{"id":55690,"date":"2019-10-20T09:00:00","date_gmt":"2019-10-20T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55690"},"modified":"2019-10-18T11:00:09","modified_gmt":"2019-10-18T09:00:09","slug":"hinweise-der-woche-132","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55690","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55690#h01\">Nahostexperte zur t&uuml;rkischen Syrien-Offensive: &bdquo;Den Preis zahlen am Ende wir Europ&auml;er&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55690#h02\">Was die heutige SPD von ihrem ersten Kanzler lernen kann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55690#h03\">Oskar Lafontaine: Parteinachwuchs &ndash; Deppen der R&uuml;stungsindustrie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55690#h04\">Die Armut im Kleinen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55690#h05\">DGB-Verteilungsbericht: Verm&ouml;gensverteilung extrem ungleich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55690#h06\">Geheimtreffen mit Mautfirmen war wom&ouml;glich rechtswidrig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55690#h07\">Ausbau der Windenergie sinkt um 80 Prozent<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55690#h08\">IWF provoziert Volksaufstand in Ecuador<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55690#h09\">Milit&auml;rhaushalt: 50 Mrd. Schallmauer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55690#h10\">Steuerfahnder &ndash; warum es immer noch zu wenige gibt<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Nahostexperte zur t&uuml;rkischen Syrien-Offensive: &bdquo;Den Preis zahlen am Ende wir Europ&auml;er&ldquo;<\/strong><br>\nDer Nahost-Experte Michael L&uuml;ders kritisiert die fehlende Strategie der EU in der Region. [&hellip;]<br>\nMan glaubt immer noch an ein enges B&uuml;ndnis mit den USA. Aber das erratische Verhalten von Donald Trump macht es nat&uuml;rlich ratsam, sich einmal zu &uuml;berlegen, wie kann eine, auch von Washington in Teilen unabh&auml;ngige sinnvolle Politik der Europ&auml;er, der Deutschen aussehen, gegen&uuml;ber dem Nahen und Mittleren Osten, gegen&uuml;ber der T&uuml;rkei, gegen&uuml;ber dem Iran. Ein solches Nachdenken findet aber nicht wirklich statt. Man begn&uuml;gt sich nach wie vor mit der Rolle des Juniorpartners, und das Ergebnis ist dann, dass wir in Deutschland als Ergebnis des Versuches, Assad zu st&uuml;rzen in Syrien, 800.000 Fl&uuml;chtlinge aus Syrien aufgenommen haben. Das h&auml;tte man alles vermeiden k&ouml;nnen, wenn man vielleicht doch n&uuml;chtern sich &uuml;berlegt h&auml;tte, wie sinnvoll ist es, eine Interventionspolitik zu betreiben, wie wir sie in Syrien und anderswo in der Region gesehen haben, im Irak, in Libyen und so weiter. Den Preis zahlen am Ende wir, die Europ&auml;er. Und es reicht nicht, letztendlich den Juniorpartner spielen zu wollen und dann sich dar&uuml;ber zu erstaunen und zu emp&ouml;ren, dass nat&uuml;rlich Russland, der Iran und das Regime von Baschar al-Assad die gro&szlig;en geostrategischen Gewinner sind dieser Scharaden, die wir jetzt in der Region Tag f&uuml;r Tag neu erleben.<br>\nM&uuml;ller: Anders herum gefragt. Muss das aus europ&auml;ischer Sicht ein Nachteil sein, wenn die Russen noch mehr Einfluss und Kontrolle gerade auch in Syrien bekommen?<br>\nL&uuml;ders: Im Grunde genommen nicht. Und selbst wenn man zu dem Ergebnis k&auml;me, dass man das nicht will, weil man die Russen als Widersacher ansieht, muss man n&uuml;chtern sagen: Es werden am Ende die Russen sein, die eine L&ouml;sung herbeizuf&uuml;hren versuchen. Denn sie sind die einzigen Spielemacher, die zu den Konfliktparteien gleicherma&szlig;en gute Beziehungen unterhalten. Die Deutschen nimmt, n&uuml;chtern gesehen, niemand mehr ernst, weil sie stets mit moralischem Zeigefinger daherkommen, aber in der Sache nicht liefern. Und Russland hat sehr geschickt, wie auch Erdogan, die Gunst der Stunde erkannt. Erdogan ist zweifelsohne ein sehr gerissener Politiker &ndash; und ich sage das nicht als Ausdruck der Anerkennung, sondern n&uuml;chtern und analytisch. Er ist ein brillant zu nennender Machiavellist. Er hat genau erkannt: In dem Moment, wo die Amerikaner ihm signalisieren, dass er einmarschieren kann, tut er das auch &ndash; wenige Tage sp&auml;ter, zum dritten Mal seit 2015. Die beiden vorigen Male haben die Amerikaner ihn noch einigerma&szlig;en ausgebremst. Jetzt nicht mehr und jetzt will er allen Ernstes den gesamten Norden Syriens besetzen und die kurdischen Autonomiebestrebungen ein f&uuml;r alle Mal zerschlagen, weil er sie als Bedrohung sieht f&uuml;r eventuelle Autonomiebestrebungen der Kurden im eigenen Land, im S&uuml;dosten der T&uuml;rkei.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/nahostexperte-zur-tuerkischen-syrien-offensive-den-preis.694.de.html?dram:article_id=461117%20\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><strong>dazu: Modell Syrien &ndash; hoffen auf Putin?<\/strong><br>\nPutin, Russland als Schutzmacht Syriens, kann und wird nach Lage der Dinge f&uuml;r diese neue Konstellation eintreten und sie machtpolitisch garantieren, indem es der Einverleibung der selbstverwalteten Gebiete in den syrischen Staat zustimmt. Angesichts der Grundpositionen Putins, f&uuml;r den &bdquo;Terrorismus&ldquo; und &bdquo;Separatismus&ldquo; gleicherma&szlig;en unter das Verdikt der &bdquo;Regellosigkeit&ldquo; fallen, welche die regionale und tendenziell globale Stabilit&auml;t bedrohen, spricht so leider alles daf&uuml;r, dass die &bdquo;Hoffnung auf Putin&ldquo;, der man nur allzu gern zustimmen m&ouml;chte, auf &sbquo;Rojava&lsquo; als Bauernopfer im Namen der Erhaltung der Stabilit&auml;t zusammenschnurrt.<br>\nDie Kurden und alle diejenigen nicht kurdischen Kr&auml;fte, die mit der kurdischen Bev&ouml;lkerung zusammen mitten im B&uuml;rgerkriegschaos, im Zentrum terroristischer Brutalit&auml;t, und einem um sie herum tobenden Stellvertreterkrieg der globalen M&auml;chte, den Ansatz zu einer selbstverwalteten, emanzipatorischen, zudem noch wesentlich von Frauen getragenen Gesellschaft gewagt haben, werden sich unter den Schutz dieser von Russland garantierten Stabilit&auml;t, das hei&szlig;t, des heute herrschenden Credos vom einheitlichen Nationalstaat begeben m&uuml;ssen &ndash; um nicht erneut Opfer des Terrorismus zu werden, sei es von unten oder von oben. Darin liegt eine Chance f&uuml;r sie, denn Stabilit&auml;t ist besser als Krieg. Das eigentliche Modell aber, auf dem ihre Hoffnung und die all derer liegt, die den Zukunftskeim dieses Experimentes erkannt haben, ist nicht diese Stabilit&auml;t, sondern deren &Uuml;berwindung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kai-ehlers.de\/2019\/10\/modell-syrien-hoffen-auf-putin\/%20\">Kai Ehlers<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Kurden werden arbeitsteilig vertrieben<\/strong><br>\nDie T&uuml;rkei verst&ouml;sst mit ihrem v&ouml;lkerrechtswidrigen Krieg gegen die kurdischen Staatsb&uuml;rgerInnen Syriens auf syrischem Territorium nicht nur gegen die UNO-Charta sondern auch gegen den NATO-Vertrag. Die syrische Regierung von Pr&auml;sident Assad darf zur Abwehr der v&ouml;lkerrechtswidrigen Invasion der T&uuml;rkei und zum Schutz ihrer kurdischen Staatsb&uuml;rgerInnen unter Berufung auf das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UNO-Charta legitimerweise milit&auml;rische Mittel einsetzen. Sie d&uuml;rfte sogar andere L&auml;nder um milit&auml;rischen Beistand bitten. Das w&auml;re &ndash; au&szlig;er vielleicht in der wilden Phantasie des t&uuml;rkischen Pr&auml;sidenten Erdogan &ndash; kein bewaffneter Angriff Syriens auf das NATO-Mitglied T&uuml;rkei, der die Voraussetzungen der Beistandspflicht nach Artikel 5 des NATO-Vertrages erf&uuml;llen w&uuml;rde. Selbst dann nicht, wenn die syrischen Streitkr&auml;fte bei der Abwehr der Invasion milit&auml;rische Ziele auf t&uuml;rkischem Territorium beschie&szlig;en oder dieses Territorium zeitweise betreten w&uuml;rden. Nach einer ersten Phase der milit&auml;rischen Selbstverteidigung m&uuml;sste die Regierung Assad nach den Regeln des V&ouml;lkerrechts dann allerdings den UNO-Sicherheitsrat um Beistand anrufen.<br>\nSo weit wird es allerdings mit allergr&ouml;sster Wahrscheinlichkeit nicht kommen. Die syrischen Streitkr&auml;fte werden voraussichtlich nicht einmal aktiv gegen die hoch &uuml;berlegenen t&uuml;rkischen Invasionstruppen vorgehen, um diese in die T&uuml;rkei zur&uuml;ckzudr&auml;ngen, sondern sich auf den Versuch beschr&auml;nken, den weiteren Vormarsch dieser Truppen zu stoppen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Kurden-werden-arbeitsteilig-vertrieben1\">Infosperber<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Was die heutige SPD von ihrem ersten Kanzler lernen kann<\/strong><br>\nAllgemein ist bekannt, dass die SPD gegenw&auml;rtig und schon seit l&auml;ngerer Zeit in einer Krise steckt. Doch das war nicht immer so. Im Oktober 1969 feierte die Partei ihren wohl gr&ouml;&szlig;ten Erfolg: Die Sozialdemokraten stellten zum ersten Mal den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.<br>\nWilly Brandt, der einstige Regierende B&uuml;rgermeister West-Berlins und dann Bundesau&szlig;enminister, war durchaus umstritten, als er am 21. Oktober 1969 zum Regierungschef gew&auml;hlt wurde. SPD und FDP bildeten eine Koalition und verf&uuml;gten &uuml;ber eine knappe Mehrheit von zw&ouml;lf Sitzen im Bundestag. &bdquo;Es war keine stabile Regierung&ldquo;, sagt Bernd Rother, der Historiker der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung: &bdquo;Aber es war eine mutige.&ldquo;<br>\nDie Regierung Brandt stand f&uuml;r demokratischen Aufbruch und Ver&auml;nderung. Seine &bdquo;Neue Ostpolitik&ldquo; ist in die Geschichte eingegangen. Dabei ger&auml;t jedoch die reformerische Innenpolitik manchmal in den Hintergrund. &bdquo;Wir wollen mehr Demokratie wagen&ldquo; war der Leitspruch seiner Kanzlerschaft.<br>\nDie sozialliberale Koalition senkte das Wahlalter von 21 auf 18 Jahre und setzte Reformen in Bildungs-, Sozial- und Rechtspolitik durch. Sie f&uuml;hrte neben Leistungsverbesserungen bei Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung auch das Bildungsf&ouml;rderungsgesetz ein, besser bekannt als BAf&ouml;G. Chancengleichheit war Brandt wichtig; Kinder einkommensschwacher Familien sollten finanziell unterst&uuml;tzt werden. Zudem steigerte sein Kabinett die allgemeinen Ausgaben f&uuml;r Bildung. (&hellip;)<br>\nSchon im Wahlkampf 1969 hatte Brandt die Umwelt besch&auml;ftigt &ndash; lange bevor Begriffe wie Umweltschutz oder Umweltpolitik g&auml;ngig wurden, stellte dieses Thema einen Teil seiner Kampagne dar. (&hellip;) Mit Brandt begann das umweltpolitischen Denken Deutschlands &ndash; es ist daher nicht &uuml;bertrieben, den vierten Bundeskanzler als Avantgardisten der Umweltpolitik zu bezeichnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article201706588\/Willy-Brandt-1969-Was-die-heutige-SPD-von-ihrem-ersten-Kanzler-lernen-kann.html%20\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Ein bemerkenswert informativer Artikel in der &bdquo;Welt&ldquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Oskar Lafontaine: Parteinachwuchs &ndash; Deppen der R&uuml;stungsindustrie<\/strong><br>\nAuf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Saarbr&uuml;cken wurde Annegret Kramp-Karrenbauer zwar mit stehendem Applaus empfangen, aber es herrschte keine &bdquo;Stadion-Atmosph&auml;re wie bei Merz&ldquo;. Ihre Rede wurde von vielen Delegierten gelobt, &bdquo;vor allem das Bekenntnis zu einer besseren Ausstattung der Bundeswehr und zum Zwei-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsausgaben gef&auml;llt dem Parteinachwuchs&ldquo;, schreibt die &bdquo;Saarbr&uuml;cker Zeitung&ldquo;.<br>\nWelch eine Ver&auml;nderung. Waren in der Zeit der Entspannungspolitik vor allem die Nachwuchspolitiker der verschiedenen Parteien f&uuml;r Abr&uuml;stung und f&uuml;r eine Senkung der Milit&auml;rausgaben, so ist jetzt die Jugendorganisation der &bdquo;christlichen&ldquo; Parteien CDU\/CSU f&uuml;r eine gewaltige Aufr&uuml;stung. Sie denken wohl, Aufr&uuml;stung sei ein Beitrag zum Umweltschutz &ndash; &ldquo;weapons for future&rdquo;.<br>\nUnd das, obwohl allein die USA im vergangenen Jahr laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri 649 Milliarden Dollar f&uuml;r R&uuml;stung ausgegeben hat, mehr als zehnmal soviel wie Russland (61,4 Milliarden). Die 29 NATO-Staaten zusammen haben insgesamt 963 Milliarden Dollar f&uuml;r Kriege und R&uuml;stung bereitgestellt, darunter Frankreich 63,8 Milliarden, und Deutschland 49,5 Milliarden. Es fehlen einem die Worte.<br>\nEine au&szlig;enpolitisch unerfahrene Verteidigungsministerin plappert der Trump-Administration kritiklos alles nach und der Parteinachwuchs der CDU\/CSU ist politisch so unbedarft und uninformiert, dass er diesen Irrsinn, die deutschen Verteidigungsausgaben um weitere rund 40 Milliarden zu erh&ouml;hen, bejubelt.<br>\nDie R&uuml;stungsindustrie in aller Welt l&auml;sst die Champagner-Korken knallen und in den Kriegen, in die die Deutschen Waffen liefern, werden jeden Tag Menschen umgebracht.<br>\nDie Deppen der R&uuml;stungsindustrie sterben nicht aus. Es ist zum Verzweifeln. Welcher Zukunft sehen wir entgegen, wenn das der politische Nachwuchs ist?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/2576380209090097\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine via facebook<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die Armut im Kleinen<\/strong><br>\nDen sogenannten Wirtschaftsnobelpreis bekommen in diesem Jahr drei ArmutsforscherInnen. Ihre Methoden haben leider Grenzen.<br>\nDer sogenannte Nobelpreis f&uuml;r &Ouml;konomie ist ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigt. Er ist kein &bdquo;echter&ldquo; Nobelpreis, sondern wurde 1969 von der schwedischen Reichsbank erfunden, um neoliberale Theorien aufzuwerten. Nicht immer, aber oft wurde haarstr&auml;ubender Unsinn pr&auml;miert.<br>\nDer sogenannte Nobelpreis f&uuml;r &Ouml;konomie ist ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigt. Er ist kein &bdquo;echter&ldquo; Nobelpreis, sondern wurde 1969 von der schwedischen Reichsbank erfunden, um neoliberale Theorien aufzuwerten. Nicht immer, aber oft wurde haarstr&auml;ubender Unsinn pr&auml;miert.<br>\nIn diesem Jahr gehen die Nobelpreise in Ordnung &ndash; wenn man akzeptiert, dass sowieso nur Mainstream-&Ouml;konomen eine Chance haben, die von den richtigen US-Universit&auml;ten stammen und die richtigen Doktorv&auml;ter hatten. Der Nobelpreis f&uuml;r Wirtschaft ist ein Zitationskartell.<br>\nAusgezeichnet wurden diesmal die Franz&ouml;sin Esther Duflo, ihr indischer Ehemann Abhijit Banerjee sowie der Amerikaner Michael Kremer. Duflo und Banerjee lehren am MIT, Kremer in Harvard. Alle drei Preistr&auml;gerInnen arbeiten am gleichen Projekt: In armen L&auml;ndern des globalen S&uuml;dens f&uuml;hren sie aufwendige Experimente mit Versuchspersonen durch, um zu ermitteln, wie sich Entwicklungshilfe optimieren l&auml;sst.<br>\nSo konnten die drei &Ouml;konomInnen zeigen, dass Mikrokredite wenig bringen oder dass die Impfrate indischer Kinder steigt, wenn man ihren Eltern ein Kilo Linsen verspricht. Allerdings klingen viele Erkenntnisse banal, die nun den Nobelpreis begr&uuml;nden sollen. Unter anderem wurden Duflo und Banerjee pr&auml;miert, weil sie in einem Projekt in Indien herausgefunden h&auml;tten, dass &bdquo;Sch&uuml;ler umso schlechter lernen, je weniger ihr Vorwissen zu den Anforderungen des Lehrers passt&ldquo;. &Uuml;bersetzt: Es bringt nichts, Kinder zu &uuml;berfordern. Die meisten P&auml;dagogen d&uuml;rften das l&auml;ngst wissen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Nobelpreis-fuer-Oekonomie\/!5629936\/\">Ulrike Herrmann in der taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ulrike Herrmann wei&szlig;t zu recht darauf hin, dass der sogenannte &bdquo;Wirtschaftsnobelpreis&ldquo; in der Vergangenheit oft genug zur Durchsetzung der neoliberalen Ideologie benutzt wurde. &Ouml;konomen die Kritik am neoliberalen Mainstream &uuml;ben wird man also auch in Zukunft unter den Preistr&auml;gern nicht finden.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Warum die experimentelle Entwicklungs&ouml;konomik den Nobelpreis nicht verdient<\/strong><br>\nDas Auswahlkomitee der Schwedischen Akademie der Wissenschaften f&uuml;r den &Ouml;konomie-Nobelpreis ist seinem Faible f&uuml;r neoliberale, Chicago-Style &Ouml;konomik treu geblieben. Den Preis bekommen Esther Duflo, Abhijit Banerjee und Michael Kremer. Bei deren Forschung geht es darum, Entwicklungspolitik, die darauf abzielt, Volkswirtschaften zu entwickeln, zu ersetzen durch Ma&szlig;nahmen, die die Produktivit&auml;t von Individuen erh&ouml;hen. Au&szlig;erhalb des Auswahlkomitees ist der Hype um die von den dreien popul&auml;r gemachte experimentelle Entwicklungs&ouml;konomik l&auml;ngst der Kritik gewichen. Aus gegebenem Anlass hier noch einmal, was ich dar&uuml;ber vor &uuml;ber einem Jahr schrieb.<br>\nWer heute als Entwicklungs&ouml;konom erfolgreich sein m&ouml;chte, sollte tunlichst mit &ldquo;randomisierten Kontrollversuchen&rdquo; (RCTs) arbeiten. Das sind experimentelle Wirkungsanalysen nach dem Vorbild der medizinischen Forschung. Dabei wird die eine Gruppe &ldquo;behandelt&rdquo; und gleichzeitig eine vergleichbare &ldquo;nicht behandelte&rdquo; Kontrollgruppe beobachtet. Zum Beispiel werden den Bauern in verschiedenen D&ouml;rfern unterschiedliche Varianten von Versicherungen gegen Ernteausf&auml;lle angeboten, in anderen D&ouml;rfern wird keine Versicherung angeboten. Ziel ist es in diesem Fall herauszufinden, wie man die Bauern dazu bringen kann, mehr Kunstd&uuml;nger zu kaufen und auszubringen.<br>\nSo soll ermittelt werden, &ldquo;was funktioniert&rdquo; und was nicht. Denn es gab und gibt viel Entt&auml;uschung dar&uuml;ber, dass sich in vielen L&auml;ndern trotz der Entwicklungshilfe wenig nachhaltige Armutsverminderung erkennen l&auml;sst. Diese Entt&auml;uschung war der N&auml;hrboden f&uuml;r die sehr schnelle Verbreitung von RCTs in der Entwicklungsforschung und &ndash; politik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/1183-nobelpreis-duflo\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>DGB-Verteilungsbericht: Verm&ouml;gensverteilung extrem ungleich<\/strong><br>\nVerm&ouml;gen sind in Deutschland extrem ungleich verteilt: Die reichsten 10 Prozent der Bev&ouml;lkerung verf&uuml;gen &uuml;ber fast zwei Drittel (64%) des gesamten Nettoverm&ouml;gens. 30 Prozent der Erwachsenen Bev&ouml;lkerung haben hingegen so gut wie gar kein Verm&ouml;gen oder gar Schulden. Das ist ein Ergebnis des DGB-Verteilungsberichts. &ldquo;Gegen die zunehmende Ungleichheit brauchen wir endlich wirksame Ma&szlig;nahmen&rdquo;, fordert DGB-Vorstand Stefan K&ouml;rzell.<br>\n&ldquo;Die aktuellen Debatten in Deutschland zeigen: Immer gr&ouml;&szlig;ere Bev&ouml;lkerungsteile w&uuml;nschen sich eine gerechtere und solidarische Gesellschaft. Wenn die Politik eine weitere Spaltung der Gesellschaft verhindern will, muss sie dieses Thema schnell angehen&rdquo;, so K&ouml;rzell.<br>\nTarifvertr&auml;ge wichtiges Instrument gegen Einkommens-Ungleichheit<br>\n&ldquo;Das wichtigste Instrument gegen die Einkommens-Ungleichheit sind Tarifvertr&auml;ge sowie eine allgemein hohe Tarifbindung&rdquo;, erkl&auml;rt K&ouml;rzell. &ldquo;Die Politik darf dar&uuml;ber nicht nur reden. Sie muss endlich bessere Rahmenbedingungen schaffen: &Ouml;ffentliche Auftr&auml;ge sollten nur noch an tarifgebundene Unternehmen gehen. Der Bund und die L&auml;nder m&uuml;ssen endlich mit entsprechenden Vergabegesetzen daf&uuml;r sorgen. &Uuml;berdies sollte der Gesetzgeber es erm&ouml;glichen, Tarifvertr&auml;ge leichter f&uuml;r allgemeinverbindlich zu erkl&auml;ren.&rdquo;<br>\nVerteilungsgerechtigkeit spielt auch bei Debatte um Klimawandel wichtige Rolle<br>\n&ldquo;Auch bei der Debatte um den Klimawandel muss das Thema Verteilungsgerechtigkeit eine gewichtige Rolle spielen&rdquo;, so K&ouml;rzell. &ldquo;Zum einen sind es die Verm&ouml;genden, die sich am besten gegen St&uuml;rme, Hitze und &Uuml;berflutungen sch&uuml;tzen k&ouml;nnen. Zum anderen sind es vor allem die Reichen, die mit ihrem Lebensstil f&uuml;r deutlich mehr CO2-Emmissionen verantwortlich sind. Fakt ist: Ein wirkungsvoller Klimaschutz kann nur funktionieren, wenn der Staat durch Investitionen in Infrastruktur und &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge erst die Alternativen schafft, die einen Wandel des Lebensstils erm&ouml;glichen. Dabei d&uuml;rfen die l&auml;ndlichen R&auml;ume nicht gegen die urbanen Zentren ausgespielt werden.&rdquo;<br>\nDGB-Vorstand K&ouml;rzell: Verm&ouml;gensteuer und Erbschaftssteuer wieder einf&uuml;hren<br>\nK&ouml;rzell fordert au&szlig;erdem, die Verm&ouml;gensteuer und die Erbschaftssteuer wieder einzuf&uuml;hren. Ein gerechter Strukturwandel und eine sozial vertr&auml;gliche Transformation der Wirtschaft k&ouml;nne nur gelingen, wenn Reiche und Verm&ouml;gende st&auml;rker dazu beitragen. Und: &ldquo;Eine umfassende Finanztransaktionssteuer, die den Namen auch verdient, ist seit Jahren &uuml;berf&auml;llig. Sie w&uuml;rde nicht nur mehr Stabilit&auml;t in die internationalen Finanz- und Kapitalm&auml;rkte bringen, sondern auch notwendige Gelder f&uuml;r &ouml;ffentliche Investitionen bedeuten.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++39b36c8c-eff8-11e9-8982-52540088cada\">DGB<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Vor allem die &ldquo;christlichen&rdquo; Unionsparteien und die SPD, die in den letzten Jahren regiert haben, haben diese ungerechte Verteilung zu verantworten. Sie haben eine neoliberale Politik zugunsten von Unternehmen und Verm&ouml;genden betrieben. Vor allem Bundesfinanzminister Olaf Scholz k&ouml;nnte nun zeigen, dass er auch zu einer Politik f&uuml;r die Bev&ouml;lkerungsmehrheit in der Lage ist &ndash; Erbschafts- und Verm&ouml;genssteuer werden genannt. Die Bek&auml;mpfung der Geldw&auml;sche w&auml;re eine weitere Ma&szlig;nahme &ndash; lesen Sie dazu bitte auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55654#h08\">Steuerfahnder &ndash; warum es immer noch zu wenige gibt<\/a>. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Geheimtreffen mit Mautfirmen war wom&ouml;glich rechtswidrig<\/strong><br>\nVerkehrsminister Scheuer traf sich nach SPIEGEL-Informationen am 3. Oktober 2018 mit der sp&auml;teren Maut-Betreiberfirma Kapsch am Berliner Flughafen zum Gespr&auml;ch &ndash; w&auml;hrend das Bewerbungsverfahren f&uuml;r das Projekt noch lief. (&hellip;)<br>\nDer Vergaberechtler Norbert Dippel, der lange Zeit bei einem bundeseigenen Unternehmen gearbeitet hat, sieht in dem diskreten Treffen einen m&ouml;glichen Versto&szlig; gegen das Vergaberecht.<br>\n&ldquo;Grunds&auml;tzlich findet in einem laufenden Vergabeverfahren die Kommunikation ausschlie&szlig;lich zwischen der Vergabestelle des Ministeriums und den Bieterunternehmen statt. Derartige Parallelgespr&auml;che bergen immer die Gefahr, dass au&szlig;erhalb des Vergabeverfahrens angebotsrelevante Informationen ausgetauscht werden&rdquo;, sagt Dippel.<br>\n&ldquo;Aus Sicht des Auftraggebers w&auml;re dies ein Versto&szlig; gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Aus Sicht des Unternehmens k&ouml;nnte dies als rechtswidriger Versuch gewertet werden, sich vertrauliche Informationen zu beschaffen&rdquo;, f&auml;hrt Dippel fort.<br>\nEin weiterer Vergaberechtler, mit dem der SPIEGEL gesprochen hat, teilt die Bedenken. Er wollte anonym bleiben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/andreas-scheuer-treffen-mit-mautfirmen-verstoss-gegen-vergaberecht-a-1291200.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><strong>dazu: Scheuer r&auml;umt explodierende Beraterkosten ein<\/strong><br>\nVerkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) r&auml;umt ein, dass die Beraterkosten f&uuml;r die Reform der Fernstra&szlig;enverwaltung und den Aufbau der Bundesautobahn GmbH mehr als das Dreifache der urspr&uuml;nglichen Planungen ausmachen. Bis 2021 w&uuml;rden sich die Kosten auf 86 Millionen Euro belaufen, sagte Scheuer der &bdquo;Passauer Neuen Presse&ldquo; (Freitag).<br>\nUrspr&uuml;nglich war das Ministerium von 24 Millionen Euro ausgegangen. Inzwischen seien drei der vier Rahmenvertr&auml;ge f&uuml;r die Beratung einvernehmlich beendet worden, hei&szlig;t es im Ministerium. Ein besseres Controlling sei bereits eingef&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/reform-der-autobahnverwaltung-scheuer-raeumt-explodierende-beraterkosten-ein\/25108742.html\">Der Tagesspiegel<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.M.:<\/strong> Andreas Scheuer in der Spur von Ursula von der Leyen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Herr Scheuer sollte nun selbst erkennen, dass er als Bundesminister ungeeignet ist. Erinnert sei daran, dass es bei der Maut-Diskussion nicht um die CSU, sondern um k&uuml;nftige Privatisierungen in gro&szlig;em Ma&szlig;stab geht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ausbau der Windenergie sinkt um 80 Prozent<\/strong><br>\nDie Krise der deutschen Windindustrie versch&auml;rft sich. Bis Ende September lag der Ausbau nach SPIEGEL-Informationen weit unter dem Durchschnitt. Eine Besserung der Lage ist kaum in Sicht. (&hellip;) Die Flaute d&uuml;rfte sich fortsetzen: Denn auch die Genehmigungen f&uuml;r neue Anlagen sind laut der Analyse im Vergleich zum F&uuml;nfjahresdurchschnitt um 47 Prozent eingebrochen. Insgesamt wurden demnach bis Ende September nur 304 neue Anlagen mit einer Leistung von 1162 Megawatt zugelassen. Die Zahl der Genehmigungen ist zudem bereits seit 2017 stark r&uuml;ckl&auml;ufig. Da von der Zulassung bis zum Bau einer Windturbine oft mehrere Jahre vergehen, d&uuml;rfte der Ausbau der Windenergie auf Sicht eher niedrig bleiben.<br>\nDer stockende Ausbau steht im Widerspruch zu den Pl&auml;nen der Bundesregierung, bis 2030 mindestens 65 Prozent des deutschen Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien zu decken &ndash; vor allem durch Windenergie an Land, der bislang wichtigsten &Ouml;kostromquelle. Laut dem Klimaschutzprogramm, das am Mittwoch im Kabinett verabschiedet wurde, will die Bundesregierung die installierte Leistung der Windenergie bis 2030 um 14 bis 18 Gigawatt steigern. Mit der derzeitigen Ausbaustrategie ist das laut Quentin kaum zu schaffen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/windenergie-krise-ausbau-sinkt-um-80-prozent-a-1290933.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Dazu passt unser Hinweis auf die aktuellste Ausgabe der ZDF-&ldquo;Anstalt&ldquo;: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55403\">Skript (=&bdquo;Buch&ldquo;) und Link zur Anstalt-Sendung &bdquo;Klimagipfel&ldquo;<\/a>. Es wird auch erkl&auml;rt, warum der Ausbau der Windenergie so stark gesunken ist &ndash; sehenswert und nachlesbar.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>IWF provoziert Volksaufstand in Ecuador<\/strong><br>\nEcuador erlebt derzeit einen Sozialaufstand gegen eine neoliberale Kahlschlagpolitik, wie ihn Lateinamerika seit Jahren nicht mehr erlebt hat. W&auml;hrend Hunderttausende gegen Pr&auml;sident Len&iacute;n Moreno auf die Stra&szlig;en gehen, zeichnen die mehrheitlich von der Regierung kontrollierten oder die ihr nahestehenden Medien ein komplett anderes Bild. Es gebe keine legitimen Proteste, hei&szlig;t es da, und: Die Demonstrationen seien von Venezuela aus gesteuert. Dieses Narrativ der Regierung pr&auml;gt auch die internationale Berichterstattung. Die Bundesregierung, bei Venezuela auf Pressefreiheit und oppositionelle Rechte bedacht, schweigt trotz zunehmender Repression.<br>\nUrsache f&uuml;r die schwere Krise sind Zugest&auml;ndnisse der Regierung von Pr&auml;sident Len&iacute;n Moreno an den Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF). Nach der Streichung von staatlichen Subventionen auf Treibstoff und weiteren K&uuml;rzungsma&szlig;nahmen kam es zu landesweiten Protesten, in deren Verlauf mehrere Menschen starben und hunderte Personen festgenommen wurden.<br>\nAngeheizt werden die Proteste durch eine allgemeine wirtschaftliche Krise des Landes. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Ecuadors ist im zweiten Quartal dieses Jahres nur um 0,3 Prozent gestiegen. Zugleich besteht die Regierung Moreno auf ein Sparprogramm in H&ouml;he von 1,5 Milliarden US-Dollar. Dieses Strukturanpassungsprogramm, das in Ecuador als &ldquo;el paquetazo&rdquo; bekannt wurde, ist Teil einer Vereinbarung mit dem IWF, der im Gegenzug Kredite in H&ouml;he von gut 4,2 Milliarden US-Dollar gew&auml;hrt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/IWF-provoziert-Volksaufstand-in-Ecuador-4553665.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55472\">Generalstreik in Ecuador &ndash; Nach IWF-Kreditschock tobt der Volksaufstand und Regierung fl&uuml;chtet von Quito nach Guayaquil<\/a>. <\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Stra&szlig;en in Ecuador werden gereinigt, Parteien und Presse politisch ges&auml;ubert<\/strong><br>\nFestnahmen und Exilierung von Opposition in Ecuador gehen weiter. Repression sorgt f&uuml;r zunehmenden Widerspruch<br>\nMexiko hat im Zuge der politischen Krise in Ecuador inzwischen ein gutes halbes Dutzend Oppositionsvertreter in seiner Botschaft in Quito aufgenommen, um sie vor politischer Verfolgung zu sch&uuml;tzen. [&hellip;]<br>\nBereits seit dem 12. Oktober h&auml;lt sich die Abgeordnete Gabriela Rivadeneira in der mexikanischen Botschaft in Quito auf. Mexiko bekr&auml;ftigt mit dieser Asylpolitik nach eigenen Angaben sein &ldquo;Engagement zum Schutz und zur F&ouml;rderung der Menschenrechte aller Menschen, unabh&auml;ngig von ihrer politischen Orientierung&rdquo;. Die Regierung von Pr&auml;sident Andr&eacute;s Manuel L&oacute;pez Obrador reagiert damit auf zunehmende Repression in Ecuador gegen Anh&auml;nger des ehemaligen Pr&auml;sidenten (2007-2017) Rafael Correa, einem harschen Kritiker seines Amtsnachfolgers Len&iacute;n Moreno. Der Verdacht: W&auml;hrend nach zw&ouml;lf Tagen heftiger Proteste gegen ein neoliberales Ma&szlig;nahmenpaket die Stra&szlig;en in Ecuador gereinigt werden, setzt die Moreno-F&uuml;hrung mit Hilfe der Polizei und einer willf&auml;hrigen Justiz zu politischen S&auml;uberungen an.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2019\/10\/232667\/ecuador-verfolgung-opposition-justiz\">amerika21<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.R.:<\/strong> Hat sich dazu schon unsere Bundesregierung ge&auml;u&szlig;ert? Was w&auml;re wohl wieder los, wenn es sich um Venezuela handeln w&uuml;rde?<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Milit&auml;r in Ecuador &uuml;bernimmt Kontrolle (14. Oktober 2019)<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Militaer-in-Ecuador-uebernimmt-Kontrolle-4554338.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Volksaufstand in Ecuador erzwingt R&uuml;cknahme von IWF-Reformen (14. Oktober 2019)<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Volksaufstand-in-Ecuador-erzwingt-Ruecknahme-von-IWF-Reformen-4555039.html\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Milit&auml;rhaushalt: 50 Mrd. Schallmauer<\/strong><br>\n&bdquo;Traditionell&ldquo; sind die von der NATO erfassten Ausgaben h&ouml;her als der offizielle deutsche R&uuml;stungsetat, da in sie Posten einflie&szlig;en, die die Bundesregierung herausrechnet. W&auml;hrend der Haushalt 2019 offiziell 43,2 Mrd. Euro betrug, waren es laut NATO 47,62 Mrd. Euro. Im n&auml;chsten Jahr soll er noch einmal deutlich steigen und die &bdquo;magische&ldquo; Grenze von 50 Mrd. &uuml;bersteigen, berichtet Zeit Online: &bdquo;Die deutschen Verteidigungsausgaben k&ouml;nnten im kommenden Jahr erstmals auf mehr als 50 Milliarden Euro steigen. Der Nato sollen f&uuml;r das B&uuml;ndnis relevante Investitionen und Kosten in H&ouml;he von voraussichtlich 50,36 Milliarden Euro gemeldet werden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Nato-Kreisen in Br&uuml;ssel, Milit&auml;rkreise in Berlin best&auml;tigten der dpa die Zahlen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.imi-online.de\/2019\/10\/16\/militaerhaushalt-50-mrd-schallmauer\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Daf&uuml;r hat Bundesfinanzminister und M&ouml;chtegern-SPD-Chef Scholz und die gesamte schwarz-rote Koalition offenbar Geld. Aber wenn es um mehr Geld z.B. f&uuml;r die Existenzsicherung, marode Infrastruktur oder armutsfeste Rente geht, wird u.a. auf die Schuldenbremse verwiesen. Wie passt das eigentlich zusammen? Das ist doch Wahnsinn.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Steuerfahnder &ndash; warum es immer noch zu wenige gibt<\/strong><br>\nThomas Eigenthaler, Vorsitzender Deutsche Steuergewerkschaft: &ldquo;Wir m&uuml;ssten eigentlich alle drei Jahre bei den Firmen vorbeischauen. Das machen wir vielleicht bei den ganz gro&szlig;en Unternehmen, aber bei mittelgro&szlig;en Unternehmen kommen wir nur alle 15 Jahre, und bei kleinen Unternehmen kann es 50 Jahre im Schnitt dauern, bis das Finanzamt zu einer Steuerpr&uuml;fung kommt. Im Grunde ist das ein Skandal.&rdquo;<br>\nFortsetzung bei den Verm&ouml;genden: Die B&auml;derk&ouml;nige Zwick &ndash; vor drei&szlig;ig Jahren beste Freunde der bayerischen CSU. Da brauchten Finanzbeamte schon viel Mut, um sie vor Gericht zu bringen.<br>\n2008 Durchsuchung bei Postchef Klaus Zumwinckel. Er hatte Geld in Liechtenstein versteckt.<br>\nUli Hoene&szlig; musste ins Gef&auml;ngnis. Rund 28 Millionen Euro hatte er dem Fiskus verschwiegen.<br>\nIm April 2016 die so genannten Panama Papers. Gro&szlig;verdiener und Unternehmen hatten Briefkastenfirmen in der ganzen Welt verteilt.<br>\nAber lange war die Politik &auml;u&szlig;erst zur&uuml;ckhaltend, genau hinzuschauen. Erst Norbert Walter-Borjans hatte als NRW-Finanzminister den Ankauf von Steuer-CDs ma&szlig;geblich durchgesetzt und damit Milliarden an hinterzogenen Steuern hereingeholt. Gegen den Widerstand von Unternehmern, Politikern und Boulevard-Presse.<br>\nNorbert Walter-Borjans, ehem. Finanzminister NRW: &ldquo;Deutschland ist nach wie vor ein Paradies f&uuml;r Geldw&auml;sche. Es gibt massenhaft Verdachtsf&auml;lle von Banken, denen die zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden, in dem Fall der Zoll, nicht nachkommen k&ouml;nnen, weil sie unterausgestattet sind mit Personal. Das f&uuml;hrt dazu, dass wir in Deutschland ungef&auml;hr einhundert Milliarden Euro an schmutzigem Geld haben, was investiert wird und runde 20 bis 30 Milliarden davon in Immobilien, die dann in engen M&auml;rkten, wie in Berlin, dazu f&uuml;hren, dass die Mieten explodieren und Normalverdiener &uuml;berhaupt keine Wohnungen mehr finden.&rdquo;<br>\nDie Steuer-Misere zeigt sich auch in diesem Papier: Der Antwort des bisher sehr verschlossenen Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linken. Es werden immer weniger Betriebe gepr&uuml;ft, inzwischen unter zweihunderttausend.<br>\nDa verwundert es nicht, dass auch die dadurch gefundenen Einnahmen stark gesunken sind. Obwohl die Wirtschaft boomt.<br>\nWerden die Unternehmen und Gro&szlig;verdiener ehrlicher? Im digitalen Zeitalter ist es sicher schwerer, Geld zu verstecken. Aber vor allem fehlt es am passenden Personal in den Finanzbeh&ouml;rden, meinen die Experten vom Netzwerk Steuergerechtigkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.daserste.de\/information\/wirtschaft-boerse\/plusminus\/sendung\/sendung-vom-16-10-2019-steuerfahnder102.html\">plusminus<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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