{"id":57317,"date":"2019-12-31T12:00:30","date_gmt":"2019-12-31T11:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57317"},"modified":"2026-01-27T12:00:48","modified_gmt":"2026-01-27T11:00:48","slug":"arno-luik-was-passiert-mit-den-reisenden-die-im-ungluecksfall-aus-den-zuegen-fliehen-wollen-deren-tueren-sich-aber-nicht-oeffnen-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57317","title":{"rendered":"Arno Luik: \u201eWas passiert mit den Reisenden, die im Ungl\u00fccksfall aus den Z\u00fcgen fliehen wollen, deren T\u00fcren sich aber nicht \u00f6ffnen lassen?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Verantwortlichen bei der Bahn investieren <a href=\"https:\/\/www.daserste.de\/information\/wirtschaft-boerse\/plusminus\/sendung\/sendung-vom-04-12-2019-investitionen-bahn-100.html\">Milliarden im Ausland<\/a>, w&auml;hrend das Geld dringend hierzulande ben&ouml;tigt wird. Was hat es mit den Auslandsinvestitionen des Unternehmens auf sich? &bdquo;Weltmachtfantasien&ldquo; der langj&auml;hrigen Bahnchefs h&auml;tten regelrecht dazu gef&uuml;hrt, dass die Bahn ausgepl&uuml;ndert worden sei, sagt der Bahn-Experte und Bestseller-Autor <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?tag=luik-arno\">Arno Luik<\/a> im NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;Das ist keine Polemik. Dass die Deutsche Bahn heute so j&auml;mmerlich daherrumpelt, sich in einem Zustand befindet, der f&uuml;r eine Wirtschaftsnation peinlich ist, h&auml;ngt sehr konkret mit diesen Auslandseins&auml;tzen der Bahn zusammen.&ldquo; Ein Interview &uuml;ber eine Bahn, die laut Luik unter ihren F&uuml;hrungskr&auml;ften, den vorhandenen Strukturen genauso wie unter der Politik leidet. Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1713\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-57317-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191231_Arno_Luik_Was_passiert_mit_den_Reisenden_die_im_Ungluecksfall_aus_den_Zuegen_fliehen_wollen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191231_Arno_Luik_Was_passiert_mit_den_Reisenden_die_im_Ungluecksfall_aus_den_Zuegen_fliehen_wollen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191231_Arno_Luik_Was_passiert_mit_den_Reisenden_die_im_Ungluecksfall_aus_den_Zuegen_fliehen_wollen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191231_Arno_Luik_Was_passiert_mit_den_Reisenden_die_im_Ungluecksfall_aus_den_Zuegen_fliehen_wollen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=57317-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/191231_Arno_Luik_Was_passiert_mit_den_Reisenden_die_im_Ungluecksfall_aus_den_Zuegen_fliehen_wollen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"191231_Arno_Luik_Was_passiert_mit_den_Reisenden_die_im_Ungluecksfall_aus_den_Zuegen_fliehen_wollen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Herr Luik, die Probleme bei der Bahn scheinen kein Ende zu nehmen. Vor ein paar Tagen wurde in der ARD-Sendung plusminus dar&uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.daserste.de\/information\/wirtschaft-boerse\/plusminus\/sendung\/sendung-vom-04-12-2019-investitionen-bahn-100.html\">berichtet<\/a>, dass seit 2015 auf der Strecke zwischen Stuttgart und Heidelberg &bdquo;mehrere Signale&ldquo; gest&ouml;rt gewesen seien. Wie kann das sein?<\/strong><\/p><p>Diese Ungeheuerlichkeit ist Ausdruck des allgemeinen Zerfalls der Bahn, ihrer Verlotterung. Jahrelang hat dort die Bahn Z&uuml;ge fahren lassen, obwohl die Strecke zwischen Bretten und Maulbronn-West nicht betriebssicher war, im Klartext: lebensgef&auml;hrlich.&nbsp; Seit 2016 ist der obersten Pr&uuml;fbeh&ouml;rde der Bahn, dem EBA, bekannt, dass diese vielbefahrene Strecke nicht betriebssicher ist! Das EBA mahnt die Bahn. Die Bahn reagiert nicht. Das EBA h&auml;tte den gef&auml;hrlichen Streckenabschnitt sofort, wie es im Amtsdeutsch hei&szlig;t, &bdquo;beh&ouml;rdlich sperren&ldquo; m&uuml;ssen. <\/p><p><strong>Was das EBA aber nicht getan hat.<\/strong><\/p><p>Nein, weil es sich nicht getraut hat, eine Ungeheuerlichkeit. Das EBA ist gegen&uuml;ber dem Verkehrsministerium weisungsgebunden, und deshalb brauchen die Pr&uuml;fer Mut, wenn sie zum Schutz der Reisenden wirklich&nbsp; &ndash; was ihre Aufgabe w&auml;re! &ndash; eingreifen, ein Mut, der oft fehlt. Sie haben regelrecht Angst, zu weit zu gehen. <\/p><p><strong>Und so bekommt die Bahn jetzt noch eine Frist bis Ende des Jahres.<\/strong><\/p><p>Tja. Dass es nicht zu einem Unfall kam wie in Bad Aibling, wo vor drei Jahren bei einem Zugzusammensto&szlig; zw&ouml;lf Menschen starben &ndash; das ist, sagte mir k&uuml;rzlich ein Bahnbeamter, &bdquo;purer Zufall&ldquo;. Man nehme, so der erz&uuml;rnte Eisenbahner, &bdquo;mit so einem Verhalten Tote billigend in Kauf!&ldquo; Bei dieser Bahn herrschen Zust&auml;nde, die nicht sein d&uuml;rfen. Da verbindet sich oft Inkompetenz mit Schludrigkeit. <\/p><p><strong>Haben Sie daf&uuml;r noch ein anderes Beispiel?<\/strong><\/p><p>44 ICE-2-Z&uuml;ge hat die Bahn. Bei denen ist in diesen Monaten die sogenannte Hauptuntersuchung f&auml;llig.&nbsp; Das ist eine aufwendige Sache: Die Z&uuml;ge werden in ihre Einzelteile zerlegt, alles wird gecheckt, dann wieder zusammengeschraubt. Dass dieser wichtige Termin ansteht &ndash; die Bahn, unfassbar, hat das glatt verpennt. Und nun fehlt es nun an allem f&uuml;r diesen wichtigen Check: an Werkst&auml;tten, an Reparaturkapazit&auml;ten, an Technikern, die Bahn wei&szlig; nicht mal, wo sie ihre Z&uuml;ge parken soll, es fehlen daf&uuml;r sogar die Gleise. Chaos total. Der Bahnkunde wird wegen dieses Management-Versagens mal wieder leiden, wohl auch fluchen wegen &uuml;berf&uuml;llten Z&uuml;gen, alten Ersatz-Z&uuml;gen, Z&uuml;gen, die total ausfallen, Z&uuml;gen, die nur als Halbz&uuml;ge fahren. Fahrplan ade. Es ist wirklich dramatisch, was sich dieser Konzern erlaubt, erlauben kann, erlauben darf. Nicht nur, dass regelm&auml;&szlig;ig Z&uuml;ge komplett ausfallen, 140 000 waren es 2017, es gehen auch regelm&auml;&szlig;ig ICEs auf Fahrt, die nicht richtig gewartet werden, Z&uuml;ge, bei denen zum Beispiel die Druckluftbremsen ausgeschaltet sind, das Bremsverm&ouml;gen sich deswegen verringert und die Z&uuml;ge nicht mehr so schnell fahren d&uuml;rfen. Fahrplan ade. <\/p><p><strong>Die Reisenden scheinen sich an Versp&auml;tungen, &Uuml;berf&uuml;llungen und Zugausf&auml;lle gew&ouml;hnt zu haben.<\/strong><\/p><p>Leider. Fatalistisch akzeptiert man so Vieles. Man akzeptiert heute fast klaglos, dass T&uuml;ren oft nicht aufgehen. Dazu sagte Bahnvorstandsmitglied Ronald Pofalla, ohne rot zu werden, dass ICEs, die beispielsweise auf der linken Seite kaputte T&uuml;ren haben, vorzugsweise mit der rechten Seite am Bahnsteig halten sollen. Vielleicht ist es kriminell, was Pofalla da von sich gibt? Denn: Was passiert mit den Reisenden, die im Ungl&uuml;cksfall aus den Z&uuml;gen fliehen wollen, deren T&uuml;ren sich aber nicht &ouml;ffnen lassen? R&uuml;tteln sie verzweifelt an den kaputten T&uuml;ren? Ein seri&ouml;ses Unternehmen, dem die Fahrgastsicherheit am Herzen liegt, w&uuml;rde niemals einen Zug mit schadhaften T&uuml;ren auf die Strecke schicken. W&uuml;rde ein Flugzeug eine Starterlaubnis bekommen, obwohl eine T&uuml;r defekt ist? Undenkbar. Aber Zugt&uuml;ren, die sich nicht &ouml;ffnen lassen, sind inzwischen Standard bei dieser Bahn. Apropos Flugzeug: Ohne Inlandsfl&uuml;ge &ndash; und das ist eines der bestgeh&uuml;teten Geheimnisse dieser Bahn AG &ndash; w&auml;re die Lage der Bahn noch desolater: Fast jeden Tag, kein Witz, traurige Wahrheit, fliegt die Bahn Lokomotivf&uuml;hrer mit der Lufthansa oder einer anderen Luftlinie&nbsp; hin und her&nbsp; durch Deutschland, von Hamburg nach M&uuml;nchen, von M&uuml;nchen nach Berlin, von West nach Ost: Sie m&uuml;ssen einspringen, werden rumgehetzt, weil bei dieser maroden Bahn &uuml;berall Lokf&uuml;hrer fehlen. Wenn es dieses un&ouml;kologische Rumgefliege nicht g&auml;be, die Versp&auml;tungsstatistik der Bahn w&auml;re noch verheerender. <\/p><p><strong>Noch verheerender?<\/strong><\/p><p>Es ist absurd: In &uuml;ber 140 L&auml;ndern ist dieser Konzern aktiv &ndash; zu Lande, zu Wasser, in der Luft. Aber hierzulande st&uuml;mpert dieser Konzern, der von den Steuerzahlern mit weit &uuml;ber 10 Milliarden Euro j&auml;hrlich subventioniert wird, unfassbar herum. <\/p><p><strong>Die Bahn hat in den letzten Jahren viel in ihre Auslandst&auml;tigkeit investiert. Warum ist die Bahn &uuml;berhaupt im Ausland t&auml;tig?<\/strong><\/p><p>Bahnchef Mehdorn sagte mir in einem Gespr&auml;ch dazu mal: &bdquo;Wir m&uuml;ssen im Ausland angreifen. Es gilt das Gesetz des St&auml;rkeren.&ldquo; Sein Nachfolger Grube erkl&auml;rte apodiktisch:  &bdquo;Im Jahr 2020 wollen wir das weltweit  f&uuml;hrende Mobilit&auml;ts- und Logistikunternehmen sein&ldquo;. Die Bahnchefs Mehdorn und Grube hatten Weltmachtfantasien. Und um die durchzusetzen, ist die Bahn in den vergangenen Jahren ausgepl&uuml;ndert worden. Das ist keine Polemik. Dass die Deutsche Bahn heute so j&auml;mmerlich daherrumpelt, sich in einem Zustand befindet, der f&uuml;r eine Wirtschaftsnation peinlich ist, h&auml;ngt sehr konkret mit diesen Auslandseins&auml;tzen der Bahn zusammen. <\/p><p><strong>Warum?<\/strong><\/p><p>Die verschlingen nicht nur viel Geld, sie verschlingen auch logistische Ressourcen: Wer sich mit Korruptionsf&auml;llen etwa in Griechenland oder mit Kartellstreitigkeiten weltweit besch&auml;ftigen muss, der hat einfach wenig Zeit, sich hierzulande noch richtig um Z&uuml;ge zu k&uuml;mmern.<\/p><p><strong>Wann hat die Bahn damit angefangen, im Ausland zu investieren?<\/strong><\/p><p>Als Mehdorn, was f&uuml;r die Bahnkunden wahrhaft ein riesiges Ungl&uuml;ck war, 1999 unter der Regierung Schr&ouml;der\/Fischer an die Macht kam, sagte er: &bdquo;Unser Markt ist nicht Deutschland. Unser Markt ist die Welt&ldquo;. S&auml;tze, f&uuml;r die er sofort h&auml;tte entlassen werden sollen. Aber dieser Bahn-Azubi an der Spitze der Bahn, der aus der Auto- und Luftfahrtindustrie kam, durfte walten, wie er wollte. Ein Grund: Die rotgr&uuml;ne Regierung wollte die Staats-Bahn loswerden, wollte sie unbedingt an die B&ouml;rse bringen, sie privatisieren. <\/p><p><strong>Sozialdemokraten und Gr&uuml;ne im Einsatz des Neoliberalismus.<\/strong><\/p><p>Das gab diesem Bahnchef, der letztlich nichts anderes war als ein &uuml;berbezahlter Totengr&auml;ber der Bahn hierzulande, die M&ouml;glichkeit und die Macht, mit der Deutschen Bahn wie mit einem Privatkonzern umzuspringen, wie eine Aktiengesellschaft zu agieren. Das Verr&uuml;ckte: Mit der nahezu unbegrenzten Staatsknete im Hintergrund begann er in einem Anfall von imperialem Gr&ouml;&szlig;enwahn weltweit Unternehmen aufzukaufen. Seine Gier nach einem Weltkonzern erinnert fatal an J&uuml;rgen Schrempps Traum von der DaimlerChrysler-Welt AG. Seinen alten Rivalen Schrempp wollte Mehdorn &uuml;bertrumpfen. Er wollte gro&szlig; sein, richtig gro&szlig;, ein ganz Gro&szlig;er &ndash; wie sein Vorbild Napoleon: &bdquo;Dass er klein und dick wie ich war, ist reiner Zufall&ldquo;. Mehdorn &ndash; ein Master of the Universe. Wegen seines Gr&ouml;&szlig;enwahns leiden die Bahnkunden noch heute, und sie werden noch lange leiden.<\/p><p><strong>Wie kam es dazu?<\/strong><\/p><p>Noch 1999 wurden mehr als 95 Prozent des Umsatzes der Bahn AG und mehr als 90 Prozent mit der Schiene erwirtschaftet. Heute macht die Bahn &uuml;ber 50 Prozent ihres Umsatzes im Ausland &ndash; und gut 50 Prozent ihres Gesamtumsatzes macht sie mit Gesch&auml;ften, die nichts mit dem Bahnfahren zu tun haben.<\/p><p><strong>Das sagt einiges aus.<\/strong><\/p><p>In der Tat. Erkl&auml;rtes Ziel des Bahnchefs Mehdorn war es, haupts&auml;chlich &bdquo;mit Non-Rail-Aktivit&auml;ten&ldquo; Ums&auml;tze zu erzielen. Man muss sich diese Frechheit dieses Gedankens mal vorstellen: Ein vom Staat hochbezahlter Bahnchef erkl&auml;rt, dass ihm die Z&uuml;ge nicht allzu wichtig sind. Und genauso handelte er, von der Politik unterst&uuml;tzt: Er lie&szlig; &ndash; aus Kostengr&uuml;nden &ndash; tausende von Weichen und Kreuzungen rausrei&szlig;en, er lie&szlig; Strecken stilllegen, unter seiner &Auml;gide (und sein Nachfolger Grube machte fatalerweise genauso weiter) verkam und verlotterte die Bahn so fundamental, dass es fragw&uuml;rdig ist, ob sie sich von seinem Tun jemals erholen kann. &bdquo;Wie oft wird diese Weiche gebraucht?&ldquo; wollte er von seinen Bahnern in seinem Sparwahn wissen, der ihn an die B&ouml;rse bringen sollte. Was? Nur zehnmal im Jahr? Raus damit! Und wieder war eine Ausweichm&ouml;glichkeit verschwunden. So agierte er, und das ist ein Grund, weshalb heute Zugversp&auml;tungen der Normalfall sind.<\/p><p><strong>Was macht die Bahn im Ausland?<\/strong><\/p><p>Alles M&ouml;gliche. Die Deutsche Bahn AG ist heute in &uuml;ber 140 L&auml;ndern unterwegs. Sie ist ein Konglomerat von fast 1000 Firmen, &uuml;ber neun engbedruckte Seiten zieht sich im aktuellen Gesch&auml;ftsbericht ihre Auflistung. Die Palette reicht von der Bayern Express GmbH&amp;P. K&uuml;hn GmbH bis zur Autobusni kolodovr d.o.o. Karlovac\/Kroatien oder Kiinteist&ouml;maaliikenne Oy, Helsinki\/Finnland &ndash; es ist ein hochkompliziertes Geflecht, das um den ganzen Globus reicht. Die Deutsche Bahn selbst ist blo&szlig; noch ein Anh&auml;ngsel in diesem weltumspannenden Gro&szlig;reich, in dem die Sonne nie untergeht. Es ist erstaunlich, was diese Deutsche Bahn AG, die nicht in der Lage ist, hier in Deutschland ordentlich Z&uuml;ge fahren zu lassen, im Ausland so treibt: zum Beispiel Wein- und Minenlogistik in Australien, sie unterh&auml;lt in Kopenhagen mit 350 Autos die weltweit gr&ouml;&szlig;te Autoflotte f&uuml;r Carsharing, sie betreibt in Gro&szlig;britannien Krankentransporte, sie l&auml;sst in London Doppeldeckerbusse fahren, sie steuert den Royal Train. Sie h&auml;lt die Mehrheit an Kroatiens gr&ouml;&szlig;tem Busbetreiber, sie baut eine Metro in Canberra, macht in vielen europ&auml;ischen L&auml;ndern (etwa in Portugal, Polen, D&auml;nemark, Spanien) mit ihren Bussen Konkurrenz zu den dortigen Staatsbahnen, bedroht also dort den staatlichen Schienenverkehr. Sie war in Saudi-Arabien am Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke beteiligt, sie elektrifiziert derzeit in Israel Bahnlinien (was hier dringend notwendig w&auml;re!), sie baute in Katar Eisenbahnstrecken auf. Sie bef&ouml;rdert 1,3 Millionen Tonnen Luftfracht rund um die Welt, transportiert inzwischen 2,17 Millionen Tonnen Seefracht auf allen Meeren, ist Marktf&uuml;hrer im Schiffsverkehr zwischen China und den USA. Hierzulande aber hat die DB AG, was Fahrpl&auml;ne&nbsp; durcheinanderbrachte und Kunden ver&auml;rgerte, ihre Schiffe, die auf dem Bodensee und nach D&auml;nemark im Einsatz waren, l&auml;ngst ver&auml;u&szlig;ert.<\/p><p><strong>Von welchen Investitionssummen ist auszugehen?<\/strong><\/p><p>Von weit &uuml;ber zehn Milliarden Euro. So gro&szlig; ist die Summe, dass sich die Investitionen nie amortisieren werden. Anders ausgedr&uuml;ckt: Die Zinsen f&uuml;r die teuren Eink&auml;ufe fressen die eh sehr mageren Gewinne auf. Einer, der das seit Jahren kritisiert, ist der Berliner Verkehrswissenschaftler Christian B&ouml;ttger, Professor an der Berliner Hochschule f&uuml;r Technik und Wirtschaft: &bdquo;Die Strategie des weltweiten Konzerns ist gescheitert&ldquo;, sagt er, &bdquo;die Deutsche Bahn zahlt jedes Jahr drauf, und am Ende haftet der Steuerzahler&ldquo;. Dass die Deutsche Bahn AG, die zu 100 Prozent im Staatsbesitz ist, im Klartext: den B&uuml;rgern geh&ouml;rt, also ein Volkseigener Betrieb ist, dass dieser Konzern seit Mehdorns Wirken weltweit private Unternehmen aufkauft &ndash; diese unternehmerische Ausrichtung ist von keinem Abgeordneten je abgesegnet worden. Die Bahn hat, nat&uuml;rlich mit Duldung der Politik, es einfach getan &ndash; und verst&ouml;&szlig;t damit, so der Bundesrechnungshof, gegen den &bdquo;grundgesetzlichen Gew&auml;hrleistungsauftrag des Bundes&ldquo; hierzulande. Noch etwas: Dass Politiker dieses Aufkaufen von Firmen tolerieren, dass Politiker, f&uuml;r die Verstaatlichungen normalerweise Tods&uuml;nden sind, dies bei der Bahn AG dulden und erm&ouml;glichen, verwundert. Es ist putzig, wie ein deutscher Staatskonzern mit deutscher Staatsknete weltweit private Unternehmen sozialisiert, sie also verstaatlicht. Die FDP m&uuml;sste eigentlich den Bahn-Tower in Berlin st&uuml;rmen. Man k&ouml;nnte das Handeln der Bahn AG eventuell akzeptieren, wenn ihre auch ordnungspolitisch fragw&uuml;rdigen Aktionen gro&szlig;e Gewinne einspielten. Milliarden Euro f&uuml;r eine funktionierende Bahn in Deutschland generierten. Aber so ist es ja nicht, im Gegenteil. Die Bahn hierzulande ist die Milchkuh f&uuml;r Auslandsabenteuer, die den B&uuml;rgern hierzulande nichts bringen au&szlig;er: Zerfall.<\/p><p><strong>Geld zur Investition in Deutschland st&uuml;nde der Bahn also durchaus zur Verf&uuml;gung.<\/strong><\/p><p>Das Geld w&auml;re da, aber hart gesagt: Seit Jahren wurde deinvestiert. Zwar bestreiten das die Bahnchefs rituell und betonen, dass sie j&auml;hrlich 1,4 Milliarden in den Erhalt der Infrastruktur investieren, und Bahnchef Lutz m&ouml;chte ja jetzt &ndash; mit Hilfe von Bundesmitteln &ndash; noch mehr investieren. Dass faktisch deinvestiert wurde, sieht man einfach am Zustand der Bahn: Alles ist in die Jahre gekommen. Die Bahnh&ouml;fe, die Loks, die Weichen, die Br&uuml;cken, die Gleise. Ein Beispiel gef&auml;llig? 25 000 Br&uuml;cken hat die Bahn, im Schnitt sind sie &uuml;ber 73 Jahre alt, 12 000 sind schon &uuml;ber 100 Jahre im Einsatz. Viele von ihnen sind so marode, wurden so wenig gepflegt, dass man sie abrei&szlig;en und komplett erneuern muss &ndash; mindestens 1250 Bauwerke. Die Bahn AG: eine Schrottbahn. Aber hinter diesem Zerfall steckt System: F&uuml;r den Erhalt und die Pflege ihrer Anlagen muss die Bahn AG selbst aufkommen. Ist aber etwas total verkommen, muss etwas ganz neu gebaut werden, dann zahlt das der Staat, also der Steuerzahler. Und so hat die Bahn kein gro&szlig;es Interesse, ihr Material kostenaufwendig in Schuss zu halten, ganz im Gegenteil. Wenn etwas neu gebaut wird, bekommt die Bahn AG bis zu 20 Prozent der Bausumme als Planungsaufsicht. Je teurer das Neue ist, desto besser f&uuml;r die Bahnbilanzen. Es ist verr&uuml;ckt. W&auml;re die Bahn AG ein Mensch, w&uuml;rde man sagen, dieser Mensch handelt unmoralisch, ihm ist alles egal, wenn er alles kaputt gemacht oder verkommen hat lassen, dann klaut er sich&nbsp; halt das Geld, um den selbst verursachten Schaden zu beheben. So agiert der gr&ouml;&szlig;te Staatskonzern des Landes. &bdquo;Wir brauchen ein paar Milliarden Euro mehr!&ldquo;, ruft er nun. Um Br&uuml;cken zu reparieren, Signalanlagen aufzubauen, Gleise, Weichen zu rekonstruieren, wir brauchen noch mehr Geld, viel mehr Geld, um die Klimaziele zu realisieren! Es klingt vern&uuml;nftig, ist aber bizarr: Da demontiert die Bahn seit Jahren ihre Infrastruktur, sie investiert hier zu wenig, verspielt Geld im Ausland, sie macht das System so schlank, dass es vor Schw&auml;che fast kollabiert &ndash; dann ruft sie nach mehr Geld. Und bekommt es. Frech.<\/p><p><strong>Schaut man als Au&szlig;enstehender darauf, wie die Bahn agiert, kann man den Eindruck gewinnen, das Unternehmen kann schalten und walten, wie es will.<\/strong><\/p><p>Die Bahn AG ist zu einem Staat im Staat geworden. Sie macht, auch mit Hilfe von Politikern beziehungsweise Ex-Politikern wie Ronald Pofalla, was sie will. Ein Beispiel: Seit ein paar Monaten sind &ndash; getrieben von der Fridays-for-Future-Bewegung &ndash; Klima und &Ouml;kologie die gro&szlig;en Politthemen in Berlin. Fast alle Politiker reden davon, dass mehr G&uuml;ter auf die Schiene und mehr Menschen die Bahn benutzen sollen. Und was macht diese Bahn? Dieses Fr&uuml;hjahr verkauft sie zum Beispiel eine zwar stillgelegte, aber eine f&uuml;r die Zukunft sehr wichtige Nebenstrecke &ndash; die Steigerwaldbahn in Franken, knapp 50 Kilometer lang, rund 560 000 Quadratmeter Grund. Sie verscherbelt dieses &uuml;beraus wertvolle Bahngel&auml;nde f&uuml;r 700 000 Euro an einen Schrotth&auml;ndler. Und das, obwohl die St&auml;dte Kitzingen und Schweinfurt, die dortigen IHKs die Strecke erhalten, sie f&uuml;r einen zuk&uuml;nftigen Schienenverkehr retten wollten. Der Schrotth&auml;ndler hat vor ein paar Tagen angefangen, die Schienen, die viele, viele Euro wert sind, rauszurei&szlig;en. Ein &ouml;kologisches Unding, was da passiert, aber auch ein politisches Unding. Es ist schon wundersam, wie dieser Staatskonzern das &Ouml;ko-Mantra der Politik vorf&uuml;hren darf. <\/p><p><strong>Sie beobachten das Unternehmen seit langem. Sehen Sie &uuml;berhaupt an irgendeiner Stelle eine positive Ver&auml;nderung?<\/strong><\/p><p>Es gibt, leider, wenig Grund f&uuml;r Optimismus. Die Bahn, wie gesagt, ist in einem solch erbarmungsw&uuml;rdigen Zustand, dass es Jahrzehnte dauern wird, bis sie wieder ordentlich funktionieren kann. Es ist einfach viel zu viel zerst&ouml;rt, zu viel abgebaut worden. Es sind zu viele Mitarbeiter entlassen worden. Mit ihnen ist wertvolles Knowhow verschwunden. Dieses Bahnwissen ist zu oft ersetzt worden durch inkompetente, daf&uuml;r aber sehr teure Berater von Berger und McKinsey. Es ist auch ersetzt worden durch Bahnchefs, die bei Amtsantritt keine Ahnung vom komplexen System Schiene hatten. Da waren, von der Politik so gewollt, jahrzehntelang Bahn-Azubis an der Spitze des Unternehmens, das in Sachen &ouml;kologischer Verkehrspolitik so wichtig ist. Unverantwortlich. Nun ist das Desaster da. Um so gut funktionieren zu k&ouml;nnen wie etwa die Bahn in der Schweiz, was f&uuml;r diese Industrienation das Minimum w&auml;re, m&uuml;sste das Streckennetz sofort um 25 000 Kilometer verl&auml;ngert werden. Wie soll das m&ouml;glich sein? In den vergangenen Jahren hat die Bahn sehr viel Land verkauft. Wo fr&uuml;her Schienen, Rangierbahnh&ouml;fe, &Uuml;berholgleise, Bahn-Ausbesserungswerke waren, sind heute B&uuml;rohochh&auml;user, Logistikzentren, Parkpl&auml;tze. Es ist Zeit f&uuml;r eine zweite Bahnreform. Es ist h&ouml;chste Eisenbahn, das aberwitzige b&uuml;rokratische Monstrum Deutsche Bahn AG zu zerschlagen. Unter dem Dach dieser Bahn AG agieren ja acht Bahn-T&ouml;chter, fast alles Aktiengesellschaften mit b&uuml;rokratischem Wasserkopf, die jede f&uuml;r sich Gewinn machen sollen &ndash; zwangsl&auml;ufig auf Kosten der anderen Bahn AGs. <\/p><p><strong>Also steht auch die Struktur dem Erfolg im Wege?<\/strong><\/p><p>Eindeutig. Diese Struktur l&auml;sst einen erfolgreichen Zugverkehr nicht zu. Nun bekommt, zumindest ist das so versprochen, die Bahn viel Geld, viele Milliarden Euro. Wohin das Geld geht, wird, so klagt der Bundesrechnungshof, nicht kontrolliert. Sehr wahrscheinlich verschwindet dieses Geld in verkehrlich und &ouml;kologisch so unsinnige Gro&szlig;-Projekte wie Stuttgart 21, M&uuml;nchens 2. Stammstrecke, der Fehmarnbelt-Unterquerung. Vielleicht sind also diese vielen Milliarden sogar kontraproduktiv? Denn sie werden helfen, antiquierte Projekte zu realisieren:&nbsp; etwa die Verlegung des Bahnhofs Hamburg-Altona. Dort soll mit Milliardeneinsatz ein optimal funktionierender Bahnhof, der mitten in der Stadt ist, in ein totes Industriegebiet verlegt und seiner Leistungsf&auml;higkeit beraubt werden.&nbsp; Und in Frankfurt soll unterm Main ein langer Tunnel gebuddelt werden &ndash; ebenfalls ein milliardenschweres Unterfangen. All diese Gro&szlig;projekte sind verwerflich: unwirtschaftlich, dem Zugverkehr nichts bringend. Aber vor allem die Umwelt belastend: Beim Bau von einem Kilometer Eisenbahntunnel wird so viel CO2 freigesetzt, wie 26 000 Autos mit einer Laufleistung von 13 000 Kilometern im Jahr in die Luft pusten. All diese Gro&szlig;projekte vereint dies: Sie erfreuen die Beton- und Tunnelbohrindustrie &uuml;beraus. Dass es nicht wirklich besser wird, zeigt noch eine andere Idee der Bahn: Sie will nun eine neues Zugleitsystem einf&uuml;hren, das sogenannte ETCS-System. Ein fragw&uuml;rdiges Unterfangen. Die Schweiz macht mit diesem System negative Erfahrungen &ndash; aber egal. Die Bahn hierzulande hat ein perfektes Zugleitsystem &ndash; auch egal. Das Neue muss her, koste es, was es wolle. Diese Umr&uuml;stung ist unn&ouml;tig wie ein Kropf. Sie verschlingt sehr viel Geld &ndash; rund 21 Milliarden Euro. Ein finanzieller Kraftakt, der mitverhindert, dass die Bahn sinnvoll auf dem Land und in den Metropolen ausgebaut wird. Eine Geldverschwendung, die aber die Elektroindustrie &uuml;beraus erfreut. Wenn man so will: Extraprofite f&uuml;r Siemens &ndash; auf Kosten der Bahnkunden. Auf Kosten der &Ouml;kologie. Auf Kosten der Vernunft.<\/p><p>Titelbild: Joerg Huettenhoelscher\/shutterstock.com<\/p><p><em><strong>Lesetipp:<\/strong> Luik, Arno: <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/Alle-Buecher\/Schaden-in-der-Oberleitung.html\">Schaden in der Oberleitung. Das geplante Desaster der Deutschen Bahn.<\/a> Westend Verlag September 2019. 20 Euro.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verantwortlichen bei der Bahn investieren <a href=\"https:\/\/www.daserste.de\/information\/wirtschaft-boerse\/plusminus\/sendung\/sendung-vom-04-12-2019-investitionen-bahn-100.html\">Milliarden im Ausland<\/a>, w&auml;hrend das Geld dringend hierzulande ben&ouml;tigt wird. Was hat es mit den Auslandsinvestitionen des Unternehmens auf sich? &bdquo;Weltmachtfantasien&ldquo; der langj&auml;hrigen Bahnchefs h&auml;tten regelrecht dazu gef&uuml;hrt, dass die Bahn ausgepl&uuml;ndert worden sei, sagt der Bahn-Experte und Bestseller-Autor <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?tag=luik-arno\">Arno Luik<\/a> im NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;Das ist keine Polemik.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57317\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":55029,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,209,73],"tags":[270,268,597,1494,2052,2719,596,694,2445],"class_list":["post-57317","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-interviews","category-verkehrspolitik","tag-boersengang","tag-deutsche-bahn","tag-grube-ruediger","tag-infrastruktur","tag-investitionen","tag-luik-arno","tag-mehdorn-hartmut","tag-milliardengrab","tag-schienenverkehr"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/190923_titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57317","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=57317"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57317\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81481,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57317\/revisions\/81481"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/55029"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=57317"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=57317"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=57317"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}