{"id":57090,"date":"2019-12-15T09:00:19","date_gmt":"2019-12-15T08:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57090"},"modified":"2019-12-13T14:39:56","modified_gmt":"2019-12-13T13:39:56","slug":"hinweise-der-woche-140","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57090","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57090#h01\">Hunderte Journalisten aus der ganzen Welt unterzeichnen offenen Brief f&uuml;r Assanges Freilassung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57090#h02\">Nun geben die Falken den Ton an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57090#h03\">Zur&uuml;ck in die Zukunft &ndash; Mindestlohn-Forderung der SPD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57090#h04\">Der Fachkr&auml;ftemangel ist ein Mythos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57090#h05\">Renten rauf &ndash; auch in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57090#h06\">Der Parit&auml;tische Armutsbericht 2019<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57090#h07\">Sozial-&ouml;kologischer Umbau und die Wachstumsfrage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57090#h08\">Sanktionen aus der H&ouml;lle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57090#h09\">NATO: Risiken und Nebenwirkungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57090#h10\">Die &laquo;kriminelle Kehrseite&raquo; des FC Bayern: &laquo;Die Einnahmen flossen in die Taschen der Stars oder wurden bei einer Zwischenlandung in der Schweiz deponiert&raquo;.<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Hunderte Journalisten aus der ganzen Welt unterzeichnen offenen Brief f&uuml;r Assanges Freilassung<\/strong><br>\nHunderte von Journalisten und Medienbesch&auml;ftigte aus der ganzen Welt haben einen leidenschaftlichen offenen Brief unterzeichnet, in dem die bedingungslose Freilassung von WikiLeaks-Gr&uuml;nder Julian Assange gefordert wird sowie das sofortige &bdquo;Ende der juristischen Kampagne gegen ihn wegen des Verbrechens, Kriegsverbrechen aufgedeckt zu haben&ldquo;.<br>\nZu den bisher 509 Unterzeichnern geh&ouml;ren der WikiLeaks-Chefredakteur Kristinn Hrafnsson, der weltweit renommierte investigative Journalist John Pilger und der Whistleblower Daniel Ellsberg, der mit den Pentagon Papers die Kriminalit&auml;t des Vietnamkriegs in ihrem ganzen Umfang enth&uuml;llt hat.<br>\nDer Chefredakteur der internationalen Redaktion der World Socialist Web Site, David North, und andere f&uuml;hrende Reporter der WSWS haben den Brief im Namen der WSWS unterzeichnet.<br>\nDer eindringliche Appell verdeutlicht den verbrecherischen und gesetzlosen Charakter von Assanges Inhaftierung im britischen Hochsicherheitsgef&auml;ngnis Belmarsh. Er macht deutlich, dass der Versuch der US-Regierung von Pr&auml;sident Donald Trump, ihn in 17 F&auml;llen wegen Spionage anzuklagen und lebenslang einzusperren, von integren Journalisten als Frontalangriff auf die Pressefreiheit und als schwere Bedrohung ihrer eigenen Rechte angesehen wird&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2019\/12\/10\/jour-d10.html\">world socialist website<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Nun geben die Falken den Ton an<\/strong><br>\nBisher galten die EU-Au&szlig;enpolitiker als gutwillige, aber lahme Tauben. Doch nun geben die Falken den Ton an &ndash; mit der &ldquo;Sprache der Macht&rdquo; und neuen, weltweiten Sanktionen nach US-Vorbild.<br>\n&bdquo;Wir wollen ein globales Sanktions-Regime aufbauen&ldquo;, sagte der neue Au&szlig;enbeauftragte Josep Borrell bei seinem ersten Treffen in Br&uuml;ssel. Es gehe um ein europ&auml;isches Pendant zum &bdquo;Magnitsky-Act&ldquo;, den die USA bereits 2012 gegen Russland erlassen haben.<br>\nDer Ausw&auml;rtige Dienst der EU wurde beauftragt, entsprechende Sanktionen auszuarbeiten. Im Mittelpunkt sollen Reiseverbote und das Einfrieren von Verm&ouml;gen stehen. Damit will die Union k&uuml;nftig Politiker in aller Welt bestrafen, die sich gravierender Menschenrechtsverletzungen schuldig machen. Details nannte Borrell nicht.<br>\nDie EU diskutiert bereits seit Jahren &uuml;ber einen eigenen &bdquo;Magnitsky-Act&ldquo;. Dass er jetzt &ndash; kurz nach dem Start der neuen EU-Kommission &ndash; auf den Weg gebracht wird, ist kein Zufall. Denn sowohl Borrell als auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen haben sich f&uuml;r eine h&auml;rtere Gangart in der Au&szlig;enpolitik ausgesprochen.<br>\n&ldquo;Wir m&uuml;ssen h&auml;ufiger die Sprache der Macht sprechen &ndash; nicht um zu erobern, aber um einen Beitrag zu einer friedlicheren, wohlhabenderen und gerechteren Welt zu leisten&ldquo;, hie&szlig; es in der Einladung zum Au&szlig;enminister-Treffen am Montag. Gastgeber Borrell, ein spanischer Sozialist, griff damit eine Formulierung der deutschen CDU-Politikerin auf&hellip;<br>\n(&hellip;) Bisher hat die EU in der Au&szlig;enpolitik eine betont diplomatische und ausgleichende Rolle eingenommen. 2012 war sie daf&uuml;r sogar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Das norwegische Nobelkomitee w&uuml;rdigte damals den &bdquo;erfolgreichen Kampf&ldquo; der EU-Politiker f&uuml;r Frieden, Vers&ouml;hnung, Demokratie und Menschenrechte.<br>\nDoch nun sei eine neue &Auml;ra angebrochen, schrieb Borrell in seinem Brief an die EU-Au&szlig;enminister&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/aussenpolitik-nun-geben-die-falken-den-ton-an\/?utm_source=getresponse&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=Lost+in+EUrope+Update&amp;utm_content=Lost+in+EUrope+Update\">Lost in Europe<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> &bdquo;Borell, ein spanischer Sozialist&hellip;&ldquo;. Offensichtlich gibt es in Spanien auch so ausgezeichnete &bdquo;Sozialisten&ldquo; wie in Deutschland. Ich denke da besonders an Heiko Maas&hellip;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Zur&uuml;ck in die Zukunft &ndash; Mindestlohn-Forderung der SPD<\/strong><br>\nDie SPD feiert sich daf&uuml;r, einen Mindestlohn von 12 Euro zu fordern: &bdquo;Perspektivisch&ldquo;. Aber warum nicht sofort?<br>\nWas haben sich die Sozialdemokraten auf ihrem Parteitag gefeiert! Der mit gro&szlig;er Mehrheit beschlossene Leitantrag fordert &bdquo;perspektivisch&ldquo; einen Mindestlohn in H&ouml;he von 12 Euro. Man h&auml;tte auch einfach &bdquo;sofort&ldquo; dessen Anhebung verlangen k&ouml;nnen&hellip;<br>\n(&hellip;) Um sich aus dem aktuellen Umfragetief (11 Prozent!) zu befreien, will die neue F&uuml;hrung einen Linksschwenk einleiten. Schade nur, dass ihre Forderungen die Arbeitenden nicht vorm Flaschensammeln im Alter bewahren. Eine solche SPD wird nicht mehr gebraucht. Perspektivisch, versteht sich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Mindestlohn-Forderung-der-SPD\/!5648261\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Der Fachkr&auml;ftemangel ist ein Mythos<\/strong><br>\nKarl Brenke spricht, wenn auch rhetorisch etwas schief, Klartext: &bdquo;Das Geschrei der Unternehmen ist viel hei&szlig;e Luft.&ldquo; Nat&uuml;rlich gebe es in einigen Branchen Engp&auml;sse, sagt der Arbeitsmarktexperte des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW), und in manchen Bereichen sogar einen Mangel, etwa in der Pflege, im Handwerk oder bei speziellen IT-Berufen.<br>\n&bdquo;Von einem fl&auml;chendeckenden Fachkr&auml;ftemangel&ldquo;, sagt Brenke, &bdquo;kann aber keine Rede sein.&ldquo; Und tats&auml;chlich gibt mancher Personaler auch zu, dass der Mythos vom Fachkr&auml;ftemangel die eigene Reputation retten k&ouml;nne &ndash; als Ausrede f&uuml;r all diejenigen, die offene Stellen nicht schnell genug besetzen k&ouml;nnen. Auch f&uuml;r Personaldienstleister gibt es kein besseres Verkaufsargument als knappe Arbeitskr&auml;fte.<br>\nFachleute wie Brenke kritisieren die Methodik vieler Studien. F&uuml;r seinen MINT-Report stellt das IW K&ouml;ln beispielsweise zwei Zahlen einander gegen&uuml;ber: die der offenen Stellen und die der Arbeitslosen. &bdquo;Dieser Vergleich sagt aber gar nichts aus&ldquo;, so Brenke: &bdquo;Nicht jeder, der einen neuen Job sucht, ist arbeitslos gemeldet.&ldquo;<br>\nDie Bundesagentur f&uuml;r Arbeit best&auml;tigt, dass sie nicht unterscheiden k&ouml;nne, ob zwei Stellenanzeigen auf denselben Job hinweisen. Das ist immer dann der Fall, wenn nicht nur der Arbeitgeber seine offene Stelle meldet, sondern auch der Personaldienstleister, den das Unternehmen mit der Suche beauftragt hat. Die Folge: Es gibt zwei Anzeigen f&uuml;r einen Job.<br>\nDer einzig zuverl&auml;ssige Indikator, um Knappheiten am Arbeitsmarkt zu messen, ist f&uuml;r Brenke daher die Lohnentwicklung. &bdquo;G&auml;be es tats&auml;chlich einen Fachkr&auml;ftemangel&ldquo;, sagt der Forscher, &bdquo;m&uuml;ssten die Reall&ouml;hne viel st&auml;rker steigen.&ldquo; Laut einer aktuellen Gehaltsanalyse der Korn Ferry Hay Group sind die Bez&uuml;ge 2017 aber so wenig gestiegen wie seit 2011 nicht mehr &ndash; gerade mal um 0,7 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/management\/fachkraeftemangel-der-fachkraeftemangel-ist-ein-mythos\/20504844-all.html\">Wirtschaftswoche<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Renten rauf &ndash; auch in Deutschland<\/strong><br>\nDie deutsche Kritik am Rentensystem Frankreichs ist reichlich verwunderlich. Denn in der Sache machen die Franzosen fast alles richtig.<br>\nDas deutsche Urteil steht fest: Die spinnen, die Franzosen! Wie kann man 42 verschiedene Rentenkassen haben? Oder mit 52 Jahren in Rente gehen? Doch bei n&auml;herer Betrachtung zeigt sich: Das franz&ouml;sische Rentensystem funktioniert besser als das deutsche.<br>\nEs trifft n&auml;mlich nicht zu, dass sich die Franzosen massenhaft in die Fr&uuml;hrente verabschieden w&uuml;rden. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter liegt bei 62 Jahren, in Deutschland sind es 64 Jahre.<br>\nMarkante Differenzen gibt es jedoch beim Geld: Die franz&ouml;sischen Rentner erhalten durchschnittlich 1.400 Euro im Monat, w&auml;hrend es in Deutschland 2018 ganze 906 Euro waren.<br>\nDie h&ouml;heren Renten lassen sich finanzieren, weil in Frankreich auch die Rentenbeitr&auml;ge h&ouml;her sind. Die Arbeitnehmer f&uuml;hren 11,2 Prozent ihres Lohns an die Rentenkassen ab, die Unternehmen m&uuml;ssen sogar 16,3 Prozent beisteuern. In Deutschland hingegen zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber nur jeweils 9,3 Prozent des Bruttolohns. Das wirkt zun&auml;chst wie ein gutes Gesch&auml;ft f&uuml;r die deutschen Besch&auml;ftigen, aber sie sollen ja auch noch 4 Prozent in eine Riester-Rente stecken. Macht in Wahrheit 13,3 Prozent &ndash; das ist mehr als bei den Franzosen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Rentenproteste-in-Frankreich\/!5644353\/\">Ulrike Hermann in der taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der kollektive Widerstand der franz&ouml;sischen B&uuml;rger gegen die neoliberale Politik des Emanuel Macron wirft auch ein bezeichnendes Licht auf die gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse in Deutschland. Diese zeichnen sich inzwischen durch eine tiefe soziale Spaltung des Landes aus. Wesentlich verursacht durch die Agenda 2010. Leider kann man sich einen so breiten Protest gegen den Neoliberalismus von den Studierenden an den Universit&auml;ten und Hochschulen &uuml;ber die Angestellten des &ouml;ffentlichen Dienstes bis zu den Gelbwesten hier zu Lande nur schwer vorstellen. Tr&auml;ger des Protests sind in Frankreich auch die Gewerkschaften. Auch dies ist aktuell in Deutschland, wo der DGB lieber gemeinsame Erkl&auml;rungen mit den Vertretern der deutschen Oligarchie ver&ouml;ffentlicht als sich f&uuml;r die Interessen der arbeitenden Menschen einzusetzen, eher eine Wunschvorstellung.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der Parit&auml;tische Armutsbericht 2019<\/strong><br>\nDas Erfreuliche zuerst: Die Armut in Deutschland ging von 2017 auf 2018 zur&uuml;ck. Es ist mit minus 0,3 Prozentpunkten zwar ein nur leichter R&uuml;ckgang, auch bleibt die Armut mit 15,5 Prozent in Deutschland auf hohem Niveau, doch ist es zumindest der erste R&uuml;ckgang seit 2014 und der erste R&uuml;ckgang der Quote um mehr als minimale 0,1 Prozentpunkte seit 2006. Erstmalig ging auch die Armutsquote unter Menschen mit nicht deutscher Staatsangeh&ouml;rigkeit, die seit 2012 stark angestiegen war, deutlich und im Vergleich zur Gesamtbev&ouml;lkerung sogar &uuml;berdurchschnittlich zur&uuml;ck. Das Gleiche gilt f&uuml;r Menschen mit Migrationshintergrund generell. Die seit einigen Jahren zu beobachtende Scherenentwicklung, wonach die Armut unter deutschen Staatsb&uuml;rger*innen und Einwohner*innen ohne Migrationshintergrund sank, w&auml;hrend sie bei Ausl&auml;nder*innen und Menschen mit Migrationshintergrund anstieg, ist in 2018 gestoppt.<br>\nEntsprechend funktioniert auch das dazugeh&ouml;rige Framing nicht mehr, wonach Armut in Deutschland vor allem ein Problem von Migrant*innen sei. Gleichwohl bleiben Menschen mit Migrationshintergrund, genauso wie Arbeitslose, Alleinerziehende, Kinderreiche oder Menschen mit nur unzureichenden Bildungsabschl&uuml;ssen die Hauptrisikogruppen der Armut mit Quoten zwischen 30 und 57 Prozent. (&hellip;)<br>\nIn Ankn&uuml;pfung an aktuelle sozialpolitische Diskussionen sehen wir angesichts der Befunde dieses Berichtes Priorit&auml;t in folgendem Sofortprogramm:\n<ul>\n<li>sofortige Erh&ouml;hung der Regels&auml;tze von derzeit 424 auf 582 Euro und Einsetzung einer unabh&auml;ngigen Kommission zur Neubestimmung des Existenzminimums &ndash; insbesondere f&uuml;r Kinder;<br>\nEinf&uuml;hrung von Freibetr&auml;gen auf Alterseink&uuml;nfte in der Altersgrundsicherung und Einf&uuml;hrung einer Mindestrente f&uuml;r langj&auml;hrig Versicherte;<\/li>\n<li>Einf&uuml;hrung einer bedarfsdeckenden und einkommensorientierten Kindergrundsicherung und Schaffung eines Rechtsanspruchs auf Teilhabe im Kinder- und Jugendhilfegesetz;<\/li>\n<li>Erh&ouml;hung des gesetzlichen Mindestlohnes auf 13 Euro;<\/li>\n<li>sanktionsfreier Umbau der Hartz IV-Leistungen zu einem echten Unterst&uuml;tzungssystem inklusive eines sozialen Arbeitsmarktes und sozialp&auml;dagogischer Hilfen;<\/li>\n<li>Umbau der Pflegeversicherung durch Abschaffung oder deutliche Reduzierung der Eigenanteile der Pflegebed&uuml;rftigen;<br>\nkostenfreie bedarfsdeckende gesundheitliche Versorgung auch f&uuml;r Menschen mit niedrigem Einkommen.<\/li>\n<li>kostenfreie bedarfsdeckende gesundheitliche Versorgung auch f&uuml;r Menschen mit niedrigem Einkommen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.der-paritaetische.de\/schwerpunkt\/armutsbericht\/\">Der Parit&auml;tische<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Sozial-&ouml;kologischer Umbau und die Wachstumsfrage<\/strong><br>\nDas immense Wirtschaftswachstum der letzten 100 Jahre war mit ebenso immensem Wachstum des Ressourcenverbrauch, der Umweltbelastungen und der Freisetzung von Treibhausgasen verbunden. Es liegt daher nahe, ein Ende des Wirtschaftswachstums oder sogar eine wirtschaftliche Schrumpfung als unverzichtbare Bedingung f&uuml;r eine L&ouml;sung der &ouml;kologischen und Klimakrise zu betrachten, auf Englisch &bdquo;Degrowth&ldquo; also. Das Augenmerk richtet sich dabei auf das &uuml;bliche Ma&szlig; des Wirtschaftswachstums, das Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zumal dieses von &bdquo;wirtschaftsfreundlichen&ldquo; Kr&auml;ften wie ein Selbstzweck und als der Indikator f&uuml;r Wohlstand und Fortschritt behandelt wird, was es nicht ist.<br>\nDoch die Angelegenheit ist komplizierter. Ebenso wie eine positive f&uuml;hrt auch eine negative Fixierung auf das BIP-Wachstum in die Irre und in unn&ouml;tige Gegens&auml;tze. Denn auch die Gewerkschaften sind f&uuml;r ein Wachstum des BIP und auch die unverzichtbaren sozialen Ziele und Forderungen der LINKEN &ndash; gute Arbeit f&uuml;r alle die wollen, h&ouml;here L&ouml;hne, Investitionen in Bildung und Infrastruktur, Ausbau &ouml;ffentlicher und sozialer Dienstleistungen und h&ouml;here Renten und Sozialleistungen &ndash; bedeuten oder beruhen auf Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/sozialistische-linke.de\/2019\/12\/10\/sozial-oekologischer-umbau-und-die-wachstumsfrage\/?fbclid=IwAR3qjdphKxErxMVPQc0E7yJNkuhzFhPHnoqQcvDBThklRC7k1i97k7AKtO4\">Ralf Kr&auml;mer<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Sanktionen aus der H&ouml;lle<\/strong><br>\nWashington plant neue Russland-Sanktionen. Deutsche Russland-Investitionen boomen<br>\n(&hellip;) Die Vereinigten Staaten bereiten neue wirtschaftliche Zwangsma&szlig;nahmen gegen Russland vor. Wie der au&szlig;enpolitische Ausschuss des US-Senats ank&uuml;ndigt, wird er in seiner Sitzung am heutigen Mittwoch unter anderem &uuml;ber einen Gesetzentwurf beraten, der unter der Bezeichnung &ldquo;Defending American Security from Kremlin Aggression Act&rdquo; (DASKA) bekannt ist. Der Entwurf sieht unter anderem Sanktionen gegen den russischen Finanzsektor, die Cyberbranche sowie Einzelpersonen vor, denen &ldquo;direkte oder indirekte illegitime und korrupte Aktivit&auml;ten&rdquo; zugunsten des russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin vorgeworfen werden. Zudem sind harte Schritte gegen die Erd&ouml;l- und Erdgasbranche geplant; sie soll von Zulieferern und Finanziers isoliert werden. Der Urheber des Gesetzentwurfs, Senator Lindsey Graham (Republikaner), der als au&szlig;enpolitischer Hardliner bekannt ist, hat DASKA, weil die Sanktionen deutlich &uuml;ber die bisherigen US-Zwangsma&szlig;nahmen gegen Russland hinausgehen, als &ldquo;Gesetz aus der H&ouml;lle&rdquo; bezeichnet. Experten vergleichen die geplanten Sanktionen, die extraterritorial angewandt werden sollen, also Unternehmen in aller Welt treffen, in ihrer potenziellen Wirkung mit den aktuellen US-Iran-Sanktionen. Der au&szlig;enpolitische Senatsausschuss will den Entwurf noch in dieser Woche verabschieden.<br>\nGegen Nord Stream 2<br>\nUnabh&auml;ngig von den Arbeiten an DASKA hat sich der US-Kongress am Montag auf den neuen National Defense Authorization Act geeinigt, der den Pentagon-Haushalt f&uuml;r das Jahr 2020 festlegt. In das Gesetz aufgenommen worden sind gleich mehrere Sanktionsbestimmungen, darunter eine, die die Trump-Administration verpflichtet, Zwangsma&szlig;nahmen gegen Unternehmen zu verh&auml;ngen, die sich am Bau der Erdgaspipeline Nord Stream 2 beteiligen. Der Vorsto&szlig; soll die Fertigstellung der Erdgasleitung in letzter Sekunde verhindern (german-foreign-policy.com berichtete). Zudem fordert das Gesetz neue Schritte gegen Turk Stream, eine Pipeline, die Erdgas aus Russland in die T&uuml;rkei transportiert; dar&uuml;ber hinaus fordert es Sanktionen gegen die T&uuml;rkei, weil Ankara das russische Luftabwehrsystem S-400 gekauft hat. Die Ma&szlig;nahmen m&uuml;ssen von der Regierung umgesetzt werden&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8132\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>NATO: Risiken und Nebenwirkungen<\/strong><br>\n&laquo;To keep the Americans in, to keep the Russians out, to keep the Germans down.&raquo; Am 4. April 2019 feierte die NATO ihren siebzigsten Geburtstag. Sieben Jahrzehnte lang hatte das transatlantische B&uuml;ndnis die europ&auml;ische Sicherheitspolitik dominiert. Dabei war der Milit&auml;rpakt unter US-amerikanischer F&uuml;hrung in Europa nicht immer unumstritten. Angetreten, um Washingtons Interessen und Westeuropas Freiheit zu wahren, wurde die m&auml;chtigste Milit&auml;rallianz der Welt selbst zu einem Risiko f&uuml;r Sicherheit und Frieden. [&hellip;]<br>\nIm festen Glauben, den Systemkampf gewonnen zu haben und eine unipolare Welt mit Demokratie und Marktwirtschaft etablieren zu k&ouml;nnen, machten sich westliche Wirtschaftseliten n&auml;mlich umgehend daran, &laquo;die Welt im Rahmen der Globalisierung und eines deregulierten Finanzmarktes f&uuml;r den ungehinderten Kapital- und Warenverkehr zu erobern&raquo;. Und die NATO sollte das milit&auml;rische Mittel zur Verwirklichung dieser Pl&auml;ne werden. Dazu musste sie sich zuerst einmal von einem Verteidigungs- zu einem Interventionsb&uuml;ndnis wandeln, was im Jahr 1991 in der Rom-Erkl&auml;rung angedeutet, mit der Einmischung in den Bosnienkrieg ausgeweitet und mitten im Krieg gegen Jugoslawien\/Serbien 1999 auch formal bekr&auml;ftigt wurde. Seit damals beh&auml;lt sich das transatlantische B&uuml;ndnis vor, global auch ohne UN-Sicherheitsmandat milit&auml;risch zu intervenieren &ndash; formal im Kontext von Menschenrechtsverletzungen, de facto aus geostrategischen und &ouml;konomischen Interessen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/politik\/welt\/nato-risiken-und-nebenwirkungen\/\">Hintergrund<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die &laquo;kriminelle Kehrseite&raquo; des FC Bayern: &laquo;Die Einnahmen flossen in die Taschen der Stars oder wurden bei einer Zwischenlandung in der Schweiz deponiert&raquo;.<\/strong><br>\nSie schreiben, der FC Bayern und die CSU seien schon in den 1960er Jahren eine Art strategische Partnerschaft eingegangen.<br>\nDer Verein suchte die N&auml;he zur politischen Macht, die Politiker profitierten von der Popularit&auml;t des Fussballs &ndash; eine Win-win-Situation. Erschreckend war f&uuml;r mich, dass das Modell, Gelder von den Auslandtourneen nicht zu versteuern, offenkundig eine Anregung des damaligen bayrischen Finanzministers war.<br>\nL&auml;sst sich das belegen?<br>\nIch wollte zun&auml;chst meinen Augen nicht trauen, als ich die Quellen studierte: die unver&ouml;ffentlichten Memoiren von Wilhelm Neudecker, dem langj&auml;hrigen Pr&auml;sidenten des FC Bayern M&uuml;nchen, sowie einen Brief, den Neudecker dem Chef der Bayerischen Staatskanzlei geschrieben hat. Verein und Politik haben sich hier auf ein System innovativer Wertsch&ouml;pfung geeinigt, das von Recht und Gesetz weit abwich. Ende der 1970er Jahre flog dieses System auf. Einige eifrige Finanzbeamte hatten Franz Beckenbauer und den FC Bayern im Visier. Es ist aber klar, dass der Finanzminister sowohl Beckenbauer als auch die Bayern-F&uuml;hrung warnte. Deshalb konnten damals diese illegalen Machenschaften zwischen der Politik und den Bayern auch nicht rekonstruiert werden. Es gibt verschiedene Beispiele, wo das Finanzministerium direkt bei den verantwortlichen Stellen interveniert hat, damit die Ermittlungen nichts erbrachten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/sport\/die-kriminelle-kehrseite-des-fc-bayern-die-einnahmen-flossen-in-die-taschen-der-stars-oder-wurden-bei-einer-zwischenlandung-in-der-schweiz-deponiert-ld.1527671\">NZZ<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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