{"id":57642,"date":"2020-01-14T08:56:52","date_gmt":"2020-01-14T07:56:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57642"},"modified":"2020-01-14T10:36:39","modified_gmt":"2020-01-14T09:36:39","slug":"fruehstueck-mit-blackrock-und-co","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57642","title":{"rendered":"Fr\u00fchst\u00fcck mit BlackRock und Co."},"content":{"rendered":"<p>Jens Berger hat ein Buch zu einem wichtigen Thema geschrieben: Wer bestimmt eigentlich unseren Alltag, unsere Arbeitswelt, unsere Arbeit im Betrieb? Mehr und mehr sind das nicht traditionelle deutsche Unternehmen und Kapitaleigner. Auch an den meisten gro&szlig;en deutschen Unternehmen sind inzwischen Finanzkonzerne beteiligt. Oft sind sie schon mit einem geringen Anteil der Herr im Haus und bestimmen damit auch ma&szlig;geblich dar&uuml;ber, wie es den Besch&auml;ftigten des Unternehmens geht. Das &uuml;bliche Gerede dar&uuml;ber und die Vorstellung, dass der Shareholder Value das Geschehen bestimme, k&ouml;nnen wir uns abschminken. Was das hei&szlig;t, hat der Autor der NachDenkSeiten Jens Berger untersucht. Lesen Sie hier die Einf&uuml;hrung und Sie werden sehen und genie&szlig;en, was das Buch an Informationen bietet, und obendrein, wie flott es geschrieben ist. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Dieser Text ist ein Auszug aus dem im Westend Verlag erschienenen Buch von Jens Berger &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/wer-schuetzt-die-welt-vor-den-finanzkonzernen\/\">Wer sch&uuml;tzt die Welt vor den Finanzkonzernen<\/a>&ldquo;, Das Buch kann seit gestern in den Buchhandlungen gekauft oder <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/Alle-Buecher\/Wer-schuetzt-die-Welt-vor-den-Finanzkonzernen.html\">online<\/a> bestellt werden. <\/em><\/p><p>Morgens, 6.30 Uhr in Deutschland, der Wecker klingelt. Erst einmal unter die Dusche. Das Duschgel der Marke Axe stammt vom niederl&auml;ndisch-britischen Konzern Unilever. Dessen gr&ouml;&szlig;ter Aktion&auml;r ist der Finanzkonzern BlackRock. Das Wasser kommt von den Stadtwerken, an denen mehrheitlich der franz&ouml;sische Konzern Veolia beteiligt ist, dessen zweitgr&ouml;&szlig;ter Anteilseigner ebenfalls der Finanzkonzern BlackRock ist. Die Z&auml;hne geputzt. Die Zahncreme der Marke Colgate stammt vom US-Konzerne Colgate-Palmolive, dessen gr&ouml;&szlig;te Aktion&auml;re die Finanzkonzerne Vanguard, BlackRock und State Street sind &ndash; zusammen geh&ouml;ren ihnen mehr als 22 Prozent des Unternehmens. Rein in die Jeans der Marke Levis, das Poloshirt von Ralph Lauren &uuml;bergezogen und in die Sneaker von Adidas geschl&uuml;pft. Gr&ouml;&szlig;te Anteilseigner der Levi Strauss &amp; Co. sind die Price (T.Rowe) Associates und Vanguard. Bei der Ralph Lauren Corp. sind es Vanguard und BlackRock und beim deutschen Unternehmen Adidas ist BlackRock zweitgr&ouml;&szlig;ter Aktion&auml;r. Und nun noch schnell eine Schale Corn Flakes. Auch bei der amerikanischen Kellogg Company z&auml;hlen BlackRock, Vanguard und State Street zu den gr&ouml;&szlig;ten f&uuml;nf Anteilseignern. Bei der Konkurrenz vom Schweizer Nestl&eacute;-Konzern sieht es &uuml;brigens ganz &auml;hnlich aus.<\/p><p>Noch mal schnell auf dem iPhone gecheckt, was es Neues auf Facebook und Twitter gibt &ndash; bei allen drei Konzernen sind Vanguard und BlackRock die gr&ouml;&szlig;ten Anteilseigner. Nun noch den Hund f&uuml;ttern &ndash; das Hundefutter von Eukanuba kommt von Procter &amp; Gamble, gr&ouml;&szlig;te Anteilseigner sind Vanguard, BlackRock und State Street. Und bevor es ins B&uuml;ro geht, wird noch schnell ein Smoothie getrunken &ndash; der Smoothie-Hersteller Innocent geh&ouml;rt zur Coca Cola Company, bei der die Finanzkonzerne Berkshire Hathaway, Vanguard, BlackRock und State Street die gr&ouml;&szlig;ten Anteilseigner sind. <\/p><p>Die Liste lie&szlig;e sich endlos fortf&uuml;hren und betrifft die gesamte Wertsch&ouml;pfungskette. So stammen die Cerealien f&uuml;r die Corn Flakes wom&ouml;glich vom weltweit f&uuml;hrenden Agrarmulti Pioneer Natural Resources (Vanguard, BlackRock und State Street), wurden mit landwirtschaftlichen Maschinen des Weltmarktf&uuml;hrers AGCO Corporation geerntet (Vanguard und BlackRock), mit der weltweit f&uuml;hrenden Reederei A.P. Moeller &ndash; Maersk (Vanguard und BlackRock) in einem Containerfrachter von Hyundai Heavy (Vanguard und BlackRock) zur Fabrik transportiert, in einem Karton des Papiergiganten Stora Enso (Vanguard und BlackRock) verpackt und in einem Supermarkt der Metro AG (Vanguard und BlackRock) gekauft.<\/p><p>Oft umfasst dieses Besitzoligopol sogar eine gesamte Branche. Ob Ihnen nun die Deutsche Post, DHL, Fedex oder UPS das Paket bringen &ndash; bei all diesen Unternehmen z&auml;hlen BlackRock und Vanguard zu den gr&ouml;&szlig;ten Anteilseignern. Ob sie mit ihrem Smartphone &uuml;ber D1, D2 oder O2 telefonieren &ndash; auch bei der Deutschen Telekom, Vodafone und Telef&oacute;nica geh&ouml;ren diese Finanzkonzerne zu den gr&ouml;&szlig;ten Anteilseignern. Von Aareal Bank (BlackRock) bis zum Veterin&auml;rmedizinhersteller Zoetis (BlackRock und Vanguard) sind die deutschen Aktiengesellschaften fest in der Hand der Finanzkonzerne. Niemand besitzt mehr Anteile an deutschen Unternehmen als BlackRock. In Frankreich, Italien und Gro&szlig;britannien sieht es genauso aus. In den USA ist BlackRock allerdings &bdquo;nur&ldquo; die Nummer Zwei hinter Vanguard.<br>\nIn der Sprache der Finanzm&auml;rkte werden Finanzkonzerne wie BlackRock oder Vanguard als institutionelle Investoren bezeichnet. Investmentfonds, Hedgefonds, Banken und Versicherungen komplettieren diese Gruppe. Zusammengenommen geh&ouml;ren ihnen nach einer aktuellen Studie des Harvard Business Review  80 Prozent aller Aktien der im S&amp;P 500 Index gelisteten gr&ouml;&szlig;ten Aktiengesellschaften der USA. Bei 88 Prozent der S&amp;P-500-Unternehmen hei&szlig;t der gr&ouml;&szlig;te Anteilseigner entweder BlackRock, State Street oder Vanguard. <\/p><p>Allein BlackRock h&auml;lt mehr Aktien an Alphabet (Google) als Sergey Brin. Zusammen mit seinem Konkurrenten Vanguard h&auml;lt BlackRock auch mehr Aktien an Amazon als Jeff Bezos und rund f&uuml;nfundzwanzigmal so viele Aktien von Apple, wie der komplette Apple-Vorstand zusammen. BlackRock, Vanguard und State Street halten auch mehr Aktien an Facebook als Mark Zuckerberg. Auch bei den gro&szlig;en R&uuml;stungskonzernen, den Banken und Big Oil sind die Finanzkonzerne die gr&ouml;&szlig;ten Anteilseigner und damit tonangebend. Nicht die st&auml;ndig in den Medien pr&auml;senten Unternehmensspitzen sind die Lenker der gr&ouml;&szlig;ten und m&auml;chtigsten Konzerne der Welt, sondern m&auml;chtige Finanzkonzerne. Gemessen an dieser Machtf&uuml;lle und Machtkonzentration ist es erstaunlich, wie wenig &uuml;ber BlackRock, State Street und Vanguard berichtet wird und wie wenig &uuml;ber die Interessen und Ziele dieses Giganten bekannt ist. Wer sind diese Konzerne und welche Ziele verfolgen diese Giganten?<\/p><p>Bei einer derart d&uuml;nnen Berichterstattung ist es nicht weiter verwunderlich, dass es auch zahlreiche Ger&uuml;chte gibt, die sich hartn&auml;ckig halten. So werden BlackRock und Co. oft f&auml;lschlicherweise als Hedgefonds oder als Heuschrecken bezeichnet. Die Eigenbezeichnung dieser Konzerne ist schlicht Verm&ouml;gensverwalter oder auf Englisch Asset Manager, was wiederum eine starke Untertreibung ist. Gerade so, als w&uuml;rde man den Handelsgiganten Amazon einen Einzelh&auml;ndler nennen. In der Tat ist die Verm&ouml;gensverwaltung das Kerngesch&auml;ft dieser Konzerne. Die Summen, um dies es dabei geht, entziehen sich jedoch jeder Vorstellungskraft. BlackRock verwaltet zurzeit 6,85 Billionen US-Dollar, Vanguard 5,6 Billionen US-Dollar und State Street 2,51 Billionen US-Dollar. Zusammen sind dies rund 15 Billionen US-Dollar, ausgeschrieben 15.000.000.000.000. Das sind rund 2.000 US-Dollar pro Kopf der Weltbev&ouml;lkerung &ndash; vom Neugeborenen in Ruanda bis zur Greisin in Japan. W&uuml;rde man diese Summe zu gleichen Teilen unter Deutschlands Einwohnern aufteilen, bek&auml;me jeder B&uuml;rger stolze 180.000 US-Dollar.<\/p><p>Freilich geh&ouml;rt dieses Geld nicht BlackRock und Co. Es handelt sich hierbei vielmehr um Kundeneinlagen. Das Geld kommt von Pensionsfonds, die beispielsweise die Altersr&uuml;cklagen f&uuml;r New Yorker Lehrer oder kalifornische Polizisten verwalten. Es kommt von Staatsfonds, mit denen unter anderem die &ouml;lexportierenden L&auml;nder des Nahen und Mittleren Ostens ihre Deviseneinnahmen am Kapitalmarkt anlegen und f&uuml;r die Zeit nach dem &Ouml;l vorsorgen. Und es kommt von Einzelpersonen, die mal &uuml;ber weniger aber oft auch &uuml;ber sehr gro&szlig;e Verm&ouml;gen verf&uuml;gen. Der Teufel schei&szlig;t halt doch immer auf den gr&ouml;&szlig;ten Haufen.<\/p><p>Befeuert werden die nimmer enden wollenden Kapitalzufl&uuml;sse dieser Unternehmen dabei durch ein Wirtschaftssystem, das umgangssprachlich meist als Neoliberalismus bezeichnet wird. Der Staat zieht sich global zunehmend aus der Daseinsvorsorge zur&uuml;ck und &uuml;berl&auml;sst es seinen B&uuml;rgern, privat f&uuml;r das Alter vorzusorgen. Man spart auch f&uuml;r die Studiengeb&uuml;hren der Kinder und Enkel, die nicht mehr vom Staat getragen werden. Private Krankenversicherungen arbeiten nach dem Prinzip, dass die Beitr&auml;ge, die die Versicherten in den j&uuml;ngeren Jahren einzahlen, an den Kapitalm&auml;rkten Zinsen &bdquo;erwirtschaften&ldquo; und die h&ouml;heren Gesundheitskosten im Alter dann von dem gebildeten Kapitalstock finanziert werden k&ouml;nnen. Bis dahin m&uuml;ssen die Gelder jedoch angelegt werden. Zurzeit flie&szlig;en jedes Jahr global 3,6 Billionen Euro an Beitr&auml;gen in Sach- und Lebensversicherungen, 2027 sollen es Prognosen der Versicherer zufolge 6,8 Billionen Euro sein. Das ist der Treibstoff mit dem der Motor der gigantischen Verm&ouml;gensverwalter am Laufen gehalten wird und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen.<\/p><p>So unbekannt die gigantischen Finanzkonzerne in der &ouml;ffentlichen Wahrnehmung sind, so unterschiedlich sind ihre Gesch&auml;ftsmodelle. Die Nummer Zwei, Vanguard, beschr&auml;nkt sich weitestgehend auf die Verm&ouml;gensverwaltung und ist dabei sogar genossenschaftlich organisiert; wie eine Volks- oder Raiffeisenbank geh&ouml;rt der Riese seinen eigenen Kunden und ist nicht prim&auml;r darauf ausgerichtet, Gewinne zu erwirtschaften, sondern arbeitet nach dem Kostendeckungsprinzip. Und wenn doch einmal Gewinne erzielt werden, werden sie &uuml;ber eine Senkung der Verwaltungskosten an die eigenen Kunden weitergegeben. BlackRock und State Street sind hingegen selbst Aktiengesellschaften, die bestrebt sind, Gewinne zu erwirtschaften und Dividenden an ihre Aktion&auml;re und Boni an das Management auszusch&uuml;tten. Die meisten Anteile sind jedoch im Besitz von BlackRock und State Street selbst &ndash; Entscheidungsmacht und Kontrolle verbleiben also in ihren H&auml;nden.<br>\nW&auml;hrend bei Vanguard die Definition eines &ndash; wenn auch absurd gro&szlig;en &ndash; Verm&ouml;gensverwalters noch greift, trifft dies auf BlackRock nicht mehr zu. Hier verschwimmen die Grenzen zwischen einem Verm&ouml;gensverwalter und einem Hedgefonds immer mehr. Das Kerngesch&auml;ft von BlackRock ist nach wie vor die treuh&auml;nderische Verm&ouml;gensverwaltung f&uuml;r seine Kunden. Doch um dieses Ziel zu erreichen, betreibt BlackRock selbst ein ganzes Heer an aktiv gemangten Investmentfonds, die nicht nur mit Aktien oder Anleihen, sondern auch mit Finanzprodukten aller Art handeln. Die ohnehin schwammigen Grenzen zwischen einem Investment- und einem Hedgefonds sind hier flie&szlig;end und werden oft &uuml;berschritten. Treffender k&ouml;nnte man BlackRock daher wohl am ehesten als Schattenbank bezeichnen &ndash; das sind nach Definition der Bundesbank &bdquo;diejenigen Akteure und Aktivit&auml;ten auf den Finanzm&auml;rkten [&hellip;], die bank&auml;hnliche Funktionen (insbesondere im Kreditvergabeprozess) wahrnehmen, aber keine Banken sind und somit nicht der Regulierung f&uuml;r Kreditinstitute unterliegen&ldquo;. Das trifft alles auf BlackRock zu. Ist das gr&ouml;&szlig;te Finanzunternehmen der Welt also gleichzeitig die gr&ouml;&szlig;te Schattenbank der Welt? Dazu sp&auml;ter mehr.<\/p><p>Neben der Verm&ouml;gensverwaltung hat sich BlackRock auch auf andere T&auml;tigkeitsfelder im Finanzsystem spezialisiert. So geh&ouml;rt die von einem Konsortium rund um BlackRock betriebene Handelsplattform Luminex  zu den gr&ouml;&szlig;ten und wichtigsten &bdquo;Dark Pools&ldquo; des Finanzsystems &ndash; ein interner Umschlagplatz f&uuml;r Wertpapiere jeder Art, die sich der &ouml;ffentlichen Regulierung entziehen und nur einem ausgesuchten Kundenkreis offenstehen. &Uuml;ber seinen Gesch&auml;ftsbereich Private Credit  vermittelt BlackRock zwischen privaten Kreditnehmern und Kreditgebern. Andere Unternehmensbereiche haben sich auf Beratert&auml;tigkeiten spezialisiert. Die Sparte BlackRock Solutions ber&auml;t Staaten und Zentralbanken in Fragen, die ganz ma&szlig;geblichen Einfluss auf die von BlackRock selbst betriebenen Fonds haben. &Uuml;ber BlackRocks Analysesystem Aladdin werden von BlackRock und anderen Finanzkonzernen Verm&ouml;genswerte in H&ouml;he von rund 20 Billionen US-Dollar  auf m&ouml;gliche Risiken gepr&uuml;ft. Auf Basis selbstentwickelter Algorithmen soll Aladdin den optimalen Mix zwischen Risiko und Ertragschancen ermitteln und stellt dabei wom&ouml;glich selbst das gr&ouml;&szlig;te Risiko f&uuml;r die Stabilit&auml;t der Finanzm&auml;rkte dar.<\/p><p>Beherrscht wird das ganze System von einer kleinen Gruppe von Managern, die bei allen Unterschiedlichkeiten die Ideologie des Shareholder-Value eint &ndash; was gut f&uuml;r den Aktienbesitzer ist, ist gut f&uuml;r das Unternehmen und am Ende auch gut f&uuml;r die Allgemeinheit. So kann es dann sein, dass der Stahlarbeiter seine private Altersvorsorge einem Finanzkonzern &uuml;bertr&auml;gt, der auf der n&auml;chsten Jahreshauptversammlung seines Arbeitgebers einen Personalabbau durchsetzt, der den Stahlarbeiter am Ende selbst seinen Job kostet. Die Klasseninteressen werden dabei auf den Kopf gestellt. Der US-Milliard&auml;r Warren Buffet sagte vor wenigen Jahren : &bdquo;Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg f&uuml;hrt, und wir gewinnen&ldquo;. Das System der Verm&ouml;gensverwaltung ist Teil dieses Kriegs. <\/p><p>Besitz bedeutet Macht. Wenn die gro&szlig;en Finanzkonzerne die gr&ouml;&szlig;ten Anteilseigner bei fast allen gro&szlig;en Konzernen sind, die die Geschicke unserer Welt bestimmen, kontrollieren sie diese Konzerne auch und bestimmen schlussendlich selbst die Geschicke unserer Welt. Und da macht es keinen Unterschied, ob das Kapital, mit dem sie operieren, ihnen selbst geh&ouml;rt oder ob sie es nur treuh&auml;nderisch f&uuml;r ihre Kunden verwalten. Nicht der Stahlarbeiter und noch nicht einmal der viele Milliarden US-Dollar schwere Pensionsfonds bestimmen, wie BlackRock, State Street und Co. auf den Hauptversammlungen der Unternehmen, an denen man beteiligt ist, abstimmen und welche Einfl&uuml;sse sie auf die Unternehmensf&uuml;hrung aus&uuml;ben. Die mit dem Besitz einhergehende Macht &uuml;ben diese Finanzkonzerne ganz allein aus. Noch nie waren die Entscheidungsprozesse derart undemokratisch. Noch nie war so viel Macht in den H&auml;nden so weniger.<\/p><p>Dieses Buch soll aufzeigen, wie es zum sagenhaften Erfolg der Verm&ouml;gensverwalter und Schattenbanken kommen konnte und welche Gesch&auml;fte sie genau betreiben. Getreu dem Motto &bdquo;Man sollte verstehen, was man kritisiert&ldquo; soll versucht werden, diese Entwicklungen nicht nur aufzuzeigen, sondern auch einzuordnen und dabei die grundlegenden Mechanismen zu erkl&auml;ren. Das ist auch deshalb so wichtig, weil diese Entwicklungen nicht haltmachen werden, wenn man sich ihnen nicht aktiv entgegenstellt und der Einfluss der Finanzkonzerne in den letzten Jahren dank massiver Lobbyarbeit merklich zugenommen hat. Zurzeit ist nicht einmal ausschlie&szlig;en, dass mit Friedrich Merz der Chef-Lobbyist von BlackRock Deutschland der n&auml;chste Bundeskanzler wird.<\/p><p>Titelbild: Heerapix\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jens Berger hat ein Buch zu einem wichtigen Thema geschrieben: Wer bestimmt eigentlich unseren Alltag, unsere Arbeitswelt, unsere Arbeit im Betrieb? Mehr und mehr sind das nicht traditionelle deutsche Unternehmen und Kapitaleigner. Auch an den meisten gro&szlig;en deutschen Unternehmen sind inzwischen Finanzkonzerne beteiligt. 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