{"id":57094,"date":"2019-12-15T11:45:24","date_gmt":"2019-12-15T10:45:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57094"},"modified":"2019-12-16T09:10:25","modified_gmt":"2019-12-16T08:10:25","slug":"argentinien-von-der-verbrannten-erde-zum-wiederaufbau-programm-von-alberto-fernandez","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57094","title":{"rendered":"Argentinien \u2013 Von der \u201cverbrannten Erde\u201d zum Wiederaufbau-Programm von Alberto Fern\u00e1ndez"},"content":{"rendered":"<p>Buenos Aires, den 10. Dezember. Nach der Regierungserkl&auml;rung des neuen Pr&auml;sidenten und der Vizepr&auml;sidentin vor dem Parlament folgten Kolonnen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=K9F42DCoA0g\">zigtausender Transparente und Fahnen schwingender Menschen<\/a> dem Weg Alberto Fern&aacute;ndez&lsquo; und Cristina Fern&aacute;ndez de Kirchners zur Vereidigung im Regierungspalast Casa Rosada. Ein Bericht von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2628\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-57094-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191215-Argentinien-von-der-verbrannten-Erde-zum-Wiederaufbau-Programm-von-Alberto-Fernandez-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191215-Argentinien-von-der-verbrannten-Erde-zum-Wiederaufbau-Programm-von-Alberto-Fernandez-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191215-Argentinien-von-der-verbrannten-Erde-zum-Wiederaufbau-Programm-von-Alberto-Fernandez-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191215-Argentinien-von-der-verbrannten-Erde-zum-Wiederaufbau-Programm-von-Alberto-Fernandez-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=57094-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191215-Argentinien-von-der-verbrannten-Erde-zum-Wiederaufbau-Programm-von-Alberto-Fernandez-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"191215-Argentinien-von-der-verbrannten-Erde-zum-Wiederaufbau-Programm-von-Alberto-Fernandez-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Trotz der extremen Sommertemperaturen, die die 12-Millionen-Metropole am La Plata peinigten, breitete sich sodann ein Menschenmeer von der Plaza de Mayo in Richtung der nahegelegenen City aus. M&auml;nner und Frauen, Junge und Alte sangen in Ch&ouml;ren und tanzten zum Klang der karibischen Cumbia. Nicht wenige weinten und umarmten Familienangeh&ouml;rige und Freunde. Mit politischen Ansprachen, feurigen Reden und Ermutigungen dauerte der Siegestaumel bis in die fr&uuml;hen Nachtstunden; der Himmel immer wieder aufgehellt durch Kanonaden von buntem Feuerwerk. In den vergossenen Tr&auml;nen bahnten sich gemischte Gef&uuml;hle den Weg zur Befreiung. Es war die Freude &uuml;ber die Wende, gepaart mit der Erleichterung &uuml;ber &bdquo;Macris Ende&ldquo;; &uuml;ber das Ende der inkompetentesten und rabiatesten argentinischen Regierung der vergangenen zwei Jahrzehnte.<\/p><p><strong>Fern&aacute;ndez&lsquo; sozialdemokratische Neugr&uuml;ndung Argentiniens<\/strong><\/p><p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OqMrbhbkY9M\">Alberto Fern&aacute;ndez&lsquo; Regierungserkl&auml;rung<\/a> vor dem komplett besetzten Parlament und ausl&auml;ndischen G&auml;sten &ndash; zu denen Kubas Pr&auml;sident Miguel D&iacute;az-Canel, die ehemaligen Pr&auml;sidenten Uruguays und Ecuadors, Jos&eacute; Pepe Mujica und Rafael Correa, jedoch auch der brasilianische Vizepr&auml;sident, General Hamilton Mour&atilde;o, z&auml;hlten &ndash; dauerte eine volle Stunde und vier Minuten. Mit akribischer Diagnose des kranken Argentinien verwies der zum neuen Staatschef gew&auml;hlte, 60-j&auml;hrige Jura-Professor auf Macris &ldquo;Erbe&rdquo;: ein Scherbenhaufen mit 4,5 Millionen neuen Armen, mehr als 20.000 zerst&ouml;rten kleinen bis mittleren Industriebetrieben, eine Auslandsverschuldung von &uuml;ber 200 Milliarden US-Dollar und eine <a href=\"https:\/\/cnnespanol.cnn.com\/2019\/10\/16\/alerta-argentina-registra-su-inflacion-mas-alta-del-ano\/\">53-prozentige Inflation<\/a>.<\/p><p>Hierauf pr&auml;sentierte er eine Art einheimischen Marshallplan mit nahezu obligatorischer Teil-Neugr&uuml;ndung von Staat und Rechtssystem sowie einer k&uuml;hnen wirtschaftlichen Wiederaufbau-Strategie, die mit einem sozialen Notstandsprogramm zur Sofortbedienung des Millionenheeres verarmter Rentner, Arbeitsloser, Frauen und unterern&auml;hrter Kinder startet. Au&szlig;er den in Brasilien bew&auml;hrten, 2008 von Pr&auml;sident Luis In&aacute;cio Lula da Silva beschlossenen antizyklischen Ma&szlig;nahmen, wie der Belebung des Binnenmarktes, sprach Fern&aacute;ndez zum ersten Mal auch die Dringlichkeit einer einheimischen wissensbasierten &Ouml;konomie an, womit das Land seinen technologischen R&uuml;ckstand &uuml;berwinden soll, aber sich auch als Anbieter fortgeschrittener Technologie k&uuml;nftig als Weltmarkt-Akteur profilieren kann.<\/p><p>Mit seinem wiederholten Aufruf zur Beendigung der Hassfehden in der ideologischen Auseinandersetzung setzte Fern&aacute;ndez Zeichen f&uuml;r eine landesweite Vers&ouml;hnung als Voraussetzung f&uuml;r ein demokratisches Zusammenleben und die St&auml;rkung der nationalen Souver&auml;nit&auml;t.<\/p><p>Doch der Aufruf enthielt gleichsam zwei relevante Ermahnungen. Zum einen, dass die Krise der Demokratie allein mit mehr und vertiefter, und nicht mit Beschneidung der Demokratie &uuml;berwunden werden muss. Zum anderen sandte der neue Pr&auml;sident eine klare und scharfe Botschaft an die politischen Operateure und ausl&auml;ndischen Hinterm&auml;nner der seit mehreren Jahren in s&uuml;damerikanischen Schl&uuml;ssell&auml;ndern um sich greifenden, rechtsradikalen Politisierung der Justiz, mit ihrer als <em>Lawfare<\/em> bekannten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52456\">juristischen Kriegsf&uuml;hrung gegen renommierte Staatschefs<\/a> wie Luis In&aacute;cio Lula da Silva, Cristina F. de Kirchner und Rafael Correa. &bdquo;Nie wieder eine Justiz, die von Geheimdiensten und Polizei durchsetzt und durch obskure Verfahren und mediale Lynchmorde vergiftet ist &ndash; NIE WIEDER!&rdquo;, betonte Fern&aacute;ndez die Forderung mit erhobenem Blick auf das hundertfache Publikum und f&uuml;gte entschlossen hinzu: &bdquo;Nie wieder hei&szlig;t: Schluss damit! Als eine unserer ersten Regulierungsma&szlig;nahmen werde ich deshalb eine komplette Reform des Justizsystems und einen Eingriff in den Geheimdienst anordnen&ldquo;; eine Ank&uuml;ndigung, die tosenden Applaus unter dem versammelten Publikum ausl&ouml;ste.<\/p><p>Der Kampfansage an die Feinde des demokratischen Rechtsstaates folgte eine au&szlig;enpolitische Ermahnung Gro&szlig;britanniens. Vor knapp 200 Jahren haben die Briten 1833 die genuin argentinischen, von Spanien geerbten Malvinen-Inseln &uuml;berfallen und halten sie seitdem unter dem Namen &ldquo;Falkland-Islands&rdquo; mit einigen hundert dahin bef&ouml;rderten Islanders besetzt. Im Jahr 1982 versuchte die argentinische Milit&auml;rdiktatur von ihrer innenpolitischen Isolierung mit einem amateurhaften Feldzug zur R&uuml;ckeroberung des Archipels abzulenken, der in einer dramatischen Niederlage mit hunderten von Toten gipfelte und das rasche Ende der Diktatur selbst im Jahr 1983 einl&auml;utete. Diktatur hin, milit&auml;risches Abenteuer her, den Briten ist bekannt, dass die Malvinen-Frage 45 Millionen Argentinier von extrem rechts bis extrem links nationalistisch vereint und Verhandlungen erfordert, die von den Tory-Administrationen abgelehnt wurden, jedoch von einer k&uuml;nftigen Labour-Regierung nicht mehr arrogant verkannt werden k&ouml;nnen. &bdquo;Es gibt im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr f&uuml;r Kolonialismus!&rdquo;, verk&uuml;ndete Fern&aacute;ndez &uuml;ber den gro&szlig;en Teich. Es ist anzunehmen, Jeremy Corbyn hat die Botschaft empfangen.<\/p><p><strong>Verbrannte Erde<\/strong><\/p><p>Fern&aacute;ndez&lsquo; Hinweis auf die &bdquo;medialen Lynchmorde&rdquo; hat Folgen. Zum neuen Kulturminister ernannte der Pr&auml;sident den auf internationalen Filmfestivals mehrfach preisgekr&ouml;nten Filmemacher <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trist%C3%A1n_Bauer\">Trist&aacute;n Bauer<\/a>. Wie das konservative Nachrichtenportal <a href=\"https:\/\/www.infobae.com\/cultura\/2019\/12\/06\/tierra-arrasada-como-es-el-documental-de-tristan-bauer-que-busca-retratar-al-gobierno-de-macri\/\">Infobae richtig bemerkte<\/a>, ist Bauer ein Mann des Kinos, jedoch auch des Staates. Er diente als hoher Beamter in der Regierung Nestor Kirchner und in der seiner Ehefrau und Nachfolgerin Cristina Kirchner als Direktor des &ouml;ffentlichen Mediensystems und anschlie&szlig;end als Intendant des staatlichen Radio- und Fernsehsystems.<\/p><p>Bauers Name steht f&uuml;r den ersten Versuch der Demokratisierung des von einem halben Dutzend privater Betreiber <a href=\"https:\/\/www.tiempoar.com.ar\/nota\/el-podio-de-los-grupos-mediaticos\">monopolisierten Medienmarktes<\/a>. Im Juli 2009 unterzeichnete Pr&auml;sidentin Cristina F. de Kirchner das von Bauer vorgeschlagene Dekret 943\/09, mit dem Radio y Televisi&oacute;n Argentina (RTA) zum Betrieb eines landesweiten Satellitenfernsehsystems erm&auml;chtigt wurde. Im Prinzip zielte das Projekt darauf ab, mit dem privaten Medienbetrieb Konkurrenz aufzunehmen, l&auml;ndlichen Schulen und einkommensschwachen Haushalten ein Basispaket von Bildungs-, Kultur-, Informations- und Kinderprogrammen zur Verf&uuml;gung zu stellen, das gegen Entrichtung von 15,40 US-Dollar f&uuml;r den Erwerb der entsprechenden Antenne kostenlos &uuml;ber Satellit empfangen werden konnte.<\/p><p>Dem folgte das 2013 von der Regierung dem Parlament zur Abstimmung &uuml;berreichte <a href=\"http:\/\/www.telam.com.ar\/notas\/201310\/38745-ley-de-servicios-de-comunicacion-audiovisual-todo-lo-que-tenes-que-saber-sobre-el-fallo-de-la-corte.html\">Mediengesetz<\/a>, das auf erbitterten Widerstand, vor allem der landesgr&ouml;&szlig;ten Mediengruppe Clarin, stie&szlig; und mit einer virulenten Medienkampagne der Regierung Cristina Kirchner erhebliche Popularit&auml;tseinbu&szlig;en einbrachte.<\/p><p>Bauers neuer Amtsantritt wird von der Urauff&uuml;hrung seines j&uuml;ngsten Werkes begleitet: dem Dokumentarfilm &ldquo;Verbrannte Erde&rdquo; (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=jCP6YLlr18k\">Trailer des Films<\/a>) &ndash; eine Chronik der katastrophalen sozialen Folgen der vierj&auml;hrigen neoliberalen Regierung Mauricio Macris und ihrer Unterst&uuml;tzung durch die konservativen Medien. <\/p><p>Der Trailer deutet bereits die kritische Tonlage und den Fokus des Narrativs an. Der Film erkl&auml;rt Mauricio Macris unerf&uuml;llte Versprechen, aber auch, dass die Opfer zum Widerstand gegen die gewaltsame soziale Verelendung f&auml;hig waren. Das Werk setzt sich aus Eigenaufnahmen, jedoch &uuml;berwiegend aus hunderten von Amateurbildern, oft mit Mobiltelefon aufgenommen, zusammen. Team und Regisseur begleiteten vier Jahre lang die Auftritte der mehrfach angeklagten und politisch verfolgten Ex-Pr&auml;sidentin Cristina F. de Kirchner durch das Hinterland, sie erhielten Unmengen von Videoaufnahmen &uuml;ber das verbreitete Elend, sie sortierten und kombinierten das Material, aus dem ein rabiat durchgesetzter Wirtschaftsplan mit tiefgreifenden sozialen Sch&auml;den erkennbar wird.<\/p><p><strong>Fern&aacute;ndez&lsquo; Herausforderungen<\/strong><\/p><p>Der neue Pr&auml;sident und sein Kabinett sehen sich selbst als Schadensbeseitiger und Hoffnungstr&auml;ger. Bereits im November rief Fern&aacute;ndez daher den sogenannten &ldquo;Rat gegen den Hunger in Argentinien&rdquo; ins Leben. Anders als bei Pr&auml;sident Lulas rein staatlichem Programm &ldquo;Fome Zero&rdquo; (Null Hunger) aus dem Jahr 2003 berief Fern&aacute;ndez Unternehmer, Gesch&auml;ftsleute, vielf&auml;ltige soziale und politische Akteure und Verb&auml;nde in die Organisation, darunter selbst den konservativen Agrobusiness-Verband &ldquo;Sociedad Rural&rdquo;, der sich f&uuml;r die Beschaffung billiger Lebensmittel mitengagiert.<\/p><p>Die Hungerbek&auml;mpfung ist jedoch nur eine, vielleicht die weniger komplizierte Herausforderung an der Front um den integrierten Wiederaufbau. Die wahrlich explosive Aufgabe besteht in der Verhandlung mit den internationalen Gl&auml;ubigern &uuml;ber Umfang, Zahlungsfristen und Zinserlasse &ndash; in einem Wort: der Umschuldung &ndash; der von Macri aufgenommenen und nicht zur&uuml;ckgezahlten sechsstelligen Dollar-Milliarden. Die neue argentinische Regierung l&auml;sst keine Zweifel an ihrer R&uuml;ckzahlungsbereitschaft. Sie spekuliert mit keinem Zahlungsausfall, &bdquo;doch bevor man zahlungsf&auml;hig ist, muss man erst wachsen und die Zahlungsmittel erwirtschaften&rdquo;, lie&szlig; Fern&aacute;ndez in- und ausl&auml;ndische Gl&auml;ubiger schon vorher wissen. Der Pr&auml;sident ist sich der Unterst&uuml;tzung der schwer angeschlagenen einheimischen Industrie sicher. Sie soll gef&ouml;rdert werden. &bdquo;Wir werden nicht diejenigen belohnen, die spekulieren, sondern diejenigen, die produzieren&rdquo;, erkl&auml;rte er bei einem Treffen mit dem argentinischen Industrieverband.<\/p><p>Indes, von konservativen Regierungen wie Chile und Uruguay, rechtsradikalen Regimen wie Brasilien und einer hinkenden Diktatur wie Bolivien umzingelt &ndash; wie soll sich Argentinien ab 2020 au&szlig;enpolitisch verhalten? US-Pr&auml;sident Donald Trump &uuml;bersandte als einer der Ersten Fern&aacute;ndez und Kirchner Gl&uuml;ckw&uuml;nsche zu ihrem Sieg und richtet sich offenbar auf einige Korrekturen im bisherigen Verh&auml;ltnis mit Macri ein, die fr&uuml;hestens Mitte 2020 deutlichere Konturen annehmen werden. Ein weiterer zentraler Punkt wird die Frage sein, ob das Freihandelsabkommen zwischen dem Mercosur und der Europ&auml;ischen Union florieren wird oder nicht.<\/p><p>Mit einem Besuch Lulas im Gef&auml;ngnis setzte sich Fern&aacute;ndez bereits w&auml;hrend des Wahlkampfs nachdr&uuml;cklich f&uuml;r die Freilassung des popul&auml;ren Ex-Pr&auml;sidenten ein, die er explizit mit Jair Bolsonaro in Verbindung brachte und sich damit den Hass des faschistischen Staatschefs zuzog, der sich weigerte, seiner Vereidigung beizuwohnen. Die &ldquo;Realpolitik&rdquo;, vor allem Unternehmerinteressen, zwingt wahrscheinlich beide zu annehmbaren diplomatischen Beziehungen auf Kosten pers&ouml;nlicher Ablehnung. Dass das Jahrzehnte alte, sogenannte &ldquo;strategische Sonderverh&auml;ltnis&rdquo; nach Bolsonaros Attacken gegen den Wahlsieg von Fern&aacute;ndez im Eimer ist und Argentinien zu einer alternativen strategischen Allianz trieb, machte der einzige Auslandsbesuch des neuen Pr&auml;sidenten in Mexiko noch vor seiner Vereidigung deutlich. Fern&aacute;ndez&lsquo; Geheimdiplomatie war es zu verdanken, dass der gest&uuml;rzte bolivianische Pr&auml;sident Evo Morales in Mexiko Asyl erhielt. Das er nun auf Einladung des argentinischen Pr&auml;sidenten gegen das Exil in Argentinien eintauschen wird. Argentinien ist schlie&szlig;lich auch &bdquo;die Heimat aller Bolivianer&rdquo;. Es sei eine Ehre, Morales zu empfangen, erkl&auml;rte Alberto Fern&agrave;ndez; der zugleich konziliante und scharfsinnige Hoffnungstr&auml;ger nicht nur Argentiniens, sondern des gesamten lateinamerikanischen Kontinents.<\/p><p>Titelbild: Matias Baglietto\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buenos Aires, den 10. Dezember. Nach der Regierungserkl&auml;rung des neuen Pr&auml;sidenten und der Vizepr&auml;sidentin vor dem Parlament folgten Kolonnen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=K9F42DCoA0g\">zigtausender Transparente und Fahnen schwingender Menschen<\/a> dem Weg Alberto Fern&aacute;ndez&lsquo; und Cristina Fern&aacute;ndez de Kirchners zur Vereidigung im Regierungspalast Casa Rosada. 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