{"id":55809,"date":"2019-10-23T12:44:25","date_gmt":"2019-10-23T10:44:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55809"},"modified":"2019-10-24T07:24:49","modified_gmt":"2019-10-24T05:24:49","slug":"whistleblower-der-opcw-bericht-zum-angeblichen-giftgasangriff-in-duma-entspricht-nicht-der-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55809","title":{"rendered":"Whistleblower \u2013 der OPCW-Bericht zum angeblichen Giftgasangriff in Duma entspricht nicht der Wahrheit"},"content":{"rendered":"<p>Ein angeblicher Giftgasangriff der syrischen Armee wurde im April 2018 als Begr&uuml;ndung f&uuml;r einen massiven Milit&auml;rschlag der USA, Gro&szlig;britanniens und Frankreichs herangezogen. Schon unmittelbar nach dem Vorfall gab es erhebliche Zweifel an der &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43542\">Giftgasthese<\/a>&ldquo;. Diese Zweifel wurden jedoch von Medien und Politik unter Verweis <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44911\">auf einen Bericht der OPCW<\/a> vom Tisch gefegt. Dieser Bericht ist jedoch selbst innerhalb der OPCW <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52014\">h&ouml;chst umstritten<\/a>. <strong>Karin Leukefeld<\/strong> hatte die Gelegenheit, f&uuml;r die NachDenkSeiten an einem Forum teilzunehmen, auf dem nun ein Whistleblower aus dem Untersuchungsteam der OPCW dem Bericht der Organisation massiv widerspricht. <\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5873\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-55809-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191023_Whistleblower_OPCW_Bericht_zum_angeblichen_Giftgasangriff_in_Duma_entspricht_nicht_der_Wahrheit_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191023_Whistleblower_OPCW_Bericht_zum_angeblichen_Giftgasangriff_in_Duma_entspricht_nicht_der_Wahrheit_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191023_Whistleblower_OPCW_Bericht_zum_angeblichen_Giftgasangriff_in_Duma_entspricht_nicht_der_Wahrheit_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191023_Whistleblower_OPCW_Bericht_zum_angeblichen_Giftgasangriff_in_Duma_entspricht_nicht_der_Wahrheit_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=55809-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191023_Whistleblower_OPCW_Bericht_zum_angeblichen_Giftgasangriff_in_Duma_entspricht_nicht_der_Wahrheit_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"191023_Whistleblower_OPCW_Bericht_zum_angeblichen_Giftgasangriff_in_Duma_entspricht_nicht_der_Wahrheit_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Am 14. April 2018 griffen die USA, Gro&szlig;britannien und Frankreich in einer koordinierten Operation Syrien an. Die neuesten Raketen wurden von U-Booten, Schiffen, Flugzeugen auf Ziele in Syrien abgeschossen. Bei Homs sei dabei nach US-Angaben auch eine angebliche Lagerst&auml;tte f&uuml;r Sarin zerst&ouml;rt worden. W&auml;re das der Fall gewesen, w&auml;ren weite Teile der zentralsyrischen Provinz verseucht worden. Die drei westlichen Veto-M&auml;chte des UN-Sicherheitsrates begr&uuml;ndeten den Angriff mit einem angeblichen Chemiewaffenangriff eine Woche zuvor, in Douma am 7.April 2018. Sie &uuml;bernahmen Vorw&uuml;rfe der bewaffneten Gruppen (Armee des Islam), der &bdquo;Wei&szlig;helme&ldquo; und anderer Oppositioneller, die umgehend die syrische Armee beschuldigt hatten.<\/p><p>Obwohl Syrien und Russland die Organisation zum Verbot von Chemiewaffen (Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons, OPCW) um die Entsendung eines Inspektorenteams gebeten hatten, um die Vorw&uuml;rfe zu &uuml;berpr&uuml;fen, starteten die USA, Gro&szlig;britannien und Frankreich ihren &bdquo;Pr&auml;zisionsschlag zur Vergeltung&ldquo;, ohne einen Beschluss des UN-Sicherheitsrates. Das OPCW-Team befand sich zu dem Zeitpunkt in Beirut. Die russische Armee erkl&auml;rte sp&auml;ter, die syrische Luftabwehr habe 71 von 103 Cruise Missile (Marschflugk&ouml;rper) abgeschossen. Der Angriff der drei westlichen Atomm&auml;chte h&auml;tte eine Reaktion Russlands ausl&ouml;sen k&ouml;nnen. Die Welt stand &ndash; nicht zum ersten Mal in der Region &ndash; vor einem Krieg zwischen Atomm&auml;chten.<\/p><p><strong>Die Fact Finding Mission<\/strong><\/p><p>Am 1. M&auml;rz 2019 ver&ouml;ffentlichte die Organisation zum Schutz vor Chemiewaffen (Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons, OPCW) den Abschlussbericht der &bdquo;<em>Fact Finding Mission<\/em>&ldquo; (FFM), die herausfinden sollte, ob in Douma, einem &ouml;stlichen Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus, am 7.4.2018 giftige Chemikalien als Waffe eingesetzt worden waren.<\/p><p>In der <a href=\"https:\/\/www.opcw.org\/sites\/default\/files\/documents\/2019\/03\/s-1731-2019%28e%29.pdf\">Zusammenfassung des Berichts<\/a> hie&szlig; es unter Punkt 2.17: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Hinsichtlich des angeblichen Einsatzes von giftigen Chemikalien als Waffe am 7. April 2018 in Douma, Syrische Arabische Republik, haben die Auswertung und die Analyse aller Informationen, die von der FFM (d.h. Fact Finding Mission) zusammengetragen wurden &ndash; Aussagen von Zeugen, Analyseergebnisse von Umwelt- und biomedizinischen Proben, toxikologische und ballistische Analysen von Experten, zus&auml;tzliche digitale Informationen von Zeugen &ndash; ausreichende Begr&uuml;ndungen erbracht, dass eine giftige chemische (Substanz) als Waffe eingesetzt wurde. Diese giftige chemische (Substanz) enthielt reaktives Chlor. Die giftige Chemikalie war vermutlich molekulares Chlor.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Das entspricht nicht der Wahrheit<\/strong><\/p><p>Diese Darstellung entspricht nicht der Wahrheit, sagte nun eine Quelle aus dem Douma-Untersuchungsteam der OPCW. Die Quelle, die an den Untersuchungen in Douma (Syrien) beteiligt war, traf sich am 15. Oktober in Br&uuml;ssel mit einem kleinen Kreis von Personen aus vier L&auml;ndern, um &uuml;ber das &bdquo;regelwidrige, unethische und betr&uuml;gerische Verhalten&ldquo; der OPCW gegen&uuml;ber dem Untersuchungsteam und auch der internationalen &Ouml;ffentlichkeit zu sprechen. Die originale Erkl&auml;rung zu dem Treffen mit der OPCW-Quelle <a href=\"https:\/\/couragefound.org\/2019\/10\/opcw-panel-statement\">ist nun ver&ouml;ffentlicht<\/a>.<\/p><p>Eingeladen hatte die <a href=\"https:\/\/www.couragefound.org\/\">Courage Stiftung<\/a>, die Whistleblower wie Julian Assange und Edward Snowdon unterst&uuml;tzt. Anwesend waren der V&ouml;lkerrechtsprofessor Richard Falk, von 2008 bis 2014 UN-Sonderberichterstatter f&uuml;r die Situation der Menschenrechte in den seit 1967 besetzten pal&auml;stinensischen Autonomiegebieten; der pensionierte britische Generalmajor John Holmes, Elisabeth Murray, ehemalige US-Geheimdienstoffizierin Nahost, der Mainzer Professor G&uuml;nther Meyer, der Arzt Helmut Lohrer vom Vorstand der IPPNW (Internationale &Auml;rzte f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkrieges) und Kristinn Hrafnsson (Chefredakteur von Wikileaks). Wenige Journalisten, darunter auch die Autorin, nahmen an dem Treffen als Beobachter teil.<\/p><p>Die Quelle &bdquo;Alex&ldquo; erwies sich als eine Person mit langj&auml;hriger Berufserfahrung innerhalb der OPCW-Untersuchungsteams, spezialisiert im Bereich von Produktion und Analyse chemischer Waffen. Bei der OPCW-Mission, die im April 2018 den angeblichen Angriff mit giftigen Chemikalien in der Stadt Douma bei Damaskus (am 7.4.2018) untersuchen sollte, hatte &bdquo;Alex&ldquo; eine f&uuml;hrende Position. <\/p><p>&bdquo;Seien Sie unsere Stimme&ldquo;, wandte &bdquo;Alex&ldquo; sich an den kleinen Kreis, der aufmerksam zuh&ouml;rte und im Laufe des Tages unz&auml;hlige Fragen stellte. Die an der Douma-Untersuchung Beteiligten seien Wissenschaftler, sie wollten ihre Untersuchungsergebnisse gew&uuml;rdigt wissen, diskutieren, ggf. korrigieren, doch man m&uuml;sse sie h&ouml;ren, so die Quelle. Sie wollten &bdquo;nicht der Organisation schaden&ldquo; sondern vielmehr &bdquo;vollst&auml;ndige Transparenz aller Untersuchungen&ldquo; erreichen, so wolle es die Chemiewaffenkonvention. Man wolle eine Kl&auml;rung innerhalb der OPCW, die bisher unterbunden worden sei. &bdquo;Abweichende Beobachtungen&ldquo; des Douma-Untersuchungsteams sollten in einem angemessenen Rahmen &ndash; der Versammlung der Vertragsstaaten der Chemiewaffenkonvention &ndash; geh&ouml;rt werden.<\/p><p>Die ganzt&auml;gige Pr&auml;sentation der Quelle &bdquo;Alex&ldquo; kl&auml;rte &uuml;ber die Struktur der &bdquo;<em>Fact-Finding-Mission<\/em>&ldquo; (FFM) auf. Ausf&uuml;hrlich erl&auml;utert wurden die zentralen Elemente aller OPCW-Untersuchungen, die aus dem Sichern von Proben, Ballistik, Toxikologie und der Dokumentation von Augenzeugenberichten bestehen. Anhand von &ouml;ffentlich zug&auml;nglichem Foto- und Bildmaterial &ndash; so genannten <em>open sources\/offenen Quellen<\/em> &ndash; wurden die Lage in Douma, die Vorgehensweise des Untersuchungsteams und die Ergebnisse dargestellt. In einem zweiten Informationsblock schilderte die Quelle &bdquo;Alex&ldquo; Ereignisse vor, w&auml;hrend und nach der Mission. <\/p><p>Die &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.opcw.org\/fact-finding-mission\">Fact Finding Mission<\/a>&ldquo; (FFM) wurde 2014 innerhalb der OPCW eigens f&uuml;r Untersuchungen in Syrien gegr&uuml;ndet. Jenseits der &uuml;blichen OPCW-Untersuchungsteams gilt f&uuml;r sie eine gesonderte Struktur. Die FFM ist unterteilt in zwei Kernteams. Das &bdquo;Alpha-Team&ldquo; ist zust&auml;ndig f&uuml;r die syrische Regierung, das &bdquo;Beta-Team&ldquo; f&uuml;r die &bdquo;Rebellen&ldquo;. W&auml;hrend bei der Arbeit der normalen OPCW-Untersuchungsteams verschiedene OPCW-Abteilungen quasi als Korrektiv einbezogen werden k&ouml;nnen, <a href=\"https:\/\/www.opcw.org\/sites\/default\/files\/documents\/Fact_Sheets\/Fact_Sheet_3_-_OPCW_Structure.pdf\">untersteht<\/a> die FFM direkt der OPCW-Spitze: dem Generaldirektor, dem &bdquo;Kabinettschef&ldquo; und dem Leiter der &bdquo;Fact-Finding-Mission&ldquo;.<\/p><p>Der angebliche Chemiewaffenangriff in Douma ereignete sich am 7.4.2018. Schon erste Berichte der Opposition (open sources) beschuldigten die syrischen Streitkr&auml;fte. Diese Darstellung wurde rasch von westlichen Staaten &uuml;bernommen und mit Vergeltung gedroht. Die syrische Regierung und auch der russische OPCW-Vertreter beantragten eine OPCW-Untersuchungsmission, die bewilligt wurde. Am 14. April traf das FFM-Team, dem die Quelle &bdquo;Alex&ldquo; angeh&ouml;rte, in Beirut ein. Ihre Fahrt nach Damaskus wurde gestoppt, weil die USA, Gro&szlig;britannien und Frankreich einen gro&szlig;angelegten Luftangriff auf Syrien gestartet hatten. Danach verz&ouml;gerten sich die Untersuchungen vor Ort wegen der prek&auml;ren Sicherheitslage in Douma. Der erste &bdquo;Zwischenbericht&ldquo; wurde am 6.7.2018 ver&ouml;ffentlicht, der Abschlussbericht am 1.3.2019.<\/p><p>Nach der R&uuml;ckkehr nach Den Haag, so die Quelle &bdquo;Alex&ldquo;, seien alle Proben an zwei verschiedene Labors geschickt worden. Das Untersuchungsteam sei vom Generaldirektor aufgefordert worden, z&uuml;gig einen Zwischenbericht vorzulegen. Dann sei lange nichts geschehen. Der Quelle wurde klar, dass das Douma-Untersuchungsteam tats&auml;chlich von der folgenden Arbeit ausgeschlossen wurde. Der bereits vorbereitete Zwischenbericht sei ignoriert worden, stattdessen tauchte ein Zwischenbericht auf, der nicht von denjenigen verfasst worden sei, die an der Untersuchung in Douma pers&ouml;nlich teilgenommen h&auml;tten, so die Quelle.<\/p><p>Interne E-Mails, Austausch von Texten und Berichtsentw&uuml;rfen, die die Quelle zeigte, best&auml;tigten das. Die urspr&uuml;nglichen Teilnehmer der Douma-Untersuchung versuchten ihre abweichenden Erkenntnisse und Analysen in den Zwischenbericht einf&uuml;gen zu lassen, vergeblich. Die Darstellung abweichender Beobachtungen und Bewertungen zum offiziell vorgelegten Bericht wurde den Inspektoren der Douma-Mission nicht gew&auml;hrt, obwohl dieses Recht den Inspektoren gem&auml;&szlig; der Chemiewaffenkonvention zusteht. <\/p><p><strong>Chemische Analysen und Toxikologie<\/strong><\/p><p>Ausf&uuml;hrlich ging die Quelle &bdquo;Alex&ldquo; auf chemische und toxikologische Untersuchungen ein. So fanden sich weder an den biomedizinischen noch an den Umweltproben Spuren von &bdquo;relevanten Chemikalien&ldquo;. Die eigentlich relevanten Untersuchungsergebnisse der Inspektoren wurden weder im Zwischen- noch im Abschlussbericht aufgenommen. &bdquo;Bleichmittel&ldquo;, wie in Zwischen- und Abschlussbericht erw&auml;hnt, wurde demnach vom Inspektorenteam gar nicht gesucht. Chlorhaltige Chemikalien, die in Holzproben gefunden wurden, deuten auf Konservierungsmittel f&uuml;r eben dieses Holz, f&uuml;r Wasser und Lebensmittel hin. Proben der nat&uuml;rlichen Umwelt, um den nat&uuml;rlichen Gehalt solcher Stoffe festzustellen, wurden allerdings nicht genommen. Damit fehlen Vergleichswerte. <\/p><p>Die in Proben gefundenen chlorierten organischen Chemikalien lagen um ein Vielfaches unter der Menge, die in der nat&uuml;rlichen Umwelt (bspw. im Wasser) vorkommen. Dieses Laborergebnis, das  Ende Juni vorlag, ist in keinem der beiden Berichte zu finden. Stattdessen hei&szlig;t es, es seien &bdquo;<em>ausreichende Begr&uuml;ndungen erbracht<\/em>&ldquo; worden, wonach &bdquo;<em>eine giftige chemische (Substanz) als Waffe eingesetzt wurde. Diese giftige chemische (Substanz) enthielt reaktives Chlor. Die giftige Chemikalie war vermutlich molekulares Chlor.<\/em>&ldquo; Mit anderen Worten, ein &bdquo;rauchender Colt&ldquo; sei gefunden worden, was auch unmittelbar von internationalen Medien so verbreitet wurde. Tats&auml;chlich aber, so die &bdquo;Quelle Alex&ldquo;, handelte es sich bei den gefundenen chemischen Substanzen (darunter Bornylchlorid) um Konservierungsmittel &bdquo;in einer geringeren Dosis als in dem Kaffee ist, den Sie trinken.&ldquo; In einer internen Korrespondenz hei&szlig;t es: &bdquo;In den meisten F&auml;llen waren nur &bdquo;Spuren&ldquo; erkennbar, in Teilen pro Milliarde, so niedrig wie 1-2 ppb&ldquo; vorhanden. Die Abk&uuml;rzung &bdquo;ppb&ldquo; steht f&uuml;r &bdquo;parts per billion&ldquo;, Teile einer Milliarde.<\/p><p><strong>Ballistik<\/strong><\/p><p>Unterschiedliche Analysen gab es auch bei den ballistischen Untersuchungen, die sich auf zwei Gasflaschen\/-zylinder bezogen, die angeblich aus der Luft auf zwei verschiedene Wohnh&auml;user abgeworfen worden sein sollen. Aus diesen sollte Chlorgas ausgestr&ouml;mt sein, das insgesamt 43 Menschen t&ouml;tete. Die Untersuchungen h&auml;tten aber ergeben, dass die Zylinder nicht die Quelle von m&ouml;glicherweise ausgetretenem Gas gewesen sein k&ouml;nnten, so die Quelle. <\/p><p>Ian Henderson, Mitglied des Douma-Untersuchungsteams, hatte technisch die Lage, Zustand und m&ouml;gliche Flugbahn der Zylinder untersucht und war zu einer anderen Schlu&szlig;folgerung gekommen, als der offizielle Bericht es darstellte. Seine abweichende Meinung wurde nicht ber&uuml;cksichtigt. Er verfasste einen 15-seitigen Bericht , den er &ndash; regelwidrig &ndash; innerhalb der OPCW in Umlauf brachte. Mit der internen Verbreitung seines Berichts hatte Henderson gegen interne OPCW-Regeln versto&szlig;en. Es wurde angeordnet, alle diesbez&uuml;glichen E-Mails zu l&ouml;schen, berichtete die Quelle bei dem Treffen in Br&uuml;ssel. Dennoch gelangte der Bericht an die &Ouml;ffentlichkeit, gegen Henderson wurde eine Untersuchung eingeleitet.<\/p><p><a href=\"http:\/\/syriapropagandamedia.org\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Engineering-assessment-of-two-cylinders-observed-at-the-Douma-incident-27-February-2019-1.pdf\">In dem durchgesickerten Bericht<\/a> kam Henderson zu dem Schluss, dass &bdquo;die Beobachtungen der Situation an den beiden Orten, zusammen mit der anschlie&szlig;enden Analyse darauf hinweisen, dass es eine h&ouml;here Wahrscheinlichkeit daf&uuml;r gibt, dass beide Zylinder per Hand an den beiden Orten abgelegt wurden, als dass sie von einem Flugzeug abgeworfen wurden.&ldquo; Von den internationalen Leitmedien wurde der durchgesickerte abweichende ballistische Bericht verschwiegen. Die OPCW gab keine Erkl&auml;rung dazu ab.<\/p><p>Die Toten, die am 7. und 8. April 2018 in verschiedenen Handyaufnahmen in einem der beiden H&auml;user zu sehen waren, k&ouml;nnen nicht an Chlorgas gestorben sein, so die Quelle &bdquo;Alex&ldquo;. Alle Leichen h&auml;tten Schaum vor dem Mund gehabt, Chlor allerdings gelange in die Lungen und zerst&ouml;re das Gewebe von innen, Schaum werde nicht produziert. In einer abweichenden Stellungnahme zu dem offiziellen Zwischenbericht hei&szlig;t es: &bdquo;Symptome wurden beobachtet, die mit der Einwirkung von Chlor nicht &uuml;bereinstimmen&ldquo;. Auch gebe es &bdquo;keine anderen offensichtlichen Kandidaten unter  Chemikalien, die solche Symptome produzieren&ldquo;.<\/p><p>Die Untersuchung des Douma-Teams habe ergeben, so die Quelle &bdquo;Alex&ldquo;, dass diese Menschen a) durch in h&ouml;chstem Ma&szlig;e giftige Chemikalien ums Leben gekommen seien oder b) durch nicht-chemische Stoffe. Daf&uuml;r h&auml;tte es eine gesonderte Untersuchung der Leichen geben m&uuml;ssen. Da diese aber bereits bei der Ankunft des Untersuchungsteams an einem unbekannten Ort beerdigt worden und vermutlich im Stadium der Verwesung waren, habe man keine weitergehenden Untersuchungen vornehmen k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Augenzeugenberichte<\/strong><\/p><p>Im Mai 2018 wurden 39 Augenzeugen befragt, 13 in Damaskus, 26 in einem Land &bdquo;X&ldquo;, in das ein separates Befragungsteam reiste. 13 erkl&auml;rten, es habe keinen Angriff mit Chemiewaffen gegeben, die anderen 26 behaupteten das Gegenteil. Einige gaben an, selber Opfer von dem Angriff gewesen zu sein. Die Minderheitenmeinung, wonach es keinen Angriff mit Chemiewaffen gegeben habe, sei im Abschlussbericht nicht gleichberechtigt gew&uuml;rdigt worden.<\/p><p><strong>Die Ereignisse nach der Douma-Untersuchung<\/strong><\/p><p>Besonders irritierend stellten sich die Ereignisse dar, die von der Quelle &bdquo;Alex&ldquo; f&uuml;r die Zeit nach der R&uuml;ckkehr des Douma-Untersuchungsteams aus Syrien beschrieben wurde. Das Team sei von Untersuchungen ausgegrenzt worden, offensichtlich sei parallel an einem anderen Zwischenbericht gearbeitet worden. Als dieser kurz vor der Ver&ouml;ffentlichung dem Team zug&auml;nglich wurde, wurde eine Diskussion dar&uuml;ber erst auf die lange Bank geschoben, dann verhindert. Anhand gezeigter E-Mail-Kommunikation wurde deutlich, mit welcher Ernsthaftigkeit die Quelle &bdquo;Alex&ldquo; und auch Ian Henderson versuchten, ihre abweichenden Beobachtungen einzubringen, ihre Argumente, Analysen und Untersuchungsergebnisse wurden ignoriert. Gemeinsame Diskussionen des Douma-Untersuchungsteams wurden in Aussicht gestellt, fanden aber nicht statt. Schlie&szlig;lich wurde massiver Druck eines &ndash; namentlich nicht genannten &ndash; Vertragsstaates deutlich, der dem urspr&uuml;nglichen Douma-Untersuchungsteam eine eigene &bdquo;Rekonstruktion des Chlorangriffs in Douma&ldquo; vorlegte. Intern hie&szlig; es, der Bericht m&uuml;sse die Politiker zufriedenstellen.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Das Forum in Br&uuml;ssel zeigte sich nach dem Vortrag der Quelle &bdquo;Alex&ldquo; alarmiert und beunruhigt &uuml;ber die &bdquo;<em>unakzeptable Vorgehensweise (&hellip;) die bei der Untersuchung des angeblichen chemischen Angriffs in Douma, &ouml;stlich der syrischen Hauptstadt Damaskus, am 7. April 2018 aufgetreten ist.<\/em>&ldquo; Man sei nach dem Geh&ouml;rten &bdquo;<em>&uuml;berzeugt, dass zentrale Informationen &uuml;ber chemische Analysen, toxikologische Untersuchungen, ballistische Studien und Zeugenaussagen unterdr&uuml;ckt wurden, um scheinbar eine vorbestimmte Schlussfolgerung zu beg&uuml;nstigen.<\/em>&ldquo; Das Forum forderte in seiner Erkl&auml;rung, &bdquo;<em>allen Inspektoren, die an der Douma-Untersuchung teilgenommen haben, zu erm&ouml;glichen, dass sie sich zu Wort melden und ihre abweichenden Beobachtungen in einem angemessenen Forum der Vertragsstaaten der Chemiewaffenkonvention vorzutragen. Das entspricht dem Geist der Konvention. Sie sollten die M&ouml;glichkeit haben, ihre Erkenntnisse ohne Angst vor Repressalien oder Zensur vorzutragen.<\/em>&ldquo;<\/p><p>Die Douma-Untersuchung solle wieder aufgenommen werden, um &bdquo;<em>zu kl&auml;ren, was tats&auml;chlich geschehen ist. Das w&uuml;rde dazu beitragen, die Glaubw&uuml;rdigkeit der OPCW wiederherzustellen und es w&uuml;rde seine legal verankerte Verpflichtung f&uuml;r Transparenz, Unparteilichkeit und Unabh&auml;ngigkeit dokumentieren.<\/em>&ldquo;<\/p><p>Unterzeichnet wurde die Erkl&auml;rung auch von Jos&eacute; Bustani, der aus gesundheitlichen Gr&uuml;nden an dem Treffen nicht teilnehmen konnte. Der Brasilianer Bustani, ehemaliger Botschafter seines Landes in Gro&szlig;britannien und Frankreich, war der erste Generaldirektor der OPCW, die er seit ihrer Gr&uuml;ndung 1997 bis 2002 leitete. Dann musste er unter dem direkten Druck der damaligen US-Administration von George W. Bush vor dem Irakkrieg gehen. Dabei <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/2018\/03\/30\/deconstructed-podcast-will-john-bolton-get-us-all-killed\/\">drohte<\/a> ihm der damalige UN-Botschafter der USA, John Bolton, der im Auftrag des damaligen Vize-Pr&auml;sidenten Dick Cheney Bustani in Den Haag aufsuchte: &bdquo;Cheney will dich loswerden. Du hast 24 Stunden, um die Organisation zu verlassen. Wenn Du nicht der Entscheidung Washingtons folgst, haben wir M&ouml;glichkeiten &hellip; wir wissen, wo deine Kinder wohnen.&rdquo; Seine zwei S&ouml;hne lebten damals in New York.<\/p><p>Finanziert wird die OPCW von den Vertragsstaaten, die &ndash; angelehnt an die Struktur der Vereinten Nationen &ndash; Beitr&auml;ge bezahlen. Die USA sind mit 22% der gr&ouml;&szlig;te Geldgeber. Japan zahlt 19,5% und Deutschland 10% des Jahresbudgets, das bei rund 60 Millionen Euro liegt.<\/p><p>Bis 2021 ist Deutschland Mitglied im Exekutivrat der OPCW, einem der h&ouml;chsten Gremien. Das &bdquo;<em>regelwidrige, unethische, betr&uuml;gerische Verhalten<\/em>&ldquo; gegen&uuml;ber den Inspektoren des Douma-Untersuchungsteams, das den angeblichen Chemiewaffenangriff in Douma (Syrien) untersucht hat, d&uuml;rfte auch der deutschen Vertretung nicht verborgen geblieben sein.<\/p><p>Bild: Istimages\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein angeblicher Giftgasangriff der syrischen Armee wurde im April 2018 als Begr&uuml;ndung f&uuml;r einen massiven Milit&auml;rschlag der USA, Gro&szlig;britanniens und Frankreichs herangezogen. Schon unmittelbar nach dem Vorfall gab es erhebliche Zweifel an der &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=43542\">Giftgasthese<\/a>&ldquo;. Diese Zweifel wurden jedoch von Medien und Politik unter Verweis <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44911\">auf einen Bericht der OPCW<\/a> vom Tisch gefegt. Dieser<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55809\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":55810,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,123,171,11,211],"tags":[2020,2315,2005,1043,1409,469,2359,1553,1556,1087],"class_list":["post-55809","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-kampagnentarnworteneusprech","category-militaereinsaetzekriege","category-strategien-der-meinungsmache","category-veranstaltungshinweiseveranstaltungen","tag-biochemische-waffen","tag-bolton-john","tag-fake-news","tag-frankreich","tag-gifteinsatz","tag-grossbritannien","tag-opcw","tag-syrien","tag-usa","tag-whistleblower"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/shutterstock_431139241.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55809","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=55809"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55809\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":55826,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55809\/revisions\/55826"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/55810"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=55809"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=55809"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=55809"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}