{"id":56475,"date":"2019-11-19T08:10:16","date_gmt":"2019-11-19T07:10:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475"},"modified":"2019-11-19T07:57:45","modified_gmt":"2019-11-19T06:57:45","slug":"hinweise-des-tages-3495","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p><p><!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h01\">Barack Obama &ndash; So wird man Donald Trump nicht schlagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h02\">Deutsche wussten schon immer, was j&uuml;dische Identit&auml;t zu sein hat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h03\">Das Recht, sich zu befreien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h04\">&bdquo;Realsatire&ldquo; im brandenburgischen Meseberg Tagesschau-Beitrag &uuml;ber Funkl&ouml;cher scheitert an schlechter Verbindung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h05\">Wacht auf, Verdammte dieser Erde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h06\">Die Gr&uuml;nen handeln neoliberal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h07\">Die &Auml;ra Merkel war eine Zeit des Wohlstands und der Bequemlichkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h08\">Taskforce\/Steuerbetrug: Scholz&rsquo; Vorsto&szlig; ist ein Fortschritt, aber noch nicht der gro&szlig;e Wurf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h09\">Erst Boom, dann Crash?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h10\">Zu arm f&uuml;r Hilfe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h11\">Asklepios meidet Tarifvertr&auml;ge. Dabei m&uuml;sste er dringend ins Personal investieren, denn das l&auml;uft ihm davon<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h12\">Volkswagen zahlt Betriebsr&auml;ten Millionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h13\">Impfpflicht im Kontext unserer Gesundheitskultur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h14\">Rechnungshof nimmt Scheuer auseinander<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h15\">M&uuml;ll aus Westen in Indonesiens Tofufabriken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h16\">Do We Need to Abandon Growth to Save the Planet?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h17\">Hass gegen Publizisten &ndash; &bdquo;Wir sind nicht gesch&uuml;tzt&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56475#h18\">Leipziger Linksjugend fordert: &ldquo;Kein Frieden mit Russland!&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Barack Obama &ndash; So wird man Donald Trump nicht schlagen<\/strong><br>\nBarack Obama hat die Demokraten vor einem Linksschwenk gewarnt. Ausgerechnet. Will die Partei gegen Trump gewinnen, muss sie endlich aufh&ouml;ren, diese Debatte zu f&uuml;hren. [&hellip;]<br>\nDiese Novembernacht ist lange her. Heute spricht bei seinen exzellent bezahlten Vortr&auml;gen ein anderer Obama. Einer, der seine Partei vor einem radikalen Linksschwenk warnt. &ldquo;Der Durchschnittsamerikaner ist nicht der Ansicht, dass wir das ganze System niederrei&szlig;en und neu aufbauen m&uuml;ssen&rdquo;, sagte er bei einer Veranstaltung Ende vergangener Woche. Ein zu linker Kandidat, so die nicht neue These, werde zu viele W&auml;hlerinnen und W&auml;hler verschrecken, die dann ihre Stimme Donald Trump geben. Ein Alptraumszenario f&uuml;r die Demokraten. Aber eins, das man nicht l&ouml;sen wird, indem man sich weiter st&auml;ndig der Frage widmet: &ldquo;Wie links ist zu links?&rdquo; [&hellip;]<br>\nEin f&uuml;r alle Bundesstaaten verbindlicherer und besserer Mindestlohn, ein gerechteres Bildungssystem und umfassender Klimaschutz sollten unbedingt dazu geh&ouml;ren. Das richtig zu verkaufen, nicht &uuml;ber eine verschreckendes &ldquo;Achtung links&rdquo;, muss die Aufgabe sein. Elizabeth Warren hat &uuml;brigens nach Obamas &Auml;u&szlig;erung nicht darauf reagiert, ob sie nun zu links sei oder nicht. Und ihn f&uuml;r seine umfassende &ndash; f&uuml;r konservative W&auml;hler unertr&auml;gliche &ndash; Gesundheitsreform gelobt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2019-11\/barack-obama-linksschwenk-demokraten-us-wahlkampf-donald-trump?\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Das erinnert an die &bdquo;guten&ldquo; Ratschl&auml;ge von Gerhard Schr&ouml;der und Tony Blair. Wie schief Obama liegt, hat ja der letzte Wahlkampf von Hillary Clinton gezeigt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Deutsche wussten schon immer, was j&uuml;dische Identit&auml;t zu sein hat<\/strong><br>\nDer israelische Historiker Moshe Zuckermann &uuml;ber Auftrittsverbote und unsinnige Antisemitismus-Definitionen.<br>\nHerr Zuckermann, sind Sie sicher, dass die mit Ihnen geplante Veranstaltung zum Thema &raquo;Rechtsentwicklung in Israel und ihre Rezeption in Deutschland&laquo; am Samstag in Hamburg stattfinden wird? Raumverbote sind f&uuml;r Sie ja keine Seltenheit mehr.<br>\nSicher kann ich mir in dieser Hinsicht auf keinen Fall mehr sein. Gegen Vortragende wie mich und meinesgleichen wurden in den letzten Jahren oftmals Verbote verh&auml;ngt, in &ouml;ffentlichen R&auml;umen aufzutreten. In Hamburg wird das nicht der Fall sein. Doch in einigen anderen St&auml;dten gibt es sogar ein offizielles Auftrittsverbot.<br>\nIn welchen St&auml;dten ist das der Fall, und wie werden die &raquo;Raumverbote&laquo; begr&uuml;ndet?<br>\nIn Frankfurt am Main und M&uuml;nchen beispielsweise. Es wird behauptet, dass meine Vortr&auml;ge, in denen ich die Politik Israels oder auch den Zionismus kritisiere, antisemitisch seien. Komplement&auml;r dazu werde ich zuweilen als ein &raquo;sich selbst hassender Jude&laquo; dargestellt. Das verwundert nicht: Deutsche wussten schon immer am besten, was j&uuml;dische Identit&auml;t zu sein hat.<br>\nWissenschaftler wie Jan und Aleida Assmann und Micha Brumlik sprechen schon von McCarthyismus oder einer Hexenjagd auf Wissenschaftler oder Intellektuelle, die die Regierungspolitik Israels kritisieren. Zu Recht?<br>\nJa, nat&uuml;rlich. Die Zensurma&szlig;nahmen und Schikanierungspraktiken, die sich Beh&ouml;rden, aber auch gewisse politische Gruppen herausnehmen, haben mittlerweile Dimensionen angenommen, die an die ideologische Hysterie und perfiden Diffamierungsgepflogenheiten des historischen McCarthyismus gemahnen. Die Auswirkungen der Hexenjagd sind deutlich sp&uuml;rbar, werden aber wie selbstverst&auml;ndlich hingenommen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1128684.moshe-zuckermann-deutsche-wussten-schon-immer-was-juedische-identitaet-zu-sein-hat.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Das Recht, sich zu befreien<\/strong><br>\nDer Duden definiert Putsch als &bdquo;von einer kleineren Gruppe [von Milit&auml;rs] durchgef&uuml;hrter Umsturz[versuch] zur &Uuml;bernahme der Staatsgewalt&ldquo;, das ist eine zutreffende Beschreibung dessen, was in Bolivien geschehen ist. Die Tagesschau l&auml;sst dieses Wort aber nicht fallen, ohne es sogleich zu entwerten &ndash; es ist ja nur Morales, der einen Putsch &sbquo;vorwirft&lsquo;. Nachdem Morales bereits mit dem Etikett &sbquo;Machthaber&lsquo; geziert wurde, als er noch in Bolivien war, soll diese Formulierung nahe legen, es handele sich genau darum nicht.<br>\nDen durch den Putsch erzwungenen R&uuml;cktritt von Morales bezeichnete Regierungssprecher Steffen Seibert schlie&szlig;lich als &bdquo;wichtigen Schritt hin zu einer friedlichen L&ouml;sung&ldquo;. Damit war die offizielle deutsche Haltung zu diesem Ereignis gesetzt, und die Medienmeute folgt nur gehorsam der vorgegebenen Richtung. Auch wenn ein Putsch im Regelfall das genaue Gegenteil einer &sbquo;friedlichen L&ouml;sung&lsquo; ist, was jeder wei&szlig;, in dessen Ged&auml;chtnis Chile 1973 und Argentinien 1976 noch irgendwelche Erinnerungen aufrufen. Ein Putsch rechter Milit&auml;rs ist immer eine Garantie f&uuml;r Gewalt, Folter und Mord. Es gab Zeiten, da wurde es Politikern vom rechten Rand der Unionsparteien &uuml;berlassen, ihre Sympathie f&uuml;r die Milit&auml;rdiktatur in Chile zu &auml;u&szlig;ern, und Publikationen wie die ZEIT kritisierten sie scharf daf&uuml;r (den damaligen Artikel sollte man schon deshalb lesen, um zu erkennen, wie tief die deutsche Presse seither gefallen ist). Heute ist selbst das Neue Deutschland so weit im Hintern der deutschen Machtpolitik verschwunden, dass es allen Ernstes eine Pro- und Contra-Debatte &uuml;ber den Putsch publiziert, und der au&szlig;enpolitische Sprecher der Gr&uuml;nen befindet, das Milit&auml;r habe &bdquo;die richtige Entscheidung getroffen&ldquo;<br>\nDie deutsche Liebe zu den Putschisten steht also der US-amerikanischen in nichts nach, ebenso wenig wie die Gier nach den m&ouml;glichst g&uuml;nstig zu erbeutenden Rohstoffen &ndash; die K&uuml;ndigung eines Vertrags mit einem deutschen Konzern &uuml;ber Lithium-Abbau durch Morales d&uuml;rfte dazu sein Teil beigetragen haben. Thomas R&ouml;per hat sich im Anti-Spiegel ausf&uuml;hrlich damit befasst, was ihn dazu brachte, vom &sbquo;Greta-Putsch&lsquo; zu schreiben.<br>\nDie Unterst&uuml;tzer der Putschisten rekrutieren sich, wie schon in Brasilien und, weniger erfolgreich, in Venezuela, aus der wei&szlig;en Mittelschicht. Das offenbart eine der Achillesfersen, die alle sozialdemokratischen Reformregierungen in Lateinamerika gemein haben. Sie alle, seien es Lula und Rousseff in Brasilien, sei es Morales, sei es Correa, hatten zwar durchaus Erfolg, die Lage vieler Menschen in ihren L&auml;ndern zu verbessern, selbst ohne die vorhandene Eigentumsordnung ernsthaft anzutasten. Als kleines Beispiel daf&uuml;r mag gen&uuml;gen, dass noch Anfang der 1990er nur 13% der brasilianischen Bev&ouml;lkerung eine Bildung besa&szlig;en, die einem Hauptschulabschluss entspricht, und nur 4% einen Universit&auml;tsabschluss hatten &ndash; im Jahr 2018 waren es bereits 55,6% der Jugendlichen aus der nicht-wei&szlig;en Bev&ouml;lkerungsmehrheit, die &uuml;ber den primeiro gr&atilde;o hinaus eine Schule besuchen konnten, was ein gewaltiger Fortschritt ist, selbst wenn bei den wei&szlig;en Brasilianern der Anteil mit 78,8% immer noch bedeutend h&ouml;her liegt.<br>\nEs sind aber genau diese Fortschritte, die aus der wei&szlig;en Mittelschicht eine willige Verf&uuml;gungsmasse f&uuml;r die Oligarchie und ausw&auml;rtige Strippenzieher machen. Diese wei&szlig;e Mittelschicht war es gew&ouml;hnt, sich Dienstpersonal leisten zu k&ouml;nnen und die gutbezahlten Stellen in Wirtschaft und Verwaltung f&uuml;r ihren Nachwuchs gleichsam fest gebucht zu haben, unabh&auml;ngig von deren F&auml;higkeiten oder Leistung. Mehr als zehn Jahre expansiver Bildungspolitik haben aber Konkurrenz geschaffen, und auf Konkurrenz reagiert diese Klasse biestig. Das lie&szlig; sich selbst in Deutschland beim Volksentscheid zur sechsj&auml;hrigen Grundschule in Hamburg beobachten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kenfm.de\/tagesdosis-18-11-2019-das-recht-sich-zu-befreien\/\">KenFM<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>&bdquo;Realsatire&ldquo; im brandenburgischen Meseberg Tagesschau-Beitrag &uuml;ber Funkl&ouml;cher scheitert an schlechter Verbindung<\/strong><br>\nIn einem ARD-Beitrag zur Digitalklausur in Meseberg geht es um Funkl&ouml;cher. Dann bricht die Schalte ab. Der Grund? Die Tagesschau vermutet ein Funkloch.<br>\nDie Netzabdeckung in Deutschland ist ausbauf&auml;hig.Auf der Digitalklausur in Meseberg hat die Bundesregierung eine Mobilfunkstrategie beschlossen, mit der Funkl&ouml;cher geschlossen werden sollen. Wie dringend das n&ouml;tig ist, war am Montag in der ARD zu sehen. Das schlechte Funknetz in Brandenburg lie&szlig; eine Live-Schalte zur Tagesschau scheitern.Als die Tagesschau um 12 Uhr live nach Meseberg in Brandenburg schaltete, brach bereits nach einigen Sekunden der Kontakt zu Reporterin Kristin Becker ab.<br>\nBecker berichtete gerade von den Absichten der Bundesregierung, mehr Geld in die Forschung zu mutma&szlig;lichen Gesundheitsgefahren durch elektromagnetische Felder zu investieren, als die Bild&uuml;bertragung einfror und der Ton verstummte. Tagesschau-Sprecher Claus-Erich Boetzkes entschuldigte sich prompt f&uuml;r die St&ouml;rung.&bdquo;Ich f&uuml;rchte, wir haben ein Funkloch nach Meseberg gehabt. Leider ist die Verbindung damit abgebrochen. Wir bitten um Entschuldigung und kommen zum n&auml;chsten Thema&ldquo;, sagte Boetzkes.<br>\nAuch auf Twitter vermutete die Tagesschau, dass ein Funkloch der Grund daf&uuml;r f&uuml;r die Unterbrechung ist. Ein Nutzer kommentierte den Vorfall mit &bdquo;Realsatire&ldquo;.Ziel der Digitalklausur ist es unter anderem, Ma&szlig;nahmen f&uuml;r eine fl&auml;chendeckende Versorgung mit dem 4G-Netz zu beschlie&szlig;en. Daf&uuml;r wolle der Bund 1,1 Milliarden Euro in die Hand nehmen, wie am Sonntag beschlossen wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/realsatire-im-brandenburgischen-meseberg-tagesschau-beitrag-ueber-funkloecher-scheitert-an-schlechter-verbindung\/25240726.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><strong>Dazu: Deutschlands Mobilfunk ist und bleibt ein Trauerspiel<\/strong><br>\nEin Drittel des Landes wartet vergeblich auf schnelle Handynetze. Nun soll eine Milliarde Euro flie&szlig;en &ndash; doch Geld alleine wird nicht reichen.<br>\nAbgebrochene Gespr&auml;che, minutenlange Ladezeiten f&uuml;r eine Webseite, Bildermatsch statt Videotelefonie: Was sich bei einer der wichtigsten Alltagstechnologien in Deutschland abspielt, ist ein Trauerspiel f&uuml;r ein Land, das den Anspruch hat, bei der Digitalisierung Technologief&uuml;hrer zu sein. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Hessen, Bayern und auch mitten in Berlin jedoch warten Millionen Menschen vergeblich auf schnelle Handynetze. An einem Drittel des Landes sendet der Fortschritt vorbei.<br>\nDabei war das Ziel der Bundesregierung eigentlich klar formuliert. Das Land m&uuml;sse bei digitalen Netzen ganz vorn dabei sein, erkl&auml;rte die Kanzlerin zum Start der gro&szlig;en Koalition. Verbesserungen bei den digitalen Netzen seien zentral f&uuml;r den Wohlstand des Landes. Doch bewegt hat sich bislang nichts. Das Angebot f&uuml;r hiesige Verbraucher ist trotz hoher Preise besch&auml;mend schlecht.<br>\nWarum ist das so? Auch die Telekomfirmen tun sich mit Erkl&auml;rungen schwer. Denn in Skandinavien etwa l&auml;sst sich auch auf dem Land mit Leichtigkeit surfen, und auch in Albanien ist die Netzabdeckung h&ouml;her. Deutschland landet bei der Netzqualit&auml;t bestenfalls im europ&auml;ischen Mittelfeld.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/mobilfunk-deutschland-1.4686216\">SZ<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Netzagentur bezeichnet 56 Kbit\/s als &bdquo;funktionalen Internetzugang&ldquo;<\/strong><br>\nDie Deutsche Telekom arbeitet daran, das ISDN-Netz durch IP-Technik zu ersetzen, bis zum Jahresende sollen alle Anschl&uuml;sse modernisiert werden. Viele Kunden profitieren von diesem Wechsel, weil sie dadurch schnelleres Internet erhalten. Vor allem in l&auml;ndlichen Gebieten ist die Situation aber oft eine andere: &bdquo;Die Menschen verlieren ihren ISDN-Anschluss, ohne dass sie einen alternativen Internetanschluss bekommen, weil das Netz so schlecht ausgebaut ist&ldquo;, sagt Anke Domscheit-Berg, netzpolitische Sprecherin der Links-Fraktion, in einem Youtube-Video.<br>\nDabei schreibt das Telekommunikationsgesetz einen Anspruch auf einen funktionalen Internetzugang als Universaldienst vor. Vergangene Woche gab die Bundesnetzagentur im Ausschuss f&uuml;r Verkehr und digitale Infrastruktur zu Protokoll, dass der Universaldienst-Richtlinie vom 7. M&auml;rz 2002 zufolge eine Daten&uuml;bertragungsrate von 56 Kbit\/s daf&uuml;r ausreichen w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/zukunft-technologie\/netzagentur-bezeichnet-56-kbits-als-funktionalen-internetzugang-li.1602\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wacht auf, Verdammte dieser Erde<\/strong><br>\nZwei der &bdquo;freiesten Volkswirtschaften&ldquo; der Welt stehen in Flammen. Nach Indizes der &bdquo;wirtschaftlichen Freiheit&ldquo;, die j&auml;hrlich unabh&auml;ngig von zwei konservativen Denkfabriken ver&ouml;ffentlicht werden &ndash; der Heritage Foundation und dem Fraser Institute &ndash; steht Hongkong in den Rankings seit &uuml;ber 20 Jahren an erster Stelle. Chile belegt in beiden Indizes den ersten Platz in Lateinamerika und steht im weltweiten Ranking bei beiden auch vor Deutschland und Schweden. &hellip;<br>\nIn Chile, wo von Studenten angef&uuml;hrte Proteste gegen eine Anhebung der Ticketpreise f&uuml;r die U-Bahn sich zu einer landesweiten Bewegung gegen die Regierung entwickelt haben, sind bereits mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen.<br>\nDie Wut l&auml;sst sich vielleicht besser durch andere Rankings erkl&auml;ren: Chile steht zwar in Sachen wirtschaftlicher Freiheit unter den ersten 25 &ndash; tut dies aber auch bei der Einkommensungleichheit. W&auml;re Hongkong ein eigener Staat, w&uuml;rde er zu den zehn mit der weltweit gr&ouml;&szlig;ten Ungleichheit geh&ouml;ren. Beobachter verwenden h&auml;ufig den Begriff Neoliberalismus, um die Politik hinter dieser Ungleichheit zu beschreiben. Der Begriff mag einem vage erscheinen, aber die Vorstellungen hinter dem Index f&uuml;r wirtschaftliche Freiheit helfen, ihn scharf zu stellen.<br>\nAlle Ranglisten enthalten utopische Visionen. In der idealen Welt, die von diesen Indizes beschrieben wird, stellen Eigentumsrechte und Vertragssicherheit die h&ouml;chsten Werte dar, der gr&ouml;&szlig;te Feind der Freiheit ist die Inflation, Kapitalflucht hat den Rang eines Menschenrechts inne und demokratische Wahlen k&ouml;nnen f&uuml;r die Wahrung der wirtschaftlichen Freiheit zu einer Bedrohung werden.<br>\nDiese Rankings sind nicht rein akademisch. Die Heritage-Rankings etwa werden herangezogen, um die US-Auslandshilfe durch die Millennium Challenge Corporation zu vergeben. Sie setzten Ziele f&uuml;r die Politik: 2011 klagte das Institute of Economic Affairs dar&uuml;ber, ein Anstieg der Sozialausgaben w&uuml;rde dazu f&uuml;hren, dass Gro&szlig;britannien in der Platzierung abf&auml;llt. &hellip;<br>\nAls Walkers Fraser Institute 1996 den ersten Index mit einem Vorwort von Friedman ver&ouml;ffentlichte, enthielt dieser einige &Uuml;berraschungen. Dem historischen &Uuml;berblick zufolge war 1975 die zweitfreiste Volkswirtschaft Honduras &ndash; eine Milit&auml;rdiktatur. Im Jahr darauf war mit Guatemala eine andere Diktatur unter den ersten f&uuml;nf. Und dabei handelte sich nicht um Anomalien. Vielmehr brachten diese Platzierungen eine grundlegende Wahrheit &uuml;ber diese Indizes zum Ausdruck. Die Definition von Freiheit, die sie zugrunde legen, l&auml;sst Demokratie eher als etwas St&ouml;rendes erscheinen, &hellip;<br>\nIn den Workshops zur Erstellung der Indizes zitierte Friedman das Beispiel Hongkong als Beleg f&uuml;r seine These: &bdquo;Es besteht kaum Zweifel, dass, wenn in Hongkong politische Freiheiten existierten, die wirtschaftliche und b&uuml;rgerliche Freiheit wesentlich geringer ausfallen w&uuml;rden als unter einer autorit&auml;ren Regierung.&ldquo;<br>\nHongkongs ehemaliger Regierungschef, CY Leung, &auml;u&szlig;erte sich in gleicher Weise. W&auml;hrend der Proteste der Regenschirm-Revolution von 2014 wurde er gefragt, warum das Wahlrecht nicht ausgeweitet werden k&ouml;nne. Seine n&uuml;chterne Antwort lautete, dass dies den Einfluss der Armen erh&ouml;hen und zu einer Politik f&uuml;hren w&uuml;rde, die anstelle einer wirtschaftsfreundlichen Politik die Ausweitung des Sozialstaates f&ouml;rdert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/the-guardian\/wacht-auf-verdammte-dieser-erde\">Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der Artikel veranschaulicht gut welche aberwitzigen Ideen hinter der neoliberalen Ideologie stecken, wie auch die Skrupellosigkeit ihrer Protagonisten, dennoch sehen gerade in Deutschland alle Parteien von den Gr&uuml;nen bis zur AfD, den Neoliberalismus nach wie vor als wesentliches Fundament ihres politischen Handels. Allein die Linke ist bisher noch nicht v&ouml;llig der neoliberalen Ideologie verfallen &ndash; betrachtet man allerdings das Agieren des rot-rot-gr&uuml;nen Senates in Berlin sind Zweifel leider mehr als berechtigt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Gr&uuml;nen handeln neoliberal<\/strong><br>\nSPD-Fraktionschef Rolf M&uuml;tzenich &uuml;ber eine sozialdemokratische Klimapolitik, die Rolle des Staates in Krisenzeiten und die Wandlung von Horst Seehofer. Ein Interview.<br>\nDie gro&szlig;e Koalition braucht f&uuml;r wichtige Festlegungen beim Klimapaket im Bundesrat die Gr&uuml;nen. Sind Sie ihnen gegen&uuml;ber kompromissbereit?<br>\nIch stelle zun&auml;chst einmal fest, dass SPD und Gr&uuml;ne unterschiedliche Ans&auml;tze haben, wenn es darum geht, klimasch&auml;dliche Emissionen durch Verhalten zu senken. Die gro&szlig;e Mehrheit der Gr&uuml;nen will die Lenkungsfunktion zu klimaneutralem Handeln mit einem h&ouml;heren Preis erreichen. Wir Sozialdemokraten sind der Meinung, der Staat muss erst bestimmte Rahmenbedingungen auch und vor allem f&uuml;r Geringverdiener schaffen, damit die Gesellschaft umsteuern kann. Ich spitze das mal zu: Die Gr&uuml;nen handeln neoliberal. Wir dagegen sehen im Staat einen unverzichtbaren Akteur, der handeln muss, wenn Deutschland in den kommenden Jahren klimaneutral werden soll.<br>\nWoher kommt der Unterschied in der Denkweise?<br>\nWom&ouml;glich hat das damit zu tun, dass ihre W&auml;hlerinnen und W&auml;hler im Durchschnitt &uuml;ber ein hohes Einkommen verf&uuml;gen. Wir dagegen haben aber auch diejenigen im Blick, die nicht &uuml;ber gen&uuml;gend Geld verf&uuml;gen, um ohne gro&szlig;e Einbu&szlig;en klimagerecht zu leben und zu konsumieren. Auch in meiner Heimatstadt K&ouml;ln beobachte ich, dass die Gr&uuml;nen eine Politik machen, die sehr auf die eigene Klientel zugeschnitten ist. Wir Sozialdemokraten wollen strukturelle Ver&auml;nderungen, aber wir wollen sie so umsetzen, dass wir m&ouml;glichst jeden mitnehmen und nicht nur bestimmte, meist finanziell privilegierte Gruppen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/spd-fraktionschef-muetzenich-im-interview-die-gruenen-handeln-neoliberal\/25087082.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der Artikel veranschaulicht gut welche aberwitzigen Ideen hinter der neoliberalen Ideologie stecken, wie auch die Skrupellosigkeit ihrer Protagonisten, dennoch sehen gerade in Deutschland alle Parteien von den Gr&uuml;nen bis zur AfD, den Neoliberalismus nach wie vor als wesentliches Fundament ihres politischen Handels. Allein die Linke ist bisher noch nicht v&ouml;llig der neoliberalen Ideologie verfallen &ndash; betrachtet man allerdings das Agieren des rot-rot-gr&uuml;nen Senates in Berlin sind Zweifel leider mehr als berechtigt. <\/em><\/p>\n<p><em>Das Interview ist von Anfang Oktober dieses Jahres. Rolf M&uuml;tzenichs Feststellung zu den Gr&uuml;nen ist damit nat&uuml;rlich nicht weniger richtig. W&auml;re es aber nicht auch  angebracht die aktuelle politisch handlungsleitende Ideologie der eigenen Partei in dieser Richtung kritisch zu hinterfragen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Es war einmal eine Friedenspartei<\/strong><br>\nDie Stimmung ist aufgeheizt. Es riecht nach faulen Eiern, die Antikriegsdemonstranten auf Delegierte des Gr&uuml;nen-Parteitags werfen. Obwohl die Polizei auch mit Schlagst&ouml;cken gegen die Protestierenden vorgeht, gelangen einige in die Bielefelder Parteitagshalle. Au&szlig;enminister Joschka Fischer trifft ein Beutel im Gesicht, in dem rote Farbe mit Butters&auml;ure gemischt wurde. Trotzdem kann er sich letztlich durchsetzen: In der Abstimmung &uuml;ber die deutsche Beteiligung am NATO-Krieg gegen Jugoslawien erhalten Fischer und seine Mitstreiter eine Mehrheit. Dagegen stimmen unter anderem Claudia Roth und Hans-Christian Str&ouml;bele.<br>\nDer Parteitag im Mai 1999 war eine Z&auml;sur f&uuml;r die Gr&uuml;nen. 20 Jahre sp&auml;ter haben sie am Wochenende erneut eine Bundesdelegiertenkonferenz in Bielefeld abgehalten und sind kaum wiederzuerkennen. In der Zwischenzeit haben die Gr&uuml;nen in der einstigen Bundesregierung mit der SPD auch den Kriegseinsatz in Afghanistan sowie in der Folgezeit diverse weitere Eins&auml;tze der Bundeswehr unterst&uuml;tzt. Die mit gro&szlig;er Mehrheit in Bielefeld wiedergew&auml;hlte Parteichefin Annalena Baerbock wirbt am Wochenende auf der B&uuml;hne &raquo;perspektivisch&laquo; f&uuml;r eine &raquo;europ&auml;ische Armee&laquo;.<br>\nUnd was ist aus denjenigen geworden, die einst versucht haben, aus den Gr&uuml;nen wieder eine Friedenspartei zu machen? Viele von ihnen, wie etwa der nordrhein-westf&auml;lische Landespolitiker Robert Zion, sind aus der Partei ausgetreten oder engagieren sich kaum noch. Letzteres gilt auch f&uuml;r den M&uuml;nsteraner Basis-Gr&uuml;nen Wilhelm Achelp&ouml;hler. Er war lange Zeit ein Gesicht der 2007 unter anderem von dem Hamburger Gr&uuml;nen Uli Cremer gegr&uuml;ndeten &raquo;Gr&uuml;nen Friedensinitiative&laquo;. Diese liege derzeit &raquo;in einem Dornr&ouml;schenschlaf&laquo;, teilt Achelp&ouml;hler dem &raquo;nd&laquo; mit.<br>\nDie Haltung der Gr&uuml;nen in internationalen Konflikten soll auch im neuen Grundsatzprogramm festgeschrieben werden. Die Delegierten diskutieren am Sonntagmittag auf dem Bielefelder Parteitag &uuml;ber einen Aufschlag des Vorstands zum Grundsatzprogramm. Ein Entwurf soll im Sommer 2020 stehen und im Herbst auf einem Parteitag verabschiedet werden. Achelp&ouml;hler l&auml;sst an dem Aufschlag der Parteispitze aus friedenspolitischer Sicht kaum ein gutes Haar. Dieser erinnere mit der Forderung nach einer EU-Armee, welche die EU mit &raquo;strategischer Souver&auml;nit&auml;t&laquo; ausstatten soll, damit sie &raquo;weltpolitikf&auml;hig&laquo; wird, mehr an den fr&uuml;heren CDU-Bundeskanzler Konrad Adenauer als an die Gr&uuml;nen-Mitgr&uuml;nderin und Friedensaktivistin Petra Kelly.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1128724.die-gruenen-es-war-einmal-eine-friedenspartei.html\">Neues Deutschland<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Im Neuen Deutschland findet sich die einzige kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Programmatik der Gr&uuml;nen. Deren Kriegsorientierung passt bestens zu den j&uuml;ngsten Statements der Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer, die die Bundeswehr in weltweite Rohstoffkriege schicken will. &Uuml;berraschen sollte dies jedoch nicht, schlie&szlig;lich will man 2021 mit an die Regierung, da muss der deutschen Oligarchie Verl&auml;sslichkeit signalisiert werden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die &Auml;ra Merkel war eine Zeit des Wohlstands und der Bequemlichkeit<\/strong><br>\nMerkels Kanzlerschaft startete mit wichtigen Reformen. Doch dann wurden Rentengeschenke wichtiger als Investitionen. 14 Jahre CDU-Regierung &ndash; eine wirtschaftspolitische Bilanz.<br>\nDer Staat nimmt mehr ein, als er ausgibt, und die Staatsschuldenquote hat die 60-Prozent-Grenze des Vertrags von Maastricht unterschritten. Diese Sanierung wurde ohne gro&szlig;e M&uuml;he erreicht. Zwar mussten die Steuerzahler mehr leisten: Die kalte Progression in der Einkommensbesteuerung hat die Steuerquote erh&ouml;ht. Zu Einschr&auml;nkungen bei den &ouml;ffentlichen Ausgaben ist es aber nicht gekommen. Fallende Zinsen und sinkende Ausgaben f&uuml;r Arbeitslose reichten aus, um das Defizit im Staatshaushalt abzubauen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/gastbeitraege\/gastbeitrag-die-aera-merkel-war-eine-zeit-des-wohlstands-und-der-bequemlichkeit\/25218088.html?utm_source=pocket-newtab\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wer einen kondensierten Einblick in die neoliberale Gedankenwelt gewinnen m&ouml;chte ist hier genau richtig.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Taskforce\/Steuerbetrug: Scholz&rsquo; Vorsto&szlig; ist ein Fortschritt, aber noch nicht der gro&szlig;e Wurf<\/strong><br>\nBundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will k&uuml;nftig mit einer &ldquo;Taskforce gegen Steuergestaltungsmodelle am Kapitalmarkt&rdquo; gegen gro&szlig; angelegten Steuerbetrug wie im Fall der Cum-Ex-Gesch&auml;fte von Banken und Anlegern vorgehen. Wie die &ldquo;Welt am Sonntag&rdquo; berichtet, sollen neben 43 Stellen beim Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern f&uuml;nf weitere im Bundesfinanzministerium selbst entstehen. Insgesamt ist der Aufbau von weit mehr als 100 neuen Stellen geplant. Die Spezialeinheit mit Profis aus der Finanzbranche soll Informationen &uuml;ber Handlungsmuster und Akteure in einer Hand b&uuml;ndeln und auswerten. Zudem soll die Taskforce Ansprechpartner f&uuml;r Landesbeh&ouml;rden, die Finanzaufsicht BaFin und ausl&auml;ndische Ermittler sein.<br>\nDazu erkl&auml;rt Sven Giegold, Sprecher von B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen im Europ&auml;ischen Parlament:<br>\n&ldquo;Eine Spezialeinheit ist eine richtige Konsequenz aus dem Cum-Ex-Betrug. Jeder zus&auml;tzliche Beamte bringt dem Staat ein Vielfaches seines Gehalts an Steuermehreinnahmen. Die Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder sind bei komplexen Finanzinstrumenten und Handelspraktiken regelm&auml;&szlig;ig &uuml;berfordert. Personalmangel ist ein zentrales Problem f&uuml;r die Verfolgung von Steuertricksern. Mit jedem verj&auml;hrten Fall schwindet ein St&uuml;ck Vertrauen in den Rechtsstaat. Scholz&rsquo; Vorsto&szlig; ist ein Fortschritt, aber noch nicht der gro&szlig;e Wurf. Der T&auml;tigkeitsbereich der Spezialeinheit darf nicht zu eng gefasst werden. Scholz sollte nicht nur Steuertricksereien am Kapitalmarkt in den Blick nehmen. Wenn Scholz es ernst meint, muss er die Milliarden aus Steueroasen zur&uuml;ckholen, die dem deutschen Fiskus zustehen. Das wirksamste Instrument gegen Steuerflucht lassen Bund und L&auml;nder bisher ungenutzt. Durch Gruppenanfragen ans Ausland k&ouml;nnte Steuerflucht systematisch bek&auml;mpft werden. F&uuml;r die Gruppenanfragen m&uuml;ssen die Steuerbeh&ouml;rden mit ausreichend qualifiziertem Personal und den notwendigen IT-Systemen ausgestattet werden. Scholz sollte zeigen, dass seine Spezialeinheit nicht nur Symbolpolitik nach dem Cum-Ex-Skandal ist, sondern er den Kampf gegen Steuerbetrug und Steuerflucht auf breiter Basis angehen will. Wenn Scholz seinen Vorschlag nicht ausbaut, sieht es eher nach einem Wahlkampfman&ouml;ver gegen Norbert Walter-Borjans aus, der bei der Bek&auml;mpfung von Steuerbetrug deutlich mehr vorzuweisen hat.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/sven-giegold.de\/taskforce-steuerbetrug\">Sven Giegold<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Hier sollte man mit vorschnellem Jubel vorsichtig sein. Scholz&rsquo; pl&ouml;tzliche Aktivit&auml;ten d&uuml;rften eher dem Kampf um den SPD-Vorsitz geschuldet sein, als an Scholz&rsquo; Interesse der Steuervermeidung und dem Steuerbetrug des obersten 1 Prozent einen Riegel vorzuschieben.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Erst Boom, dann Crash?<\/strong><br>\nFracking hat Amerikas &Ouml;lindustrie gro&szlig; gemacht. Doch auf der gl&auml;nzenden Fracking-Fassade gibt es erste Risse &ndash; endet jetzt die amerikanische Erfolgsstory?<br>\nMan nehme ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien und presse es unter hohem Druck in die Gesteinsschicht &ndash; so lautet Amerikas Geheimrezeptur f&uuml;r den Aufstieg zur &Ouml;l-Gro&szlig;macht. Dank des Fracking-Booms setzten sich die USA binnen nur eines Jahrzehnts an die Spitze: Kein Land der Erde produziert mehr &Ouml;l als die USA.<br>\nLaut dem j&uuml;ngsten &bdquo;World Energy Outlook&ldquo; der Internationalen Energieagentur (IEA) d&uuml;rfte sich daran auch kaum etwas &auml;ndern. Demnach sollte die US-Produktion zwar ihr Wachstum im Vergleich zu den letzten Jahren verlangsamen. Doch bis zum Jahre 2030 d&uuml;rfte der Zuwachs in den USA immer noch 85 Prozent des weltweiten Anstiegs der &Ouml;lproduktion ausmachen.<br>\nAuch kurzfristig sieht es auf den ersten Blick nach einer Fortsetzung des US-Fracking-Booms aus. So hat die amerikanische Energiebeh&ouml;rde EIA erst in dieser Woche ihre Prognose f&uuml;r den US-&Ouml;l-Output im kommenden Jahr auf 13,29 Millionen Barrel pro Tag angehoben.<br>\nEin Szenario, an das das Erd&ouml;lkartell OPEC noch nicht so recht glauben mag. OPEC-Generalsekret&auml;r Mohammad Barkindo unterstrich am Donnerstag, er sei &uuml;berzeugt, dass die US-&Ouml;lwirtschaft 2020 an Schwung verlieren d&uuml;rfte.<br>\nNun kann man im Falle der OPEC durchaus Wunschdenken unterstellen. Schlie&szlig;lich versucht sie seit Jahren verzweifelt, mit F&ouml;rderk&uuml;rzungen den &Ouml;lpreis zu pushen. Im Falle einer sinkenden US-Produktion k&ouml;nnte sie es sich durchaus leisten, auf neue F&ouml;rderk&uuml;rzungen zu verzichten &ndash; und so wieder mehr &Ouml;l in den Markt pumpen, ohne zugleich einen dramatischen &Ouml;lpreisverfall f&uuml;rchten zu m&uuml;ssen.<br>\nTats&auml;chlich gibt es aber auch unabh&auml;ngige Experten und nackte Fakten, die gegen eine ungebremste Fortsetzung des Fracking-Booms sprechen. So ist die Zahl der aktiven Bohrl&ouml;cher seit vergangenem Jahr um rund 20 Prozent gefallen. &bdquo;Das k&ouml;nnte sich in K&uuml;rze auf die US-Produktion durchschlagen&ldquo;, betont David Iusow, Experte des Finanzdienstleisters IG Group.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/boerse\/fracking-usa-101.html?utm_source=pocket-newtab\">Tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Zu arm f&uuml;r Hilfe<\/strong><br>\nF&ouml;rdergelder der EU kommen oft nicht dort an, wo sie am meisten gebraucht werden: bei besonders gebeutelten St&auml;dten und Gemeinden. In den Genuss der Mittel kommen nicht die schw&auml;chsten Kommunen, sondern eher die &ldquo;cleversten&rdquo;, die noch gen&uuml;gend Personal haben, um sich durch den Dschungel passender F&ouml;rderangebote zu k&auml;mpfen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die der D&uuml;sseldorfer &Ouml;konom Jens S&uuml;dekum f&uuml;r die Friedrich-Ebert-Stiftung verfasst hat.<br>\nSo scheitern in abgeh&auml;ngten Regionen wie der S&uuml;dwestpfalz und Teilen Sachsen-Anhalts viele Gemeinden daran, die geforderten Eigenbeitr&auml;ge f&uuml;r eine Kofinanzierung aufzubringen. Hinzu kommen b&uuml;rokratische H&uuml;rden bei der Antragstellung &ndash; ein Problem f&uuml;r viele ausged&uuml;nnte Kommunalverwaltungen.<br>\nS&uuml;dekum pl&auml;diert deshalb daf&uuml;r, dass Bund und L&auml;nder die Altschulden der Kommunen &uuml;bernehmen &ndash; und das Geld im System noch st&auml;rker zugunsten schwacher Kommunen umverteilt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/deutschland-eu-foerdergelder-kommen-oft-nicht-in-armen-gemeinden-an-a-1296703.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Asklepios meidet Tarifvertr&auml;ge. Dabei m&uuml;sste er dringend ins Personal investieren, denn das l&auml;uft ihm davon<\/strong><br>\nAsklepios ist ein f&uuml;hrender Klinikbetreiber mit rund 160 Einrichtungen in 14 Bundesl&auml;ndern. Soziale Verantwortung werde dort gro&szlig; geschrieben, im Mittelpunkt stehe der Mensch. So steht es vollmundig auf der Website. Dem Alltag entspricht das nicht. Dort, wo es eine Tarifbindung gibt, h&auml;lt der Konzern sie zwar ein, so in H&auml;usern, die vormals in kommunaler Hand waren und deshalb auf dem Niveau des Tarifvertrags f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Dienst TV&ouml;D zahlen. Dar&uuml;ber hinaus aber will Asklepios keine weiteren Tarifvertr&auml;ge zulassen &ndash; und verhindert sie mit teils &uuml;blen Methoden.<br>\nEin Tarifkonflikt, der zurzeit Schlagzeilen macht, wird im nieders&auml;chsischen Seesen in der Schildautalklinik ausgetragen. Dort haben die Besch&auml;ftigten bereits mehrfach gestreikt. 635 Besch&auml;ftigte haben in einer Unterschriftenliste an den Arbeitgeber den Tarifvertrag und die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen gefordert. Ziel ist das Niveau des TV&ouml;D. &bdquo;Das ist die Leitw&auml;hrung&ldquo;, sagt Oliver Kmiec, der Betriebsratsvorsitzende. Mit den Kolleginnen und Kollegen habe er ausgerechnet, wie gro&szlig; der momentane Lohnunterschied in der Endstufe zum TV&ouml;D sei. &bdquo;Da kommen bis zu 1.300 Euro brutto pro Monat zusammen. Aufs Berufsleben bezogen, ein Einfamilienhaus&ldquo;, so Kmiec.<br>\nDie Besch&auml;ftigten wollen jedoch nicht nur mehr Lohn, sie wollen auch, dass ihre Klinik konkurrenzf&auml;hig bleibt. Fast alle Kliniken suchen Fachkr&auml;fte. Das Seesener Personal k&ouml;nnte daher zur Asklepios-Klinik in Goslar abwandern, und ist es teils auch schon. Das ehemalige Kreiskrankenhaus liegt nur eine halbe Autostunde entfernt und zahlt nach dem TV&ouml;D. &bdquo;Ich sehe es ja auf meiner Station. Wir haben kaum noch Fachkr&auml;fte. Gerade hat wieder eine Kollegin gek&uuml;ndigt&ldquo;, sagt Krankenpflegehelferin Sandra Grundmann. Die Besch&auml;ftigten in Seesen sind besorgt, ob sie k&uuml;nftig noch genug Personal haben werden.<br>\nDas rigorose Verhalten der Klinikleitung gegen Streiks verstehen sie nicht. So hat die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung eine rechtswidrige, einseitige Dienstverpflichtung ausgesprochen und mit K&uuml;ndigung gedroht, sollten f&uuml;r den Dienst eingeteilte Besch&auml;ftigte streiken, berichtet Jens Havemann von ver.di S&uuml;d-Ost-Niedersachsen. Und auch die Notdienstvereinbarung wollte der Arbeitgeber nicht unterschreiben. Gestreikt wurde trotzdem.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/publik.verdi.de\/2019\/ausgabe-07\/gewerkschaft\/regional\/seite-7\/gegen-das-prinzip-aushungern\">verdi<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Volkswagen zahlt Betriebsr&auml;ten Millionen<\/strong><br>\nVolkswagen zahlt seinen Betriebsr&auml;ten Millionensummen. Allein der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh erhielt in den f&uuml;nf Jahren von 2011 bis 2016 &uuml;ber 3 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat daher jetzt gegen vier VW-Manager Anklage wegen Untreue, beziehungsweise schwerer Untreue erhoben. Diese vier Personalverantwortlichen sollen in dem untersuchten Zeitraum mehr als f&uuml;nf Millionen Euro an &uuml;berh&ouml;hten Geh&auml;ltern und Boni an die Betriebsr&auml;te zur Zahlung angewiesen haben.<br>\nAngeklagt ist allerdings nicht VW. Angeklagt sind die vier Vorst&auml;nde, bzw. Ex-Vorst&auml;nde, die VW mit ihrer Festlegung der Betriebsratsgeh&auml;lter einen Schaden von 5 Millionen Euro zugef&uuml;gt haben sollen. Bei den Vieren handelt es sich um Horst Neumann (Personalvorstand des Gesamtkonzerns von 2005 bis Ende 2015), seinen Nachfolger Karlheinz Blessing (2016 bis 2018), sowie Jochen Schumm (Personalvorstand bei der Kern-Marke VW 2008 bis 2011) und dessen Nachfolger Martin Rosik. &hellip;.<br>\nDie angeklagten Personalmanager sollen bei der Bestimmung der Geh&auml;lter der VW-Betriebsr&auml;te bewusst eine unzutreffende Vergleichsgruppe zugrunde gelegt haben. So hatte sich das Grundgehalt des VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh innerhalb von wenigen Jahren auf 200.000 Euro gesteigert. Die gr&ouml;&szlig;ten Verdachtsmomente sieht die Staatsanwaltschaft laut dem Handelsblatt allerdings bei den Bonuszahlungen. Hier scheinen die vier sehr gro&szlig;z&uuml;gig gewesen zu sein. Osterloh selbst hatte schon vor zwei Jahren best&auml;tigt, dass sein h&ouml;chstes Jahresgehalt &uuml;ber 750.000 Euro betrug.<br>\nDie vier Angeklagten haben alle Anschuldigungen zur&uuml;ckgewiesen und offensichtlich auch darauf hingewiesen, dass sie sich bei der Entscheidung &uuml;ber die jeweilige Eingruppierung u. Gehaltsanhebung an die Vorschl&auml;ge der so genannten &bdquo;Kommission Betriebsratsverg&uuml;tung&ldquo; gehalten h&auml;tten. Die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass die vier dieser Kommission selbst angeh&ouml;rten.<br>\nDie gr&ouml;&szlig;ten Profiteure sollen f&uuml;nf Betriebsr&auml;te gewesen sein, allen voran der Betriebsratschef Osterloh. Allein er soll in den untersuchten f&uuml;nf Jahren 3,125 Millionen Euro erhalten haben. Pikanterweise war er auch Teil der Verg&uuml;tungskommission, die &uuml;ber sein Gehalt entschied. Auch gegen ihn wird wegen Beihilfe zur Untreue ermittelt. Er ist aber nicht mitangeklagt, da sein Fall vom Hauptverfahren gegen die vier Manager abgetrennt wurde. Es versteht sich, dass auch Osterloh die Untreue-Vorw&uuml;rfe stets zur&uuml;ckgewiesen hat. Der gelernte B&uuml;rokaufmann empfindet es als vollkommen gerechtfertigt, dass er durch seine Betriebsratsarbeit Million&auml;r geworden ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2019\/11\/16\/vowa-n16.html\">World Socialist Web<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Impfpflicht im Kontext unserer Gesundheitskultur<\/strong><br>\nSind Strafen und Verbote wirklich der beste Weg?<br>\n[&hellip;] Pers&ouml;nlich kann ich mich vorweg als Impfbef&uuml;rworter outen. Ich halte Impfungen im Allgemeinen nicht nur theoretisch f&uuml;r sinnvoll, sondern habe sie bisher auch alle auf &auml;rztliche Empfehlung &uuml;ber mich ergehen lassen. &Uuml;ber verschiedene Hobbys begegnen mir aber auch regelm&auml;&szlig;ig Menschen mit anderen Sichtweisen. Und was sagt man einer Mutter, die einem glaubhaft erz&auml;hlt, wie ihr vorher v&ouml;llig gesunder Sohn nach einer Impfung erst geistig behindert wurde und schlie&szlig;lich an den Langzeitfolgen starb?<br>\nNun gilt die Masernimpfung, um die es in dem Gesetzesentwurf geht, gl&uuml;cklicherweise als sehr sicher. Es bleibt dennoch die Frage, ob die Einf&uuml;hrung einer Impfpflicht und die damit verbundenen Sanktionen &ndash; Geldstrafen und der Ausschluss aus Gemeinschaftseinrichtungen &ndash; geeignete Mittel zur Gesundheitsf&ouml;rderung sind. Um diese Frage geht es mir in diesem Kommentar. [&hellip;]<br>\nGesellschaftliche Folgekosten<br>\nSo oder so scheint mir das Gesetz nicht der gro&szlig;e Wurf zu sein, als der es jetzt von Medien und Politik verkauft wird. Davon abgesehen f&uuml;rchte ich neben den finanziellen auch gesellschaftliche Folgekosten, &uuml;ber die bisher wenig nachgedacht wurde. Was k&ouml;nnte das sein? [&hellip;]<br>\nDer Einzelne und das Kollektiv<br>\nHier wird in zwei Richtungen argumentiert: Einerseits sollen durch die Impfpflicht f&uuml;r Individuum A andere Personen, die nicht geimpft sind, gesch&uuml;tzt werden; andererseits verletze die Impfpflicht f&uuml;r Individuum A nicht dessen k&ouml;rperliche Unversehrtheit (im &ldquo;Wesensgehalt&rdquo;), da die Impfung ja auch Individuum A selbst vor der Erkrankung sch&uuml;tze.<br>\nDas hat zwei unsch&ouml;ne Aspekte: Erstens macht der Staat hier Menschen zu einem Mittel zum Zweck Anderer; und damit hat man insbesondere in der j&uuml;ngeren deutschen Geschichte schlechte Erfahrungen gemacht. Zweitens erhebt der Staat sich hier zu einer Instanz, die den Menschen vorschreibt, wie sie sich in ihrem eigenen Interesse zu verhalten haben; das ist Paternalismus &ndash; oder besser: Parentalismus &ndash; in Reinstform.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Impfpflicht-im-Kontext-unserer-Gesundheitskultur-4587801.html?seite=all\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Rechnungshof nimmt Scheuer auseinander<\/strong><br>\nLange war die Pkw-Maut ein Vorzeigeprojekt der CSU. Inzwischen erweist sie sich als Totalschaden f&uuml;r den Verkehrsminister. Der Bundesrechnungshof kommt zu einem verheerenden Urteil. Danach hat Scheuer beim Vertragsabschluss gegen Vergabe- und Haushaltsrecht versto&szlig;en. Das Ministerium stellt sich taub.<br>\nDer Bundesrechnungshof h&auml;lt Verkehrsminister Andreas Scheuer schwerwiegende M&auml;ngel beim Vorgehen zur Pkw-Maut vor. Das Ministerium habe beim Vertrag f&uuml;r die Erhebung der inzwischen geplatzten Maut &ldquo;Vergaberecht verletzt&rdquo; und &ldquo;gegen Haushaltsrecht versto&szlig;en&rdquo;, schreiben die Finanzkontrolleure in einem Bericht an den Bundestag. Beanstandet werden etwa auch Schadenersatzregelungen.<br>\nBei der Vergabe habe der CSU-Politiker mit dem verbliebenen Bieter &uuml;ber sein finales Angebot verhandelt, ohne den anderen Bietern Gelegenheit zu einem neuen Angebot zu geben, kritisierte der Rechnungshof. Zudem habe bei Vertragsabschluss &ldquo;keine ausreichende haushaltsrechtliche Erm&auml;chtigung&rdquo; vorgelegen, hei&szlig;t es in dem Bericht. &Uuml;ber den vom Bundestag bewilligten Rahmen von knapp zwei Milliarden Euro hinaus habe der Vertrag weitere Verg&uuml;tungsbestandteile enthalten, die in k&uuml;nftigen Jahren zu Ausgaben in dreistelliger Millionenh&ouml;he f&uuml;r den Bund gef&uuml;hrt h&auml;tten.<br>\nScheuer steht unter Druck, weil er die Vertr&auml;ge zur Erhebung und Kontrolle der Maut mit den Betreibern Kapsch und CTS Eventim schon 2018 geschlossen hatte, bevor endg&uuml;ltige Rechtssicherheit bestand. Der Europ&auml;ische Gerichtshof (EuGH) erkl&auml;rte die Pkw-Maut Mitte Juni f&uuml;r rechtswidrig. Direkt danach k&uuml;ndigte der Bund die Vertr&auml;ge. Daraus k&ouml;nnten Schadenersatzforderungen der Firmen in Millionenh&ouml;he resultieren. Dazu soll bald auch ein Untersuchungsausschuss im Bundestag eingesetzt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Rechnungshof-nimmt-Scheuer-auseinander-article21402681.html\">n-tv<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Nun, f&uuml;r jemanden, der so unverfroren &ouml;ffentliche Gelder in die Taschen privater Investoren umverteilt hat, wird sich sicher ein sch&ouml;nes P&ouml;stchen in der Wirtschaft finden lassen. So viel Engagement darf nicht unbelohnt bleiben.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>M&uuml;ll aus Westen in Indonesiens Tofufabriken<\/strong><br>\nNach der Weigerung Chinas, weiter M&uuml;ll aus westlichen L&auml;ndern zu importieren, hat zuletzt auch Indonesien Einschr&auml;nkungen angek&uuml;ndigt. Derzeit landet in dem s&uuml;dostasiatischen Land allerdings noch so viel Plastikm&uuml;ll wie nie zuvor. Durch die M&uuml;llberge verschwinden nicht nur gr&uuml;ne Reisfelder &ndash; der M&uuml;ll aus dem Westen landet in Form giftiger Chemikalien auch in der Nahrungskette.<br>\nHintergrund daf&uuml;r sei, dass der zum Recyceln nach Indonesien geschickte Plastikm&uuml;ll als Brennstoff genutzt werde, wie die &bdquo;New York Times&ldquo; (&bdquo;NYT&ldquo;) und die &bdquo;BBC&ldquo; mit Verweis auf eine aktuelle Studie der international t&auml;tigen Umweltschutzorganisation IPEN berichteten.<br>\nDiese wies in Eiern aus Indonesiens Plastikabfallhotspots wie Bangun und Tropodo alarmierende Konzentrationen von Dioxinen, Perfluoroctansulfons&auml;ure (PFOS) und anderen verbotenen Chemikalien nach, wie aus der Studie &bdquo;Plastic waste poisons Indonesia&rsquo;s food chain&ldquo; (Plastikm&uuml;ll vergiftet Indonesiens Lebensmittelkette, Anm.) hervorgeht.<br>\nBesonders betroffen sei die Umgebung von Tofufabriken und -k&uuml;chen, in denen die Plastikabf&auml;lle als Brennstoff genutzt werden. Alarmierend sei den IPEN-Angaben zufolge allein die &Uuml;berschreitung der Dioxin-Grenzwerte. Diese liege bis zu 70-mal &uuml;ber den europ&auml;ischen Sicherheitsstandards. Noch h&ouml;here Werte habe man in Asien bisher nur im vietnamesischen Bien Hoa, wo w&auml;hrend des Vietnam-Krieges von den USA das Entlaubungsmittel Agent Orange eingesetzt wurde, nachgewiesen, wie es in dem IPEN-Report dazu weiter hei&szlig;t.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/3144339\/\">ORF<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Do We Need to Abandon Growth to Save the Planet?<\/strong><br>\nVaclav Smil cuts an unusual figure in the climate world &mdash; an iconoclastic Czech-Canadian scientist, he is often called the person who understands energy transitions better than anyone else in the world. (Bill Gates is a particular fan.) But his view of energy transitions is, famously, dour &mdash; that it will take, at least, many more decades to produce a transition to renewable energy than most analysts and advocates predict and that a total transition may prove tremendously difficult.<br>\nIn his new book, Growth &mdash; a dense, 500-page treatise that covers everything from &ldquo;microorganisms to megacities,&rdquo; whose afterword we&rsquo;re excerpting here &mdash; Smil makes perhaps an even-more-off-putting proposition: that in order to &ldquo;ensure the habitability of the biosphere,&rdquo; we must at the very least move away from prioritizing growth and perhaps abandon it entirely.<br>\nLet me start by asking you about the very end of the book. I know so much of this was written in a spirit of caution and care and wanting to avoid drawing long-term, large-scale conclusions from the material. But from my read, at least, it ends on a quite definitive note. &ldquo;The long-term survival of our civilization cannot be assured without setting limits on the planetary scale.&rdquo;<br>\nThat has been always the case. There&rsquo;s nothing new in this, except many people have been refusing to recognize it.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/nymag.com\/intelligencer\/2019\/09\/vaclav-smil-on-the-need-to-abandon-growth.html\">New York Media<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Hass gegen Publizisten &ndash; &bdquo;Wir sind nicht gesch&uuml;tzt&ldquo;<\/strong><br>\nDie Autorin Margarete Stokowski erh&auml;lt seit Jahren Drohungen im Netz. Die Polizei habe ihr bisher kaum helfen k&ouml;nnen, sagte sie im Dlf. Der Hass treffe viel mehr Menschen als &ouml;ffentlich bekannt werde und komme auch von publizistischen Profis.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/hass-gegen-publizisten-wir-sind-nicht-geschuetzt.2907.de.html?dram:article_id=463692\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Leipziger Linksjugend fordert: &ldquo;Kein Frieden mit Russland!&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Kein Frieden mit Russland!&rdquo; &ndash; das forderte die Leipziger Linksjugend auf Facebook. Russland sei eine Autokratie, in der die Geheimdienste alles kontrollierten und Homosexuelle diskriminiert w&uuml;rden. Nach einer Welle verheerender Reaktionen wurde der Beitrag gel&ouml;scht.<br>\nDie Linksjugend Leipzig hat am Samstagnachmittag einen Facebook-Post abgesetzt, in dem unter der &Uuml;berschrift &ldquo;Kein Frieden mit Russland!&rdquo; in drastischen Worten vor Solidarit&auml;t mit Russland gewarnt wird. Darin hei&szlig;t es, dass Linke immer wieder forderten, man m&uuml;sse sich mit Russland solidarisieren. Auch in der eigenen Partei Die Linke gebe es &ldquo;diese Verr&uuml;ckten&rdquo;, die &ldquo;Frieden mit Russland&rdquo; zum Grundsatz der Partei machen wollten, zuletzt auf dem s&auml;chsischen Landesparteitag der Linken in Dresden:<br>\n&ldquo;Wieder einmal dominieren Reaktionismus, autorit&auml;re Sehns&uuml;chte und Unvernunft in der Partei. Was diese Ewiggestrigen, DDR-verherrlichenden und stalingeilen Subjekte nicht wahr haben wollen ist: dass das Projekt des Sozialismus in Russland schon lange gescheitert ist und es keinen rationalen Grund gibt sich mit diesen autokratischen Regime zu solidarisieren.&rdquo;<br>\nStattdessen gebe es gute Gr&uuml;nde, &ldquo;Keinen Frieden mit Russland&rdquo; zu fordern. Seit der &ldquo;Macht&uuml;bernahme&rdquo; Wladimir Putins 1999 stehe &ldquo;alles unter der Regie der Geheimdienste, so auch die Medien&rdquo;. Die Lage der Homosexuellen in Russland sei &ldquo;erschreckend schlecht&rdquo;, die Regierung befeuere die Feindschaft der Gesellschaft gegen&uuml;ber Homosexuellen. Das &ldquo;einfache Ausleben der Sexualit&auml;t und der &ouml;ffentlichen Darstellung auch in Medien oder durch K&uuml;nstler*innen&rdquo; werde als Propaganda dargestellt. Homosexualit&auml;t werde tabuisiert, 34 Prozent der Russen hielten sie f&uuml;r eine Geisteskrankheit. &hellip;<br>\nDer Facebook-Post der Leipziger Linksjugend l&ouml;ste eine Welle negativer Reaktionen aus. Er wurde daraufhin noch am Samstagabend gel&ouml;scht, ist aber <a href=\"http:\/\/archive.is\/dNV4X#selection-1509.1-1511.88\">hier noch abrufbar<\/a>.<br>\nMehrere Nutzer verwiesen darauf, dass die Leipziger Linksjugend den sogenannten Antideutschen zuzurechnen sei.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/inland\/94752-leipziger-linksjugend-fordert-kein-frieden-mit-russland\/\">RT Deutsch<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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