{"id":56187,"date":"2019-11-07T12:20:30","date_gmt":"2019-11-07T11:20:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56187"},"modified":"2019-11-07T13:31:14","modified_gmt":"2019-11-07T12:31:14","slug":"leserbriefe-zum-afd-wahlergebnis-in-thueringen-und-den-erklaerungsversuchen-dazu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56187","title":{"rendered":"Leserbriefe zum AfD-Wahlergebnis in Th\u00fcringen und den Erkl\u00e4rungsversuchen dazu"},"content":{"rendered":"<p>Der Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56023\">Spezielle Ost-Soziologie oder der neue Trick des Neoliberalismus<\/a>&rdquo; stie&szlig; auf eine ausf&uuml;hrliche Resonanz, von der wir Einiges hier wiedergeben. Es scheint an der Zeit zu sein, sich doch verst&auml;rkt inhaltlich mit der AfD auseinanderzusetzen.  Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag, <\/p><p>ich, und ich denke viele noch, sehe das so: <\/p><p>Das die AfD den Umstand nutzt, dass cDU, sPD und Gr&uuml;ne uns seit Jahren bel&uuml;gen, ist v.a. Schuld von cDU, sPD und Gr&uuml;nen. <\/p><p>Gru&szlig;<br>\nR. Thomas <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Tautenhahn,<\/p><p>nennen Sie es meinetwegen typische Westarroganz, aber ich bitte Sie mir nachzusehen, dass ich ihre Apologie des &bdquo;OST-AfD-W&auml;hlers&ldquo; nicht akzeptieren kann. <\/p><p>Gerade in Th&uuml;ringen, wo mit H&ouml;cke ein mindestens rechtsradikaler Poltiker, der aus seinen faschistoiden Vorstellungen ja auch &uuml;berhaupt keinen Hehl macht, als Spitzenkandidat antritt, kann das Argument der sozialen Benachteiligung bzw. der Wende-Verlierer einfach nicht mehr zur Entschuldigung taugen. Schlie&szlig;lich st&uuml;nden auf dem Wahlzettel auch au&szlig;er der Linken noch gen&uuml;gend dezidiert anti-neoliberale Alternativen zur Verf&uuml;gung.<\/p><p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Die W&auml;hler der AfD von heute sind auch morgen noch W&auml;hler. Aufgabe muss es daher aus meiner Sicht sein, sie zur&uuml;ckzugewinnen und nicht abzuschreiben. Sie weisen zu Recht darauf hin, dass es durchaus andere Parteien gibt, die man auf dem Wahlzettel ankreuzen k&ouml;nnte. Das ist aber nur dann relevant, wenn damit auch ein Politikwechsel verbunden w&auml;re.<\/em><\/p><p>Mit ihren Einlassungen erkl&auml;ren Sie schlicht die AfD-W&auml;hler f&uuml;r zu bl&ouml;de zu erkennen, wen oder was sie da w&auml;hlen. Und davon kann bei fast 25 Prozent beileibe nicht ausgegangen werden. Ich stimme hier viel eher ihrem kritisierten Soziologen zu: das verbindende Element der AfD-Anh&auml;nger (&uuml;brigens im Osten wie im Westen) ist ihr Fremdenhass.<\/p><p>Unterschiedlich sind lediglich die individuellen Frustrationen, die dieser Projektion zugrunde liegen: hier mag bei vielen die wirtschaftliche Situation eine Rolle spielen, bei manchen sicher Minderwertigkeitsgef&uuml;hle, bei wieder anderen pers&ouml;nliche Frusterlebnisse etc. etc.<\/p><p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Zun&auml;chst einmal halte ich die AfD-W&auml;hler nicht f&uuml;r bl&ouml;de. Sie treffen ihre Wahlentscheidung ja sehr bewusst. Ich habe es in dem Artikel eigentlich genau andersherum formuliert. Die Mehrheitsmeinung in der &Ouml;ffentlichkeit warnt st&auml;ndig davor, nicht so bl&ouml;d und verantwortungslos zu sein, eine faschistische Partei zu w&auml;hlen. Indem man die Menschen im Osten indirekt oder direkt als Idioten abstempelt, hilft man der AfD. Man treibt ihnen noch mehr W&auml;hler zu. Darauf kam es mir an.<\/em><\/p><p>Kurz: f&uuml;r alles negative im eigenen Leben wird ein S&uuml;ndenbock gesucht und den liefert H&ouml;cke mit den Fremden. Und so abgeschmackt der Vergleich auch immer sein mag: nicht anders gingen die Nazis vor. (Entsprechend analysiert &uuml;brigens auch Adorno nicht den Inhalt, sonder die Art des Vorgehens als Gemeinsamkeit zwischen alten und neuen faschistischen Parteien)<\/p><p>Wenn man zudem den neuesten Erhebungen entnehmen kann, dass ein Viertel der Deutschen (mit steigender Tendenz!) antisemitische Einstellungen hat, dann sollte man den Anf&auml;ngen wehren und aufh&ouml;ren, diese Haltungen noch zu rechtfertigen. Sie k&ouml;nnen durch das System zwar erkl&auml;rt werden, nicht aber entschuldigt. Und das gilt f&uuml;r den Osten nicht minder als f&uuml;r den Westen.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig; aus Taufkirchen<br>\nMartin Sutor<\/p><p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Ziel muss sein, einer Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken und Fremdenhass nicht auch noch dadurch zu bef&ouml;rdern, in dem man die DDR mit dem Nationalsozialismus auf eine Stufe stellt, wie es leider nach 1990 und auch heute immer noch geschieht. Nehmen Sie nur die Debatte &uuml;ber den Begriff des &bdquo;Unrechtsstaats&ldquo;, die gerade im Th&uuml;ringer Wahlkampf noch einmal von Bedeutung war. Ramelow und auch Schwesig aus Mecklenburg-Vorpommern hatten diesen Begriff sehr vorsichtig kritisiert, was ihnen prompt die Kritik aus den eigenen Reihen einbrachte. Der Spitzenkandidat der Th&uuml;ringen-SPD, Tiefensee, griff Ramelow und Parteigenossin Schwesig, dem g&auml;ngigen Narrativ folgend, an. Er behauptete, die DDR sei aus &ldquo;unleugbaren Gr&uuml;nden&rdquo; ein Unrechtsstaat gewesen und warf Ramelow vor, sich vom Koalitionsvertrag 2014 entfernt zu haben. Dar&uuml;ber hinaus sagte Tiefensee, dass er die erneute Diskussion &uuml;ber den Begriff Unrechtsstaat f&uuml;r unn&ouml;tig halte. Punkt. Es ist also abgeschlossen, weil es die Geschichtsschreibung so entschieden hat. Ich bin der festen &Uuml;berzeugung, dass diese Haltung bei vielen ostdeutschen W&auml;hlern sehr wohl verstanden wurde und ein St&uuml;ck weit auch das weitere Absacken der SPD in Th&uuml;ringen und damit den Verlust der linken Mehrheit erkl&auml;rt.<\/em><\/p><p><em>Selbst wenn die Terminologie mit dem &bdquo;Unrechtsstaat&ldquo; und damit die inhaltliche Gleichsetzung mit dem NS-Regime zutr&auml;fe, sind die Konsequenzen g&auml;nzlich unterschiedlich. W&auml;hrend die Entnazifizierung in der Bundesrepublik halbherzig vonstatten ging, viele belastete Personen weiterhin &Auml;mter bekleiden durften und ein &bdquo;kommunikatives Beschweigen&ldquo; einsetzte, das wiederum Freir&auml;ume f&uuml;r ein demokratisches Denken in Westdeutschland erm&ouml;glichte, wie Hermann L&uuml;bbe 1983 schrieb, galt das f&uuml;r die Ostdeutschen nach 1990 eben nicht. Die Eliten wurden rigoros entmachtet und die DDR zum verbrecherischen Fehltritt erkl&auml;rt.<\/em><\/p><p><em>Davon unber&uuml;hrt haben Sie selbstverst&auml;ndlich Recht mit dem, was Sie &uuml;ber H&ouml;cke und die AfD sagen. Die Partei bedient den S&uuml;ndenbock-Mechanismus. &Uuml;brigens richtet sich der meiste Hass gegen die Person Angela Merkel und die Mitglieder der Bundesregierung. <\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Andr&eacute; Tautenhahn,<\/p><p>vermutlich ist Ihnen das nicht bewusst, aber Ihr Beitrag wirft bei mir doch einige Fragen auf. So schreiben Sie zum Spiegel-Interview vom 29. Oktober mit dem Soziologen Alexander Yendell: &ldquo;Erschreckend ist, dass der Soziologe andeutet, die ostdeutsche Gesellschaft sei quasi von Natur aus rassistisch (&bdquo;grunds&auml;tzlich fremdenfeindliche Einstellung&ldquo;)&rdquo;. Und: &ldquo;Noch heute wird Fremdenfeindlichkeit im Osten anders wahrgenommen als im Westen&rdquo;. Erschreckend finde Ihre Verdrehung der Tatsachen.<\/p><p>Denn auf die Frage des Spiegels, ob die Rechten im Osten anders ticken als im Westen, antwortet Yendell: &ldquo;Rechtsextremismus ist nicht das alleinige Problem des Ostens, auch im Westen ist die AfD dort besonders erfolgreich, wo es Fremdenfeindlichkeit gibt. Die Mechanismen dahinter sind dieselben. <\/p><p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Da haben sie vollkommen Recht, aber ich habe in meinem Text auf die Behauptung Yendells abgestellt, wonach die Ostdeutschen eine &bdquo;grunds&auml;tzlich fremdenfeindliche Einstellung&ldquo; bes&auml;&szlig;en und dies kritisiert.<\/em><\/p><p>Aber wir d&uuml;rfen nicht vergessen: Mehr als 75 Prozent der W&auml;hlerinnen und W&auml;hler in Th&uuml;ringen haben nicht AfD gew&auml;hlt.&rdquo; Und das ist der zweite Aspekt, der mich erschreckt: Bei Ihnen kommen die 75 Prozent AfD-Nichtw&auml;hler &uuml;berhaupt nicht vor &ndash; trotz Wahlerfolg der Linken. Auch wenn Niema Movassat auf Twitter entsetzt &uuml;ber die 25 Prozent f&uuml;r die AfD in Th&uuml;ringen ist, gibt mir Ihre &ldquo;Antwort&rdquo; auf Movassat R&auml;tsel auf: &ldquo;Dadurch werden aber nicht nur die W&auml;hler der AfD, sondern alle Ostdeutschen buchst&auml;blich einer erneuten Abwertung unterzogen&rdquo;, schreiben Sie, obwohl die Linke mit 31 Prozent deutlich &uuml;ber der AfD mit knapp 25 Prozent lag. Sind f&uuml;r Sie &ldquo;alle Ostdeutschen&rdquo; trotzdem AfD-W&auml;hler?<\/p><p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Da haben Sie etwas missverstanden. Zun&auml;chst einmal sind die 75 Prozent nur indirekt thematisiert, das ist richtig. Die 75 Prozent ist aber auch sehr ungenau von Ihnen, da Sie die tats&auml;chlichen Nichtw&auml;hler mal eben mit einschlie&szlig;en. Von denen wissen wir aber nicht, welche Positionen sie teilen oder nicht. Ich habe auch nicht behauptet, dass alle Ostdeutschen AfD-W&auml;hler w&auml;ren. Ich habe vielmehr erkl&auml;rt, dass die Bewertung des Wahlergebnisses durch die &Ouml;ffentlichkeit alle ostdeutschen W&auml;hler in ihrer Wahlentscheidung abwertet, weil der einen Gruppe bescheinigt wird, im Sinne der Demokratie entschieden zu haben und der anderen Gruppe, das eben nicht getan zu haben. Die &Ouml;ffentlichkeit erlaubt sich ein Urteil dar&uuml;ber, wie die Ostdeutschen ihr Wahlrecht nutzen, das ist aus meiner Sicht zu kritisieren, auch vor dem Hintergrund der &bdquo;freien Wahlen&ldquo;, die es f&uuml;r die ostdeutsche Gesellschaft erst ab 1990 gab und immer als Grundbedingung f&uuml;r eine Demokratie betrachtet wurde und wird.<\/em><\/p><p>Mit Bezug auf H&ouml;ckes vertreten Sie den seltsamen Standpunkt: &ldquo;So gesehen ist es nur folgerichtig, wenn eine durch den Westen (??) dominierte &Ouml;ffentlichkeit das Wort Faschismus als Vorwurf m&ouml;glichst h&auml;ufig bem&uuml;ht, um auch weiterhin eine dringend notwendige Kehrtwende in der Sozialpolitik unterdr&uuml;cken zu k&ouml;nnen&rdquo; Aber was ist mit den Menschen, die in Eisenach darauf bestanden, H&ouml;cke als &ldquo;Faschisten&rdquo; zu bezeichnen? Waren das gar keine Eisenacher, und waren die gegen eine Kehrtwende in der Sozialpolitik? Zu Ihrer Info: Eisenach liegt nicht im Westen. Allein Sie &ndash; und niemand anders &ndash; binden die AfD-W&auml;hler auch v&ouml;llig bruchlos an H&ouml;cke, wenn sie behaupten: &ldquo;Die Eilentscheidung eines lokalen Verwaltungsgerichts wird benutzt, um einerseits H&ouml;cke mit einem gew&uuml;nschten Etikett zu versehen, aber auch dessen W&auml;hler im Osten gleich mit zu verurteilen&rdquo; Mein Gegenstandpunkt: Es gibt auch im Osten, inkl. Th&uuml;ringen, entschiedene Gegner von H&ouml;cke, die man endlich auch im Westen ernst nehmen sollte.<\/p><p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Vollkommen richtig. Ich bestreite auch gar nicht, dass es eine Gegenbewegung zur AfD im Osten gibt. Das ist doch auch notwendig und widerlegt ebenso die Haltung von Yendell, der undifferenziert von &bdquo;grunds&auml;tzlich fremdenfeindlichen Einstellungen&ldquo; sprach. Ich bleibe aber bei meiner Darstellung, dass die Gerichtsentscheidung von der &Ouml;ffentlichkeit ganz bewusst instrumentalisiert wird, gerade auch deshalb, um eine differenzierte Betrachtung, wie ich sie versucht habe, zu unterbinden. Nat&uuml;rlich vertritt H&ouml;cke rechtsextreme Positionen, was denn sonst? Nur ist diese Feststellung l&auml;ngst bekannt, es bringt aber niemanden in der Analyse weiter, nur weil man ihn jetzt auch einen Faschisten nennen darf.<\/em><\/p><p>Schlie&szlig;lich besteht ein weiteres erschreckendes Defizit in der Logik Ihrer Argumentation: Wie Sie selbst zitieren, ist f&uuml;r Yendell die Fremdenfeindlichkeit und nicht der pers&ouml;nliche wirtschaftliche Backgrund das &ldquo;verbindende Element der AfD-W&auml;hler&rdquo;. Nur wo in ihrem ganzen Text widerlegen Sie diese Einsch&auml;tzung? Sie bringen jede Menge an existenzieller Benachteiligung im Osten, so als sei das ein Gegenargument. Aber es ist ein Themenverfehlung. Denn warum sollte eine existenzielle Benachteiligung sich nicht in Fremdenfeindlichkeit ausdr&uuml;cken k&ouml;nnen?<\/p><p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Das will ich auch gar nicht widerlegen. Soziologisch betrachtet, ist Fremdenfeindlichkeit ein verbindendes Element, wie auch schon im ersten Leserbrief dieser Sammlung anklang. Hier findet Identifikation statt, indem man &auml;hnlich spricht. Nur verurteile ich das nicht so pauschal und undifferenziert wie Yendell, da &uuml;ber die Fremdenfeindlichkeit im Osten bereits sehr viel nachgedacht und geschrieben wurde. Daher auch meine knappe Formulierung, die Sozialwissenschaft sei schon viel weiter gewesen. Bereits 2002 hat Franziska Augstein beispielsweise in einem Aufsatz f&uuml;r den Band &bdquo;Verbrechen erinnern&ldquo; geschrieben:<\/em><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Mu&szlig; man sich wirklich dar&uuml;ber wundern, da&szlig; der Rechtsradikalismus im Osten schneller um sich greift als im Westen? Man mu&szlig; sich klarmachen: Die gro&szlig;e Mehrheit der DDR-Bev&ouml;lkerung hat in den vergangenen zehn Jahren das Gef&uuml;hl tiefer Dem&uuml;tigung erfahren. Wer nicht politisch kompromittiert ist, der hat erlebt, wie er vom westlichen Kapitalismus &uuml;berholt wurde. Seit zehn Jahren f&uuml;hlen die Ostdeutschen die Notwendigkeit, sich selbst zu best&auml;tigen, da&szlig; sie nicht so treubl&ouml;d sind, wie sie sich neben den t&uuml;chtigen, durchtriebenen Westdeutschen vorkommen. Nicht die jugendliche Arbeitslosigkeit ist Quelle des Rechtsradikalismus in den neuen L&auml;ndern, sondern die Arbeitslosigkeit der Eltern, ihre Orientierungslosigkeit, ihr Ressentiment, der Umstand, da&szlig; sie keinerlei Anspruch auf Autorit&auml;t erheben k&ouml;nnen. Wer die eigenen Eltern als w&uuml;rdelos erlebt, der sucht sich andere Ma&szlig;st&auml;be und Vorbilder, nach denen er sich richtet.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Tats&auml;chlich bleibt f&uuml;r mich auch Yendell hier eine Antwort schuldig; denn immerhin war der Arbeiteranteil bei der Wahl in Th&uuml;ringen mit 39 Prozent am h&ouml;chsten (Rentner w&auml;hlten allerdings mit 40 Prozent &uuml;berwiegend die Linke). Dass es nicht allein an der schlechten existenziellen Situation liegen kann, wie Sie behaupten zeigen jedoch die Zahlen, n&auml;mlich dass 21. Prozent der Angestellten, 18. Prozent der Beamten (klar, besonders benachteiligt) und 28. Prozent der Selbstst&auml;ndigen AfD w&auml;hlten. Aber ich will Sie nicht &uuml;berfordern. Ich w&uuml;rde es jedoch begr&uuml;&szlig;en, wenn Sie wenigstens bei den Fakten bleiben und den Gegnern der AfD im Osten vielleicht etwas an Gerechtigkeit zukommen lassen k&ouml;nnten. Sie h&auml;tten es verdient. Denn deren Situation ist wahrlich nicht einfach.<\/p><p>In diesem Sinne Ihr<br>\nArmin Kammrad<br>\n&nbsp;<br>\nAnmerkungen beziehen sich auf: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56023\">nachdenkseiten.de\/?p=56023<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/mensch\/thueringen-wirtschaftliche-benachteiligung-erklaert-nicht-den-erfolg-der-afd-a-1293756.html\">spiegel.de\/wissenschaft\/mensch\/thueringen-wirtschaftliche-benachteiligung-erklaert-nicht-den-erfolg-der-afd-a-1293756.html<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes NDS-Team,<\/p><p>folgende Hinweise zum Thema:<\/p><ol>\n<li>Wieso sprechen Sie im Text von &bdquo;demokratischen Parteien&ldquo;? (Volks-)herrschaft kann nicht relativ sein. Also wer oder was sollte da gemeint sein !<\/li>\n<li>Versuchen Sie doch mal via Internet Artikel wie z.B. Sticker oder Shirts mit traditionell linken Thesen wie &bdquo;Ami go home&ldquo; (Lied gesungen von Ernst Busch) zu kaufen.<br>\nWer ist da der Anbieter?  Und da sage keiner, dass die Rechten (ebenfalls schon inzwischen fast traditionell) von &bdquo;ganz oben&ldquo; gef&uuml;hrt und initiiert werden. Man klaut nicht nur den Linken die Themen, man geht prophylaktisch offensiv voran. Und wenn vielleicht vor der US-Base Ramstein mit eben diesem Spruch demonstriert wird, was ist man dann ???<\/li>\n<li>Also wenn schon Unzufriedenheit, dann soll sie sich keinesfalls mit progressiven linken Gedanken besch&auml;ftigen.<\/li>\n<\/ol><p>Einfach nur h&ouml;ren, sehen und denken. Der Osten wird  intensivst beackert &ndash; von ThinkTanks und dem BND.<\/p><p>Ihr Leser I.Drechsel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Die Sozialwissenschaft, &ldquo;Sie war damals n&ouml;tig geworden, um die ungeordneten Verh&auml;ltnisse zu durchdringen und aus der Erkenntnis &uuml;ber die Funktionsweise der Gesellschaft ein Herrschaftswissen zu formen, das brauchbare Empfehlungen f&uuml;r ein vern&uuml;nftiges politisches Handeln bietet. Heute ist es umgekehrt&rdquo;, so&nbsp;im Artikel formuliert. Die Sozialwissenschaft heute schafft n&auml;mlich weltweit ein Herrschaftswissen, das den Herrschenden zu einem nur den Herrschenden dienenden egoistischen politischen Handeln verhilft und das Volk zum globalen Opfer des politischen, wirtschaftlichen, milit&auml;rischen und zum Opfer des asozialen Handelns der Herrschenden macht. Brauchbares Handeln f&uuml;r die Funktionsweise einer Gesellschaft sieht ganz und gar anders aus.<br>\nDr.sc. G&uuml;nter K&ouml;hler <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Seher geehrter Herr Tautenhahn,<\/p><p>Vieles in ihrem Artikel ist richtig, aber dennoch ist es schon bedenklich wenn man gerade in Th&uuml;ringen<\/p><p>AfD gew&auml;hlt hat.<\/p><p>Denn das was Bj&ouml;rn H&ouml;cke oft formuliert ist wirklich reinste Nazi-Wortwahl.<\/p><p>Das hat nichts mit W&auml;hlerbeschimpfung zu tun ,wenn man die Menschen kritisiert, die einen derartigen rassistischen Hetzer w&auml;hlen.<\/p><p>Und da&szlig; Fremdenfeindlichkeit in den ostdeutschen L&auml;ndern stark verbreitet ist, ist auch l&auml;ngst kein Klischee mehr, sondern entspringt der Wirklichkeit.<\/p><p>Und da&szlig; Nazi Schl&auml;ger oft ganze St&auml;dte gerade unter Jugendlichen dominiert haben gerade in den 90er Jahren kann man sehr gut im &bdquo;Freitag&ldquo; nachlesen.<\/p><p>180 Tote durch rechte Schl&auml;ger und wahrscheinlich zehntausende geschlagene, ver&auml;ngstigte  Menschen durch eben diese widerw&auml;rtige rechte Szene ,die in vielen ostdeutschen St&auml;dten dominiert sind nicht<br>\nWegzudiskutieren.<\/p><p>Da&szlig; die AfD dabei auch noch eine neoliberale Wirtschaftspolitische Auffassung vertritt ist f&uuml;r mich daher nur ein Nebenaspekt.<\/p><p>Ich bin mit einer schwarzen Frau seit 40 Jahren verheiratet.<\/p><p>Ost deutschen Boden m&ouml;chte sie nicht betreten.Fr&uuml;her fand ich das &uuml;berzogen.heute nicht mehr.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nRolf Werner<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Werte Nachdenkseiten! <\/p><p>Zu dem sehr gut analysierten Beitrag von Andr&eacute; Tautenhahn, m&ouml;chte ich gerne folgendes anmerken. <\/p><p>Der Umgang unserer Leitmedien und der Parteien mit der AfD &auml;hnelt sehr dem Umgang der Medien in den USA mit Donald Trump. Statt Trump auf politischem Feld zu stellen, versucht man ihn mit gefakten oder schl&uuml;pfrigen Stories aus dem Amt zu entfernen. Dieser wird seit seinem &ldquo;&uuml;berraschenden&rdquo; Wahlsieg gegen eine skrupellose Hillary Clinton, von den Medien mit&nbsp; haltlosen Vorw&uuml;rfen und Anschuldigungen (Russiagate\/Ukrainegate) konfrontiert. Man versucht ein Impeachment (Amtsenthebung) durch zu boxen, obwohl man weiss das es so gut wie keinen Erfolg hat. Hillary Clinton, welche erst Bernie Sanders auf unser&ouml;se Weise weggebissen hat und dann &uuml;ber die Ver&ouml;ffentlichungen dieser Handlung wohl (Aber zu Recht!) die Wahl verlor, greift in ihrer blinden Wut jetzt sogar Tulsi Gabbard aus dem eigenen Lager an und verh&ouml;hnt die W&auml;hlerschaft von Trump. Diese (Dumme!) W&auml;hlerschaft durchschaute das sch&auml;bige Spiel, welches Clinton im Verbund mit den Medien abzog und sie bekam die Quittung. <\/p><p>Obwohl diese Blaupause nicht erfolgreich war, &uuml;bernehmen unsere Leitmedien sie (Wie so vieles von den USA!) Eins zu eins, um damit Stimmung gegen die AfD und deren W&auml;hlerschaft zu machen. Man sollte die AfD auf der politischen Ebene stellen, aber das kann man nicht machen, denn dann m&uuml;sste man &uuml;ber die vielen deckungsgleichen Gemeinsamkeiten in der Agenda dieser mit den anderen Parteien reden. Man m&uuml;sste &uuml;ber das neoliberale kapitalistische System sprechen von dem All diese mit profitieren, welches nicht auf die B&uuml;hne der &Ouml;ffentlichkeit gelangen darf, aber f&uuml;r all die Ungerechtigkeit und die damit einhergehende Umweltverschmutzung zust&auml;ndig ist. Da ist es doch einfacher die W&auml;hler dieser Partei zu beschimpfen und diese Partei ins rechte Lager zu diskreditieren. Hier wird ein sch&auml;biges politisches R&auml;nkespiel auf Kosten der Demokratie und der B&uuml;rger aufgef&uuml;hrt, welches dazu f&uuml;hren k&ouml;nnte, dass sich der von den Leitmedien &uuml;berall vehement ans Firmament projizierte Rechtsradikalismus immer mehr ausbreitet. Wenn man die Sorgen und &Auml;ngste der B&uuml;rger nicht ernst nimmt, stattdessen so gut wie alles auf Fremdenfeindlichkeit reduziert und die wirklichen Fakten nicht benennt, muss man sich nicht wundern, wenn der B&uuml;rger sich von dieser Scheindemokratie abwendet. <\/p><p>Mit feundlichen Gr&uuml;&szlig;en Ralf Matthias, Hannover <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56023\">Spezielle Ost-Soziologie oder der neue Trick des Neoliberalismus<\/a>&rdquo; stie&szlig; auf eine ausf&uuml;hrliche Resonanz, von der wir Einiges hier wiedergeben. 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