{"id":56385,"date":"2019-11-16T11:45:28","date_gmt":"2019-11-16T10:45:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56385"},"modified":"2019-11-16T12:04:51","modified_gmt":"2019-11-16T11:04:51","slug":"erst-eine-friedenskapelle-dann-ein-franz-josef-strauss-denkmal-wie-unternehmer-aus-bayern-fuer-einen-skandal-in-wolgograd-sorgten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56385","title":{"rendered":"Erst eine \u201eFriedenskapelle\u201c, dann ein Franz-Josef-Strau\u00df-Denkmal \u2013 Wie Unternehmer aus Bayern f\u00fcr einen Skandal in Wolgograd sorgten"},"content":{"rendered":"<p>Auf was f&uuml;r Ideen manche Deutsche kommen, ist kaum vorstellbar. Franz Josef Strau&szlig; &ndash; bis zu seinem Tod 1988 Ministerpr&auml;sident in Bayern &ndash; war als Flak-Sch&uuml;tze dabei, als die Hitler-Wehrmacht versuchte, Stalingrad zu erobern. Er bekam das &bdquo;Eiserne Kreuz&ldquo;. Nach dem Krieg pflegte er beste Kontakte zur Milit&auml;rjunta in Chile und dem Apartheid-Regime in S&uuml;dafrika. Dennoch sollte eine B&uuml;ste von ihm in Wolgograd aufgestellt werden. Dies ist der zweite Teil einer Reihe &uuml;ber die Region um Wolgograd &ndash; der <strong>erste Teil<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55879\">findet sich hier<\/a>. Von <strong>Ulrich Heyden<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAusgerechnet von diesem hervorragenden Vertreter Deutschlands wollte das &bdquo;Ost West Wirtschaftsforum Bayern&ldquo; am 10. Mai 2018 in der Abflughalle des Flughafens von Wolgograd &ndash; direkt vor den Portr&auml;ts der ber&uuml;hmten sowjetischen Flugzeugkonstrukteure Tupolew und Jakowlew &ndash; eine B&uuml;ste aufstellen. Strau&szlig; sei immerhin Vorsitzender des Aufsichtsrates der Airbus GmbH gewesen, argumentierten die Unternehmer aus Bayern. Au&szlig;erdem werde die B&uuml;ste die Freundschaft zwischen den Flugh&auml;fen M&uuml;nchen und Wolgograd festigen. Doch im letzten Moment wurde die provokatorische Aktion abgesagt.<br>\nDie Geschichte &ndash; von der ich selbst erst bei meinem Besuch in Wolgograd h&ouml;rte &ndash; liegt nun schon &uuml;ber ein Jahr zur&uuml;ck. Muss man sich noch einmal damit besch&auml;ftigen? Ja, denn aus Bayern drohen neue Provokationen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/191116-Bild-1-Die-Bueste-von-Franz-Josef-Strauss-Foto-Website-des-Bildhauers-Dmitri-Rjabitschew.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/191116-Bild-1-Die-Bueste-von-Franz-Josef-Strauss-Foto-Website-des-Bildhauers-Dmitri-Rjabitschew.jpg\" alt=\"Die von Dmitri Rjabitschew geschaffene B&uuml;ste von Franz Josef Strau&szlig;\" title=\"Die von Dmitri Rjabitschew geschaffene B&uuml;ste von Franz Josef Strau&szlig;\"><span><\/span><\/a><\/div><p><em>Die von Dmitri Rjabitschew geschaffene B&uuml;ste von Franz Josef Strau&szlig;<\/em><\/p><p><strong>Schon seit 2015 liefen Gespr&auml;che &uuml;ber die Aufstellung der B&uuml;ste<\/strong><\/p><p>Die B&uuml;ste des bayerischen Ministerpr&auml;sidenten entstand nach dem Besuch von Strau&szlig; in Moskau 1987. Gefertigt wurde sie von dem bekannten Moskauer Bildhauer Dmitri Rjabitschew. Wie Aleksandra Sagrschjaschskaja-Rjabitschewa, die Frau des Rjabitschew-Sohnes Aleksandr, <a href=\"https:\/\/ruposters.ru\/news\/30-03-2018\/ustanovku-byusta-obyasnil\">mitteilte<\/a>, liefen schon seit 2015 Verhandlungen mit Vertretern von Museen der Stadt Wolgograd &uuml;ber die B&uuml;ste. &bdquo;Die Bayern&ldquo; h&auml;tten sie gerne im &bdquo;Museum zur Schlacht von Stalingrad&ldquo; aufgestellt. Die Verhandlungen seien &bdquo;schwierig&ldquo; gewesen. Eine Einigung &uuml;ber die Aufstellung der B&uuml;ste wurde nicht erzielt.<\/p><p>Dass am 10. Mai 2018 eine B&uuml;ste von Strau&szlig; im Flughafen von Wolgograd aufgestellt werden sollte, konnte man ab dem 30. M&auml;rz 2018 auf der Website des bayerischen Wirtschaftsforums lesen. Dort war das komplette Reiseprogramm einer Delegation aus Bayern ver&ouml;ffentlicht worden, die Anfang Mai 2018 die Stadt Wolgograd besuchen wollte. Die Ver&ouml;ffentlichung l&ouml;ste in Wolgograd einen Skandal aus. Mehrere Internetportale berichteten &uuml;ber die geplante Aufstellung der B&uuml;ste.<\/p><p>Am 31. M&auml;rz 2018 <a href=\"https:\/\/www.volgograd.kp.ru\/daily\/26812\/3848953\/\">erkl&auml;rte Andrej Kosolapow<\/a> &ndash; damals B&uuml;rgermeister von Wolgograd, heute stellvertretender Gouverneur des Gebietes &ndash; die Meldung von der Aufstellung der B&uuml;ste sei ein &bdquo;Fake&ldquo;. &bdquo;Das ist Unsinn eines verr&uuml;ckten Menschen, der meint, dass man in der Helden-Stadt Wolgograd-Stalingrad, die vollst&auml;ndig zerst&ouml;rt wurde, in der viel Blut unserer Verteidiger geflossen ist, ein Denkmal eines Wehrmachtoffiziers aufstellen kann.&ldquo; Man werde jetzt &bdquo;den Namen der Person herausfinden, welche diesen Fake in die Medien gesetzt hat&ldquo;. In der Heldenstadt Wolgograd werde &bdquo;nie ein Denkmal f&uuml;r einen Faschisten aufgestellt&ldquo; werden.<\/p><p>Das im Internet vom bayerischen Wirtschaftsforum ver&ouml;ffentlichte Reiseprogramm mit der Ank&uuml;ndigung &uuml;ber die Aufstellung der B&uuml;ste <a href=\"https:\/\/www.owwf.bayern\/mediapool\/5\/Wolgograd_web_397.pdf\/\">verschwand sp&auml;ter kommentarlos<\/a>.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/191116-Bild-2-Auszug-aus-dem-Reiseprogramm-der-Delegation-des-Ost-West-Wirtschaftsforum-Bayern-2018.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/191116-Bild-2-Auszug-aus-dem-Reiseprogramm-der-Delegation-des-Ost-West-Wirtschaftsforum-Bayern-2018.jpg\" alt=\"Faksimile mit der Ank&uuml;ndigung &uuml;ber die Aufstellung der B&uuml;ste\" title=\"Faksimile mit der Ank&uuml;ndigung &uuml;ber die Aufstellung der B&uuml;ste\"><span><\/span><\/a><\/div><p><em>Faksimile mit der Ank&uuml;ndigung &uuml;ber die Aufstellung der B&uuml;ste<\/em><br>\n<em>Quelle: <a href=\"https:\/\/volgasib.ru\/virtual\/obshestvo\/volgogradskij-aeroport-gotovyat-k-ustanovke-pamyatnika-fashistu\/\">volgasib.ru<\/a><\/em><\/p><p>Unklar ist, warum die politisch Verantwortlichen in Wolgograd so sp&auml;t auf das Vorhaben mit der Strau&szlig;-B&uuml;ste reagierten. Denn <a href=\"https:\/\/v1.ru\/text\/gorod\/428486351405059.html\">nach einem Bericht<\/a> des Wolgograder Internetportals V1.ru hatte Christian Holtz, ein Arzt aus dem oberbayerischen Denkendorf, bereits am 1. Februar 2018 auf einem Empfang des B&uuml;rgermeisters von Wolgograd &uuml;ber das Vorhaben informiert. Holtz war auch der Initiator f&uuml;r den Bau einer &bdquo;Friedenskapelle&ldquo; am deutschen Soldatenfriedhof vor Wolgograd. Der deutsche Arzt ist in der Stadt schon seit vielen Jahren durch Aktivit&auml;ten im Bereich deutsch-russischer Kontakte bekannt.<\/p><p>Hat man die politische Dimension einer Strau&szlig;-B&uuml;ste in der Stadtverwaltung von Wolgograd nicht erkannt? Das Internetportal V1.ru <a href=\"https:\/\/v1.ru\/text\/gorod\/428486351405059.html\">zitierte eine anonyme Quelle<\/a> aus der Stadtverwaltung, wonach &bdquo;die Einzelheiten der milit&auml;rischen Laufbahn von Strau&szlig; nicht bekannt waren. Zu den deutschen Initiativen standen alle positiv, auch zu der B&uuml;ste von Strau&szlig;.&ldquo;<\/p><p><strong>Hoffen auf Investitionen aus Deutschland<\/strong><\/p><p>Dass die Stadtverwaltung wochenlang schwieg, nachdem der Plan &uuml;ber die Aufstellung der B&uuml;ste bekannt geworden war, h&auml;ngt wohl damit zusammen, dass man in Wolgograd auf deutsche Investitionen hoffte und die Unternehmer aus Bayern nicht ver&auml;rgern wollte. Irgendwann &ndash; als der Skandal in Russland immer mehr anschwoll &ndash; hat die Stadtverwaltung den Unternehmern aus Bayern dann aber wohl bedeutet, die B&uuml;ste lieber nicht aufzustellen, so meine Vermutung.<\/p><p>Fest steht jedoch: Das &bdquo;Ost West Wirtschaftsforum Bayern&ldquo; ist &auml;u&szlig;erst hartn&auml;ckig. Jahrelang hat man in Wolgograd &uuml;ber die Aufstellung der Strau&szlig;-B&uuml;ste in Museen der Stadt verhandelt. Offenbar dachten sich die Unternehmer aus Bayern, sie h&auml;tten sich durch die <a href=\"https:\/\/www.eberhard-sinner.de\/download\/Rossoschka_Broschuere_kurzPfinal.pdf\">Mit-Finanzierung einer &bdquo;Friedenskapelle&ldquo;<\/a> am deutschen Soldatenfriedhof vor Wolgograd das Recht erworben, den ehemaligen bayerischen Ministerpr&auml;sidenten in Wolgograd &ouml;ffentlich zu w&uuml;rdigen.<\/p><p><strong>Strau&szlig; war fast sein ganzes Leben gegen Entspannung<\/strong><\/p><p>Strau&szlig; war &ndash; bis auf seinen Besuch in Moskau 1987 bei Gorbatschow &ndash; sein ganzes Leben ein aggressiver Russland-Gegner. Selbst bei dem Treffen mit Gorbatschow &ndash; den er nach dem Besuch lobte &ndash; wollte Strau&szlig; seinen militaristischen Stil nicht ablegen. Als Gorbatschow ihn fragte, ob er das erste Mal in Russland sei, <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article151781518\/Strauss-kam-beim-ersten-Mal-nur-bis-Stalingrad.html\">antwortete der bayerische Ministerpr&auml;sident<\/a>, &bdquo;nein, aber das erste Mal kam ich nur bis Stalingrad.&ldquo;<\/p><p>Gorbatschow hat diese Entgleisung offenbar &bdquo;&uuml;berh&ouml;rt&ldquo;. In seinen Erinnerungen schreibt der ehemalige Generalsekret&auml;r der KPdSU, Strau&szlig; habe auf ihn &bdquo;einen starken Eindruck&ldquo; gemacht. Dieser deutsche Politiker sei &bdquo;gar nicht so, wie die sowjetischen Journalisten ihn beschrieben&ldquo; h&auml;tten.<\/p><p>Warum fuhr der Hardliner aus Bayern 1987 &uuml;berhaupt nach Moskau? Der bayerische Ministerpr&auml;sident sp&uuml;rte, dass die Sowjetunion zu entscheidenden Zugest&auml;ndnissen gegen&uuml;ber Deutschland bereit war. Diese Gelegenheit wollte sich Strau&szlig; nicht entgehen lassen. Es galt, f&uuml;r bayerische Unternehmen Wirtschaftsbeziehungen mit der Sowjetunion zu kn&uuml;pfen. Die Reise war sogar erfolgreich. Es wurde der Grundstein f&uuml;r die bis heute guten Wirtschaftsbeziehungen zwischen bayerischen Unternehmen und Russland gelegt.<\/p><p>Strau&szlig; empfahl nach seinem Besuch bei Gorbatschow, auf Russland zuzugehen. Doch ein Entspannungspolitiker war Strau&szlig; nie. Als Verteidigungsminister der Bundesrepublik lie&szlig; er einen Plan zur Bewaffnung der Bundeswehr mit Atomwaffen ausarbeiten. Die Sowjetunion wollte er &bdquo;ausradieren&ldquo;. Gegen die &bdquo;Ost-Vertr&auml;ge&ldquo; mit Polen und der Sowjetunion Anfang der 1970er Jahre prozessierte er vor dem Bundesverfassungsgericht. Willy Brandt und Egon Bahr beschimpfte Strau&szlig; als &bdquo;Handlanger Moskaus&ldquo;.<\/p><p><strong>Denkmal-Initiator: &bdquo;Strau&szlig; hat nein zum Faschismus gesagt&ldquo;<\/strong><\/p><p>Christian Holtz, Initiator der Aufstellung einer Strau&szlig;-B&uuml;ste im Flughafen von Wolgograd, versteht die Kritik an seinem Projekt nicht. &bdquo;Franz Josef Strau&szlig; hat schon lange &sbquo;Nein&lsquo; zum Faschismus gesagt&ldquo;, <a href=\"https:\/\/v1.ru\/text\/culture\/66253804\/\">erkl&auml;rte Holtz<\/a> Ende September 2019 gegen&uuml;ber dem Wolgograder Internet-Portal v1.ru. Doch nun hat der Arzt aus Oberbayern offenbar eingesehen, dass aus seinem Plan nichts wird. &bdquo;Ich verstehe, dass wir sie (die B&uuml;ste, UH) nicht mehr aufstellen k&ouml;nnen. Es gab zu viel Krach.&ldquo;<\/p><p>Aber aufgeben will Holtz nicht. Im September 2020 will er Wolgograd mit einer Abordnung der bayerischen Feuerwehr besuchen. &bdquo;In voller Uniform&ldquo; &ndash; also auch mit den markanten Feuerwehrhelmen, die dem alten Stahlhelm nicht un&auml;hnlich sind &ndash; w&uuml;rden die bayerischen Feuerwehrleute dann auf den 102 Meter hohen Gedenkh&uuml;gel Mamajew Kurgan steigen, um dort den deutschen Soldaten zu gedenken, die auf dem H&uuml;gel gefallen sind, erkl&auml;rte Holtz gegen&uuml;ber dem Internetportal v1.ru.<\/p><p>Auf dem H&uuml;gel Mamajew Kurgan steht das gro&szlig;e Denkmal &bdquo;Mutter Heimat&ldquo;. Die steinerne Frauengestalt mit den ausgebreiteten Armen erinnert an die 478.000 sowjetischen Soldaten und Soldatinnen, die in Stalingrad gefallen sind. Nur Provokateure k&ouml;nnen auf die Idee kommen, ausgerechnet auf diesem H&uuml;gel deutschen Soldaten zu gedenken. Ich frage mich: Kann man denn nicht still f&uuml;r sich gedenken? Muss man unbedingt eine gro&szlig;e Aktion daraus machen?<\/p><p><strong>Kritik am deutschen Soldaten-Friedhof in den 1990er Jahren<\/strong><\/p><p>Nicht erst seit dem Skandal um die B&uuml;ste von Franz Josef Strau&szlig; gibt es in Wolgograd Diskussionen, wie man den toten deutschen Soldaten, die in der Region Stalingrad gefallen sind, w&uuml;rdevoll gedenkt.<\/p><p>Nachdem Russland und Deutschland 1992 einen Vertrag &uuml;ber die Pflege von Soldatenfriedh&ouml;fen abgeschlossen hatte, begann der Volksbund deutsche Kriegsgr&auml;berf&uuml;rsorge in der Steppe vor der Stadt Wolgograd mit der Einrichtung eines <a href=\"https:\/\/www.volksbund.de\/kriegsgraeberstaette\/rossoschka.html\">neuen deutschen Soldaten-Friedhofes<\/a>. Der Friedhof entstand 37 Kilometer nordwestlich von Wolgograd an dem Ort, wo bis zum Krieg das Dorf Rossoschka stand. Heute liegen auf dem Friedhof die sterblichen &Uuml;berreste von 61.700 deutschen Soldaten. In Rossoschka hatte die Wehrmacht bereits im Krieg einen Friedhof f&uuml;r gefallene deutsche Soldaten eingerichtet.<\/p><p>In den 1990er Jahren war die Ablehnung des neuen deutschen Soldatenfriedhofs vor der Stadt &ndash; insbesondere unter den Kriegsveteranen &ndash; gro&szlig;. Davon konnte sich der Autor dieser Zeilen w&auml;hrend eines Besuchs in Wolgograd <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/gepflugte-erde-ist-menschenerde\">im Jahre 2001 &uuml;berzeugen<\/a>. Das milit&auml;rische Eingreifen Deutschlands im Jugoslawien-Krieg verst&auml;rkte die Kritik am neuen deutschen Soldatenfriedhof. Das Parlament des Gebietes Wolgograd forderte damals, dass an der Er&ouml;ffnung des Friedhofs keine Prominenz teilnehmen d&uuml;rfe.<\/p><p><strong>Ein deutsch-russischer Gedenkkomplex vor der Stadt Wolgograd<\/strong><\/p><p>Zu dem neuen deutschen Friedhof geh&ouml;ren auch 126 gro&szlig;e Granitsteine, welche die Form von W&uuml;rfeln haben und zwischen B&uuml;schen verstreut in der Landschaft stehen. Auf den W&uuml;rfeln sind die Namen von 126.000 vermissten deutschen Soldaten eingraviert. In r&auml;umlicher N&auml;he zu dem deutschen Friedhof entstand in den 1990er Jahren au&szlig;erdem ein russischer Soldatenfriedhof mit den sterblichen &Uuml;berresten von 36.000 sowjetischen Soldaten.<\/p><p>Wer sehr der Krieg die Menschen in Wolgograd noch besch&auml;ftigt, wird auch daran deutlich, dass die Forderung, die Stadt wieder Stalingrad zu nennen, immer wieder aufflammt. 1961 war Stalingrad in Wolgograd umbenannt worden.<\/p><p>Im April wurde die R&uuml;ckbenennung von einer Gruppe von Aktivisten gefordert, welche das 80-j&auml;hrige Jubil&auml;um des Sieges in Stalingrad im Jahr 2023 vorbereitet. Umfragen zufolge gibt es in Wolgograd aber keine Mehrheit f&uuml;r diesen Vorschlag. Die Menschen haben sich an den neuen Namen ihrer Stadt gew&ouml;hnt.<\/p><p><em>Den ersten Teil der Wolgograd-Serie &uuml;ber eine Fabrik, die R&ouml;hren f&uuml;r die &Ouml;l- und Gasindustrie herstellt, kann man <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55879\">hier nachlesen<\/a>.<\/em><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/0fc3dc8e32544088b9f519a94dbf6a9b\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><p>Titelbild: Oleg Dimitrov \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf was f&uuml;r Ideen manche Deutsche kommen, ist kaum vorstellbar. Franz Josef Strau&szlig; &ndash; bis zu seinem Tod 1988 Ministerpr&auml;sident in Bayern &ndash; war als Flak-Sch&uuml;tze dabei, als die Hitler-Wehrmacht versuchte, Stalingrad zu erobern. Er bekam das &bdquo;Eiserne Kreuz&ldquo;. Nach dem Krieg pflegte er beste Kontakte zur Milit&auml;rjunta in Chile und dem Apartheid-Regime in S&uuml;dafrika.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56385\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":56386,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[198,20,171],"tags":[2387,1644,2052,2301,2104,397,259,2147,701,990,966],"class_list":["post-56385","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-denkmal","tag-gorbatschow-michail","tag-investitionen","tag-konfrontationspolitik","tag-kriegsopfer","tag-ostpolitik","tag-russland","tag-sowjetunion","tag-strauss-franz-josef","tag-wehrmacht","tag-weltkrieg"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/shutterstock_1327530968.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56385","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=56385"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56385\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":56389,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56385\/revisions\/56389"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/56386"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=56385"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=56385"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=56385"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}