{"id":56407,"date":"2019-11-17T09:00:01","date_gmt":"2019-11-17T08:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56407"},"modified":"2019-11-15T14:29:35","modified_gmt":"2019-11-15T13:29:35","slug":"hinweise-der-woche-136","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56407","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56407#h01\">Oskar Lafontaine zum Mauerfall: &bdquo;Meine Prognose ist leider eingetreten&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56407#h02\">Rennen um SPD-Vorsitz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56407#h03\">Bolivien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56407#h04\">&ldquo;Europa muss die Sprache der Macht lernen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56407#h05\">Grundrente: Ergebnis mit Schwindsucht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56407#h06\">Sozial schwach<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56407#h07\">Schwarze Weste f&uuml;r die dreckigen Zwanzig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56407#h08\">Wie ultrakonservative US-Organisationen ihre Agenda exportieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56407#h09\">Der stumpfe Stachel des linken Sektierertums<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56407#h10\">30 Jahre 1989: Die doppeldeutige Revolution<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Oskar Lafontaine zum Mauerfall: &bdquo;Meine Prognose ist leider eingetreten&ldquo;<\/strong><br>\nOskar Lafontaine &uuml;ber seine Erinnerungen an den Mauerfall, seine Ideen zur deutschen Einheit und seine Vorstellungen von Willy Brandt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/oskar-lafontaine-mauerfall-meine-prognose-leider-eingetreten-13204369.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Rennen um SPD-Vorsitz<\/strong><br>\nDenkt nach, Genossen!<br>\nWenn die SPD noch eine Chance haben will, muss sich die Basis dem Parteiestablishment widersetzen und f&uuml;r Walter-Borjans und Esken stimmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Rennen-um-SPD-Vorsitz\/!5636978\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers U.D.:<\/strong> der taz-Autor hat eine gute Analyse zur Wahl des neuen SPD-Vorsitzes geschrieben. Da stimmt eigentlich alles.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Bolivien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Berlin und der Putsch<\/strong><br>\nDie Bundesregierung und ein f&uuml;hrender Politiker der Opposition billigen den Putsch in Bolivien. Der von der Armeef&uuml;hrung erzwungene R&uuml;cktritt des gew&auml;hlten Pr&auml;sidenten Evo Morales sei ein &ldquo;wichtiger Schritt hin zu einer friedlichen L&ouml;sung&rdquo;, behauptet ein Berliner Regierungssprecher. Der au&szlig;enpolitische Sprecher der Gr&uuml;nen-Fraktion im Bundestag urteilt, die Milit&auml;rs h&auml;tten &ldquo;die richtige Entscheidung getroffen&rdquo;. Morales hatte, um Blutvergie&szlig;en zu vermeiden, nach einer Meuterei der Polizei und einer ultimativen Drohung des Armeechefs sein Amt aufgegeben. Treibende Kr&auml;fte des Umsturzes sind vor allem wei&szlig;e, wohlhabende Kreise aus dem bolivianischen Tiefland, deren Politiker zum Teil mit parteinahen deutschen Stiftungen kooperieren; einer von ihnen ist als &Uuml;bergangspr&auml;sident im Gespr&auml;ch. Vom Umsturz betroffen ist hingegen vor allem die indigene Bev&ouml;lkerung, von der ein erheblicher Teil erst durch Morales&rsquo; Ma&szlig;nahmen aus bitterster Armut befreit wurde. Entwicklungen, die j&uuml;ngst die Stellung des Pr&auml;sidenten schw&auml;chten, wurden auch durch ein deutsches Unternehmen verst&auml;rkt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8102\/\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<p><strong>Deutsches Lithium-Unternehmen ruft Altmaier zu Hilfe<\/strong><br>\nF&uuml;r Elektroautos ist Lithium extrem wichtig &ndash; in Bolivien sollte ein deutsches Unternehmen erstmals Zugang zu dem Rohstoff bekommen. Doch das Projekt wurde gestoppt. Nun fordert der Firmenchef Unterst&uuml;tzung von der Politik.<br>\n&hellip; &ldquo;Wir geben dieses Projekt nicht einfach auf&rdquo;, sagte ACISA-Chef Wolfgang Schmutz dem SPIEGEL. &ldquo;Jetzt werden L&ouml;sungen gesucht und gefunden. Dazu brauchen wir auch die Unterst&uuml;tzung der Politik.&rdquo;<br>\n(&hellip;) Schmutz sagte, er werde die Bundesregierung und die Stuttgarter Landesregierung um Hilfe bitten. &ldquo;Wir sind in eine schwierige Situation gekommen. Es ist wichtig, dass die Politiker, die uns damals unterst&uuml;tzt haben, jetzt nicht abtauchen, sondern f&uuml;r uns weiter eintreten.&rdquo; Das sei auch in ihrem eigenen Interesse: &ldquo;Elektromobilit&auml;t und Energiewende sind Riesenthemen in der deutschen Wirtschaft. Der Rohstoff Lithium ist die existenzielle Grundlage daf&uuml;r.&rdquo;<br>\nQuelle:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/bolivien-stoppt-lithium-projekt-peter-altmaier-zu-hilfe-gerufen-a-1295027.html\">SPON<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong>&nbsp;Der Beitrag des &bdquo;Spiegel&ldquo; ist vom 6. November. Die &bdquo;Unterst&uuml;tzung der Politik&ldquo; hat ACISA ja nun bekommen. Nat&uuml;rlich war es nicht Altmeier, der den Putsch in Bolivien angezettelt hat. Und nat&uuml;rlich ist Lithium auch nur einer der Rohstoffe, auf den das internationale Kapital es in Bolivien abgesehen hat. Aber Lithium wird dabei auch eine Rolle gespielt haben.<\/em><\/p>\n<p><em>Evo Morales hatte sich den Zorn der indigenen Bev&ouml;lkerung, die bisher zu seinen treuesten Unterst&uuml;tzern gez&auml;hlt hatte, durch den Vertrag mit Acisa zugezogen. Der Zorn wuchs, als sich herausstellte, dass ACISA sich nicht an die Abmachungen halten wollte und die Weiterverarbeitung des Rohstoffes au&szlig;erhalb von Bolivien betreiben wollte. Damit w&auml;re au&szlig;er gro&szlig;en Umweltsch&auml;den f&uuml;r Bolivien nicht mehr viel vom Abbau &uuml;brig geblieben. Morales hat im letzten Augenblick die Rei&szlig;leine gezogen. Zu sp&auml;t, wie es scheint.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Jens Berger:&nbsp;<\/strong>Die externe Motivlage ist komplex und vielschichtig. Den USA kommt es sicher zudem gelegen, dass Bolivien auch der gr&ouml;&szlig;te Erdgasproduzent S&uuml;damerikas ist. Die Fracking-Konzerne sind dringend auf neue Abnehmer angewiesen. Dabei geht es nicht um freie Lieferkapazit&auml;ten an sich, sondern vor allem um eine St&uuml;tzung des Gaspreises, der durch den Fracking-Boom im Keller ist.<\/em><\/p>\n<div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/191114-chart.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/191114-chart.png\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div>\n<p><em>Durch den Preisverfall arbeiten viele Gasfelder der USA nur noch defizit&auml;r und diese Milliardenprojekte sind durch gehebelte Finanzinstrumente finanziert, die &ndash; wie einst die Subprime-Kredite &ndash; eine toxische Menge erreicht haben. Der gro&szlig;e Befreiungsschlag w&auml;re die Verhinderung von Nord Stream 2 gewesen; aber hier sieht es zur Zeit f&uuml;r die USA ja eher schlecht aus.<\/em><\/p>\n<p><em>In diesem Kontext sollte man auch im Hinterkopf behalten, dass Trumps wichtigste Unterst&uuml;tzer und Finanziers Hedgefonds- und &Ouml;l-\/Gasmilliard&auml;re wie Paul Mercer Renaissance), John Paulson (Paulson &amp; Co), Gary Cohn (Goldman Sachs), Kelcy Warren (Energy Transfer Partners), Carl Icahn (Icahn Enterprises), Stephen Feinberg (Cerberus) und Harold Hamm (Continental Resources) sind. Bislang hat er deren W&uuml;nsche (z.B. Keystone Pipeline, Iran-Sanktionen) stets pflichtgetreu erf&uuml;llt.<\/em><\/p>\n<p><em>Marco Rubio und der Texaner Ted Cruz, die offenbar in besonderer Weise beim Putsch in Bolivien involviert waren (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56232\">siehe dazu den Hintergrundartikel von Frederico F&uuml;llgraf<\/a>) stehen &uuml;brigens ebenfalls ganz oben&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/us-news\/2016\/mar\/03\/oil-and-gas-industry-has-pumped-millions-into-republican-campaigns\">auf der Payroll von Big Oil und Big Gas<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/ol><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>&ldquo;Europa muss die Sprache der Macht lernen&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Europa muss auch die Sprache der Macht lernen&rdquo;, sagte sie in Berlin in einer Europa-Rede vor der Konrad-Adenauer-Stiftung. &ldquo;Das hei&szlig;t zum einen, eigene Muskeln aufbauen, wo wir uns lange auf andere st&uuml;tzen konnten &ndash; zum Beispiel in der Sicherheitspolitik&rdquo;, sagte die fr&uuml;here deutsche Verteidigungsministerin. &ldquo;Zum anderen die vorhandene Kraft gezielter einsetzen, wo es um europ&auml;ische Interessen geht.&rdquo; (&hellip;)<br>\nVon der Leyen rief Europa auf, sich auf seine St&auml;rken zu besinnen. F&uuml;r Verzagtheit gebe es keinen Grund. &ldquo;Europa ist heute attraktiver, als wir es oft wissen oder zumindest dar&uuml;ber reden.&rdquo; Europa m&ouml;ge hinsichtlich seiner Bev&ouml;lkerung &auml;lter und weniger werden. &ldquo;Aber wir haben etwas, was unsch&auml;tzbar ist: Rechtsstaat, Freiheit, Demokratie, Offenheit f&uuml;r viele Lebensentw&uuml;rfe &ndash; das finden junge Menschen in China oder Russland nicht.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/ursula-von-der-leyen-erste-grundsatzrede-als-kommissionspraesidentin-a-1295677.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> So sieht also die Vorstellung der k&uuml;nftigen EU-Kommissionspr&auml;sidentin, Frau von der Leyen, f&uuml;r die Europ&auml;ische Union (oder doch ganz Europa?) aus. Das sind ihre W&uuml;nsche. Aber wie hei&szlig;t es schon in der P&auml;dagogik: W&uuml;nsche m&uuml;ssen nicht in Erf&uuml;llung gehen.<\/em><\/p>\n<p><em>Beherrscht Frau von der Leyen eigentlich die &bdquo;Sprache der Macht&ldquo;? Zum Ausdruck kommt doch vielmehr eine Rhetorik der Konfrontation &ndash; insbesondere gegen China und Russland. Aber offenbar an der Seite der USA, die zumindest dem &bdquo;SPON&ldquo;-Beitrag zufolge nicht einmal erw&auml;hnt wurde. Bitte lesen Sie dazu auch &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53305\">Von der Leyen in Br&uuml;ssel: Eindeutig f&uuml;r die Politik der St&auml;rke und Abschreckung gegen&uuml;ber Russland. Ansonsten schwammig.<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p><em>Lesen Sie dazu bitte auch:  Albrecht M&uuml;ller: &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56278\">Den Geist der Zeit bestimmen Personen, die sich nur noch in Nuancen vom Geist der Rechten unterscheiden<\/a>&ldquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Grundrente: Ergebnis mit Schwindsucht<\/strong><br>\nSchon der Gesetzentwurf zur Grundrente hatte grundlegende M&auml;ngel (siehe Artikel aus dem Februar). Jetzt gibt es eine Einigung in der Regierungskoalition, die kein Anlass zum Frohlocken ist. Mit Vermeidung von Altersarmut hat das nichts zu tun und mit einer Anerkennung von Lebensleistung nur sehr selektiv.<br>\n(&hellip;) Dass die Ergebnisse dieser K&uuml;rzungsarie als gro&szlig;e Reform gefeiert werden, die nun auch f&uuml;r die Rettung der Gro&szlig;en Koalition herhalten muss, ist &uuml;beraus merkw&uuml;rdig.<br>\nDiese &bdquo;gro&szlig;e Reform&ldquo; ist lediglich ein Reformkr&uuml;melchen, das bei genauerer Betrachtung vergiftet ist, weil es viel Ungerechtigkeiten beinhaltet, zu vielen Entt&auml;uschungen f&uuml;hren wird und Spaltungspotential besitzt.<br>\n(&hellip;) Obwohl die jetzt verhandelte Grundrente Millionen Bed&uuml;rftige ausschlie&szlig;t und f&uuml;r viele Beg&uuml;nstigte nur bescheidene bis keine geldlichen Vorteile gegen&uuml;ber der Grundsicherung bringt, wird sie von Parteien, Sozialverb&auml;nden und Gewerkschaften &uuml;ber den gr&uuml;nen Klee gelobt. Nur eine kleine Auswahl:<br>\n&bdquo;Die Koalition zeigt damit, dass sie handlungsf&auml;hig ist und anerkennt die Lebensleistung von nahezu 1,5 Millionen Besch&auml;ftigten.&ldquo; (DGB)<br>\n&bdquo;Es ist sehr positiv, dass die Renten von bis zu 1,5 Millionen Menschen automatisch aufgewertet werden.&ldquo; (Sozialverband VdK)<br>\n&ldquo;Wir begr&uuml;&szlig;en den hart errungenen Kompromiss zur Grundrente. Nach 35 Arbeitsjahren darf niemand gezwungen sein, im Alter zum Sozialamt zu gehen.&ldquo; (IG Metall)<br>\n&bdquo;Wer 35 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat, hat k&uuml;nftig Anspruch auf die Grundrente, wenn ansonsten die Rente zu niedrig w&auml;re.&ldquo; (SPD)<br>\nDie LINKE beschr&auml;nkt sich auf Detailkritik und vers&auml;umt es, das Konzept f&uuml;r eine Mindestrente als einzig richtige Alternative in die Diskussion zu bringen.<br>\nEine Mindestrente, die &uuml;ber der Armutsgef&auml;hrdungsschwelle liegt, k&ouml;nnte aktuell und dauerhaft Altersarmut zur&uuml;ckdr&auml;ngen. Aktuell w&auml;re das eine Rente von ca. 1.100&euro; netto.<br>\nDass eine derartige Mindestrente m&ouml;glich ist, zeigen die Mindestrenten in &Ouml;sterreich&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.seniorenaufstand.de\/grundrente-ergebnis-mit-schwindsucht-aber-gesteigerte-begeisterung\/\">Seniorenaufstand<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Sozial schwach<\/strong><br>\nEs geh&ouml;rt zur Tragik der Sozialdemokratie, dass sie als Partei, geschw&auml;cht von den parteipolitischen Folgen von Hartz IV, nicht mehr die Kraft und nicht mehr die politische Potenz hatte, Hartz IV entscheidend zu korrigieren. Die wichtigsten Korrekturen hat nicht die Politik, sondern, viele Jahre nach dem Inkrafttreten der Hartz-IV-Gesetze, das Bundesverfassungsgericht initiiert. H&auml;tte sich die Politik bei der Bankenrettung so lange Zeit gelassen wie bei der Korrektur von Hartz IV &ndash; die kriselnden Banken w&auml;ren bankrott gegangen. Aber die sogenannten &ldquo;sozial Schwachen&rdquo; stehen nicht so im Lichte wie die Banken und sie galten und gelten auch nicht als &ldquo;systemrelevant&rdquo;.<br>\nDas war und ist aber ein grober Irrtum, denn bei der Hilfe f&uuml;r Menschen, die nicht genug Arbeit oder genug Arbeitslohn zum Leben haben, geht es um die Konkretisierung von Artikel 1 Grundgesetz. Und dort steht nicht, dass die W&uuml;rde der Banken, sondern dass die W&uuml;rde des Menschen unantastbar ist. Dazu passt es nicht, dass Hartz IV die Schuld an der Arbeitslosigkeit an diejenigen abschiebt, die arbeitslos sind. Dazu passt es nicht, dass die Hartz-IV-Gesetze die Arbeitslosen kontrollieren und sanktionieren und mit Unterst&uuml;tzungsleistungen unglaublich knausern. Dazu passt es nicht, dass Hartz IV, trotz Mindestlohn, hilft, die L&ouml;hne zu dr&uuml;cken. &hellip;<br>\nEs bleibt dabei, dass Elemente des Strafrechts im Sozialrecht eine gro&szlig;e Rolle spielen: Wer sich nicht konform verh&auml;lt, wer echt oder angeblich zumutbare Arbeit nicht annimmt, nicht zur gemeinn&uuml;tzigen Arbeit antritt, Termine nicht wahrnimmt oder Dokumente nicht beibringt &ndash; dem werden die Leistungen bis weit unter das Existenzminimum gek&uuml;rzt, wenn auch nicht mehr ganz so brutal und pauschal wie bisher; er kann aber wom&ouml;glich auch k&uuml;nftig seine Stromrechnung nicht mehr bezahlen.<br>\nKarlsruhe hat dazu nicht Nein, sondern nur Jein gesagt. Im Jahr des 70. Grundgesetzjubil&auml;ums h&auml;tte man sich ein Urteil gew&uuml;nscht, das mehr Gesp&uuml;r daf&uuml;r hat, dass Armut auch Armut an Demokratie ist, und das der Bedeutung des Sozialstaatsgebots mehr und besser Rechnung getragen h&auml;tte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/hartz-iv-urteil-prantl-meinung-1.4673395\">Heribert Prantl in der SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Chapeau! Herr Prantl. Chapeau! Aber leider wird auch dieser Appell ungeh&ouml;rt verhallen. F&uuml;r die Durchsetzung der neoliberalen Agenda ist das Hartz IV Repressionsregime ein zu zentrales Element, als dass die Parteien der neoliberalen Mitte dieses grunds&auml;tzlich in Frage stellen w&uuml;rden. <\/em><\/p>\n<p><em>Und ja, auch wenn es bereits bis zum geht nicht mehr wiederholt wurde, mit der Einf&uuml;hrung der Agenda 2010 und des Hartz IV Repressionsregimes hat die SPD alles verraten f&uuml;r das sie jemals eingestanden ist. Historisch hat dies die Dimension des Verrates der Revolution von 1918 an die alten kaiserlichen Eliten. Es ist bis heute unverst&auml;ndlich wie sich die SPD an einen vom Ehrgeiz zerfressenen Parven&uuml; verkaufen konnte, der sein gr&ouml;&szlig;tes Gl&uuml;ck darin fand die Brosamen vom Tisch der herrschenden Oligarchie aufzuklauben.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Schwarze Weste f&uuml;r die dreckigen Zwanzig<\/strong><br>\nTrotz aller Klimaversprechen steigen in den G20-Staaten die Emissionen von Klimagasen weiter an, zeigt eine neue Analyse. Ziele sind so schwach, dass sie trotzdem erf&uuml;llt werden (&hellip;)<br>\n&bdquo;Die CO2-Emissionen aus den 20 gr&ouml;&szlig;ten Volkswirtschaften steigen an&ldquo;, hei&szlig;t es im diesj&auml;hrigen Bericht &bdquo;Brown to Green&ldquo;, den das internationale Forschungsnetzwerk &bdquo;Climate Transparency&ldquo; am Montag ver&ouml;ffentlicht. &bdquo;Keines der L&auml;nder hat Pl&auml;ne f&uuml;r einen Pfad, der die Erderw&auml;rmung auf 1,5 Grad begrenzt, obwohl die meisten daf&uuml;r die technischen M&ouml;glichkeiten und &ouml;konomische Anreize haben.&ldquo;<br>\nDer j&auml;hrliche &bdquo;Brown to Green&ldquo;-Report verfolgt die Fort- und R&uuml;ckschritte der Industriestaaten auf dem Weg zu einer &bdquo;gr&uuml;nen&ldquo; Weltwirtschaft. Zusammen sind die Staaten der G20 f&uuml;r etwa 80 Prozent der weltweiten Treibhausgase verantwortlich<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Miese-Bilanz-der-G20-beim-Klimaschutz\/!5639902\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wie ultrakonservative US-Organisationen ihre Agenda exportieren<\/strong><br>\nDie religi&ouml;se Rechte der USA schickt Millionen nach Europa, um ihr Weltbild auch hier zu propagieren.<br>\nSie sind gegen Abtreibung, Sterbehilfe, Frauenrechte und f&uuml;r &laquo;traditionelle Werte&raquo;. In den USA wehren sich fundamentalistische christliche Organisationen selbst dagegen, dass in der Schule die Evolutionstheorie gelehrt wird. Wenn von Fundamentalismus die Rede ist, gehen diese Organisationen aber meist vergessen, dabei haben sie in den USA grossen Einfluss &ndash; nicht zuletzt aufgrund verm&ouml;gender Geldgeber.<br>\nIm Namen &laquo;traditioneller moralischer Werte&raquo; tragen sie ihren &laquo;Kulturkampf&raquo; auch ausserhalb der USA aus. Seit Jahren unterst&uuml;tzen sie rechtspopulistische Gruppen in Europa und lobbyieren in Parlamenten. Neben Expertise unterst&uuml;tzen sie europ&auml;ische Organisationen auch mit Geld.<br>\nSch&auml;tzungsweise 56 Millionen Euro seien von 2008 bis 2017 von ultrakonservativen US-Organisationen an rechtspopulistische Empf&auml;nger in Europa geflossen, schreibt das &ouml;sterreichische Magazin &laquo;Kontrast&raquo; mit Bezug auf &laquo;Open Democracy&raquo;. Seither h&auml;tten sich die Summen eher noch erh&ouml;ht. Inhaltlich &uuml;berschneiden sich ihre Ziele oft mit der Islam- und fremdenfeindlichen Agenda der europ&auml;ischen Rechtspopulisten. (&hellip;)<br>\nRamsey h&auml;lt es f&uuml;r sehr wahrscheinlich, dass ein Grossteil der Graswurzelbewegungen, die gegen Schwulen- oder Frauenrechte protestieren, aus den USA finanziert werden. Der Einfluss fundamentalistischer Christen habe in den letzten Jahren stark zugenommen, sagen auch Vertreter von LGBTQ-Organisationen. Evelyne Paradis, Vertreterin der europ&auml;ischen Dachorganisation ILGA, f&uuml;hrt das zunehmend &laquo;toxische Umfeld&raquo; sowie die Zunahme von Hatespeech gegen Randgruppen auf ihre Aktivit&auml;ten zur&uuml;ck.<br>\nKampagnen zur &laquo;Wiederherstellung der nat&uuml;rlichen Ordnung&raquo;, die beispielsweise das christliche Netzwerk &laquo;Agenda Europe&raquo; f&auml;hrt, untergraben so lokale Gesetze und die Menschenrechte. Nach Unterlagen, die 3sat vorliegen, hat &laquo;Agenda Europe&raquo; das Verbot von Abtreibung, Homosexualit&auml;t und Sterbehilfe zum Ziel. Das 9-Minuten-Video &laquo;Die Armee der Bibeltreuen&raquo; l&auml;sst sich bis zum 28. Oktober 2020 in der ZDF-Mediathek aufrufen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/FreiheitRecht\/Wie-ultrakonservative-US-Organisationen-ihre-Agenda-exportieren\">Infosperber<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Der stumpfe Stachel des linken Sektierertums<\/strong><br>\nDie politische Debatte hat in Deutschland manchmal die Eigenart, sich durch Scheingefechte von wichtigeren Fragen ablenken zu lassen. So j&uuml;ngst geschehen im Umfeld von Aktionen &sbquo;antifaschistischer&lsquo; Aktivisten. (&hellip;)<br>\nLeider aber erg&auml;nzen genau solche Auffassungen eine in der &Ouml;ffentlichkeit &ndash; vor allem aber in linksliberalen Zuh&ouml;rerschaften &ndash; grassierende Tendenz zur Pauschalisierung, wonach jeder EU-Kritiker nur anti-europ&auml;isch, jeder Brexit-Unterst&uuml;tzer nur nationalistisch-borniert und jede Beschr&auml;nkung des ungehinderten Waren- und Arbeitskraftverkehrs nur protektionistisch und r&uuml;ckschrittlich sein kann. (&hellip;)<br>\nEs besteht die Gefahr, dass vor allem junge, politisch noch unerfahrene Leute solche Auftritte entweder als einzig denkbare, weil einzig sichtbare Variante der politischen Aktionsform wahrnehmen. Es w&auml;re ein fatales Signal f&uuml;r die demokratischen M&uuml;hen der Ebene, wo Verhandlungs-, B&uuml;ndnis-, Kompromiss- und Geduldsf&auml;higkeit gefragt sind, sprich politikf&auml;higes Engagement.<br>\nAuch problematisch w&auml;re, wenn Nachwuchsaktivisten genau von solchem Verhalten angezogen werden, aber absehbar nach kurzer Zeit aus dem sektiererischen Durchlauferhitzer aussteigen und dann entweder zynisch, &sbquo;liberal&lsquo; gewendet werden oder sich g&auml;nzlich von jeder Politik verabschieden abwenden. Bisherige Erfahrung mit politischen Kleinstgruppen im vermeintlichen Besitz intellektueller und moralischer &Uuml;berlegenheit geht jedenfalls in genau diese Richtung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2019\/11\/der-stumpfe-stachel-des-linken-sektierertums\/?fbclid=IwAR3V8c1gkmlMsYu80XnHn8VgflOyvggW4VTksR4JtCo0kodh24BSuGMAApE\">Alban Werner auf Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>30 Jahre 1989: Die doppeldeutige Revolution<\/strong><br>\nF&uuml;r die politischen Ereignisse, die im Herbst 1989 ihren Anfang nahmen und nach einem turbulenten Jahr am 3. Oktober 1990 mit dem Beitritt zur Bundesrepublik das Ende der DDR besiegelten, haben sich in der kollektiven Wahrnehmung zwei konkurrierende Bezeichnungen und ein weltweit anerkanntes Ereignis von symbolischer Wirkung festgesetzt. &bdquo;Wende&ldquo; und &bdquo;Friedliche Revolution&ldquo; sind die beiden Sammelbezeichnungen, und das symbolische Ereignis ist der &bdquo;Fall der Mauer&ldquo; am 9. November 1989. Alle drei Begriffe haben in den drei Jahrzehnten seither neben ihrem faktischen Inhalt einen propagandistischen Beigeschmack bekommen. (&hellip;) &Auml;hnlich doppeldeutig stehen die beiden ber&uuml;hmten, damals vor allem in Leipzig gerufenen Losungen &bdquo;Wir sind das Volk&ldquo; und, Wochen danach: &bdquo;Wir sind ein Volk&ldquo;.<br>\nQuelle:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2019\/november\/30-jahre-1989-die-doppeldeutige-revolution%20\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56407\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-56407","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56407","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=56407"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56407\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":56409,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56407\/revisions\/56409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=56407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=56407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=56407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}