{"id":55892,"date":"2019-10-26T11:45:25","date_gmt":"2019-10-26T09:45:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55892"},"modified":"2019-10-28T15:29:40","modified_gmt":"2019-10-28T14:29:40","slug":"chile-der-flaechenbrand-im-neoliberalen-paradies-seine-ursachen-und-die-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55892","title":{"rendered":"Chile \u2013 Der Fl\u00e4chenbrand im neoliberalen Paradies, seine Ursachen und die Folgen"},"content":{"rendered":"<p>Am vergangenen 17. Oktober ver&ouml;ffentlichte die Londoner <em>Financial Times<\/em> ein <a href=\"https:\/\/www.df.cl\/noticias\/internacional\/politica\/pinera-conversa-con-financial-times-estamos-dispuestos-a-hacer-todo\/2019-10-17\/075829.html\">Interview mit Chiles Pr&auml;sident Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era<\/a>, in dem das Staatsoberhaupt voller Stolz sinnierte, Chile sei eine &bdquo;Oase&rdquo; mit einer selten &bdquo;stabilen Demokratie&ldquo; in Lateinamerika. Ein Kommentar von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>, geschrieben w&auml;hrend des Ausnahmezustands und der Ausgangssperre.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5981\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-55892-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191026-Chile-der-Flaechenbrand-im-neoliberalen-Paradies-seine-Ursachen-und-die-Folgen-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191026-Chile-der-Flaechenbrand-im-neoliberalen-Paradies-seine-Ursachen-und-die-Folgen-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191026-Chile-der-Flaechenbrand-im-neoliberalen-Paradies-seine-Ursachen-und-die-Folgen-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191026-Chile-der-Flaechenbrand-im-neoliberalen-Paradies-seine-Ursachen-und-die-Folgen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=55892-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191026-Chile-der-Flaechenbrand-im-neoliberalen-Paradies-seine-Ursachen-und-die-Folgen-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"191026-Chile-der-Flaechenbrand-im-neoliberalen-Paradies-seine-Ursachen-und-die-Folgen-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>W&ouml;rtlich sagte Pi&ntilde;era: &bdquo;Schauen Sie sich Lateinamerika an. Argentinien und Paraguay befinden sich in einer Rezession, Mexiko und Brasilien stagnieren, Peru und Ecuador stecken in einer tiefen politischen Krise. In diesem Kontext scheint Chile doch eine Oase zu sein, weil wir eine stabile Demokratie haben, die Wirtschaft w&auml;chst, wir schaffen Arbeitspl&auml;tze, verbessern die L&ouml;hne und halten das makro&ouml;konomische Gleichgewicht aufrecht&rdquo;.<\/p><p>Keine 24 Stunden sp&auml;ter brach am Freitag, dem 18. Oktober, ein Volkssturm los, der Pi&ntilde;eras Worte und das weltweite Credo von Chile als neoliberalem Musterland in Rauch aufl&ouml;ste.<\/p><p><strong>Der chilenische Tsunami: Vom U-Bahn-Protest zum Generalstreik<\/strong><\/p><p>Der Aufstand begann mit der Ank&uuml;ndigung einer Fahrpreiserh&ouml;hung der U-Bahn Santiagos, die mit einem Durchschnittspreis von rund 80 Eurocent je Fahrschein zu den teuersten auf dem amerikanischen Kontinent z&auml;hlt. Die Ank&uuml;ndigung wurde von Studenten und Sch&uuml;lern mit &Uuml;berspringen und Zerst&ouml;rung der Entwertungssperren beantwortet. Das Vorgehen stie&szlig; auf umgehende Sympathie der &uuml;brigen Bev&ouml;lkerung, die millionenfach t&auml;glich die Metro benutzt und als Mindestlohnempf&auml;nger 1\/8 ihrer Monatseink&uuml;nfte f&uuml;r die U-Bahnbef&ouml;rderung hinbl&auml;ttern muss.<\/p><p>Der Protest rief die Bereitschaftspolizei der Carabineros auf den Plan, die &ndash; bekannt f&uuml;r unver&auml;nderte Gewaltaus&uuml;bung seit der Pinochet-Diktatur &ndash; Jugendliche, Frauen und Senioren wahllos und blutig niederschlug. Doch vielleicht war es nicht einmal die rohe Gewalt der Carabineros &ndash; vom Volksmund despektierlich <em>Pacos<\/em> (dumme Wiederk&auml;uer) genannt &ndash; die das Fass der Geduld zum &Uuml;berlaufen brachte, sondern Wirtschaftsminister Juan Andr&eacute;s Fontaines arrogante Phrase, die Chilenen sollten nicht gegen den Service der U-Bahn meckern, sondern ein paar Stunden eher aus dem Bett springen.<\/p><p>Man sollte wissen, Fontaine geh&ouml;rt nicht nur wie viele zu Pinochets ehemaligen Beratern, sondern zu den von seinen demokratischen Nachfolgern ebenfalls in den Staatsdienst &uuml;bernommenen <em>Chicago Boys<\/em>, die seit &uuml;ber 45 Jahren Chile ohne jede Spur schlechten Gewissens den skrupellosesten Wirtschaftsliberalismus verabreichen. Doch als der Volkszorn sich nach wenigen Tagen landesweit verbreitet hatte, folgte Fontaine dem Beispiel Pi&ntilde;eras und bat &ouml;ffentlich um Vergebung f&uuml;r seine rabiate Entgleisung. Der Pr&auml;sident hatte sich zwischenzeitlich immerhin f&uuml;r seine &bdquo;Unvorbereitetheit&ldquo; und Inkompetenz im Umgang mit der Krise entschuldigt, jedoch nicht seinen Schlachtruf zur&uuml;ckgenommen, demzufolge Chile sich im &bdquo;Kriegszustand&ldquo; bef&auml;nde.<\/p><p>In weniger als 48 Stunden waren in Santiago mindestens 5 U-Bahnh&ouml;fe zerst&ouml;rt, 4 Z&uuml;ge in Brand gesteckt, Barrikaden quer durch die Hauptstadt errichtet worden. Die Proteste griffen &uuml;ber auf Concepci&oacute;n &ndash; der zweitgr&ouml;&szlig;ten Millionenstadt in Zentralchile &ndash; und weiteten sich nach S&uuml;den und Norden aus, die bald durch brennende Stra&szlig;ensperren vom &uuml;brigen Land abgeschnitten waren.<\/p><p>Da befahl Pr&auml;sident Pi&ntilde;era in der Nacht zum 19. Oktober den Ausnahmezustand, den Einsatz des Heeres und eine Ausgangssperre; zun&auml;chst f&uuml;r Santiago, die im Nachhinein auf Concepci&oacute;n, Valpara&iacute;so und die in Nordchile rebellierende Stadt La Serena ausgedehnt wurden und seitdem t&auml;glich neu verordnet werden. Seitdem hat General und Strategie-Experte Javier Iturriaga das Sagen &uuml;ber die innere Sicherheit Chiles und die private Unversehrtheit seiner B&uuml;rger. Mit den Stra&szlig;ensperren kam tagelang der Inlands-Busfernverkehr zum Erliegen, ihm folgte die massenhafte Streichung von Inlands- und Auslandsfl&uuml;gen. Rund 24 Stunden lang war Chile zwischen dem 20. und 21. Oktober von der Au&szlig;enwelt isoliert.<\/p><p>Doch Ausnahmezustand, Milit&auml;reinsatz und Ausgangssperre waren gegen die Proteste wirkungslos. Sie hatten im Gegenteil den Effekt, als ob man Benzin in das lodernde Feuer gie&szlig;t. Der Aufstand nahm nun Formen massenhafter Brandanschl&auml;ge und Pl&uuml;nderungen an. Den Sch&auml;den, die sich nach ersten Sch&auml;tzungen angeblich auf 200 Millionen US-Dollar belaufen, folgten Anschl&auml;ge auf &ouml;ffentliche Geb&auml;ude, Banken und Luxushotels &ndash; in einem Satz: auf alles, was als &bdquo;systemerhaltend&ldquo; und &bdquo;anr&uuml;chig&ldquo; gilt.<\/p><p>Vereinzelt kam es zwar zu vermeintlichen Verbr&uuml;derungsszenen zwischen Milit&auml;r und Demonstranten &ndash; wie <a href=\"https:\/\/www.elmostrador.cl\/noticias\/multimedia\/2019\/10\/24\/estamos-con-ustedes-militares-respaldan-movimiento-social-en-talca\/\">im zentralchilenischen Talca<\/a> und anderen Orten, an denen <a href=\"https:\/\/twitter.com\/claudiarhoz\/status\/1187454213514846211\">Soldaten mit den Aufst&auml;ndischen tanzten<\/a> &ndash; doch die Brutalit&auml;t der &bdquo;Ordnungsh&uuml;ter&ldquo; ist nach wie vor die Regel in diesen Tagen, an denen sogenannte Vers&ouml;hnungsszenen eher als kalkulierte Inszenierung des Oberkommandos der Streitkr&auml;fte zur Infiltrierung und Z&auml;hmung der Proteste durchschaut werden.<\/p><p>Am Abend des 24. Oktober ver&ouml;ffentlichte das Nationale Institut f&uuml;r Menschenrechte (NHRI) eine neue Bilanz von Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;eras &bdquo;Kriegserkl&auml;rung&ldquo;: 2.840 Inhaftierte, davon ein Drittel in der Hauptstadt Santiago und 1.756 Menschen in den &uuml;brigen Landesteilen. Dem neuen Bericht zufolge hat die dabei w&uuml;tende Repression bisher 582 Verwundete &ndash; davon allein 295 Opfer von Schusswaffen &ndash; und 18 Tote zu verantworten. Menschenrechts-Organisationen reichten bei der Justiz 67 Klagen gegen den Staatschef, seinen Innenminister Andr&eacute;s Chadwick, die Polizei und das Milit&auml;r ein; darunter allein 12 Klagen wegen sexueller Bel&auml;stigung und Gewalt gegen festgenommene Frauen auf Polizeirevieren. Die Protestbewegung forderte daraufhin den umgehenden R&uuml;cktritt Pi&ntilde;eras und Chadwicks.<\/p><p>Seit dem 23. Oktober ist Chile von einem Generalstreik betroffen, der das Gesundheits-, Bildungs- und das Transportwesen lahmgelegt hat. Auf der f&uuml;r Freitag, den 25. Oktober, von den Aufst&auml;ndischen geplanten Massendemonstration in Santiago de Chile wird wohl mit Nachdruck der R&uuml;cktritt Pi&ntilde;eras und die Ausrufung einer Verfassunggebenden Versammlung gefordert werden, die Chile endg&uuml;ltig vom Erbe der Pinochet-Diktatur befreien soll.<\/p><p><strong>Kollaps der neoliberalen &bdquo;Oase&ldquo; und ihrer Heilslehre<\/strong><\/p><p>Nun fragen sich Regierungen, Medien, Forschungsinstitute, Denkfabriken, Wirtschafts- und Sicherheitsexperten im Ausland, was zum Teufel passiert in Chile? Wie ist es m&ouml;glich, dass das nicht nur in Lateinamerika als &bdquo;Modell&ldquo; propagierte, sondern weltweit vielgepriesene &bdquo;Drehbuch&ldquo; kapitalistischer Markt- und Staatsf&uuml;hrung buchst&auml;blich &uuml;ber Nacht in Schutt und Asche gelegt wurde?<\/p><p>Die Ereignisse seit dem 18. Oktober haben einwandfrei Pi&ntilde;eras wackeliges Credo geleugnet und offenbart, dass das Unwohlsein in der Bev&ouml;lkerung sich in explosiver Weise angestaut hatte und von einer halbsouver&auml;nen Demokratie herr&uuml;hrt, die nicht vom Primat des republikanischen B&uuml;rgerrechts, sondern von einer skrupellosen Tyrannei des Marktes gepr&auml;gt ist, die schlicht und ergreifend nicht mehr toleriert wird.<\/p><p>Wie ging jedoch Pr&auml;sident Pi&ntilde;era bisweilen damit um? Sebasti&aacute;n Pi&ntilde;era kehrte Anfang 2018 zum zweiten Mal als Pr&auml;sident einer sinnbildlichen doppelten Minderheit in den La-Moneda-Palast zur&uuml;ck. N&auml;mlich als politisch geschw&auml;chter Pr&auml;sident, der eine Stichwahl mit den Stimmen von kaum 26,5 Prozent der Wahlberechtigten gewann und sein Amt ohne Mehrheit im Parlament antrat.<\/p><p>Er bildete ein Kabinett mit einem &auml;hnlichen Profil wie das seiner ersten Regierung (2010-2014), in der jedoch jetzt noch mehr Gesch&auml;ftsleute, Unternehmensvorst&auml;nde und Berater, sowie Wissenschaftler rechter Think Tanks &uuml;berwiegen, die Politik und Staatsf&uuml;hrung aus der Perspektive und Agenda der CEO-Etagen konzipieren. Unter diesen Voraussetzungen f&uuml;hlten sich nahezu 65 Prozent der Chileninnen und Chilenen von Pi&ntilde;era &ndash; zumal als einer von 12 Milliard&auml;ren im Andenland, dem vielfach rechtswidrige, unehrenhafte, zuweilen von der Justiz gedeckte kriminelle Gesch&auml;fte angelastet werden &ndash; nicht vertreten.<\/p><p>Das j&uuml;ngste Rasterbild der Superreichen in Chile ergab, dass sich deren geballtes Privatverm&ouml;gen &ndash; mit einem 3-prozentigen Wachstum gegen&uuml;ber dem Vorjahr &ndash; Ende 2018 auf nahezu 500 Milliarden USD belief. Nach Sch&auml;tzungen der Boston Consulting Group (BCG) soll dieses Verm&ouml;gen bis 2023 gar die schwindelerregende Summe von 700 Milliarden US-Dollar erreichen; ein Zustand, der skandal&ouml;se Konturen annimmt, wenn diese Zahlen der wachsenden Verschuldung der Durchschnittschilenen und den um sich greifenden Selbstt&ouml;tungen seiner verarmten Rentner gegen&uuml;bergestellt werden.<\/p><p>Doch Pi&ntilde;era, seine Milliard&auml;re, ihre CEOs und neoliberalen &bdquo;Thinker&ldquo; haben nun seit Ende der Pinochet-Diktatur 30 Jahre lang die Blinden im Land gemimt. Sie wollten von den Auswirkungen ihrer Raubbau-Doktrin und -Praxis schlichtweg nichts wissen; weshalb auch eine der Parolen der Aufst&auml;ndischen besagt, &bdquo;es geht nicht um 30 Pesos, sondern um 30 Jahre!&ldquo;.<\/p><p>Wie der argentinische Soziologe Atilio Bor&oacute;n in einem Beitrag zum Aufstand in Chile zu Recht vermerkt, hat der Kapitalismus in sehr wenigen L&auml;ndern die Grundrechte der Menschen derart skrupellos zerst&ouml;rt wie in Chile. Wasservorr&auml;te, Bergbau, W&auml;lder, Gesundheit, Bildung, soziale Sicherheit, Verkehr, Wohnen und selbst Chiles K&uuml;ste wurden w&auml;hrend der Pinochet-Diktatur von den Freunden des Regimes privatisiert, uners&auml;ttlich angeeignet und mit neuem Schwung in die vermeintliche &ldquo;Demokratie&rdquo; als Privateigentum hin&uuml;bergerettet. Und von mehreren Regierungen mit sozialistischen Pr&auml;sidentInnen, wie Michelle Bachelet, geduldet.<\/p><p>Der grausame und unmenschliche Marktfundamentalismus f&uuml;hrte dazu, dass aus Chile das Land mit der h&ouml;chsten Haushaltsverschuldung in Lateinamerika wurde; insbesondere seiner Studenten, die im Durchschnitt 25.000 Euro f&uuml;r eine Universit&auml;tsausbildung ausgeben und hochverzinste Bankkredite aufnehmen m&uuml;ssen und verschuldet ins Berufsleben treten &ndash; oder sich das Leben nehmen.<\/p><p>Nach Angaben einer aktuellen Studie der Weltbank befindet sich Chile neben Ruanda unter den acht ungleichsten L&auml;ndern der Welt. Im neoliberal ausgepl&uuml;nderten und beherrschten Andenland besitzt das reichste eine Prozent der Chilenen 26,5 Prozent des Nationaleinkommens, w&auml;hrend 50 Prozent ihrer &auml;rmsten Landsleute sich mit gerademal 2,1 Prozent der Ressourcen zufriedenstellen m&uuml;ssen. So wundert die Aussage einer Studie der gewerkschaftsnahen Fundaci&oacute;n Sol nicht, wonach &bdquo;es kaum der H&auml;lfte der Arbeitnehmer gelingt, ihre &hellip; Familie aus der Armut zu befreien&ldquo;.<\/p><p>Zusammenfassend l&auml;sst sich &ndash; so Bor&oacute;n &ndash; sagen, dass in Chile sich ein explosives Gemisch aus einer sogenannten freien, bet&auml;ubungslosen Marktwirtschaft und einer vollends delegitimierten, nur ihren Namen beibehaltenden Demokratie herausgebildet hat. Diese Kombination entartete zu einer Plutokratie, die bis vor wenigen Tagen &hellip; an der Resignation, Demoralisierung und Apathie der B&uuml;rger gemessen wurde, die obendrein von der Medienoligarchie der herrschenden Klasse geschickt get&auml;uscht wurde.<\/p><p>&bdquo;Aber nicht mehr lange&ldquo;, hatte Bor&oacute;n warnend angemerkt. Trotz Pi&ntilde;eras Zur&uuml;cknahme der U-Bahn-Fahrpreiserh&ouml;hung und seinem Angebot punktuellen, sozialen Ausgleichs durchschauen die B&uuml;rger den oberfl&auml;chlichen Anstrich. In Chile deuten die Zeichen weiterhin auf Sturm.<\/p><p>Aller Voraussicht nach gibt es ein S&uuml;damerika vor und eines nach diesem Oktober 2019 &ndash; n&auml;mlich dem Aufstand in Ecuador, dem politischen Tsunami in Chile, der Wiederwahl von Evo Morales und dem voraussichtlichen Wahlsieg des Peronismus am Sonntag, dem 27.Oktober, in Argentinien.<\/p><p>Bild: abriendomundo\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am vergangenen 17. 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