (wor&uuml;ber noch zu streiten w&auml;re) &ndash; Kolonisierung und femdl&auml;ndische &Uuml;bernahme als &ldquo;Revolution&rdquo;? Ich frage mich ernsthaft, welche Lexikalit&auml;t bei den heutigen Westideologen herrscht, die ihren Neoliberalismus in trockene T&uuml;cher bringen wollen. F&uuml;r die ist &ldquo;Revolution&rdquo; ja sowas wie in &Auml;gypten und auf dem Maidan, wo ausl&auml;ndische Agenten Aufkleber und M&uuml;tzen verteilen, Unmut und Unruhe stiften, ein paarmal in die Menge feuern und am Ende nichts als Chaos verursachen. Man mu&szlig; diese Farb- und Blumen-NATO-Beitrittsereignisse mal vergleichen mit Petrograd &rsquo;17 oder Teheran &rsquo;79 &ndash; DAS war &ldquo;Revolution&rdquo;!<\/p>\n<p>&ldquo;Revolution ist Praxis&rdquo; (Lenin). OK, f&uuml;r Viele (beileibe nicht f&uuml;r alle, wahrscheinlich nichtmal eine Mehrheit) trifft das wohl auf 1989\/90 zu. Aber Revolution hat auch immer etwas mit Aufbau zu tun. Nicht mit im-Stich-lassen, nicht mit Aufgeben, nicht mit Sterben oder den Gnadenschu&szlig; Versetzen. Ja, Richard Schr&ouml;der mag recht haben mit seinem Urteil, am Ende habe das Gros der DDR-Bev&ouml;lkerung nichts mehr mit ihrem kaum noch funktionierenden Land anfangen k&ouml;nnen. Das Diktum hie&szlig; damals (etwa gegen Oskar Lafontaine im Bundestagswahlkampf): Keiner braucht 2 deutsche Staaten. Aber man macht keine &ldquo;Revolution&rdquo;, wenn man sich selbst abschaffen will. Nur, wenn man sich selbst zu gr&uuml;nden vorhat!<\/p>\n<p>Untergang, Zusammenbruch, historisch vorgezeichnetes Schicksal, Erf&uuml;llung und Ausgang der &ldquo;deutschen Frage&rdquo; (f&uuml;r Manche auch &ldquo;Verrat&rdquo;) &ndash; ich wei&szlig; es nicht. Aber &ldquo;Revolution&rdquo;: NEIN, das ist es nicht gewesen.<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Herzlichst,<br>\nIhr Matthias Jehsert<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Als gastronomischer Mitarbeiter des Studentenklubs &ldquo;Moritzbastei&rdquo; neben dem Gewandhaus habe ich die sehr schnelle Slogan-Ver&auml;nderung wahrgenommen. Die Stadtring-Demos lichteten sich im November 1989, es waren weit mehr Demonstranten mit Rechtsau&szlig;en-Layout und es gab nur noch die Rufe nach EINEM VOLK.<br>\nIch habe damals den Aufruf &ldquo;F&uuml;r unser Land&rdquo; unterzeichnet &ndash; von dem man sp&auml;ter nichts mehr h&ouml;rte. <\/p><p>Die Bundesregierungs-Koalition brachte den Slogan &ldquo;Keine Experimente&rdquo; in den Wahlkampf, der diese im Osten sp&auml;ter &uuml;berw&auml;ltigend siegen lie&szlig;. <\/p><p>Nachdem ich erkannte, dass diesem Trend nichts entgegenzusetzen war, habe ich mich b&uuml;rgerbewegt verst&auml;rkt bei den Liberalen eingebracht. <\/p><p>Uwe Koid <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Geb&auml;udepflegerin Elke Bobles fordert eine gerechte Entlohnung f&uuml;r ein &bdquo;menschenw&uuml;rdiges Leben&ldquo;, wie sie sagt. Mit monatlich 1.200 Euro sei das nicht m&ouml;glich.<br>\n&bdquo;Leben kann man davon nicht. Man kann davon existieren, es ist immer noch mehr als die Grundsicherung. Aber unter einem w&uuml;rdevollen Leben stelle ich mir andere L&ouml;hne vor. Da stelle ich mir vor: Dass ich von dem Lohn, den ich mir hart erarbeite auch in den Urlaub fahren kann, dass ich mir eine Konzertkarte leisten kann, ohne dass ich daf&uuml;r ein halbes Jahr drauf sparen muss.&ldquo;<\/p><p>Liebe NDS-Redaktion,<\/p><p>glaubt man allen Ernstes, nur im Osten g&auml;be es diese Verh&auml;ltnisse? Offensichtlich gibt es in Deutschland ein Opferwettbewerb (sowohl Minderheiten als auch Regionen) &ndash; um beachtet zu werden, muss man immer die Nase vorn haben, der Aller&auml;rmste zu sein. Als zweit&auml;rmster guckt man schon in die R&ouml;hre. (&ldquo;Der Osten&rdquo; vor dem Ruhrgebiet). Aber ganz sicher hat der &ldquo;Malocher aussem Kohlenpott&rdquo; den Osten nicht abgezockt. Ohne Zweifel hat es bei der Wiedervereinigung Ungerechtigkeiten gegeben. Diese aber wurden von der elit&auml;ren &ldquo;Upper Class&rdquo; begangen. Der Deutschlandfunk versucht dies zu verschleiern, er benennt die Schuldigen nicht &ndash; stattdessen verbreitet er gequirrlten Stuss (Der Westen hat blababla&hellip; ). Seit drei&szlig;ig Jahren h&auml;lt eine elit&auml;re Oberschicht die Mauern im Kopf (Ost\/West) k&uuml;nstlich und in voller Absicht aufrecht. Es ist ihre Legitimation, sich immer wieder und wieder und wieder k&uuml;mmern zu m&uuml;ssen, damit sie sich selbst begl&uuml;ckw&uuml;nschen und feiern k&ouml;nnen &ndash; aber je mehr sie sich k&uuml;mmern, desto mehr verschlimmbessern sie die Lage. <\/p><p>VG Michael Wrazidlo<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>zuerst einmal wieder ganz herzlichen Dank f&uuml;r Ihre unerm&uuml;dliche Aufkl&auml;rungsarbeit, insbesondere gerade mit Ihrem neuen Buch!<\/p><p>Nat&uuml;rlich sind einem &bdquo;alten&ldquo; NachDenkSeiten-Leser die Beispiele und Argumente Ihres Buches bestens vertraut, aber die knappe Konzentration macht es zu einem idealen &bdquo;Aufkl&auml;rungsgeschenk&ldquo; f&uuml;r Freunde und Bekannte.<\/p><p>Deshalb wollte ich gleich am Mittag des 1.10. auch mindestens 1 Expl. beim Buchh&auml;ndler meines Vertrauens (Dorotheenst&auml;dtische Buchhandlung in Berinl Moabit) erwerben und freute mich, als der alte Buchh&auml;ndler sagte: &bdquo;Ja, davon sind heute morgen schon einige Exemplare mitgekommen&hellip;&ldquo; Aber dann kam die &ndash; erfreuliche &ndash; Entt&auml;uschung: &bdquo;Ne, die sind alle schon wieder weg!&ldquo; &ndash; also musste ich noch einen Tag l&auml;nger warten.<\/p><p>Als &bdquo;Betroffener&ldquo; habe ich Ihr Kapitel zu &bdquo;Wir sind das\/ein Volk&ldquo; gleich als erstes aufgeschlagen und die Geschichte der Manipulation best&auml;tigt gefunden, die m.W. vor einigen Jahren erstmals in der &bdquo;jungen Welt&ldquo; dargestellt wurde. Zumindest war es das erste Mal, dass ich die lange vermuteten Hintergr&uuml;nde erfuhr. Denn zuf&auml;llig war ich am Dienstagmorgen, nachdem der Spruch &bdquo;Wir sind EIN Volk!&ldquo; erstmals aufgetaucht war, in Leipzig &ndash; und war schockiert, wie UNSERE friedliche Revolution da offensichtlich von nationalistischen Kr&auml;ften &bdquo;gekapert&ldquo; worden war: Sicherlich gab es auch ein paar DDR-B&uuml;rger, die so in Richtung &bdquo;Wiedervereinigung&ldquo; (*) dachten &ndash; aber der generalstabsm&auml;&szlig;ige &bdquo;Aufmarsch&ldquo; mit Stickern und Plakaten war denen keinesfalls zuzutrauen. Da musste eine westliche Propagandamaschinerie dahinter stecken &ndash; und dies hat sich ja inzwischen l&auml;ngst best&auml;tigt. (Das w&auml;re wohl in meiner pers&ouml;nlichen Erfahrungsgeschichte das erste Mal, wo sich der Spruch bewahrheitet h&auml;tte: &bdquo;Eine Verschw&ouml;rungstheorie ist eine Theorie, die umso wahrer wird, je l&auml;nger es bis zu ihrer Best&auml;tigung braucht.&ldquo; &ndash; der m.W. dem IT\/Sicherheitsblogger Felix &bdquo;FeFe&ldquo; von Leitner zugschrieben wird.)<\/p><p>Eben habe ich mir auch die wegen der vielen historischen Fakten erstaunlich sehenswerte MDR-Sendung angesehen (man erwartet von den &Ouml;R au&szlig;erhalb der &bdquo;Anstalt&ldquo; ja nicht mehr viel&hellip;) &ndash; und dabei sind mir zwei Aspekte wieder einmal unangenehm aufgesto&szlig;en:<\/p><ol>\n<li>Dass die Revolution friedlich verlaufen ist, wird zwar immer betont, ebenso, dass bzw. weil die Demonstranten friedlich gewesen seien. Nat&uuml;rlich, das ist auch eine unabdingbare Voraussetzung. Aber nicht die einzige. Denn schon ganz simpel strukturell betrachtet kann eine Auseinandersetzung zwischen zwei Parteien (in diesem Fall: revoltierende B&uuml;rger gegen den Staat) per definitionem nicht friedlich verlaufen, wenn nicht BEIDE Seiten friedlich agieren. Und genau DAS ist der ehemaligen DDR-F&uuml;hrung eben auch hoch anzurechnen. Egon Krenz, von dem man halten kann, was man will (ich eher mehr, je gr&ouml;&szlig;er der historische Abstand wird) hat in seinem j&uuml;ngsten Buch &uuml;ber die Wendezeit (mit dem etwas ungl&uuml;cklichen Titel &bdquo;Wir und die Russen&ldquo;) berichtet, dass es sogar einen BEFEHL aus der h&ouml;chsten Ebene der Staatsf&uuml;hrung gab (zuerst unter Honecker, dann best&auml;tigt und erweitert von Krenz selbst), KEINE Waffengewalt einzusetzen. DAS wird nat&uuml;rlich in der offizi&ouml;sen Geschichtsschreibung bis heute gern verschwiegen. [Man vergleiche einmal die Zahlen schwer Verwundeter bei den Demonstrationen damals in der DDR (= oder nahe Null) mit derjenigen bei S21, in Barcelona oder bei den Gelbwesten! Aber es sind ja auch &bdquo;unsere&ldquo; demokratisch gew&auml;hlten Volksvertreter, die sich in einem Ma&szlig;e meinen sicherheitstechnisch vom Volk abschirmen zu m&uuml;ssen, wie es die &bdquo;Diktatoren&ldquo; im Osten nie f&uuml;r n&ouml;tig gehalten haben&hellip;!]\n<p>Aus meiner Kenntnis der &bdquo;bewaffneten Organe&ldquo; heraus &ndash; ich war 1983-86 f&uuml;r 3 Jahre Matrose in der Volksmarine &ndash; w&uuml;rde ich aber auch zu behaupten wagen, dass ein gegenteiliger Befehl nicht befolgt worden w&auml;re, sondern sogar zum &Uuml;berlaufen der Soldaten und Polizisten zu den Demonstranten gef&uuml;hrt h&auml;tte. [Ebenso bin ich &uuml;berzeugt, dass keiner der Offiziere, mit denen ich zu tun hatte, sich jemals an einem befohlenen Angriffskrieg gegen ein anderes Land beteiligt h&auml;tte. Eher h&auml;tten sie Befehlsverweigerung begangen&hellip;] Weiterhin bin ich auch &uuml;berzeugt, dass der &bdquo;Nicht-Schie&szlig;befehl&ldquo; der DDR-Regierung nicht nur aus der Angst vor einem solchen &bdquo;Umkippen&ldquo; der Situation in unkontrollierbare Gewalt oder &bdquo;Fahnenflucht&ldquo; erkl&auml;rt werden kann, also dem Davonlaufen ihrer &bdquo;Machtinstrumente&ldquo;, sondern daraus, dass sie selbst aufgrund ihrer eigenen Geschichte und Erfahrungen KEINE Gewalt gegen das Volk einzusetzen bzw. zu befehlen bereit gewesen w&auml;ren: Mein Gro&szlig;vater kannte einige der sp&auml;ter f&uuml;hrenden SED-Spitzenpolitiker im Norden der DDR aus der Nachkriegs- und Aufbauzeit noch pers&ouml;nlich und war immer wieder erstaunt, wie wenig die &uuml;ber die tats&auml;chliche Stimmung in der Bev&ouml;lkerung informiert waren &ndash; weil das System so eingerichtet war, dass immer nur &bdquo;Positives&ldquo; nach oben gemeldet wurde, selbst innerhalb der Stasi. (Innerhalb des KGB war man da wohl &bdquo;offener&ldquo;, so dass ein Gorbatschow die Lage in der SU vermutlich ziemlich gut bzw. gut genug kannte, um die Notwendigkeit von Reformen, insbes. Glasnost und Perestroika, einzusehen und diese auch in der F&uuml;hrung durchzusetzen.) Nur so erkl&auml;rt sich mir auch die Bereitwilligkeit der DDR-F&uuml;hrung, quasi &bdquo;kampflos&ldquo; aufzugeben &ndash; eben nicht nur, weil die (mililt&auml;rische) Unterst&uuml;tzung des &bdquo;gro&szlig;en Bruders&ldquo; ausgeblieben w&auml;re (die man vermutlich auch gar nicht gewagt h&auml;tte, einzufordern &ndash; im Gegenteil: Krenz berichtet ausf&uuml;hrlich, dass die Rote Armee auf dem Gebiet der DDR von der SED-F&uuml;hrung dringlichst gebeten wurde, selbst ein Man&ouml;ver inkl. Truppenbewegungen in der &Ouml;ffentlichkeit NICHT abzuhalten, um nicht einmal den Verdacht aufkommen zu lassen, man w&auml;re bereit, milit&auml;rische Gewalt einzusetzen &hellip; man vergleiche das mit den Truppenaufm&auml;rschen der NATO heute, die sich nicht einmal den Hauch einer M&uuml;he geben, den Eindruck zu vermeiden, dass dies Vorbereitung zum Krieg gegen Russland sind&hellip;), sondern auch, weil man immer noch meinte, doch nur alles zum Besten des Volkes selbst zu tun: Und nun erwies sich dieses pl&ouml;tzlich als &bdquo;undankbar&ldquo; und wollte Westgeld und Westreisen. So muss sich das aus Sicht der &bdquo;alten Garde&ldquo; um Honecker angef&uuml;hlt haben, denke ich. Und sie h&auml;tten deshalb wohl auch &bdquo;unterschrieben&ldquo;, was der letzte s&auml;chsische K&ouml;nig gesagt haben soll, als 1918 die Revolution&auml;re zu ihm ins Schloss vorgedrungen waren: &bdquo;Dann macht doch Euern Kram alleene!&ldquo; ;-)&uml;<\/p>\n<p>Jedenfalls ist es doch bemerkenswert, dass &ndash; wie in der MDR-Doku auch kurz von Kowalczuk bemerkt wurde &ndash; eine winzige Minderheit der DDR-Bev&ouml;lkerung reichte, den Staat zum Einknicken zu bewegen: Z&auml;hlt man alle Sch&auml;tzungen &uuml;ber Demonstranten zusammen (Dresden max. ca. 200.000, Leipzig ebenso, Berlin vielleicht 500,000) kommt man beim allerbesten Willen auf nicht mehr als 1 Mio., eher wohl nur die H&auml;lfte, weil bspw. die Teilnehmer der K&uuml;nstler-Kundgebung in Berlin wohl noch nicht alle als &bdquo;Revolution&auml;re&ldquo; zu bezeichnen, sondern aus Neugier dort gewesen sein d&uuml;rften&hellip; D.h., bei etwas &uuml;ber 16 Mio. Einwohnern, das max. 6,25, eher aber nur 3-4% der Bev&ouml;lkerung wirklich an den Demonstrationen teilnahmen. (In meiner Heimatstadt Rostock war gar nix los &ndash; in Mecklenburg passiert ja laut Bismarck ohnehin alles 50 Jahre sp&auml;ter&hellip;  &ndash;, so dass dort die Parteif&uuml;hrung zum Runden Tisch einladen musste (!!); und erst, als klar war, dass der Prozess unumkehrbar war, kam auch ein gewisser Jugendpfarrer aus der Deckung und gerierte sich als &bdquo;B&uuml;rgerrechtler&ldquo;, als es l&auml;ngst nichts mehr zu k&auml;mpfen gab: Sein Name war Gauck&hellip;)<\/p><\/li>\n<li>Die Rolle Dresdens, wo ich damals lebte, scheint mir auch in allen Dokumentationen und Berichten zum historischen Geschehen damals massiv unterbelichtet zu sein: Als am Abend des 30. 9. die ersten Z&uuml;ge mit den Botschaftsfl&uuml;chtlingen aus Prag durch Dresden rollten, hatte sich dort am Hauptbahnhof eine riesige Menschenmenge versammelt, die sich z.T. gewaltsam (!) Zugang zu den Gleisen verschaffen wollte, daran aber von der Polizei gehindert wurde. Am n&auml;chsten Morgen ging in der Stadt das Ger&uuml;cht um, dabei sei ein Mensch zu Tode gekommen. DAS hat dann am folgenden Abend zu einer Massendemonstration auf der Prager Stra&szlig;e, also unweit des Hbf, gef&uuml;hrt, wo Aufkl&auml;rung verlangt wurde und die von Polizei, Armee und Kampfgruppen dann quasi &bdquo;eingekesselt&ldquo; wurde, bei der aber alles friedlich blieb. Es war dann sp&auml;testens am n&auml;chsten Abend, dem 2.10. (wenn nicht doch schon am 1.), dass der damalige Bezirkssekret&auml;r der SED, Modrow, zu den Demonstranten kam, um mit ihnen zu verhandeln. Als Sprecher wurde spontan quasi auf Zuruf eine &bdquo;Gruppe der 20&ldquo; gebildet, die auch die folgenden Demos und Versammlungen organisierte bzw. eher koordinierte, leitete und dort &ndash; bspw. in und vor der Kreuzkirche, z.T. wegen der Menschenmassen &bdquo;in zwei Schichten&ldquo; &ndash; von den laufenden Ereignissen in Berlin und vor allem Leipzig berichtete, als die DDR-Medien das Ganz noch totschwiegen (und West-TV gab&rsquo;s in Dresden ja nicht&hellip;). Deshalb erfolgte die &bdquo;Nachrichten&uuml;bermittlung&ldquo; tats&auml;chlich durch Leute, die extra nach Leipzig gefahren waren, am selben Abend noch zur&uuml;ck nach Dresden und dort den Massen berichteten, was inzwischen in Leipzig geschehen war &ndash; z.B., dass (auch) dort ALLE friedlich geblieben waren.\n<p>D.h., obwohl es in Leipzig schon l&auml;nger (wieder, nach der Sommerpause ab Anfang Sept.) die Friedensgebete und daraus hervorgehend die &bdquo;Montagsdemos&ldquo; gab, waren diese noch lange nicht gro&szlig; genug, um die &bdquo;Staatsmacht&ldquo; oder gar einen ihrer f&uuml;hrenden Vertreter dort zu einer Reaktion zu bewegen. In Dresden aber schon. Modrow wurde im Osten ja als derjenige aus der obersten Parteiebene angesehen, dem am ehesten zuzutrauen war, auch in der DDR eine &bdquo;Perestroika&ldquo; und &bdquo;Glasnost&ldquo; voran zu bringen &ndash; sicherlich der Hauptgrund, weshalb er von seinen Kollegen &bdquo;ausgekrenzt&ldquo; wurde <\/p>\n<p>Aber, wie gesagt: die erste Massendemonstration (20-50.000 Leute), bei der eine potentiell gewaltsame Konfrontation zwischen bewaffneten Organen durch die Teilnehmer UND einen f&uuml;hrenden Vertreter der SED vermieden wurde und Verhandlungen begannen, die sp&auml;ter als &bdquo;Runder Tisch&ldquo; Geschichte machten, fand m.E. erstmals am 2. oder 3.10. in Dresden statt und statuierte damit auch ein Exempel f&uuml;r den Rest der Republik: Es geht friedlich und mit Gespr&auml;chen &ndash; und eigentlich NUR so. Und allein die Gr&ouml;&szlig;e und Bedeutung Dresdens sowohl als Industriezentrum mit einer m&auml;chtigen Arbeiterschaft als auch die &ndash; trotz aller Gegenstr&ouml;mungen in der SED-F&uuml;hrung &ndash; wichtige Rolle Modrows in der SED und seine Beliebtheit waren m.E. ausschlaggebend daf&uuml;r, dass die Demonstrationen in Dresden und dann auch andernorts friedfertig verliefen UND die Staatsmacht \/ SED zu Gespr&auml;chen bereit war. M.W. begannen aber entsprechende Gespr&auml;che in Leipzig erst 1-2 Wochen sp&auml;ter = bei der Geschwindigkeit der Ereignisse damals eine Ewigkeit &hellip;<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Dass in Leipzig Panzer in den Seitenstra&szlig;en des &bdquo;Rings&ldquo; aufgefahren sein sollen, um ggf. die Demonstranten &bdquo;niederzukart&auml;tschen&ldquo;, ist eine der widerlichen Propaganda-L&uuml;gen, mit denen die DDR-F&uuml;hrung weiterhin d&auml;monisiert wird&hellip; ich habe es gerade neulich erst wieder irgendwo geh&ouml;rt und dachte: &bdquo;Das darf doch wohl nicht wahr sein! Offene L&uuml;gen!!&rdquo;<\/p><p>Wir k&ouml;nnen uns ja einmal fragen, ob sich irgendeine Bundesregierung auch nur zu einer klitzekleinen &Auml;nderung ihrer Politik im Dienste der obersten 0,001% bewegen lassen w&uuml;rden, wenn wieder 3-5% der B&uuml;rger auf die Stra&szlig;e gingen&hellip;? (Vielleicht lieber nicht: die Antwort k&ouml;nnte einige B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger verunsichern&hellip; ;-)) Ich bin n&auml;mlich &uuml;berzeugt, dass dies nicht der Fall w&auml;re, und dass, wenn es noch mehr B&uuml;rger w&auml;ren (z.B. 10%), die Regierenden umstandslos zur Waffengewalt greifen w&uuml;rden. Die SPD hat das vor 100 Jahren ja schon einmal &bdquo;durchgezogen&ldquo;, nach den Verantwortlichen sind im heutigen Regierungsviertel immer noch Stra&szlig;en benannt &hellip; eine Schande sonder gleichen! Aber empathielose Machtroboter wie &bdquo;Mutti&ldquo; Merkel, Sch&auml;uble, Scholz oder selbst die Gr&uuml;nen-Spitze w&auml;ren doch zweifellos bereit, zum Schutz IHRER &bdquo;(nicht)repr&auml;sentativen Demokratie&ldquo; ALLES zu riskieren und &bdquo;ein paar&ldquo; Menschenleben &bdquo;in Kauf zu nehmen&ldquo;, oder? Wer glaubt, dass diesen Leuten einerseits das Leben irgendwelcher Serben, Afghanen oder sonstiger egal sein k&ouml;nnen, das ihrer &bdquo;Landleute&ldquo; dagegen aber heilig, der glaubt sicher auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten &hellip; Die &uuml;berall hinter den aktuellen Entwicklungen sp&uuml;rbar Verachtung der Herrschenden und ihrer Marionetten ist vom Waffeneinsatz m.E. nur graduell, aber nicht grunds&auml;tzlich verschieden &hellip;<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;sse<br>\nIhr Bernd Kulawik<\/p><p>* PS: Ich hatte seit Anfang der 70er Jahre aufmerksam das &bdquo;Westfernsehen&ldquo; verfolgt und einen Gro&szlig;vater in Oldenburg, der regelm&auml;&szlig;ig zu Besuch kam und sich im Laufe seines Lebens vom Kommunisten zum Franz-Josef-Strau&szlig;-Anh&auml;nger (! &ndash; unfassbar, nicht?) gewandelt hatte: Mir war seitdem klar, dass ich mit DIESEM Westen NICHT &bdquo;wiedervereinigt&ldquo; werden wollte. Ich sagte damals immer in entsprechenden Diskussionen (und wiederhole das heute gern): &bdquo;Ich lebe lieber in einem Land, in dem die Leute das Sagen haben, die wegen ihres Kampfes GEGEN die Nazis im Gef&auml;ngnis sa&szlig;en, diesen aus dem Ausland betrieben und deren Genossen und Freunde daf&uuml;r ihr Leben geopfert haben, als in einem Land, in dem diejenigen an der Regierung sind, die damals auf der Seite der M&auml;chtigen standen und die Antifaschisten nach 1945 weiter verfolgten!&ldquo;<br>\nAuch die damals noch erschreckend hohen Arbeitslosenzahlen von &uuml;ber 1 Mio. (! &ndash; l&auml;cherlich, aus heutiger Sicht, oder?), das offensichtlich geduldete, wenn nicht gar gef&ouml;rderte Aufkommen der Neonazis und die eigentlich leicht zu durchschauende &bdquo;Schaufensterfunktion&ldquo; der BRD** waren f&uuml;r mich Grund genug, eine Flucht oder Ausreise nicht einmal in Erw&auml;gung zu ziehen. Nein, wenn es etwas zu ver&auml;ndern gab, dann wollte ich das in meiner Heimat tun &ndash; und gerade die beginnende Perestroika und Glasnost in der SU gaben Hoffnung, dass man das auch &bdquo;bei uns dr&uuml;ben&ldquo; schaffen k&ouml;nnte&hellip; Naja, die &Ouml;konomie ist eben immer letztlich st&auml;rker als jegliche Ideologie (vor allem, wenn &ouml;konomisch M&auml;chtige &bdquo;etwas&ldquo; nachhelfen &ndash; Stichwort Treuhand), was ausgerechnet jeder, der Marx lesen musste und verstanden hat, eigentlich rechtzeitig h&auml;tte einsehen k&ouml;nnen. <\/p><p>** Nur im &bdquo;Tal der Ahnungslosen&ldquo; (wo es ja prozentual auch die meisten Ausreiseantr&auml;ge gab!) oder im &ndash; aus sozialistischer Rest-DDR-Perspektive &ndash; &ldquo;&uuml;bers&auml;ttigten&ldquo; und &bdquo;verw&ouml;hnten&rdquo; Berlin konnten die Leute ernsthaft glauben, dass im Westen alles Gold war, was da durch die TV-Mattscheibe gl&auml;nzte: Die auch im Westfernsehen regelm&auml;&szlig;ig berichtete Armut nicht nur in den Randgebieten (S&uuml;ditalien, S&uuml;dspanien, Portugal, Griechenland), sondern auch bspw. in den Arbeiterbezirken Gro&szlig;britanniens konnte man doch eigentlich kaum &uuml;bersehen &ndash; und NICHT wahrnehmen, dass es den meisten Leuten dort offensichtlich schlechter ging als uns in der DDR, das Lebensniveau also eigentlich mit dem Rum&auml;niens u.&auml;. vergleichbar war. Vor allem aber: Dass das eben auch f&uuml;r die &bdquo;Elendsquartiere&ldquo; selbst in der reichen Bundesrepublik galt&hellip; <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Und aktuell k&ouml;nnen wir erleben, wie aus &bdquo;Wir sind das Volk!&ldquo; &uuml;ber &bdquo;Wir sind ein Volk!&ldquo; nun aus Entt&auml;uschung und Protest gegen Verlauf und Folgen des Vereinigungsprozesses erst in den Wahlkabinen und dann in den Parlamenten immer mehr ein &bdquo;Wir sind v&ouml;lkisch!&ldquo; wird! H&uuml;ben wie dr&uuml;ben!<\/p><p>Schaurig!<\/p><p>Mit herzlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nDietrich Brauer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Beitr&auml;gen a) &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55367\">Wie aus &bdquo;Wir sind das Volk&ldquo; &bdquo;Wir sind ein Volk&ldquo; gemacht wurde, kam bei den gestrigen Feiern zur deutschen Einheit nicht vor.<\/a>&rdquo; und b) &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55447\">Der MDR und die NachDenkSeiten beschreiben nahezu deckungsgleich, wie wir und vor allem die Menschen in der DDR 1989\/1990 manipuliert worden sind.<\/a>&rdquo; werden die Ereignisse<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55595\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[165,103,11],"tags":[282,277,1543,2564,2283],"class_list":["post-55595","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-leserbriefe","category-strategien-der-meinungsmache","tag-buergerproteste","tag-ddr","tag-deutsche-einheit","tag-gewalt","tag-revolution"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55595","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=55595"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55595\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":55598,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55595\/revisions\/55598"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=55595"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=55595"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=55595"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}