{"id":56814,"date":"2019-12-03T08:48:43","date_gmt":"2019-12-03T07:48:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56814"},"modified":"2019-12-03T11:00:40","modified_gmt":"2019-12-03T10:00:40","slug":"die-antisemitismus-vorwuerfe-haben-nur-ein-ziel-jeremy-corbyn-von-der-macht-fernzuhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56814","title":{"rendered":"Die Antisemitismus-Vorw\u00fcrfe haben nur ein Ziel: Jeremy Corbyn von der Macht fernzuhalten"},"content":{"rendered":"<p>Wer wird am 12. Dezember das Rennen in Gro&szlig;britannien machen? Boris &bdquo;get-Brexit-done&ldquo; Johnson oder Jeremy Corbyn, der mit einem radikalen Programm gegen die Kahlschlags- und Kriegspolitik der letzten Jahre antritt? <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56712\">Die aktuelle Schmutzkampagne<\/a> zeigt: Das Establishment will einen Politikwechsel mit Corbyn um jeden Preis verhindern. Mittels fingierten Antisemitismus-Vorw&uuml;rfen soll er unw&auml;hlbar gemacht werden. <strong><a href=\"https:\/\/www.jonathan-cook.net\/2019-11-27\/antisemitism-claims-have-one-goal-to-stop-jeremy-corbyn-winning-power\/\">Jonathan Cook<\/a><\/strong> r&uuml;ckt die mediale Schieflage gerade und zeigt anhand von Fakten, wie haltlos die Vorw&uuml;rfe sind und von welchen realen Rassismus-Problemen der Tory-Partei sie ablenken. &Uuml;bersetzung: <strong>Susanne Hofmann<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Die Antisemitismus-Vorw&uuml;rfe haben nur ein Ziel: Jeremy Corbyn von der Macht fernzuhalten<\/strong><\/p><p><em>Die Entfremdung der j&uuml;dischen Gemeinde von der Labour-Partei ist seit Jahren im Gange &ndash; es sind aber Johnsons Konservative, die sich der Feindseligkeit gegen&uuml;ber Minderheiten verschrieben haben<\/em><\/p><p>Eine angebliche Antisemitismus-Krise in Gro&szlig;britanniens Labour-Partei, seit Jeremy Corbyn den Parteivorsitz &uuml;bernommen hat, macht sich wieder in den Schlagzeilen breit.<\/p><p>Diesmal wird kaum mehr der Versuch unternommen zu verbergen, dass die Vorw&uuml;rfe damit zu tun haben, dass die &bdquo;Gefahr&ldquo; besteht, Corbyn k&ouml;nne bald an die Macht gelangen, jetzt wo Gro&szlig;britannien auf die Wahlen (&hellip;) zusteuert.<\/p><p>Diese Woche erhob auch Gro&szlig;britanniens Chefrabbiner Ephraim Mirvis <a href=\"https:\/\/www.thejc.com\/news\/uk-news\/chief-rabbi-launches-unprecedented-attack-on-mendacious-corbyn-over-jew-hate-1.493585\">seine Stimme<\/a>, um in der &bdquo;Times&ldquo; zu behaupten, der Oppositionsf&uuml;hrer sei &bdquo;untauglich f&uuml;r ein hohes Amt&ldquo;. Es ist das erste Mal, dass ein amtierender Chefrabbiner je versucht hat, in eine Wahl einzugreifen. Er nannte Corbyn &bdquo;verlogen&ldquo;, warnte, der Wahlausgang w&uuml;rde als Ma&szlig; f&uuml;r Gro&szlig;britanniens &bdquo;moralischen Kompass&ldquo; dienen, und dr&auml;ngte die &Ouml;ffentlichkeit dazu, &ldquo;mit ihrem Gewissen zu w&auml;hlen&ldquo;. <\/p><p>Seine Einmischung folgte auf einen <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2019\/nov\/14\/concerns-about-antisemitism-mean-we-cannot-vote-labour\">Brief an den Guardian<\/a>, der von einer Handvoll &ouml;ffentlicher Personen unterzeichnet war, darunter John Le Carre, Fay Weldon, Simon Callow und Joanna Lumley, in dem sie die W&auml;hler dazu dr&auml;ngten, am 12. Dezember gegen Labour zu stimmen. Sie schreiben:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die kommenden Wahlen sind f&uuml;r alle W&auml;hler bedeutsam, doch f&uuml;r die britischen Juden sind sie mit einer besonderen Angst besetzt: die Aussicht auf einen Premierminister, der mit Antisemitismus in Verbindung gebracht wird.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Sie riefen die W&auml;hler dazu auf, den Bedenken der j&uuml;dischen Gemeinschaft Geh&ouml;r zu schenken und diesen Bedenken Vorrang einzur&auml;umen vor der Wahrscheinlichkeit, dass die  Konservativen nach einem Wahlsieg ihre Austerit&auml;tspolitik fortsetzen und einen harten Brexit durchziehen w&uuml;rden, und setzten hinzu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Welche andere Gruppe in der Gesellschaft hat derartige Bedenken? Wer w&auml;re der n&auml;chste?&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>&lsquo;Auswanderungspl&auml;ne&rsquo;<\/strong><\/p><p>In ihren Bemerkungen klingen die Worte Jonathan Romains nach, einem f&uuml;hrenden Rabbiner in Maidenhead, dem Wahlkreis der k&uuml;rzlich zur&uuml;ckgetretenen Parteichefin der Konservativen, Theresa May. K&uuml;rzlich <a href=\"https:\/\/www.dailymail.co.uk\/debate\/article-7666529\/Rabbi-Jonathan-Romain-makes-heartfelt-plea-not-Jeremy-Corbyn-No10.html\">bat<\/a> Romain j&uuml;dische W&auml;hler, sich f&uuml;r gleich wen zu entscheiden, nur nicht f&uuml;r den Labour-Kandidaten, da Corbyn &bdquo;eine derartige Bedrohung f&uuml;r Gro&szlig;britanniens Juden darstellt&ldquo;.<\/p><p>Wie viele andere, die diesen Vorwurf erhoben, &uuml;berlie&szlig; es Romain seinen Lesern, sich zusammenzureimen, worin denn diese angebliche &bdquo;Bedrohung&ldquo; bestehe. Doch als Hilfestellung bezog er sich immer wieder auf den Kampf gegen Hitler und die Nazis sowie den Kindertransport, der viele Tausende j&uuml;discher Kinder vor den Todeslagern bewahrte, indem sie nach Gro&szlig;britannien gebracht wurden.<\/p><p>Unterdessen nutzte der Herausgeber des Jewish Chronicle, Stephen Pollard, der in seiner Laufbahn vorwiegend f&uuml;r rechte Boulevardbl&auml;tter gearbeitet hat, die Titelseite seiner Zeitung dazu, die Leser &ndash; einmal mehr &ndash; vor der Corbyn-Bedrohung zu <a href=\"https:\/\/www.thejc.com\/comment\/leaders\/to-all-our-fellow-british-citizens-1.491812\">warnen<\/a>. Er zitierte eine Umfrage aus dem Oktober, laut der 87 Prozent der britischen Juden Corbyn f&uuml;r einen Antisemiten hielten. Rund 47 Prozent gaben an, sie w&uuml;rden &bdquo;ernsthaft erw&auml;gen&ldquo; auszuwandern, sollte er zum Premierminister gew&auml;hlt werden.<\/p><p><strong>Beweise &ndash; Nebensache<\/strong><\/p><p>Die Umfrage wird weithin als weiterer, unwiderlegbarer Beweis daf&uuml;r herangezogen, dass Labour unter den Augen Corbyns &bdquo;institutionell antisemitisch&ldquo; geworden sei. Alle Beweise deuten in eine andere Richtung, doch Fakten z&auml;hlen wenig in einer Debatte, die vor allem von Emotionen und Unterstellungen angetrieben wird.<\/p><p>Vor einem Monat ver&ouml;ffentlichte der Economist, kein Freund Corbyns und der Labour-Party, <a href=\"https:\/\/www.economist.com\/graphic-detail\/2019\/10\/12\/drawing-the-line-between-anti-semitism-and-criticism-of-israel\">eine Studie<\/a> zur Einstellung der Briten gegen&uuml;ber Israel und Juden und zwar aufgeschl&uuml;sselt nach ideologischen Lagern.<\/p><p>Sie fand heraus, dass W&auml;hler aus dem &bdquo;sehr linken Spektrum&ldquo; &ndash; die Menschen, die Corbyns Politik bef&uuml;rworten &ndash; zu denjenigen z&auml;hlen, die <a href=\"https:\/\/www.jewishvoiceforlabour.org.uk\/article\/criticism-of-israel-and-antisemitism-shades-of-prejudice\/\">am seltensten<\/a> antisemitische Ansichten vertreten, wenngleich sie Israel bei weitem am kritischsten sahen. Dagegen &auml;u&szlig;erten Anh&auml;nger der Rechten dreieinhalb Mal so oft antisemitische Meinungen. Die Mitte, die die Liberal Democrats und der Fl&uuml;gel der Blair-Anh&auml;nger in der Labour-Partei repr&auml;sentieren, &auml;u&szlig;erte sich kaum antisemitisch, kritisierte aber auch selten Israel.<\/p><p>Die Forschungsergebnisse waren klar: Die Linke ist nicht nur in h&ouml;chstem Ma&szlig;e resistent gegen&uuml;ber Antisemitismus, sondern erkennt die von Israel begangenen Verbrechen, ohne Juden daf&uuml;r verantwortlich zu machen. Die Studie des Economist <a href=\"https:\/\/www.jewishvoiceforlabour.org.uk\/article\/antisemitism-no-justification-for-singling-out-labour\/\">best&auml;tigte<\/a> die Aufzeichnungen der Labour-Partei, wonach Beispiele von Antisemitismus unter ihren 500.000 Mitgliedern selten waren und zwar nur 0,08 Prozent der Mitglieder betrafen.<\/p><p><strong>Der Einfluss der Medien<\/strong><\/p><p>Die Befunde wurden dennoch von der neuen Studie &uuml;berschattet, die nahelegte, dass gro&szlig;e Teile der j&uuml;dischen Gemeinde Corbyns Labour-Partei als von Antisemitismus heimgesucht ansehen. Wer will schlie&szlig;lich den britischen Juden verklickern, dass sie nicht imstande sind, einen Antisemiten zu erkennen, wenn sie ihn vor sich haben?<\/p><p>Doch wie bei einem Gem&auml;lde eines alten Meisters haben sich Schichten von Dreck und Staub angesetzt, die man entfernen muss, ehe man das wahre Bild erkennen kann.<\/p><p>Tats&auml;chlich ist das Bild, das die meisten britischen Juden von Corbyn haben, ein von den Medien vermitteltes &ndash; Medien, die die Aussichten von Labour kaum unvoreingenommen beurteilen. Sie geh&ouml;ren gro&szlig;en Unternehmen, die die Medien auch kontrollieren und die seit Jahrzehnten von dem Fundamentalismus des freien Marktes profitieren, den Labour nun zu st&uuml;rzen droht.<\/p><p>Jeder, der bezweifelt, dass die Medien Einfluss auf die &ouml;ffentliche Meinung haben, sollte an ihre Rolle bei einem seltsamen Ph&auml;nomen bei Wahlen denken, das Wahlforscher vor langem ausgemacht haben. Viele W&auml;hler, die der Arbeiterklasse angeh&ouml;ren, ziehen eine konservative Regierung vor, obwohl doch klar sein sollte, dass sie ihren eigenen Interessen dadurch schaden.<\/p><p>Unternehmen greifen nicht ohne Grund bereitwillig Zeitungen unter die Arme, die Verluste schreiben &ndash; und zwar nicht aus Sorge um das soziale Wohlergehen der Gesellschaft. Vielmehr geht es darum, ein Meinungsklima zu st&uuml;tzen, in dem ihr Recht, Geld zu verdienen, nicht behindert wird.<\/p><p><strong>Andere j&uuml;dische Stimmen<\/strong><\/p><p>Ganz im Gegensatz zum fabrizierten Konsens in den Medien, was Corbyn betrifft, erinnerte ein Interview mit John Bercow, dem fr&uuml;heren Speaker im Unterhaus, daran, dass es auch andere Stimmen innerhalb der j&uuml;dischen Gemeinde gibt. Nach 22 Jahren, die er Seite an Seite mit Corbyn dem Parlament gedient hat, machte Bercow <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SVcWo-W60lU&amp;feature=emb_title\">folgende Bemerkung<\/a> &uuml;ber den Labour-Chef: &bdquo;Niemals habe ich auch nur einen Hauch von Antisemitismus in ihm entdeckt.&ldquo; Genauso wenig, f&uuml;gte er hinzu, bei der Labour-Party.<\/p><p>Es gibt jedoch gute Gr&uuml;nde, weshalb Juden z&ouml;gern m&ouml;gen, ihre Stimme f&uuml;r Corbyn zu erheben.<\/p><p>Letzten April wurde die j&uuml;dische Schauspielerin Miriam Margolyes des Antisemitismus <a href=\"https:\/\/antisemitism.uk\/radio-times-publishes-miriam-margolyes-claims-that-antisemitism-in-labour-is-exaggerated-to-stop-corbyn-from-being-prime-minister\/\">beschuldigt<\/a>, nachdem sie vorgebracht hatte, dass die Antisemitismus-Beschwerden gegen die Labour-Partei &uuml;bertrieben w&uuml;rden, um Corbyn davon abzuhalten, Premierminister zu werden. Es ist bezeichnend daf&uuml;r, wie die Medien das Meinungsklima gegen Corbyn erzeugen, dass sich f&uuml;r einen Brief prominenter Juden und &ouml;ffentlicher Personen, die sich f&uuml;r Corbyn einsetzen &ndash; darunter Mark Ruffalo, Steve Coogan und Mike Leigh &ndash; nur <a href=\"https:\/\/www.nme.com\/news\/music\/new-letter-supporting-jeremy-corbyn-2574649\">ein Pl&auml;tzchen<\/a> im New Musical Express finden lie&szlig;.<\/p><p><strong>Anti-Rassismus-Aktivist<\/strong><\/p><p>Corbyn k&auml;mpft seit Jahrzehnten als einer der entschiedensten und sichtbarsten Aktivisten im Parlament gegen Rassismus. In der Tat beruht die aktuelle Antisemitismus-&bdquo;Krise&ldquo; in seiner eigenen Partei auf seiner langj&auml;hrigen und offenen Unterst&uuml;tzung unterdr&uuml;ckter ethnischer und nationaler Minderheiten. <\/p><p>Corbyn ist seit langem ein f&uuml;hrender Verfechter des pal&auml;stinensischen Anliegens und fordert ein Ende der kriegerischen Besatzung durch Israel, die seit &uuml;ber einem halben Jahrhundert andauert, die Pal&auml;stinenser unterdr&uuml;ckt und einen eindeutigen V&ouml;lkerrechtsbruch darstellt.<\/p><p>Schon seit langem hat ihn sein Aktivismus bei vielen anderen Labour-Abgeordneten, Juden und Nicht-Juden, unbeliebt gemacht, die Mitglieder der Lobby &bdquo;Labour Friends of Israel&ldquo; (LFI) sind. Sie <a href=\"https:\/\/www.lfi.org.uk\/in-parliament\/\">stehen ganz und gar<\/a> hinter Israel.<\/p><p>LFI ist eine der vielen Organisationen, die die Labour-Partei an Israel binden. Sie alle sind anachronistisch, &Uuml;berbleibsel einer Zeit, in der die britische Linke Israel als Zufluchtsst&auml;tte f&uuml;r Juden ansah, die vor einer langen Geschichte der Verfolgung in Europa flohen.<\/p><p>Doch diese Labour-Lobbygruppen sind auch ein Abbild des schwelenden europ&auml;ischen Rassismus. Sie sind nur zu willig, das Erbe der Schaffung Israels zu &uuml;bersehen &ndash; das massenhafte Leiden der Pal&auml;stinenser, die von einer brutalen israelischen Armee beherrscht werden, die niemandem Rechenschaft gibt.<\/p><p>Die Pal&auml;stinenser, nicht die Europ&auml;er, mussten Europas Rassismus gegen&uuml;ber dem j&uuml;dischen Volk entgelten. Corbyn erkennt diese historische Tatsache an. Die meisten seiner Kollegen im Parlament weigern sich, das zu sehen. Einige ver&uuml;beln ihm wom&ouml;glich, dass er ihre Scheinheiligkeit und ihren gedankenlosen Rassismus gegen&uuml;ber den Pal&auml;stinensern herausstellt.<\/p><p><strong>Der unbeliebte Miliband<\/strong><\/p><p>Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass es nichts Neues ist, dass viele in der j&uuml;dischen Gemeinde der Labour-Partei mit Abneigung begegnen, und zwar schon lange, ehe Corbyn die Partei f&uuml;hrte. In dieser Hinsicht besonders vielsagend war die Unbeliebtheit von Corbyns Vorg&auml;nger Ed Miliband, der selbst Jude ist, bei der j&uuml;dischen Bev&ouml;lkerung.<\/p><p>Eine Umfrage des Jewish Chronicle von Anfang 2015 <a href=\"https:\/\/www.thejc.com\/news\/uk-news\/huge-majority-of-british-jews-will-vote-tory-jc-poll-reveals-1.66001\">ergab<\/a>, dass nur 22 Prozent der Juden die Absicht hatten, f&uuml;r Labour unter dem Parteichef Miliband zu stimmen &ndash; gegen&uuml;ber 69 Prozent, die die Konservativen unterst&uuml;tzten.<\/p><p>Au&szlig;erdem kam auf f&uuml;nf britische Juden, die Tory-Chef Cameron f&uuml;r gut f&uuml;r ihre Gemeinde hielten, nur einer auf Miliband. Die Beweggr&uuml;nde vieler lassen sich an ihrer Antwort auf eine weitere Frage ablesen: 73 Prozent der Befragten sagten, die Einstellung der Partei gegen&uuml;ber Israel und dem Nahen Osten sei f&uuml;r ihre Wahlentscheidung &bdquo;sehr&ldquo; oder &bdquo;ziemlich&ldquo; wichtig.<\/p><p>Eine Umfrage, die einige Wochen zuvor durchgef&uuml;hrt wurde, <a href=\"https:\/\/www.thejc.com\/news\/uk-news\/huge-majority-of-british-jews-will-vote-tory-jc-poll-reveals-1.66001\">hatte festgestellt<\/a>, dass die &uuml;berwiegende Mehrheit der Briten die Tatsache, dass Miliband ein Jude war, als irrelevant f&uuml;r ihre Wahl betrachteten. Paradoxerweise waren es britische Juden, die Miliband in Bezug auf seine j&uuml;dische Identit&auml;t weitgehend negativ sahen.<\/p><p><strong>&sbquo;Keine Leidenschaft&lsquo; f&uuml;r Israel<\/strong><\/p><p>Man machte Miliband nicht Antisemitismus zum Vorwurf &ndash; das h&auml;tte vielleicht etwas zu unwahrscheinlich gewirkt &ndash; doch eine bedeutende Anzahl Mitglieder der j&uuml;dischen Gemeinde legte ihm zur Last, kein ausgesprochener F&uuml;rsprecher von Israel zu sein. So brachte er viele <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/ed-miliband-has-a-very-jewish-problem\/\">gegen sich<\/a> auf, als er Israel daf&uuml;r kritisierte, 2014 den abgeschotteten Gazastreifen anzugreifen, wobei mehr als 2200 Pal&auml;stinenser get&ouml;tet wurden, darunter 550 Kinder. <\/p><p>Der Jewish Chronicle beschrieb auch, wie Milibands Ruf bei vielen britischen Juden dadurch <a href=\"https:\/\/www.thejc.com\/news\/uk-news\/huge-majority-of-british-jews-will-vote-tory-jc-poll-reveals-1.66001\">besch&auml;digt<\/a> wurde, dass er sich im selben Jahr f&uuml;r unverbindliche Gesetze einsetzte, die das Vereinigte K&ouml;nigreich auffordern, Pal&auml;stina als Staat anzuerkennen. <\/p><p>Die israelische Zeitung Haaretz <a href=\"https:\/\/www.haaretz.com\/opinion\/.premium-limits-of-milibands-loyalty-to-the-jews-1.5358274\">beobachtete<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Britischen Juden stellt sich die beunruhigende Frage: Ist Miliband j&uuml;disch genug? Ist er dem Volksstamm gegen&uuml;ber loyal? &hellip; Die Tatsache, dass britische Juden ihm so wenig Vertrauen entgegenbringen, r&uuml;hrt vor allem daher, dass er Israel gegen&uuml;ber so wenig Leidenschaft an den Tag legt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dies wurde im M&auml;rz 2015 bei einem Spendendinner des Community Security Trust deutlich, einer f&uuml;hrenden j&uuml;dischen Organisation. Das Publikum <a href=\"https:\/\/www.spectator.co.uk\/2015\/04\/how-ed-miliband-lost-the-jewish-vote\/\">buhte laut<\/a>, als ein Video mit Miliband gezeigt wurde. <\/p><p><strong>Lipman wechselt zu den Tories<\/strong><\/p><p>Eine andere beliebte j&uuml;dische Schauspielerin, Maureen Lipman, dr&uuml;ckte die Stimmung vieler britischer Juden aus. Sie war von Miliband so entsetzt, dass sie der Labour-Partei nach f&uuml;nf Jahrzehnten der Unterst&uuml;tzung den R&uuml;cken kehrte und das mit den Worten <a href=\"https:\/\/www.independent.co.uk\/news\/uk\/politics\/maureen-lipman-says-she-cant-vote-labour-while-ed-miliband-is-leader-9827294.html\">kommentierte<\/a>, er habe gezeigt, dass es &bdquo;ein Gesetz f&uuml;r die Israelis und ein anderes f&uuml;r den Rest der Welt&ldquo; gebe.<\/p><p>Vor der Wahl 2015 dr&auml;ngte Lipman andere Juden dazu, f&uuml;r jede andere Partei, nur nicht f&uuml;r Labour zu stimmen, um Miliband als ersten j&uuml;dischen Premierminister Gro&szlig;britanniens in mehr als 130 Jahren zu verhindern. Vielleicht z&auml;hlte Lipman auf das kollektive Vergessen der britischen W&auml;hler, als sie letztes Jahr den gleichen Trick anwandte und diesmal <a href=\"https:\/\/www.mirror.co.uk\/news\/politics\/maureen-lipman-says-corbyn-made-12329757\">nahelegte<\/a>, es sei Corbyn, der sie den Tories in die Arme getrieben h&auml;tte.<\/p><p>Nun schaltete sie eine Spa&szlig;-Anzeige f&uuml;r Beattie, eine Figur, die seit den 1980ern mit ihr assoziiert wird, und bat W&auml;hler eindringlich, Corbyn oder Labour nicht zu unterst&uuml;tzen. Das Video wurde von der Mail und der Sun kr&auml;ftig beworben, letztere nannte es eine <a href=\"https:\/\/www.thesun.co.uk\/news\/10397410\/maureen-lipman-attack-corbyn\/\">&bdquo;heftige Attacke&ldquo;<\/a>.<\/p><p><strong>Landesweite Echokammer<\/strong><\/p><p>Corbyns demokratischer Sozialismus ist der erste ernsthafte Versuch der Labour-Partei seit den Thatcher-Jahren, die riesigen und unabl&auml;ssigen &ouml;konomischen Gewinne, die die herrschende Konzernklasse Gro&szlig;britanniens eingestrichen hat, r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Und Corbyns weit entschiedeneres Eintreten f&uuml;r die Rechte der Pal&auml;stinenser &ndash; genauso wie seine Unterst&uuml;tzung der schwarzen S&uuml;dafrikaner unter der Apartheid-Herrschaft &ndash; ist f&uuml;r den Chef einer gro&szlig;en britischen Partei beispiellos.<\/p><p>Das macht ihn besonders angreifbar &ndash; sowohl f&uuml;r die Medien, die sich im Besitz von Milliard&auml;ren befinden und sich wegen seiner Wirtschaftspolitik sorgten, als auch f&uuml;r Lobbyisten in Israel, die dar&uuml;ber besorgt waren, wohin er die britische Au&szlig;enpolitik gegen&uuml;ber Israel f&uuml;hren k&ouml;nnte.<\/p><p>Beide sehen im Antisemitismus eine wirksame Waffe, um Corbyn zu schaden &ndash; und das liegt sowohl daran, dass der Antisemitismus ein schweres Verbrechen ist und es angesichts der absichtlichen Unsch&auml;rfe der Bedeutung von Antisemitismus schwierig ist, solche Vorw&uuml;rfe zur&uuml;ckzuweisen, seit er zum Labour-Chef gew&auml;hlt wurde. <\/p><p>Die wichtigsten Lobbygruppen f&uuml;r Israel in der Labour-Partei, von der LFI zum Jewish Labour Movement, haben mit aller Kraft <a href=\"https:\/\/www.middleeasteye.net\/news\/israels-hand-behind-attacks-jeremy-corbyn\">darauf gedrungen<\/a>, dass die Labour-Partei ihre Regularien bez&uuml;glich Antisemitismus &auml;nderte. Letztes Jahr sah sich die Partei dazu gezwungen, eine h&ouml;chst <a href=\"https:\/\/www.lrb.co.uk\/v39\/n09\/stephen-sedley\/defining-anti-semitism\">umstrittene Definition<\/a> zu &uuml;bernehmen, die aus der Feder der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) stammt. So wurde der Fokus vom Hass auf Juden zu Kritik an Israel verschoben.<\/p><p>Angesichts des medialen Konsenses &uuml;ber Corbyns angebliches Antisemitismus-Problem war es unausweichlich, dass ein erheblicher Anteil britischer Juden zustimmen w&uuml;rde, dass Labour wirklich antisemitisch ist. Schlie&szlig;lich leben sie seit ann&auml;hernd vier Jahren in einer landesweiten Echokammer.<\/p><p><strong>Eine erweiterte Definition<\/strong><\/p><p>Im Gegensatz zu Miliband hat Corbyn nat&uuml;rlich keine ethnische Karte, die er zu seiner Verteidigung ausspielen k&ouml;nnte. Und so ist er den Angriffen schutzlos ausgeliefert. Und seitdem Antisemitismus durch Labours &Uuml;bernahme des IHRA-Kodex neu definiert wurde, wurde Corbyns jahrzehntelanger Einsatz f&uuml;r Gerechtigkeit f&uuml;r die Pal&auml;stinenser flugs mit Antisemitismus vermischt. Sie erlaubt seinen Kritikern seinen Anti-Rassismus-Aktivismus als Nachweis seines Rassismus umzudeuten.<\/p><p>Zudem wird Corbyns offene Kritik an Israel von jenen britischen Juden, die Israel als zentralen Identifikationspunkt sehen, als Angriff empfunden. Viele haben nur allzu bereitwillig die Behauptungen aufgenommen, dass Corbyns Einsatz f&uuml;r Gerechtigkeit gegen&uuml;ber den Pal&auml;stinensern nicht in Prinzipien, sondern in Antisemitismus wurzelt.<\/p><p>Das l&auml;cherliche Ausma&szlig;, in dem seine Gegner &ndash; ob in der pro-israelischen Lobby oder in den Medien &ndash; bereit waren, die Bedeutung von Antisemitismus b&ouml;swillig zu erweitern, um Corbyn Schaden zuzuf&uuml;gen, zeigt sich in der Reaktion auf seine Wirtschaftsplattform.<\/p><p>Labours Geschichte wurzelt im Sozialismus, auf Verteilungspolitik, Arbeiterrechten und darauf, die Profite kapitalistischen Klasse, die zulasten der Allgemeinheit gehen, einzud&auml;mmen. Doch jetzt wird Corbyns Kritik an jenen, die Arbeiter ausbeuten, ein riesiges Verm&ouml;gen anh&auml;ufen oder es im Ausland verstecken, wo es nicht besteuert werden kann, auch als antisemitisch <a href=\"https:\/\/www.newstatesman.com\/politics\/uk\/2018\/03\/combat-left-anti-semitism-corbynism-must-change-way-it-sees-world\">gebrandmarkt<\/a>.<\/p><p><strong>Entlarvende Vorurteile<\/strong><\/p><p>Seine Kritiker nehmen an &ndash; und offenbaren damit weniger seine denn ihre eigenen Vorurteile &ndash; dass Corbyn sich auf &bdquo;Juden&ldquo; bezieht, wenn er von Bankern, Kapitalisten, einer Konzern-Elite oder dem Establishment spricht. Mit dieser Deutung hat Pollard, der Herausgeber des Jewish Chronicle, versuchsweise den Anfang gemacht, doch inzwischen ist sie Allgemeingut geworden.<\/p><p>Zum 10. Jahrestag des Finanz-Crashs im letzten Jahr warnte Corbyn, er w&uuml;rde jene zur Rechenschaft ziehen, die die westlichen &Ouml;konomien beinahe ruiniert h&auml;tten, indem sie ein riesiges Schneeballsystem schufen, das die Schulden neu verpackte. Er twitterte:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Leute, die das verursacht haben, nennen mich eine Bedrohung. Sie haben recht.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Pollard <a href=\"https:\/\/twitter.com\/stephenpollard\/status\/1041072254929580041\">antwortete<\/a>: &ldquo;Das ist ein &sbquo;zwinker, zwinker, ihr wisst ja, von wem ich rede, nicht wahr?&lsquo; Und ja, wei&szlig; ich. Es ist entsetzlich.&rdquo; Wie der Schriftsteller David Rosenberg <a href=\"https:\/\/twitter.com\/davidjrosenberg\/status\/1041109201416867840\">bemerkte<\/a>: &ldquo;Stephen Pollard und Jeremy Corbyn. Einer von ihnen glaubt anscheinend, alle Banker seien Juden. Kleiner Tipp: Es ist nicht Jeremy Corbyn.&ldquo;<\/p><p>Die Tatsache, dass so viele Juden Corbyn und seine Partei jetzt f&uuml;r antisemitisch halten, beweist nicht, dass das tats&auml;chlich zutrifft &ndash; ebenso wenig wie die Tatsache, dass Teile der Arbeiterklasse die Tories w&auml;hlen, bedeutet, dass die Partei auch ihre Interessen vertreten wird.<\/p><p><strong>Ma&szlig;los &uuml;berzogene Zahlen<\/strong><\/p><p>Juden sind genauso empf&auml;nglich wie alle anderen f&uuml;r Medienpropaganda und fabrizierte &bdquo;moralische Panik&ldquo;. Und angesichts ihrer berechtigten &Auml;ngste vor einem Wiederaufflammen des Antisemitismus sind sie wahrscheinlich noch offener f&uuml;r Manipulation durch Medien, die es darauf angelegt haben, Corbyns Weg an die Macht zu blockieren.<\/p><p>Wie effektiv diese Kampagne au&szlig;erhalb der j&uuml;dischen Gemeinde ist, macht ein neues Buch deutlich: <em>Bad News for Labour<\/em>.<\/p><p>Die Wissenschaftler Greg Philo und Mike Berry haben dargelegt, mit welch erstaunlicher Macht h&ouml;chst aufgebl&auml;hter Anschuldigungen gegen die Labour-Partei die Medien die britische &Ouml;ffentlichkeit t&auml;uschen wollten. Genauso betroffen sind die Mitglieder der Labour-Partei, selbst wenn die Behauptungen der Medien ihrer eigenen direkten Erfahrung widersprechen.<\/p><p>Eine ihrer Studien f&uuml;r das Buch zeigt, dass die Befragten im Schnitt sch&auml;tzten, dass 34 Prozent der Labour-Mitglieder des Antisemitismus bezichtigt wurden.<\/p><p>Dieser Prozentsatz ist mehr als 300 Mal so gro&szlig; wie die tats&auml;chliche Zahl.<\/p><p>Befragt dazu, wie sie auf einen derart hohen Prozentsatz gekommen seien, verwiesen viele auf das Ausma&szlig; der Medienberichterstattung. Wie Philo in einem Interview <a href=\"https:\/\/www.jacobinmag.com\/2019\/10\/labour-party-antisemitism-claims-jeremy-corbyn\">bemerkte<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ein wiederkehrendes Thema in ihren Antworten war der Eindruck, dass sich der Antisemitismus angesichts der &ouml;ffentlichen Aufmerksamkeit, die dem Thema gewidmet wurde, in einem gro&szlig;en Ma&szlig;stab bewegen m&uuml;sse &ndash; das schiere Ausma&szlig; an Wirbel und Medienberichten und die Geldsummen, die in die Ergr&uuml;ndung des Themas gesteckt wurden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Einseitige Sendung<\/strong><\/p><p>Die Befragten waren, so Philo, durch Schlagzeilen wie &bdquo;Corbyns antisemitische Armee&ldquo; oder Beschreibungen von Labour als &bdquo;durchsetzt mit Antisemiten&ldquo; beeinflusst worden. Er wies auch auf die Rolle der BBC, die weithin Vertrauen genie&szlig;t, bei der Verst&auml;rkung der irref&uuml;hrenden Berichterstattung hin.<\/p><p>K&uuml;rzlich pr&auml;sentierte die Panorama-Sendung der BBC unter dem Titel &bdquo;Ist Labour antisemitisch?&ldquo; 17 ehemalige Labour-Mitarbeiter, die die von Corbyn gef&uuml;hrte Partei angriffen. Doch die Sendungsmacher haben <a href=\"https:\/\/www.middleeasteye.net\/opinion\/panoramas-hatchet-job-labour-antisemitism-bbc-has-become-pro-tory-media\">vers&auml;umt zu sagen<\/a>, wer diese Kritiker waren. Viele von ihnen waren tats&auml;chlich Israel-Lobbyisten &ndash; einer von ihnen war gar ein ehemaliger Angestellter der israelischen Botschaft in London.<\/p><p>In der Sendung kam nur eine Person vor, die auf die Vorw&uuml;rfe reagierte, keine einzige der <a href=\"https:\/\/www.jewishvoiceforlabour.org.uk\/\">vielen j&uuml;dischen Stimmen<\/a> in der Labour-Partei, die Corbyn verteidigen, wurde geh&ouml;rt. Philo beobachtete, dass sowohl die BBC als auch der Guardian, zwei Medien, die oft als Gegengewicht zur rechtsgerichteten Presse gesehen werden, wiederholt vers&auml;umt hatten, den Beweis zu erbringen, dass Labour wirklich ein Antisemitismusproblem hatte.<\/p><p>&ldquo;Das ist eine wichtige Quelle ihrer Macht &ndash; sie k&ouml;nnen Stillschweigen verf&uuml;gen und sich einfach weigern, &uuml;ber ihre eigene Rolle zu diskutieren&rdquo;, so sein Schluss. Angesichts des gegenw&auml;rtigen Klimas war es nicht &uuml;berraschend, dass das Bad-News-Buch selbst wegen Antisemitismus unter Beschuss geriet, weil es das Antisemitismus-Narrativ der Medien in Frage stellte. Eine Buchvorstellung in Brighton musste nach einer Flut Beschimpfungen durch Corbyn-Gegner <a href=\"https:\/\/www.plutobooks.com\/blog\/bad-news-for-labour-boycotts-book-launches-and-abuse\/\">abgesagt<\/a> werden. <\/p><p><strong>Wachsender Judenhass der Rechten<\/strong><\/p><p>Die vielleicht gr&ouml;&szlig;te Ironie der gegenw&auml;rtigen Aufrufe von j&uuml;dischen F&uuml;hrungsfiguren und Pers&ouml;nlichkeiten des &ouml;ffentlichen Lebens, gegen Labour zu stimmen, besteht darin, dass der einzig m&ouml;gliche Nutznie&szlig;er die Konservative Partei sein wird, angef&uuml;hrt von Boris Johnson, der f&uuml;r seinen <a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/boris-johnson-record-sexist-homophobic-and-racist-comments-bumboys-piccaninnies-2019-6?r=US&amp;IR=T\">kalkulierten Rassismus<\/a> bekannt ist.<\/p><p>Die Tories sind in den letzten Jahren unabl&auml;ssig nach rechts ger&uuml;ckt und <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/uk-news\/2018\/aug\/27\/hostile-environment-anatomy-of-a-policy-disaster\">setzen<\/a> nun auf eine Politik der &ldquo;feindseligen Umwelt&ldquo; f&uuml;r Immigranten und ethnische Minderheiten.<\/p><p>Nachdem die Medien jahrelang gleichg&uuml;ltig weggeschaut haben, sind endlich erste Zeichen zu erkennen, dass die Konservativen nun wegen der Islamophobie, die schon lange in den Reihen der Partei grassiert, vielleicht zumindest <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2019\/nov\/12\/revealed-conservative-councillors-islamophobic-social-media\">unter eingeschr&auml;nkte Beobachtung<\/a> kommen. <\/p><p>Zun&auml;chst scheint Islamophobie unter den Konservativen viel tiefer verankert und <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/uk-politics-48912065\">weiterverbreitet<\/a> als Antisemitismus bei Labour. Genauso wichtig und nahezu vollst&auml;ndig ausgeblendet ist die Tatsache, dass auch der Antisemitismus bei der Rechten ein gr&ouml;&szlig;eres Problem als auf der Linken ist. Das hat die Studie des Economist deutlich hervorgehoben.<\/p><p>Sie erinnern sich: Die Befragten auf der rechten Seite des politischen Spektrums dr&uuml;ckten dreieinhalb Mal so h&auml;ufig Hass gegen&uuml;ber Juden aus als die Linken.<\/p><p>Dies spiegelt das aktuelle Aufkommen wei&szlig;er nationalistischer Bewegungen in westlichen Gesellschaften wider, die Juden verleumden oder ihnen mit physischer Gewalt begegnen.<\/p><p>Britische Juden sind &uuml;berzeugt worden, dass sie von einer Labour-Regierung etwas zu bef&uuml;rchten haben, weil Corbyn Israel seit langem kritisiert. Alle Tatsachen deuten jedoch darauf hin, dass sie weitaus mehr Angst vor dem Wiedererwachen einer traditionellen rechten Bigotterie gegen&uuml;ber Juden haben sollten.<\/p><p>M&ouml;glicherweise haben die Medien und die Israel-Lobby die britischen Juden und viele andere erfolgreich f&uuml;r ihre eigenn&uuml;tzige Kampagne rekrutiert, um Corbyn davon abzuhalten, Premierminister zu werden. Aber letzten Endes droht die j&uuml;dische Gemeinde von Gro&szlig;britanniens wachsender &bdquo;feindseligen Umwelt&ldquo; verschlungen zu werden, wenn die Konservativen an der Macht bleiben und weiterhin ungehindert nach rechts driften d&uuml;rfen.<\/p><p>Titelbild: Karl Nesh\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer wird am 12. Dezember das Rennen in Gro&szlig;britannien machen? Boris &bdquo;get-Brexit-done&ldquo; Johnson oder Jeremy Corbyn, der mit einem radikalen Programm gegen die Kahlschlags- und Kriegspolitik der letzten Jahre antritt? <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56712\">Die aktuelle Schmutzkampagne<\/a> zeigt: Das Establishment will einen Politikwechsel mit Corbyn um jeden Preis verhindern. Mittels fingierten Antisemitismus-Vorw&uuml;rfen soll er unw&auml;hlbar gemacht werden. <strong><a<\/strong><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56814\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":56815,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[88,123,11,190],"tags":[1561,2544,469,1557,1544,2252,1560,303],"class_list":["post-56814","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-antisemitismus","category-kampagnentarnworteneusprech","category-strategien-der-meinungsmache","category-wahlen","tag-corbyn-jeremy","tag-echokammer","tag-grossbritannien","tag-israel","tag-kampagnenjournalismus","tag-klassenkampf","tag-labour-party","tag-palaestina"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/shutterstock_1395383855.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56814","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=56814"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56814\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":56822,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/56814\/revisions\/56822"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/56815"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=56814"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=56814"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=56814"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}