{"id":57071,"date":"2019-12-13T08:35:29","date_gmt":"2019-12-13T07:35:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071"},"modified":"2019-12-13T08:35:29","modified_gmt":"2019-12-13T07:35:29","slug":"hinweise-des-tages-3513","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071#h01\">Boris Johnson leads Tories to historic general election win<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071#h02\">Die Weltenrichter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071#h03\">Nord Stream 2<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071#h04\">Russland wirft deutsche Diplomaten raus &ndash; so reagiert die Bundesregierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071#h05\">Der Parit&auml;tische Armutsbericht 2019<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071#h06\">Haushalt 2020: Hundert Millionen Euro mehr f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071#h07\">Vom Verlust guter Arbeit: Das Elend der Paketboten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071#h08\">Produktivit&auml;t erkl&auml;rt L&ouml;hne nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071#h09\">Wirtschaftsdemokratie statt kapitalistischem Wachstumszwang<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071#h10\">Das Atomgrab der USA bricht auf &ndash; Ozean in Gefahr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071#h11\">Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug &hellip;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071#h12\">Generation Tired<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57071#h13\">&bdquo;Die Verteidigung von Menschenrechten auf k&uuml;nstlerischer Ebene&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Boris Johnson leads Tories to historic general election win<\/strong><br>\nBoris Johnson has clinched a historic Conservative general election victory, winning a string of seats from Jeremy Corbyn&rsquo;s Labour party in its traditional heartlands. Johnson&rsquo;s gamble of triggering a snap poll in the hope of uniting the Brexit vote in leave-supporting seats across Wales, the Midlands and the north of England paid off spectacularly, setting him on course for the Tories&rsquo; strongest performance for decades. An unapologetic Corbyn used his acceptance speech in Islington North to attack the media&rsquo;s portrayal of him and his party, and insist the party&rsquo;s policies had been &ldquo;extremely popular&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2019\/dec\/13\/boris-johnson-leads-tories-historic-general-election-win\">The Guardian<\/a>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Die NachDenkSeiten werden im Anschluss an die Hinweise des Tages eine eigene Wahlanalyse ver&ouml;ffentlichen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Die Weltenrichter<\/strong><br>\nDie EU bereitet ein neues Sanktionsregime vor und will angebliche oder tats&auml;chliche Menschenrechtsbrecher weltweit mit Zwangsma&szlig;nahmen &uuml;berziehen. Vorbild sind zwei US-Sanktionsgesetze, mit denen Washington missliebige Personen in Russland und in anderen L&auml;ndern mit Repressalien belegt. Wer gem&auml;&szlig; den Gesetzen gelistet ist, darf die Vereinigten Staaten nicht mehr bereisen; etwaiges dort angelegtes Verm&ouml;gen wird eingefroren. Die Trump-Administration hat eins der Gesetze (&ldquo;Global Magnitsky Act&rdquo;) etwa genutzt, um in einem Konflikt mit der T&uuml;rkei die t&uuml;rkischen Minister f&uuml;r Justiz und f&uuml;r Inneres mit Sanktionen zu bestrafen. Die EU-Au&szlig;enminister haben nun den Europ&auml;ischen Ausw&auml;rtigen Dienst beauftragt, ein entsprechendes Gesetz f&uuml;r die EU vorzubereiten (&ldquo;European Magnitsky Act&rdquo;). Man wolle &ldquo;die globale F&uuml;hrung der EU in Sachen Menschenrechte&rdquo; bekr&auml;ftigen, erkl&auml;rt der EU-Au&szlig;enbeauftragte Josep Borrell. Ein EU-Diplomat wird mit der Aussage zitiert, tats&auml;chlich wolle man zeigen, dass &ldquo;wir Muskeln haben&rdquo;. Es handelt sich demnach um ein humanit&auml;r gef&auml;rbtes Machtinstrument.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8134\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><strong>dazu: Trump verh&auml;ngt neue Sanktionen gegen die iranische Bev&ouml;lkerung<\/strong><br>\nDie Trump-Administration verh&auml;ngt neue Sanktionen gegen den Iran. Targets sind unter anderem sind die staatliche Reederei IRISL und die gr&ouml;&szlig;te private Airline Mahan Air. Der Vorwurf lautet: &bdquo;Proliferation von Massenvernichtungswaffen&ldquo; und deren &bdquo;direkter Beitrag zur verheerenden humanit&auml;ren Krise &hellip; im Jemen&ldquo;. Donald Trump spielt eine weitere Seite aus dem Irak-Playbook und beweist einmal mehr, dass er alles andere als die &bdquo;Taube&ldquo; ist, als die ihn auch viele Apologeten im Westen so gerne sehen wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/justicenow.de\/2019-12-12\/trump-verhaengt-neue-sanktionen-gegen-die-iranische-bevoelkerung\/\">Justice Now<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Nord Stream 2<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Knallharte US-Wirtschaftspolitik<\/strong><br>\nDass sich der US-Senator Ted Cruz, beim Thema Nord-Stream-2-Sanktionen einer der Wortf&uuml;hrer in Washington, um die europ&auml;ische Versorgungssicherheit sorgt &ndash; das klingt ehrenwert. Aber nat&uuml;rlich hat Cruz anderes im Sinn als etwa eine deutsche Abh&auml;ngigkeit von russischem Gas. Cruz ist Senator f&uuml;r den Bundesstaat Texas. Dort wurde vor einer Woche der Bau neuer Export-Terminals f&uuml;r Fl&uuml;ssiggas beschlossen. Andere Terminals, die eigentlich f&uuml;r den Import von Gas per Schiff gedacht waren, sind l&auml;ngst umgestellt worden.<br>\nDas Fracking, also das Aufbrechen von Schiefergestein, hat in Amerika derart viele neue &Ouml;l- und Gasreserven f&ouml;rderbar gemacht, dass die Branche boomt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Und somit ist es keine partnerschaftliche Besorgnis, die die USA umtreibt. Es sind es knallharte Wirtschaftsinteressen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/info\/sendungen\/kommentare\/Kommentar-zu-US-Sanktionen-gegen-Nord-Stream-2,nordstream364.html\">NDR Info<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> US-Regierungen dulden offenbar lediglich die Abh&auml;ngigkeit Deutschlands von den USA &ndash; z.B. in Form des Fracking-Gas.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Zeit f&uuml;r eine souver&auml;ne Au&szlig;enpolitik<\/strong><br>\nDie USA wollen mit Sanktionen die Fertigstellung der Gaspipeline Nord Stream 2 verhindern, die russisches Erdgas nach Deutschland liefern soll. Mitarbeitern von Unternehmen, die die Rohre verlegen, drohen der Visa-Entzug und das Einfrieren von Verm&ouml;genswerten in den USA. Der Druck den die Verbrecherclique der &bdquo;hemmungslosen Schurken-Supermacht&ldquo; (Robert Kagan), die ihr schmutziges Fracking-Gas verkaufen will, auf die deutschen Vasallen wird immer gr&ouml;&szlig;er.<br>\n&bdquo;Es ist doch eine banale Erkenntnis, dass die Vereinigten Staaten ein Problem h&auml;tten, wenn deutsche Technologie und russische Rohstoffe zueinander f&auml;nden&ldquo;, hat der US-amerikanische Sicherheitsberater George Friedman gesagt. Deshalb sei es ein &bdquo;US-Hauptziel seit einem Jahrhundert, ein deutsch-russisches B&uuml;ndnis zu verhindern.&ldquo; Vielleicht legt mal eine gute Fee den treuen US-Dienern Merkel, Kramp-Karrenbauer und Maas diesen Spruch unters Kopfkissen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/2705829892811794\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a><\/li>\n<li><strong>US-Sanktionen gegen Nord Stream 2: &ldquo;Schattenboxen&rdquo;<\/strong><br>\nDie Ma&szlig;nahmen werden das Pipeline-Projekt nicht mehr stoppen. Die deutsche Regierung verwehrt sich gegen &ldquo;extraterritoriale Sanktionen&rdquo;<br>\nDie EU z&auml;hlt weltweit zu den gr&ouml;&szlig;ten Absatzm&auml;rkten f&uuml;r Erdgas, f&uuml;r Anbieter ist das ein gro&szlig;es Gesch&auml;ft. Die Pipeline Nord Stream 2 liefert billiges Erdgas aus Russland, die USA konkurriert mit wirtschaftlich und &ouml;kologisch teurerem Fl&uuml;ssigerdgas (LNG) &ndash; und mit politischer Macht.<br>\nBezeichnend ist, dass die Sanktionen, die gestern vom US-Repr&auml;sentantenhaus gegen Unternehmen verabschiedet wurden, die am Projekt Nord Stream 2 beteiligt sind, zu einem sicherheitspolitischen Gesetzespaket geh&ouml;ren, dem National Defense Authorization Act 2020, das zum Verteidigungshaushalt geh&ouml;rt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/US-Sanktionen-gegen-Nord-Stream-2-Schattenboxen-4613949.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Nord Stream 2: Klare Kante gegen US-Sanktionen<\/strong><br>\n&bdquo;Die Bundesregierung muss sich unverz&uuml;glich mit allen diplomatischen Mitteln, aber auch mit deutlichen Gegenma&szlig;nahmen gegen die Sanktionsdrohungen der USA wegen Nord Stream 2 zur Wehr setzen. Dabei muss sie auch Strafz&ouml;lle der Europ&auml;ischen Union gegen LNG-Gas aus den USA einfordern&ldquo;, kommentiert Klaus Ernst, Vorsitzender des Bundestagsausschusses f&uuml;r Wirtschaft und Energie und wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, die gestern im US-Repr&auml;sentantenhaus beschlossenen Sanktionen gegen Firmen, die am Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 beteiligt sind. Ernst weiter:<br>\n&bdquo;Die US-Sanktionen sind unvereinbar mit dem V&ouml;lkerrecht. Deutschland und die EU k&ouml;nnen ihre eigene Energiepolitik so gestalten, wie sie das f&uuml;r richtig halten. Die an Nord Stream 2 beteiligten Firmen haben sich nichts zuschulden kommen lassen. Sie m&uuml;ssen darauf vertrauen k&ouml;nnen, dass Deutschland sie jetzt nicht im Stich l&auml;sst.<br>\nDas Vorgehen der USA zeigt wieder einmal, dass Europa und Deutschland sich von den USA au&szlig;en-, au&szlig;enwirtschafts- und sicherheitspolitisch emanzipieren m&uuml;ssen. In einer sich herausbildenden multipolaren Weltordnung m&uuml;ssen die EU und Deutschland flexibel sein, also themen- und interessenspezifisch mit wechselnden Partnern agieren, statt sich weiterhin in Nibelungentreue gegen&uuml;ber den USA zu &uuml;ben.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/nord-stream-2-klare-kante-gegen-us-sanktionen\/\">DIE LINKE. im Bundestag<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Russland wirft deutsche Diplomaten raus &ndash; so reagiert die Bundesregierung<\/strong><br>\nBerlin hatte zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft zu unerw&uuml;nschten Personen erkl&auml;rt. Pr&auml;sident Wladimir Putin hatte eine &ldquo;spiegelgenaue&rdquo; Reaktion angek&uuml;ndigt. Die Bundesregierung wirft Russland fehlende Kooperation bei der Aufkl&auml;rung der Bluttat vor. (&hellip;)<br>\nDas Ausw&auml;rtige Amt hat die Entscheidung Moskaus zur Ausweisung der deutschen Diplomaten scharf kritisiert. &ldquo;Die Bundesregierung nimmt die Entscheidung der russischen Regierung mit Bedauern zur Kenntnis, zwei Mitarbeiter der Deutschen Botschaft Moskau zu personae non gratae zu erkl&auml;ren. Sie sendet das falsche Signal und ist ungerechtfertigt&rdquo;, erkl&auml;rte eine Sprecherin des Ausw&auml;rtigen Amts am Donnerstag in Berlin. &ldquo;Weitere Schritte in dieser Angelegenheit beh&auml;lt sich die Bundesregierung im Licht der Ermittlungen vor.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/deutschland-welt\/vermischtes\/artikel\/1956203\/mord-an-georgier-in-berlin-russland-bestellt-deutschen-botschafter-ein\">Neue Osnabr&uuml;cker Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Hat das Ausw&auml;rtige Amt etwa allen Ernstes gedacht, die Ausweisung zweier russischer Diplomaten bleibe folgenlos? Vermutlich w&auml;re eine intensive Kontaktaufnahme mit den russischen Beh&ouml;rden vor der Ausweisung der beiden russischen Diplomaten hilfreich gewesen. Bitte lesen Sie dazu auch &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57013#h03\">Sehr grausam und blutr&uuml;nstig<\/a>&ldquo; mit einer Anmerkung von Jens Berger.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Der Parit&auml;tische Armutsbericht 2019<\/strong><br>\nDas Erfreuliche zuerst: Die Armut in Deutschland ging von 2017 auf 2018 zur&uuml;ck. Es ist mit minus 0,3 Prozentpunkten zwar ein nur leichter R&uuml;ckgang, auch bleibt die Armut mit 15,5 Prozent in Deutschland auf hohem Niveau, doch ist es zumindest der erste R&uuml;ckgang seit 2014 und der erste R&uuml;ckgang der Quote um mehr als minimale 0,1 Prozentpunkte seit 2006. Erstmalig ging auch die Armutsquote unter Menschen mit nicht deutscher Staatsangeh&ouml;rigkeit, die seit 2012 stark angestiegen war, deutlich und im Vergleich zur Gesamtbev&ouml;lkerung sogar &uuml;berdurchschnittlich zur&uuml;ck. Das Gleiche gilt f&uuml;r Menschen mit Migrationshintergrund generell. Die seit einigen Jahren zu beobachtende Scherenentwicklung, wonach die Armut unter deutschen Staatsb&uuml;rger*innen und Einwohner*innen ohne Migrationshintergrund sank, w&auml;hrend sie bei Ausl&auml;nder*innen und Menschen mit Migrationshintergrund anstieg, ist in 2018 gestoppt.<br>\nEntsprechend funktioniert auch das dazugeh&ouml;rige Framing nicht mehr, wonach Armut in Deutschland vor allem ein Problem von Migrant*innen sei. Gleichwohl bleiben Menschen mit Migrationshintergrund, genauso wie Arbeitslose, Alleinerziehende, Kinderreiche oder Menschen mit nur unzureichenden Bildungsabschl&uuml;ssen die Hauptrisikogruppen der Armut mit Quoten zwischen 30 und 57 Prozent. (&hellip;)<br>\nIn Ankn&uuml;pfung an aktuelle sozialpolitische Diskussionen sehen wir angesichts der Befunde dieses Berichtes Priorit&auml;t in folgendem Sofortprogramm:\n<ul>\n<li>sofortige Erh&ouml;hung der Regels&auml;tze von derzeit 424 auf 582 Euro und Einsetzung einer unabh&auml;ngigen Kommission zur Neubestimmung des Existenzminimums &ndash; insbesondere f&uuml;r Kinder;<\/li>\n<li>Einf&uuml;hrung von Freibetr&auml;gen auf Alterseink&uuml;nfte in der Altersgrundsicherung und Einf&uuml;hrung einer Mindestrente f&uuml;r langj&auml;hrig Versicherte;<\/li>\n<li>Einf&uuml;hrung einer bedarfsdeckenden und einkommensorientierten Kindergrundsicherung und Schaffung eines Rechtsanspruchs auf Teilhabe im Kinder- und Jugendhilfegesetz;<\/li>\n<li>Erh&ouml;hung des gesetzlichen Mindestlohnes auf 13 Euro;<\/li>\n<li>sanktionsfreier Umbau der Hartz IV-Leistungen zu einem echten Unterst&uuml;tzungssystem inklusive eines sozialen Arbeitsmarktes und sozialp&auml;dagogischer Hilfen;<\/li>\n<li>Umbau der Pflegeversicherung durch Abschaffung oder deutliche Reduzierung der Eigenanteile der Pflegebed&uuml;rftigen;<\/li>\n<li>kostenfreie bedarfsdeckende gesundheitliche Versorgung auch f&uuml;r Menschen mit niedrigem Einkommen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.der-paritaetische.de\/schwerpunkt\/armutsbericht\/\">Der Parit&auml;tische<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu: Der Armutsbericht 2019, eine grobschl&auml;chtige Vierteilung des Landes und eine klaffende offene Wunde, die gr&ouml;&szlig;er wird: Altersarmut<\/strong><br>\nAuf den ersten fl&uuml;chtigen Blick kann man immer noch (scheinbar) sagen, dass Altersarmut im Vergleich zur Armutsgef&auml;hrdungsquote insgesamt eher unterdurchschnittlich dimensioniert ist, denn im vergangenen Jahr lag die Quote insgesamt bei 15,5 Prozent, die f&uuml;r die 65 Jahre und &auml;lteren Menschen leicht darunter: 14,7 Prozent. Betrachtet man hingegen die Entwicklung seit dem Jahr 2005, dann erkennt man, dass die L&uuml;cke zwischen der Quote insgesamt und der f&uuml;r die &Auml;lteren zu schlie&szlig;en beginnt. [&hellip;]<br>\n&Uuml;brigens ist das nun keineswegs ein Naturgesetz, dass die Altersarmut weiter ansteigen muss. An dieser Stelle auch, aber nicht nur aufgrund der aktuellen Proteste in Frankreich gegen eine geplante Rentenreform der Blick auf die Unterschiede bei der Armutsgef&auml;hrdung zwischen beiden Nachbarstaaten &ndash; f&uuml;r Deutschland wird auf der Grundlage von EU-SILC-Daten f&uuml;r 2018 ein Wert von 18,2 Prozent ausgewiesen, f&uuml;r Frankreich sind es lediglich 8,3 Prozent:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/aktuelle-sozialpolitik.de\/2019\/12\/12\/armutsbericht-2019-und-die-altersarmut\/%20\">Aktuelle Sozialpolitik<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Haushalt 2020: Hundert Millionen Euro mehr f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger?<\/strong><br>\nF&uuml;r das kommende Jahr sind im Bundeshaushalt f&uuml;nf Milliarden Euro zur F&ouml;rderung von Hartz-IV-Empf&auml;ngern veranschlagt &ndash; 105 Millionen Euro mehr als 2019. Pro Kopf st&uuml;nden theoretisch f&uuml;r jeden Leistungsberechtigten rund 1.200 Euro zur Verf&uuml;gung. Weil die Jobcenter Gelder f&uuml;r Verwaltungskosten abzweigen, kommen die Erh&ouml;hungen allerdings nicht immer bei den Betroffenen an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.o-ton-arbeitsmarkt.de\/o-ton-news\/haushalt-2020-hundert-millionen-euro-mehr-fuer-hartz-iv-empfaenger\">O-Ton Arbeitsmarkt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Vom Verlust guter Arbeit: Das Elend der Paketboten<\/strong><br>\nArbeit ist einer der wichtigsten Lebensinhalte der Menschen heute, f&uuml;r viele von uns ist sie sogar der allerwichtigste. Und damit erf&uuml;llt sie auch eine gesellschaftliche Funktion: Sie stiftet Sinn, sie gibt den Menschen das Gef&uuml;hl, etwas wert zu sein. Wer Arbeit hat, der hat auch Stolz. Sie ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenh&auml;lt. Gesellschaften, in denen die Arbeitslosigkeit hoch ist, sind politisch deutlich instabiler als jene mit niedriger Arbeitslosigkeit. Wer keine Arbeit hat, beginnt auch schneller an der Politik zu zweifeln, die er daf&uuml;r verantwortlich macht.<br>\nUm eine stabile politische Lage zu gew&auml;hrleisten, reicht es jedoch nicht, die richtige Anzahl von Arbeitspl&auml;tzen zu haben. Es m&uuml;ssen auch gute Arbeitspl&auml;tze sein, faire. Solche, die angemessen entlohnt sind. Wer den ganzen Tag arbeitet, sich anstrengt, sich dann aber am Ende &uuml;ber den Tisch gezogen f&uuml;hlt, wenn er seinen Gehaltszettel sieht, wird unzufrieden sein. Das Menschenrecht auf Arbeit darf nicht in den Kosten gedr&uuml;ckt werden. Und es darf auch nicht darin beschnitten werden, st&auml;ndig in seinem Bestand bedroht zu sein: Wer sich nach bestem Wissen und Gewissen f&uuml;r seine Arbeit einsetzt und dann trotzdem immer wieder nur mit befristeten Arbeitsvertr&auml;gen abgespeist oder nur als Freelancer besch&auml;ftigt wird, obwohl er sich &ndash; und so geht es sehr vielen &ndash; eine Festanstellung w&uuml;nscht, der wird frustriert sein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2019\/dezember\/vom-verlust-guter-arbeit-das-elend-der-paketboten\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Produktivit&auml;t erkl&auml;rt L&ouml;hne nicht<\/strong><br>\nL&auml;sst sich das Einkommen von Menschen durch deren Produktivit&auml;t erkl&auml;ren? Ich habe diese Frage in einem fr&uuml;heren Beitrag gestellt. Meine Antwort war ein klares Nein. In diesem Beitrag werde ich tiefer in die Gr&uuml;nde daf&uuml;r einsteigen. Ich konzentriere mich dabei auf die L&ouml;hne.<br>\nBeginnen wir mit den Belegen, die &uuml;blicherweise als Beweis daf&uuml;r angef&uuml;hrt werden, dass die Produktivit&auml;t von Menschen deren L&ouml;hne erkl&auml;re. Betrachtet man Unternehmen, so stellt man fest, dass der Umsatz pro Mitarbeiter mit den Durchschnittsl&ouml;hnen korreliert. Abbildung 1 zeigt diese Korrelation f&uuml;r etwa 50.000 US-Unternehmen in den Jahren 1950 bis 2015.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blickpunkt-wiso.de\/post\/produktivitaet-erklaert-loehne-nicht--2340.html\">Blickpunkt WiSo<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Wirtschaftsdemokratie statt kapitalistischem Wachstumszwang<\/strong><br>\nStaatseinnahmen, Arbeitsm&auml;rkte und Masseneinkommen h&auml;ngen am Wirtschaftswachstum. Bleibt es aus, ist der Katzenjammer gro&szlig;. Das hat systemische Ursachen. Die Jagd nach Mehrwert ist der zentrale Antrieb einer privatkapitalistischen Wirtschaft. Erlahmt sie, verliert das System an Stabilit&auml;t. Der Kapitalismus w&auml;chst oder er ist in der Krise. Neue systemische Ziele sind deshalb gefragt: gesellschaftliche Gebrauchswerte, &ouml;kologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und mehr gute Arbeit. Das erfordert Markteingriffe, den Ausbau &ouml;ffentlicher G&uuml;ter und Infrastruktur und mehr Demokratie in Wirtschaft und Gesellschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/awblog.at\/wirtschaftsdemokratie-statt-kapitalistischem-wachstumszwang\/\">A&amp;W blog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Das Atomgrab der USA bricht auf &ndash; Ozean in Gefahr<\/strong><br>\nIn einem Bunker auf den Marshall-Inseln lagern die USA Atomm&uuml;ll, der bald den Ozean verseuchen k&ouml;nnte. Niemand will zust&auml;ndig sein.<br>\nDie rund drei Kilometer lange und knapp 300 Meter breite Runit-Insel ist eine von etwa vierzig Inseln des Eniwetok-Atolls und geh&ouml;rt damit zu den Marshall-Inseln im pazifischen Ozean. Die Insel k&ouml;nnte mit ihrer zwar sp&auml;rlichen aber doch gr&uuml;nen Vegetation, den weissen Sandstr&auml;nden und dem t&uuml;rkisfarbenen Meer f&uuml;r ein Foto in einem Ferien-Prospekt herhalten &ndash; eigentlich. W&auml;re da nicht ein untertassenf&ouml;rmiger Betonbunker von etwa hundert Metern Durchmesser, indem 85&rsquo;000 Kubikmeter nuklearer Abfall lagern: Plutonium-239, dessen Halbwertszeit 24&rsquo;000 Jahre betr&auml;gt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Umwelt\/Das-Atomgrab-der-USA-bricht-auf--Ozean-in-Gefahr\">Infosperber<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug &hellip;<\/strong><br>\nSo lange ist das noch nicht her, da hat sich die Deutsche Bahn ein bisschen gro&szlig;z&uuml;gig vor die &Ouml;ffentlichkeit gestellt und verk&uuml;ndet, dass in ihren Intercity-Express-Z&uuml;gen k&uuml;nftighin auch kostenfreies Internet geboten sein wird. Anfang 2017 war das. Vorher hat man f&uuml;r eine nicht sonderlich stabile Verbindung richtig Geld hinlegen m&uuml;ssen. Teilweise musste man f&uuml;r zwei Stunden mobile Zeit acht Euro berappen. Was Reisende im Laufe vieler Jahre da in ihre Erreichbarkeit gesteckt haben, kann man sich ausrechnen.<br>\nAber vor knapp drei Jahren war das alles vorbei, da kam die Bahn an. Nicht immer am Bahnhof zwar, aber wenigstens in der Zukunft, im technologischen Utopia. Damit warb sie dann auch gro&szlig;kotzig, als ob ein Internetzugang 2017 noch etwas war, was man sonst nirgends bekam.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1129972.ec-kartenzahlung-entschuldigen-sie-ist-das-der-sonderzug-h.html\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Generation Tired<\/strong><br>\nEs passt nicht so recht ins Bild der sch&ouml;nen neuen Digi-Welt, aber Mediennutzer selbst beklagen zunehmend Ersch&ouml;pfung, ein hoher Anteil junger Frauen f&uuml;hlt sich &ldquo;unter Druck&rdquo;<br>\nMan sollte doch ab und zu nachdenken d&uuml;rfen &uuml;ber unsere digitalen Gewohnheiten, auch auf die Gefahr hin, als pessimistisch oder Nicht-auf-der-H&ouml;he gebrandmarkt zu werden. Was w&auml;re das denn: die &ldquo;H&ouml;he&rdquo; &ndash; die Digitale Moderne? Oder, weniger euphorisch, unsere vollkommen gewordene Abh&auml;ngigkeit von einem Flachmann, vollgestopft mit Elektronik, glatt, strahlend, rohstoffhungrig, immer am Ohr?<br>\nF&uuml;r viele nichts weniger als die Einl&ouml;sung einer Verhei&szlig;ung. Jedes Smartphone ist Teil der neuen, globalen Menschengesellschaft, wir sind Begeisterte, nicht Ausgebeutete. Und wir, viele von uns sind neuesten Befragungen zufolge &ndash; digital ersch&ouml;pft.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Generation-Tired-4607236.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&bdquo;Die Verteidigung von Menschenrechten auf k&uuml;nstlerischer Ebene&ldquo;<\/strong><br>\nKonstantin Wecker wird in einer Buch-Anthologie ausf&uuml;hrlich und wissenschaftlich gew&uuml;rdigt. Man kann Konstantin Wecker im CD-Regal unter &bdquo;Rock\/Pop deutsch&ldquo; einordnen. Man kann ihn in einer Talkshow neben einen Comedian und ein Pop-Sternchen setzen &ndash; und auch da macht er eine gute Figur. Oder man kann beginnen, ihn als das zu sehen, was er ist: ein ernst zu nehmender K&uuml;nstler. Dies geschieht erfreulicherweise mehr und mehr. Auch Literatur- und Musikwissenschaftler haben Wecker entdeckt und beschreiben ihn mit dem ihnen eigenen sprachlich ausgefeilten Analyse-Instrumentarium. Besonders gelungene Beispiele sind drei Essays, enthalten in dem Sammelband &bdquo;Bist du ein Mensch, so f&uuml;hle meine Not&ldquo;, eine Zusammenstellung sehr unterschiedlicher, tiefgr&uuml;ndiger Aufs&auml;tze zum Thema Menschenrechte und Kultur.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/die-verteidigung-von-menschenrechten-auf-kuenstlerischer-ebene\">Hinter den Schlagzeilen<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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