{"id":57444,"date":"2020-01-06T08:19:46","date_gmt":"2020-01-06T07:19:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444"},"modified":"2020-01-06T09:14:10","modified_gmt":"2020-01-06T08:14:10","slug":"hinweise-des-tages-3522","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h01\">USA\/Iran\/Irak<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h02\">Fresh Cambridge Analytica leak &lsquo;shows global manipulation is out of control&rsquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h03\">Lebensversicherer-Pleiten kaum noch abzuwenden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h04\">Deutschlands Schuldenquote droht gef&auml;hrlich zu schrumpfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h05\">Zahl der Arbeitslosen im Dezember h&ouml;her als ein Jahr zuvor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h06\">Die Zwanziger Jahre und das neue Denken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h07\">Die einzigartige Nation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h08\">Gut gemeint &ndash; aber nicht gut genug gemacht!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h09\">Zwei verborgene Skandale in einem &ndash; ja haben wir denn schon &bdquo;1984&ldquo;?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h10\">Verrat an der Bev&ouml;lkerung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h11\">So viel CO2 st&ouml;&szlig;t ein Bahnfahrer aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h12\">Rasen hat mit Freiheit nichts zu tun!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h13\">Windkraft: Geld gegen Genehmigungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h14\">Die Berliner Blase &ndash; Abgehoben und bigott<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h15\">&bdquo;Polizei darf Konflikte nicht weiter anheizen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h16\">Aus der Defensive gegen das Kapital: Aktion gegen Arbeitsunrecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h17\">Kiewer Fackelmarsch ohne Protest aus Berlin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57444#h18\">Das Beste aus zwei Welten als Modell f&uuml;r Europa?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>USA\/Iran\/Irak<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Trump droht Irak bei Rauswurf der US-Truppen mit Sanktionen<\/strong><br>\nDas irakische Parlament will alle US-Soldaten aus dem Land schicken, das kommt im Wei&szlig;en Haus gar nicht gut an. Pr&auml;sident Donald Trump droht Konsequenzen an &ndash; und verlangt Geld f&uuml;r einen Luftwaffenst&uuml;tzpunkt. [&hellip;]<br>\nSollte das Land nicht die Bedingungen der USA f&uuml;r einen Abzug erf&uuml;llen, werde die US-Regierung Sanktionen verh&auml;ngen &ldquo;wie nie zuvor&rdquo;, sagte Trump mitreisenden Journalisten zufolge am Sonntagabend (Ortszeit) w&auml;hrend des R&uuml;ckflugs aus dem Bundesstaat Florida nach Washington.<br>\nZudem w&uuml;rden die USA den Irak nicht verlassen, solange das Land nicht f&uuml;r den US-Luftwaffenst&uuml;tzpunkt dort bezahle: &ldquo;Wir haben dort einen au&szlig;erordentlich teuren Luftwaffenst&uuml;tzpunkt. Der Bau hat Milliarden Dollar gekostet, lange vor meiner Zeit. Wir werden nicht gehen, bevor sie uns nicht daf&uuml;r bezahlen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/trump-droht-irak-bei-truppen-rauswurf-mit-massiven-sanktionen-a-1303725.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Wieder einmal zerquetschen die USA die Souver&auml;nit&auml;t anderer Staaten unter ihren Springerstiefeln. Kann man imperialistische Hybris noch deutlicher zeigen? Dabei hatte Trump im Wahlkampf doch &bdquo;versprochen&ldquo; die &bdquo;Boys&ldquo; nach Hause zu holen. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Dynamit in ein Pulverfass<\/strong><br>\nDie &bdquo;Ausschaltung&ldquo; des iranischen Generals Soleimani auf Befehl Trumps wird die milit&auml;rischen Konflikte im Vorderen Orient weiter anheizen und kann zu einem gro&szlig;en Krieg ungeahnten Ausma&szlig;es f&uuml;hren. Das Handeln Trumps ist v&ouml;llig verantwortungslos.<br>\nBerichterstattung und Kommentierung in den westlichen Propagandamedien sind wieder schwer zu verdauen. Kein Wort dar&uuml;ber, dass die Verbrecherclique der USA im Vorderen Orient seit Jahrzehnten &Ouml;l- und Gaskriege f&uuml;hrt und uns&auml;gliches Leid angerichtet hat. Bereits 1953 hatte die CIA mit dem britischen Geheimdienst den demokratisch gew&auml;hlten iranischen Premierminister Mossadegh weggeputscht, weil er es gewagt hatte, die &bdquo;Anglo-Iranian-Oil-Company&ldquo; zu verstaatlichen. Keiner wei&szlig;, welche Entwicklung der Iran genommen h&auml;tte, wenn die &bdquo;Super-Schurkenmacht&ldquo; USA den Nahen Osten nicht immer wieder mit Kriegen &uuml;berzogen h&auml;tte, um seine Energie-Vorr&auml;te auszubeuten.<br>\nAu&szlig;enminister Maas erkl&auml;rt unterw&uuml;rfig: &bdquo;Die US-Milit&auml;roperation folgte auf eine Reihe gef&auml;hrlicher Provokationen Irans&ldquo; und ruft zur &bdquo;De-Eskalation&ldquo; auf. F&uuml;r die US-freundlichen Gr&uuml;nen fordert Annalena Baerbock tapfer, die Bundeswehr aus dem Irak abzuziehen. Die Bundeswehr hat den Einsatz bereits ausgesetzt. Warum fordern die Gr&uuml;nen nicht den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan, Syrien oder Mali?<br>\nWelch ein seichtes Gelaber. Die einzige Konsequenz aus dieser verantwortungslosen Eskalation kann nur sein, die US-Milit&auml;rbasen in Deutschland zu schlie&szlig;en. Die Drohnen, mit denen die USA im Nahen Osten v&ouml;lkerrechtswidrige T&ouml;tungen durchf&uuml;hren, werden von Ramstein aus gesteuert.<br>\nEuropa muss sich vom m&ouml;rderischen US-Imperialismus l&ouml;sen und eine eigenst&auml;ndige Au&szlig;enpolitik entwickeln.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/2756650511063065\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a><\/li>\n<li><strong>USA, Irak, Iran: Trump dreht weiter an der Eskalations-Spirale<\/strong><br>\nDie Ermordung des iranischen Generals Soleimani ist eine beispiellose Eskalation im unerkl&auml;rten Krieg zwischen den USA und Iran.<br>\nQassem Soleimani hatte innerhalb der Hierarchie faktisch die Rolle eines Verteidigungsministers. Er unterstand direkt dem obersten geistlichen F&uuml;hrer Irans und kommandierte die Auslandoperationen der so genannten al-Quds-Brigaden in Irak und Syrien mit einer gesch&auml;tzten St&auml;rke von 15&rsquo;000 Mann. Weil er entscheidend an der Zerschlagung der Terror-Organisation des Islamischen Staats IS beteiligt war, erhielt er einst auch Lob aus den USA. Er brachte es daf&uuml;r einmal sogar auf die Titelseite von &laquo;Newsweek&raquo;. Aus den positiven Schlagzeilen fiel er allerdings bald wieder heraus, weil seine Truppen &ndash; das ist Teil der widerspr&uuml;chlichen Strategie Irans in der Region &ndash; auch f&uuml;r den Sieg des syrischen Machthabers al-Assad &uuml;ber die Oppositionskr&auml;fte mit verantwortlich war. (&hellip;)<br>\nDer Anschlag auf den Iraner Soleimani ereignete sich der N&auml;he von Iraks Hauptstadt Bagdad &ndash; ein verh&auml;ngnisvolles Zeichen daf&uuml;r, wie sehr Irak in den Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Iran hineingezogen wird.<br>\nIraks Regierung versucht seit Jahren in einem eigentlich unm&ouml;glichen Balance-Akt, gute Beziehungen sowohl zu Washington als auch zu Teheran zu unterhalten. Mit den USA schloss sie Abkommen, welche u.a. die Stationierung von 5200 US-Soldaten betreffen. Dass die US-Streitkr&auml;fte dies als Freibrief f&uuml;r Luftangriffe gegen irgendwelche Milizen nutzen k&ouml;nnten, geh&ouml;rte allerdings nicht ins Verst&auml;ndigungs-&laquo;Paket&raquo;.<br>\nAls die Amerikaner vor wenigen Tagen, als Vergeltung f&uuml;r die Attacke durch eine schiitische Miliz, aus der Luft 25 Iraker umbrachten und 50 weitere verletzten, schien f&uuml;r die provisorische Regierung in Bagdad eine &laquo;rote Linie&raquo; in Greifn&auml;he: der &Uuml;bergangs-Premier &auml;usserte, er werde das Stationierungs-Abkommen mit den USA &laquo;&uuml;berdenken&raquo;. Dazu gedr&auml;ngt wurde er auch von einem Teil des Parlaments, in dem verschiedene Milizen stark vertreten sind.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Politik\/USA-Irak-Iran-Trump-dreht-weiter-an-der-Eskalations-Spirale\">Infosperber<\/a><\/li>\n<li><strong>Die T&ouml;tung von Qassem Soleimani &ndash; V&ouml;lker- und verfassungsrechtliche Fragen<\/strong><br>\n[&hellip;] Die v&ouml;lkerrechtlichen Rechtsfragen sind auf den ersten Blick nicht kompliziert. Die meisten V&ouml;lkerrechtlerinnen und V&ouml;lkerrechtler d&uuml;rften sich einig sein, dass die T&ouml;tung des iranischen Generals nach den Standards des ius ad bellum v&ouml;lkerrechtswidrig gewesen sein wird &ndash; jedenfalls auf der Grundlage der zum aktuellen Zeitpunkt (5. Januar 2020, 18 Uhr) vorliegenden Informationen und unabh&auml;ngig von dem f&uuml;r die allermeisten Beobachterinnen und Beobachter ebenfalls unstreitig desastr&ouml;sen Wirkens des Generals der iranischen &bdquo;Quds&ldquo;-Elite-Einheit. [&hellip;]<br>\nDer Fall Soleimani unterstreicht jedenfalls die M&ouml;glichkeiten, die ein US-Pr&auml;sident hat, relativ frei von innerstaatlichen verfassungsrechtlichen Begrenzungen &uuml;ber den Einsatz t&ouml;dlicher Gewalt im Ausland zu entscheiden. Dabei profitiert Pr&auml;sident Trump von einer seit l&auml;ngerem sehr exekutiv-freundlichen Praxis im &bdquo;US foreign relations law&ldquo;. Ob Pr&auml;sident Trump nach US-Verfassungsrecht erm&auml;chtigt war, General Soleimani t&ouml;ten zu lassen, ist dabei wesentlich umstrittener als die v&ouml;lkerrechtliche Rechtslage.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/die-toetung-von-qassem-soleimani\/?fbclid=IwAR0HOVh2CsBoPqAF6HuU5wg3oEIieWWeWsXdzJ06gaFe1E1oppglNRecG4c\">Verfassungsblog<\/a>\n<p><strong>dazu: UN-Expertin: Gezielte T&ouml;tung von Soleimani durch USA bricht V&ouml;lker- und Menschenrecht<\/strong><br>\nDie gezielte T&ouml;tung des iranischen Generals Qassem Soleimani durch das US-Milit&auml;r ist nach Auffassung von Agnes Callamard, unabh&auml;ngige Berichterstatterin des UN-Menschenrechtsb&uuml;ros f&uuml;r au&szlig;ergerichtliche, summarische oder willk&uuml;rliche Hinrichtungen, ein klarer Versto&szlig; gegen internationales Recht.<br>\n#Irak: Die gezielten T&ouml;tungen von Qassem Soleimani und Abu Mahdi Al-Muhandis sind h&ouml;chstwahrscheinlich rechtswidrig und versto&szlig;en gegen die internationalen Menschenrechtsnormen: Au&szlig;erhalb des Kontextes aktiver Feindseligkeiten ist der Einsatz von Drohnen oder anderen Mitteln zur gezielten T&ouml;tung fast nie legal. (&hellip;)<br>\nT&ouml;dliche Gewalt sei h&ouml;chstens erlaubt, wenn unmittelbar Gefahr f&uuml;r Leben bestehe:<br>\nDass jemand in der Vergangenheit an Terrorangriffen beteiligt war, reicht nicht aus, um eine solche T&ouml;tung legal zu machen. (&hellip;)<br>\nDie franz&ouml;sische Politologin arbeitet an der Columbia University in New York. Als UN-Berichterstatterin untersuchte sie unter anderem den Mord am regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi im Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul. Sie verlangte in ihrem Untersuchungsbericht im vergangenen Jahr eine internationale Strafuntersuchung gegen den saudischen Kronprinzen und dessen Vertraute. Sie habe glaubhafte Beweise f&uuml;r deren Beteiligung am Mord gefunden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/international\/96402-un-expertin-gezielte-toetung-von-soleimani-bricht-voelkerrecht\/?fbclid=IwAR0v0w8HIg4LDXmAYTopF_lTbgUEo-UPh9Sw1OgK8MIgWSoGgmeGOh3zD7I\">RT Deutsch<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Wenn die Rechtslage so eindeutig ist, erscheint die Zur&uuml;ckhaltung der deutschen Bundesregierung bei der Beurteilung der gezielten T&ouml;tung des iranischen Generals umso unverst&auml;ndlicher. Bitte lesen Sie dazu auch Jens Bergers Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57411\">Trump will Krieg<\/a> und in den Hinweisen des Tages II vom letzten Freitag unter <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57423#h01\">Trumps Terror im Irak verurteilen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>und: The Soleimani Strike Defied the U.S. Constitution<\/strong><br>\nIf Congress fails to respond effectively, the constitutional order will be broken beyond repair, and the president will be left with the unmitigated power to take the country to war on his own&mdash;anywhere, anytime, for any reason.<br>\nThe drone strike that killed Major General Qassem Soleimani, leader of the Quds Force of the Islamic Revolutionary Guard Corps, raises many legal issues, but one of the most significant&mdash;at least to the American constitutional order&mdash;is that President Donald Trump ordered the strike without so much as informing Democratic leadership in Congress, disregarding Congress&rsquo;s essential role in initiating war. If Congress fails to respond effectively, the constitutional order will be broken beyond repair, and the president will be left with the unmitigated power to take the country to war on his own&mdash;anywhere, anytime, for any reason.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/ideas\/archive\/2020\/01\/soleimani-strike-law\/604417\/\">The Atlantic<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Trump droht Iran offenbar mit Kriegsverbrechen<\/strong><br>\n[&hellip;] US-Pr&auml;sident Donald Trump droht dem Iran mit schweren Angriffen f&uuml;r den Fall iranischer Vergeltung f&uuml;r die T&ouml;tung des Generals Ghassem Soleimani. Die USA h&auml;tten 52 iranische Ziele ins Visier genommen, die das US-Milit&auml;r angreifen werde, falls der Iran US-B&uuml;rger oder -Einrichtungen attackieren sollte, twitterte Trump. Einige dieser Ziele seien sehr bedeutend und wichtig f&uuml;r den Iran und die iranische Kultur.<br>\nDie Ank&uuml;ndigung des US-Pr&auml;sidenten wird von Beobachtern weithin als Drohung mit Kriegsverbrechen verstanden. Sowohl das V&ouml;lkerrecht als auch US-Gesetze verbieten milit&auml;rische Angriffe auf religi&ouml;se oder kulturelle St&auml;tten ohne milit&auml;rische Notwendigkeit oder ausschlie&szlig;lich zivile Ziele. Trump hingegen k&uuml;ndigte an, die Ziele und der Iran selbst w&uuml;rden im Falle iranischer weiterer iranischer Angriffe &ldquo;sehr schnell und sehr hart&rdquo; getroffen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/ausland\/internationale-politik\/id_87084270\/iran-konflikt-us-praesident-donald-trump-droht-wohl-mit-kriegsverbrechen.html\">t-online.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Immerhin werden die Ank&uuml;ndigungen von Trump korrekt bezeichnet: als (angek&uuml;ndigte) Kriegsverbrechen. Schade, da&szlig; der nicht die Ermordung von Soleimani selber von den deutschen Medien klar als v&ouml;lkerrechtswidrig bezeichnet wird; da h&auml;lt man sich bedeckt oder versteckt sich bestenfalls hinter Aussagen der UNO (&ldquo;Es k&ouml;nnte sein, sch&auml;tzt eine Uno-Expertin, dass die USA mit dem Angriff gegen V&ouml;lkerrecht versto&szlig;en haben.&rdquo; &ndash; <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/news-des-tages-die-toetung-des-iranischen-topgenerals-soleimani-durch-die-usa-a-1303474.html\">spiegel<\/a>).<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Lies, the Bethlehem Doctrine, and the Illegal Murder of Soleimani<\/strong><br>\nIn one of the series of blatant lies the USA has told to justify the assassination of Soleimani, Mike Pompeo said that Soleimani was killed because he was planning &ldquo;Imminent attacks&rdquo; on US citizens. It is a careful choice of word. Pompeo is specifically referring to the Bethlehem Doctrine of Pre-Emptive Self Defence.<br>\nDeveloped by Daniel Bethlehem when Legal Adviser to first Netanyahu&rsquo;s government and then Blair&rsquo;s, the Bethlehem Doctrine is that states have a right of &ldquo;pre-emptive self-defence&rdquo; against &ldquo;imminent&rdquo; attack. That is something most people, and most international law experts and judges, would accept. Including me.<br>\nWhat very few people, and almost no international lawyers, accept is the key to the Bethlehem Doctrine &ndash; that here &ldquo;Imminent&rdquo; &ndash; the word used so carefully by Pompeo &ndash; does not need to have its normal meanings of either &ldquo;soon&rdquo; or &ldquo;about to happen&rdquo;. An attack may be deemed &ldquo;imminent&rdquo;, according to the Bethlehem Doctrine, even if you know no details of it or when it might occur. So you may be assassinated by a drone or bomb strike &ndash; and the doctrine was specifically developed to justify such strikes &ndash; because of &ldquo;intelligence&rdquo; you are engaged in a plot, when that intelligence neither says what the plot is nor when it might occur. Or even more tenuous, because there is intelligence you have engaged in a plot before, so it is reasonable to kill you in case you do so again.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.craigmurray.org.uk\/archives\/2020\/01\/lies-the-bethlehem-doctrine-and-the-illegal-murder-of-soleimani\/\">Craig Murray<\/a>\n<p><em>Lesenswert sind auch die sechs Artikel, die Intercept <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/series\/iran-cables\/\">in dem Dossier &bdquo;The Iran Cables&ldquo; zusammengestellt hat<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Fresh Cambridge Analytica leak &lsquo;shows global manipulation is out of control&rsquo;<\/strong><br>\nAn explosive leak of tens of thousands of documents from the defunct data firm Cambridge Analytica is set to expose the inner workings of the company that collapsed after the Observer revealed it had misappropriated 87 million Facebook profiles.<br>\nMore than 100,000 documents relating to work in 68 countries that will lay bare the global infrastructure of an operation used to manipulate voters on &ldquo;an industrial scale&rdquo; are set to be released over the next months.<br>\nIt comes as Christopher Steele, the ex-head of MI6&rsquo;s Russia desk and the intelligence expert behind the so-called &ldquo;Steele dossier&rdquo; into Trump&rsquo;s relationship with Russia, said that while the company had closed down, the failure to properly punish bad actors meant that the prospects for manipulation of the US election this year were even worse.<br>\nThe release of documents began on New Year&rsquo;s Day on an anonymous Twitter account, @HindsightFiles, with links to material on elections in Malaysia, Kenya and Brazil. The documents were revealed to have come from Brittany Kaiser, an ex-Cambridge Analytica employee turned whistleblower, and to be the same ones subpoenaed by Robert Mueller&rsquo;s investigation into Russian interference in the 2016 presidential election.<br>\nKaiser, who starred in the Oscar-shortlisted Netflix documentary The Great Hack, decided to go public after last month&rsquo;s election in Britain. &ldquo;It&rsquo;s so abundantly clear our electoral systems are wide open to abuse,&rdquo; she said. &ldquo;I&rsquo;m very fearful about what is going to happen in the US election later this year, and I think one of the few ways of protecting ourselves is to get as much information out there as possible.&rdquo;<br>\nThe documents were retrieved from her email accounts and hard drives, and though she handed over some material to parliament in April 2018, she said there were thousands and thousands more pages which showed a &ldquo;breadth and depth of the work&rdquo; that went &ldquo;way beyond what people think they know about &lsquo;the Cambridge Analytica scandal&rsquo;&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/uk-news\/2020\/jan\/04\/cambridge-analytica-data-leak-global-election-manipulation\">The Guardian<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Lebensversicherer-Pleiten kaum noch abzuwenden<\/strong><br>\nDas Jahr 2019 hat die Lebensversicherungsbranche erneut schmerzhaft auf den Boden der Tatsachen geworfen. Ein Aufrappeln ist nicht zu erwarten. Solange die Branche noch kriechen kann, besteht zwar noch Hoffnung. Aber das Jahr 2019 l&auml;sst mich f&uuml;r die Zukunft zweifeln, die Hoffnung schwindet. Die Bewegungsf&auml;higkeit der Deutschen Lebensversicherungsbranche vergeht.<br>\nDie F&uuml;rsprecher der Versicherungswirtschaft lullen Kunden, Politik und Medien mit vermeintlichen Erfolgsmeldungen ein. Diesen Erfolgsmeldungen sollte niemand ungepr&uuml;ft Glauben schenken. Vielmehr muss jeder, der die Branche beobachtet, besorgt feststellen, wie es wirklich um die Lebensversicherung bestellt ist. Meine hier ge&auml;u&szlig;erten Bef&uuml;rchtungen haben vor allem ein Ziel: Niemand soll bitte 2021 sagen, er oder sie h&auml;tte es nicht gewusst und keine Chance gehabt vorbereitet zu sein.<br>\nDas gerade endende Jahr brachte uns erste Eindr&uuml;cke von dem, was kommen wird. Mit der Generali Deutschland wurden vier Millionen Vertr&auml;ge in den Run-Off geschickt &ndash; mit ungewisser Zukunft bei einem Investor, der mit den Vertr&auml;gen prim&auml;r eigene Rendite machen will. Das Kundenwohl einer erfolgreichen Altersvorsorge ist da nachrangig. Wir haben in 2019 auch die erste Pensionskasse pleitegehen sehen, die Aufsichtsbeh&ouml;rde f&uuml;hrt jetzt die Gesch&auml;fte. Alles schlechte Vorzeichen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/finanzen\/versicherungen\/lebensversicherung-lebensversicherer-pleiten-kaum-noch-abzuwenden-a-1302302.html\">manager magazin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.M.:<\/strong> Zwar ein paar Tage alt, aber hoch aktuell. Und der Autor ist in meinen Augen ein versierter Fachmann.<\/em><\/p>\n<p><em>Fazit: Es wird die Kunden der Lebensversicherer, die jahrelang eingezahlt haben f&uuml;r das Alter oder die Abl&ouml;sung von Immobilienkrediten, hart treffen, Nutznie&szlig;er sind vor allem die Aktion&auml;re und Vermittler. Lebensversicherungen wurden auch von der Politik jahrelang in h&ouml;chsten T&ouml;nen gepriesen als Teil der Eigenverantwortung, und jetzt m&uuml;ssen viele Sparer feststellen, dass diese Modelle wie Kartenh&auml;user zusammen fallen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.R.:<\/strong> Nachdenkseitenleser wissen das nat&uuml;rlich, aber man kann ja die Risiken einer privaten Altervorsorge nicht oft genug sichtbar machen&hellip; <\/em><\/p>\n<p><em>Bei der Gelegenheit kann man auch mal (wieder?) darauf hinweisen, dass angestellte Journalisten grunds&auml;tzlich und obligatorisch &uuml;ber die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Versorgungswerk_der_Presse\">Presseversorgung<\/a> private Altersvorsorge betreiben. Man kann kaum erwarten, dass Journalisten mit gro&szlig;em Eifer dar&uuml;ber berichten, dass sich 8% ihres Bruttolohnes mindestens teilweise aufl&ouml;sen. <\/em><\/p>\n<p><em>Mir war, bis ich eben den Wikipedia-Artikel las, auch nicht klar, dass das Presseversorgungswerk mittlerweile 85% &ldquo;freiwilliges Versicherungsgesch&auml;ft&rdquo; betreibt. Das m&uuml;sste meiner Lesart nach bedeuten, dass das Versorgungswerk genauso anf&auml;llig ist wie alle anderen Versicherer auch.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutschlands Schuldenquote droht gef&auml;hrlich zu schrumpfen<\/strong><br>\nDeutschlands Staatschulden k&ouml;nnte laut einer neuen Studie langfristig drastisch sinken &ndash; von derzeit 60 auf dann 10 Prozent der Wirtschaftsleistung. Was erst mal gut klingt, birgt auch gro&szlig;e Risiken. (&hellip;)<br>\n&Ouml;konomen warnen vor einem zu radikalen Abbau der Staatsverschuldung, weil dem Finanzsektor dann sichere Anlagen ausgehen, die er f&uuml;r seine Gesch&auml;fte braucht, was sich negativ auf die Wachstumsrate der Wirtschaft auswirken k&ouml;nnte.<br>\n&ldquo;Eine sehr niedrige Schuldenquote von zehn Prozent oder gar ein absoluter Schuldenabbau, wie er langfristig aus der schwarzen Null folgt, ist nach allen Studien kein erstrebenswertes Ziel der Fiskalpolitik&rdquo;, sagt Christian Kastrop, Direktor bei der Bertelsmann-Stiftung. Empirische Untersuchungen spr&auml;chen daf&uuml;r, dass eine Schuldenquote zwischen 50 und 80 Prozent wachstumsf&ouml;rdernd sei.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/staatsschulden-deutschlands-schuldenquote-droht-gefaehrlich-zu-schrumpfen-a-1303491.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.N.:<\/strong> Dass wir das noch erleben d&uuml;rfen &ndash; die Bertelsmann Stiftung warnt gemeinsam mit der Mainstreampresse vor der Schuldenbremse. Aber nat&uuml;rlich nur, weil der Finanzbranche dadurch die &ldquo;collaterals&rdquo; ausgehen. Was dann zur Frage f&uuml;hrt, warum denn der Privatsektor keine ad&auml;quaten Anleihen stellen kann &ndash; sonst wird doch stets gebetsm&uuml;hlenartig wiederholt, dass Private alles besser k&ouml;nnten als der Staat.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch das non-Argument der Generationengerechtigkeit zieht beim Schuldenabbau nicht: Wenn der Staat Infrastruktur-Investitionen auf Kredit t&auml;tigt, dann erben folgende Generationen sowohl die Infrastruktur, als auch die Anleihen (als Forderung) und die Staatsschulden (als Verbindlichkeit). Problematisch ist das nur dann, wenn die Verm&ouml;gen sehr ungleich verteilt sind oder gar vom Ausland gehalten werden &ndash; aber selbst dann erbt die folgende Generation zu den Schulden immer auch die Infrastruktur.<\/em><\/p>\n<p><em>V&ouml;llig aus der Luft gegriffen ist jedoch die angeblich empirisch beobachtete wachstumsf&ouml;rdernde Maximalgrenze von 80%. Die Maximalgrenze ist eher in den Zinskosten begr&uuml;ndet. Und die wiederum kann eine autonome Zentralbank mit Wertpapierk&auml;ufen beliebig senken. Solange die Inflation nicht anspringt, ist das auch kein Problem.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Zahl der Arbeitslosen im Dezember h&ouml;her als ein Jahr zuvor<\/strong><br>\n2,23 Millionen Menschen waren im Dezember in Deutschland arbeitslos &ndash; 18.000 mehr als Ende 2018. Damit macht sich die schwache Konjunktur am Arbeitsmarkt bemerkbar. (&hellip;)<br>\nDie Zahl der Arbeitslosen erh&ouml;hte sich im letzten Monat des Jahres 2019 auf 2,227 Millionen. Das waren 47.000 Arbeitslose mehr als im November &ndash; zu dieser Jahreszeit ist ein Anstieg wegen der Winterpause allerdings normal. Allerdings waren es auch 18.000 mehr als im Dezember 2018, wie die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/arbeitslosigkeit-steigt-im-dezember-2019-leicht-a-1303464.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Das angesichts der flauen Konjunktur (oder eher Rezession oder Beinahe-Rezession) die Arbeitslosigkeit wieder steigt, ist kein Wunder. Dem SPIEGEL muss man zugute halten, da&szlig; er die Unterbesch&auml;ftigung erw&auml;hnt und damit zugibt, da&szlig; die &ndash; offizielle &ndash; Arbeitslosenzahl bei fast 3,2 Millionen Menschen liegt, was man fr&uuml;her (vor 2005) angesichts von 8% Arbeitslosigkeit &ldquo;Massenarbeitslosigkeit&rdquo; genannt h&auml;tte und heute &ldquo;Arbeitskr&auml;ftemangel&rdquo; hei&szlig;t. Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele, diagnostiziert also f&uuml;r 2020 &ldquo;fehlende Arbeitskr&auml;fte&rdquo; als gr&ouml;&szlig;tes Problem und Wachstumsbremse, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/video\/video-641289.html\">und auch die Tagesschau sieht einen zunehmenden &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo;<\/a>. Die 3,2 Millionen, die jetzt schon arbeitslos sind, und die Hunderttausende, die absehbar in den kommenden 12 Monaten entlassen werden, sind also zu nichts zu gebrauchen&hellip; oder m&ouml;glicherweise hat Detlef Scheele einfach den Beruf verfehlt. Die Propaganda geht also in unverminderter H&auml;rte weiter, w&auml;hrend Millionen Menschen und Arbeitslosigkeit leiden und die L&ouml;hne und vor allem die Renten f&uuml;r viele Millionen Menschen mehr hinten und vorne nicht reichen. &ldquo;Ein stagnierendes Arbeitskr&auml;fteangebot begrenzt auch die Rekordjagd beim Zuwachs der Erwerbst&auml;tigkeit.&rdquo; &ndash; Aha. Es liegt also nicht an der schlechten Konjunktur bzw. es fehlt nicht die Nachfrage, sondern die Unternehmen stellen nicht ein bzw. entlassen sogar Leute, weil die Arbeitskr&auml;fte fehlen (und z. B. das Abwerben der &ndash; massenhaft existierenden &ndash; Arbeitskr&auml;fte mittels h&ouml;herer L&ouml;hne irgendwie nicht en vogue ist). Diesen Propaganda-Bl&ouml;dsinn muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Zwanziger Jahre und das neue Denken<\/strong><br>\nWir Gl&uuml;cklichen! Endlich haben wir es geschafft, die namenslosen, die unaussprechlichen ersten beiden Jahrzehnte dieses Jahrhunderts hinter uns zu bringen. Nullerjahre und Zehnerjahre waren furchtbare Wortgesch&ouml;pfe, die in der deutschen Sprache einfach nichts zu suchen hatten. Doch jetzt! Jetzt kommt das erste wirklich namhafte Jahrzehnt, die Zwanziger Jahre.<br>\nWie das schon klingt: Die Zwanziger Jahre. Vor einem Jahrhundert gab es &bdquo;goldene zwanziger Jahre&ldquo; oder die Roaring Twenities, wo sich nach einem schrecklichen Krieg die Lebensfreude einen Weg bahnte und einige kurze gl&uuml;ckliche Momente schuf. Denkt man an die damaligen Zwanziger Jahre, sieht man sofort die Charleston tanzenden Damen mit ihren putzigen Kopfbedeckungen vor sich, auch wenn man das alles naturgem&auml;&szlig; nur aus zweiter Hand kennt.<br>\nDoch der Aufschwung und die Lebensfreude der &bdquo;Zwanziger&ldquo; des vergangenen Jahrhunderts w&auml;hrten nur wenige Jahre. Sie wurde brutal beendet von einer Wirtschaftskrise, deren Dimension alles bisher und nachher Gesehene in den Schatten stellte. Die &bdquo;Gro&szlig;e Depression&ldquo; wurden politisch niemals &uuml;berwunden, von einer Aufarbeitung der politischen Fehler ganz zu schweigen. Ihre Auswirkungen verloren sich in den Wirren eines neuen globalen Krieges.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.com\/die-zwanziger-jahre-und-das-neue-denken\/\">Flassbeck Economics<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die einzigartige Nation<\/strong><br>\nDer franz&ouml;sische Wirtschaftsprofessor Gilbert Cette &uuml;ber die Gr&uuml;nde f&uuml;r die Massenstreiks in Frankreich, das Ende der Gelbwesten und einen Pr&auml;sidenten, der nicht mehr auf ihn h&ouml;rt<br>\nGilbert Cette, 63, ist f&uuml;r Frankreich, was Peter Hartz f&uuml;r Deutschland war: der Ideengeber f&uuml;r eine grundlegende Reform des Arbeitsmarkts. Cette empf&auml;ngt in seiner Wohnung am Platz der Bastille in Paris. In der Woche vor Weihnachten nahm er an Gespr&auml;chen im &Eacute;lys&eacute;e-Palast teil, wo sein Rat im Zuge des andauernden Streiks gegen die Rentenreform von Pr&auml;sident Emmanuel Macron gefragt ist. Seit Anfang Dezember fahren in Frankreich kaum Eisenbahnen, viele Schulen blieben geschlossen, und in Paris liegt ein Gro&szlig;teil des &ouml;ffentlichen Verkehrs lahm. Auch &uuml;ber Weihnachten und Neujahr mussten viele Franzosen ohne TGV, Bus und Metro auskommen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2020\/02\/frankreich-streik-gelbwesten-reformen-gilbert-cette\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Reform, Reform, Reform. Arbeitsmarktreform, Rentenreform, Steuerreform. Und Fortschritt (&ldquo;War Frankreich nicht schon auf einem guten Weg der Reformen?&rdquo;). Die ZEIT dient sich dem Hardcore-Neoliberalen und &ldquo;franz&ouml;sischen Hartz&rdquo; Gilbert Cette als Stichwortgeberin an (mit, zugegeben, einigen kritischen Nachfragen). Warum das alles gut sein soll, den Arbeitnehmern zu nehmen und den Unternehmen zu geben, wird nicht nachgehakt oder &uuml;berhaupt in Frage gestellt. Warum z. B. soll der Staat, der die Allgemeinheit, also fast alle, vertritt, sich eine Zuzahlung von ein paar Milliarden zu den Renten nicht leisten k&ouml;nnen, w&auml;hrend eine Unternehmensteuersenkung in mehrfacher H&ouml;he nicht nur angeblich bezahlbar, sondern notwendig ist? F&uuml;r Unternehmen, die heute schon die h&ouml;chsten Dividenden der EU auszahlen, d. h. ihre Gewinne nur zum kleinen Teil investieren und zum gr&ouml;&szlig;eren Teil an die Anteilseigner weiterreichen? &ldquo;Die Reform hat dabei nur dazu gef&uuml;hrt, dass wir uns anderen L&auml;ndern wie Deutschland anpassen.&rdquo; &ndash; Und das hei&szlig;t nach unten, im race to the bottom. Warum und f&uuml;r wen soll das gut sein, und warum fragt die ZEIT nicht nach? Schlimm auch die &uuml;bliche L&uuml;ge vom Aufstieg durch Bildung: &ldquo;Nichts hindert Sie, sich in einem Berufsbildungszentrum weiterzubilden, um eines Tages mehr zu verdienen.&rdquo; Das mag ja individuell helfen, aber dann wird im Niedriglohnjob ein anderer ausgebeutet. &ldquo;Nichts hindert Sie, mit einem Job neben der Rente Ihr Einkommen zu verbessern!&rdquo; &ndash; Zynismus pur. Erstens sind Rentner per definitionem und aus guten Gr&uuml;nden aus dem Arbeitsleben ausgeschieden, und zweitens: woher sollen die Jobs kommen, wenn &uuml;ber 8% der Franzosen offiziell arbeitslos sind? Umgekehrt wird ein Schuh draus: was hindert die Unternehmen daran, vern&uuml;nftige L&ouml;hne zu zahlen, und was hindert den Staat daran, f&uuml;r gute Renten zu sorgen? Au&szlig;er Interessenpolitik zugunsten der Unternehmen, nat&uuml;rlich.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Gut gemeint &ndash; aber nicht gut genug gemacht!<\/strong><br>\nDie Bundesregierung diskutiert seit Wochen eine Erh&ouml;hung des Mindestlohns. Kr&auml;ftig soll sie ausfallen. Von 9,19 auf zw&ouml;lf Euro &ndash; wenn es nach dem Willen der SPD geht.F&uuml;r die f&uuml;hrende Hartz-IV-Partei ein riesiges Eingest&auml;ndnis, 15 Jahre etwas falsch gemacht zu haben. Zugeben will sie das nat&uuml;rlich nicht. Der andere Teil der &laquo;Groko&raquo; will eigentlich keine Erh&ouml;hung und verschanzt sich hinter der regierungsamtlichen Mindestlohnkommission, mit der das Ziel der SPD voraussichtlich wohl nicht zu erreichen sein wird.<br>\nWas dann wann kommt, steht in den Sternen. Doch selbst mit den zw&ouml;lf Euro w&auml;re das Klassenziel nicht erreicht. Wollte man wirklich einen armutsfesten Mindestlohn konstituieren, w&auml;ren 13 Euro anzustreben. Das ist beileibe keine Feilscherei um den einen Euro, sondern die H&ouml;he eines armutsfesten Mindestlohns nach OECD-Kriterien. Demnach gilt als armutsfest ein Verdienst von 60 Prozent des jeweiligen nationalen Netto&auml;quivalenzeinkommens. In Deutschland w&auml;ren das entsprechend der Definition des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung 60 Prozent des nationalen Durchschnittsverdienstes, also 2.262 Euro monatlich.<br>\nSelbst der Wirtschaftsfl&uuml;gel der CDU wackelt. Einzig das neoliberale Bollwerk FDP steht wie ein Fels in der Brandung und selbstredend die Wirtschaftsverb&auml;nde. Wieder h&ouml;ren wir die ewige Ode &laquo;vom Standortnachteil und dem drohenden Niedergang&raquo;, w&uuml;rde dieses Vorhaben Realit&auml;t. Das ist nicht neu, aber immer noch falsch. Gleiches wurde bereits bei der Einf&uuml;hrung des jetzigen Mindestlohns prognostiziert. Den &laquo;schlechten Zustand&raquo; kann man die letzten Jahre verfolgen. Von drohendem Ruin keine Rede.<br>\nMissachtet wird dabei die &ouml;konomische Schulweisheit, dass in einer Volkswirtschaft das Einkommen der Einen immer auch das Auskommen der Anderen ist. Zwar wird zum Beispiel die ber&uuml;hmte Semmel durch den h&ouml;heren Mindestlohn geringf&uuml;gig teurer. Das wird &uuml;ber den Preis weiter gegeben und trifft nat&uuml;rlich auch diejenigen, die von dem h&ouml;heren Mindestlohn selbst partizipieren. Da sich deren Einkommen durch einen h&ouml;heren Mindestlohn auch verbessert hat, bleibt das ein Null-Summen-Spiel. Und f&uuml;r H&ouml;herverdienende werden ein bis zwei Cent kaum ins Gewicht fallen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.rosalux.de\/news\/id\/41452\/gut-gemeint-aber-nicht-gut-genug-gemacht\/\">Rosa Luxemburg Stiftung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Zwei verborgene Skandale in einem &ndash; ja haben wir denn schon &bdquo;1984&ldquo;?<\/strong><br>\nEin Sozialstaatsskandal, der zugleich ein Presseskandal ist.<br>\nEs geht mittlerweile um die gigantische Summe von j&auml;hrlich 32 Milliarden &euro;. Die Deutsche Rentenversicherung spricht von einer Unterdeckung ihres Haushalts. Der Bund l&auml;sst die Rentenversicherungs-Beitragszahler f&uuml;r versicherungsfremde Leistungen immer mehr zahlen. Dar&uuml;ber wird einfach geschwiegen. S&auml;mtliche Medien verweigern die Berichterstattung, es wird nichts hinterfragt, es wird ignoriert. (siehe auch Artikel aus dem September 2019 und Juli 2019)<br>\nDie nicht beitragsgedeckten Leistungen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) betrugen 2017 bereits 99,1 Milliarden Euro. Durch &ldquo;Bundeszusch&uuml;sse&rdquo; (*) wurden lediglich 67,8 Mrd. &euro; ausgeglichen. Bleibt eine Differenz von 31,3 Mrd. &euro;. Diese L&uuml;cke, Unterdeckung genannt, wird durch Beitragsleistungen der Rentenversicherten geschlossen (was nicht beitragsgedeckte Leistungen sind, wie sie ermittelt werden und Erl&auml;uterungen zur Grafik &ndash; siehe weiter unten).<br>\nAm 27.06.2019 erkl&auml;rt die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung (DRV), Anneli Buntenbach (aus der Pressemitteilung): &bdquo;Buntenbach forderte abschlie&szlig;end, dass Leistungen der Rentenversicherung, die wie die M&uuml;tterrente nicht auf Beitr&auml;gen beruhen, vollst&auml;ndig aus Steuermitteln zu finanzieren seien. J&uuml;ngste Berechnungen h&auml;tten gezeigt, dass derzeit eine j&auml;hrliche Unterdeckung nicht beitragsgedeckter Leistungen durch den Bund in H&ouml;he von 30 Milliarden Euro bestehe. Buntenbach unterstrich daher die Forderung nach einer systemgerechten Finanzierung.&ldquo;<br>\nReaktion oder Berichterstattung s&auml;mtlicher Medien: Null &ndash; Nichts. (&hellip;)<br>\n&hellip; und die Presse schweigt.<br>\nEin Finanzvolumen von j&auml;hrlich &uuml;ber 30 Milliarden &euro; findet keine Zeile, keine Sendeminute in den Medien. Es gibt keine Berichterstattung, keine Hinterfragung, keine Kritik. Es gibt einfach nur Schweigen. &bdquo;1984&ldquo; &ndash; Georg Orwell hat vor 70 Jahren beschrieben, wie Widerstand gar nicht erst entstehen kann, wenn Fakten verschwiegen oder unterdr&uuml;ckt werden. Hinzu kommt die systematische Verdrehung von Tatsachen (&bdquo;2+2=5&ldquo;) &ndash; dazu weiter unten: &bdquo;nie waren Rentner so billig wie heute&ldquo;.<br>\nAuch ohne &bdquo;big brother&ldquo; bem&uuml;hen zu m&uuml;ssen, bleiben die Fragen:<br>\nIst das Thema zu komplex?<br>\nWirkt der Herdentrieb &ndash; &bdquo;wenn keiner berichtet, kann es nicht wichtig sein&ldquo;?<br>\nIst es das Ergebnis interessengeleiteter Einflussnahmen?<br>\nEine Kombination aus diesen Gr&uuml;nden?<br>\nAuf jeden Fall ist die vollst&auml;ndige Ausblendung des wachsenden Problems ein Ph&auml;nomen, dessen sich auch Medienwissenschaftler einmal annehmen sollten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.seniorenaufstand.de\/zwei-verborgene-skandale-in-einem-ja-haben-wir-denn-schon-1984\/\">Seniorenaufstand<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Verrat an der Bev&ouml;lkerung<\/strong><br>\nJung gegen Alt &ndash; das ist nicht die entscheidende Konfliktlinie in der Klimakrise. Der wahre Gegensatz tut sich auf zwischen den Interessen der fossilen Industrie und dem Schutz von Menschen. Nirgendwo wird das deutlicher als in Australien. (&hellip;)<br>\nSchon bevor Scott Morrison im Mai zum Premierminister gew&auml;hlt wurde, stellte er &ouml;ffentlich zur Schau, wem seine Loyalit&auml;t gilt. 2017 betrat er, damals Finanzminister, mit einem Kohleklumpen in der Hand das Parlament in Canberra. &ldquo;Das ist Kohle&rdquo;, erkl&auml;rte er, &ldquo;haben Sie keine Angst davor. Es wird Ihnen nicht schaden.&rdquo;<br>\nSeit fast drei Monaten erleben seine Landsleute nun am eigenen Leib, wie falsch er damit lag.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/natur\/klimakrise-in-australien-verrat-an-der-bevoelkerung-a-1303669.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Scott Morrison ist nun besonders unwillig und ungeeignet, irgendwelche Ma&szlig;nahmen gegen den Klimawandel zu unternehmen. Das kann man &ldquo;Verrat an der Bev&ouml;lkerung&rdquo; nennen. Andererseits hat ihn die Mehrheit dieser Bev&ouml;lkerung vor gerade mal 7,5 Monaten ins Amt gew&auml;hlt, und seine Positionen zu Kohle und Klimawandel waren ja hinl&auml;nglich bekannt. Hat die Bev&ouml;lkerung Verrat an sich selbst begangen?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>So viel CO2 st&ouml;&szlig;t ein Bahnfahrer aus<\/strong><br>\nWie gro&szlig; ist der &Ouml;ko-Bonus der Bahn gegen&uuml;ber Auto und Flugzeug? Das zeigen neue Zahlen des Umweltbundesamtes.<br>\nMehr Schienenverkehr sch&uuml;tzt Umwelt und Klima &ndash; eine Binsenweisheit, die kaum noch jemand bestreitet, der ernst genommen werden will. Wie gro&szlig; der &Ouml;ko-Bonus der Bahn tats&auml;chlich ist, zeigen neue Zahlen des Umweltbundesamts (UBA), die k&uuml;rzlich ver&ouml;ffentlicht wurden. Demnach hat der Schienenverkehr seinen Vorsprung gegen&uuml;ber Auto, Flieger und Lkw sogar noch weiter ausgebaut. Der Grund: der wachsende Anteil von &Ouml;kostrom und energiesparenden Bahnen. (&hellip;)<br>\nTats&auml;chlich zeigen die neuen UBA-Zahlen, die f&uuml;r das Jahr 2018 gelten, noch eindrucksvoller als bisher den Klimavorsprung der Bahn gegen&uuml;ber dem Stra&szlig;enverkehr. So erzeugt ein Lkw mit 112 Gramm Treibhausgasen eine sechs Mal h&ouml;here Klimabelastung. Bei anderen Schadstoffen sieht es noch schlimmer aus. Bei den Stickoxiden ist der Lkw-Emission sieben Mal gr&ouml;&szlig;er, beim Kohlenmonoxid fast acht Mal. Auch beim Feinstaub schneidet die Schiene viel besser ab als Lkw und Binnenschiffe.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/vorsprung-beim-klimaschutz-so-viel-co2-stoesst-ein-bahnfahrer-aus\/25383050.html\">Der Tagesspiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Rasen hat mit Freiheit nichts zu tun!<\/strong><br>\nSeit ich denken kann, diskutieren wir in Deutschland &uuml;ber ein Tempolimit. Und die Performance der Gegner wird immer armseliger. Eine Kolumne. (&hellip;)<br>\nEs war der ADAC, der 1974 mit dem Slogan &bdquo;Freie Fahrt f&uuml;r freie B&uuml;rger&ldquo;, eine Kampagne f&uuml;r das bedingungslose Rasen startete. Kurz vorher gab es wegen der &Ouml;lkrise autofreie Sonntage in Deutschland. Seit ich denken kann, diskutieren wir &uuml;ber ein Tempolimit. Wenn sich mittlerweile sogar Polizei und Rettungskr&auml;fte f&uuml;r eine Geschwindigkeitsbegrenzung aussprechen, gibt es keine ernst zu nehmenden Argumente mehr dagegen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/streit-ums-tempolimit-rasen-hat-mit-freiheit-nichts-zu-tun\/25370222.html\">Der Tagesspiegel<\/a>\n<p><strong>dazu: &ldquo;Ohne Tempolimit wird die deutsche Autoindustrie untergehen&rdquo;<\/strong><br>\nEin Tempolimit k&ouml;nne nicht nur Unf&auml;lle verhindern und die Umwelt sch&uuml;tzen, sondern auch die Autoindustrie retten. So argumentiert ausgerechnet einer, der viele Autofahrer gegen sich aufgebracht hat. (&hellip;)<br>\nDUH-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Resch warf dem Verkehrsminister vor, sich jedem Austausch zu verweigern. Er lade ihn gern erneut zu einem Gespr&auml;ch ein, sagte Resch, der den Verkehrsminister einen Repr&auml;sentanten der Autokonzerne im Kabinett nennt: &ldquo;Erfolgversprechender ist es wahrscheinlich, wenn ich mich direkt an seine Chefs bei BMW, Daimler und Volkswagen wende: Erlauben Sie doch bitte Andreas Scheuer, ernsthaft &uuml;ber ein Tempolimit zu sprechen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/auto\/aktuell\/juergen-resch-ohne-tempolimit-wird-die-autoindustrie-untergehen-a-1303450.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Nicht lediglich bei diesem Thema scheint Bundesminister Scheuer nicht in der Lage zu sein, sich zum Wohle der Bev&ouml;lkerungsmehrheit einzusetzen. Die NachDenkSeiten haben mehrfach auf die Unf&auml;higkeiten auch dieses Ministers hingewiesen &ndash; u.a. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55577#h04\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55912#h15\">hier<\/a>. Scheinbar genie&szlig;en sogar Bundesminister &bdquo;Narrenfreiheit&ldquo; &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57248#h14\">zumindest wohl bis zum Erreichen des Zeitpunktes seiner Pensionsanspr&uuml;che<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Windkraft: Geld gegen Genehmigungen<\/strong><br>\n2020 gilt als Entscheidungsjahr daf&uuml;r, ob die Windkraft an Land in Deutschland noch eine gro&szlig;e Zukunft hat. Dass der SPD-Vorschlag f&uuml;r ein &ldquo;Windb&uuml;rgergeld&rdquo; eigentlich ein alter Hut ist, zeigt nur, wie lange der Ausbau der Windenergie schon politisch blockiert wird. (&hellip;)<br>\nSchon im Oktober 2018 war&rsquo;s, da schlug der BWE gewisserma&szlig;en eine finanzielle 10-H-Regelung vor: B&uuml;rger und Gemeinden in einem Umkreis der zehnfachen H&ouml;he der jeweiligen Windenergieanlage sollten ein bis zwei Prozent des Umsatzes aus der Stromerzeugung erhalten.<br>\n30 Prozent davon sollten an die Umkreisgemeinden und 70 Prozent in &ldquo;anderweitige Ma&szlig;nahmen&rdquo; flie&szlig;en: verg&uuml;nstigte Strompreise, B&uuml;rger- oder Gemeindebeteiligungen, Mitfinanzierung kommunaler Einrichtungen oder Spenden und Sponsoring f&uuml;r Vereine oder B&uuml;rgerstiftungen.<br>\nDie SPD schlug ihrerseits im Juni 2019 in ihrem Pr&auml;sidiumsbeschluss zu Klimaschutz und Energiewende die Schaffung von B&uuml;rgerwindparks sowie die &ldquo;finanzielle Beteiligung von B&uuml;rger*innen und Kommunen&rdquo; vor, um vor Ort die Akzeptanz f&uuml;r Windkraft zu erh&ouml;hen.<br>\nSo gesehen ist das &ldquo;Windb&uuml;rgergeld&rdquo;, das SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch jetzt ins Gespr&auml;ch brachte, ein alter Hut. Eine solche Pr&auml;mie w&uuml;rde, argumentiert Miersch, dazu beitragen, den Widerstand gegen Windr&auml;der vor der Haust&uuml;r zu &uuml;berwinden und den Ausbau der erneuerbaren Energien wieder voranzubringen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/strom\/windkraft-geld-gegen-genehmigungen\">klimareporter<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die Berliner Blase &ndash; Abgehoben und bigott<\/strong><br>\nWo leben f&uuml;hrende deutsche Politikerinnen und Politiker? Jedenfalls nicht in der deutschen Realit&auml;t, in der viele unserer Mitb&uuml;rger leben. Die Reden, Stellungnahmen und Interviews der &bdquo;Volksvertreter&ldquo; verbl&uuml;ffen und emp&ouml;ren schon seit Jahren. Sie schwadronieren, und sie ignorieren, dass mehr als zwanzig Millionen Menschen in Deutschland, das ist ein Drittel der Bev&ouml;lkerung, am Rande oder unterhalb des Existenzminimums leben. Und es werden immer mehr. 2018 gab es nach statistischen Erhebungen 678.000 Wohnungslose, 41.000 lebten auf der Stra&szlig;e,(1) w&auml;hrend die Mieten ins Unermessliche steigen.<br>\nIn ihrer v&ouml;llig harmlos wirkenden, sedierenden Neujahrsansprache sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel, Deutschland sei seit drei&szlig;ig Jahren &bdquo;in Frieden und Freiheit&ldquo; vereint. Sie sprach von digitalem Fortschritt, der zu schaffen sei, von Umwelt, f&uuml;r die mehr getan werden m&uuml;sse, von Wohlstand und verl&auml;sslicher Rente im Alter, und sie berief sich auf die Werte des Grundgesetzes.(2) Als sei alles in Ordnung, als lebten wir in friedlichen Zeiten in sozialen und rechtsstaatlichen Verh&auml;ltnissen, als l&auml;ge vor uns eine gl&auml;nzende Zukunft, wenn wir uns nur &bdquo;offen und entschlossen auf Neues einlassen&ldquo;.<br>\nSo w&uuml;rden wir es uns w&uuml;nschen, aber die Realit&auml;t sieht anders aus. Chaos und Kriege, wohin wir blicken, keine sozialen Verh&auml;ltnisse f&uuml;r einen gro&szlig;en Teil der Bev&ouml;lkerung, Altersarmut, Aufr&uuml;stung, existenzbedrohende Aggressionen gegen Russland, deutsche Soldaten verfassungswidrig in Auslandseins&auml;tzen usw.<br>\nIn gleicher Weise lenkte Bundespr&auml;sident Frank-Walter Steinmeier in seiner phrasenhaften Weihnachtsansprache vom Wesentlichen ab, n&auml;mlich von der vom Westen ausgehenden Gef&auml;hrdung des Friedens durch massive Aufr&uuml;stung, Truppenstationierungen und Machtdemonstrationen an den russischen Grenzen. Er w&uuml;nschte &bdquo;uns allen&ldquo; f&uuml;r das Jahr 2020 &bdquo;Mut und Zuversicht&ldquo; &ndash; die von ihm gewohnten sch&ouml;nen Worten,(3) hinter denen sich die Wahrheit verbirgt.<br>\nMut wozu?, fragen sich viele Menschen. Mut zu immer neuen Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr, wom&ouml;glich in S&uuml;damerika oder im chinesischen Meer? Und Zuversicht? Sollen wir vielleicht die Hoffnung behalten, dass k&uuml;nftig mehr Menschen in W&uuml;rde leben k&ouml;nnen und dass die USA mit der NATO, die weder ihre eigenen Statuten noch die UN-Charta einh&auml;lt, doch keinen Krieg gegen Russland anzetteln?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kenfm.de\/die-berliner-blase\/\">Wolfgang Bittner in KenFM<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>&bdquo;Polizei darf Konflikte nicht weiter anheizen&ldquo;<\/strong><br>\nBei Polizeieins&auml;tzen in heiklen Situationen gehe es immer um Deeskalation. &bdquo;Polizei darf nicht eskalieren, darf Konflikte nicht weiter anheizen&ldquo;, so Prantl. Dazu gebe es eine sehr gute Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 1985 in Folge der gro&szlig;en Demonstrationen gegen die Atomkraftwerke in Brokdorf. Die Karlsruher Richter h&auml;tten damals gesagt, &bdquo;es gibt eine Pflicht der Polizei zur Kooperation und zur Kommunikation sowie zu einer professionellen &Ouml;ffentlichkeitsarbeit der Polizei.&ldquo; Seiner Ansicht nach sollten im Polizeiunterricht einmal wieder solche alten Urteile des Bundesverfassungsgerichts gelehrt und diskutiert werden.<br>\nDer Polizeipr&auml;sident von Leipzig habe stattdessen Kritik an seinen Leuten in einer Pressemitteilung als &bdquo;erschreckend&ldquo; bezeichnet. &bdquo;Das geht nicht&ldquo;, so Prantl. &bdquo;Wenn es Kritik gibt, muss er die Kritik pr&uuml;fen.&ldquo; Die Staatsanwaltschaft sei nicht nur dazu da, Haftbefehle zu erlassen, sondern Kritik an der Polizei anzunehmen. Wenn es so sei, dass falsche Polizeiberichte herausgegeben w&uuml;rden, dann sollte die Staatsanwaltschaft k&uuml;nftig schon &uuml;berlegen, dass sie Herrin des Ermittlungsverfahrens sei und deshalb auch die &Ouml;ffentlichkeitsarbeit &uuml;bernehmen sollte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/heribert-prantl-zur-leipziger-silvesternacht-polizei-darf.2950.de.html?dram:article_id=467162\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><strong>Dazu: Destruktive Gretchenfragen<\/strong><br>\nNun sag, wie hast du&rsquo;s mit der Polizei? Und mit den Linksradikalen? Wie so oft scheint auch nach der Silvesternacht in Connewitz die Diskussion wieder in eine Identit&auml;ts-Gretchenfrage zu m&uuml;nden. Rechte und Konservative verurteilen die Gewalt, die in Leipzig in der Silvesternacht von &bdquo;Linksradikalen&ldquo; an Polizisten ver&uuml;bt worden sein soll; Linke kritisieren die Polizei selbst. Wer solidarisiert sich mit wem? Auf welcher Seite stehst du? Die Twitter-Debattenkultur d&uuml;mpelt also ins Jahr 2020. Doch dann meldet sich am Freitag Saskia Esken zu Wort &ndash; und bringt eine wahrhaft linke Sicht in die Diskussion. Nicht, weil sie sich &bdquo;mit der linken Seite&ldquo; solidarisierte. Oder sich gegen &bdquo;die Seite der Polizei&ldquo; stellte. Sondern weil sie staatliches Handeln hinterfragt. Und damit den politischen Raum &ouml;ffnet. (&hellip;)<br>\nMan k&ouml;nnte ja &uuml;ber Politik diskutieren! &Uuml;ber Sicherheitspolitik, &uuml;ber Polizeipolitik, &uuml;ber Einsatztaktiken. Zum Beispiel &uuml;ber eine Taktik der Deeskalation, die in Berlin Kreuzberg Verletzungen an Menschen &ndash; behelmt oder nicht &ndash; reduziert hat. Eine Politikerin, die &uuml;ber Politik sprechen will, statt &uuml;ber das dunkle, gef&auml;hrliche, tiefste Innere von entweder Polizisten oder Linksradikalen zu lamentieren? Eine Politikerin, die davon ausgeht, dass man menschliches und gesellschaftliches Verhalten beeinflussen, &auml;ndern kann &ndash; und zwar durch Politik? Wahnsinn.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/elsa-koester\/destruktive-gretchenfragen\">der Freitag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Aus der Defensive gegen das Kapital: Aktion gegen Arbeitsunrecht<\/strong><br>\nGr&uuml;ndung und Vorgehen unserer Initiative: F&uuml;r Arbeitsrechte als Menschenrechte. (&hellip;)<br>\nArbeitsverh&auml;ltnisse als Tabu-Thema. Das Elend der Akademiker*innen im Neoliberalismus und die &bdquo;organischen Intellektuellen&ldquo;.<br>\nIm westlichen Kapitalismus werden die Menschen als Konsumenten umworben und erh&ouml;ht, aber als abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte gleichzeitig klassenspezifisch gedem&uuml;tigt, entrechtet, ausgebeutet, verarmt, abgeschoben. Das hochprofessionelle, psychologisch vertiefte Umwerben der Menschen als KonsumentInnen zielt auf individuelle, freie Wahl und auf freien, egoistischen Genu&szlig;. Zugleich werden dieselben Menschen in ihrer anderen Rolle als Besch&auml;ftigte ebenso hochprofessionell auf eine andere Art des Individualismus getrimmt: Nach dem Human Resources-Prinzip &bdquo;Jeder Besch&auml;ftigte ist der Unternehmer seiner eigenen Arbeitskraft&ldquo; sollen er und sie sich st&auml;ndig selbst optimieren, sich in Konkurrenz zu anderen zum g&uuml;nstigsten Preis anbieten, sich der digital noch erweiterten Disposition des privaten Unternehmers unterwerfen und auf die bei Konsum und in der Politik gepriesene Meinungsfreiheit verzichten (R&uuml;gemer, 2017).<br>\nDieser Zangengriff zur doppelten Gestaltung des egoistischen Individualismus erschwert jede Form gemeinschaftlicher, nachhaltiger, kollektiver T&auml;tigkeit enorm.<br>\nDeshalb sind die verschiedenen kollektiven Formen des menschlichen Zusammenlebens und der politischen Gegenwehr (z.B. in Gewerkschaften und Parteien) auf einem historisch niedrigen Niveau. Dies gilt selbst dann, wenn wie heute noch Millionen Menschen Mitglieder solcher Organisationsformen sind: Diese haben ihre innere verbindende Macht zwischen den Mitgliedern und ihre Wirkm&auml;chtigkeit in Unternehmen und Politik weitestgehend verloren und verlieren sie weiter.<br>\nRechts- und Unrechtsbewusstsein sind geschwunden, auch angesichts der allermeist straflosen Dauerkriminalit&auml;t, leistungsloser Supergewinne und Steuerflucht von Unternehmern, Bankern, Wirtschafts&ldquo;pr&uuml;fern&ldquo; und &bdquo;Heuschrecken&ldquo;-Investoren. Bei den abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten herrscht pers&ouml;nliche und politische Demoralisierung. Die ungewollt trotzdem verteidigte &bdquo;Demokratie&ldquo; zeichnet sich f&uuml;r die Mehrheit dadurch aus, &bdquo;dass man doch nichts machen kann&ldquo;. Psychische St&ouml;rungen sind verbreitet. Hinzukommt ein bisher unerreichter Grad der individuellen &Uuml;berschuldung (wegen Urlaub, Haushaltseinrichtung, Mieten, Krankheit). Bestenfalls halten die hauptamtlich versorgten Kernmannschaften der absterbenden Gewerkschaften und Parteien im Untergang eisern zusammen und kleben an ihren P&ouml;stchen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/arbeitsunrecht.de\/aus-der-defensive-gegen-das-kapital-aktion-gegen-arbeitsunrecht\/\">arbeitsunrecht in deutschland<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Kiewer Fackelmarsch ohne Protest aus Berlin<\/strong><br>\n2000 ukrainische Nationalisten und Rechtsradikale marschierten am Abend des 1. Januar 2020 mit Fackeln zu Ehren des 111. Geburtstags von Hitler-Kollaborateur Stepan Bandera durch Kiew. Auch in Lviv gab es einen Bandera-Marsch.<br>\nDie &ldquo;Tagesschau&rdquo; verschwieg das Ereigniss komplett. Euronews berichtete dar&uuml;ber, verschwieg aber, dass Tausende Mitglieder der von Bandera gef&uuml;hrten Organisation ukrainischer Nationalisten sich w&auml;hrend des Zweiten Weltkrieges in der Westukraine an Massakern gegen Polen und Juden in der Westukraine beteiligten, bei denen Zehntausende starben.<br>\nDie Botschafter von Polen und Israel in der Ukraine protestierten in diesem Jahr gegen die Bandera-M&auml;rsche in Kiew und Lviv mit einer gemeinsamen Protestnote. In der hei&szlig;t es, &ldquo;with great concern and sadness we have noted that Ukraine&rsquo;s public officials at various levels, including the Lviv Regional Council and the Kiev City State Administration, still celebrate historical events and figures that should be condemned once and for all&rdquo;.<br>\nDie Deutsche Welle berichtete in ihrer russischen Ausgabe &uuml;ber den Protest der Botschafter. Offenbar wollte die russischsprachige Ausgabe der Deutschen Welle nicht zu dem Thema schweigen, denn die russischen Medien hatten breit &uuml;ber den Protest der Botschafter berichtet.<br>\nIn der ukrainischen und deutschen Ausgabe der Deutschen Welle hingegen wird der Protest der Botschafter aus Israel und Polen gegen die Bandera-M&auml;rsche in Kiew und Lviv verschwiegen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/ulrich-heyden\/kiewer-fackelmarsch-ohne-protest-aus-berlin?fbclid=IwAR3ECZiFW8rBt86C897wQ107SplP-O7Du2dv49tl8zXzjQiW5DtgEVh-GwY\">Ulrich Heyden in der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Beste aus zwei Welten als Modell f&uuml;r Europa?<\/strong><br>\nSebastian Kurz, Chef der zum rechtspopulistischen &raquo;System Kurz&laquo; transformierten fr&uuml;heren konservativen &Ouml;sterreichischen Volkspartei (&Ouml;VP &ndash; sie firmiert jetzt in T&uuml;rkis als &raquo;Die neue Volkspartei&laquo;)), sagt zum Koalitionsvertrag mit den Gr&uuml;nen, es sei gelungen, &raquo;das Beste aus beiden Welten&laquo; zu vereinen. Was meint er mit &raquo;das Beste aus beiden Welten&laquo;?<br>\nDer umfangreiche Koalitionsvertrag dokumentiere keinen politischen Kompromiss, sondern in ihm w&uuml;rden Terrains abgesteckt: Die Gr&uuml;nen k&ouml;nnten sich nun dem Klimaschutz widmen, die &Ouml;VP stehe f&uuml;r die Senkung von Steuern und den Kampf gegen illegale Migration: &raquo;Es ist m&ouml;glich, das Klima und die Grenzen zu sch&uuml;tzen.&laquo; An seiner Seite stand, als er dies erkl&auml;rte, Gr&uuml;nen-Chef Werner Kogler: &raquo;Ja, wir haben es uns nicht leicht gemacht&laquo;, die beiden Parteien seien f&uuml;r sehr unterschiedliche Dinge gew&auml;hlt worden. Letztendlich sei es gelungen, die Brocken wegzur&auml;umen und Br&uuml;cken zu bauen.<br>\nDer politische Bauplan wird im Bereich von Arbeitsmigration und Asyl deutlich: Die Welt der &Ouml;VP wird hier komplett umgesetzt und die fr&uuml;heren massiven Bedenken seitens der Gr&uuml;nen werden zu Randfragen degradiert. Es sollen eine Betreuungsagentur f&uuml;r Asylbewerber*innen und R&uuml;ckkehrzentren geschaffen werden, um die R&uuml;ckkehr von Migrant*innen in ihre Herkunftsl&auml;nder oder in Drittstaaten unterst&uuml;tzen zu k&ouml;nnen.<br>\nEs wird ein beschleunigtes Asylverfahren geben und die von der fr&uuml;heren &Ouml;VP\/FP&Ouml;-Regierung eingef&uuml;hrte Verstaatlichung der Versorgung und Rechtsvertretung von Schutzsuchenden wird ausgebaut. Das Regierungsprogramm sieht au&szlig;erdem die Einf&uuml;hrung der umstrittenen, vorbeugenden Sicherungshaft und die Ausweitung des Kopftuchverbots auf Schulen f&uuml;r M&auml;dchen bis 14 Jahre vor.<br>\nZudem ist ein &raquo;beschleunigtes, modernes, grenznahes Asylantragsverfahren im Binnen-Grenzkontrollbereich&laquo; in der Pipeline. Es soll insbesondere bei Ankunft von Fl&uuml;chtlingen in gr&ouml;&szlig;erer Zahl hilfreich sein, wenn das EU-weit geltende Dublin-Verfahren, das die Verantwortung der Mitgliedstaaten f&uuml;r die Asylverfahren regelt, de facto au&szlig;er Kraft gesetzt ist. Das k&uuml;nftige Regierungsprogramm sieht schlie&szlig;lich die Einf&uuml;hrung einer neuen Form des Freiheitsentzugs &raquo;zum Schutz der Allgemeinheit&laquo; vor.<br>\nWenn diese Welt der politischen Rechten nicht ausreicht, ist ein Konfliktbew&auml;ltigungsmechanismus f&uuml;r den Fall eines innerkoalition&auml;ren Dissenses um Asylthemen festgelegt. Ist keine Einigung innerhalb der Regierung in Sicht, kann einer der Partner die Sache per Initiativantrag und Ausschussbesch&auml;ftigung im Nationalrat alleine zur Abstimmung bringen &ndash; in dieser Form eine absolute Novit&auml;t.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/das-beste-aus-zwei-welten-als-modell-fuer-europa\/\">Sozialismus.deAktuell<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die neue Regierungskoalition in &Ouml;sterreich d&uuml;rfte auch eine Vorbildfunktion f&uuml;r Deutschland haben.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-57444","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57444","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=57444"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57444\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57450,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57444\/revisions\/57450"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=57444"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=57444"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=57444"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}