{"id":5680,"date":"2010-05-27T21:13:27","date_gmt":"2010-05-27T19:13:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5680"},"modified":"2014-03-05T11:50:35","modified_gmt":"2014-03-05T10:50:35","slug":"in-bayern-werden-nun-doch-schuelerdatenbanken-eingefuehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5680","title":{"rendered":"In Bayern werden nun doch Sch\u00fclerdatenbanken eingef\u00fchrt"},"content":{"rendered":"<p>Am 19.05. hat der Bayerische Landtag die <a href=\"?p=4440\">umstrittene Sch&uuml;lerdatenbank<\/a> verabschiedet. Dem entsprechenden <a href=\"http:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;source=web&amp;ct=res&amp;cd=1&amp;ved=0CBYQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.bayern.landtag.de%2Fcps%2Frde%2Fpapp%2FSID-0A033D45-93AF45C5%2FVorgangsmappe%2Fwww%2Fservlet%2FVorgangsmappe%3Fwp%3D16%26typ%3DV%26drsnr%3D3827%26intranet%3D&amp;rct=j&amp;q=Bayerischer+Landtag+16.+Wahlperiode+Drucksache+16%2F3827&amp;ei=Ag78S5b3DN-iOLTxsIMC&amp;usg=AFQjCNERYsZRtMl4A7FxSmfPZuNL9Odrag\">Gesetzentwurf [PDF &ndash; 511 KB]<\/a> stimmten CSU und FDP zu; Freie W&auml;hler, SPD und Gr&uuml;ne lehnten ihn ab. Die Einf&uuml;hrung einer Sch&uuml;lerdatenbank wird von CSU und FDP mit folgender Begr&uuml;ndung gerechtfertigt: &bdquo;Das neue Verfahren soll schul&uuml;bergreifende Verwaltungsabl&auml;ufe vereinfachen, Berichtswege vereinheitlichen und damit &uuml;bersichtlicher machen, die Bildungsplanung durch rascher verf&uuml;gbare und valide Daten optimieren und die Schulstatistik modernisieren. &ldquo; Der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sagte:  &bdquo;Wir schlagen einen Weg ein, der bundesweit beispielgebend ist&ldquo;. Die Landeselternvereinigung bayerischer Gymnasien (LEV) beh&auml;lt sich eine Klage beim Verfassungsgericht vor und zieht alternativ ein Volksbegehren in Erw&auml;gung. Die Bildungsgewerkschaft GEW und die Landessch&uuml;lervertretung protestieren ebenfalls gegen das Gesetz, ebenso Elternverb&auml;nde und Elternbeir&auml;te. Das Gesetz tritt am 1. Juni in Kraft, ein bayernweiter Betrieb des neuen Verfahrens soll zu diesem Zeitpunkt noch nicht umgesetzt werden. Nach Inkrafttreten der Rechtsgrundlage beginnen die notwendigen Vorbereitungsarbeiten an ausgew&auml;hlten Testschulen, die zwei Jahre nach dem Inkrafttreten des Gesetzes abgeschlossen sein sollen. Von Christine Wicht<br>\n<!--more--><br>\nDas Gesetz sieht vor die Sch&uuml;lerdaten nicht nur in Schulen sondern auch in einer zentralen Datenbank im Rechenzentrum S&uuml;d des Statistischen Landesamtes zu speichern. Dort sollen die Daten anonymisiert gespeichert werden. Es handelt sich dabei um einen so genannten <strong>Stammdatensatz<\/strong> und um einen <strong>erweiterten Datensatz<\/strong> (Erhebungsmerkmale). Der Stammdatensatz enth&auml;lt personenbezogene Daten des Sch&uuml;lers, die bei der Schule noch 6 Jahre nach dem Ausscheiden eines Sch&uuml;lers gespeichert und erst dann gel&ouml;scht werden sollen. Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass ein Sch&uuml;ler die Schule unterbrechen kann (Auslandsaufenthalt, Lehre) und dann wieder an die Schule zur&uuml;ckkehren kann, ohne dass es einer nochmalige Datenerfassung bedarf.<br>\nAu&szlig;erdem speichert die Schule: <\/p><ol>\n<li><strong>nicht schuljahresbezogene Daten,<\/strong><br>\nwie Name, Vornamen, Tag der Geburt, Geburtsort, Geschlecht, Staatsangeh&ouml;rigkeit, Migrationshintergrund (Geburtsland, Jahr des Zuzugs nach Deutschland, Muttersprache deutsch\/nicht deutsch), Religionszugeh&ouml;rigkeit (soweit in der Schulpraxis erforderlich), Jahr der Ersteinschulung, erworbene Abschl&uuml;sse, Adressdaten, schulische Daten, Leistungsdaten, Daten zur schulischen und beruflichen Vorbildung sowie zur Berufsausbildung, bei den Lehrkr&auml;ften insbesondere Name und Angaben zur Lehrbef&auml;higung und zum Unterrichtseinsatz, von den Erziehungsberechtigten Name und Adressdaten<\/li>\n<li><strong>und schuljahresbezogene Daten<\/strong><br>\nwie Daten zur F&ouml;rderung (sonderp&auml;dagogische F&ouml;rderung, Teilleistungsst&ouml;rungen, sonstige F&ouml;rderma&szlig;nahmen), ganzt&auml;gige Betreuung, Sch&uuml;lerheim oder Internat, Gastschulverh&auml;ltnis, &uuml;bertrittsrelevante Daten zur Schullaufbahn (aktuell besuchte Schule, Schulpflicht, Feststellung zur &Uuml;bertrittseignung betreffend Hauptschule, Realschule und Gymnasium, Vorbildung, Austrittsdatum, Zielschule), Daten zum aktuellen Unterricht (Jahrgangsstufe, Bildungsgang, Fremdsprachen, Berufsausbildung, Erreichen des Ziels der Jahrgangsstufe [ja\/nein], Art der Wiederholung, Art des Vorr&uuml;ckens).<\/li>\n<\/ol><p>Die Daten &uuml;ber Schulleistungen werden 1 Jahr nach Abschluss des jeweiligen Schuljahres gel&ouml;scht (beispielsweise werden Daten, die in der 10. Klasse erfasst werden, am Ende der 11. Klasse gel&ouml;scht). Die Schule erfasst den Stammdatensatz und den erweiterten Datensatz und schickt dann beide Datens&auml;tze an das Statistische Landesamt S&uuml;d. Diese Daten werden dort sofort getrennt und anonymisiert und mit so genannten Kennziffern versehen. Wodurch anonyme statistische Abfragen erm&ouml;glicht werden sollen. <\/p><p>Die bayerischen Landtagsgr&uuml;nen lehnen die Pl&auml;ne der Staatsregierung, eine Sch&uuml;lerdatenbank zu schaffen, vehement ab: &ldquo;Bayern braucht eine gute Bildungspolitik und keinen gl&auml;sernen Sch&uuml;ler&rdquo;, sagte die Sprecherin f&uuml;r Datenschutz Christine Kamm, au&szlig;erdem sei die missbr&auml;uchliche Verwendung der Daten nicht auszuschlie&szlig;en. Dieses Risiko stehe in keinerlei Verh&auml;ltnis zum fragw&uuml;rdigen Nutzen des Projekts. Der p&auml;dagogischen Nutzen einer l&uuml;ckenlose Erfassung von Bildungsverl&auml;ufen sei nicht nachzuvollziehen. Die Gr&uuml;nen kritisierten insbesondere die strikte Verpflichtung der Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler und deren Eltern, alle geforderten Daten zum Migrationshintergrund zwingend abgeben zu m&uuml;ssen. Auch die SPD-Bildungspolitikerin Margit Wild, Mitglied im Landtagsausschuss f&uuml;r Bildung, Jugend und Sport, lehnt die Einf&uuml;hrung einer Sch&uuml;lerdatenbank kategorisch ab, da die Gefahr von Stigmatisierung und Missbrauch nicht auszuschlie&szlig;en seien und mit der bisherigen Erstellung von Sch&uuml;lerstatistiken dem Anliegen der Schulverwaltung ausreichend gedient sei. Nicht verstehen k&ouml;nne sie die Haltung der FDP, die noch nach Abschluss des Koalitionsvertrages mit der CSU bei diesem Thema get&ouml;nt hatte: &ldquo;Diese Kuh ist vom Eis!&rdquo; Nach Meinung der Vertreterin der Freien W&auml;hler, Eva Gottstein MdL, seien notwendige Sch&uuml;lerdaten schon jetzt in den Schulen vorhanden, in verschlossenen Aktenschr&auml;nken, obwohl dies altmodisch wirke, sei das eine sehr sichere Ma&szlig;nahme (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.mainpost.de\/lokales\/bayern\/Kritik-an-Schuelerdatenbank;art16683,5585135\">Main Post<\/a>). <\/p><p>SPD, Gr&uuml;ne und Freie W&auml;hler sprechen von einem &bdquo;Gl&auml;sernen Sch&uuml;ler&ldquo;, w&auml;hrend CSU und FDP lediglich von einem gl&auml;sernen Verfahren sprechen. Diejenigen, die Hoffnung in die FDP gesetzt haben, die seit Herbst 2008 gemeinsam mit der CSU Bayern regiert und bekannterma&szlig;en liberale Werte und B&uuml;rgerrechte gern nach vorne stellt, sind herb entt&auml;uscht worden. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) &auml;u&szlig;erte sich in einem Interview in der S&uuml;ddeutschen Zeitung, warum die FDP nach anf&auml;nglicher Ablehnung nun doch dem Gesetz zugestimmt hat. Es handele sich nicht mehr wie von der CSU gefordert um eine allgemeine Datenbank, sondern es werden die Daten, die sowieso gesammelt werden, nun systematisch erhoben. Daten w&uuml;rden heute an Schulen einfach so herumliegen auf Zetteln, Karteikarten, auf welche die jeweilige Schule zugreifen k&ouml;nne, nicht aber Schulbeh&ouml;rden. Nur wenige Personen sollen die Daten abrufen d&uuml;rfen. Jede Abfrage m&uuml;sse nun protokolliert werden. Dem Vorwurf der Opposition die FDP sei umgefallen, entgegnete Leutheuser-Schnarrenberger, dass es keine gl&auml;sernen Sch&uuml;ler mit Identifikationsnummer gebe (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/jobkarriere\/392\/511498\/text\/\">SZ<\/a>). <\/p><p>Die Piratenpartei hat sich in der Vergangenheit vehement gegen eine Sch&uuml;lerdatenbank ausgesprochen und eine E-Mail-Aktion gestartet, bei der sich B&uuml;rger an die bayerischen Landtagsabgeordneten wenden und ihre Bedenken bez&uuml;glich der zentralen Datensammelwut und der Gefahr des Missbrauchs &auml;u&szlig;ern sollten. Die Piratenpartei Ingolstadt forderte alle Landtagsabgeordneten der Region dazu auf, gegen das Gesetz zu stimmen, da die zentrale Sammlung von personenbezogenen Daten die Gefahr eines Missbrauchs mit sich bringe und das Recht der Sch&uuml;ler auf informationelle Selbstbestimmung verletze. Au&szlig;erdem w&uuml;rden pers&ouml;nliche Daten der jetzigen und auch der ehemaligen Erziehungsberechtigten gesammelt sowie Ursachen f&uuml;r Nichtversetzung, Religionsangeh&ouml;rigkeit der Eltern, bei Kindern mit Migrationshintergrund das Herkunftsland und das Jahr des Zuzugs und viele weitere nicht den Unterricht betreffende pers&ouml;nliche Daten. Diese w&uuml;rden dann an eine zentrale Datenbank weitergeleitet und bis zum sechsten Jahr nach Abschluss der Schulausbildung des Kindes gespeichert. Des Weiteren sehen die Piraten die Sicherheit der Daten kritisch, denn auch wenn der Landesdatenschutzbeauftragte Bayerns in einer Diskussion zusicherte, dass die Daten sicher seien, weil ein Missbrauch &ldquo;de jure&rdquo; nicht m&ouml;glich sei, waren nach Meinung der Piraten Daten noch nie sicher, nur weil ein Gesetz ihren Missbrauch verbiete. Dass das Rechenzentrum S&uuml;d des Landesamtes f&uuml;r Statistik, bei dem diese Daten gesammelt werden, dem Innenministerium unterstehe, mache die Nutzung der Sch&uuml;lerdaten einzig zum Zweck der Verbesserung der Bildung dabei nicht wahrscheinlicher (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.inpiraten.de\/artikel\/eine-schuelerdatenbank-um-sie-alle-zu-knechten\">Piratenpartei Ingolstadt<\/a>). Laut Aussage von Andreas Fischer, FDP, habe der jetzige vorgelegte Gesetzentwurf der Staatsregierung nichts, aber auch rein gar nichts mehr mit dem Gesetzentwurf zu tun, den die FDP im Winter 2008\/2009 gestoppt habe. Tats&auml;chlich ist der Plan einer Sch&uuml;lerdatenbank mit Sch&uuml;leridentifikationsnummer vom Tisch. Die FDP st&uuml;tzt sich darauf, dass der nun abgestimmte Gesetzentwurf von der bayerischen Datenschutzbeh&ouml;rde akzeptiert worden sei. Der Bayerische Datenschutzbeauftragte, Thomas Petri, er&ouml;rterte in einem Telefongespr&auml;ch welche datenschutzrechtlichen Bedingungen seine Beh&ouml;rde f&uuml;r die Einf&uuml;hrung einer Sch&uuml;lerdatenbank gestellt hat: <\/p><p>Zun&auml;chst wurde der Forderung der bayerischen Datenschutzbeh&ouml;rde, auf eine personenbezogene Datenverarbeitung zu verzichten, nach mehreren Gespr&auml;chen, nachgekommen. Es gibt nun auch keine zentrale Stelle mehr, die einen Zugriff auf die sensiblen Daten hat, ebenso lehnt Petri einen erweiterten Zugriff auf die pers&ouml;nlichen Daten ab. Auch das Kultusministerium kann nicht auf die Daten zugreifen, weder im Landesamt f&uuml;r Statistik noch an den Schulen. Die Sch&uuml;lerdaten d&uuml;rfen nur von autorisierten Personen (Rektor, Sekret&auml;rin) an Schulen abgerufen werden, zuvor muss ein Passwort eingegeben und jeder Zugriff protokolliert werden, damit soll jeder Missbrauch sofort auffallen. Die anonymisierten Daten werden zentral beim Statistischen Landesamt gehostet. Der im Landesamt f&uuml;r Statistik angesiedelte IT-Dienstleister &bdquo;Rechenzentrum S&uuml;d&ldquo; entspreche, so Petri, h&ouml;chsten Datenschutzanforderungen. Es werden zwar die pers&ouml;nlichen Daten von den Schulen an das Landesamt f&uuml;r Statistik geschickt, doch werden die Daten dort sofort einem technischen Prozess unterzogen, in welchem die Daten (Stammdaten und Erhebungsmerkmale) getrennt und eine Anonymisierung nach technischen Merkmalen, vorgenommen wird. Thomas Petri war im Rahmen der gesetzlichen Mitwirkung in das Gesetz eingebunden. Eine seiner zentralen Forderungen war ein pseudonymisiertes Verfahren, das so angelegt sein muss, dass keine R&uuml;ckschl&uuml;sse erm&ouml;glicht werden k&ouml;nnen, diese Forderung sei nun erf&uuml;llt. Vor allem war ihm wichtig, dass keine Bildungsverl&auml;ufe der Sch&uuml;ler erstellt werden k&ouml;nnen. Das abgestimmte Gesetz sei in &Uuml;bereinstimmung mit dem statistischen Landesgesetz. Petri legt Wert darauf, dass dies eine rein politische Entscheidung war, die Sinnhaftigkeit der Datenbank kann er nicht beurteilen, er habe das Gesetz rein datenrechtlich auf die Zul&auml;ssigkeit &uuml;berpr&uuml;ft und wird in zwei Jahren, wenn die Evaluation angesetzt ist, das Verfahren datenrechtlich genauestens pr&uuml;fen. <\/p><p>Der B&uuml;rgerwiderstand hat die Sch&uuml;lerdatenbank nicht verhindern k&ouml;nnen. Ein kleiner Trost ist zumindest, dass der Zugriff auf die Sch&uuml;lerdatenbank datenschutzkonform geregelt wurde. Doch Daten k&ouml;nnen nie hundertprozentig vor Missbrauch sicher sein, es besteht immer ein Risiko. Fachleute aus der Piratenpartei weisen darauf hin, dass Daten noch nie sicher waren, nur weil ein Gesetz ihren Missbrauch verbietet. Es ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass auch ohne pers&ouml;nliche Identifikationsnummern eine Missbrauchsgefahr besteht oder sich Hacker Zugang zur Sch&uuml;lerdatenbank verschaffen. Von Datendiebstahl einmal ganz abgesehen.<\/p><p>Von Seiten der Regierung scheinen die Gefahren der Datenspeicherung vollkommen ausgeblendet zu werden, im Vordergrund steht die Erstellung von Statistiken. Ob es &uuml;berhaupt Sinn macht eine teure Datenbank zu etablieren, die auch dauerhaft verwaltet werden muss, wird sich zeigen. Au&szlig;erdem ist die Erstellung von Statistiken eine kostspielige Angelegenheit. Nachdem sich die Vorstellungen der CSU, n&auml;mlich eine Sch&uuml;lerdatenbank zu etablieren, um R&uuml;ckschl&uuml;sse ziehen und Lebensl&auml;ufe nachvollziehen zu k&ouml;nnen, nicht durchsetzen konnten, ist die Sinnhaftigkeit des jetzigen Verfahrens ohnehin in Zweifel zu ziehen. <\/p><p>H&ouml;chst problematisch ist, dass das Gesetz  keine Einspruchsm&ouml;glichkeiten vorsieht, mit welchen die Datenweitergabe verhindert werden kann. Das verst&ouml;&szlig;t gegen rechtsstaatliche Prinzipien und widerspricht  dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Man darf gespannt sein, ob das einer gerichtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung standh&auml;lt.<br>\nDie Regierungspartein in Bayern erwecken den Eindruck als w&auml;re die mangelnde Datenerfassung eine wesentliche Ursache von Schulproblemen. Damit wird aber eher davon abgelentk, dass auch im bayerischen Bildungssystem Vieles im Argen liegt. Statt erhebliche politische Energie und Ressourcen in die Datensammlung zu investieren, w&auml;re es viel wichtiger, dass von den Akteuren der Bildung die N&ouml;te der Lehrer, Sch&uuml;ler und Eltern endlich ernst genommen w&uuml;rden und nach Abhilfe gesucht w&uuml;rde. Statt in eine Sch&uuml;lerdatenbank zu investieren, deren Nutzen zweifelhaft ist, w&auml;re das bayerische Kultusministerium besser beraten ein Schulsystem zu etablieren, das die hinreichend bekannte Benachteiligung von Kindern aus &auml;rmeren Familien und Migrantenfamilien endlich abbaut, statt &ndash; wie es en vogue ist &ndash; Eliten zu f&ouml;rdern. Chancengleichheit ist ein wichtiges Element von sozialem Wohlstand, innerer Sicherheit und innerem Frieden. Solange diese Zusammenh&auml;nge von politischer Seite nicht erkannt und vorausschauende L&ouml;sungsangebote entwickelt werden, sind Sch&uuml;lerdatenbanken bestenfalls Archive f&uuml;r das Versagen der Bildungspolitik und der nachtr&auml;glichen Erfassung des individuellen Scheiterns von Bildungslaufbahnen.<\/p><p><strong>Quelle:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;source=web&amp;ct=res&amp;cd=1&amp;ved=0CBYQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.bayern.landtag.de%2Fcps%2Frde%2Fpapp%2FSID-0A033D45-93AF45C5%2FVorgangsmappe%2Fwww%2Fservlet%2FVorgangsmappe%3Fwp%3D16%26typ%3DV%26drsnr%3D3827%26intranet%3D&amp;rct=j&amp;q=Bayerischer+Landtag+16.+Wahlperiode+Drucksache+16%2F3827&amp;ei=Ag78S5b3DN-iOLTxsIMC&amp;usg=AFQjCNERYsZRtMl4A7FxSmfPZuNL9Odrag\">Gesetzentwurf der Bayerischen Staatsregierung vom 23.02.2010, Drucksache 16\/3827 [PDF &ndash; 511 KB]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 19.05. hat der Bayerische Landtag die <a href=\"?p=4440\">umstrittene Sch&uuml;lerdatenbank<\/a> verabschiedet. Dem entsprechenden <a href=\"http:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;source=web&amp;ct=res&amp;cd=1&amp;ved=0CBYQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.bayern.landtag.de%2Fcps%2Frde%2Fpapp%2FSID-0A033D45-93AF45C5%2FVorgangsmappe%2Fwww%2Fservlet%2FVorgangsmappe%3Fwp%3D16%26typ%3DV%26drsnr%3D3827%26intranet%3D&amp;rct=j&amp;q=Bayerischer+Landtag+16.+Wahlperiode+Drucksache+16%2F3827&amp;ei=Ag78S5b3DN-iOLTxsIMC&amp;usg=AFQjCNERYsZRtMl4A7FxSmfPZuNL9Odrag\">Gesetzentwurf [PDF &ndash; 511 KB]<\/a> stimmten CSU und FDP zu; Freie W&auml;hler, SPD und Gr&uuml;ne lehnten ihn ab. Die Einf&uuml;hrung einer Sch&uuml;lerdatenbank wird von CSU und FDP mit folgender Begr&uuml;ndung gerechtfertigt: &bdquo;Das neue Verfahren soll schul&uuml;bergreifende Verwaltungsabl&auml;ufe vereinfachen, Berichtswege vereinheitlichen und<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5680\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[151],"tags":[803,850,434],"class_list":["post-5680","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildungspolitik","tag-bayern","tag-datenschutz","tag-gew"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5680","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5680"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5680\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20990,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5680\/revisions\/20990"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5680"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5680"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5680"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}