{"id":5793,"date":"2010-06-02T18:35:34","date_gmt":"2010-06-02T16:35:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5793"},"modified":"2014-03-05T11:40:35","modified_gmt":"2014-03-05T10:40:35","slug":"das-amt-des-bundespraesidenten-als-ehrenvorsitz-fuer-die-cdu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5793","title":{"rendered":"Das Amt des Bundespr\u00e4sidenten als Ehrenvorsitz f\u00fcr die CDU?"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Die CSU und die FDP warten auf einen geeigneten Vorschlag der CDU&ldquo;, &bdquo;Westerwelle und Seehofer wollen auf einen eigenen Kandidaten f&uuml;r das Amt des Bundespr&auml;sidenten verzichten&ldquo;. &bdquo;Union und FDP verf&uuml;gen &uuml;ber eine komfortable Mehrheit in der Bundesversammlung&ldquo;. Das sind die Eckdaten in der Debatte bei der Suche nach einer geeigneten Pers&ouml;nlichkeit f&uuml;r das Staatsoberhaupt. Es muss der Eindruck entstehen, als w&auml;re die Bundesversammlung nur dazu da, quasi eine\/n Ehrenvorsitzende\/n der CDU zu w&auml;hlen.<br>\nSchon Horst K&ouml;hler wurde sozusagen in der Wohnk&uuml;che von Westerwelle ausgekungelt. Auch bei der Suche nach einem Nachfolger wahrt man nicht einmal den Anschein als ginge es darum, eine Pers&ouml;nlichkeit zu finden, die die  gesamte Bev&ouml;lkerung repr&auml;sentieren k&ouml;nnte. Das Auswahlverfahren hinterl&auml;sst den fatalen Beigeschmack, als ginge es darum, das Amt einem passenden Parteig&auml;nger der CDU zuzuschanzen. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\nEs ist aus ganz praktischen Gr&uuml;nden nichts dagegen einzuwenden, wenn die im Bundestag und in den L&auml;nderparlamenten st&auml;rkste Partei der Bundesversammlung einen Kandidaten oder eine Kandidatin f&uuml;r das Amt des Bundespr&auml;sidenten vorschl&auml;gt. Der Vorschlag einer Partei, die keine Mehrheit in diesem Wahlgremium hat, h&auml;tte eben keinerlei Chance und diese Kandidatur h&auml;tte bestenfalls symbolische Bedeutung. Aber gerade weil das so ist, w&auml;re es f&uuml;r die Suche nach einer geeigneten Pers&ouml;nlichkeit, die ja beeiden soll, dass sie ihre Kraft dem Wohle des (ganzen) deutschen Volkes widmen soll (so lautet Artikel 56 Grundgesetz) angemessen, wenn diese st&auml;rkste Partei nicht den Eindruck erweckte, als w&uuml;rde sie ohne &bdquo;Respekt vor dem Amt&ldquo; (K&ouml;hler) vor allem nach einem passenden Parteig&auml;nger Ausschau halten. <\/p><p>Nach dem unw&uuml;rdigen Verfahren von vor sechs Jahren, mit dem damals in Westerwelles Privatgem&auml;chern  &bdquo;Horst &ndash; Wer?&ldquo; aus dem Hut gezaubert wurde, w&auml;re es der Autorit&auml;t des Amtes zutr&auml;glicher, wenn der Bundespr&auml;sident nun nicht schon wieder in einer Art und Weise ausgesucht w&uuml;rde, als ginge es dabei um den Ehrenvorsitz der CDU.<br>\nDas ist ein Umgang mit dem obersten Verfassungsorgan, als handle es sich dabei um die Verf&uuml;gungsmasse einer Partei.<\/p><p>Die Parteivorsitzende der CDU und Bundeskanzlerin t&auml;te gut daran, wenn sie sich nicht nur mit den Parteichefs ihrer Regierungskoalition abstimmen w&uuml;rde, sondern wenn sie sich mit allen Parteien und am besten auch noch mit Repr&auml;sentanten von gesellschaftlichen Gruppen, also Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Kirchen, zivilgesellschaftlichen Gruppen in Verbindung gesetzt und deren Rat oder deren Vorschl&auml;ge eingeholt h&auml;tte. Wenigstens den Anschein einer &uuml;berparteilichen Kandidatur h&auml;tte sie wahren k&ouml;nnen.<\/p><p>Wenn man die jetzt gehandelten Kandidaten (Sch&auml;uble, Lammert) oder die &bdquo;Favoritin&ldquo; von der Leyen betrachtet, so muss man den Eindruck gewinnen, als ginge es bei der Besetzung des Bundespr&auml;sidenten um einen Kabinettsumbildung oder bestenfalls um einen Amtswechsel.<\/p><p>W&uuml;rde Sch&auml;uble oder von der Leyen vorgeschlagen, so bedeutet das nicht mehr und nicht weniger, als dass der k&uuml;nftige Bundespr&auml;sident bzw. die k&uuml;nftige Bundespr&auml;sidentin ein externes Mitglied des Bundeskabinetts bzw. der Bundesregierung ist oder als ginge es um den Wechsel von einem Ressort in ein anderes. Und bei Lammert w&auml;re es nur eine &Auml;mterrotation von einem Posten auf den anderen. <\/p><p>Auch die gr&ouml;&szlig;te Oppositionspartei, die SPD, aber auch die Gr&uuml;nen oder die Linke tun nur wenig, um dieses dem Pr&auml;sidentenamt unw&uuml;rdigen Auswahlverfahren etwas entgegenzusetzen. Sie passen sich diesem Spiel einfach an und scheuen sich Vorschl&auml;ge auch nur ins Gespr&auml;ch zu bringen.<\/p><p>Es g&auml;be in diesem Land viele Pers&ouml;nlichkeiten mit gro&szlig;en Verdiensten, die dieses Amt hervorragend ausf&uuml;llen k&ouml;nnten, die etwas zu sagen h&auml;tten und die &bdquo;Macht des Wortes&ldquo; einsetzen k&ouml;nnten, um in einer schwierigen Zeit Orientierung zu geben und integrierend wirken k&ouml;nnten, ja, die sogar &bdquo;medienfest&ldquo; w&auml;ren. Doch man hat sich abgekapselt im Mief unter der Berliner K&auml;seglocke. Die Auswahl des Staatsoberhaupts ger&auml;t so zum H&uuml;tchenspiel unter der politischen Klasse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Die CSU und die FDP warten auf einen geeigneten Vorschlag der CDU&ldquo;, &bdquo;Westerwelle und Seehofer wollen auf einen eigenen Kandidaten f&uuml;r das Amt des Bundespr&auml;sidenten verzichten&ldquo;. &bdquo;Union und FDP verf&uuml;gen &uuml;ber eine komfortable Mehrheit in der Bundesversammlung&ldquo;. Das sind die Eckdaten in der Debatte bei der Suche nach einer geeigneten Pers&ouml;nlichkeit f&uuml;r das Staatsoberhaupt. 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