{"id":5686,"date":"2010-05-28T09:17:02","date_gmt":"2010-05-28T07:17:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5686"},"modified":"2010-05-28T09:17:02","modified_gmt":"2010-05-28T07:17:02","slug":"hinweise-des-tages-1149","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5686","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: USA dr&auml;ngen Deutschland zum Schuldenmachen; Banken bekamen vier Billionen Euro aus Rettungspaket; Hypo &ndash; Aufsichtsr&auml;te mitschuldig; Otte: wo man mehr Staat braucht; USA-Aufschwung macht Angst; Beziehungspflege mit Arabien; Wirtschaftsinteressen milit&auml;risch durchsetzen; M&uuml;ntefering warnt vor Krieg der Generationen; Kopfpauschale; Gesundheitswesen; Sparvorschl&auml;ge des BDI; Amnesty r&uuml;gt Berlin; BP hat mehr Macht als US-Regierung; extremer als die Polizei erlaubt; CDU laufen die Mitglieder weg; Jugendliche mit Migrationshintergrund am Arbeitsmarkt doppelt benachteiligt; Streitpunkt Studiengeb&uuml;hren; Massenproteste gegen Sarkozys Reformen. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">USA dr&auml;ngen Deutschland zum Schuldenmachen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Banken bekamen vier Billionen Euro aus Rettungspaket<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Hypo-Fehlkauf: BayernLB-Aufsichtsr&auml;te mitschuldig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Max Otte: Wir brauchen hier unbedingt viel mehr Staat!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">USA: Dieser Aufschwung macht Angst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Beziehungspflege mit Arabien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">K&ouml;hler: Wirtschaftsinteressen milit&auml;risch durchsetzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">M&uuml;ntefering warnt vor Krieg der Generationen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Kopfpauschale: Sozialausgleich verursacht mindestens 250 Millionen Euro Verwaltungskosten pro Jahr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Gesundheitswesen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Die Sparvorschl&auml;ge des BDI. So soll sich auch weiter an den L&ouml;hnen der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten vergriffen werden.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Menschenrechtsorganisation r&uuml;gt Berlins Praxis in Folterstaaten abzuschieben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">&ldquo;BP hat mehr Macht als die US-Regierung&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Den Bankensektor neu ordnen &ndash; und mit der Vergesellschaftung beginnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Extremer als die Polizei erlaubt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">CDU laufen auch noch die Mitglieder weg!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">DGB: Jugendliche mit Migrationshintergrund: Am Arbeitsmarkt doppelt benachteiligt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Nordrhein-Westfalen: Streitpunkt Studiengeb&uuml;hren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Massenproteste gegen Sarkozys Pensionsreform<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=5686&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>USA dr&auml;ngen Deutschland zum Schuldenmachen<\/strong><br>\nTransatlantische Misst&ouml;ne: Die USA und Deutschland streiten offen &uuml;ber notwendige Finanzreformen und das weltweite Krisenmanagement. So fordert US-Finanzminister Timothy Geithner von der Bundesregierung, endlich f&uuml;r mehr Wachstum zu sorgen &ndash; notfalls auch auf Pump. Sein deutscher Kollege widerspricht.<br>\nEinen Monat vor dem entscheidenden G20-Finanzgipfel in Kanada gibt es zwischen Deutschland und den USA Differenzen &uuml;ber das weltweite Krisenmanagement und sch&auml;rfere Finanzmarktregeln. Dies wurde bei einem Treffen zwischen Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) und seinem US-Kollegen Timothy Geithner in Berlin deutlich. Beide Minister betonten nach ihrem Treffen zwar den Willen zu einer gemeinsamen L&ouml;sung und lobten das &bdquo;intensive Gespr&auml;ch&ldquo;. Sie verwiesen aber auf unterschiedliche Ans&auml;tze.<br>\nBeim G-20-Gipfel Ende Juni geht es darum, international abgestimmt das Finanzsystem und die Weltwirtschaft krisenfester zu machen. Die von der Bundesregierung geforderte globale Steuer auf Finanzgesch&auml;fte lehnt Washington bislang ab. Die Amerikaner f&uuml;rchten auch, dass &uuml;berm&auml;&szlig;ige Sparanstrengungen in Deutschland und Europa die Erholung der Weltwirtschaft gef&auml;hrden k&ouml;nnten. Nach Meinung Washingtons k&ouml;nnten vor allem Deutschland und China mehr tun.<br>\nSch&auml;uble verteidigte den Kurs Berlins und anderer Euro-Staaten, die Staatsdefizite drastisch zu verringern. Diese seien eine Hauptursache der Euro-Krise. &bdquo;Sie m&uuml;ssen ma&szlig;voll reduziert werden.&ldquo; Gleichzeitig wolle die Bundesregierung Anreize f&uuml;r mehr Besch&auml;ftigung geben. Sch&auml;uble erkl&auml;rte, anders als die USA habe Deutschland mit einer schrumpfenden und alternden Bev&ouml;lkerung zu k&auml;mpfen &ndash; bei gleichzeitig ged&auml;mpften Wachstumsperspektiven. &bdquo;Das muss beim Defizit mehr ber&uuml;cksichtigt werden, als bei einem Land mit einer weit st&auml;rkeren Wachstumsdynamik wie den USA&ldquo;.<br>\nGeithner sagte dagegen, Wachstum und Besch&auml;ftigung d&uuml;rften nicht aus dem Blickfeld geraten. Es sei eine &bdquo;ausgewogene Strategie&ldquo; n&ouml;tig. Ausdr&uuml;cklich hob Geithner China hervor. Die Chinesen h&auml;tten erkannt, dass die Inlandsnachfrage gest&auml;rkt werden m&uuml;sse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article7808232\/USA-draengen-Deutschland-zum-Schuldenmachen.html#reqRSS\">Die Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Banken bekamen vier Billionen Euro aus Rettungspaket<\/strong><br>\nAuf dem H&ouml;hepunkt der Krise h&auml;tten die Banken im Durchschnitt 30 Prozent ihrer Gesamtfinanzierung aus dem europ&auml;ischen Rettungsfonds bestritten, sagte der Kommissar. Inzwischen sei der Anteil auf vier Prozent zur&uuml;ckgegangen. Es sei entscheidend, dass die Banken nicht mehr von &ouml;ffentlicher Finanzierung abh&auml;ngig seien. Insgesamt habe die Kommission bisher 4.131 Mrd. Euro an staatlicher Unterst&uuml;tzung abgesegnet. Drei Viertel davon seien Garantien gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/wirtschaft\/international\/569300\/index.do?_vl_backlink=\/home\/wirtschaft\/international\/index.do\">Die Presse.com<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Hypo-Fehlkauf: BayernLB-Aufsichtsr&auml;te mitschuldig<\/strong><br>\nDie BayernLB-F&uuml;hrung h&auml;tte sich vor dem Kauf der Hypo nicht gen&uuml;gend &uuml;ber die Risiken informiert, sagt ein Gutachten. Nun wird gekl&auml;rt, inwieweit Vorstand und Verwaltungrat haftbar gemacht werden k&ouml;nnen.<br>\nEin deutsches Gutachten deutet an, dass die Verwaltungsr&auml;te (Aufsichtsr&auml;te) der Bayerischen Landesbank (BayernLB) eine Mitverantwortung f&uuml;r den Kauf der &ouml;sterreichischen Hypo Group Alpe Adria HGAA) tragen. Sie h&auml;tten sich informieren m&uuml;ssen, fasst das &ldquo;Handelsblatt&rdquo; in seiner Dienstagausgabe aus dem Gutachten zusammen. Der Experte fragt sich auch, ob die gesamte Expansion &uuml;berhaupt vom &ouml;ffentlichen Auftrag gedeckt war. Die Expertise wird als Munition f&uuml;r Bayerns Opposition gewertet, die den Kontrollorganen der Bayern-Bank Versagen vorwirft.<br>\nMitglieder des Verwaltungsrates waren damals unter anderem der ehemalige Innenminister G&uuml;nther Beckstein (CSU), Staatssekret&auml;r Georg Schmid (CSU), Ex-Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) sowie der ehemalige bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU). Einige der Politiker bekleiden weiterhin hohe &Auml;mter. So ist Huber Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des bayerischen Landtags. Schmid ist CSU-Fraktionschef.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/wirtschaft\/economist\/568730\/index.do\">Die Presse.com<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Max Otte: Wir brauchen hier unbedingt viel mehr Staat!<\/strong><br>\nDer Staat ist gerade im Hinblick auf die wirklich gro&szlig;en Fragen mittlerweile zu einer Lachnummer geworden. Wir brauchen kompetentere Beamte, wir brauchen Beamte, die dagegenhalten. Denken Sie nur einmal an die Runde, die sich zur Rettung der Hypo Real Estate (HRE) getroffen hat: Das waren die Vorstandsvorsitzenden der gro&szlig;en Privatbanken, ein paar Leute aus dem Kanzleramt und dem Finanzministerium. Das war eine geheime Runde, die auch gar nicht bekannt werden sollte, bis der &ldquo;Spiegel&rdquo; das Ganze aufgedeckt hat. Die Bankwirtschaft hat in dieser Runde gesagt: &ldquo;Wir beteiligen uns am Schaden!&rdquo;<br>\nDer Staat hat wirklich abgedankt und hat sich aus zentralen Fragen der Verantwortung zur&uuml;ckgezogen. Auf der anderen Seite gibt es wiederum viel zu viel Staat bei der Reglementierung des t&auml;glichen Lebens beim normalen B&uuml;rger. Dort jedoch, wo es um Regeln f&uuml;r die Konzerne geht und um den Schutz des B&uuml;rgers vor den Konzernen, gibt es nur ganz, ganz wenig Staat. Dementsprechend sah in dieser Runde dann ja auch das<br>\nVerhandlungsergebnis aus. Die Privatwirtschaft, die Bankenwirtschaft hat gesagt: &ldquo;Wir beteiligen uns mit 40 Prozent am Schaden, der durch die Hypo Real Estate entstanden ist. Dies aber nur bis zu einer Obergrenze des Gesamtschadens von zehn Milliarden Euro.&rdquo; Das hei&szlig;t, die private Bankwirtschaft hat sich mit vier Milliarden an den Kosten beteiligt. Da es dann am Ende &uuml;ber 110 Milliarden geworden sind und ein Ende immer<br>\nnoch nicht abzusehen ist, muss gesagt werden, dass dieses Verhandlungsergebnis f&uuml;r den Staat absolut j&auml;mmerlich war. Und da waren wirklich die h&ouml;chsten Vertreter unseres Staates eingespannt. Hier sieht man recht gut, wer da mit wem spielt.<br>\nIch fordere also nicht mehr Staat, sondern ich fordere, dass der Staat qualifizierter handelt, dass die Beamten besser qualifiziert sind, dass dort in diesen Ministerien das qualitativ gute Personal aufgestockt wird. Wir k&ouml;nnten den Staat zum Ausgleich in vielen Bereichen auch zur&uuml;ckfahren und in der Fl&auml;che reduzieren, wo er wirklich ausgeufert ist. Aber in diesen Kernfunktionen, bei denen der Staat ordnungspolitische Aufgaben<br>\n&uuml;bernehmen muss, brauchen wir einen st&auml;rkeren Staat und nicht &ldquo;mehr Staat&rdquo;&hellip;<br>\nWir stehen hier vor einer Gef&auml;hrdung der Demokratie, wir befinden uns z. T. bereits in einer Geldwirtschaft, in einer Interessenwirtschaft, in der sich immer nur die starken Akteure durchsetzen, in der das Politische, in der der Kern des Politischen als Gegengewicht mehr und mehr aufgeweicht wird und z. T. schon gar nicht mehr vorhanden ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/content\/cms\/Universalseite\/2010\/05\/26\/cumulus\/BR-online-Publikation-ab-01-2010--127097-20100526143310.pdf\">Bayerischer Rundfunk Alpha-Forum [PDF &ndash; 52 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>USA: Dieser Aufschwung macht Angst<\/strong><br>\nDie amerikanische Wirtschaft w&auml;chst mit drei Prozent. Das reicht den Anlegern erst mal. Dabei bieten die US-BIP-Zahlen ein Bild des Grauens. Dass ein Land, dessen gesamtwirtschaftliche Investitionsquote um 4,5 Prozentpunkte unter der &ldquo;Norm&rdquo; liegt, einen negativen Au&szlig;enbeitrag von 3,4 Prozent des BIPs fabriziert, sagt im Grunde alles &uuml;ber seine real&ouml;konomische Lage aus. Noch schlimmer scheint jedoch die finanzielle Seite der Medaille. Denn da die 14.601-Mrd.-$-Volkswirtschaft, deren nichtfinanzielle Sektoren &ndash; Verbraucher, Firmen, Staat &ndash; auf Schulden von 240 Prozent des BIPs sitzen, weiterhin eine nationale Nettoersparnis &ndash; brutto minus Abschreibungen &ndash; von minus 2,6 Prozent des BIPs aufweist, k&ouml;nnte sie aus eigener Kraft nicht mal ihren Kapitalstock erhalten. Doch was tun die Amerikaner, wenn ihre Zentralbank den Aufkauf von Wertpapieren in Billionenh&ouml;he mal kurz einstellt? Sie sorgen sich um die Situation in der Euro-Peripherie. L&auml;cherlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:das-kapital-dieser-aufschwung-macht-angst\/50119589.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Beziehungspflege<\/strong><br>\nAm heutigen Donnerstag beendet die deutsche Kanzlerin ihre Reise an den Persischen Golf zur Festigung des antiiranischen B&uuml;ndnisses mit den F&uuml;rstent&uuml;mern der Arabischen Halbinsel. Man werde den Druck auf Teheran aufrechterhalten, im Atomstreit mit den westlichen Industriestaaten nachzugeben, bekr&auml;ftigten Regierungsvertreter in Abu Dhabi und in Riad im Anschluss an Gespr&auml;che mit Angela Merkel. Deutsche Au&szlig;enpolitik-Experten erkl&auml;ren, die Zusammenarbeit mit den Feudalstaaten der Arabischen Halbinsel sei der einzige Weg, um den Aufstieg Irans zur Regionalmacht in den Ressourcengebieten rings um den Persischen Golf zu verhindern. Gel&auml;nge es Iran, sich zur Vormacht in Mittelost aufzuschwingen, dann d&uuml;rfte sich der westliche Zugriff auf die dortigen Rohstoffe erschweren. Deutschland sieht sich zugleich auf der Arabischen Halbinsel einem rasch wachsenden Einfluss Chinas gegen&uuml;ber. Man werde die Beziehungen zu den Staaten in Mittelost in Zukunft &ldquo;intensiv pflegen&rdquo;, um einen Einflussverlust gegen&uuml;ber &ldquo;asiatischen L&auml;ndern&rdquo; zu vermeiden, k&uuml;ndigte die Bundeskanzlerin in Abu Dhabi an. Dies gilt nicht blo&szlig; f&uuml;r die wirtschaftliche, sondern auch f&uuml;r die milit&auml;rpolitische Kooperation. Der Ausbau der deutsch-arabischen Milit&auml;rzusammenarbeit erfolgt, w&auml;hrend die Vereinigten Staaten verdeckte Operationen im gesamten Mittleren Osten starten. Damit sollen subversive Beziehungen zu verb&uuml;ndeten Kr&auml;ften hergestellt und Vorbereitungen f&uuml;r einen Milit&auml;rschlag gegen Iran erm&ouml;glicht werden.<br>\nDie geostrategischen Hintergr&uuml;nde der deutschen Aktivit&auml;ten am Persischen Golf lassen sich an einem Positionspapier ablesen, das die Bertelsmann-Stiftung, einer der bedeutendsten deutschen Thinktanks auf dem Gebiet der Au&szlig;enpolitik, gemeinsam mit dem Gulf Research Center (Dubai) kurz vor der Reise der Kanzlerin ver&ouml;ffentlicht hat. Das Dokument fasst die zentralen Ergebnisse einer Konferenz zusammen, die im Rahmen des Al Jisr-Projekts Mitte M&auml;rz in Berlin abgehalten wurde. Das Al Jisr-Projekt ist im Juli 2008 unter anderem vom Gulf Research Center und von der Bertelsmann-Stiftung initiiert worden, um die Beziehungen zwischen der EU und dem GCC zu intensivieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57819\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>K&ouml;hler: Wirtschaftsinteressen milit&auml;risch durchsetzen<\/strong><br>\nDer Bundespr&auml;sident schwadroniert &uuml;ber Auslandsmissionen deutscher Soldaten &ndash; und bricht ein Tabu: Horst K&ouml;hler h&auml;lt milit&auml;rische Eins&auml;tze auch zur Verteidigung von &ouml;konomischen Interessen f&uuml;r legitim. Imperialistische T&ouml;ne vom deutschen Staatsoberhaupt?<br>\nEntsprechend entsetzt ist die Opposition von den &Auml;u&szlig;erungen des Bundespr&auml;sidenten. &ldquo;K&ouml;hler schadet der Akzeptanz der Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr&rdquo;, sagte Thomas Oppermann, parlamentarischer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der SPD-Fraktion im Bundestag zu Spiegel Online. Deutschland f&uuml;hre in Afghanistan keinen Krieg um Wirtschaftsinteressen, es gehe dort um die Sicherheit Deutschlands. Wer anderes behaupte oder fordere, &ldquo;redet der Linkspartei das Wort. Wir wollen keine Wirtschaftskriege&rdquo;, so Oppermann.<br>\nGr&uuml;nen-Fraktionsvize Frithjof Schmidt sagte: &ldquo;Die &Auml;u&szlig;erungen von Bundespr&auml;sident K&ouml;hler sind brandgef&auml;hrlich. Sie entsprechen weder der Rechtsgrundlage noch der politischen Begr&uuml;ndung des Afghanistan-Einsatzes.&rdquo; K&ouml;hlers Ausf&uuml;hrungen offenbarten ein f&uuml;r das Pr&auml;sidentenamt inakzeptables Verst&auml;ndnis von Verteidigungs- und Sicherheitspolitik.<br>\nDer CDU-Politiker Ruprecht Polenz m&uuml;hte sich um Schadensbegrenzung und r&auml;umte ein, K&ouml;hler habe sich wohl &ldquo;etwas missverst&auml;ndlich&rdquo; ausgedr&uuml;ckt. Das Interesse Deutschlands an freien Handelswegen stehe in keinem Zusammenhang mit dem Milit&auml;reinsatz in Afghanistan, stellte der Vorsitzende des Ausw&auml;rtigen Ausschusses des Bundestages im Deutschlandfunk klar. Dort gehe es um die regionale und internationale Sicherheit.<br>\nHorst K&ouml;hler hat sich weit aus dem Fenster gelehnt. Ob er wirklich sagen wollte, was er gesagt hat, ist nicht klar. Vom Bundespr&auml;sidialamt kam noch keine Klarstellung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/bundeswehreinsaetze-koehler-wirtschaftsinteressen-militaerisch-durchsetzen-1.950594\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Merkw&uuml;rdig moderate Reaktionen auf einen &ldquo;Tabubruch&rdquo;, der eher ein Versto&szlig; gegen die Verfassung darstellt, weil damit die Bundeswehr von einer Verteidigungs- und&nbsp; Parlamentsarmee zu einer imperialen Interventionsarmee umgedeutet wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>M&uuml;ntefering warnt vor Krieg der Generationen<\/strong><br>\nEin halbes Jahr nach seinem R&uuml;ckzug als SPD-Bundesvorsitzender meldet sich Franz M&uuml;ntefering mit der eindringlichen Mahnung zu Wort, sich st&auml;rker als bislang mit den Konsequenzen der alternden Gesellschaft auseinanderzusetzen. &ldquo;Bislang sagt niemand in aller Deutlichkeit, wie schwerwiegend und folgenreich dieser Wandel sein wird. Die Zahlen liegen zwar vor, aber die Zusammenh&auml;nge werden nicht ausreichend beschrieben&rdquo;, sagte M&uuml;ntefering der S&uuml;ddeutschen Zeitung.<br>\nIn einem 33 Seiten starken Arbeitspapier verlangt M&uuml;ntefering einen &ldquo;Gesellschaftsentwurf&rdquo; zu der Frage, wie der Wandel ohne gr&ouml;&szlig;ere soziale Verwerfungen gestaltet werden kann und stellt einige Forderungen auf. An erster Stelle verlangt er mehr Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Familien und Kinder, Ganztagsschulen seien unverzichtbar. Er bekr&auml;ftigt die SPD-Forderung aus dem Bundestagswahlkampf nach einem neuen Bundesministerium f&uuml;r Bildung und Integration. Das sei eine &ldquo;Schl&uuml;sselaufgabe&rdquo; f&uuml;r Bund und L&auml;nder.<br>\nDeutschland m&uuml;sse k&uuml;nftig nicht nur einzelnen Bewerbern, sondern auch ganzen Familien die Zuwanderung gestatten, Nicht-Deutschen ein kommunales Wahlrecht einr&auml;umen und auch die M&ouml;glichkeit zu doppelter Staatsb&uuml;rgerschaft. Damit k&ouml;nne man dem in den n&auml;chsten Jahren drohenden Fachkr&auml;ftemangel entgegenwirken. Zugleich setzt sich M&uuml;ntefering f&uuml;r mehr Besch&auml;ftigungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r &auml;ltere Menschen ein. Auch Senioren k&ouml;nnten ein soziales Jahr absolvieren. Eine solche soziale T&auml;tigkeiten k&ouml;nnte &auml;lteren Menschen auch helfen, der Isolation und Einsamkeit entgehen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/demografischer-wandel-es-kann-gefaehrlich-werden-1.950455\">SZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/app\/politik\/content\/muentefering_papier.pdf\">Demografischer Wandel und Fortschritt (M&uuml;ntefering Papier) [PDF &ndash; 130 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wie schon in seinen Zeiten als Sozialminister st&uuml;tzt sich M&uuml;ntefering auf Vorausberechnungen f&uuml;r die Jahre bis 2050. Er unterstellt eine Schrumpfung der Bev&ouml;lkerung auf 65 Millionen oder &ndash; ohne positiven Wanderungssaldo &ndash; gar auf 61 Millionen und er rechnet vor, dass auf 100 Personen im Alter von 20 bis 64 im Jahr 2050 65 Personen kommen, die &auml;lter als 65 Jahre sein werden. Wieder einmal werden langfristige Rechnungen mit Modellcharakter als Prognosen und sozusagen aus unausweichliche Entwicklungen unterstellt, als seien sie ein unausweichliches demografisches Naturgesetz. Der Statistiker Gerd Bosbach hat dargestellt, dass 50 Jahres-Prognosen <a href=\"upload\/pdf\/gbosbach_demogr.pdf\">&ldquo;moderne Kaffeesatzleiserei&rdquo; seien [PDF &ndash; 183 KB]<\/a>. Sie seien in der Vergangenheit unm&ouml;glich gewesen und das seien sie auch in der Zukunft. Was die Unsicherheit von Bev&ouml;lkerungsprognosen anbetrifft, so habe etwa das Statistische Bundesamt seine Verausberechnungen kurzfristig um mehrere Millionen korrigiert. Selbst wenn die Vorausberechnungen eintr&auml;fen, vernachl&auml;ssigt M&uuml;ntefering einmal mehr die Tatsache, dass bei der von den Erwerbst&auml;tigen zu &ldquo;versorgenden&rdquo; Bev&ouml;lkerung nicht nur der Altenquotient, sondern auch der Jugendquotient eine Rolle spielt. Wenn man den Gesamtquotienten n&auml;hme habe sich die Dramatik schon halbiert.<br>\nNiemand k&ouml;nne auch vorhersagen, wie 2050 das tats&auml;chliche Renteneintrittsalter aussehe. Und weiter wird der Produktivit&auml;tsfortschritt &ndash; der es erm&ouml;gliche, dass mehr zwischen Erwerbst&auml;tigen und zu Versorgenden verteilt werden k&ouml;nnte &ndash; vernachl&auml;ssigt.<br>\nM&uuml;ntefering verweist darauf, dass heute in Deutschland 44 Millionen im Erwerbsalter sind, w&auml;hrend es 2050 nur noch 26 Millionen sind. &ldquo;Das klingt nicht mehr harmlos&rdquo;, f&uuml;gt er hinzu. Er vers&auml;umt aber darauf hinzuweisen, dass derzeit &ldquo;nur&rdquo; etwas &uuml;ber 27 Millionen Menschen in einem einem sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis sind.<br>\nAuch in 2050 wird entscheidend sein, wie viele Menschen im Erwerbsalter in Besch&auml;ftigung sein werden, inklusive Frauen und wom&ouml;glich inklusive &Auml;ltere.<br>\nUnbestreitbar ist die demografische Entwicklung ein Faktor f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Entwicklung unserer Gesellschaft, aber es ist ein gestaltbarer und auch politisch beeinflussbarer Faktor und es g&auml;be eine Menge Stellschrauben mit denen man die Dramatik der Alterung der Gesellschaft entdramatisieren k&ouml;nnte. Da w&auml;re zun&auml;chst die Frage der Besch&auml;ftigung, da w&auml;re die Steigerung des technischen Fortschritts, da w&auml;re eine Wirtschaftspolitik die Produktivit&auml;t und Arbeitskraft aussch&ouml;pft, da w&auml;ren kinder- und familienfreundliche Lebensbedingen etc.<br>\nAn vielen Stellen das Arbeitspapiers wird erkennbar, dass Franz M&uuml;ntefering damit seine vorausgegangene Politik der Agenda 2010, der Rente mit 67 oder der Einf&uuml;hrung der privaten Riester-Rente zu verteidigen versucht. So wenn er davon redet, dass mit der Agenda die Langzeitarbeitslosigkeit gesenkt worden sein (?) oder dass mehr &Auml;ltere erwerbst&auml;tig seien, &ldquo;durch konkrete Programme der Unternehmen und der Politik&rdquo;. Er behauptet, dass das Regel-Rentenalter 67 im Jahre 2030 ein Plus von rd. 2 Millionen Erwerbst&auml;tigen bedeute. Woher kennt er eigentlich den Arbeitsmarkt in zwanzig Jahren? M&uuml;ntefering fordert: &ldquo;Zus&auml;tzliche Altersversorgung muss rechtzeitig, erg&auml;nzend zur priorit&auml;ren Gesetzlichen Rentenversicherung, selbstverst&auml;ndlich werden. Ich meine: Obligatorisch.&rdquo; Er ist also nach wie vor der irrigen Auffassung, dass eine kapitalgedeckte Altersvorsorge der Ausweg aus der demografischen Entwicklung sei.<br>\nAuch wenn man viele der Pr&auml;missen, die M&uuml;ntefering zugrunde legt, mit Fug und Recht bezweifeln kann und er nach wie vor die demografische Entwicklung eindimensional als Gegebenheit unterstellt, soll nicht bestritten werden, dass manche seiner Vorschl&auml;ge richtig und Vern&uuml;nftig sind. Insbesondere was die Integration und die Bildung der Bev&ouml;lkerung mit Migrationshintergrund, die Einwanderungspolitik oder die F&ouml;rderung einer kinder- und familienfreundlicheren Lebens- und Arbeitswelt anbetrifft.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Kopfpauschale: Sozialausgleich verursacht mindestens 250 Millionen Euro Verwaltungskosten pro Jahr<\/strong><br>\nWenn eine Pauschalpr&auml;mie in der Krankenversicherung eingef&uuml;hrt w&uuml;rde, m&uuml;ssten viele Arbeitnehmer mehr zahlen. Ein Sozialausgleich &uuml;ber Steuern w&auml;re sehr kompliziert und teuer: Allein die n&ouml;tige neue B&uuml;rokratie w&uuml;rde mindestens 250 Millionen Euro im Jahr kosten. Nennenswerte Impulse f&uuml;r mehr Effizienz oder Qualit&auml;t im Gesundheitswesen bringt eine Kopfpauschale nicht. Zu diesem Ergebnis kommen Gesundheitsforscher des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung (WSI), der Hochschule Fulda und des Instituts f&uuml;r Gesundheits&ouml;konomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) der Universit&auml;t zu K&ouml;ln in neuen Untersuchungen.<br>\n&ldquo;In &uuml;berschaubaren Schritten&rdquo;, so will die Bundesregierung eine Pauschalpr&auml;mie in der Krankenversicherung einf&uuml;hren. Wie gro&szlig; der erste Schritt ausf&auml;llt, daf&uuml;r gibt es bislang nur Anhaltspunkte: Im M&auml;rz war von 29 Euro pro Monat die Rede. Neue Berechnungen des IGKE zeigen: Schon diese &ldquo;kleine&rdquo; Kopfpauschale w&uuml;rde Menschen mit geringerem und mittlerem Einkommen deutlich st&auml;rker belasten &ndash; auch wenn im Gegenzug der Arbeitnehmer-Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent des Lohnes entfiele. F&uuml;r Versicherte, die 1.000 Euro brutto im Monat verdienen, steige der Gesamtbeitrag zur Krankenversicherung beispielsweise um monatlich 20 Euro. Das entspricht rechnerisch einer Erh&ouml;hung des Beitragssatzes von heute 14,9 auf 16,9 Prozent, kalkuliert IGKE-Direktor PD Dr. Markus L&uuml;ngen. Erst ab einem Monatsbrutto um die 3.500 Euro br&auml;chte die Kopfpauschale eine finanzielle Entlastung, die mit steigendem Einkommen bis zur Bemessungsgrenze w&auml;chst (mehr Informationen in einer Infografik im B&ouml;ckler Impuls 8\/2010; Link unten).<br>\n Und auf Dauer w&uuml;rde es wohl nicht beim ersten Schritt bleiben. &ldquo;Auch die kleine Pauschale wird schnell gro&szlig;&rdquo;, erl&auml;utern Prof. Dr. Stefan Gre&szlig; und Dr. Simone Leiber ein Ergebnis der Forschung zu Kopfpauschalen in den Niederlanden und der Schweiz. Der Gesundheits&ouml;konom an der Hochschule Fulda und die Gesundheitsexpertin des WSI skizzieren einen &ldquo;schleichenden Systemwechsel&rdquo;: Wenn die Bundesregierung ihre Absicht umsetzen w&uuml;rde, die Beitr&auml;ge der Arbeitgeber zur Krankenversicherung einzufrieren, m&uuml;sste der Anteil der Arbeitnehmer steigen, um die Kosten des medizinischen Fortschritts und der demografischen Entwicklung zu tragen. Es liegt nahe, dass dazu die Pauschale erh&ouml;ht w&uuml;rde. Und zwar in deutlich sp&uuml;rbaren Schritten, rechnen Gre&szlig; und Leiber vor: Mit jeder Milliarde Euro, um die sich die Gesundheitsausgaben erh&ouml;hen, stiege die Pauschale bei rund 50 Millionen gesetzlich Versicherten um 20 Euro pro Kopf und Jahr. Zur Einordnung: Zwischen 2007 und 2010 sind die Ausgaben der gesetzlichen Kassen um rund 20 Milliarden Euro gewachsen.<br>\nBef&uuml;rworter der Pauschalpr&auml;mie versprechen, Mehrbelastungen durch Zahlungen an die Versicherten auszugleichen. Das Geld daf&uuml;r soll aus Steuermitteln kommen. Doch bislang gibt es in Deutschland keine Institution, die solch einen Ausgleich organisieren k&ouml;nnte. Weder Finanzbeh&ouml;rden noch Krankenkassen oder Kommunen w&auml;ren dazu in der Lage, konstatieren Gre&szlig; und Leiber. Auf Basis der niederl&auml;ndischen Erfahrungen sch&auml;tzen sie allein die laufenden Kosten f&uuml;r die administrative Abwicklung des Sozialausgleichs auf mindestens 250 Millionen Euro pro Jahr. Diese Kalkulation sei &ldquo;konservativ&rdquo;, weil die niederl&auml;ndischen Finanzbeh&ouml;rden, anders als die deutschen, schon vor Einf&uuml;hrung der Pauschale Erfahrung mit der Erhebung von Krankenkassenbeitr&auml;gen hatten, betonen die Wissenschaftler. Und Einmalausgaben f&uuml;r den Aufbau der Verwaltung sind in der Sch&auml;tzung noch nicht einmal enthalten. Weitere gravierende Probleme prognostizieren die Fachleute beim Datenschutz und mit s&auml;umigen Pr&auml;mienzahlern. Denn in den Nachbarl&auml;ndern ist zu beobachten, dass mit der H&ouml;he der Pauschale auch die Zahl der Nichtzahler w&auml;chst.<br>\nDar&uuml;ber hinaus spreche auch ein grunds&auml;tzlicher Aspekt gegen die Kopfpauschale mit Solidarausgleich: Sie bricht mit dem bew&auml;hrten Versicherungsprinzip in der Gesundheitsversorgung: Zahlreiche Patienten, die sich heute als Versicherungsnehmer betrachten k&ouml;nnen, w&uuml;rden zu Empf&auml;ngern einer steuerfinanzierten F&uuml;rsorgeleistung und m&uuml;ssten sich auf &ldquo;Bed&uuml;rftigkeit&rdquo; pr&uuml;fen lassen. &ldquo;Dies geht in der Regel einher mit Problemen wie Angst vor Stigmatisierung und Scham vor der Inanspruchnahme&rdquo;, beobachten Simone Leiber und Stefan Gre&szlig;. Betroffen w&auml;ren gro&szlig;e Teile der Bev&ouml;lkerung, wie der Blick in die Niederlande zeigt. Dort empfingen 2008 etwa 70 Prozent aller Haushalte einen &ldquo;Gesundheitszuschuss&rdquo;.<br>\nZudem w&auml;re das Gesundheitssystem bei Einf&uuml;hrung einer Kopfpauschale mehr denn je von einem fachfremden Akteur abh&auml;ngig: dem Finanzminister. Wie reagiert der auf steigende Ausgaben? Erfahrungen insbesondere aus den Niederlanden deuteten auf wachsende Konflikte hin: Dort &ldquo;werden derzeit eine drastische Ausweitung der Selbstbeteiligungen von 150 Euro auf 750 Euro pro Jahr und eine Reduzierung des Leistungskatalogs diskutiert&rdquo;.<br>\nFazit der Forscher: Der Einstieg in ein Pauschalpr&auml;miensystem br&auml;chte massive Probleme. Dagegen seien die angeblichen positiven Wirkungen, mit denen Bef&uuml;rworter eines Systemwechsels argumentieren, meist zweifelhaft (mehr Informationen im B&ouml;ckler Impuls; Link unten). In L&auml;ndern, die bereits eine Kopfpauschale haben, beobachten Gre&szlig; und Leiber keine substanziell gr&ouml;&szlig;ere Nachhaltigkeit der Gesundheitsfinanzierung. Auch das in der deutschen Debatte vorgebrachte Argument, eine Abkopplung der Gesundheits- von den Arbeitskosten k&ouml;nne f&uuml;r mehr Besch&auml;ftigung sorgen, spiele &ldquo;in den Niederlanden und der Schweiz keinerlei Rolle&rdquo;. Und f&uuml;r mehr Effizienz und Qualit&auml;t bringe die Kopfpauschale keine nennenswerten Impulse, so die Gesundheitsforscher von WSI und Hochschule Fulda. Viel wichtiger sei es, den Krankenkassen mehr M&ouml;glichkeiten einzur&auml;umen, ihre Vertr&auml;ge selektiv mit guten Leistungserbringern, wie etwa &Auml;rzten, abzuschlie&szlig;en &ndash; und die &uuml;berkommene Trennung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung aufzuheben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_105735.html\">B&ouml;ckler Impuls 08\/2010<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Gesundheitswesen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Arzneimittelpreise in Deutschland<\/strong><br>\nDeutschland hat einen Rekord aufgestellt im vergangenen Jahr: 32 Milliarden Euro haben die Krankenkassen f&uuml;r Medikamente ausgegeben. So viel wie nie zuvor. Kosten, die letztlich die Solidargemeinschaft der Krankenversicherten aufbringen muss &ndash; durch immer weiter steigende Versicherungsbeitr&auml;ge.<br>\nWird ein neuer Wirkstoff zugelassen, d&uuml;rfen die Pharmafirmen den Preis daf&uuml;r selbst festlegen. Die Kassen m&uuml;ssen den verlangten Preis bezahlen &ndash; egal, wie hoch er ist. Das treibt die Gesamtausgaben f&uuml;r Medikamente enorm in die H&ouml;he. Kritiker bem&auml;ngeln: Nur die H&auml;lfte der neu zugelassenen Wirkstoffe h&auml;tten einen Zusatznutzen f&uuml;r die Patienten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/reporter.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/3\/0,1872,8074723,00.html\">ZDF reporter<\/a><\/li>\n<li><strong>Gesundheit: Arbeit geht an die Nerven<\/strong><br>\nIn den vergangenen zehn Jahren ist die Anzahl psychisch bedingter Krankschreibungen um fast 40 Prozent gestiegen, teilte die Techniker Krankenkasse (TK) am Donnerstag in Berlin mit. &bdquo;Von den gut zw&ouml;lf Tagen, die jeder im vergangenen Jahr krank geschrieben war, waren 1,6 Tage psychisch bedingt&ldquo;, berichtete Thomas Grobe vom Institut f&uuml;r Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsforschung in Hannover, der den Gesundheitsreport f&uuml;r die TK erstellt hat. Damit sind psychische St&ouml;rungen nach Atemproblemen wie Bronchitis und Muskel- und Skeletterkrankungen wie Bandscheibenvorf&auml;lle inzwischen der dritth&auml;ufigste Grund f&uuml;r Fehlzeiten.<br>\n&bdquo;Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt immer mehr&ldquo;, sagte TK-Chef Norbert Klusen. Dank Handy und Notebook seien Arbeitnehmer mittlerweile rund um die Uhr und an fast jedem Ort erreichbar. &bdquo;Unsere Arbeitswelt ist schneller geworden&ldquo;, kritisierte Klusen. &bdquo;Das geht an die Nerven&ldquo;. Aber auch befristete Arbeitsverh&auml;ltnisse und unsichere Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse w&uuml;rden zu psychischen Probleme f&uuml;hren. Die Angst um den Arbeitsplatz macht krank, sie verhindert aber &ndash; anders als fr&uuml;her &ndash; nicht, dass Arbeitnehmer sich den gelben Schein vom Arzt holen. Im vergangenen Jahr fehlten die TK-Versicherten im Schnitt 12,39 Tage, deutlich mehr als im Vorjahr (11,57) und 2007 (11,2 Tage).<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/arbeit-geht-an-die-nerven\/1846838.html;jsessionid=F8EAB85FFAEB24465806B9C64F8B3DA6\">Tagesspiegel<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.tk-online.de\/tk\/pressemitteilungen\/gesundheit-und-service\/223190\">Techniker Kasse<\/a><\/li>\n<li><strong>Satte Gewinne f&uuml;r &Auml;rzte<\/strong><br>\nDie Einkommen der niedergelassenen &Auml;rzte steigen geradezu explosionsartig. Nach internen Berechnungen des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, die der Frankfurter Rundschau vorliegen, wird jeder Praxisinhaber in diesem Jahr im Schnitt einen Reinertrag von 164.000 Euro verbuchen. Das sind 22.000 Euro beziehungsweise 15 Prozent mehr als 2007.<br>\nGegen&uuml;ber 2003 ergibt sich sogar ein Plus von 30 Prozent. In dieser Zeit sind die Bruttoverdienste der Arbeitnehmer lediglich um ungef&auml;hr f&uuml;nf Prozent auf durchschnittlich 27.650 Euro gestiegen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/2688424_Satte-Gewinne-fuer-aerzte-Kassen-fordern-Honorarkuerzung.html\">FR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/16\/092\/1609271.pdf\">Deutscher Bundestag mit einer Tabelle aus dem Jahr 2008 [PDF &ndash; 126 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Wenn der Profit vor dem Patientenwohl kommt<\/strong><br>\nSeit die &ouml;ffentlichen Kassen leer sind, werden immer mehr Krankenh&auml;user in Deutschland privat betrieben. Die Privatkliniken versprechen Leistungsf&auml;higkeit f&uuml;r das deutsche Gesundheitswesen. Das Credo: Spitzenmedizin f&uuml;r jedermann.<br>\nOber&auml;rzte einer hessischen Klinik beklagen die &ldquo;schlechten Arbeitsbedingungen&rdquo; und den &ldquo;Personalmangel&rdquo; seit der Privatisierung. Mehr Patienten m&uuml;ssen von immer weniger Personal versorgt werden. Auf der Strecke bleibt die Pflege und vor allem der Mensch. Eine Krankenschwester aus Marburg erz&auml;hlt von &Uuml;berforderung und Stress: &ldquo;Am meisten belastet mich, dass ich die Patienten nicht mehr ad&auml;quat versorgen kann, w&uuml;rdevoll pflegen kann und Sterbende alleine sterben lasse. Da kommen mir selber Tr&auml;nen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dokumentation.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/16\/0,1872,8074992,00.html\">ZDF<\/a>\n<p><em><strong>Achtung:<\/strong> Der Film wird heute, Freitag, den 28.05.10 um 14.00 Uhr bei Phoenix wiederholt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Sparvorschl&auml;ge des BDI. So soll sich auch weiter an den L&ouml;hnen der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten vergriffen werden &hellip;<\/strong><br>\n&hellip; und zwar an dem Teil der Beitr&auml;ge, die aus den L&ouml;hnen an die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) gezahlt werden, indem man fordert, den sogenannten Bundeszuschuss an die GRV zu k&uuml;rzen oder ganz zu streichen.<br>\nAber einen Bundeszuschuss k&uuml;rzen, den es gar nicht gibt?<br>\nEs wird mit den so genannten Zusch&uuml;ssen nur vertuscht, dass versicherungsfremde Leistungen die Rentenkasse seit 1957 &uuml;bergeb&uuml;hrend belasten. \n<p><img decoding=\"async\" width=\"475\" src=\"http:\/\/www.duckhome.de\/tb\/uploads\/ADG-Grafik-vers.fr.Leistungen_1.JPG\" alt=\"Grafik: Versicherungsfremde Leistungen 2008\" title=\"Versicherungsfremde Leistungen 2008\"><\/p>\n<p>Quelle 1: <a href=\"http:\/\/www.duckhome.de\/tb\/archives\/8057-Die-Sparvorschlaege-des-BDI.-So-soll-sich-auch-weiter-an-den-Loehnen-der-abhaengig-Beschaeftigten-vergriffen-werden-.-.-..html\">Duckhome<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.adg-ev.de\/\">Versicherungsfremde Leistungen in der Arbeiter- und Angestelltenrentenversicherung, Aktion demokratische Gemeinschaft<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Menschenrechtsorganisation r&uuml;gt Berlins Praxis in Folterstaaten abzuschieben<\/strong><br>\nDie Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat am Mittwoch in Berlin ihren aktuellen Jahresreport ver&ouml;ffentlicht. Er dokumentiert 2009 begangene Menschenrechtsverletzungen in 159 L&auml;ndern. Die deutsche Bundesregierung wird darin u. a. kritisiert, Fl&uuml;chtlinge weiterhin der Gefahr von Verfolgung und Mi&szlig;handlung ausgesetzt zu haben, weil sich Beh&ouml;rden bei Abschiebungen auf &raquo;diplomatische Zusicherungen &laquo; verlassen. Diese k&ouml;nnen seit Oktober aufgrund neuer Verwaltungsvorschriften eingeholt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/05-27\/063.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&ldquo;BP hat mehr Macht als die US-Regierung&rdquo;<\/strong><br>\nUmweltsch&uuml;tzer w&uuml;rden ausgebremst, Helfer fahrl&auml;ssig Giften ausgesetzt, sagt Riki Ott im Interview. Die US-Meeresforscherin k&auml;mpft seit Jahrzehnten gegen die &Ouml;l-Lobby.<br>\n&ldquo;Die US-Regierung hat keinerlei Werkzeug, um auf ein solches Desaster zu reagieren. Wir sind vollst&auml;ndig von BP abh&auml;ngig, und das ist vollkommen inakzeptabel. Es ist, als ob man einem betrunkenen Autofahrer die Verantwortung f&uuml;r die Unfallermittlung und die Rettungsma&szlig;nahmen &uuml;bertragen w&uuml;rde &hellip;<br>\nUnsere Gesetze sind nicht ausreichend, um BP zu zwingen, sein Versprechen einzuhalten, alle Kosten zu tragen. Als BP im Kongress aussagen musste, hie&szlig; es, man werde die Verantwortung f&uuml;r die &Ouml;lpest &uuml;bernehmen, sofern dies rechtlich vorgesehen ist. Das ist das gleiche Spiel, das wir auch nach der Exxon-Valdez-Katastrophe gesehen haben. Es wird in einem jahrelangen Kampf vor den Gerichten enden &ndash; und BP wird mit Sicherheit niemals die kompletten Kosten f&uuml;r all die Sch&auml;den zahlen. Unsere Regierung buckelt vor dieser zu reich und m&auml;chtig gewordenen Industrie.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wissen\/umwelt\/2010-05\/oelpest-riki-ott-interview?page=1\">Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Den Bankensektor neu ordnen &ndash; und mit der Vergesellschaftung beginnen<\/strong><br>\nDie Sparkassen und Genossenschaftsbanken zeigen, dass eine Bank sehr erfolgreich sein kann, wenn in ihrer Satzung als Gesch&auml;ftszweck nicht abstrakt Renditeorientierung, sondern die Aus&uuml;bung eines bestimmten Gesch&auml;ftsmodells in einem bestimmten Territorium festgelegt ist.<br>\nW&auml;hrend die Sparkassen formal einer Gemeinwohlorientierung unterworfen sind, ist es Ziel und Zweck der Genossenschaftsbanken, ihren Mitgliedern zu dienen. Der Nutzen f&uuml;r das einzelne Genossenschaftsmitglied ist aber eben nicht dar&uuml;ber definiert, welchen Ertrag das Mitglied f&uuml;r seinen Anteil am Genossenschaftskapital erh&auml;lt, sondern dar&uuml;ber, dass das Mitglied aus der Inanspruchnahme der Dienstleistungen der Bank<br>\neinen Nutzen als Kunde zieht. Hierin liegt der zentrale Unterschied zwischen einer Bank als Aktiengesellschaft einerseits und einer Bank als Genossenschaft andererseits, auch wenn beide Banken formal eine private Eigentumsform haben.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100528_Bankensektor_vergesellschaften.pdf\">Die Linke im Bundestag [PDF &ndash; 119 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man mag dieses Diskussionspapier an vielen Punkten kritisieren und teilweise sogar blau&auml;ugig nennen, bevor man jedoch wieder der Schreckbild von DDR-Staatsbetrieben an die Wand malt, sollte man sich das Papier einfach einmal ansehen und sich ein Bild vom Diskussionsstand dieser Partei machen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Extremer als die Polizei erlaubt<\/strong><br>\nEin Begriff, der nichts Relevantes &uuml;ber seinen Gegenstand aussagt, ist untauglich. Diese Binsenweisheit trifft auf den Begriff des &raquo;Extremismus&laquo; vollkommen zu. Der Begriff l&auml;sst sich nur heranziehen, wenn man ihn in Bezug zu etwas setzt, in diesem Falle zu den &raquo;R&auml;ndern&laquo; des politischen Spektrums. Die Idee vom &raquo;linken und rechten Rand&laquo; der politischen Landschaft &ndash; die sich, so spinnen manche die Idee fort, angeblich &raquo;ber&uuml;hren&laquo; k&ouml;nnen &ndash; hat nur Sinn, wenn man sie auf die Vorstellung einer Mitte oder eines Zentrums bezieht: Es handelt sich um die vom jeweiligen Zentrum aus am weitesten entfernten Orte.<br>\nBezogen auf linke Aktivisten, Organisationen oder Inhalte hat dieser Begriff schlicht keinerlei Aussagekraft. Unter dem Gesichtspunkt ihrer &raquo;Entfernung zur politischen Mitte&laquo; betrachtet, erscheinen der stalinistische Kader und der Anarchosyndikalist, die libert&auml;re Kommunistin, der trotzkistische Intellektuelle und die militante Antiimperialistin, die radikale Basisgewerkschafterin oder der Maoist der siebziger Jahre als ungef&auml;hr gleich. Alle w&uuml;rden sie im Verfassungsschutzbericht in der Rubrik &raquo;Linksextremismus&laquo; auftauchen, zusammen mit RAF-Anh&auml;ngern, Parteikommunisten, DDR-Nostalgikern und Autonomen, wenngleich in verschiedenen Unterkapiteln.<br>\nWas ist dadurch &uuml;ber ihr Gesellschaftsmodell und dessen Beurteilung, etwa unter dem Gesichtspunkt der individuellen und kollektiven Emanzipation, ausgesagt? Schlichtweg &uuml;berhaupt nichts&hellip;Es geht darum, festzuschreiben, wer gerade noch so links ist, &raquo;wie es die Polizei erlaubt&laquo;, und wer &raquo;zu weit links steht&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2010\/21\/40989.html\">Jungle World<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>CDU laufen auch noch die Mitglieder weg!<\/strong><br>\nWurden im August 2009 noch 523374 Unions-Mitglieder (ohne CSU) gez&auml;hlt, so waren es im Februar 2010 nur noch 518284.<br>\nBei Antritt von Angela Merkel als CDU-Bundesvorsitzende vor zehn Jahren bekannten sich noch rund 616000 Unions-Anh&auml;nger zum CDU-Parteibuch. Danach ging es stetig bergab. Nach Merkels Wahl zur Kanzlerin 2005 waren es nur noch knapp 572000.<br>\nDer anhaltende Mitgliederschwund belastet die durch eine Serie schlechter Wahlergebnisse angespannte Finanzlage der Union zus&auml;tzlich.<br>\nNur mit einem Trick komme die Bundes-CDU zur Zeit noch an Entlassungen vorbei, hei&szlig;t es: Nach Informationen von BILD.de wurden rund 30 Mitarbeiter im Konrad-Adenauer-Haus an Ministerien, Beh&ouml;rden und Bundestag &bdquo;ausgeliehen&ldquo;. Im Klartext: Die Geh&auml;lter zahlt der Steuerzahler!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/2010\/05\/27\/cdu-krise\/nach-ministern-auch-mitglieder-weg.html\">Bild.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine beachtliche Indiskretion der Bild-Zeitung. Nicht nur dass CDU-Bedienstete vom Steuerzahler finanziert werden. K&ouml;nnte es sein, dass die Allianz zwischen Merkel und Bild br&uuml;chig wird?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>DGB: Jugendliche mit Migrationshintergrund: Am Arbeitsmarkt doppelt benachteiligt<\/strong><br>\nEin Viertel der Jugendlichen im ausbildungsf&auml;higen Alter (15 bis 25 Jahre) verf&uuml;gt &uuml;ber einen Migrationshintergrund. Sie sind die Kinder eines bzw. zweier eingewanderter Elternteile und jung nach Deutschland gekommen oder hier geboren. Sie sind deutsche Staatsb&uuml;rger\/innen oder besitzen eine andere Staatsb&uuml;rgerschaft. Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund handelt es sich um eine sehr heterogene Gruppe. Je nach Herkunftsland und Einwanderergeneration bestehen gro&szlig;e Unterschiede hinsichtlich des Bildungsstandes, der Deutschkenntnisse, der Ausbildungs- und Erwerbsbeteiligung, der Familienstrukturen, der Wohnsituation, des Aufenthaltsstatus und dem Grad ihrer Integration. Am Arbeits- und Ausbildungsmarkt treffen viele von ihnen auf besondere Probleme.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++93abb5e6-5dcc-11df-79f5-00188b4dc422\">DGB arbeitsmarktaktuell 06\/2010<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Nordrhein-Westfalen: Streitpunkt Studiengeb&uuml;hren<\/strong><br>\nDie Hochschulrektoren in NRW sehen jedoch ihre Felle davonschwimmen. Deshalb haben sie kurz vor Beginn der schwarz-roten Sondierungsgespr&auml;che in einem Offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden ihre Forderung auf den Tisch gelegt: keine ersatzlose Streichung der Campus-Maut.<br>\nAls Kompromiss schl&auml;gt Freimuth als Vorsitzender der Landeskonferenz der NRW-Universit&auml;ten das Hamburger Geb&uuml;hrenmodell vor: erst studieren, sp&auml;ter zahlen. In diesem Fall m&uuml;sste aber das Land in Vorleistung treten. 250 Millionen Euro bringen die Geb&uuml;hren den NRW-Hochschulen bislang j&auml;hrlich ein. Rennen-Allhoff, die auch Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Fachhochschulen ist, misstraut dem Versprechen der SPD, ein Wegfall der Studiengeb&uuml;hren werde &uuml;ber den Landeshaushalt kompensiert. &ldquo;Angesichts der angespannten Finanzlage aller L&auml;nder sehe ich zurzeit nicht, wo das herkommen soll.&rdquo; &nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wissen_und_bildung\/aktuell\/2688302_Nordrhein-Westfalen-Streitpunkt-Studiengebuehren.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein Musterbeispiel f&uuml;r die Froschperspektive des politischen Denkens der Hochschulleitungen und ein Beleg wie sich das &bdquo;unternehmerische&ldquo; Denken in den K&ouml;pfen schon festgesetzt hat. Die &bdquo;Pr&auml;sidenten&ldquo; greifen nat&uuml;rlich gern nach dem Strohhalm der Studiengeb&uuml;hren. Sie haben schon komplett  ausgeblendet, warum die &ouml;ffentlichen Kassen so knapp sind. Dass das etwas mit dem Steuersenkungswahn der letzten Jahre zu tun haben k&ouml;nnte, kommt in ihrer Wahrnehmung nicht mehr vor.  Sie haben sich schon eingerichtet als Unternehmensf&uuml;hrer auf dem Bildungsmarkt, die Geld abholen, wo es zu holen ist. &Uuml;ber die Funktion von Studiengeb&uuml;hren und ihre bildungspolitische Bedeutung wird schon gar nicht mehr nachgedacht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Massenproteste gegen Sarkozys Pensionsreform<\/strong><br>\nIn ganz Frankreich sind am Donnerstag nach Gewerkschaftsangaben rund eine Million Menschen auf die Stra&szlig;e gezogen, um gegen die geplante Anhebung des Rentenalters zu protestieren. &ldquo;Einzig eine Demonstration der St&auml;rke auf den Stra&szlig;en kann das Renteneintrittsalter von 60 Jahren und die sozialen Errungenschaften besch&uuml;tzen, die von Pr&auml;sident Nicolas Sarkozy systematisch angegriffen werden&rdquo;, sagte der Generalsekret&auml;r der Gewerkschaft CGT, Bernard Thibault. Sch&auml;tzungsweise legten zwischen zehn und 20 Prozent der Mitarbeiter an Schulen, bei der Post und beim Telekom-Konzern France Telecom ihre Arbeit nieder.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1271377660936\/Massenproteste-gegen-Sarkozys-Pensionsreform\">Der Standard<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bei uns liest und h&ouml;rt man relativ wenig dar&uuml;ber. Aus Angst oder weil man nicht wahrhaben will, dass sich unsere Nachbarn gegen eine Politik wehren, die sich bei uns schon l&auml;ngst durchgesetzt hat.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: USA dr&auml;ngen Deutschland zum Schuldenmachen; Banken bekamen vier Billionen Euro aus Rettungspaket; Hypo &ndash; Aufsichtsr&auml;te mitschuldig; Otte: wo man mehr Staat braucht; USA-Aufschwung macht Angst; Beziehungspflege mit Arabien; Wirtschaftsinteressen milit&auml;risch durchsetzen; M&uuml;ntefering warnt vor Krieg der Generationen; Kopfpauschale; Gesundheitswesen; Sparvorschl&auml;ge des BDI; Amnesty r&uuml;gt Berlin; BP hat mehr Macht<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5686\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5686","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5686","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5686"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5686\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5688,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5686\/revisions\/5688"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5686"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5686"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5686"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}