{"id":5656,"date":"2010-05-25T17:07:41","date_gmt":"2010-05-25T15:07:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5656"},"modified":"2014-03-05T11:52:44","modified_gmt":"2014-03-05T10:52:44","slug":"der-spiegel-als-spaetzuender-wieder-ein-gutes-dokument-mit-dem-sie-spiegel-leser-aufklaeren-koennen-finanzkrise-xli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5656","title":{"rendered":"Der SPIEGEL als Sp\u00e4tz\u00fcnder \u2013 Wieder ein gutes Dokument, mit dem Sie SPIEGEL-Leser aufkl\u00e4ren k\u00f6nnen (Finanzkrise XLI)"},"content":{"rendered":"<p>NDS-Leser GG macht auf einen Artikel im Blatt von letzter Woche aufmerksam. Dort entdeckt das Blatt, dass und wie Merkel das Kasino gef&ouml;rdert hat. Damit dokumentiert das Blatt einmal mehr, dass es seine Leser nunmehr mindestens 7 Jahre hinters Licht f&uuml;hrt. Hier der Bericht von GG und dann am Ende noch einige erg&auml;nzende Anmerkungen. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><\/p><blockquote><p>Der SPIEGEL (Nr. 21\/2010, S. 16) hat es auch herausgefunden; Merkel &amp; Co. haben sich zu Zeiten des &ldquo;Reformstaus&rdquo; als &ldquo;Partner der Finanzdienstleister&rdquo;&nbsp; &ndash; so die &Uuml;berschrift der investigativen Kurzmeldung &ndash; f&uuml;r die &ldquo;F&ouml;rderung des Finanzplatzes Deutschland&rdquo; eingesetzt und deshalb einen gleichnamigen Antrag im Deutschen Bundestag eingebracht. Auf den NDS konnte man das schon vor Jahren zu lesen. (AM: so ist es, siehe am Ende)<\/p>\n<p>&ldquo;Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP)&rdquo;, schreibt das &ldquo;Nachrichtenmagazin&rdquo;, &ldquo;haben sich neuerdings dem Kampf gegen die &ldquo;Exzesse&rdquo; (Westerwelle) des Finanzkapitalismus verschrieben und fordern Regulierungen bis hin zu einer Transaktionssteuer. Es ist eine deutliche Abkehr von ihren fr&uuml;heren Positionen.&rdquo; <\/p>\n<p>Aha, das erkl&auml;rt nat&uuml;rlich, warum sie sich vorletzten Freitag beim Durchwinken der 148-Milliarden-Euro-Rettung strikt geweigert haben, einem Entschlie&szlig;ungsantrag, der das eindeutig festgeschrieben h&auml;tte, zuzustimmen. <\/p>\n<p>Der SPIEGEL in seiner sensationellen Meldung weiter: &ldquo;In den Jahren von 2001 bis 2003, als Rot-Gr&uuml;n den Finanzmarkt deregulierte und Hedgefonds zulie&szlig;, reichten der damaligen Opposition die Gesetze von Rot-Gr&uuml;n vorne und hinten nicht. In der Drucksache 15\/748 des Deutschen Bundestags etwa befindet die damalige Oppositionschefin Angela Merkel in einem Antrag zur &ldquo;F&ouml;rderung des Finanzplatzes Deutschland&rdquo;: Die deutsche Finanzdienstleistungswirtschaft sei &ldquo;zunehmend zum verl&auml;ngerten Arm des Staates geworden, um Kontrollfunktionen wahrzunehmen.&nbsp; Bestehende wie auch geplante Regelungen sind deshalb auf ihre Sinnhaftigkeit und Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit zu &uuml;berpr&uuml;fen&rdquo;. Die Dereguliererin Merkel fordert die Bundesregierung auf, sich selbst &ldquo;als Partner der Finanzdienstleister zu verstehen&rdquo;. Sie solle sich &ldquo;f&uuml;r die Vermeidung von neuen b&uuml;rokratischen Belastungen f&uuml;r die Marktteilnehmer einsetzen&rdquo;.&rdquo; <\/p>\n<p>Das war aber noch nicht alles, wie der SPIEGEL herausgefunden hat: &ldquo;Noch weiter ging Merkels Parteifreund Roland Koch. Der hessische Ministerpr&auml;sident nannte Pl&auml;ne f&uuml;r eine Spekulationsteuer einen &ldquo;Anschlag auf den Standort Deutschland&rdquo; und regte Steuervorteile f&uuml;r ausl&auml;ndische Investmentbanker an.&rdquo; <\/p>\n<p>Und der damalige Wunschpartner aus Opppsitionszeiten? &ldquo;Auch FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger leidet unter Ged&auml;chtnisschwund. In der Debatte nach Merkels Regierungserkl&auml;rung am vergangenen Mittwoch bezichtigte sie die SPD, sie habe mit ihrer Finanzmarktgesetzgebung den Spekulanten in Deutschland erst T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet.&rdquo; Das stimme zwar, schreibt das Blatt, unterschlage aber, &ldquo;dass die Liberalen seinerzeit die Deregulierungsgesetze von Rot-Gr&uuml;n abgelehnt hatten, weil sie ihnen nicht weit genug gegangen.&rdquo; <\/p>\n<p>Also alle in einen Sack, und man trifft immer den Richtigen, wenn man draufhaut. Das stimmt zwar, der SPIEGEL unterschl&auml;gt aber seinen langj&auml;hrigen Anteil in vorderster Front. Der freche Tom Schimmeck hatte schon im September 2005 <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/archiv\/?dig=2005\/09\/17\/a0015\">Arschlochalarm unter der Berliner K&auml;seglocke<\/a> ausgerufen &ndash; nicht zuletzt nach einem Gespr&auml;ch im Hauptstadtb&uuml;ro des SPIEGEL mit dessen damaligem Leiter Gabor Steingart (heute Chefredakteur Handelsblatt). <\/p>\n<p>gg<\/p><\/blockquote><p>Am 15. August 2009 konnten Sie in den NachDenkSeiten einen Beitrag mit einer Reihe von Hinweisen auf die Mitverantwortung der Agenda 2010-Parteien lesen. Hier der Artikel und die Quelle: <a href=\"?p=4130\">&bdquo;Schon 2003 und in Kenntnis der heraufziehenden Finanzkrise hat eine gro&szlig;e CDU\/CSU\/SPD\/FDP\/Gr&uuml;ne-Koalition mit der F&ouml;rderung des Finanzkasinos weitergemacht (Finanzkrise XXV)&ldquo;<\/a>.<br>\nLesenswert sind dabei insbesondere die Antr&auml;ge der Parteien und die Bundestagsdebatte vom 8.5.2003.<\/p><p>Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch noch die Tatsache, dass Schr&ouml;ders gro&szlig;e Entscheidung zur F&ouml;rderung der Finanzwirtschaft immer noch gilt: die Steuerbefreiung der Gewinne beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen zum 1.1.2002. Seltsam ist es schon, dass die Korrektur dieser Schleusen&ouml;ffnung zum Verkauf und zum Fleddern von intakten Unternehmen in den einschl&auml;gigen aktuellen Programmen der Parteien nicht auftaucht. Seltsam.<br>\nAber eigentlich doch nicht seltsam. Es wird nur sichtbar, dass die herrschenden politischen Kreisen mit der Finanzindustrie immer noch sehr eng verbunden sind und deren Gesch&auml;fte nicht st&ouml;ren wollen.<\/p><p><strong>Wenn Sie die M&ouml;glichkeit haben, dann drucken Sie diesen Beitrag bitte aus und geben Sie ihn an Spiegel-Leser weiter. Und machen Sie bitte auf die NachDenkSeiten als verl&auml;sslichere Quelle f&uuml;r eine rechtzeitige Information aufmerksam.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NDS-Leser GG macht auf einen Artikel im Blatt von letzter Woche aufmerksam. Dort entdeckt das Blatt, dass und wie Merkel das Kasino gef&ouml;rdert hat. Damit dokumentiert das Blatt einmal mehr, dass es seine Leser nunmehr mindestens 7 Jahre hinters Licht f&uuml;hrt. Hier der Bericht von GG und dann am Ende noch einige erg&auml;nzende Anmerkungen. 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