{"id":57885,"date":"2020-01-22T16:37:14","date_gmt":"2020-01-22T15:37:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57885"},"modified":"2020-01-31T08:22:06","modified_gmt":"2020-01-31T07:22:06","slug":"eine-analyse-des-assange-helfen-in-der-sueddeutschen-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57885","title":{"rendered":"Eine Analyse des \u201eAssange helfen\u201c in der S\u00fcddeutschen Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Am letzten Freitag erschien in der Printausgabe der S&uuml;ddeutschen Zeitung und online der Kommentar: &bdquo;Assange helfen&ldquo; bzw. &bdquo;Helft Assange&ldquo;. Da freut man sich als Pressefreiheits-Enthusiast und Assange-Unterst&uuml;tzer nat&uuml;rlich. Beim Lesen des Textes von Heribert Prantl kommt dann aber doch recht schnell ein flaues Gef&uuml;hl auf, weil der Artikel doch einige Unsch&auml;rfen und Fragw&uuml;rdigkeiten zu enthalten scheint. Da <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/prantl-kolumne-assange-wikileaks-whistleblower-1.4760676?reduced=true\">der Text<\/a> hinter einer Bezahlschranke im Internet steht, werde ich im Folgenden einige S&auml;tze zitieren, einem Faktencheck unterziehen bzw. mit zus&auml;tzlichen Fakten anreichern und die Aff&auml;re aus meinem Blickwinkel beleuchten. Versuch einer Erl&auml;uterung von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1060\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-57885-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200123_Eine_Analyse_des_Assange_helfen_in_der_Sueddeutschen_Zeitung_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200123_Eine_Analyse_des_Assange_helfen_in_der_Sueddeutschen_Zeitung_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200123_Eine_Analyse_des_Assange_helfen_in_der_Sueddeutschen_Zeitung_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200123_Eine_Analyse_des_Assange_helfen_in_der_Sueddeutschen_Zeitung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=57885-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200123_Eine_Analyse_des_Assange_helfen_in_der_Sueddeutschen_Zeitung_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200123_Eine_Analyse_des_Assange_helfen_in_der_Sueddeutschen_Zeitung_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>&Uuml;ber dem eigentlichen Text von Heribert Prantl hei&szlig;t es eingangs:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der kranke Whistleblower im Hochsicherheitsgef&auml;ngnis ist ein M&auml;rtyrer der Aufdeckung. Auch wer ihn nicht mag, muss Mitleid mit ihm haben.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Julian Assange ist ein Publizist und kein <a href=\"https:\/\/www.whistleblower-net.de\/whistleblowing\/\">Whistleblower<\/a> wie Chelsea Manning oder Edward Snowden, die Missst&auml;nde in ihren eigenen Organisationen beobachten mussten und sich dann an die &Ouml;ffentlichkeit gewandt haben. Julian Assange hat die von Manning aufgedeckten Missst&auml;nde auf der von ihm mitgegr&uuml;ndeten Webseite <a href=\"https:\/\/www.wikileaks.org\/\">Wikileaks<\/a> publiziert.<\/p><p>Nicht nur ich bin der Meinung, dass er somit ein Publizist und Journalist ist, dessen Rede- und Pressefreiheit im 1. Zusatzartikel der US-Verfassung garantiert ist, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/1._Zusatzartikel_zur_Verfassung_der_Vereinigten_Staaten#Wortlaut\">so steht es dort<\/a> zumindest geschrieben. Whistleblower gelten vielen, nicht nur in den USA, als &bdquo;Nestbeschmutzer&ldquo; und genie&szlig;en bisher wenig bis gar keinen Schutz. Es ist f&uuml;r manchen altgedienten Journalisten nat&uuml;rlich nicht so leicht, Julian Assange als vollwertigen Kollegen anzuerkennen.<\/p><p>Auch geht es in diesem Fall nicht vordringlich um Mitleid, sondern schlicht und einfach um die Durchsetzung von Herrn Assanges Rechten. Darunter fallen z.B. ausreichender Kontakt zu seinen Anw&auml;lten, um sich auf das Auslieferungsverfahren vorzubereiten, Recht auf k&ouml;rperliche Unversehrtheit und somit Transfer in ein sicheres Krankenhaus, wie von zahlreichen &Auml;rzten weltweit gefordert.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Assange ist kein Dreyfus. Und trotzdem erinnert die US-Jagd auf ihn an diese alte, ber&uuml;hmte und ber&uuml;chtigte Aff&auml;re.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Hier hat Herr Prantl Recht.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Brief von Zola gab dann der Aff&auml;re die entscheidende Wendung und f&uuml;hrte zur Rehabilitierung von Dreyfus. Der Titel des Briefes von Zola &bdquo;J&lsquo;accuse&ldquo; (&bdquo;Ich klage an&ldquo;) wurde zur Bezeichnung f&uuml;r eine mutige Meinungs&auml;u&szlig;erung gegen Machtmissbrauch. Es ist Zeit f&uuml;r eine (sic) neuen, eindringlichen Appell, Zeit f&uuml;r ein neues J&lsquo;accuse. Daf&uuml;r braucht es heute gar nicht so viel Mut.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wenn dem so ist, frage ich mich, warum Herr Prantl nicht zur Feder greift, denn auch wenn er nicht so bekannt ist wie Zola seinerzeit, so k&ouml;nnte er doch mit einer entschiedenen Parteinahme Assange wirklich helfen.<\/p><p>Wir lesen, dass Assange bedr&auml;ngt und belauscht in der Botschaft sa&szlig;, und nun dem Tode nahe im Hochsicherheitsgef&auml;ngnis. Das sind eindeutige Zeilen, aber dann kommt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Er ist kein Dreyfus, er ist nicht besonders sympathisch, er ist ein Egomane, ein Narziss.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Erstens fragt man sich, woher Heribert Prantl dies mit der Sicherheit wei&szlig;, die man zum Abdruck in einer Zeitung eigentlich haben sollte. Wenn ich mir die doch lange Liste von Menschen wie Vaughan Smith, Kristinn Hrafnsson, John Pilger, Pamela Anderson, Angela Richter, Sre&#263;ko Horvat, M.I.A. usw. ansehe, die Julian Assange &uuml;ber einen langen Zeitraum die Stange gehalten haben, dann w&uuml;rde ich vermuten, dass er ganz so unsympathisch doch nicht sein kann. Warum m&uuml;ssen in einen Text, der mit &bdquo;Helft Assange&ldquo; &uuml;berschrieben ist, solche unbelegten Behauptungen eingeflochten werden?<\/p><p>Zugegeben, sogar die Richterin, die Assange <strong>Anfang Mai<\/strong> zu 50 Wochen Gef&auml;ngnis verurteilt hatte, trat dann noch nach und nannte ihn einen Narzissten, obwohl er in der Verhandlung gerade mal ein paar S&auml;tze gesagt hatte. Aber vielleicht r&uuml;hrte diese Bemerkung auch vom <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/media\/commentisfree\/2019\/apr\/20\/badly-behaved-houseguest-julian-assange\">Lesen<\/a> &bdquo;liberaler&ldquo; <a href=\"https:\/\/taz.de\/Wikileaks-und-Pressefreiheit\/!5648940\/\">Medien<\/a> her. Leider ist es nur zu menschlich, dass wir ungepr&uuml;ft Behauptungen im Kreise wiederholen, und diese dadurch immer st&auml;rker werden und irgendwann als wahr erscheinen. Da ist es gut, innezuhalten und zu pr&uuml;fen bzw. nach Quelle und Zweck von Aussagen zu suchen.<\/p><p>Im folgenden l&auml;ngeren Absatz beschreibt Heribert Prantl die Verdienste von Assange und Wikileaks und er beschreibt die Wichtigkeit der enth&uuml;llten Informationen. Da denkt man, Zola sei dabei, wieder aufzuerstehen, wenn das nicht auch schon wieder mit Bemerkungen wie &bdquo;&hellip; aber im &Uuml;berlegenheitsrausch nicht wenige Fehler gemacht hat&ldquo; relativiert w&uuml;rde. Nat&uuml;rlich will man keine Lobhudeleien, aber &bdquo;nicht wenige Fehler&ldquo; ist nicht unbedingt das Beiwerk f&uuml;r einen leidenschaftlichen Appell. Julian Assange sitzt bedr&auml;ngt und ohne richtiges Sprachrohr im Hochsicherheitstrakt. Wenn man sich wirklich f&uuml;r ihn einsetzen will, sollte man warten, bis er in Freiheit ist und &uuml;ber diese Fragen einen Dialog auf Augenh&ouml;he und mit den gleichen M&ouml;glichkeiten f&uuml;hren kann, obwohl es auch dann schwer sein kann, wenn kein Medium mit gro&szlig;er Reichweite alle Seiten zu Wort kommen l&auml;sst.<\/p><p>Nach der durchwachsenen Schilderung von Assanges Verdiensten geht es weiter mit:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Man wirft Assange aber auch nicht zu Unrecht vor, dass er Material ungepr&uuml;ft ver&ouml;ffentlicht hat, dass er Kollateralsch&auml;den in Kauf genommen hat &ndash; etwa die Enttarnung von Informanten, von kleinen afghanischen Bauern, die gegen Taliban ausgesagt hatten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Ich h&auml;tte hier von &bdquo;afghanischen Kleinbauern&ldquo; geschrieben, aber vielleicht w&auml;re es mir auch nicht aufgefallen. Julian Assange bestreitet unterdessen, dass er dies in Kauf genommen hat.<\/p><p>Am 20.4. 2015 schrieb Assange <a href=\"https:\/\/www.newsweek.com\/assange-how-guardian-milked-edward-snowdens-story-323480\">in Newsweek<\/a>: &bdquo;Harding&rsquo;s co-author on that book &ndash; the self-styled former senior Guardian editor David Leigh &ndash; is absent in <em>The Snowden Files<\/em>. This is good: In writing about his work with me on the WikiLeaks material, Leigh chose&mdash;over my explicit warnings&mdash;to print a confidential encryption password as a chapter heading, undoing eight months of our work (and of over a hundred other media organizations) and resulting in the dumping of hundreds of thousands of State Department cables onto the Internet without the selective redactions that had been carefully prepared for them.&ldquo; &bdquo;Hardings (Guardian-Reporter, Anm. MM) Co-Autor dieses Buches &ndash; der selbsternannte ehemalige Senior-Guardian-Herausgeber David Leigh &ndash; ist in The Snowden Files (Hardings Buch, Anm. MM) nicht zu finden. Das ist gut: Als er &uuml;ber seine Arbeit mit mir an dem WikiLeaks-Material schrieb, w&auml;hlte Leigh &ndash; &uuml;ber meine ausdr&uuml;cklichen Warnungen hinweg &ndash; ein vertrauliches Verschl&uuml;sselungspasswort als Kapitel&uuml;berschrift, was acht Monate unserer Arbeit (und von &uuml;ber hundert anderen Medienorganisationen) zunichtemachte und dazu f&uuml;hrte, dass Hunderttausende von Kabeln des Au&szlig;enministeriums ohne die selektiven Redigierungen, die sorgf&auml;ltig f&uuml;r sie vorbereitet worden waren, ins Internet geworfen wurden.&ldquo;<\/p><p>Hier stehen also zwei Ansichten gegeneinander, und die Formulierung &bdquo;nicht zu Unrecht&ldquo; zeigt nicht die Komplexit&auml;t dieses wichtigen Punktes auf. Denn die Inkaufnahme von eben diesen Kollateralsch&auml;den ist zentraler Punkt der US-Anklage und wird dort mehrfach wiederholt, allerdings ohne auch nur einen einzigen Fall zu nennen, wo auch ein Schaden eingetreten ist. So etwas ist nat&uuml;rlich auch schwer zu beweisen, aber bei Assange auf solchen vermuteten Kollateralsch&auml;den herumzureiten, w&auml;hrend das anklagende Land tagt&auml;glich get&ouml;tete Zivilisten in Kauf nimmt, wirkt zumindest absonderlich.<\/p><p>Ich will hier nicht irgendwelche Dinge gegeneinander aufwiegen, sondern nur daf&uuml;r werben, vorsichtig zu sein, bevor man mit vielleicht gut oder objektiv gemeinten Bemerkungen in das gleiche Horn st&ouml;&szlig;t wie die Ankl&auml;ger von Assange, vor allem, wenn man ihm &bdquo;helfen&ldquo; will. Zumindest sollte auch seine Sicht der Dinge Erw&auml;hnung finden.<\/p><p>&bdquo;Man hat Assange vorgeworfen, dass er sich von Russen im US-Wahlkampf gegen Hillary Clinton und f&uuml;r Donald Trump habe instrumentalisieren lassen.&ldquo;, steht in der SZ. &bdquo;Vorgeworfen&ldquo; anstatt &bdquo;bewiesen&ldquo;, &bdquo;Russen&ldquo; anstatt bestimmte Personen. Ist Herr Prantl der Meinung, dass die Tatsache, wie Bernie Sanders im US-Vorwahlkampf behindert und ausgetrickst wurde, nicht von Wikileaks an die &Ouml;ffentlichkeit h&auml;tte gebracht werden sollen? Kritik &uuml;ben ist gut, auch an Personen, die einem nahestehen oder denen man &bdquo;helfen&ldquo; will, aber die Kritik sollte auch fundiert sein.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Hinzu kommt ein schwerer Fehler, den Assange gemacht hat, als er sich den Ermittlungen der schwedischen Justiz wegen Vergewaltigung durch Flucht entzogen hat [&hellip;]&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Hier wird als Flucht bezeichnet, was vorher noch korrekt Asyl genannt wird. Julian Assange hat sich, nachdem die Vorw&uuml;rfe gegen ihn in Schweden erhoben und am n&auml;chsten Tag illegalerweise in den dortigen Boulevardzeitungen ver&ouml;ffentlicht wurden, noch einen Monat in Schweden aufgehalten, hat mit den dortigen Beh&ouml;rden kooperiert und um deren Erlaubnis gefragt, bevor er zur Pr&auml;sentation weiterer Wikileaks-Ver&ouml;ffentlichungen nach London reiste, wo ihn nach wenigen Tagen pl&ouml;tzlich ein Europ&auml;ischer Haftbefehl ereilte, ausgestellt von einem Staatsanwalt und nicht, wie laut Gesetz vorgesehen, von einem Richter.<\/p><p>Der UN-Sonderberichterstatter f&uuml;r Folter, der in der SZ auch noch Erw&auml;hnung findet, hat diese Vorg&auml;nge <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53173\">sehr gut beschrieben<\/a> und auf Telepolis ist <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Praezedenzfall-fuer-ein-repressives-Vorgehen-gegen-investigative-Journalisten-4643313.html\">ein fundiertes Interview<\/a> mit ihm erschienen, in dem auch ausf&uuml;hrlich auf die Fluchtvorw&uuml;rfe eingegangen wird.<\/p><p>Weiter hei&szlig;t es in der SZ:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Vergewaltigungsvorwurf klebt an ihm, obwohl die Ermittlungen mittlerweile eingestellt wurden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Erstens h&auml;tte es &bdquo;zum dritten Mal eingestellt&ldquo; hei&szlig;en k&ouml;nnen\/m&uuml;ssen, und zweitens kleben sie wegen genau solchen S&auml;tzen so gut, in denen die Vorw&uuml;rfe, die in 9 Jahren nie zur Anklage gekommen sind, uninformiert und gebetsm&uuml;hlenartig wiederholt werden. Wenigstens l&auml;sst Heribert Prantl im n&auml;chsten Satz die M&ouml;glichkeit aufkommen, dass diese Vorw&uuml;rfe &bdquo;inszeniert&ldquo; wurden. Er bezieht sich da auf &bdquo;Leute, die glauben&ldquo;.<\/p><p>Wenn man hier etwas genauer nachforscht, dann kann man mit einer Sicherheit, die weit &uuml;ber &bdquo;glauben&ldquo; liegt, sagen, dass Assanges Geschlechtsverkehr mit den beiden schwedischen Frauen von interessierter Seite zu seinem Nachteil ausgenutzt wurde. Hier ist &uuml;brigens <a href=\"https:\/\/justice4assange.com\/IMG\/html\/assange-statement-2016.html\">seine Darstellung<\/a> der Ereignisse, auf Englisch und sehr ausf&uuml;hrlich.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Selbst wer diesen Mann nicht mag, muss Mitleid haben. Und wer kein Mitleid hat, sollte Leidenschaft f&uuml;r die Menschenrechte haben.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wie schon oben geschrieben ist der erste Satz unn&ouml;tig bzw. sollte an zweiter Stelle kommen. Und auch im wichtigeren zweiten Satz k&ouml;nnte man den weitl&auml;ufigen Begriff &bdquo;Menschenrechte&ldquo; mit &bdquo;Assanges Rechten&ldquo; ersetzen.<\/p><p>Der Rest des Absatzes beschreibt sehr gut die Foltervorw&uuml;rfe, die Nils Melzer in dieser Sache erhebt, und den mangelnden Zugang zu Akten und Rechtsbeistand, und man freut sich, dass Zola doch noch seinen Kopf erhebt, doch dann kommt ein weiteres Schmankerl der Distanzierung.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Assange ist ein armes Schwein.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><blockquote><p>\n&bdquo;Und er ist ein M&auml;rtyrer. M&auml;rtyrer sind in ihrer Rigorosit&auml;t, oft auch in ihrer Besessenheit, nicht unbedingt sympathische Menschen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Es ist ja nett, Julian Assange als M&auml;rtyrer zu bezeichnen, obwohl das auch oft Tod und Kreuzigung beinhaltet, aber so eine Verallgemeinerung muss ja wohl nicht sein. Hat Heribert Prantl denn schon zahlreiche M&auml;rtyrer getroffen, um zu diesem Urteil zu gelangen?<\/p><p>Dann kommt, dass die Grund- und Menschenrechte auch insbesondere f&uuml;r M&auml;rtyrer gelten, und &bdquo;Der schwer kranke Julian Assange muss aus der Haft entlassen werden&ldquo;. Bravo, Herr Zola! Und &bdquo;Ohne die Zivilcourage derer, die Missst&auml;nde aufdecken, kann eine Gesellschaft nicht leben.&ldquo; Wiederum Bravo! &bdquo;Der Einsatz der EU f&uuml;r Assange ist ein Pr&uuml;fstein.&ldquo; Auch dem stimme ich von ganzem Herzen zu, doch sehe ich von Seiten der EU eher Ignoranz als Einsatz. Hier k&ouml;nnte Heribert &bdquo;Zola&ldquo; Prantl vielleicht seinen doch sicher nicht unerheblichen Einfluss geltend machen bzw. eindeutiger f&uuml;r Julian Assange und die Pressefreiheit eintreten, auch aus Eigeninteresse.<\/p><p>Schade, dass es in diesem Artikel noch nicht ganz hingehauen hat und die Ausbr&uuml;che der Leidenschaft mehrmals von Zur&uuml;ckrudern, Distanzierungen und Relativierungen unterbrochen werden, oder umgekehrt. Ich w&uuml;rde daf&uuml;r pl&auml;dieren, gemeinsam mit Herrn Prantl alles daran zu setzen, Julian Assange aus seiner prek&auml;ren Lage zu befreien, und dann, wenn er sich in Sicherheit befindet und er auch gescheit antworten kann, &uuml;ber sein Wirken zu diskutieren, und dann tr&auml;ten wohl auch seine Charaktereigenschaften zutage. Lassen wir uns &uuml;berraschen.<\/p><p>Wer selbst mithelfen will, dass Julian Assange freikommt, kann sich vielleicht bei einer der nachfolgenden Veranstaltungen engagieren oder anders aktiv werden:<\/p><p>Hier der Link zu <a href=\"https:\/\/www.candles4assange.de\/#events\">Candles4Assange Deutschland<\/a> mit Links zu Mahnwachen an <strong>vielen Orten Europas<\/strong>.<\/p><p><a href=\"https:\/\/hungryforpressfreedom.wordpress.com\/\">Pressefreiheits-Aktionsb&uuml;ro<\/a> in <strong>Br&uuml;ssel<\/strong>.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.no-to-nato.org\/2020\/01\/2020-01-25-worldwideno-war-on-iran\/\">Antikriegsdemo<\/a> am Samstag 25.1. <strong>an mehreren Orten<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am letzten Freitag erschien in der Printausgabe der S&uuml;ddeutschen Zeitung und online der Kommentar: &bdquo;Assange helfen&ldquo; bzw. &bdquo;Helft Assange&ldquo;. 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