{"id":5789,"date":"2010-06-02T09:09:12","date_gmt":"2010-06-02T07:09:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5789"},"modified":"2010-06-02T09:09:12","modified_gmt":"2010-06-02T07:09:12","slug":"hinweise-des-tages-1152","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5789","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute zu folgenden Themen: Berliner Kriegsdebatte; Isaf-Schutztruppe wird auf 122.000 Soldaten vergr&ouml;&szlig;ert; Schloss Bellevue: Immobilie des Monats; Deutschland Spitzenstandort; Arbeitsmarkt im Mai; Schlecker: Der Druck wirkt; Chancen der Gewerkschaften; Einzelhandelsumsatz gesunken; Investoren oder Zocker; die h&auml;ssliche Deutsche; Pauschale als Selbstzweck; Kinderstudie; &Uuml;bergangsregierung; S&uuml;dafrikas neue Ausbeuter; Raab verst&uuml;mmelt die ARD; Schramm zu K&ouml;hler-R&uuml;cktritt. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Die Berliner Kriegsdebatte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Isaf-Schutztruppe wird auf 122.000 Soldaten vergr&ouml;&szlig;ert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Schloss Bellevue: Immobilie des Monats<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Manager-Umfrage: Deutschland steigt zum weltweiten Spitzenstandort auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Arbeitsmarkt im Mai<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Schlecker: Der Druck wirkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Das unversch&auml;mteste Jobangebot des Monats<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Die gro&szlig;e Krise und die Chancen der Gewerkschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Einzelhandelsumsatz im April 2010 real um 3,1% gesunken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Berlin knickt bei Spekulation ein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Bewertet die Ratingagenturen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Heiner Flassbeck: Investoren oder Zocker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Merkels Krisenpolitik: Der h&auml;ssliche Deutsche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Pauschale als Selbstzweck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Also doch: Weniger Geld f&uuml;r Eltern und Bildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Hoffnungslos und ohne Selbstbewusstsein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Anstieg der Gewalttaten gegen Polizisten: Gewaltige Unterschiede<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Albrecht von Lucke: Die &Uuml;bergangsregierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Nochmals: BP: Deepwater Horizon<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">S&uuml;dafrikas neue Ausbeuter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Die Fake-TV-News-Industrie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Selbstverst&uuml;mmelung der ARD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Zu guter Letzt: Kabarettist Georg Schramm &uuml;ber den R&uuml;cktritt des Bundespr&auml;sidenten<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=5789&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die Berliner Kriegsdebatte<\/strong><br>\nNach dem Verlust seines R&uuml;ckhaltes in ma&szlig;geblichen Teilen des Berliner Establishments hat Bundespr&auml;sident Horst K&ouml;hler am gestrigen Montag seinen R&uuml;cktritt erkl&auml;rt. &ldquo;Kamerad K&ouml;hler: Bitte wegtreten!&rdquo; hatte eine der einflussreichsten deutschen Zeitungen bereits vor Tagen im Kommandoton getitelt. Der Pr&auml;sident habe bei seinem Afghanistan-Besuch &ldquo;dies und das&rdquo; &uuml;ber den Krieg am Hindukusch &ldquo;dahergefloskelt&rdquo;, kritisierte das Blatt K&ouml;hlers als mangelhaft empfundene Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Bundeswehr. W&auml;hrend es in Berlin offiziell hei&szlig;t, K&ouml;hlers entscheidender Fehler sei es gewesen, Wirtschaftsinteressen als Kriegsgrund zu nennen, findet sich ebendiese Aussage in zentralen handlungsleitenden Dokumenten der Bundesrepublik.<br>\nTats&auml;chlich ist die Berliner Kriegsdebatte schon l&auml;ngst fortgeschritten und nennt geostrategische Vorteile in der Rivalit&auml;t gegen&uuml;ber China ebenso als Motiv f&uuml;r Milit&auml;reins&auml;tze wie die St&auml;rkung staatlicher Kooperation innerhalb der EU. Die Berliner Publizistik k&uuml;ndigt neuen Imperialismus und eine Wiederkehr des Kolonialismus an, fragt, ob &ldquo;gescheiterte, verlorene oder schlichtweg lebensunf&auml;hige Staaten nicht mit einem Dasein als Protektorat besser bedient&rdquo; seien, und denkt ausdr&uuml;cklich &uuml;ber k&uuml;nftige &ldquo;Energiekriege&rdquo; nach. Das weltpolitische Ausgreifen Berlins geht in Teilen der Regierungsapparate mit einer deutlichen Verschiebung nach rechts einher. So hat sich der rangh&ouml;chste Milit&auml;rberater der Kanzlerin schon vor Jahren als ein Anh&auml;nger Carl Schmitts zu erkennen gegeben. Schmitt wird von Kritikern als geistiger Wegbereiter des Nationalsozialismus eingestuft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57822?PHPSESSID=bn3d5r0gmqg5k0gl5chmski936\">german-foreign-policy<\/a>\n<p><em>Zum Thema weitere Anmerkungen unserer Leser:<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung R.Z.:<\/strong> Was mich im Zusammenhang mit K&ouml;hlers &Auml;u&szlig;erungen und deren Kommentierung durch die Medien und Politiker von Anfang an irritiert hat, ist, dass so getan wird, als h&auml;tte er etwas unerh&ouml;rtes angesprochen. Das Gegenteil ist der Fall, und das wissen zumindest diejenigen G&uuml;ne und SPD-Politiker, die am heftigsten reagiert haben, und die Journalisten haben mal wieder bewiesen, wie begrenzt ihr Horizont ist. Denn K&ouml;hler hat nichts anderes gesagt als das, was sp&auml;testens seit &Auml;nderung der Nato-Doktrin um die Jahrtausendwende Praxis ist und Eingang in den EU-Vertrag gefunden hat: Milit&auml;rische Eins&auml;tze der Nato und deren europ&auml;ische Streitkr&auml;fte zur Sicherung der ben&ouml;tigten Ressourcen weltweit und nat&uuml;rlich ohne UNO-Mandat. <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/download\/nato.pdf\">Siehe zur Erinnerung [PDF &ndash; 356 KB].<\/a><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Und unser Leser T.F. macht uns auf Folgendes aufmerksam:<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Auszug aus den <a href=\"http:\/\/www.asfrab.de\/vpr-1992-verteidigungspolitische-richtlinien-1992.html\">Verteidigungspolitischen Richtlinien der BRD von 1992<\/a>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;8. (&hellip;) Dabei l&auml;sst sich die deutsche Politik von vitalen Sicherheitsinteressen leiten: (&hellip;)<br>\n(3) B&uuml;ndnisbindung an die Nuklear- und Seem&auml;chte in der Nordatlantischen Allianz, da sich Deutschland als Nichtnuklearmacht und kontinentale Mittelmacht mit weltweiten Interessen nicht allein behaupten kann (..)<br>\n(8) Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu M&auml;rkten und Rohstoffen in aller Welt im Rahmen einer gerechten Weltwirtschaftsordnung (&hellip;)<br>\n(10) Einflussnahme auf die internationalen Institutionen und Prozesse im Sinne unserer Interessen und gegr&uuml;ndet auf unsere Wirtschaftskraft, unseren milit&auml;rischen Beitrag und vor allem unsere Glaubw&uuml;rdigkeit als stabile, handlungsf&auml;hige Demokratie. (&hellip;)&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Isaf-Schutztruppe wird auf 122.000 Soldaten vergr&ouml;&szlig;ert<\/strong><br>\nDer Umfang der internationalen Schutztruppe in Afghanistan (Isaf) soll im Verlauf des Jahres 2010 von derzeit 103.000 auf 122.000 Soldaten vergr&ouml;&szlig;ert werden. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17\/1729) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17\/1377) mit. F&uuml;r den Isaf-Einsatz seien im Budget der Nato f&uuml;r das laufende Jahr 346,1 Millionen Euro eingeplant. &Uuml;ber die dar&uuml;ber hinaus von den Truppenstellernationen veranschlagten nationalen Ausgaben liegen der Regierung laut eigener Auskunft keine Angaben vor.<br>\nNach Angaben der Bundesregierung hat sich die Zahl bewaffneter Angriffe &rdquo;regierungsfeindlicher Kr&auml;fte&ldquo; in Afghanistan in den vergangenen Jahren kontinuierlich erh&ouml;ht. Ihre Zahl sei von 560 im Jahr 2006, &uuml;ber 3.641 im Jahr 2007, 5.346 im Jahr 2008 auf 10.333 im Jahr 2009 gestiegen. Bis einschlie&szlig;lich M&auml;rz seien im Jahr 2010 2.756 Angriffe gez&auml;hlt worden. Die Regierung sch&auml;tzt die St&auml;rke der &rdquo;regierungsfeindlichen Kr&auml;fte&ldquo; in Afghanistan auf 20.000 bis 30.000 bewaffnete K&auml;mpfer. Eine genaue Bestimmung ihrer Zahl sei jedoch nicht m&ouml;glich. Der Personenkreis, der dem militanten Widerstand nahe steht, rekrutiere sich zum gr&ouml;&szlig;ten Teil aus der paschtunischen Bev&ouml;lkerung Afghanistans und umfasse wahrscheinlich mehrere 100.000 Menschen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_06\/2010_174\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Schloss Bellevue: Immobilie des Monats<\/strong><br>\nDer neue Bundespr&auml;sident soll am 30. Juni in Berlin gew&auml;hlt werden. Union und FDP wollen einen aktiven Politiker als Nachfolger von Horst K&ouml;hler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/immobilie-des-monats\/1849916.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist von Schwarz\/Gelb ziemlich dreist, die Auffassung einiger Journalisten zu &uuml;bernehmen, dass Horst K&ouml;hler daran gescheitert sei, dass er als B&uuml;rokrat das Hauen und Stechen im Politbetrieb nicht wirklich kenne, um einen parteipolitisch aktiven, also noch festgelegteren Bundespr&auml;sidenten zu pr&auml;sentieren. Horst K&ouml;hler war &uuml;ber Jahrzehnte sehr wohl mit dem politischen Betrieb vertraut und wusste genau, dass jede unbedachte Aussage auch instrumentalisiert werden w&uuml;rde gegen diejenigen die ihn installiert hatten. Dass diese ihn auch nicht nur im Ansatz verteidigten, d&uuml;rfte weit mehr zu seinem R&uuml;cktritt gef&uuml;hrt haben, als der angeblich mangelnde Respekt vor dem Amt. Diese Begr&uuml;ndung war &auml;u&szlig;erst peinlich und wirft noch ein letztes Mal ein schlechtes Licht auf seine Berater, Redenschreiber usw. Die Rede von der Kanonenbootpolitik h&auml;tte die Union Herrn Trittin ganz locker um die Ohren schlagen k&ouml;nne, denn schlie&szlig;lich waren die Gr&uuml;nen die gr&ouml;&szlig;ten Umfaller in der Frage einer Erweiterung der Bundeswehreins&auml;tze im Ausland.<br>\nWenn Schwarz\/Gelb jetzt einen Bundespr&auml;sidenten installieren m&ouml;chte, der noch eindeutiger einem bestimmten politischen Lager zuzuordnen ist, dann nur zu. Leichter kann Frau Merkel ihre mangelnde Sensibilit&auml;t in Sachen Demokratie nicht offenbaren. &ndash; Schade ist nur, dass durch die nun folgende Castingshow und anschlie&szlig;ende Kampagne wirklich dringliche Fragen wie der gro&szlig;e Sparhaushalt in den Hintergrund gedr&uuml;ckt werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Manager-Umfrage: Deutschland steigt zum weltweiten Spitzenstandort auf<\/strong><br>\nBestnoten f&uuml;r Deutschland aus dem Ausland: Im weltweiten Standortranking belegt die Bundesrepublik einen Platz unter den besten f&uuml;nf Nationen, in Europa die Top-Position. Manager sch&auml;tzen der Beratungsfirma Ernst &amp; Young zufolge besonders die Infrastruktur im Land&hellip;<br>\nBesonders gute Noten erh&auml;lt Deutschland vor allem f&uuml;r die Infrastruktur (Telekommunikation und Transport &amp; Logistik). Auch die Lebensqualit&auml;t und die Qualifikation der Arbeitnehmer werden von den befragten Managern sehr positiv gesehen. Relativ schlecht bewertet wird der Standort Deutschland insbesondere in Bezug auf die Unternehmenssteuerbelastung und die Arbeitskosten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,697993,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers J.A.:<\/strong> Klar: wir wollen eine gute Infrastruktur, gut ausgebildete Arbeitnehmer und Rechtssicherheit, um unsere Profite zu sichern &ndash; aber bitte zum Nulltarif.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Arbeitsmarkt im Mai<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Weniger Jobsuchende: Arbeit wird auf mehr K&ouml;pfe verteilt<\/strong><br>\nDie Zahl der Arbeitslosen ist in Deutschland gesunken. Dies gilt auch dann, wenn man statistische Mogeleien ber&uuml;cksichtigt. (&hellip;) Im Mai waren 3,2 Millionen Menschen als arbeitslos registriert, berichtet die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA). Weniger Jobsuchende gab es in einem Mai zuletzt 1992.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2708875_Weniger-Jobsuchende-Arbeit-wird-auf-mehr-Koepfe-verteilt.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Eva Roths Meinung, die Arbeitslosigkeit sei in Deutschland trotz statistischer Mogeleien gesunken, steht auf sehr t&ouml;nernen F&uuml;&szlig;en, insbesondere, wenn man erg&auml;nzend die drastisch gesunkene Qualit&auml;t der Arbeitspl&auml;tze in Rechnung stellt. So ist beim Vergleich zu den Arbeitslosendaten des Jahres 1992 z.B. zu ber&uuml;cksichtigen, dass:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>eine gro&szlig;e Zahl von Vollzeitstellen in zumeist schlecht bezahlte Teilzeitstellen sowie in Mini- und Midijobs umgewandelt wurde, wodurch die Arbeitslosenstatistik in einem ganz erheblichen Ma&szlig;e aufgeh&uuml;bscht wird;<\/em><\/li>\n<li><em>die 1-Euro-&ldquo;Jobs&rdquo;, welche im Jahre 2005 eingef&uuml;hrt wurden, ebenfalls zu einem statistischen R&uuml;ckgang der Arbeitslosigkeit beitragen;<\/em><\/li>\n<li><em>zwischenzeitlich zahlreiche statistische &ldquo;Bereinigungen&rdquo; durchgef&uuml;hrt wurden (so wird beispielsweise ein Gro&szlig;teil der &uuml;ber 58-j&auml;hrigen Arbeitslosen nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik ausgewiesen).<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Selbst ein nur ansatzweise seri&ouml;ser Vergleich der offiziellen Arbeitslosenzahlen des Jahres 1992 mit jenen des Jahres 2010 ist nicht m&ouml;glich.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit speziellem Blick auf die Entwicklung zum Vorjahr nennt Eva Roth folgende sch&ouml;nf&auml;rberischen Statistikeffekte:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Seit einigen Jahren sinkt die Zahl der Erwerbsf&auml;higen. Allein in diesem Jahr d&uuml;rfte das Arbeitskr&auml;fteangebot wegen der Alterung unserer Gesellschaft um rund 100.000 Menschen zur&uuml;ckgehen, sch&auml;tzt das IAB-Forschungsinstitut der Arbeitsagentur. Diese Reduktion der Arbeitslosenzahlen tritt ein, ohne dass Politik oder Wirtschaft auch nur einen einzigen Finger r&uuml;hren m&uuml;ssen.<\/em><\/li>\n<li><em>Wie sich statistische Besch&ouml;nigungen auswirken, zeigt der Jahresvergleich: Offiziell ist die Zahl der Arbeitslosen seit Mai 2009 um 217.000 gesunken. Ein Gro&szlig;teil dieses R&uuml;ckgangs existiert nur auf dem Papier. So tauchen Jobsuchende, f&uuml;r deren Vermittlung Privatfirmen zust&auml;ndig sind, seit einiger Zeit in der offiziellen Statistik nicht mehr auf. Rechnet man sie hinzu, ist die Arbeitslosenzahl laut BA nur um 90000 gesunken.<\/em><\/li>\n<li><em>Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai ist die Langzeitarbeitslosigkeit angestiegen.<\/em><\/li>\n<li><em>Immer mehr Menschen haben einen Teilzeit-Job: Die Zahl ist im Jahresvergleich um 190.000 gestiegen &ndash; dabei sind die umstrittenen Minijobs nicht ber&uuml;cksichtigt. Vollzeitstellen wurden dagegen abgebaut. Unterm Strich hatten mehr Menschen einen regul&auml;ren Job, die Arbeit wird auf mehr K&ouml;pfe verteilt. In der Industrie verschwinden Vollzeitjobs, im Dienstleistungssektor entstehen Teilzeitstellen. So sind im verarbeitenden Gewerbe binnen Jahresfrist 222.000 Arbeitspl&auml;tze weggefallen. Das Lohn- und Gehaltsniveau im Dienstleistungsgewerbe liegt in den allermeisten F&auml;llen unter jenem in der Industrie. Die Leiharbeitsbranche w&auml;chst schon wieder rasant: Hier verbuchen die Statistiker ein Plus von 81.000 Stellen &ndash; das sind fast 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch hier liegt das Lohn- und Gehaltsniveau deutlich unter dem Niveau der Stammbelegschaften. K&uuml;rzlich &auml;u&szlig;erte der DGB die Besorgnis, in den kommenden Jahren w&uuml;rden Arbeitspl&auml;tze der Stammbelegschaften abgebaut und in Leiharbeitspl&auml;tze umgewandelt werden. Die Bef&uuml;rchtung: Die Zahl der Leiharbeitspl&auml;tze k&ouml;nne hierdurch auf ca. 2,2 Millionen ansteigen. Zum Vergleich: Zum Jahresende 2007 (dem Jahr vor Ausbruch der Wirtschaftskrise) waren 721 Tausend Arbeitnehmer in der Leiharbeitsbranche t&auml;tig.<\/em><\/li>\n<li><em>Im Monat M&auml;rz 2010 (aktuellere Daten liegen nicht vor) befanden sich 830.000 Personen in Kurzarbeit. Diese Besonderheit des deutschen Arbeitsmarktes ist beim internationalen Vergleich von Arbeitslosendaten zu ber&uuml;cksichtigen. Denn hierbei handelt es sich zum Teil um &ldquo;versteckte&rdquo; Arbeitslosigkeit, die in den offiziellen deutschen Arbeitslosendaten nicht ausgewiesen wird.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Das Fazit:<\/strong> Die in zahlreichen Medien angefachte Jubelstimmung (&ldquo;Jobwunder&rdquo; etc.) ist sowohl hinsichtlich eines l&auml;ngerfristigen Vergleiches der Arbeitslosendaten als auch im Vergleich zum Vorjahr mit erheblicher Skepsis zu begegnen, zumal das angebliche &ldquo;Besch&auml;ftigungswunder&rdquo; nicht selten als Rechtfertigung f&uuml;r den angeblichen &ldquo;Erfolg&rdquo; der &ldquo;Agenda 2010&rdquo;-Politik (speziell Hartz IV) herhalten muss. Zahlreiche statistische Sch&ouml;nf&auml;rbereien, die Umwandlung von Vollzeit- in Teilzeitstellen sowie die deutliche Verschlechterung der Qualit&auml;t der Arbeitspl&auml;tze und die damit einhergehende schlechte Entwicklung der realen Arbeitnehmereinkommen machen deutlich, dass sich die Perspektiven f&uuml;r zahlreiche Besch&auml;ftigte seit vielen Jahren negativ entwickeln. So weist Deutschland europaweit mittlerweile den prozentual h&ouml;chsten Anteil der im Niedriglohnsektor besch&auml;ftigten Arbeitnehmer aus.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Arbeitsmarkt im Mai 2010<\/strong>\n<ul>\n<li>5,918 Millionen &ldquo;Arbeitslosengeld-Empf&auml;nger\/innen&rdquo; (SGB III und SGB II)<\/li>\n<li>3,242 Millionen registrierte Arbeitslose &ndash; 217.000 (6,3%) weniger als im Mai 2009<\/li>\n<li>217.000 weniger Arbeitslose, aber nur 6.000 weniger &bdquo;Arbeitslosengeld-Empf&auml;nger\/innen&ldquo;<\/li>\n<li>68,0% der Arbeitslosen sind im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) registriert (Mai 2009: 65,4%)<\/li>\n<li>Im Mai 2010 wurden von der Statistik der BA insgesamt 3,242 Millionen Arbeitslose registriert,<\/li>\n<li>217.000 bzw. 6,3% weniger als im Mai 2009. Von diesen 3,242 Millionen Arbeitslosen waren 1,038 Millionen (32,0%) im Rechtskreis SGB III und 2,203 Millionen (68,0%) im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) registriert.<\/li>\n<li>Als Arbeitsuchende waren im Mai 2010 insgesamt 5,834 Millionen Frauen und M&auml;nner registriert, 129.000 (2,2%) weniger als im Mai 2009.<br>\nDie von der Statistik der BA ermittelte &bdquo;Unterbesch&auml;ftigung ohne Kurzarbeit&ldquo; betrug im Mai 2010 4,424 Millionen, 87.000 (1,9%) weniger als im Mai 2009.<\/li>\n<li>Nach vorl&auml;ufigen, hochgerechneten Daten hatten 0,988 Millionen (arbeitslose und nicht arbeitslose) Frauen und M&auml;nner Anspruch auf das beitragsfinanzierte Arbeitslosengeld (SGB III) und 5,038 Millionen Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Bereinigt um die Zahl der etwa 108.000 sog.<\/li>\n<li>Aufstocker (gleichzeitiger Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im Mai 2010 etwa 5,918 Millionen erwerbsf&auml;hige Frauen und M&auml;nner Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) bzw. Arbeitslosengeld II, &bdquo;6.000 weniger als vor einem Jahr&ldquo; (BA-Monatsbericht, S. 19).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"upload\/pdf\/100602_Arbeitsmarkt_Mai_2010.pdf\">Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe e.V. (BIAJ) [PDF &ndash; 561 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung von Paul M. Schr&ouml;der vom Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ):<\/strong> Ein wesentlicher Grund f&uuml;r die Widerspr&uuml;che (weniger\/mehr) zur Statistik der Bundesagentur: Die ge&auml;nderte Z&auml;hlweise der Arbeitslosen nach &ldquo;Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitschen Instrumente&rdquo; zum 1. Januar 2009.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe auch:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Tats&auml;chliche Arbeitslosigkeit im Mai 2010: 4.451.136 Arbeitslose &ndash; Zeit zu handeln statt zu tricksen<\/strong>\n<ul>\n<li>Tats&auml;chliche Arbeitslosigkeit im Mai 2010: 4.451.136<\/li>\n<li>Offizielle Arbeitslosigkeit: 3.241.529<\/li>\n<li>Nicht gez&auml;hlte Arbeitslose: 1.209.607<\/li>\n<li>&Auml;lter als 58, beziehen Arbeitslosengeld II circa 350.000<\/li>\n<li>&Auml;lter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I (&sect; 428 SGB III) 1.192<\/li>\n<li>Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten) 303.697<\/li>\n<li>Berufliche Weiterbildung 214.548<\/li>\n<li>Eignungsfeststellungs- u. Trainingsma&szlig;nahmen (z.B. Bewerbungstraining) 1.565<\/li>\n<li>Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. Vermittlung durch Dritte) 252.649<\/li>\n<li>Besch&auml;ftigungszuschuss (f&uuml;r schwer vermittelbare Arbeitslose) 38.827<\/li>\n<li>Arbeitsbeschaffungsma&szlig;nahmen 3.227<\/li>\n<li>Kranke Arbeitslose (&sect;126 SGB III) 43.902<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"upload\/pdf\/100602_Tatsaechliche_Arbeitslosigkeit_Mai_2010.pdf\">Die Linke [PDF &ndash; 82 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der Druck wirkt<\/strong><br>\nSchlecker ist mit seiner Lohndumping-Strategie gescheitert. Die Erfahrung lehrt: Es lohnt sich, &ouml;ffentlich Druck zu machen, wenn ein Unternehmen besonders unverantwortlich mit seinen Mitarbeitern umspringt. Der Fall Schlecker hat Signalwirkung: Andere Firmen wissen nun, wo die soziale Schmerzgrenze der bundesdeutschen &Ouml;ffentlichkeit ist. Damit ist allerdings keineswegs alles gut im Einzelhandel. Gerade in dieser Branche gibt es extrem viele Minijobs, fast ein Drittel der Besch&auml;ftigten sind 400-Euro-Jobber. Diese Menschen werden meist sehr schlecht bezahlt. Neun von zehn Minijobbern sind Niedrigl&ouml;hner, berichtet die Arbeitsmarkt-Expertin Dorothea Voss-Dahm.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2708583&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirtop\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Das unversch&auml;mteste Jobangebot des Monats<\/strong><br>\nEine Ausschreibung als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer\/in der Diakonie Sozialstation Brackenheim &ndash; auf 400 Euro-Basis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jobboerse.arbeitsagentur.de\/vamJB\/stellenangeboteFinden.html;jsessionid=y1jnMFYVvMJBdv2ZjLrk1s4g0nWyl8V419CyXsP1ZgWmhyzXlylx!-1007107630?&amp;benc=%2BCXXtlKs2iNJKXw9XoE7Ejtdh7EmMLVMS6s7v1p5x627Ob2VjwU%2Fww%3D%3D&amp;benc=KitNRDdwCYDJ0xgk7nvF5FAR5Ri6dB74VC3J8XB8egLMFY08A5CPZoX%2FthEHusMJJJ3T%2BdTVA%2FQ%3D&amp;benc=bQtoP%2FRCGyj98sdBeFFuqK5jp3TZn%2BMRCve4YcLpuNgj1J0R1DX1PA%3D%3D\">Bundesagentur f&uuml;r Arbeit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die gro&szlig;e Krise und die Chancen der Gewerkschaften<\/strong><br>\nEin Beitrag zur Strategiedebatte<br>\nWollen die Gewerkschaften als handlungsf&auml;hige Akteure mit gesellschaftspolitischem Anspruch &uuml;berleben, so m&uuml;ssen neben der Neuformulierung des sozial- und gesellschaftspolitischen Mandats und dem Kampf um Gute Arbeit auch unter Krisenbedingungen weitere Projekte hinzukommen. Erneuerung gewerkschaftlicher Organisationsmacht, &Ouml;kologisierung und Erhalt industrieller Wertsch&ouml;pfung sowie die Transformation des exportgetriebenen Entwicklungsmodells sind weitere Projekte von hoher Dringlichkeit und hohem strategischem Potenzial. Bei alle dem wirken die Verteilungs- und Macht- Strukturen des Finanzmarkt-Kapitalismus als Innovationsblockaden.<br>\nGleichwohl muss die krisenbedingte De-Legitimierung dieses Finanzregimes als Chance genutzt werden, mittels einer Demokratisierung wirtschaftlicher Entscheidungsprozesse Widerst&auml;nde der Wirtschafts- und Finanzeliten zu &uuml;berwinden.<br>\nHier k&ouml;nnten von der Idee einer neuen &ouml;ko-sozialen Wirtschaftsdemokratie innovative Impulse (nicht nur) f&uuml;r die gewerkschaftliche Strategiedebatte ausgehen. Wirtschaftsdemokratie muss heute zweifelsohne als eine Mehrebenen-Konzeption formuliert werden. Ihren Ausgangspunkt k&ouml;nnte das Konzept der &raquo;demokratischen Arbeit&laquo; darstellen, das Elemente der direkten Partizipation am Arbeitsplatz mit Konzepten &raquo;Guter Arbeit(sgestaltung)&laquo; verbindet. Dar&uuml;ber hinaus m&uuml;ssen die Unternehmensebene sowie die Arenen der nationalen und europ&auml;ischen Wirtschaftspolitik als R&auml;ume einer Demokratisierung des Wirtschaftlichen in eine integrierte Gesamtkonzeption einbezogen werden.<br>\nEs geht um nicht weniger als ein neues wirtschaftspolitisches Regime, in dem Gesellschaft und Politik st&auml;rker in wirtschaftliche Prozesse und Strukturen eingreifen, als dies in traditionellen sozialreformerischen Strategien angedacht wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/dwnls\/Sozialismus_06_2010_Ehlscheid_Pickshaus_Urban.pdf\">Christoph Ehlscheid\/Klaus Pickshaus\/Hans-J&uuml;rgen Urban, in: Sozialismus 06\/2010 [PDF &ndash; 565 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Einzelhandelsumsatz im April 2010 real um 3,1% gesunken<\/strong><br>\nNach vorl&auml;ufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag der Umsatz im Einzelhandel in Deutschland im April 2010 nominal 1,8% und real 3,1% niedriger als im April 2009. Beide Monate hatten jeweils 24 Verkaufstage. 2010 fiel das Osterfest jedoch auf den Monatsanfang, so dass ein gro&szlig;er Teil der Ostereink&auml;ufe schon im M&auml;rz get&auml;tigt wurde. Bereinigt um diese Saison- und Kalendereffekte stieg der Umsatz im April 2010 im Vergleich zum M&auml;rz 2010 nominal um 1,5% und real um 1,0%. (&hellip;) In den ersten vier Monaten des Jahres 2010 setzte der deutsche Einzelhandel nominal 0,2% und real 1,1% weniger um als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2010\/06\/PD10__192__45212,templateId=renderPrint.psml\">Destatis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Der vom Statistischen Bundesamt gemeldete Einzelhandelsumsatz beinhaltet nicht den KFZ-Umsatz der Autoh&auml;user. Der aus der Abwrackpr&auml;mie resultierende verst&auml;rkte PKW-Absatz hatte sich im vergangenen Jahr h&ouml;chstwahrscheinlich d&auml;mpfend auf den Einzelhandelsumsatz (ohne KFZ) ausgewirkt. Vor diesem Hintergrund d&uuml;rfte der im Zeitraum Januar bis April 2010 im Vorjahresvergleich zu verzeichnende reale R&uuml;ckgang des Einzelhandelsumsatzes um 1,1% die tats&auml;chliche Lage eher zu optimistisch darstellen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Berlin knickt bei Spekulation ein<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat ihr Gesetz zur Eind&auml;mmung von Spekulationen am Finanzmarkt kurz vor dem Kabinettsbeschluss entsch&auml;rft. In der Reuters am Dienstag vorliegenden Kabinettsfassung wird das Bundesfinanzministerium nur noch erm&auml;chtigt, per Rechtsverordnung W&auml;hrungsderivate auf den Euro zu verbieten, die nicht der Absicherung von W&auml;hrungsrisiken dienen. In einem vorherigen Entwurf sollten diese Gesch&auml;fte durch das Gesetz verboten werden. In einer Expertenanh&ouml;rung hatte es daran breite Kritik gegeben. Mit der Kabinettsfassung ist ein Verbot der umstrittenen Devisen-Derivate also nicht mehr zwingend. Das Ministerium kann es aber erlassen, &ldquo;um erhebliche Nachteile f&uuml;r die Stabilit&auml;t der Finanzm&auml;rkte oder das Vertrauen in die Funktionsf&auml;higkeit der Finanzm&auml;rkte zu beseitigen oder zu verhindern&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=2708742&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Bewertet die Ratingagenturen<\/strong><br>\nEs gibt keine andere M&ouml;glichkeit, als den Ratingagenturen Anreize zu bieten, eine m&ouml;glichst genaue Bewertung abzugeben. Bewerkstelligen k&ouml;nnte man dies, indem man den Gewinn der Agentur nicht von der Zufriedenheit des Emittenten abh&auml;ngig macht, der diese Agentur w&auml;hlt, sondern davon, wie gut diese Bewertung den Investoren dient. Wenn der Gewinn einer Agentur von ihrer Leistung abh&auml;ngt &ndash; n&auml;mlich von der Genauigkeit der Bewertung &ndash; w&uuml;rde das Profitmotiv nicht mehr in perversen, sondern durchaus gedeihlichen Anreizen bestehen. Der US-Senat stimmte in diesem Monat f&uuml;r die Einbeziehung eines derartigen Mechanismus in den Gesetzesentwurf zur Finanzreform, der nun noch mit der Vorlage des Repr&auml;sentantenhauses abgestimmt werden muss. Der Ansatz des Senats sieht vor, dass die Regulierungsbeh&ouml;rden Bestimmungen erarbeiten, wonach ein unabh&auml;ngiger Regulierungsrat die Ratingagenturen ausw&auml;hlen w&uuml;rde. Diesem Rat w&auml;re es m&ouml;glich, seine Entscheidungen auf Grundlage der Leistungen der Agentur in der Vergangenheit zu treffen.<br>\nEin derartiger Mechanismus d&uuml;rfte nicht auf die Bewertung strukturierter Finanzprodukte beschr&auml;nkt sein (wie es leider in der Vorlage des Senats der Fall ist). Vielmehr sollte er f&uuml;r alle von Ratingagenturen bewertete Produkte gelten. Denn alle Bewertungen von Finanzprodukten f&uuml;hren zu den gleichen Anreizproblemen und k&ouml;nnten von einer Reform profitieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/bebchuk12\/German\">Project Synidicate<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Offensichtlich macht man sich jenseits des Atlantiks nachhaltigere Gedanken &uuml;ber das Wirken der Ratingagenturen. Hierzulande ersch&ouml;pft man sich in Rhetorik.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Heiner Flassbeck: Investoren oder Zocker<\/strong><br>\nNoch immer sind die Politiker nicht bereit, zur Kenntnis zu nehmen, dass an den Finanzm&auml;rkten, die von Herden solcher Manager oder Banker bev&ouml;lkert werden, nichts passiert, was dem Tun eines richtigen Unternehmers &auml;hnlich w&auml;re. Finanzm&auml;rkte, wie ich an dieser Stelle schon oft gesagt habe, produzieren n&auml;mlich nichts, sie investieren auch nicht wirklich, sondern sie leben einzig und allein davon, dass sie auf einen fahrenden Zug aufspringen, und versuchen, rechtzeitig wieder abzuspringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck.de\/pdf\/2010\/april%202010\/Investoren%20oder%20Zocker.pdf\">WuM [PDF &ndash; 25 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Merkels Krisenpolitik: Der h&auml;ssliche Deutsche<\/strong><br>\nSeit dem Sieg der 19-j&auml;hrigen S&auml;ngerin Lena in Oslo halten sich die Deutschen f&uuml;r beliebt in Europa. Das internationale Bild aber pr&auml;gt Kanzlerin Angela Merkel. Ihre Krisenpolitik hat das Image der Nation ramponiert.<br>\nDie Welle ist von Kontinentaleuropa &uuml;ber den Rest der Welt geschwappt. Nun machen auch angels&auml;chsische Bl&auml;tter Angela Merkel und ihre Regierung daf&uuml;r verantwortlich, dass die EU in der Krise oft kein &uuml;berzeugendes Bild abgegeben hat. Die &ldquo;New York Times&rdquo; beklagte in einem Leitartikel vergangene Woche, Merkel habe sich wochenlang allen Forderungen aus Europa und der ganzen Welt verweigert, ihre F&uuml;hrungsrolle wahrzunehmen. &ldquo;Im schlimmstm&ouml;glichen Moment wendet sich Deutschland nationalistischen Illusionen zu.&rdquo; Der Historiker Harold James schrieb: &ldquo;Frau Merkels zunehmend verzweifelten politischen Initiativen scheinen eine der Hauptursachen der internationalen Instabilit&auml;t zu sein.&rdquo;<br>\nIm britischen &ldquo;Guardian&rdquo; beklagte Kolumnist David Inman: &ldquo;Die Deutschen geraten au&szlig;er Kontrolle.&rdquo; Merkel klinge &ldquo;furchtbar nach Margaret Thatcher&rdquo;, schrieb FT-Kolumnist Philip Stephens. Thatcher hatte einst mit dem Ruf &ldquo;I want my money back&rdquo; nicht nur einen Beitragsrabatt erstritten, sondern auch gleich eine Sonderstellung in der EU. Ein solches Verhalten Deutschlands w&uuml;rde die Union aber nicht &uuml;berleben, meinte Stevens.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:merkels-krisenpolitik-der-haessliche-deutsche\/50121234.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Pauschale als Selbstzweck<\/strong><br>\nDas neue Konzept von Gesundheitsminister R&ouml;sler ist nicht nur kompliziert, es ist ungerecht und nicht zukunftstauglich. Damit das Ganze jedoch sinnvoll ist, m&uuml;ssen Steuermittel in Milliardenh&ouml;he zur Verf&uuml;gung stehen. Dass ist jedoch nicht der Fall. Und da sich die FDP weigert, die Steuern anzuheben, h&auml;tte R&ouml;sler schon l&auml;ngst die Rei&szlig;leine ziehen und das Projekt beerdigen m&uuml;ssen. Stattdessen hat er auf Teufel komm raus versucht, die Pauschale irgendwie zu retten, schlie&szlig;lich hat er schon einmal in einem Interview seine politische Zukunft mit ihr verkn&uuml;pft.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/2708739_Kommentar-Pauschale-als-Selbstzweck.html\">FR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/2708856_Roesler-Vorschlag-30-Euro-Kopfpauschale.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Also doch: Weniger Geld f&uuml;r Eltern und Bildung<\/strong><br>\nAngesichts des enormen Spardrucks r&uuml;ckt die Bundesregierung zunehmend von zentralen Beschl&uuml;ssen ab. So k&uuml;ndigte Familienministerin Kristina Schr&ouml;der (CDU) am Dienstag an, sie werde beim Elterngeld sparen. Diese Familienleistung war erst vor drei Jahren eingef&uuml;hrt worden. Des Weiteren zeigt sich die Regierung entgegen fr&uuml;heren Beteuerungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Zugest&auml;ndnissen bei den Bildungsinvestitionen in den kommenden Jahren bereit. Das gemeinsame Ziel von Bund, L&auml;ndern und Wirtschaft, die Bildungsausgaben auf insgesamt zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu steigern, werde zwar nicht aufgegeben, hie&szlig; es in Regierungskreisen. Vorstellbar sei aber, die f&uuml;r das Jahr 2015 gesteckte Zielmarke zeitlich um mehrere Jahre nach hinten zu schieben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/also-doch-weniger-geld-fuer-eltern-und-bildung\/1849920.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Hoffnungslos und ohne Selbstbewusstsein<\/strong><br>\nDie gro&szlig;e Mehrheit der Kinder in Deutschland ist mit ihren Lebensverh&auml;ltnissen zufrieden, jedoch ger&auml;t der Nachwuchs aus &auml;rmeren Familien immer st&auml;rkerer ins Hintertreffen. Zu diesem Ergebnis kam die World-Vision-Kinderstudie 2010, bei der in Zusammenarbeit mit Sozialforschern zum zweiten Mal 2500 Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren befragt wurden. Den Leiter der Studie, der Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann, erschreckt vor allem die wachsende Zahl von rund 20 Prozent der Kinder, die sich bereits in fr&uuml;hem Alter massiv benachteiligt f&uuml;hlen. Diese Kinder blicken negativ in ihre Zukunft und trauen sich keine erfolgreiche Schullaufbahn zu. Die Befragungen zeigten deutlich, dass Kinder bereits in diesen jungen Jahren ihre Umwelt realistisch betrachten und daraus ihre Perspektiven ableiten.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/hoffnungslos-und-ohne-selbstbewusstsein\/1849740.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.worldvision-institut.de\/_downloads\/allgemein\/PM_Kinderstudie_1.6.2010_.pdf\">2. World Vision Kinderstudie [PDF &ndash; 123 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Gewaltige Unterschiede<\/strong><br>\n&ldquo;Beschimpft, bedroht, geschlagen&rdquo; titelt die &ldquo;Welt&rdquo; am 27. Mai und meint damit die Situation von Polizisten in Deutschland und nicht etwa die von ihr und anderen Medien (z.B. AFP, Bild.de, tagesschau.de, &ldquo;DW-World&rdquo;, &ldquo;RP Online&rdquo;, &ldquo;Spiegel&rdquo;) so str&auml;flich vernachl&auml;ssigte journalistische Sorgfaltspflicht bei diesem Thema.\n<p>In allen dazu erschienenen Artikeln wird unkritisch weiterverbreitet, Gewalttaten gegen Polizisten h&auml;tten zwischen 2005 und 2009 um 60,1 Prozent zugenommen. Diese Zahl stammt urspr&uuml;nglich aus einer Studie des kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen (KFN), die im Auftrag von Landesinnenminister Uwe Sch&uuml;nemann (CDU) durchgef&uuml;hrt wurde. Dass diese Studie aus politischen Gr&uuml;nden mit hei&szlig;er Nadel gestrickt wurde, kann man auf Seite 35 nachlesen:<\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Die knappe Zeit, die zwischen dem Abschluss der Datenerhebung (28.3.2010) und der IMK (Innenministerkonferenz, Anm. BILDblog) (27.\/28.5.2010) zur Verf&uuml;gung stand, reichte nur aus, diese ersten sieben Thesen zu erarbeiten und dazu einen Kurzbericht zu verfassen.&ldquo; (Seite 35, KFN-Studie)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das erfuhr neben einer ganzen Reihe anderer interessanter Aspekte allerdings nur, wer sich den 37-seitigen Zwischenbericht Nr. 1 tats&auml;chlich vollst&auml;ndig zu Gem&uuml;te f&uuml;hrte und nicht etwa oben genannten vierseitigen Kurzbericht als Ausgangspunkt seiner Berichterstattung nahm. Nun raten Sie mal, woran sich die Medienberichte &uuml;ber Gewalt gegen Polizisten orientieren &ndash; kleiner Tipp: Es ist nicht die 37-seitige Langfassung.<\/p>\n<p>Kurzzusammenfassungen enthalten bekannterma&szlig;en deutlich weniger Informationen und auch nur die, die den Verfassern besonders wichtig sind. Auch bei der oben genannten Studie werden nur in der Langfassung gravierende M&auml;ngel bei der Datenerhebung deutlich, die die Macher der Studie gr&ouml;&szlig;tenteils auch selbst einr&auml;umen:<\/p>\n<ol>\n<li>Nur zehn von 16 Bundesl&auml;ndern beteiligten sich an der Befragung. Nicht dabei waren Bayern, Sachsen, Baden-W&uuml;rttemberg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Hessen, die nach Einwohnern rund zwei Drittel der deutschen Bev&ouml;lkerung ausmachen, ebensowenig nahm die Bundespolizei teil.<\/li>\n<li>Da die Teilnehmer der Studie zu Vorf&auml;llen aus den Jahren 2005 bis 2009 befragt wurden, besteht die Gefahr, dass die Ergebnisse durch sogenannte Erinnerungseffekte verf&auml;lscht wurden. Selbst die Verfasser der Studie gehen davon aus (S. 25f.), dass der tats&auml;chliche Anstieg der Gewalttaten gegen Polizisten deutlich geringer ausf&auml;llt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/19212\/gewaltige-unterschiede\/\">BildBlog<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Albrecht von Lucke: Die &Uuml;bergangsregierung<\/strong><br>\nS&auml;mtliche der FDP-Kernforderungen sind damit obsolet geworden. Aus einer Ein-, Zwei- oder maximal Drei-Themenpartei (Steuersenkung, Kopfpauschale, Verl&auml;ngerung der AKW-Laufzeiten) wurde eine Nullthemenpartei &hellip;<br>\nSp&ouml;tter sagen, die Partei habe damit das Ergebnis bekommen, das sie verdient: niedrig, einfach und gerecht &hellip;<br>\nWie schnell aus der Eisernen Kanzlerin ein Papiertiger werden kann, haben die letzten Wochen bewiesen&hellip; Die sowohl au&szlig;en- als auch innenpolitische Sonderstellung Angela Merkels ist durch diese Schlappe massiv untergraben worden. Nach fast f&uuml;nf Jahren an der Regierungsspitze scheint die Kanzlerin den Zenit ihrer Macht &uuml;berschritten zu haben.<br>\nGleichzeitig hat die CDU ihre allm&auml;chtige Koalitionsstellung verloren &ndash; im Bund wie auch in den L&auml;ndern. Dabei galt bis kurz vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen als ausgemacht, dass es, wenn nicht zu Schwarz-Gelb, so doch zu Schwarz-Gr&uuml;n kommen werde.<br>\nGerade vor dem Hintergrund der beschriebenen &Uuml;bergangssituation muss die Devise f&uuml;r die n&auml;chsten dreieinhalb Jahre lauten: Wenn morgen die Koalition am Ende w&auml;re, m&uuml;sste eine echte inhaltliche Regierungsalternative bereit stehen &ndash; schon um dem st&auml;ndigen Mantra der &bdquo;Alternativlosigkeit&ldquo; der Merkel-Regierung, von Afghanistan bis zur Euro-Rettung, etwas entgegenzusetzen.<br>\nDenn ohne Alternative keine Demokratie. Eine echte politische Regierungsalternative muss daher das Ziel der drei Parteien links der Mitte und speziell der SPD sein, so sie nicht auf Dauer zu eigener Meinungsf&uuml;hrerschaft au&szlig;erstande und blo&szlig;es Anh&auml;ngsel der Union oder bl&auml;sslich rotes Licht einer Ampel im Nebel sein will.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2010\/juni\/die-uebergangsregierung\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Nochmals: BP Deepwater Horizon<\/strong> &ndash; (siehe <a href=\"?p=5722#h11\">Hinweis auf das Desaster der &Ouml;l-Lobby<\/a>)<br>\nAus dem in Lobby Controls Aufsatz zitierten Artikel der New York Times: \n<blockquote><p>&ldquo;But in an interview this week, senior officials of the agency said that in light of the April accident, they could not confidently assert that the long-identified shortcomings with the blowout preventers had been resolved adequately.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser JRG:<\/strong> Ich bin zwar schon einige Jahre aus dem &Ouml;lgesch&auml;ft heraus und will auch nicht behaupten auch nur den Schimmer einer Ahnung zu haben, was bei der Deepwater Horizon-Bohrung danebengegangen ist, aber nach allem, was mir bekannt ist, kommt die obige Darstellung im Grundsatz einer Verniedlichung der Probleme mit der bestehenden Ausr&uuml;stung f&uuml;r Tiefwasserbohrungen gleich. Sind seit Jahren BOPS mit einer Druckfestigkeit von 15000 psi (103 MPa) das Ma&szlig; der Dinge, so ist man jetzt bereits gezwungen, f&uuml;r zuk&uuml;nftige Anwendungen entsprechende Ausr&uuml;stung mit einer Druckfestigkeit von 20000 psi und dar&uuml;ber hinaus zu entwickeln. Dies wirft ganz neue Probleme auf, da man sich nicht auf eine simple Extrapolation der vorhandenen Technik verlassen kann. Der bereits jetzt ins Auge gefasste Einsatz derartigen Ger&auml;ts in immer gr&ouml;&szlig;eren Wassertiefen (&gt;3000m), macht die Sache auch nicht leichter.<br>\nBesonders kritisch ist, dass wegen der wachsenden L&auml;nge und der geforderten Druckfestigkeit des Bohrgest&auml;nges, die Anforderungen an Materialfestigkeit stetig wachsen, und die F&auml;higkeit der Vorrichtungen innerhalb der BOPs zur Notdurchtrennung des Bohrgest&auml;nges aber nur schwer Schritt halten k&ouml;nnen und bislang wohl ganz versagen, sollte sich eine (Schraub-)Verbindung zweier h&ouml;chstfester Bohrgest&auml;ngerohre just an der Stelle im BOP befinden, an der die Trennung stattfinden soll.<br>\nDas Problem beschr&auml;nkt sich aber nicht nur auf sicheres Niederbringen und Ausbau derartiger Bohrungen, denn um ihren Zweck zu erf&uuml;llen, sollen aus ihnen ja &uuml;ber lange Zeitr&auml;ume Kohlenwasserstoffe sicher und wirtschaftlich gef&ouml;rdert werden k&ouml;nnen. Problem ist, dass die Technikentwicklung aber kaum Schritt halten kann mit den Anforderungen, die sich aus dem Vorsto&szlig; in immer gr&ouml;&szlig;ere Wassertiefen und Druckregime ergeben.<br>\nVor diesem Hintergrund k&ouml;nnte man zu dem Schluss gezwungen werden, dass einige dieser Unternehmungen einem Vabanquespiel gleichkommen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>S&uuml;dafrikas neue Ausbeuter<\/strong><br>\nEs gibt da eine Geschichte, die in S&uuml;dafrika immer noch &uuml;ber Patrice Motsepe erz&auml;hlt wird: Motsepe l&auml;uft durch eine glitzernde Shopping Mall in Kapstadt und wird von einigen Passanten erkannt. Sofort bildet sich eine Menschentraube. Mitarbeiter eines Ladens bitten um sein Autogramm; zwei Teenager umarmen ihn f&uuml;r ein Foto; eine alte Schwarze packt seine Hand und streicht sie &uuml;ber ihr zerfurchtes Gesicht. Motsepe, Bergbau-Tycoon und der reichste Schwarze S&uuml;dafrikas, wird wie ein Held gefeiert &ndash; einer, der es in der wei&szlig;en Welt geschafft hat. Doch mit solcher Heldenverehrung ist es l&auml;ngst vorbei. Die Stimmung am Kap hat sich gedreht. Motsepe und andere schwarze Unternehmer werden beschuldigt, das Land auszupl&uuml;ndern wie einst die wei&szlig;en Herrscher.<br>\nEs sind ein paar Dutzend schwarzer Tycoons, die vom Ende des Apartheidsystems profitiert haben, die &uuml;ber die besten Verbindungen zur neuen politischen Spitze des Landes verf&uuml;gten und den Ruf nach Umverteilung der wirtschaftlichen Ressourcen zugunsten der schwarzen Bev&ouml;lkerungsmehrheit geschickt zum eigenen Vorteil zu nutzen wussten. So protegierte die Regierung eine Gruppe von Oligarchen: Die Black Diamonds, so nennt man sie am Kap, rafften in k&uuml;rzester Zeit sagenhafte Verm&ouml;gen zusammen, wie die &ldquo;Rand-Lords&rdquo; in der Gr&uuml;nderzeit des Apartheid-Regimes. Im Kampf gegen die Armut sind die neuen Herrscher dagegen kl&auml;glich gescheitert. Als Gastgeber der Fu&szlig;ball-WM hat S&uuml;dafrika Milliarden f&uuml;r grandiose Stadien, moderne Stra&szlig;en und Bahnlinien ausgegeben, um die Welt zu beeindrucken. Doch die Schere zwischen Reich und Arm klafft weiter auseinander als je zuvor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:agenda-suedafrikas-neue-ausbeuter\/50120590.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Die Fake-TV-News-Industrie<\/strong><br>\nPR-Videomaterial hat es leicht: Private TV-Sender, Nachrichtenportale und auch &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten greifen unverbl&uuml;mt zu. So schaffte es j&uuml;ngst PR-Material zur Ostsee-Pipeline fl&auml;chendeckend in die deutschen Medien &ndash; von den &bdquo;Tagesthemen&ldquo; und &bdquo;Heute&ldquo; bis hin zu Reuters. Das Umsonst-PR-Material der Nord Stream AG flochten die Sender ohne Hinweis auf die Quelle in die aktuellen Beitr&auml;ge ein. W&auml;hrend im &bdquo;Tagesschau&ldquo;-Beitrag um 20 Uhr zwei Mhoch4-Bilder, bei den &bdquo;Tagesthemen&ldquo; sieben auftauchen, bestehen die Pipeline-freundlicheren Berichte zahlreicher &bdquo;Heute&ldquo;-Sendungen zu fast einem Viertel aus Nord-Stream-Material. Die Nachrichtensender n-tv und N24 bauten ihre St&uuml;cke fast komplett aus Tele-PR Videos.Verantwortliche von ARD und ZDF bedauern den Vorfall.<br>\nDas Beispiel Ostsee-Pipeline zeigt deutlich, welche Dimensionen die TV-PR annehmen kann, wenn ein Milliardenprojekt mit riesigen Konzernen im Hintergrund den Fernsehnachrichtenmarkt mit eigenem &bdquo;Footage&ldquo; bedient oder pr&auml;ziser: mit Tele-PR-Material.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/100602_Die_Fake_TV_News_Industrie.pdf\">Journalist [PDF &ndash; 279 KB]<\/a>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Werbetext von Daimler und Bayer als redaktioneller Beitrag getarnt &ndash; Einflussnahme gro&szlig;er Unternehmen in der Kritik<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.s-o-z.de\/?p=23403\">Saarbr&uuml;cker Online-Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Selbstverst&uuml;mmelung der ARD<\/strong><br>\nLena ist der Star des Eurovision Song Contest. Die ARD nutzt das nicht &ndash; sondern wirbt vor allem f&uuml;r Raab.<br>\nWar das Raab-Engagement f&uuml;r den Songtest der Eurovision schon das Eingest&auml;ndnis der ARD, diesen sicheren Quotenhit samt einer schier un&uuml;bersehbaren Verwertungskette &uuml;ber ein Jahrzehnt vermurkst zu haben, so geriet Lenas gro&szlig;e Stunde zur bedingungslosen Kapitulation vor dem Entertainer aus dem Privatsystem.<br>\nErschlagend, wie er (Raab) sich mit seiner massigen Statur, die schwarzrotgoldene Fahne schwingend, f&uuml;r das TV-Volk in den ikonenhaften Vordergrund schob und so die ARD um die ihr zustehende Profilierungschance auf dem Trendmarkt des j&uuml;ngeren Publikums brachte! Die ARD hat&rsquo;s gegeben, aber Pro Sieben hat es genommen.<br>\nOhne jegliche Absprache st&uuml;rzte er das Bedingungswerk des Wettbewerbs um. Nicht mehr ein Publikumscasting soll den deutschen Vertreter f&uuml;r den n&auml;chsten Contest herausfiltern, sondern Siegesg&ouml;ttin Lena m&uuml;sse von vorneherein gesetzt sein, um ihren Titel zu verteidigen. Eigentlich ziemlich durchsichtig und ziemlich unversch&auml;mt dieses Umsturzman&ouml;ver mit dem Ziel, dem Raab-System kommerziell ein ganzes Jahr bis zum n&auml;chsten europ&auml;ischen Gro&szlig;event samt Protagonistin zu sichern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/lena-und-der-grand-prix-selbstverstuemmelung-der-ard-1.952692\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Kabarettist Georg Schramm &uuml;ber den R&uuml;cktritt des Bundespr&auml;sidenten: &bdquo;Ich war entz&uuml;ckt&ldquo;<\/strong><br>\nDer R&uuml;cktritt sei &ldquo;das Beste&rdquo;, was K&ouml;hler w&auml;hrend seiner Amtszeit gemacht habe, sagt der Kabarettist Georg Schramm. K&ouml;hler verf&uuml;ge nicht &uuml;ber die Kraft des gesprochenen Wortes.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/thema\/1193608\/\">Deutschlandradio Kultur (Einleitungstext)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2010\/05\/31\/drk_20100531_1632_d51a435b.mp3\">Deutschlandradio Kultur (vollst&auml;ndiges Interview, Audio-Podcast, mp3)<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute zu folgenden Themen: Berliner Kriegsdebatte; Isaf-Schutztruppe wird auf 122.000 Soldaten vergr&ouml;&szlig;ert; Schloss Bellevue: Immobilie des Monats; Deutschland Spitzenstandort; Arbeitsmarkt im Mai; Schlecker: Der Druck wirkt; Chancen der Gewerkschaften; Einzelhandelsumsatz gesunken; Investoren oder Zocker; die h&auml;ssliche Deutsche; Pauschale als Selbstzweck; Kinderstudie; &Uuml;bergangsregierung; S&uuml;dafrikas neue Ausbeuter; Raab verst&uuml;mmelt die ARD; Schramm zu K&ouml;hler-R&uuml;cktritt. (KR\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5789","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5789","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5789"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5789\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5792,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5789\/revisions\/5792"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5789"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5789"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5789"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}