{"id":56591,"date":"2019-11-24T09:00:51","date_gmt":"2019-11-24T08:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591"},"modified":"2019-11-22T11:09:25","modified_gmt":"2019-11-22T10:09:25","slug":"hinweise-der-woche-137","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591#h01\">Die Nato und der Hirntod<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591#h02\">75 Jahre UNO: Es ist an der Zeit, die Stimme der Weltbev&ouml;lkerung zu h&ouml;ren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591#h03\">Schwedische Justiz l&auml;sst Vergewaltigungsvorw&uuml;rfe gegen Assange fallen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591#h04\">Das Recht, sich zu befreien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591#h05\">Wacht auf, Verdammte dieser Erde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591#h06\">Labour Manifest 2019<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591#h07\">Der G30-Skandal geht weiter: Notenbanker ver&ouml;ffentlichen Empfehlungen zur Rentenpolitik von Blackrock f&uuml;r Blackrock<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591#h08\">Wie der Streit um Apple-Pay zum Krimi im Bundestag wurde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591#h09\">&Uuml;berwachungskapitalismus: Facebook und Google wissen alles &uuml;ber uns, aber wir wissen nichts &uuml;ber sie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591#h10\">Die doppelte B&uuml;chse der Pandora<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591#h11\">Flaute in der Windkraft: Einer Branche wird die Luft abgeschnitten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591#h12\">Es war einmal eine Friedenspartei<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die Nato und der Hirntod<\/strong><br>\nMit seiner Feststellung, die Nato sei hirntot, hat der franz&ouml;sische Staatspr&auml;sident Emmanuel Macron die europ&auml;ischen Vasallen der USA in Aufregung versetzt. Der brave Gefolgsmann Au&szlig;enminister Maas, unterst&uuml;tzt von Merkel und Kramp-Karrenbauer erkl&auml;rte schnell: &bdquo;Die Nato ist die Lebensversicherung Europas.&ldquo; Wenn er sich da mal nicht irrt.<br>\nDass Maas das von Brandt und Bahr entwickelte Konzept der gemeinsamen Sicherheit nicht kennt, hat er schon &ouml;fter unter Beweis gestellt. Und dass die SPD nach dem Auseinanderfallen des Warschauer Paktes die Aufl&ouml;sung der Nato anstrebte, wei&szlig; er im Gegensatz zum SPD-Fraktionsvorsitzenden M&uuml;tzenich auch nicht.<br>\nDie Nato ist l&auml;ngst kein Verteidigungsb&uuml;ndnis mehr, sondern ein Instrument der USA zur Durchsetzung ihrer imperialen Politik mit der Einkreisung Russlands und Chinas und der milit&auml;rischen Eroberung von Rohstoffquellen und Absatzm&auml;rkten.<br>\nDeshalb bleibt die von Macron aufgegriffene Forderung Charles de Gaulles nach einer von der USA unabh&auml;ngigen Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik richtig. Die aggressive Einkreisungspolitik der USA mit der Stationierung von Raketen mit kurzen Flugzeiten an den Grenzen Russlands und Chinas ist keine &bdquo;Lebensversicherung&ldquo;, sondern sie erh&ouml;ht die Gefahr der atomaren Vernichtung der L&auml;nder, in denen die USA ihre Raketen stationieren. Sie setzt voraus, dass kein Regierungschef der von den USA bedrohten Staaten durchdreht und einen Erstschlag befiehlt. Und sie setzt voraus, dass es keinen Atomkrieg gibt, weil technische Systeme versagen.<br>\n1983 versagten die Computer der UdSSR. Sie meldeten f&auml;lschlicherweise einen US-Atomschlag. Und nur die Besonnenheit des sowjetischen Oberst Stanislaw Petrow rettete die Welt vor einem nuklearen Inferno. Entgegen der Anweisung l&ouml;ste er den Gegenschlag nicht aus.<br>\nWas die Hirntoten unter den europ&auml;ischen Nato-Bef&uuml;rwortern nicht begreifen ist: Russische Raketen m&uuml;ssen logischerweise auf die US-Einrichtungen in Deutschland und Europa programmiert sein. Wenn die USA weiter z&uuml;ndeln, indem sie Truppen und Raketen an der russischen Grenze stationieren und von Deutschland aus ihre Drohnenkriege f&uuml;hren, dann ist das keine Sicherheitsgarantie, sondern f&uuml;r die Deutschen und Europ&auml;er lebensgef&auml;hrlich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/2657880844273366\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<p><strong>dazu: Positives Echo auf Maas&rsquo; Initiative f&uuml;r Nato-Reform<\/strong><br>\nMit einer Reform-Initiative will Au&szlig;enminister Maas die politische Zusammenarbeit der Nato-Partner verbessern. Beim Nato-Au&szlig;enministertreffen in Br&uuml;ssel gab&rsquo;s daf&uuml;r Schulterklopfen. Und das nicht nur vom Generalsekret&auml;r.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/politik\/ausland\/maas-initiative-nato-reform-positive-reaktionen-100.html\">mdr<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> NATO sei die Lebensversicherung Europas, meint Maas. Unsere Lebensversicherung ist die Verst&auml;ndigung mit anderen V&ouml;lkern und nicht das Milit&auml;r. &bdquo;Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein&ldquo; &ndash; dieses Versprechen Willy Brandts, formuliert genau vor 50 Jahren &ndash; machte das Ende der Konfrontation vor genau 30 Jahren m&ouml;glich. Damals, am 20.12.1989 beschloss die Partei von Maas, die Aufl&ouml;sung der NATO anzustreben. Das und die Verwirklichung des Konzeptes gemeinsamer Sicherheit w&auml;re die Lebensversicherung Europas. Der Verrat des guten Erbes der SPD durch die Urenkel Brandts ist eine der Ursachen f&uuml;r den Absturz auf ein Drittel &ndash; von 45,8% am 19.11.1972 auf 15% bei Umfragen und Wahlen heute. Dieser Absturz ist gemacht und zu den Machern z&auml;hlen Leute wie Maas und Scholz. Wo bleibt eigentlich die korrigierende Intervention der amtierenden Vorsitzenden Dreyer? Und jene der Bewerber um das Amt der neuen Vorsitzenden?<\/em><\/p>\n<p><strong>und: NATO-Hochr&uuml;stung beenden<\/strong><br>\n&bdquo;Die von Bundesau&szlig;enminister Heiko Maas verordnete &sbquo;Frischzellenkur&lsquo; f&uuml;r die NATO kostet die deutschen Steuerzahler Milliarden. Der Vorschlag hei&szlig;t &uuml;bersetzt nichts anderes, als noch mehr Geld f&uuml;r US-Pr&auml;sident Donald Trump und die NATO zu verpulvern&ldquo;, erkl&auml;rt Sevim Dagdelen, abr&uuml;stungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Dagdelen weiter:<br>\n&bdquo;Es ist ein Skandal, wie leichtfertig die Bundesregierung der NATO die weitere Hochr&uuml;stung der Bundeswehr um 6,2 Prozent auf 50,25 Milliarden Euro im kommenden Jahr zusagt und damit ausgerechnet Trump weitere Gefolgschaft leistet, w&auml;hrend bei der Grundrente monatelang um jeden Cent erbittert gestritten wird. Auch f&uuml;r die Modernisierung der AWACS-Flugzeuge als fliegende Radarstationen zur Luftraum&uuml;berwachung mit einer Milliarde Euro sitzt der Geldbeutel lockerer als bei der Sanierung der maroden Infrastruktur im Land. Die zugesagte Erh&ouml;hung des Milit&auml;retats auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts und 85 Milliarden Euro j&auml;hrlich ist noch dazu weder klimafreundlich noch sozialvertr&auml;glich.<br>\nBesorgniserregend ist, dass die NATO nach Boden, Luft, See und Cyberspace nun auch den Weltraum zum milit&auml;rischen Einsatzgebiet erkl&auml;rt, verbunden mit der Entwicklung neuer Waffensysteme. Eine solche NATO ist ganz sicher Garant gro&szlig;er Profite der R&uuml;stungskonzerne, nicht aber f&uuml;r Frieden und Sicherheit in Europa. Die NATO ist eine &uuml;berlebte Bastion aus der &Auml;ra des Kalten Krieges. DIE LINKE fordert die Aufl&ouml;sung des Milit&auml;rpakts und die Schaffung eines kollektiven Sicherheitssystems unter Einbeziehung Russlands. Der Austritt Deutschlands aus der Milit&auml;rstruktur w&auml;re ein erster Schritt.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/nato-hochruestung-beenden\/\">DIE LINKE. im Bundestag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>75 Jahre UNO: Es ist an der Zeit, die Stimme der Weltbev&ouml;lkerung zu h&ouml;ren<\/strong><br>\n(&hellip;) Das Problem ist bekannt. Schon vor f&uuml;nfzehn Jahren hat das von dem damaligen Generalsekret&auml;r Kofi Annan eingesetzte Cardoso-Panel f&uuml;r die Beziehungen zwischen der UNO und der Zivilgesellschaft das demokratische Defizit der Global Governance sehr deutlich gemacht. Das Panel argumentierte unter anderem, dass die UNO dazu beitragen sollte, &ldquo;die Demokratie f&uuml;r das 21. Jahrhundert zu st&auml;rken&rdquo;, indem sie die partizipative Demokratie und eine st&auml;rkere Rechenschaftspflicht der Institution gegen&uuml;ber der Welt&ouml;ffentlichkeit f&ouml;rdert.<br>\nLeider hatten die meisten Mitgliedstaaten nicht den Wunsch, dieser Frage weiter nachzugehen. Trotz aller Bem&uuml;hungen, nichtstaatliche Akteure einzubeziehen, bleibt das demokratische Defizit der UNO kritisch und untergr&auml;bt die Glaubw&uuml;rdigkeit der Weltorganisation.<br>\nDie alternative People&rsquo;s Assembly, die parallel zum UN-Gipfel &uuml;ber die Ziele der nachhaltigen Entwicklung im September in New York stattfand, kam zu dem Schluss, dass die &ldquo;Welt in Flammen steht&rdquo;, nicht zuletzt aufgrund einer dramatischen &ldquo;Krise der Rechenschaftspflicht und Governance&rdquo;, die sich auf die UN erstreckt.<br>\nSo gut gemeint sie auch sein mag, die globale PR-Kampagne der UNO, die im Laufe des n&auml;chsten Jahres anl&auml;sslich des 75-j&auml;hrigen Bestehens laufen wird, kann das Problem nur dann lindern, wenn sie zu konkretem institutionellen Wandel f&uuml;hrt.<br>\nAus unserer Sicht ist die UNO ein unverzichtbares Zentrum f&uuml;r globale Meinungsbildung, Zusammenarbeit und Ma&szlig;nahmen. Die Rolle der UNO als Gewissensh&uuml;ter und Erhalter universeller Normen und Werte bleibt unersch&uuml;tterlich.<br>\nDer Begriff des Multilateralismus muss sich jedoch &uuml;ber das rein zwischenstaatliche Engagement hinaus weiterentwickeln und Wege f&uuml;r die Beteiligung der &Ouml;ffentlichkeit und der Zivilgesellschaft er&ouml;ffnen. Dies ist an sich schon eine Herausforderung, da der &ldquo;gesellschaftliche Raum&rdquo; f&uuml;r weite Teile der Weltbev&ouml;lkerung begrenzt wird. Ein Engagement f&uuml;r den Multilateralismus sollte derzeit mehr denn je erkennen, dass der Erfolg der Vereinten Nationen von starken Partnerschaften mit den Major Groups und allen m&ouml;glichen Stakeholder auf der ganzen Welt abh&auml;ngt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/75-Jahre-UNO-Es-ist-an-der-Zeit-die-Stimme-der-Weltbevoelkerung-zu-hoeren-4588150.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Schwedische Justiz l&auml;sst Vergewaltigungsvorw&uuml;rfe gegen Assange fallen<\/strong><br>\nGegen den Wikileaks-Gr&uuml;nder wird es nun doch keinen Prozess wegen Vergewaltigung geben. Ihm droht eine Auslieferung in die USA.<br>\nDie Voruntersuchungen gegen Wikileaks-Gr&uuml;nder Julian Assange in Schweden wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung werden niedergelegt. Das teilte die stellvertretende Direktorin der schwedischen Strafverfolgung, Eva-Marie Persson, am Dienstag mit.<br>\n2012 floh Assange in die ecuadorianische Botschaft in London, nachdem wegen Vorw&uuml;rfen von Sexualstraftaten in Schweden ein europ&auml;ischer Haftbefehl gegen ihn ausgestellt worden war. Er bef&uuml;rchtete, nach einer &Uuml;berstellung an die schwedische Justiz sp&auml;ter an die USA ausgeliefert zu werden. Im Mai 2017 stellte die Staatsanwaltschaft in Schweden jedoch ihre Ermittlungen ein.<br>\nZuletzt waren starke Spannungen zwischen Ecuador und dem 47-j&auml;hrigen Assange aufgekommen. Im April 2019 verlie&szlig; er die ecuadorianische Botschaft und wurde in London festgenommen, seitdem sitzt er in Gro&szlig;britannien in Haft..<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/verfahren-gegen-wikileaks-gruender-schwedische-justiz-laesst-vergewaltigungsvorwuerfe-gegen-assange-fallen\/25245236.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin J.S.:<\/strong> Liebes Nachdenkseiten Team, dieser Artikel ist so emp&ouml;rend, dass ich Euch darauf aufmerksam machen m&ouml;chte.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Moritz M&uuml;ller:<\/strong> Julian Assange wurde am 11. April von der britischen Polizei in der ekuadorianischen Botschaft verhaftet und dann von zahlreichen Beamten herausgeschleppt. Zu behaupten, er habe die Botschaft verlassen und sei dann verhaftet worden entspricht nicht den Tatsachen, wie man hier unschwer erkennen kann.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Lesen Sie dazu bitte auch: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56514\">Erstes Verfahren gegen Assange eingestellt, w&auml;hrend Londoner Richterin behauptet, nichts zu sagen zu haben &hellip;<\/a>. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Das Recht, sich zu befreien<\/strong><br>\nDer Duden definiert Putsch als &bdquo;von einer kleineren Gruppe [von Milit&auml;rs] durchgef&uuml;hrter Umsturz[versuch] zur &Uuml;bernahme der Staatsgewalt&ldquo;, das ist eine zutreffende Beschreibung dessen, was in Bolivien geschehen ist. Die Tagesschau l&auml;sst dieses Wort aber nicht fallen, ohne es sogleich zu entwerten &ndash; es ist ja nur Morales, der einen Putsch &sbquo;vorwirft&lsquo;. Nachdem Morales bereits mit dem Etikett &sbquo;Machthaber&lsquo; geziert wurde, als er noch in Bolivien war, soll diese Formulierung nahe legen, es handele sich genau darum nicht.<br>\nDen durch den Putsch erzwungenen R&uuml;cktritt von Morales bezeichnete Regierungssprecher Steffen Seibert schlie&szlig;lich als &bdquo;wichtigen Schritt hin zu einer friedlichen L&ouml;sung&ldquo;. Damit war die offizielle deutsche Haltung zu diesem Ereignis gesetzt, und die Medienmeute folgt nur gehorsam der vorgegebenen Richtung. Auch wenn ein Putsch im Regelfall das genaue Gegenteil einer &sbquo;friedlichen L&ouml;sung&lsquo; ist, was jeder wei&szlig;, in dessen Ged&auml;chtnis Chile 1973 und Argentinien 1976 noch irgendwelche Erinnerungen aufrufen. Ein Putsch rechter Milit&auml;rs ist immer eine Garantie f&uuml;r Gewalt, Folter und Mord. Es gab Zeiten, da wurde es Politikern vom rechten Rand der Unionsparteien &uuml;berlassen, ihre Sympathie f&uuml;r die Milit&auml;rdiktatur in Chile zu &auml;u&szlig;ern, und Publikationen wie die ZEIT kritisierten sie scharf daf&uuml;r (den damaligen Artikel sollte man schon deshalb lesen, um zu erkennen, wie tief die deutsche Presse seither gefallen ist). Heute ist selbst das Neue Deutschland so weit im Hintern der deutschen Machtpolitik verschwunden, dass es allen Ernstes eine Pro- und Contra-Debatte &uuml;ber den Putsch publiziert, und der au&szlig;enpolitische Sprecher der Gr&uuml;nen befindet, das Milit&auml;r habe &bdquo;die richtige Entscheidung getroffen&ldquo;<br>\nDie deutsche Liebe zu den Putschisten steht also der US-amerikanischen in nichts nach, ebenso wenig wie die Gier nach den m&ouml;glichst g&uuml;nstig zu erbeutenden Rohstoffen &ndash; die K&uuml;ndigung eines Vertrags mit einem deutschen Konzern &uuml;ber Lithium-Abbau durch Morales d&uuml;rfte dazu sein Teil beigetragen haben. Thomas R&ouml;per hat sich im Anti-Spiegel ausf&uuml;hrlich damit befasst, was ihn dazu brachte, vom &sbquo;Greta-Putsch&lsquo; zu schreiben.<br>\nDie Unterst&uuml;tzer der Putschisten rekrutieren sich, wie schon in Brasilien und, weniger erfolgreich, in Venezuela, aus der wei&szlig;en Mittelschicht. Das offenbart eine der Achillesfersen, die alle sozialdemokratischen Reformregierungen in Lateinamerika gemein haben. Sie alle, seien es Lula und Rousseff in Brasilien, sei es Morales, sei es Correa, hatten zwar durchaus Erfolg, die Lage vieler Menschen in ihren L&auml;ndern zu verbessern, selbst ohne die vorhandene Eigentumsordnung ernsthaft anzutasten. Als kleines Beispiel daf&uuml;r mag gen&uuml;gen, dass noch Anfang der 1990er nur 13% der brasilianischen Bev&ouml;lkerung eine Bildung besa&szlig;en, die einem Hauptschulabschluss entspricht, und nur 4% einen Universit&auml;tsabschluss hatten &ndash; im Jahr 2018 waren es bereits 55,6% der Jugendlichen aus der nicht-wei&szlig;en Bev&ouml;lkerungsmehrheit, die &uuml;ber den primeiro gr&atilde;o hinaus eine Schule besuchen konnten, was ein gewaltiger Fortschritt ist, selbst wenn bei den wei&szlig;en Brasilianern der Anteil mit 78,8% immer noch bedeutend h&ouml;her liegt.<br>\nEs sind aber genau diese Fortschritte, die aus der wei&szlig;en Mittelschicht eine willige Verf&uuml;gungsmasse f&uuml;r die Oligarchie und ausw&auml;rtige Strippenzieher machen. Diese wei&szlig;e Mittelschicht war es gew&ouml;hnt, sich Dienstpersonal leisten zu k&ouml;nnen und die gutbezahlten Stellen in Wirtschaft und Verwaltung f&uuml;r ihren Nachwuchs gleichsam fest gebucht zu haben, unabh&auml;ngig von deren F&auml;higkeiten oder Leistung. Mehr als zehn Jahre expansiver Bildungspolitik haben aber Konkurrenz geschaffen, und auf Konkurrenz reagiert diese Klasse biestig. Das lie&szlig; sich selbst in Deutschland beim Volksentscheid zur sechsj&auml;hrigen Grundschule in Hamburg beobachten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kenfm.de\/tagesdosis-18-11-2019-das-recht-sich-zu-befreien\/\">KenFM<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wacht auf, Verdammte dieser Erde<\/strong><br>\nZwei der &bdquo;freiesten Volkswirtschaften&ldquo; der Welt stehen in Flammen. Nach Indizes der &bdquo;wirtschaftlichen Freiheit&ldquo;, die j&auml;hrlich unabh&auml;ngig von zwei konservativen Denkfabriken ver&ouml;ffentlicht werden &ndash; der Heritage Foundation und dem Fraser Institute &ndash; steht Hongkong in den Rankings seit &uuml;ber 20 Jahren an erster Stelle. Chile belegt in beiden Indizes den ersten Platz in Lateinamerika und steht im weltweiten Ranking bei beiden auch vor Deutschland und Schweden. &hellip;<br>\nIn Chile, wo von Studenten angef&uuml;hrte Proteste gegen eine Anhebung der Ticketpreise f&uuml;r die U-Bahn sich zu einer landesweiten Bewegung gegen die Regierung entwickelt haben, sind bereits mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen.<br>\nDie Wut l&auml;sst sich vielleicht besser durch andere Rankings erkl&auml;ren: Chile steht zwar in Sachen wirtschaftlicher Freiheit unter den ersten 25 &ndash; tut dies aber auch bei der Einkommensungleichheit. W&auml;re Hongkong ein eigener Staat, w&uuml;rde er zu den zehn mit der weltweit gr&ouml;&szlig;ten Ungleichheit geh&ouml;ren. Beobachter verwenden h&auml;ufig den Begriff Neoliberalismus, um die Politik hinter dieser Ungleichheit zu beschreiben. Der Begriff mag einem vage erscheinen, aber die Vorstellungen hinter dem Index f&uuml;r wirtschaftliche Freiheit helfen, ihn scharf zu stellen.<br>\nAlle Ranglisten enthalten utopische Visionen. In der idealen Welt, die von diesen Indizes beschrieben wird, stellen Eigentumsrechte und Vertragssicherheit die h&ouml;chsten Werte dar, der gr&ouml;&szlig;te Feind der Freiheit ist die Inflation, Kapitalflucht hat den Rang eines Menschenrechts inne und demokratische Wahlen k&ouml;nnen f&uuml;r die Wahrung der wirtschaftlichen Freiheit zu einer Bedrohung werden.<br>\nDiese Rankings sind nicht rein akademisch. Die Heritage-Rankings etwa werden herangezogen, um die US-Auslandshilfe durch die Millennium Challenge Corporation zu vergeben. Sie setzten Ziele f&uuml;r die Politik: 2011 klagte das Institute of Economic Affairs dar&uuml;ber, ein Anstieg der Sozialausgaben w&uuml;rde dazu f&uuml;hren, dass Gro&szlig;britannien in der Platzierung abf&auml;llt. &hellip;<br>\nAls Walkers Fraser Institute 1996 den ersten Index mit einem Vorwort von Friedman ver&ouml;ffentlichte, enthielt dieser einige &Uuml;berraschungen. Dem historischen &Uuml;berblick zufolge war 1975 die zweitfreiste Volkswirtschaft Honduras &ndash; eine Milit&auml;rdiktatur. Im Jahr darauf war mit Guatemala eine andere Diktatur unter den ersten f&uuml;nf. Und dabei handelte sich nicht um Anomalien. Vielmehr brachten diese Platzierungen eine grundlegende Wahrheit &uuml;ber diese Indizes zum Ausdruck. Die Definition von Freiheit, die sie zugrunde legen, l&auml;sst Demokratie eher als etwas St&ouml;rendes erscheinen, &hellip;<br>\nIn den Workshops zur Erstellung der Indizes zitierte Friedman das Beispiel Hongkong als Beleg f&uuml;r seine These: &bdquo;Es besteht kaum Zweifel, dass, wenn in Hongkong politische Freiheiten existierten, die wirtschaftliche und b&uuml;rgerliche Freiheit wesentlich geringer ausfallen w&uuml;rden als unter einer autorit&auml;ren Regierung.&ldquo;<br>\nHongkongs ehemaliger Regierungschef, CY Leung, &auml;u&szlig;erte sich in gleicher Weise. W&auml;hrend der Proteste der Regenschirm-Revolution von 2014 wurde er gefragt, warum das Wahlrecht nicht ausgeweitet werden k&ouml;nne. Seine n&uuml;chterne Antwort lautete, dass dies den Einfluss der Armen erh&ouml;hen und zu einer Politik f&uuml;hren w&uuml;rde, die anstelle einer wirtschaftsfreundlichen Politik die Ausweitung des Sozialstaates f&ouml;rdert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/the-guardian\/wacht-auf-verdammte-dieser-erde\">Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der Artikel veranschaulicht gut welche aberwitzigen Ideen hinter der neoliberalen Ideologie stecken, wie auch die Skrupellosigkeit ihrer Protagonisten, dennoch sehen gerade in Deutschland alle Parteien von den Gr&uuml;nen bis zur AfD, den Neoliberalismus nach wie vor als wesentliches Fundament ihres politischen Handels. Allein die Linke ist bisher noch nicht v&ouml;llig der neoliberalen Ideologie verfallen &ndash; betrachtet man allerdings das Agieren des rot-rot-gr&uuml;nen Senates in Berlin sind Zweifel leider mehr als berechtigt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Labour Manifest 2019<\/strong><br>\nEs ist Zeit f&uuml;r einen wirklichen Wechsel<br>\nPolitik f&uuml;r die Vielen, nicht f&uuml;r die Wenigen.<br>\nHier folgt die englische Fassung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/labour.org.uk\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Real-Change-Labour-Manifesto-2019.pdf\">Labour [PDF]<\/a>\n<p><strong>dazu: Labour&rsquo;s electrifying manifesto should jolt this election into life<\/strong><br>\nThe ambition is breathtaking. Now Corbyn needs to seize the time he has left to confront the politics of despair<br>\nHere it is, a great cornucopia to lift this miserable election to a higher plane. Labour&rsquo;s manifesto offers a vision of a country that can begin to put to rights the dilapidation and dysfunction that has been the deliberate policy of the past decade. Repair, restoration and reinvestment is the first task, but even that dismal work requires gigantic ambition. Labour goes right to the heart of longstanding fault lines in how the country is run, and for whom.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/commentisfree\/2019\/nov\/21\/labour-manifesto-election-corbyn\">The Guardian<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Der G30-Skandal geht weiter: Notenbanker ver&ouml;ffentlichen Empfehlungen zur Rentenpolitik von Blackrock f&uuml;r Blackrock<\/strong><br>\nNeues von der G30, dem internationalen Club zur Verquickung der Interessen wichtiger Notenbanker und der internationalen Finanzbranche: Mario Draghi ist nicht mehr Mitglied und der Club hat ein Papier mit Empfehlungen f&uuml;r die Rentenpolitik ver&ouml;ffentlicht, das vor allem den Interessen der Anlagebrache dient.<br>\nGerade erst hat Mario Draghi seinen Platz an der Spitze der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) ger&auml;umt, schon ist er nicht mehr Mitglied der G30-Gruppe in Washington. Und das, nachdem er trotz einer Aufforderung der EU-B&uuml;rgerbeauftragten von Januar 2018, sich wegen drohender Interessenverquickung aus der G30 zur&uuml;ckzuziehen, auf seiner Mitgliedschaft beharrt hatte. Die G30 betont zwar, Mitglieder seien in rein pers&ouml;nlicher Kapazit&auml;t dort, und nicht f&uuml;r ihre Institutionen. Die EZB und Draghi betonten aber gegen&uuml;ber der B&uuml;rgerbeauftragten, es sei f&uuml;r die EZB als Institution sehr wichtig, ein Mitglied in diese Gruppe zu entsenden, um den Kontakt mit der internationalen Finanzbranche zu pflegen.<br>\nGehen wir also davon aus, dass Draghi und die anderen Notenbanker f&uuml;r ihre Institutionen dort sind. Das ist an sich schon problematisch. Die G30 ist ein Club von meist etwas &uuml;ber 30 hochkar&auml;tigen Finanzleuten, mit einem Schwergewicht auf Notenbankern, die vorher im privaten Sektor gearbeitet haben, und Topmanagern privater Finanzinstitute, die fr&uuml;her Notenbanker waren. Ein paar Wissenschaftler und Ex-Politiker kommen hinzu. Es besteht laut EU-B&uuml;rgerbeauftragter die akute Gefahr, dass Vertreter kommerzieller Finanzkonzerne Insiderinformationen von Notenbankern erhalten, und dass die Interessen der im &ouml;ffentlichen und im privaten Interesse handelnden Institutionen auf intransparente Weise verquickt werden.<br>\nDie G30 &uuml;ber sich selbst auf der Startseite ihrer Website (Fettung im Original):<br>\n&bdquo;The Group of Thirty aims to deepen understanding of international economic and financial issues, and to explore the international repercussions of decisions taken in the public and private sectors. The Group is characterized by its knowledge of the past and broad-minded, forward thinking.<br>\nAktive Notenbanker diskutieren also mit ausgew&auml;hlten Repr&auml;sentanten der kommerziellen Finanzbranche die Auswirkungen von Entscheidungen, die sie treffen k&ouml;nnten oder getroffen haben. Das ist f&uuml;r mein Verst&auml;ndnis recht nahe an der Korruption, wenn diese Notenbanker nachher mehrheitlich in der privaten Finanzbranche Millionen verdienen.<br>\nBesonders problematisch wird es, wenn mit dem Logo der G30 und dem Renommee seiner illustren Mitglieder Politikempfehlungen ver&ouml;ffentlicht werden, die wie Lobbypapiere f&uuml;r die kommerzielle Geldanlagebranche wirken. Nicht zum ersten Male ist das gerade wieder geschehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/1195-g30-rente\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wie der Streit um Apple-Pay zum Krimi im Bundestag wurde<\/strong><br>\nDeutschland will den Konzern zwingen, iPhones f&uuml;r Bezahl-Apps anderer Banken zu &ouml;ffnen. Der wehrt sich und es ist unklar, wer sich alles eingemischt hat. (&hellip;)<br>\nDie Pl&auml;ne der deutschen Politiker alarmierten jedoch auch die Verantwortlichen in Cupertino. Verschiedene Abgeordnete berichten, dass Apple und auch die US-Botschaft im Kanzleramt interveniert h&auml;tten. US-Botschafter Richard Grenell lieferte sich daraufhin auf Twitter einen heftigen Schlagabtausch mit dem Abgeordneten Fabio de Masi (Linke). Er warf ihm vor, &bdquo;Fake News im russischen Stil&ldquo; zu verbreiten, und bestritt, f&uuml;r Apple t&auml;tig geworden zu sein.<br>\nDie Bundesregierung will die angeblichen Anrufe weder best&auml;tigen noch dementieren. Man pflege aufgabenbedingt in jeder Legislaturperiode Kontakte mit einer Vielzahl von Akteuren, sagte ein Sprecher. Ein Dementi klingt anders.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/hat-der-us-botschafter-interveniert-wie-der-streit-um-apple-pay-zum-krimi-im-bundestag-wurde\/25234382.html\">Der Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Fabio de Masi:<\/strong> Der Tagesspiegel berichtet &uuml;ber meine Schlacht mit Trumps US Botschafter in Deutschland Richard Grenell, der nach meinen Informationen versuchte &uuml;ber das Kanzleramt eine Abstimmung im Deutschen Bundestag zu stoppen, um die Interessen von #Apple durchzusetzen. Die Bundesregierung dementiert dies nicht!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Diese Art der Intervention seitens des US-Botschafters war nicht die erste und einzige &ndash; lesen Sie dazu z.B. bitte auch &ldquo;Danke, Botschafter Grenell!&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p><em>Wie oft wurde in der j&uuml;ngsten Vergangenheit vor chinesischen oder russischen Einmischungen und Manipulationen gewarnt? Die USA &ndash; bzw. ihre Geheimdienste &ndash; k&ouml;nnen sogar das Kanzlerin-Handy aussp&auml;hen. Und was geschieht selbst dann? Eigentlich nichts.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&Uuml;berwachungskapitalismus: Facebook und Google wissen alles &uuml;ber uns, aber wir wissen nichts &uuml;ber sie<\/strong><br>\nInterview mit Shoshana Zuboff<br>\nShoshana Zuboffs Buch &sbquo;Das Zeitalter des &Uuml;berwachungskapitalismus&lsquo; ist ein internationaler Bestseller und gilt als revolution&auml;re Sicht auf unser Wirtschaftssystem. Sie untersucht auf 700-Seiten, wie Internetgiganten wie Google und Facebook Milliarden mit unseren pers&ouml;nlichen Daten machen. Diese Daten werden ohne unsere Zustimmung erfasst, verkauft und f&uuml;r Verhaltensvorhersagen verwendet. Das hat fatale Auswirkungen auf Wirtschaft, Demokratie und Gesellschaft, wie Zuboff im Interview erkl&auml;rt.<br>\nIhr neues Buch hei&szlig;t &bdquo;&Uuml;berwachungskapitalismus&ldquo;, was genau verstehen Sie unter diesem Konzept?<br>\nShoshana Zuboff: Der Kapitalismus entwickelt sich immer so weiter: Dinge, die bisher kein Teil des Marktes waren, werden in den Markt integriert, um sie zu kaufen und zu verkaufen. Das gilt auch f&uuml;r den &Uuml;berwachungskapitalismus. Der &Uuml;berwachungskapitalismus nimmt private Erlebnisse und Erfahrungen und bringt sie auf den Markt &ndash; als Verhaltensdaten, als Rohmaterial f&uuml;r Berechnungsprozesse. Daraus werden dann Muster errechnet, um unser Verhalten vorherzusagen. Die &ldquo; Prognose-Produkte &ldquo; werden dann auf einem neuartigen Marktplatz verkauft, der ausschlie&szlig;lich mit Prognosen von menschlichem Verhalten handelt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kontrast.at\/shoshana-zuboff-ueberwachung-datenschutz\/\">kontrast at<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Wachstum ist das Lebenselixier des Kapitalismus. Der kann sich auf drei Arten ausdehnen: Erstens: Erschlie&szlig;ung von mehr und neuen Rohstoffen (zb. Seltene Erden, Lithium usw.) Zweitens: Ausdehnung auf neue L&auml;nder (z.b. nach dem Ende der S.U. auf die L&auml;nder des Ostblocks oder neue M&auml;rkte in Afrika&hellip;) oder drittens, Ausdehnung auf M&auml;rkte, die bis ihm jetzt verschlossen waren (Privatisierung &ouml;ffentlicher Dienste oder, wie oben beschrieben im Internet).<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: So &uuml;berwacht Zalando seine Mitarbeiter<\/strong><br>\nZalando-Mitarbeiter sind angehalten, &uuml;ber das Personalsystem &ldquo;Zonar&rdquo; die Leistung und das Verhalten ihrer Kollegen zu bewerten.<br>\nAngestellte klagen &uuml;ber enorme &Uuml;berwachung und infolgedessen &uuml;ber hohen Leistungsdruck und Stress.<br>\nZalando hingegen h&auml;lt das Bewertungssystem f&uuml;r einen Fortschritt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/zalando-ueberwachung-zonar-1.4688431\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die doppelte B&uuml;chse der Pandora<\/strong><br>\nIn der vergangenen Woche hat der Bundestag verschiedene &Auml;nderungen des Strafverfahrensrechts beschlossen &ndash; darunter auch eine Erweiterung der DNA-Analyse auf &auml;u&szlig;ere Merkmale durch einen neuen &sect; 81e Abs. 2 S. 2 StPO. K&uuml;nftig sollen anhand einer DNA-Spur von einer unbekannten Person nicht mehr nur das DNA-Identifizierungsmuster, die Abstammung und das Geschlecht der spurenverursachenden Person bestimmt werden d&uuml;rfen, sondern auch die Farbe von Haut, Haaren und Augen sowie das Alter. Was der bayerischen Polizei bereits durch das dortige Polizeiaufgabengesetz gestattet ist, w&auml;re damit auch den Strafverfolgungsbeh&ouml;rden in der gesamten Republik zum Zwecke der Strafverfolgung erlaubt. (&hellip;)<br>\nZusammenfassend besehen &ouml;ffnet der Gesetzgeber mit der Einf&uuml;hrung der erweiterten DNA-Analyse gleich zwei B&uuml;chsen der Pandora. Zum einen bedeutet der erweiterte Zugriff auf den codierenden Teil der DNA erhebliche Eingriffe in das allgemeine Pers&ouml;nlichkeitsrecht, deren Intensit&auml;t von heute aus betrachtet schwer abzusehen sind. Zum anderen birgt die geplante Befugnis in &sect; 81e Abs. 2 S. 2 StPO die Gefahr, Diskriminierung und Rassismus Vorschub zu leisten &ndash; sei es durch Ermittlungen gegen&uuml;ber Angeh&ouml;rigen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen, sei es durch die Auswirkungen dessen auf den gesellschaftlichen Diskurs &uuml;ber Kriminalit&auml;t. Demgegen&uuml;ber f&auml;llt der Nutzen der erweiterten Befugnis derart bescheiden aus, dass man sich fragen muss, warum der Gesetzgeber sie eingef&uuml;hrt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/die-doppelte-buechse-der-pandora\/\">Verfassungsblog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Flaute in der Windkraft: Einer Branche wird die Luft abgeschnitten<\/strong><br>\nIn der Windenergie gehen immer mehr Arbeitspl&auml;tze verloren. Und das, obwohl wir dringend gr&uuml;nen Strom brauchen. Nicht nur schlechte politische Rahmenbedingungen verhindern den Ausbau. Auch Arbeitgeber, wie Enercon, verhalten sich verantwortungslos ihren Besch&auml;ftigten gegen&uuml;ber. [&hellip;]<br>\nIm Norden weht oft ein ziemlich raues L&uuml;ftchen. Genau das ist die beste Voraussetzung f&uuml;r eine saubere Energieerzeugung. Niemand bestreitet ernsthaft, dass der Windkraft eine elementare Rolle bei der &ouml;kologischen Wende zukommt. Ohne die Nutzung dieser wichtigen Quelle gr&uuml;nen Stroms sind der Klimaschutz und der anvisierte Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen &uuml;berhaupt nicht denkbar. Eigentlich ist das ein optimales Umfeld f&uuml;r die Branche. Eigentlich. Denn nach vielen guten Jahren ist mittlerweile Krisenmodus angesagt. Darunter leiden in erster Linie die Besch&auml;ftigten und am Ende nat&uuml;rlich auch die ambitionierten Klimaschutzziele!<br>\nDer Ausbau der Windkraft kr&auml;nkelt schon l&auml;nger und ist inzwischen fast kollabiert. Nur 150 neue Windr&auml;der wurden 2019 errichtet. 80 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zeche zahlen die Besch&auml;ftigten: Nach &uuml;ber einer Dekade der Zuw&auml;chse wurden allein im Jahr 2017 mehr als 25.000 Arbeitspl&auml;tze abgebaut. Ein Verlust von 16 Prozent (siehe Grafik). Schuld sind zum Teil desastr&ouml;se Rahmenbedingungen. Die Genehmigungsverfahren ziehen sich ewig in die L&auml;nge. Viele Kommunen stellen zu hohe Auflagen, um Klagen zu vermeiden. Au&szlig;erdem flie&szlig;en die F&ouml;rdermittel kaum noch ab.\n<div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/191122-hdt-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/191122-hdt-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/niedersachsen.dgb.de\/themen\/++co++3d90f9da-0c38-11ea-aaff-52540088cada\">DGB Niedersachsen #schlaglicht<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Es war einmal eine Friedenspartei<\/strong><br>\nDie Stimmung ist aufgeheizt. Es riecht nach faulen Eiern, die Antikriegsdemonstranten auf Delegierte des Gr&uuml;nen-Parteitags werfen. Obwohl die Polizei auch mit Schlagst&ouml;cken gegen die Protestierenden vorgeht, gelangen einige in die Bielefelder Parteitagshalle. Au&szlig;enminister Joschka Fischer trifft ein Beutel im Gesicht, in dem rote Farbe mit Butters&auml;ure gemischt wurde. Trotzdem kann er sich letztlich durchsetzen: In der Abstimmung &uuml;ber die deutsche Beteiligung am NATO-Krieg gegen Jugoslawien erhalten Fischer und seine Mitstreiter eine Mehrheit. Dagegen stimmen unter anderem Claudia Roth und Hans-Christian Str&ouml;bele.<br>\nDer Parteitag im Mai 1999 war eine Z&auml;sur f&uuml;r die Gr&uuml;nen. 20 Jahre sp&auml;ter haben sie am Wochenende erneut eine Bundesdelegiertenkonferenz in Bielefeld abgehalten und sind kaum wiederzuerkennen. In der Zwischenzeit haben die Gr&uuml;nen in der einstigen Bundesregierung mit der SPD auch den Kriegseinsatz in Afghanistan sowie in der Folgezeit diverse weitere Eins&auml;tze der Bundeswehr unterst&uuml;tzt. Die mit gro&szlig;er Mehrheit in Bielefeld wiedergew&auml;hlte Parteichefin Annalena Baerbock wirbt am Wochenende auf der B&uuml;hne &raquo;perspektivisch&laquo; f&uuml;r eine &raquo;europ&auml;ische Armee&laquo;.<br>\nUnd was ist aus denjenigen geworden, die einst versucht haben, aus den Gr&uuml;nen wieder eine Friedenspartei zu machen? Viele von ihnen, wie etwa der nordrhein-westf&auml;lische Landespolitiker Robert Zion, sind aus der Partei ausgetreten oder engagieren sich kaum noch. Letzteres gilt auch f&uuml;r den M&uuml;nsteraner Basis-Gr&uuml;nen Wilhelm Achelp&ouml;hler. Er war lange Zeit ein Gesicht der 2007 unter anderem von dem Hamburger Gr&uuml;nen Uli Cremer gegr&uuml;ndeten &raquo;Gr&uuml;nen Friedensinitiative&laquo;. Diese liege derzeit &raquo;in einem Dornr&ouml;schenschlaf&laquo;, teilt Achelp&ouml;hler dem &raquo;nd&laquo; mit.<br>\nDie Haltung der Gr&uuml;nen in internationalen Konflikten soll auch im neuen Grundsatzprogramm festgeschrieben werden. Die Delegierten diskutieren am Sonntagmittag auf dem Bielefelder Parteitag &uuml;ber einen Aufschlag des Vorstands zum Grundsatzprogramm. Ein Entwurf soll im Sommer 2020 stehen und im Herbst auf einem Parteitag verabschiedet werden. Achelp&ouml;hler l&auml;sst an dem Aufschlag der Parteispitze aus friedenspolitischer Sicht kaum ein gutes Haar. Dieser erinnere mit der Forderung nach einer EU-Armee, welche die EU mit &raquo;strategischer Souver&auml;nit&auml;t&laquo; ausstatten soll, damit sie &raquo;weltpolitikf&auml;hig&laquo; wird, mehr an den fr&uuml;heren CDU-Bundeskanzler Konrad Adenauer als an die Gr&uuml;nen-Mitgr&uuml;nderin und Friedensaktivistin Petra Kelly.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1128724.die-gruenen-es-war-einmal-eine-friedenspartei.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Im Neuen Deutschland findet sich die einzige kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Programmatik der Gr&uuml;nen. Deren Kriegsorientierung passt bestens zu den j&uuml;ngsten Statements der Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer, die die Bundeswehr in weltweite Rohstoffkriege schicken will. &Uuml;berraschen sollte dies jedoch nicht, schlie&szlig;lich will man 2021 mit an die Regierung, da muss der deutschen Oligarchie Verl&auml;sslichkeit signalisiert werden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56591\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-56591","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56591","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=56591"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56591\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":56594,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56591\/revisions\/56594"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=56591"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=56591"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=56591"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}