{"id":57778,"date":"2020-01-19T11:45:10","date_gmt":"2020-01-19T10:45:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57778"},"modified":"2020-01-20T11:48:30","modified_gmt":"2020-01-20T10:48:30","slug":"venezuela-nach-dem-gescheiterten-regime-change","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57778","title":{"rendered":"Venezuela nach dem gescheiterten Regime Change"},"content":{"rendered":"<p><strong>Involvierung in Korruption und inszeniertem Parlaments-Skandal Juan Guaid&oacute;s geplanter Anschlag auf Telesur.<\/strong> Am vergangenen 5. Januar, dem ersten Sonntag des neuen Jahres, war die Nationalversammlung Venezuelas die B&uuml;hne einer Handlung, die sich, als Kom&ouml;die begonnen, rasch als Farce entpuppte. Ein Bericht von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_421\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-57778-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200119-Venezuela-nach-gescheitertem-Regime-Change-Involvierung-in-Korruption-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200119-Venezuela-nach-gescheitertem-Regime-Change-Involvierung-in-Korruption-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200119-Venezuela-nach-gescheitertem-Regime-Change-Involvierung-in-Korruption-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200119-Venezuela-nach-gescheitertem-Regime-Change-Involvierung-in-Korruption-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=57778-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200119-Venezuela-nach-gescheitertem-Regime-Change-Involvierung-in-Korruption-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200119-Venezuela-nach-gescheitertem-Regime-Change-Involvierung-in-Korruption-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Ziel der Farce ist bekanntlich, die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Ihr zentrales Stilmittel ist der gro&szlig;z&uuml;gige Umgang mit Verst&ouml;&szlig;en gegen Gesetz, Ethik und die Wahrheit, und sie zeigt Menschen als eitle, gerissene, jedoch auch als irrationale und k&auml;ufliche Protagonisten. Die Konstruktion des Farce-Spiels hat das Happy End zum Ziel. Erfreut es das Publikum, so bleibt meistens die Redlichkeit auf der Strecke. Mit anderen Worten: Der Protagonist entkommt meistens auf listigen Umwegen, selbst dann, wenn er sich kriminell bet&auml;tigt hat.<\/p><p><strong>Die Zaunsprung-Inszenierung<\/strong><\/p><p>Juan Guaid&oacute; versuchte einen dieser &bdquo;Umwege&ldquo; zu nehmen, jener bis Ende Januar 2019 unscheinbare Abgeordnete der rechtsradikalen Partei Voluntad Popular (&bdquo;Volkswille&ldquo;), der sich selbst zum Pr&auml;sidenten Venezuelas ernannte. Mit einem vor den Kameras des venezolanischen Senders Radio Caracol inszenierten, aber kalkuliert verhinderten <a href=\"https:\/\/twitter.com\/CaracolRadio\/status\/1213916201002455044\">Sprung &uuml;ber den Gitterzaun der Nationalversammlung<\/a> wollte Guaid&oacute; der Welt&ouml;ffentlichkeit glaubhaft machen, er sei von Polizei und Milit&auml;r der &bdquo;Maduro-Diktatur&ldquo; am Betreten und an der Leitung des Parlaments gehindert worden. In Wahrheit hatte sich Guaid&oacute; Minuten zuvor geweigert, den Parlamentssitz zu betreten.<\/p><p>Der Zwischenfall trug sich folgenderma&szlig;en zu. Das Milit&auml;r hatte einen sogenannten &bdquo;Sicherheitsg&uuml;rtel&ldquo; um das Parlament gelegt und die Bolivarische Nationalgarde drei Kontrollposten am Eingang aufgestellt, an denen die Personalien der Abgeordneten &uuml;berpr&uuml;ft wurden. Die Sitzung zur Wahl des allj&auml;hrlich neu amtierenden Parlamentspr&auml;sidenten war f&uuml;r 11 Uhr morgens angesetzt, doch Juan Guaid&oacute; erschien erst gegen 1 Uhr nachmittags in Begleitung einer 11-k&ouml;pfigen Delegation, angef&uuml;hrt von den Abgeordneten Dinorah Figuera und Gilberto Sojo. Bei &Uuml;berpr&uuml;fung der Namensliste wollte die Polizei Letztgenannten nicht durchlassen. Der Grund war Guaid&oacute; selbstverst&auml;ndlich bekannt. Im Jahr 2016 hatte der Oberste Gerichtshof (TSJ) die parlamentarische Immunit&auml;t Sojos sowie der Abgeordneten Renzo Prieto und Rosmit Mantilla aufgehoben, die 2014 wegen Korruption und anderen Vorw&uuml;rfen verhaftet worden waren und seitdem nicht mehr als Parlamentarier amtieren durften.<\/p><p>Als nun der Polizeibeamte nach telefonischer R&uuml;cksprache erkl&auml;rte, Sojo solle bitte zur Seite treten, doch Guaid&oacute; und die ihn begleitenden Abgeordneten d&uuml;rften weitergehen, bestand Guaid&oacute; auf Sojos Durchlass. Als der Beamte erkl&auml;rte, daf&uuml;r gebe es keine Erlaubnis, reagierte Guaid&oacute; mit den Worten &bdquo;Niemand wird hier weitergehen, bis er hereingelassen wird!&rdquo;. Die Twitterin @OrlenysOV war zuf&auml;llig vor Ort und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=vxFixoSW8Rc\">hielt die Szene auf Video fest<\/a>. Daraufhin inszenierte Guaid&oacute; den Sprung &uuml;ber den Gitterzaun, der &ndash; wie sollte es auch anders ausgehen &ndash; von der Polizei verhindert wurde.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.infobae.com\/america\/venezuela\/2020\/01\/05\/golpe-de-maduro-la-dictadura-bloqueo-el-ingreso-de-la-oposicion-a-la-asamblea-nacional-e-instalo-a-luis-parra-como-su-presidente\/\">Die ersten Schlagzeilen<\/a> donnerten bereits Minuten sp&auml;ter durch die einheimische und internationale Medienszene: &bdquo;Der Coup Maduros: Die Diktatur blockierte den Einzug der Opposition in die Nationalversammlung und setzte Luis Parra als Pr&auml;sidenten ein&ldquo;.<\/p><p>&bdquo;Ungef&auml;hr zwanzig Milit&auml;rpolizisten blockierten den Zugang Guaid&oacute;s und mehr als einhundert Abgeordneter und hielten sie vor den Toren des Parlaments fest, bis sie gewaltsam und nach mehr als einer Stunde den Durchbruch schafften&ldquo;, schloss sich <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/mundo\/noticias-america-latina-51022755\">die Londoner BBC<\/a> bar jeder Eigenrecherche der Verbreitung der Unwahrheit an.<\/p><p>Ob das Hohe Gericht oder der Geheimdienst SEBIN, jedenfalls ist nicht bekannt, wer die von der Polizei benutzte Namensliste erstellt hatte. Nicht weniger befremdlich war die Eingangskontrolle zur Nationalversammlung. Auch in Venezuela ist dies wahrhaftig keine Aufgabe, die den Sicherheitskr&auml;ften, sondern allein der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung des Parlaments zusteht. Nach Angaben des Juristen Juan Manuel Rafalli habe die Ma&szlig;nahme gleich gegen drei Artikel der Verfassung versto&szlig;en.<\/p><p>&bdquo;Er hat versucht, jenes Video (des Zaunsprungs) aufzunehmen, als die Sitzung im Plenum vorbei und der neue Vorstand bereits installiert war. Sie m&uuml;ssen den Zeitablauf &uuml;berpr&uuml;fen&rdquo;, erkl&auml;rte der 1. Vizepr&auml;sident des Parlaments, Franklin Duarte, gegen&uuml;ber Journalisten.<\/p><p><strong>Chaos: Zwei Wahlen, zwei Parlamente<\/strong><\/p><p>Nicht nur einschl&auml;gige, militante Vertreter der venezolanischen Rechtsau&szlig;en &ndash; wie Henry Ramos Allup und Delsa Sol&oacute;rzano &ndash; hatten l&auml;ngst das Plenum erreicht, sondern ein Block von mindestens einhundert Abgeordneten verschiedenster Parteicouleur, darunter angeblich <a href=\"https:\/\/thegrayzone.com\/2020\/01\/08\/final-episode-juan-guaido-surreal-regime-change-reality-show\/\">mindestens 49 regierungstreue Chavistas<\/a>.<\/p><p>Westliche Medien verbreiteten sodann die Version, die Kontrollen der Nationalgarde h&auml;tten unter Missachtung der Bestimmungen und Regeln der Nationalversammlung einem Bruchteil der Abgeordneten der regierenden Sozialistischen Einheitspartei (PSUV) und oppositionellen Dissidenten die Er&ouml;ffnungssitzung des Parlaments mit einem frisch-, jedoch auf betr&uuml;gerische Weise gew&auml;hlten neuen Vorsitzenden Luis Parra erm&ouml;glicht. Parra- und Maduro-Anh&auml;nger behaupten hingegen, Guaid&oacute; habe vergeblich versucht, Zeit zu gewinnen, und das Parlament nicht betreten, weil er bef&uuml;rchtete, nicht die ausreichende Stimmenzahl f&uuml;r seine Wiederwahl zu besitzen.<\/p><p>Nach dem Eid Parras zog Guaid&oacute; mit angeblich ebenfalls einhundert oppositionellen Parlamentariern am Sonntagnachmittag an den Sitz der konservativen Tageszeitung El Nacional, hielt dort eine Sitzung ab, lie&szlig; sich als Parlamentsvorsitzender wiederw&auml;hlen, ernannte Juan Pablo Guanipa und Carlos Eduardo Berrizbeitia zu seinen Vizepr&auml;sidenten und sorgte f&uuml;r seine Ratifizierung als &bdquo;amtierender Pr&auml;sident Venezuelas&ldquo;.<\/p><p>Die Gesch&auml;ftsordnung der Nationalversammlung verbietet ausdr&uuml;cklich Vereidigungen au&szlig;erhalb des offiziellen Parlamentssitzes. Versch&auml;rfend kommt hinzu, dass Guaid&oacute; ausgerechnet und auff&auml;lligerweise den Sitz eines Mediums als Tagungsort w&auml;hlte; eine Entscheidung, die als zweite Inszenierung und konzertierte Aktion gewertet wird.<\/p><p>Doch Zweifel d&uuml;rfen auch an der Transparenz der Wahl seines Kontrahenten Luis Parra angemeldet werden, der vor wenigen Wochen mit Guaid&oacute; brach und seitdem eine angeblich 30-k&ouml;pfige Dissidentengruppe konservativer Parlamentarier anf&uuml;hrt.<\/p><p>Parra ist eine schillernde Figur. Im vergangenen Dezember sollen Parra &ndash; als Abgeordneter der Oppositionspartei Primero Justicia (Zuerst Gerechtigkeit) &ndash; und sechs weitere Abgeordnete in einen Korruptionsfall im Zusammenhang mit dem Grundnahrungsmittel-Notverteilungsprogramm (CLAP) der Regierung Nicol&aacute;s Maduro involviert gewesen sein.<\/p><p>Der Fall flog mit einer <a href=\"https:\/\/armando.info\/Reportajes\/Details\/2614\">Reportage des Nachrichtenportals Armando.Info<\/a> auf und hatte die Anklage Jos&eacute; Gregorio Noriegas, Jos&eacute; Britos, Adolfo Superlanos und Conrado P&eacute;rez&lsquo; sowie Leandro Dom&iacute;nguez&lsquo; und Jes&uacute;s Gabriel Pe&ntilde;as zur Folge. Die Anklage wirft den Parlamentariern vor, sie h&auml;tten ihre Rolle im Kontrollausschuss genutzt, um Alex Saab zu favorisieren, genauer: die kolumbianische und die US-amerikanische Justiz um die R&uuml;cknahme ihrer Anklagen gegen Saab gebeten zu haben. Saab ist ein kolumbianischer Gesch&auml;ftsmann, dessen Gesch&auml;ftsnetzwerk in Venezuela die subventionierten Lebensmittel des CLAP-Programms verteilt, der von den USA jedoch als Strohmann Nicol&aacute;s Maduros bezeichnet und deshalb mit Sanktionen belegt wird, denen sich die konservative Regierung Kolumbiens anschloss.<\/p><p>Nach Kenntnisnahme der Reportage prangerte die Mehrheit der Nationalversammlung an, Parra selbst und die genannten sechs Abgeordneten seien von der Regierung Maduro als Teil einer &bdquo;Operaci&oacute;n Alacr&aacute;n (Unternehmen Skorpion)&ldquo; &bdquo;gekauft&ldquo; &ndash; also bestochen &ndash; worden, um u.a. die Wiederwahl Guaid&oacute;s zu verhindern.<\/p><p>Parra reagierte auf die Vorw&uuml;rfe mit einer scharfen Erkl&auml;rung auf Twitter. &bdquo;Ein schmutziger Desinformationskrieg&ldquo; sei ausgerufen worden, und er nannte die Autoren der Verd&auml;chtigungen &bdquo;ein Netzwerk von Erpressern&rdquo;. Der Abgeordnete Jos&eacute; Luis Pirela beschuldigte den ehemaligen Minister und exilierten Maduro-Feind, Rafael Ram&iacute;rez, die Intrige ins Leben gerufen zu haben.<\/p><p>Offen ist allerdings auch zwei Wochen nach der Wahl Parras, ob das Plenum denn das erforderliche Quorum f&uuml;r die Beschlussf&auml;higkeit zu seiner Wahl besa&szlig;. Die Wahl verlief jedenfalls chaotisch. Zun&auml;chst wurde wegen der Abwesenheit Guaid&oacute;s und getreu den Statuten ein Parlaments&auml;ltester f&uuml;r die Sitzungseinberufung bestimmt. <a href=\"https:\/\/thegrayzone.com\/2020\/01\/08\/final-episode-juan-guaido-surreal-regime-change-reality-show\/\">Nach Angaben des Journalisten Leonardo Flores<\/a> von der US-amerikanischen Plattform <em>The Grayzone<\/em> sollen sich zum Zeitpunkt der Abstimmung mindestens 100 Abgeordnete im Plenum befunden haben. Die Abstimmung sei jedoch per Handzeichen abgelaufen und 81 Stimmen erzielt worden; angeblich mit 30 Stimmen der Parra-Dissidenten und 50 der Regierungspartei PSUV. Doch ein schriftliches Protokoll mit den Namen der stimmberechtigten Abgeordneten gibt es auch zwei Wochen nach der Wahl nicht.<\/p><p>Als Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Geheimhaltung der abgegebenen Stimmen erkl&auml;rte der Abgeordnete Jos&eacute; Brito gegen&uuml;ber der Journalistin Madelein Garc&iacute;a von Telesur, dass durch die Ver&ouml;ffentlichung der Namen die Abgeordneten <a href=\"https:\/\/talcualdigital.com\/luis-parra-dice-que-votacion-evidente-a-su-favor-no-dejo-constancia-en-acta\/\">Bedrohungen ausgesetzt<\/a> w&uuml;rden; aus welcher Richtung, ist jedoch unklar.<\/p><p>Parra ist beileibe kein Anh&auml;nger, auch kein Neukonvertit von Nicol&aacute;s Maduros Gnaden. Allerdings lautet seine Devise <em>Deeskalation<\/em>. Damit versprechen sich die Guaid&oacute;-Dissidenten die schrittweise Entpolarisierung und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Opposition und Regierung zur &Uuml;berwindung der unhaltbaren wirtschaftlichen Krise im Land.<\/p><p><strong>US-Finanzierung festigte nicht, sondern spaltete die konservative Opposition<\/strong><\/p><p>Die Abspaltung der Gruppe Parras von der F&uuml;hrung Guaid&oacute;s k&ouml;nnte als gelungenes Intrigenspiel der Regierung Maduro interpretiert werden. Dass diese von den Zerw&uuml;rfnissen profitiert, steht au&szlig;er Zweifel, doch ist es nicht ihr eigener, prim&auml;rer Verdienst. Vielmehr ist der Bruch im B&uuml;ndnis zwischen Konservativen und den Rechtsextremen vor allem eine Folge der Monopolisierung und Mittelentwendung der millionenschweren US-Finanzierung durch die Gruppe Guaid&oacute;s. Parras Dissidenten werfen dem US-Agenten Guaid&oacute; Mittel-Veruntreuung durch undurchsichtige Gesch&auml;fte, Luxusleben und in einigen F&auml;llen gar Verprassen in Bordellen vor.<\/p><p>Im vergangenen September 2019 hatte die Regierung Donald Trump die US-Finanzierung der Opposition in Venezuela mehr als verdreifacht und &uuml;berwies zum ersten Mal Geld direkt <a href=\"https:\/\/apnews.com\/884d2a5ccfb144efbf542e1a1087a67b\">auf die Geheimkonten Juan Guaid&oacute;s<\/a>. Die j&uuml;ngste 52-Millionen-Dollar-Zuwendung war sogar &ouml;ffentlich von Mark Green &ndash; Direktor der Agentur f&uuml;r internationale Entwicklung (USAID) &ndash; nach einem Treffen mit Guaidos &bdquo;Gesandtem&ldquo; Carlos Vecchio angek&uuml;ndigt worden, den die Trump-Administration als venezolanischen &bdquo;Botschafter&ldquo; in Washington anerkennt.<\/p><p>US-Regierungsquellen zufolge umfasse die Hilfe 19 Millionen US-Dollar f&uuml;r &bdquo;sichere Kommunikation&ldquo; der Guaid&oacute;-Gruppe, ferner f&uuml;r Reisekosten, Schulungen zur &bdquo;Haushaltsplanung&ldquo; und &bdquo;andere Instrumente der Regierungsvorbereitung&ldquo; nach der &bdquo;Vertreibung&ldquo; Nicol&aacute;s Maduros. &Uuml;ber Einzelheiten des &bdquo;Hilfspakets&ldquo; wollten US-Informanten sich allerdings nicht auslassen.<\/p><p>Im Jahr 2017 hatte die Trump-Regierung 9 Millionen US-Dollar und f&uuml;r das darauffolgende Jahr 15 Millionen Dollar veranschlagt, um die &bdquo;Pressefreiheit zu f&ouml;rdern, Menschenrechtsverletzungen zu &uuml;berwachen und Initiativen gegen Korruption zu unterst&uuml;tzen&ldquo;, die von venezolanischen Menschenrechts-NGOs durchgef&uuml;hrt wurden.<\/p><p><strong>Nach dem Abstieg nun die &ldquo;R&uuml;ckeroberung von Telesur&rdquo;: der kommende Anschlag Guaid&oacute;s als Beauftragter der USA<\/strong><\/p><p>Doch der US-Plan eines Aufstands scheiterte zum einen an der Loyalit&auml;t des Milit&auml;rs gegen&uuml;ber Maduro, vor allem jedoch an den &bdquo;Gro&szlig;maul-Auftritten&ldquo; und der katastrophalen politischen Unf&auml;higkeit Guaid&oacute;s.<\/p><p>Als &uuml;ber Jahre hinweg von den USA aufgebauter Kader in der rechtsextremen Szene tauchte der kaum 35-J&auml;hrige im Januar 2019 aus der Anonymit&auml;t in den Reihen der venezolanischen Opposition auf und nutzte als frischgew&auml;hlter turnusm&auml;&szlig;iger Vorsitzender des Parlaments die Gelegenheit zur Selbsternennung als Interimspr&auml;sident Venezuelas. Seitdem hatte Guaid&oacute; den US-Auftrag, Nicol&aacute;s Maduro zu st&uuml;rzen. Doch sein Mantra von der &bdquo;Beendigung der Usurpation, der Einschaltung einer &Uuml;bergangsregierung und der Abhaltung freier Wahlen&rdquo; und sein erratischer Kurs endeten im Nichts. Ein ganzes Jahr verging, ohne dass Guaid&oacute; sein Versprechen einhielt, was ihm einen massiven Verlust an Popularit&auml;t einbrachte.<\/p><p>Mit der chaotischen Wahl von zwei Parlamenten stie&szlig;en die Destabilisierungs-Bem&uuml;hungen Donald Trumps gegen Nicol&aacute;s Maduro allerdings auf neue, ungeahnte Hindernisse. Sie verdeutlichen die Schwierigkeiten der US-Strategie gegen&uuml;ber Venezuela, die sich fast ein Jahr nach der Forderung Trumps, Maduro solle zur&uuml;cktreten, und der Versch&auml;rfung der Sanktionen als wirkungslos zeigt. Der &bdquo;starke Mann&ldquo; hat seine Macht ausgebaut und wird von Gegnern der USA, Russland und Kuba, unterst&uuml;tzt.<\/p><p>Ohne klaren Ausweg aus ihrer fehlerhaften Strategie taktieren die USA mit neuen Steckenpferden des Regime Change und Guaid&oacute; versprach den n&auml;chsten Coup: die <a href=\"https:\/\/www.caraotadigital.net\/nacionales\/guaido-anuncia-este-domingo-los-pasos-para-recuperar-la-senal-de-telesur-en-el-continente\">&bdquo;R&uuml;ckeroberung&ldquo; des erfolgreichen, international ausgestrahlten Staatsfernsehens Telesur<\/a>; einem Sender, dem man nicht alles glauben muss, der jedoch seit Jahren eine unverkennbar relevante Rolle als Alternative zum internationalen Mainstream darstellt.<\/p><p>J&uuml;ngster Anlass f&uuml;r die Attacke bildet die harsche Kritik der Regierung Chiles und des Putschregimes in Bolivien, die vehement gegen &bdquo;die Verzerrung der Realit&auml;t&rdquo; in der Berichterstattung des Senders &uuml;ber die Massendemonstrationen in beiden L&auml;ndern protestiert haben. Guaid&oacute; ging einen Schritt weiter in seiner Begr&uuml;ndung. Telesur sei ein &bdquo;L&uuml;gensender, der terroristische Gruppen unterst&uuml;tzt&rdquo;.<\/p><p>Die Drohung Guaid&oacute;s setzt offenkundig auf Konfrontation, die im Fall Telesur ungeahnte Formen &ndash; von der Frequenzst&ouml;rung bis zur schweren Sachbesch&auml;digungen &ndash; annehmen kann.<\/p><p>Titelbild: Screenshot DW via YouTube<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Involvierung in Korruption und inszeniertem Parlaments-Skandal Juan Guaid&oacute;s geplanter Anschlag auf Telesur.<\/strong> Am vergangenen 5. Januar, dem ersten Sonntag des neuen Jahres, war die Nationalversammlung Venezuelas die B&uuml;hne einer Handlung, die sich, als Kom&ouml;die begonnen, rasch als Farce entpuppte. Ein Bericht von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":57779,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,123,20,127,85],"tags":[2565,2071,421,1418,2809,1800,1556,1333],"class_list":["post-57778","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-kampagnentarnworteneusprech","category-landerberichte","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-pr","tag-guaido-juan","tag-maduro-nicolas","tag-polizei","tag-regime-change","tag-telesur","tag-trump-donald","tag-usa","tag-venezuela"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/200119_titel.jpeg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57778","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=57778"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57778\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57819,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57778\/revisions\/57819"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/57779"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=57778"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=57778"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=57778"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}