{"id":57174,"date":"2019-12-17T16:08:54","date_gmt":"2019-12-17T15:08:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57174"},"modified":"2021-10-15T14:05:50","modified_gmt":"2021-10-15T12:05:50","slug":"leserbriefe-zur-britischen-unterhauswahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57174","title":{"rendered":"Leserbriefe zur britischen Unterhauswahl"},"content":{"rendered":"<p>Die  Beitr&auml;ge: &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57074\">Zerrissenes K&ouml;nigreich &ndash; Gro&szlig;britannien nach der Wahl<\/a>&rdquo; und &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57149\">Die &bdquo;historische&ldquo; Labour-Niederlage und das britische Wahlsystem<\/a>&rdquo; erzeugten ein ausf&uuml;hrliches Echo der NachDenkSeiten-Leser, welches wir in der nachfolgenden Auswahl teilweise wiedergeben. Brexit hat im Wahlkampf die anderen Themen &uuml;berlagert, und ob der von vielen Lesern gew&uuml;nschte fortschrittliche Brexit jemals stattfinden wird, steht in den Sternen, und es scheint, als sei das Lager der linken EU Gegner doch kleiner, als das derer, die vom Empire und dessen &bdquo;Glorie&ldquo; tr&auml;umen. Zusammengestellt von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Team der Nachdenkseiten,<\/p><p>die heutige Wahlanalyse von Jenas Berger zur Wahl in Gro&szlig;britannien l&auml;sst mich perplex zur&uuml;ck. Ich finde die Analyse weiter unter dem &uuml;blichen Level der Nachdenkseiten.<\/p><p>Es wird geschrieben:<\/p><blockquote><p>\nJede Positionierung pro Brexit h&auml;tte das Remain-Lager zu den Brexit-kritischen Liberaldemokraten getrieben. Jede Positionierung kontra Brexit h&auml;tte das Brexit-Lager zu den Tories getrieben. Im Nachhinein muss man nun feststellen, dass Labour an genau dieser unm&ouml;glichen Aufgaben gescheitert ist.\n<\/p><\/blockquote><p>Was bitte war daran unm&ouml;glich? Es gab nur eine einzig richtige Position f&uuml;r eine Labour-Partei: Get Brexit done, so schwer das f&uuml;r manchen im linken Lager auch sein mag. Wo das Hardcore-Remainer-Lager hingeht ist doch sekund&auml;r. Die Frage ist ob (67% Wahlbeteiligung) und wen die &ldquo;normalen&rdquo; Leute w&auml;hlen. Mit einem zweiten Referendum zu kokettieren war aus dieser Perspektive politisch suizidales Verhalten. Sp&auml;testens seit den Europawahlen d&uuml;rfte doch klar gewesen sein, dass mit einer derartigen Mimimi\/Wischiwaschi-Haltung (Nach dem Motto: Hey, lass uns doch nochmal ein paar Jahre politisch v&ouml;llig verschwenden um &uuml;ber den Brexit zu philosophieren) an den Urnen nichts zu gewinnen ist. Wie viele Niederlagen braucht die Linke (in der &ldquo;westlichen&rdquo; Welt) noch um ihr Wunschdenken mit den politischen und gesellschaftlichen Realit&auml;ten in Einklang zu bringen? Dank diesem Irrsinn geht die politische Macht f&uuml;r die n&auml;chsten Jahre in GB glasklar an die Konservativen. Was das f&uuml;r andere Themen, welche wie der gesellschaftliche Zusammenhalt, Sozialstaat, etc. deutlich wichtiger als der Brexit sind, bedeuted, wissen wir alle.<\/p><p>Ich m&ouml;chte mit diesen Zeilen nicht den Besserwisser spielen, aber manche Dinge liegen einfach glasklar auf der Hand, es tut weh. Dass im linken Lager immer ignoriert, weggeschaut (z.B. die Brexit-Frage als &ldquo;Unm&ouml;glichkeit&rdquo; f&uuml;r die Linke zu deklarieren) oder in manchen F&auml;llen gar diffamiert (das bezieht sich nat&uuml;rlich nicht auf den Artikel von Jens Berger) wird wenn einem die Dinge nicht ganz so passen (Hauptsache die eigene Position ist irgendwie ideologisch oder moralisch &uuml;berlegen) ist verherend. Es wird dagegen immer Konservative\/Rechte geben die die &ldquo;schmutzigen&rdquo; Themen aufgreifen und entsprechend die Prozente einsacken.<\/p><p>Als Beispiel der linken Verblendung rufe ich nochmal den Kommentar Jens Bergers bzw. seines Bekannten zu einem Guardian-Artikel (in dem Boris Johnson im Juli diesen Jahres in gewohnt abgehobener Art und Weise als Clown bezeichnet wird) in Erinnerung (was ich bereits damals kritisch kommentiert habe):<\/p><blockquote><p>\nAnmerkung Jens Berger: Sehen wir es positiv. Ein englischer Freund von mir sagte k&uuml;rzlich, Boris Johnson sei die einzige Garantie daf&uuml;r, dass Jeremy Corbyn die n&auml;chsten Wahlen mit einem satten Vorsprung gewinnt. Dem ist wohl erst einmal nichts hinzuzuf&uuml;gen und es ist von Tag zu Tag unwahrscheinlicher, dass die Tories mit ihrem Juniorpartner DUP die volle Legislaturperiode durchhalten.\n<\/p><\/blockquote><p>&ldquo;Aufstehen&rdquo; reicht links der Mitte im Momentum wohl nicht mehr. &ldquo;Aufwachen&rdquo; w&auml;re angebracht.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e aus Chemnitz<br>\nSascha Keil<\/p><p><em><strong>Replik Jens Berger:<\/strong>  Lieber Herr Keil,<\/em><\/p><p><em>einmal ganz unabh&auml;ngig von der Position zum Brexit, bei der ich vollkommen anderer Meinung bin als sie &ndash; was meinen Sie denn, was passiert w&auml;re, wenn Corbyn, so wie Sie es sich w&uuml;nschen, einen klaren Pro-Brexit-Kurs gefahren w&auml;re? Meinen Sie ernsthaft, dass er damit sonderlich viele Brexiteers davon abgehalten h&auml;tte, das &bdquo;Original&ldquo; zu w&auml;hlen? Sicher h&auml;tte er einige W&auml;hler aus den Industriegebieten so davon abhalten k&ouml;nnen, zu den Tories zu wechseln, aber die allermeisten Brexiteers &ndash; vor allem die &Auml;lteren auf dem Lande &ndash; h&auml;tten ohnehin Johnson gew&auml;hlt. Daf&uuml;r h&auml;tte Corbyn mit einem solchen Kurs die Remainer massiv vor den Kopf gesto&szlig;en und in die offenen Arme der LibDems getrieben und damit in zahlreichen Wahlkreisen einen Zweikampf zwischen Labour und den LibDems provoziert, den die Tories als lachende Dritte gewonnen h&auml;tten. Corbyn hat sich nicht ohne Grund stets gegen Neuwahlen vor dem Brexit ausgesprochen; er wusste, dass der Brexit f&uuml;r Labour ein Catch 22 darstellt &ndash; eine Zwickm&uuml;hle, aus der es kein realistisches Entrinnen gibt.&nbsp;<\/em><\/p><p><em>beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><p><em><strong>Replik Sascha Keil:<\/strong> Lieber Herr Berger,<\/em><\/p><p><em>ja, ich vermute in der Tat, dass auch viele Brexiteers und auch Nichtw&auml;hler (Wahlbeteiligung war ja bei den J&uuml;ngeren zuletzt immer sehr schwach, habe aber noch keine aktuellen Zahlen gesehen) Labour gew&auml;hlt h&auml;tten. Man sollte auch die M&ouml;glichkeit nicht ausschlie&szlig;en, dass ein betr&auml;chtlicher Teil Remainer trotzdem Labour w&auml;hlen w&uuml;rde. Wie auch 2017, als Labour keinen wirklichen Zweifel an einem Austritt (Labour accepts the referendum result and a Labour government will put the national interest first) lie&szlig;. Mir erschlie&szlig;t sich nicht warum das 2019 mit einer konsistenten Position anders gewesen w&auml;re.<\/em><\/p><p><em>Ich bin grunds&auml;tzlich der &Uuml;berzeugung, dass die Corbynsche Ausrichtung der Labour-Partei zusammen mit der Glaubw&uuml;rdigkeit und Ernsthaftigkeit Corbyns das Zeug zu Mehrheiten jenseits der 40% haben.<\/em><\/p><p><em>Das was nun wahlkampftaktisch passiert ist, werte ich als eine krasse &Uuml;bersch&auml;tzung (nat&uuml;rlich genauso begleitet von den linken\/liberalen Remainer-Medien) des Remainer-Potentials und einer Aufgabe der Brexiteers.<\/em><\/p><p><em>Ich sehe ehrlich gesagt auch keine allzu gro&szlig;e Zwickm&uuml;hle bei der Brexit-Frage. Das Aufmachen einer &ldquo;mit einem zweiten Referendum bleiben wir vielleicht drin, wenn ihr wollt&rdquo;-Position (nach einem jahrelangen Geeier ohne wirklichen Hinweis auf eine Remain-Mehrheitsf&auml;higkeit in der Bev&ouml;lkerung) st&ouml;&szlig;t doch den Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung vor den Kopf nach dem Motto &ldquo;die machen eh wieder was sie wollen und lassen uns so lange abstimmen bis es passt&rdquo;.&nbsp;<\/em><\/p><p><em>So oder so hat man sich m.M.n. f&uuml;r die denkbar schlechteste Option entschieden und damit &ldquo;alles&rdquo; verloren.<\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Sascha Keil<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger<\/p><p>Mit reichlich Verwunderung las ich Ihren o.g. Artikel.<\/p><p>F&uuml;r alle, welche sich abseits des Mainstreams mit der Parlamentswahl in GB besch&auml;ftigten und das eigene Wunschdenken hintanstellen, war der Wahlausgang alles andere als eine &Uuml;beraschung.<\/p><p>Statt dessen ist bei Ihnen, Labour und Jeremy Corbyn wieder einmal Opfer einer gro&szlig;en Verschw&ouml;rung.<\/p><p>Eigene Fehler, niemals! <\/p><p>Ein nicht &uuml;berzeugendes Politikangebeot, undenkbar!<\/p><p>Sondern:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;&hellip;wurde zwischen dem Brexit- und dem Remain-Lager aufgerieben&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&ndash; Deckung, Sperrfeuer aus allen Richtungen!<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;&hellip;genau dieser unm&ouml;glichen Aufgaben gescheitert ist&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&ndash; Wer kann schon Unm&ouml;gliches leisten?<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Die Leute haben ganz einfach genug und wollen nun nach vier Jahren diese unselige Brexit-Debatte zu Ende bringen&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&ndash; Da ist er nun, der dumme W&auml;hler, der nur seine Bequemlichkeit haben will aber ansonsten das Denken eingestellt hat.<\/p><p>Es ist wie so oft, bringen Wahlergebnisse auch in anderen L&auml;ndern nicht die genehmen Ergebnisse, k&ouml;nnen nur finstere M&auml;chte, und nat&uuml;rlich der dumpfe W&auml;hler auf dem flachen Land, am Werk gewesen sein.<\/p><p>Warum nur, ist es f&uuml;r viele Linke so schwer, geradezu unertr&auml;glich, demokratische Entscheidungen zu akzeptieren?<\/p><p>Die eigenen Positionen einer Revision unterziehen, wozu, wir wissen doch das wir die Richtigen haben.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Nun hat Boris Johnson freie Hand f&uuml;r den Brexit&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&ldquo;&hellip;sein gro&szlig;es Wahlversprechen, &bdquo;den Brexit hinzubekommen&ldquo; &rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Nein.<\/p><p>Boris Johnson setzt mitnichten ausschlie&szlig;lich seine pers&ouml;nliche Agenda um, sondern den W&auml;hlerauftrag, das Ergebnis eines vorangegangenen Referendums.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;In den letzten Monaten hatte Johnson in den eigenen Reihen eine gro&szlig;e S&auml;uberung vorgenommen&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Ach wie sind wir gl&uuml;cklich das dererlei bei uns, im Besonderen auch bei &ldquo;Die Linke&rdquo;, unm&ouml;glich ist, da l&auml;sst sich doch gut mit dem Finger auf andere zeigen.<\/p><p>Den heimlichen H&ouml;hepunkt ihres Artikels bildet jedoch der Beginn:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Wenn das britische Wahlsystem die Parlamentssitze nicht nach dem Prinzip der Mehrheits-, sondern nach dem System der Verh&auml;ltniswahl vergeben w&uuml;rde, w&uuml;rde das Land k&uuml;nftig von Jeremy Corbyn und seiner angestrebten &bdquo;Regenbogenkoalition&ldquo; aus Labour, Liberaldemokraten, Scottish National Party und den Gr&uuml;nen regiert werden &ndash; zusammen kommen diese vier Parteien auf 50,4%.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Gedanken, welche mir beim lesen solcher Zeilen durch den Kopf gehen, sind sicherlich nur ein b&ouml;ser Streich meiner verborgenen Erinnerungen an die DDR .<br>\nDas die Verlierer einer Wahl im relativistischen Sinn die eigentlichen Gewinner sind, kennt man zur Gen&uuml;ge, nicht nur aus den &ldquo;Elefantenrunden&rdquo; nach Bundestagswahlen. <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Was passiert nun mit diesen jungen Menschen? Wie zukunftsf&auml;hig kann eine Regierung sein, die von denen, die die Zukunft sind, mit &uuml;bergro&szlig;er Mehrheit abgelehnt wird?&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Einer der wenigen Vorteile des Alterns ist, dass man seine Vergangenheit und seinerzeitige Einstellungen einer kritischen Bewertung unterziehen kann.<\/p><p>Viele Ansichten, welche von mir damals abgelehnt wurden, haben in der R&uuml;ckschau ihre Schrecken verloren, andere, welche ich ehedem f&uuml;r erstrebenswert hielt sind an der Realit&auml;t gescheitert.&nbsp; <\/p><p>Und dann gibt es noch welche, bei denen ich mich heute Frage: Wie konnte ich nur dieser absurde Idee verfallen? <\/p><p>Meine politische Einstellung entspricht in etwa der Politik der SPD in den 1970\/80er Jahren, bin damit heute also praktisch heimatlos.<\/p><p>Das Problem der gesamten Linken bringen Sie unfreiwillig in Ihrem letzten Satz auf den Punkt:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Das alte Gro&szlig;britannien, wie wir es kennen, gibt es nicht mehr.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Es soll Menschen geben welche, nat&uuml;rlich dadurch nicht mehr satisfaktionsf&auml;hig, das anders sehen. <\/p><p>Das beste w&auml;re wohl, zuk&uuml;nftig die Wahlen aller L&auml;nder in Deutschland mit &ldquo;repr&auml;sentativen&rdquo; W&auml;hlern abzuhalten.<\/p><p>Wenn wir uns sputen, k&ouml;nnte das schon 2020 f&uuml;r die USA gelingen, dann w&auml;re man vor &Uuml;berraschungen sicher.<\/p><p>Und, das alte Gro&szlig;britannien, wie war es denn?<\/p><p>Ein Hort sozialer Gerechtigkeit, friedliebend, solidarisch, ein Wahrer und K&auml;mpfer f&uuml;r Menschenrechte, fernab kolonialistischer Greueltaten. <\/p><p>Ein Musterbeispiel des Fortschritts und Gemeinwesens, ganz besonders zu Begin der Industrialisierung.&nbsp; <\/p><p>Die Briten, welche ihr Gl&uuml;ck in der USA suchten, wollten endlich raus aus dem Muff der warmen Komfortzone des alten Gro&szlig;britannien, um in einem neuen Land endlich wieder das pure, frische Leben genie&szlig;en zu k&ouml;nnen.&nbsp; <\/p><p>Jaaa&hellip;, waren das doch noch sch&ouml;ne, g&uuml;ldene Zeiten, &ldquo;Land of Hope and Glory&rdquo;!<\/p><p>Lieber Herr Berger, mit vielen ihrer Beitr&auml;ge kann ich &uuml;bereinstimmen, dieser jedoch zeigt einmal mehr was bei den Linken falsch m.E. l&auml;uft.<\/p><p>Sollte es nicht gelingen, sich von der Hybris der selbsternannte Vertreter Aller zu sein, zu verabschieden, werden die &ldquo;Populisten&rdquo; immer leichteres Spiel haben.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMike Passoth<\/p><p><em><strong>Replik Jens Berger:<\/strong>  Lieber Mike Passoth,<\/em><\/p><p><em>welches &bdquo;&uuml;berzeugende Politikangebot&ldquo; sollte das denn sein? Willy Brandt hat einmal gesagt: &nbsp;&ldquo;Es hat keinen Sinn, eine Mehrheit f&uuml;r die Sozialdemokraten zu erringen, wenn der Preis daf&uuml;r ist, kein&nbsp;Sozialdemokrat mehr zu sein.&ldquo; Dem ist wenig hinzuzuf&uuml;gen.<\/em><\/p><p><em>beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten,<br>\n&nbsp;<br>\nIhre erste&nbsp;Analyse zum Ausgang der Wahlen in GB ist sehr gelungen.<\/p><p>Dennoch m&ouml;chte ich erg&auml;nzend auf einige andere Aspekte verweisen.<br>\n&nbsp;<br>\nErstens muss hier der verleumderische Antisemitismusvorwurf genannt werden, was die NDS oft taten.<\/p><p>Wenngleich dieser zumeist nicht mit Belegen untermauert werden kann, so betr&uuml;bt er&nbsp;doch den Charakter der Labour-Partei und ihrer Vertreter, f&uuml;r empf&auml;ngliche Gem&uuml;ter&nbsp;mit Zweifeln.<br>\n&nbsp;<br>\nZweitens wurde die aus den&nbsp;US-amerikanischen-Politikkreisen einge&uuml;bte &lsquo;Russiagate-Karte&rsquo;&nbsp;gespielt.<\/p><p>Die Dokumente bezgl. weitgehender Absprachen zur schrittweisen Privatisierung der&nbsp;NHS durch die Torys, habe Corbyn durch russische Hacker erhalten. Somit versuche Russland&nbsp;die Wahlen zu manipulieren.<\/p><p>&ldquo;<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/live\/2019\/dec\/07\/general-election-parties-resume-campaigning-after-leaders-debate-live-updates\">General election: Russia link to NHS documents &lsquo;nonsense&rsquo;, says Corbyn &ndash; live news<\/a>&rdquo;<br>\n&nbsp;<br>\nDrittens haben die Blairytes in den F&uuml;hrungsriegen der Labour-Party offen und verdeckt&nbsp;gegen Corbyn gearbeitet, auch wenn zuletzt Blair h&ouml;chstpers&ouml;nlich und John Mayor eine Negativempfehlung zu den Torys ausgaben.<\/p><p>Wichtig ist, dass sich f&uuml;hrende Vertreter der Labour-Party&nbsp;f&uuml;r Remain aussprachen und somit der Position Corbyns (honest broker) widersprachen und&nbsp;die Position der Partei insgesamt schw&auml;chten:<\/p><p>&ldquo;However, several shadow cabinet ministers would like the party itself to commit to campaigning to remain in the EU. John McDonnell, the shadow chancellor, Diane Abbott, the shadow home secretary, Keir Starmer, the shadow Brexit secretary, and Emily Thornberry, the shadow foreign secretary, have all stated they would campaign against Brexit in a second referendum.&rdquo;<\/p><p>(Quelle:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2019\/sep\/19\/labour-activists-to-push-for-party-to-campaign-for-remain\">theguardian.com\/politics\/2019\/sep\/19\/labour-activists-to-push-for-party-to-campaign-for-remain<\/a>)<br>\n&nbsp;<br>\nWenn man etwas &uuml;ber die Mehrheitsstimmung in GB erfahren wollte und will, empfehle ich&nbsp;die Youtube-Show von George Galloway (The Moher Of All Talkshows)&nbsp;(<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/user\/MoluccaMedia\">youtube.com\/user\/MoluccaMedia<\/a>) immer Sonntags 20Uhr (dt.Zeit).<br>\n&nbsp;<br>\nPolitisch steht Galloway&nbsp;den Werten Labours so nahe, wie&nbsp;Jeremy Corbyn. Als extrovertierter Charakter geriet er somit immer wieder in Gegenpositionen zu den Blairytes. Er hat in seinen Sendungen, zu denen auch gute und erfolgreiche Formate auf RT, Sputnik, PressTV und Al Mayadeen geh&ouml;ren, fr&uuml;hzeitig auf die zunehmende&nbsp;pro-Brexit Stimmung der Bev&ouml;lkerung hingewiesen, w&auml;hrend der deutsche Mainstream&nbsp;mit Titulierungen wie den &lsquo;dummen&nbsp;Brexitvotern&rsquo; seine Selbstbesch&auml;ftigung fand.<br>\nAuch viele, brisante internationale Themen werden mit guten G&auml;sten besprochen (Assange, Kriege,&hellip;)<br>\n&nbsp;<br>\nmfG<\/p><p>Vielleicht k&ouml;nnten Sie noch auf diesen Artikel verweisen, den leider zu sp&auml;t (gerade eben) gelesen habe.<br>\n&nbsp;<br>\nSomeone Interfered in the UK Election &amp; It Wasn&rsquo;t Russia<br>\n&nbsp;<br>\nLabour&rsquo;s Jeremy Corbyn was targeted by billionaire-controlled media outlets, along with intelligence and military agencies, as well as state media&rsquo;s BBC, writes Caitlin Johnstone.<br>\n&nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2019\/12\/13\/someone-interfered-in-the-uk-election-it-wasnt-russia\/\">ConsortiumNews<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nvielleicht waren es doch weniger die Medien, die die j&uuml;ngste Wahl in Gro&szlig;britannien entschieden haben, sondern mehr eine inhaltliche Frage. Und vielleicht hat Labour in der Niederlage doch einen kleinen Erfolg errungen: Sie wollten ein zweites Referendum &uuml;ber den Brexit &mdash; sie haben es bekommen. Was hie&szlig;e das f&uuml;r andere L&auml;nder?<br>\n&nbsp;<br>\nVielen Dank f&uuml;r Ihren Artikel, f&uuml;r mich &uuml;berdurchschnittlich informativ wie praktisch alle Ihre Artikel. Die Hinweise auf die sch&auml;ndliche Medienkampagne gegen die Oppositionspartei und gegen Hr. Corbyn pers&ouml;nlich sowie auf das relativ gew&ouml;hnliche Stimmenergebnis (&ldquo;Erdrutschsieg&rdquo; nur dank Wahlsystem) sind sehr wichtig und fehlten mir in den (wenigen) anderen Artikeln, die ich zum Thema gelesen habe. Ich gehe davon aus, dass Art der Medienkampagne Schule machen wird, leider.<br>\n&nbsp;<br>\nIch bin manchmal ein Optimist (nicht Realist) und m&ouml;chte das Wahlergebnis deswegen wirklich so deuten, dass der Mehrheit der britischen W&auml;hler der sofortige Austritt aus der EU wichtiger war als das von Hr. Corbyn versprochene soziale Himmelreich. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Wie oft haben sozialdemokratische Parteien schon soziale Verbesserungen verprochen und dann das krasse Gegenteil bekommen (Schr&ouml;der, Mitterand&hellip;)? Und wie realistisch waren Hr. Corbyns soziale Bestrebungen innerhalb der EU, selbst ohne Euro? Wollte Hr. Corbyn tats&auml;chlich (auch nach dem Votum des ersten Referendums) in der EU verbleiben oder hat er es (im Gegensatz zu Hr. Johnson) nicht geschafft oder gewollt, &ldquo;Kritiker aus der Partei zu werfen&rdquo;?<br>\n&nbsp;<br>\nIch hoffe, die Briten bekommen ihre Souver&auml;nit&auml;t zur&uuml;ck und k&ouml;nnen sich dann bei der n&auml;chsten Wahl f&uuml;r ein glaubw&uuml;rdiges genuin sozialdemokratisches Programm entscheiden.<br>\n&nbsp;<br>\nAuch hier geh&ouml;rt es meines Erachtens zur Medienkampagne, die Niederlage von Labour jetzt Hr. Corbyn und seinem Regierungsprogramm anzuheften. Es scheint mir so, dass teilweise dieselben Stimmen, die beim ersten Brexit-Referendum den Untergang des Abendlandes vorhergesagt haben, nun das genaue Gegenteil behaupteten (buchst&auml;blich, siehe die Abbildung der Titelseite der Sun vom Wahltag in Ihrem Artikel: &ldquo;Save Brexit &ndash; If Boris wins today, a bright future begins tomorrow&hellip;&rdquo;). All die &ldquo;seri&ouml;sen&rdquo; Prognosen f&uuml;r die Entwicklung von W&auml;hrung, Preisen und Wirtschaft im Falle eines Brexits trafen nicht ein und sind nun vergessen.<br>\n&nbsp;<br>\nDaraus k&ouml;nnte man in anderen L&auml;ndern lernen; ich denke vor allem an S&uuml;deuropa. Das Abendland geht bei einem Austritt aus EWU und EU nicht unter. Mit einer Exit-Forderung (und guter Vision f&uuml;r das Danach) kann man konsistent Wahlen gewinnen. Das Establishment h&auml;tte man dabei gegen sich in brutaler Art und Weise. Wann und wo kommt die n&auml;chste kraftvolle Exit-Forderung?<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nP. S.: Etwaige Ver&ouml;ffentlichung bitte ohne Namensnennung.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>GRATULIERE, Jens Berger,<\/p><p>zu dieser vorz&uuml;glichen Analyse des Ergebnisses der BREXIT-Abstimmung in Grossbritannien!<\/p><p>Obwohl nur auf Vorwahl-Umfragen basierend, wurden Sie durch das Ergebnis voll umf&auml;nglich best&auml;tigt.<\/p><p>Dass ausgerechnet die &Auml;lteren f&uuml;r dieses schlimme Ergebnis voll verantwortlich sind zeigt, dass Alter und Weisheit zumindest in diesem Fall in keinerlei Zusammenhang stehen. Denn &Uuml;berdruss &uuml;ber das jahrelange Brexit-Gerangel kann keine sachliche Rechtfertigung f&uuml;r das Wahlverhalten der absoluten W&auml;hler-Mehrheit sein in einer derart wichtigen, ja vermutlich f&uuml;r GB existentiellen Frage. Denn dem steht auch ein Wahlprogramm Labours entgegen, das besonders f&uuml;r diese W&auml;hlermehrheit gedacht, ja dieser sozusagen &bdquo;auf den Leib geschrieben&ldquo; war &ndash; und trotzdem nicht verfangen hat.<\/p><p>Also bleibt als Erkl&auml;rung f&uuml;r das Ergebnis nur die &ndash; in Ihren Worten &ndash; &bdquo;selbst im historischen Vergleich einmalige Medienkampagne&ldquo; gegen Labour, und besonders die der Juden gegen Corbyn pers&ouml;nlich!&nbsp; Dass ausgerechnet ein substanzloser &nbsp;&bdquo;Suppenkasper&ldquo; wie BoJo &nbsp;die &auml;lteren W&auml;hler zu ihrem Abstimmungsverhalten &nbsp;verf&uuml;hrt haben k&ouml;nnte, will ich ihnen nicht auch noch unterstellen. <\/p><p>Daraus aber folgt, dass in kapitalistischen L&auml;ndern wie den Unseren heutzutage NICHT mehr Wahlprogramme und auch NICHT mehr &nbsp;zur Wahl stehende Kandidaten, sondern <em>die Eigentumsverh&auml;ltnisse an unseren Massenmedien<\/em> Wahlen entscheiden! Gegen derartige Monopol-Verh&auml;ltnisse noch mittel gesetzlicher Auflagen d.h. Entflechtung wirkungsvoll vorzugehen und einen wirksamen Riegel vorzuschieben &ndash; daf&uuml;r ist es auch in L&auml;ndern wie der Bundesrepublik Deutschland, trotz noch existierender &nbsp;&bdquo;&ouml;ffentlich rechtliche Rundfunk- und Fernsehanstalten&ldquo; zu sp&auml;t! <\/p><p>Deshalb sind von Gro&szlig;kapital und Politik unabh&auml;ngige Medien wie die NachDenkSeiten so enorm wichtig f&uuml;r die eigene Meinungsbildung!<\/p><p>Gruss<br>\nRolf Schmid<\/p><p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Es ist nicht richtig, dass &bdquo;die Juden&ldquo; Corbyn angefeindet haben; es waren vielmehr einzelne Verb&auml;nde, die sich zum Teil auch instrumentalisieren lie&szlig;en, da sie eine konservative Agenda haben und die Tories favorisieren. Andere j&uuml;dische Verb&auml;nde und Pers&ouml;nlichkeiten haben Corbyn ausdr&uuml;cklich verteidigt und sich gegen die Antisemitismuskampagne gewehrt.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Werter Herr Berger! Vielen Dank f&uuml;r ihr Resumee, der Wahl in Gro&szlig;britanien. <\/p><p>Sie schreiben, dass Labour zwischen dem Brexit- und Remain-Lager aufgerieben wurde. Ich sehe das &auml;hnlich, bin aber der Auffassung, dass Jeremy Corbyn sich auch f&uuml;r einen Brexit h&auml;tte aussprechen k&ouml;nnen. Was den W&auml;hler aus den mittleren und unteren Schichten in Gro&szlig;britanien umtrieb, war einerseits eine Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes durch Billiglohnkr&auml;fte aus S&uuml;dosteuropa und eine Angst vor der Bevormundung durch den Neoliberalen Moloch EU. Denn seien wir doch ehrlich, wer in Europa m&ouml;chte denn eine EU wie diese? Doch nur die Wirtschaftselite, welche von ihr am meisten profitiert. Corbyn h&auml;tte doch sagen k&ouml;nnen, f&uuml;r eine EU aber nicht unter diesen Vorzeichen, lasst sie uns gemeinsam zu einer EU f&uuml;r die Menschen ver&auml;ndern! Bei der Wahlentscheidung zwischen Not und Elend, haben die W&auml;hler in Gro&szlig;britanien auf Johnson gesetzt. In der fatalen Hoffnung, dass es nicht so schlimm kommen wird, wie man vielleicht schon ahnt. Aber der vermeintliche Retter Johnson, wird den Rest des schon von Thatcher so gut wie pulverisierten Sozialstaates beseitigen und damit endg&uuml;ltig US-Amerikanische Verh&auml;ltnisse in UK einf&uuml;hren. Das die Beeinflussung durch die Medien dabei eine gro&szlig;e Rolle spielte, haben die Nachdenkseiten (Im Gegensatz zu unseren MSM!) sehr gut aufgezeigt. Es ist fatal wenn man sieht, wie die Vierte Gewalt zum Sprachrohr der M&auml;chtigen wird und den B&uuml;rger durch gefakte Informationen, in seinem Denken und Handeln manipulativ beeinflusst. <\/p><p>Zum Schluss schreiben sie, das es zu einer Abtrennung Schottlands durch ein erneutes Referendum kommen k&ouml;nnte. Ich glaube nicht das es dazu kommt! Denn wie vor einigen Jahren werden die Schotten, wenn es darauf ankommt, wieder gegen eine Abtrennung stimmen. Trotz all der Diskrepanzen zwischen England und Schottland &ndash; welche es nun schon seit hunderten von Jahren gibt &ndash; im entscheidenden Moment werden die Engl&auml;nder den Schotten, damit sie dabei bleiben, Zugest&auml;ndnisse bis &uuml;ber ihre Schmerzgrenze machen. <\/p><p>Mit frdl. Gr&uuml;&szlig;en Ralf Matthias \/ Hannover <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Leserbriefe zu &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57149\">Die &bdquo;historische&ldquo; Labour-Niederlage und das britische Wahlsystem<\/a>&ldquo;<\/strong><\/p><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Werte NDS-Redaktion,<\/p><p>danke f&uuml;r diesen erhellenden Beitrag. Mit diesen facts l&auml;sst sich trefflich demonstrieren, wie in der Demokratie h&ouml;chst bedenklich betrogen und gelogen wird.<\/p><p>So was kann es hierzulande nicht geben? Mitnichten! Wohl vergessen, was damals in den ersten Groko Ende der sechziger Jahre so abging. Da haben die Innenminister der Union das Mehrheitswahlrecht auch hierzulande einf&uuml;hren wollen. Ist uns dann nur knapp erspart geblieben. Damit gelieb&auml;ugelt hatten seinerzeit aber auch die Sozialdemokraten. Vielleicht erinnert sich hierzu Herr M&uuml;ller, der m&uuml;sste doch mehr dar&uuml;ber wissen. K&ouml;nnte mir vorstellen, dass die ehemalige &bdquo;Volksparteien&ldquo; auch heute wieder insgeheim davon schw&auml;rmen werden, wenn sie sich jetzt die Schindluderei aus Kleinbritannien reinziehen<\/p><p>Das Ende naht!<\/p><p>Mit den besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMichael Kohle<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger<\/p><p>ein weiteres kleines Faktum, dass Sie interessieren wird:<\/p><p>In England (nicht UK) erhielt Labour bei den Wahlen im Jahr 2005 35% der Stimmen und daf&uuml;r 288 Sitze im Unterhaus. Bei den jetzigen Wahlen erhielt Labour in England 34% der Stimmen aber daf&uuml;r nur 180 Sitze.<\/p><p>MfG<br>\nJ&uuml;rgen Wehmeier<br>\nWallingford <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<\/p><p>ich verstehe leider nicht, was Sie dazu hinrei&szlig;t, diese nochmalige Wahlanalyse bez&uuml;glich der GB-Wahlen vorzunehmen. Sie begr&uuml;nden dies mit dem freilich falschen Mainstream-M&auml;rchen von den &ldquo;massiven Verlusten&rdquo; Labours. &Uuml;ber dieses ungerechte und verzerrende Wahlsystem hatten Sie sich aber bereits in Ihrer ersten Analyse deutlich ge&auml;u&szlig;ert.<\/p><p>Ist es nicht vielmehr so, dass Sie &ndash; anders als Sahra Wagenknecht u.a. &ndash; in Ihrer ersten Analyse die &ldquo;Jein&rdquo;-Haltung der Labour-Partei zum Brexit nicht als Hauptgrund oder wenigstens als bedeutenden Grund f&uuml;r ihr Scheitern identifizierten und diese Scharte jetzt mit einem neuen Artikel auswetzen wollten, der Sahra Wagenknecht in diesem Punkt klar widerspricht?&nbsp;<\/p><p>Ich lese Ihre Artikel in der Regel gern. Schon deshalb hat mich diese Ihre&nbsp; heutige &uuml;berfl&uuml;ssige Eitelkeit ziemlich genervt. Bitte nicht b&ouml;se sein.<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nIhr Anton Baum<\/p><p><em><strong>Replik Jens Berger:<\/strong>  Lieber Herr Baum,<\/em><\/p><p><em>nat&uuml;rlich bin ich Ihnen nicht b&ouml;se; warum sollte ich? Kritik ist ja nichts Schlimmes. Es stimmt aber auch, dass ich Sahra Wagenknecht in ihrer Analyse nicht folgen mag. Ich halte ihre Aussagen auch eher f&uuml;r eine Ansprache an die eigene W&auml;hlerklientel; dass eine Volkspartei wie Labour hier ein viel gr&ouml;&szlig;eres Spektrum abdecken muss, wird sie sicher nicht ernsthaft bestreiten. Aber das leidige Thema Brexit wollte ich deshalb nicht noch einmal aufmachen, zumal wir das auf den NachDenkSeiten ja schon mehrfach diskutiert haben und diesbez&uuml;glich eine Linie haben, die in der politischen Linken nicht jeder teilt. Davon abgesehen sagt mein Artikel alles N&ouml;tige zum Einfluss des Brexit-Kurses von Corbyn auf das Wahlergebnis. Pers&ouml;nlich h&auml;tte ich mir inhaltlich(!) auch eine klarere Linie von Corbyn gew&uuml;nscht &ndash; allerdings anders als Sahra Wagenknecht. Strategisch kann ich sein Lavieren aus den genannten Gr&uuml;nden jedoch verstehen.&nbsp;<\/em><\/p><p><em>beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS-Redaktion,<\/p><p>so toll ist unser Verh&auml;ltniswahlrecht auch nicht. Mitunter haben kleine Parteien mit 6 oder 7 Prozent W&auml;hlerstimmen gro&szlig;en Einfluss, weil die gr&ouml;&szlig;ere Partei sie zur Sicherung der Mehrheit im Parlament ben&ouml;tigt. Wer einen sicheren Listenplatz innehat (entscheidet die Partei, nicht der W&auml;hler) und wenn die Sperrklausel &uuml;berwunden ist, ist drin. Und zumeist &ndash;&nbsp; einmal Abgeordneter, immer Abgeordneter. Angesichts der einseitigen Zusammensetzung unserer Parlamente (&uuml;berproportional verbeamtet und interessegeleitet) kann von einem &ldquo;Spiegelbild der Gesellschaft&rdquo; keine Rede sein. Koalitionen sind beim Mehrheitswahlrecht oft &uuml;berfl&uuml;ssig, im Gegensatz zum Verh&auml;ltniswahlrecht. Tats&auml;chlich entscheiden einige &ldquo;Elefanten&rdquo; nach der Wahl im Wege von vonKoalitionsverhandlungen &uuml;ber die Bildung der Regierung, nicht der W&auml;hler. H&auml;ufig ist das Regierungsprogramm hinterher konturlos. Manche Regierung wird man beim Verh&auml;ltniswahlrecht nicht wieder los, da kann der W&auml;hler w&auml;hlen, wie er will.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMichael Wrazidlo<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Beitr&auml;ge: &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57074\">Zerrissenes K&ouml;nigreich &ndash; Gro&szlig;britannien nach der Wahl<\/a>&rdquo; und &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57149\">Die &bdquo;historische&ldquo; Labour-Niederlage und das britische Wahlsystem<\/a>&rdquo; erzeugten ein ausf&uuml;hrliches Echo der NachDenkSeiten-Leser, welches wir in der nachfolgenden Auswahl teilweise wiedergeben. Brexit hat im Wahlkampf die anderen Themen &uuml;berlagert, und ob der von vielen Lesern gew&uuml;nschte fortschrittliche Brexit jemals stattfinden wird, steht in<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57174\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-57174","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57174","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=57174"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57174\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57179,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57174\/revisions\/57179"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=57174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=57174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=57174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}