{"id":57932,"date":"2020-01-25T11:45:41","date_gmt":"2020-01-25T10:45:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57932"},"modified":"2020-01-27T09:22:29","modified_gmt":"2020-01-27T08:22:29","slug":"venezuela-freibeuter-anschlag-auf-telesur-militaermanoever-und-guaido-comeback-als-neue-umtriebe-des-us-state-departments-fuer-den-regime-change","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57932","title":{"rendered":"Venezuela \u2013 Freibeuter-Anschlag auf Telesur, Milit\u00e4rman\u00f6ver und Guaid\u00f3-Comeback als neue Umtriebe des US State Departments f\u00fcr den Regime Change"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Nach Pr&uuml;fung der einschl&auml;gigen rechtlichen und institutionellen Optionen habe ich beschlossen, einen Umstrukturierungs- und Rettungsprozess f&uuml;r Telesur einzuleiten, um den Sender in den Dienst von Wahrheit, Pluralit&auml;t, venezolanischer und regionaler Demokratie zu stellen&ldquo;, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/jguaido\/status\/1216529273496002561\">twitterte am vergangenen 12. Januar<\/a> Venezuelas selbsternannter &bdquo;Interimspr&auml;sident&ldquo; Juan Guaid&oacute; und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/jguaido\/status\/1216529267842076674\">begr&uuml;ndete seinen Beschluss<\/a> mit der Behauptung, &bdquo;seit seiner Gr&uuml;ndung wurde Telesur eingesetzt, um die Destabilisierung der Region voranzutreiben, terroristische Gruppen zu unterst&uuml;tzen, die Demokratie anzugreifen, &uuml;ber Venezuela zu l&uuml;gen und die Maduro-Diktatur zu verteidigen&ldquo;. Von <strong>Frederico F&uuml;llgraf<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9256\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-57932-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200125-Venezuela-Freibeuter-Anschlag-auf-Telesur-Militaermanoever-Guaido-Comeback-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200125-Venezuela-Freibeuter-Anschlag-auf-Telesur-Militaermanoever-Guaido-Comeback-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200125-Venezuela-Freibeuter-Anschlag-auf-Telesur-Militaermanoever-Guaido-Comeback-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200125-Venezuela-Freibeuter-Anschlag-auf-Telesur-Militaermanoever-Guaido-Comeback-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=57932-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200125-Venezuela-Freibeuter-Anschlag-auf-Telesur-Militaermanoever-Guaido-Comeback-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200125-Venezuela-Freibeuter-Anschlag-auf-Telesur-Militaermanoever-Guaido-Comeback-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die Androhung erfolgte eine Woche nach Guaid&oacute;s inszeniertem Protest gegen das angebliche Zutrittsverbot zum Parlament und gegen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57778\">die Wahl Luis Parras<\/a> zu seinem Nachfolger als Pr&auml;sident der Nationalversammlung Venezuelas und signalisiert eine ver&auml;nderte Taktik des bisher erfolglosen Regime-Change-Versuchs der US-Administration mit seinem Strohmann Juan Guaid&oacute;.<\/p><p><strong>Neue, aggressive US-Strategie<\/strong><\/p><p>Nach Angaben der Agentur Bloomberg hatte Pr&auml;sident Donald Trump Anfang Dezember 2019 bei &Uuml;berpr&uuml;fung der US-Strategie zum Sturz Nicol&aacute;s Maduros schwindendes Vertrauen in Guaid&oacute; eingestanden und <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2019-12-06\/trump-revisits-venezuela-strategy-as-confidence-in-guaido-wanes\">&bdquo;mehr Muskelspiele im Umgang mit Venezuela erwogen&ldquo;<\/a>. Der Pr&auml;sident habe sich dar&uuml;ber frustriert gezeigt, dass Maduro nicht so schnell von der Macht verjagt worden sei, wie sein Berater John Bolton dies angek&uuml;ndigt hatte. Trump schlussfolgerte daraus, Boltons Versagen k&ouml;nne politische Konsequenzen f&uuml;r seine Wiederwahlkampagne haben, da er angeblich auf die Stimmen hunderttausender venezolanischer Exilanten in Florida angewiesen sei. Also wurde Bolton im September 2019 gefeuert und sein Nachfolger Robert O&rsquo;Brien mit der Ausarbeitung einer neuen Venezuela-Strategie beauftragt.<\/p><p>Nachdem Guaid&oacute;s gro&szlig;spurige Versprechen knapp ein volles Jahr nach seiner Selbsternennung zum Pr&auml;sidenten kl&auml;glich gescheitert waren, spekulierten internationale, jedoch auch <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/370317.venezuela-usa-lassen-guaid%C3%B3-fallen.html\">schlecht orientierte progressive Medien<\/a>, die Trump-Administration werde &bdquo;ihren Mann in Caracas&ldquo; kommentarlos fallenlassen. Die Spekulation erwies sich als Wunschtraum, sie untersch&auml;tzte die Rolle Elliott Abrams &ndash; Sonderbeauftragter des US-Au&szlig;enministeriums f&uuml;r Venezuela &ndash; und die Umtriebe Marco Rubios &ndash; Senator der Republikaner und R&auml;delsf&uuml;hrer der rechtsradikalen Exilkubaner-Szene in Florida &ndash; die gemeinsam Guaid&oacute; in Lateinamerika propagandistisch aufgebaut haben.<\/p><p>Abrams verteidigte die Beibehaltung Guaid&oacute;s als Steckenpferd, da er &bdquo;beliebtester Beamter in Venezuela bleibt und die USA ihn &hellip; voll und ganz unterst&uuml;tzen&ldquo;. Das Attribut &bdquo;beliebtester&ldquo; sollte man selbstverst&auml;ndlich dem Fake-News-, T&auml;uschungs- und Verschw&ouml;rungs-Repertoire der US-Falken und Kriegstreiber zurechnen. Ohne seine Quelle zu nennen, um sich nicht zu blamieren, bezog sich Abrams offensichtlich auf eine bestellte und im Oktober von der diskreditierten Agentur Datan&aacute;lisis ver&ouml;ffentlichte Erhebung, wonach Guaid&oacute; (40 Prozent) Pr&auml;sident Nicol&aacute;s Maduro (13 Prozent) <a href=\"https:\/\/primerinforme.com\/index.php\/2019\/10\/06\/datanalisis-juan-guaido-lidera-la-popularidad-en-venezuela\/\">mit nahezu dreifacher Popularit&auml;t &uuml;berrage<\/a>.<\/p><p>Ausschlaggebend f&uuml;r die Fortdauer Guaid&oacute;s als Galionsfigur der US-Regime-Changer d&uuml;rften allerdings zwei entscheidende &Uuml;berlegungen sein. Zum einen seine regelrechte Aufn&ouml;tigung durch die USA gegen&uuml;ber ihren passiven Verb&uuml;ndeten in Lateinamerika und Westeuropa. Zum anderen die schwindelerregende Summe von <a href=\"https:\/\/www.usaid.gov\/venezuela\/usaid-in-venezuela-faqs\">nahezu einer halben Milliarde US-Dollar<\/a>, die Washington mit dem eitlen, jedoch unterw&uuml;rfigen Befehlsempf&auml;nger Guaid&oacute; bisher in eine &ndash; allerdings erfolgreiche &ndash; subversive Taktik der Aufspaltung und Aush&ouml;hlung des Nationalstaates durch die stufenweise Errichtung einer &bdquo;Parallelmacht&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.globovision.com\/article\/usaid-admite-que-ha-entregado-467-millones-de-dolares-a-guaido\">investierte<\/a>.<\/p><p><strong>Telesur und die US-&bdquo;Iranisierung&ldquo; Lateinamerikas<\/strong><\/p><p>Die Androhung, den staatseigenen Sender Telesur zu &bdquo;retten&ldquo; beziehungsweise zu unterlaufen oder zu usurpieren, f&uuml;gt sich daher exemplarisch in diese &bdquo;Doppelherrschafts&ldquo;-Taktik: dem Feind Wort und F&uuml;hrung streitig zu machen. Sie wird jedoch erg&auml;nzt und versch&auml;rft durch eine alte, dreiste, aber novellierte Verschw&ouml;rungstheorie des State Department, wonach der Iran und die schiitische libanesische Regierungspartei Hezbollah mit ihren Milizen &ndash; die seit 1995 in einer US-Schwarzliste als &bdquo;terroristische Vereinigung&ldquo; aufgef&uuml;hrt wird &ndash; <a href=\"https:\/\/www.aa.com.tr\/en\/americas\/hezbollah-is-real-threat-in-south-america-pompeo\/1709602\">die Sicherheit Lateinamerikas bedrohen<\/a> &ndash; eine Legende, der die NachDenkSeiten in der Folge mit weitreichender Recherche und Enth&uuml;llungen auf den Grund gehen.<\/p><p>Die Hezbollah-Fabulierung wurde im Jahr 2002 vom ehemaligen Angeh&ouml;rigen der israelischen Armee, Mitarbeiter der rechtsradikalen <em>Jerusalem Post<\/em> und gegenw&auml;rtigen Chefredakteur der US-Zeitschrift <em>The Atlantic<\/em>, Jeffrey Goldberg, <a href=\"https:\/\/www.newyorker.com\/magazine\/2002\/10\/14\/in-the-party-of-god\">in die Welt gesetzt<\/a> und wird seitdem von den Geheimdiensten Mossad, CIA, den US-Medien und US-Administrationen kolportiert und mit den schillerndsten Farben der Feindbeschw&ouml;rung ausgeschm&uuml;ckt.<\/p><p>Die schwere Anschuldigung, der Sender Telesur &bdquo;unterst&uuml;tze terroristische Gruppen (und) betreibe die Destabilisierung der Region&ldquo;, geh&ouml;rte bisher nicht zum politischen und propagandistischen Men&uuml; Juan Guaid&oacute;s. Es liegt indes sehr nahe, dass ihm die neue Kampfdevise von Pompeos State Dept. zu dem Preis eingepeitscht wurde, entweder er macht mit oder die USA sorgen f&uuml;r die komplette Aufdeckung des Korruptionsskandals um die millionenschwere Entwendung von Teilen ihrer Finanzierung, die Guaid&oacute;s &bdquo;Botschafter&ldquo; in Kolumbien, Calder&oacute;n Berti, Ende 2019 <a href=\"https:\/\/mundo.sputniknews.com\/america-latina\/201912031089517311-las-denuncias-de-corrupcion-hacen-tambalear-a-juan-guaido\/\">enth&uuml;llt hatte<\/a> und der daraufhin im Handumdrehen entlassen wurde.<\/p><p>Die Unterstellung, der Sender unterst&uuml;tze terroristische Gruppen, ist infam, ist jedoch das gefundene Fressen &ndash; oder wie man, elegant ausgedr&uuml;ckt, in Brasilien sagt: &bdquo;die Kirsche, die der Torte fehlte&ldquo;, also das fehlende I-T&uuml;pfelchen &ndash; der Trump-Administration nach dem Mordanschlag auf den iranischen General Qassem Soleimani. Das &bdquo;pr&auml;ventive&ldquo; Scheinargument, Soleimani habe Anschl&auml;ge auf US-Amerikaner geplant, wird nun als &bdquo;Exportschlager&ldquo; zur weltweiten Einschw&ouml;rung der unterw&uuml;rfigen Verb&uuml;ndeten auf einen Anti-Iran-Kurs auch Lateinamerika &uuml;bergest&uuml;lpt. Guaid&oacute;s haneb&uuml;chener Vorwurf gegen Telesur meint neben der kolumbianischen ELN vor allem Hezbollah. Die M&auml;r, dass der Iran und die libanesische Partei und Miliz im fernen Lateinamerika, von venezolanischem Boden aus, &bdquo;Anschl&auml;ge&ldquo; ver&uuml;ben wollen, hat Pompeo wenige Tage nach dem Mordanschlag auf Soleimani <a href=\"https:\/\/www.latimes.com\/world-nation\/story\/2020-01-10\/the-trump-administration-is-warning-that-hezbollah-could-strike-in-latin-america\">der Los Angeles Times zugezwitschert<\/a>.<\/p><p>Es brauchte jedoch eine intensive Involvierung lateinamerikanischer Medien und so beriefen die USA zweierlei l&auml;rmende Auff&uuml;hrungen in Kolumbien ein: zum 20. Januar einen sogenannten <a href=\"https:\/\/www.infobae.com\/america\/america-latina\/2020\/01\/20\/en-vivo-comenzo-en-bogota-la-cumbre-hemisferica-contra-el-terrorismo\/\">&ldquo;Hemispherischen Anti-Terrorismus-Gipfel&ldquo;<\/a> und vom 23. bis 29. Januar ein Milit&auml;rman&ouml;ver des US Southern Command nahe der Grenze zu Venezuela, mit dem suggestiven Titel <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Southcom\/status\/1219298253923082240\">&bdquo;Luftdirigiertes-&Uuml;berfall-Training&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Als sei er die unverzichtbare dritte und vierte Geige im Kriegsorchester, startete Tage zuvor Luis Almagro zu einer Rundreise durch Lateinamerika. Mit dem <a href=\"https:\/\/elpais.com\/internacional\/2020\/01\/17\/actualidad\/1579285387_096818.html\">Segen Mike Pompeos<\/a> erkundete der US-h&ouml;rigste Generalsekret&auml;r der Organisation Amerikanischer Staaten (OEA\/OAS) aller Zeiten die politische Zustimmung f&uuml;r seine bevorstehende Wiederwahl. Juan Guaid&oacute; erhielt wiederum den Auftrag f&uuml;r eine <a href=\"https:\/\/www.pagina12.com.ar\/242982-las-razones-de-la-gira-internacional-de-juan-guaido\">Goodwill-Tour nach Europa<\/a>. Der Anbiederungs-Ausflug ist offenbar eine Reaktion auf Guaid&oacute;s Terrainverlust und den F&uuml;hrungsdisput innerhalb der venezolanischen Opposition. Er soll Guaid&oacute;s sogenannten &bdquo;Pr&auml;sidentenrang&ldquo; in jenen L&auml;ndern festigen, die ihn 2019 anerkannten und ihre Regierungen auf die radikale Ablehnung der vom legalen Pr&auml;sidenten Nicol&aacute;s Maduro f&uuml;r 2020 angek&uuml;ndigten Parlamentswahlen einschw&ouml;ren.<\/p><p><strong>Telesur: von der &bdquo;gegen-hegemonischen Stimme&ldquo; zum medialen St&ouml;rfaktor<\/strong><\/p><p>Televisi&oacute;n del Sur (Fernsehen des S&uuml;dens &ndash; Akronym TeleSUR) wurde Anfang des neuen Millenniums als Initiative des damaligen und im Jahr 2013 verstorbenen Pr&auml;sidenten Hugo Ch&aacute;vez geboren. Der Name n&auml;hrte sich zweifellos am weitreichenden Aphorismus des uruguayischen Kunstmalers und Denkers Joaqu&iacute;n Torres Garc&iacute;a, der 1941 eine auf dem Kopf stehende Landkarte Lateinamerikas gezeichnet und dazu gedichtet hatte, &bdquo;&hellip;in Wirklichkeit ist der S&uuml;den unser Norden. Es sollte f&uuml;r uns keinen anderen Norden geben als jenen, der im Gegensatz zu unserem S&uuml;den steht. Deshalb drehen wir jetzt die Karte um und haben damit eine gute Vorstellung davon, wie wir uns unsere Position vorstellen, und nicht, wie es der Rest der Welt w&uuml;nscht &hellip;&ldquo;.<\/p><p>Als Opfer eines Putsches, der im Jahr 2002 unter tatkr&auml;ftiger medialer Anstiftung stattfand, w&uuml;nschte sich Ch&aacute;vez einen Sender, der die mediale Hegemonie des in Atlanta beheimateten und in gesamt Lateinamerika empf&auml;nglichen US-Senders CNN brechen sollte. Zwar in Venezuela beheimatet, sah das Konzept ein mehrstaatliches Netz vor, dem Kuba, Argentinien und Bolivien als erste beitraten, das bis 2009 um Nicaragua, Ecuador und Uruguay erweitert wurde und Programmaustausch, Netzschaltung und gemeinsame Finanzierung vorsah.<\/p><p>Die Erstausstrahlung fand am symboltr&auml;chtigen 24. Juli 2005, dem Geburtstag Sim&oacute;n Bol&iacute;vars, statt. Sein erster Beirat setzte sich aus mehreren lateinamerikanischen und weltweit aktiven Intellektuellen zusammen, so dem argentinischen Friedensk&auml;mpfer und Nobelpreistr&auml;ger Adolfo P&eacute;rez Esquivel, dem nicaraguanischen Dichter Ernesto Cardenal, dem inzwischen verstorbenen uruguayischen Schriftsteller Eduardo Galeano, dem pakistanischen Schriftsteller Tariq Ali sowie dem US-amerikanischen Politikwissenschaftler und Filmemacher Saul Landau, dem Historiker und Begr&uuml;nder von Le Monde Diplomatique Ignacio Ramonet, dem argentinischen Filmregisseur Trist&aacute;n Bauer, dem uruguayischen Journalisten Jorge Gestoso sowie bis 2011 dem freien Software-Programmierer und Pionier Richard Stallman und dem US-Schauspieler und Aktivisten Danny Glover.<\/p><p>Als Nachfolgerin des ehemaligen CNN-Journalisten, mehrfachen Ministers der Regierungen Hugo Ch&aacute;vez und Nicol&aacute;s Maduro sowie Telesur-Chefs Andr&eacute;s Izarra &ndash; der 2018 mit dem Chavismo brach und ins Ausland ging &ndash; amtiert die mit dem ehemaligen Minister f&uuml;r Wissenschaft und Industrie und Maduro-Freund Ricardo Men&eacute;ndez verheiratete kolumbianische Journalistin Patricia Villegas seit 2011 als Telesur-Intendantin. Das Sendeprogramm wird derzeit live von den Staatssendern <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Venezolana_de_Televisi%C3%B3n\">Venezolana de Televisi&oacute;n<\/a>, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Cubavision_International\">Cubavision International<\/a>, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Canal_4_(Nicaragua)\">Canal 4 (Nicaragua)<\/a> und <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Televisi%C3%B3n_Nacional_Uruguay\">Television Nacional Uruguay<\/a> ausgestrahlt. Die &Uuml;bertragung per Satelliten mit offenem Signal deckt den amerikanischen Kontinent, Westeuropa und Nordafrika ab.<\/p><p>In der Liste der lateinamerikanischen, zumeist privaten Fernsehsender mit Unterhaltungsangebot rangierte Telesur 2013 <a href=\"https:\/\/listas.20minutos.es\/lista\/los-canales-de-television-mas-representativos-de-america-latina-360108\/\">an 9. Stelle<\/a>, doch nach einer <a href=\"http:\/\/www.resumenlatinoamericano.org\/2020\/01\/13\/venezuela-telesur-es-considerado-el-canal-favorito-de-noticias-internacionales-en-espanol\/\">Umfrage Jorge Gestosos<\/a> von Anfang 2020 nimmt der Sender hinter dem spanischsprachigen Programm von CNN (42,9 Prozent) mit 40,4 Prozent die zweite Position der Publikumsbeliebtheit in den sozialen Netzwerken des Kontinents ein.<\/p><p>Der Sender &uuml;berstand in seiner 15-j&auml;hrigen Geschichte mehrfache Krisen. Dazu geh&ouml;rten die hinhaltende Unterst&uuml;tzung Brasiliens und Uruguays, das erst 2009 der Kooperation beitrat. Bereits 2006 handelten Telesur und der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera den Austausch von audiovisuellen Inhalten aus, der im Handumdrehen sch&auml;rfstens von den USA kritisiert wurde. Der Kongressabgeordnete Connie Mack erkl&auml;rte damals, &bdquo;diese neue Allianz zwischen Al-Jazeera und Telesur hat den Effekt eines globales Fernsehnetzes f&uuml;r Terroristen (sic!) und andere Feinde der Freiheit&ldquo;. Dem folgten Vereinbarungen mit der Londoner BBC und dem chinesischen Fernsehen.<\/p><p>Pioniere der Konzept- und Projektentwicklung waren zwei Stars aus der lateinamerikanischen Medienwelt: der Oppositionelle gegen die uruguayische Milit&auml;rdiktatur und progressive Journalist Aram Aharonian und der kolumbianische Filmemacher und Fernsehproduzent Jorge Enrique Botero. Sie bereisten mehrere lateinamerikanische L&auml;nder auf der Suche nach n&uuml;tzlichen Beziehungen f&uuml;r ein Fernsehprojekt, das den Werten des progressiven Journalismus der Vergangenheit und Gegenwart entsprach. Aharonian und Botero geh&ouml;rten damit zum ersten internationalen Redaktionsrat von Telesur, mit Andr&eacute;s Izarra als Intendanten, und erweitert um die Journalisten Ana de Escalom von Kanal 7 (Argentinien), Beto Almeida von der brasilianischen Journalisten-F&ouml;deration sowie Ovidio Cabrera als ehemaliger Vizepr&auml;sident des kubanischen Rundfunks.<\/p><p>Aharonians und Boteros Konzeption war nicht etwa ein trockenes Nachrichtenprogramm, sondern die F&ouml;rderung der lateinamerikanischen Diversit&auml;t mit einem breiten Angebot an Kulturinhalten. Botero beschrieb die Aufgabe der fr&uuml;hen Telesur als einen Fernsehsender, der &bdquo;aus einem offensichtlichen lateinamerikanischen Bed&uuml;rfnis hervorgeht: n&auml;mlich sich auf einen Sender zu verlassen, der es allen Bewohnern dieser Region erm&ouml;glicht, ihre eigenen Werte zu verbreiten, ihr eigenes kulturelles Antlitz zu verbreiten, ihre eigenen Ideen zu diskutieren und ihre eigenen Inhalte auf zugleich leichte und gerechte Weise zu &uuml;bermitteln&ldquo;.<\/p><p><strong>Interne Spannungen<\/strong><\/p><p>Doch es kam bereits im fr&uuml;hen Stadium zu Spannungen. Nach Angaben Aharonians &bdquo;&uuml;bernahm&rdquo; Ch&aacute;vez die De-facto-Leitung von Telesur und verbreitete &bdquo;Propaganda als Nachrichten&rdquo;.<\/p><p>In einem <a href=\"https:\/\/prensarural.org\/spip\/spip.php?article1675\">polemischen Interview vom November 2008<\/a> mit dem Titel &bdquo;Telesur wird von einem Haufen von Konterrevolution&auml;ren im weitesten Sinne des Wortes kontrolliert&ldquo; kritisierte Aharonian das verordnete schmalspurige, konzeptionslose Programmangebot: &bdquo;Ein neuer Fernsehsender ist nutzlos, wenn er keine neuen Inhalte und Formate hat. Wenn wir es nicht verstehen, werden wir dazu verdammt sein, El Chavo del Ocho und Walt Disney bis zum letzten Tag unseres Lebens ansehen zu m&uuml;ssen. Es fehlt eine lateinamerikanische <em>Content Factory<\/em>. Was die Menschen brauchen, sind Dokumentarfilme, Filme, Kultur, Unterhaltung im besten Sinne des Wortes, auch Seifenopern oder Sport, aber mit lateinamerikanischer Perspektive. Andererseits befinden sich die Frequenzverteilungsnetze in den H&auml;nden des Feindes. Wenn wir nicht auf die Demokratisierung des Funkspektrums setzen &ndash; was mehr &ouml;ffentlichen als privaten Raum bedeutet &ndash; werden wir auch niemanden erreichen. Wir werden in einer rein onanistischen &Uuml;bung versacken. Denn anstatt von 100 Millionen Menschen gesehen zu werden, werden uns gerade mal 100.000 zuschauen&ldquo;.<\/p><p>Aharonians Warnungen schlugen ein wie eine Bombe. Wenige Wochen sp&auml;ter wurde er im Dezember 2008 vom Intendanten und damaligen Minister f&uuml;r Kommunikation und Information, Andr&eacute;s Izarra, gefeuert. Izarra hatte den Auftrag, f&uuml;r &bdquo;Einheit&ldquo; zu sorgen. Was &ndash; gemessen an den beginnenden Feindseligkeiten der USA und einschl&auml;giger NGOs, wie Human Rights Watch, ganz abgesehen von autorit&auml;ren Regimen in Zentralamerika &ndash; verst&auml;ndlich war. Telesur musste sich f&uuml;r Priorit&auml;ten entscheiden und die Entscheidung hie&szlig; Vorrang f&uuml;r den Journalismus im Kampf um eine andere Sichtweise als die von Univisi&oacute;n und CNN.<\/p><p><strong>&bdquo;Es gibt Wahrheiten, die nicht erz&auml;hlt werden sollten&ldquo;<\/strong><\/p><p>Beide Sender und die US-Administration waren aufgeschreckt, dass es Telesur zum Beispiel im Fr&uuml;hjahr 2008 gelungen war, die erste Freilassung von Geiseln durch die kolumbianische Guerilla FARC nahezu exklusiv und mit spannendem Einsatz zu dokumentieren. Die Bilder des Vielstaat-Senders &uuml;berfluteten die Welt allerdings mit einem neuen &bdquo;Akzent&ldquo; Ton und einer anderen Haltung als der des Mainstreams. Eineinhalb Jahre sp&auml;ter sorgte Telesur erneut f&uuml;r Aufsehen, als seine Reporter live &uuml;ber und innerhalb des ablaufenden Staatsstreichs in Honduras berichteten. &bdquo;Danach bestand kaum noch Zweifel daran, dass der Sender mit seiner Informationsweise &uuml;ber Lateinamerika seinen Platz in der Geschichte erreicht hatte&ldquo;, kommentierte der brasilianische Journalist Elson Faxina <a href=\"https:\/\/diplomatique.org.br\/telesur-e-as-mentiras-da-imprensa-privada\/\">in einem Essay<\/a> f&uuml;r Le Monde Diplomatique.<\/p><p>Zu den gro&szlig;en Live-Reportagen geh&ouml;rten neben dem Staatsstreich in Honduras auch dramatische Ereignisse wie das Erdbeben in Haiti (2010), Wahlkampagnen auf dem gesamten Kontinent, der Tod von Hugo Ch&aacute;vez und Fidel Castros sowie des argentinischen Pr&auml;sidenten Nestor Kirchner &ndash; Telesur war nicht nur pr&auml;sent, sondern mit einem ergreifenden &bdquo;Auge&ldquo; dabei.<\/p><p>Auf der anderen Seite der Welt berichteten Telesur-Korrespondenten und Sonderreporter &uuml;ber den Krieg in Syrien und den pal&auml;stinensischen Widerstand. Einer dieser Reporter war Jesus Romero, der dem Sender seit den Gr&uuml;ndungstagen angeh&ouml;rt. Er verbrachte 50 Tage w&auml;hrend des Erdbebens in Haiti und 45 Tage in Libyen. Seine Bilder vom gewaltsamen Sturz und der brutalen Ermordung Muammar Gaddafis ersch&uuml;tterten die Welt und pr&auml;gten sich so manchem Zuschauer mit den Worten ins Ged&auml;chtnis, &bdquo;es gibt Ereignisse, bei denen Telesur Wahrheiten enth&uuml;llte, die nicht erz&auml;hlt werden wollten&ldquo;.<\/p><p>Genauer: nicht erz&auml;hlt werden <em>sollten<\/em>. Zum Beispiel die Hintergr&uuml;nde und Perspektiven der Proteste gegen die Regierung Mauricio Macri und die j&uuml;ngsten sozialen Volksaufst&auml;nde in Ecuador, Bolivien und Chile. Als Reaktion auf die kritische Berichterstattung Telesurs annullierte Argentinien im Juni 2016 seine Kooperation mit Telesur. Im M&auml;rz 2018, kurz nach seiner Amts&uuml;bernahme, stellte Pr&auml;sident Lenin Moreno die Mitfinanzierung von Telesur ein und lie&szlig; per Handstreich im Oktober 2019 <a href=\"https:\/\/www.telesurtv.net\/news\/ecuador-autoridades-sacan-del-aire-telesur-20191012-0027.html\">die Kabel-Frequenz des Senders kappen<\/a>. Im November 2019 war Bolivien an der Reihe. In einem Schreiben vom 21. November 2019, nach dem Putsch gegen Evo Morales, <a href=\"https:\/\/correodelsur.com\/politica\/20191121_entel-solicita-rescindir-contrato-con-telesur.html\">k&uuml;ndigte das staatliche Telekommunikationsunternehmen Entel<\/a> den Vertrag mit TeleSur. Auf ihrem Twitter-Account bezeichnete Intendantin Patricia Villegas die Ma&szlig;nahme als eindeutige Zensur.<\/p><p><strong>Usurpation oder neuer Sender?<\/strong><\/p><p>Zum neuen mutma&szlig;lichen &bdquo;Pr&auml;sidenten&ldquo; Telesurs nominierte Juan Guaid&oacute; den in die USA exilierten Rechtsanwalt und ultrakonservativen Journalisten Leopoldo Castillo, der seine Karriere als Fernsehmoderator bei R&aacute;dio Caracas Televis&atilde;o (RCTV) begann und sp&auml;ter Unterhaltungsprogramme und Talkshows auf den Kan&auml;len Venevisi&oacute;n und Globovisi&oacute;n leitete, darunter &bdquo;Al&oacute; Ciudadano&ldquo;, ein Programm, das Castillo als Agitationsb&uuml;hne der Anti-Chavismo-Szene benutzte und den Ansager popul&auml;r machte.<\/p><p>Doch schon Castillos fr&uuml;her politischer Werdegang als Abgeordneter und sp&auml;ter als venezolanischer Botschafter in El Salvador in den 1980er Jahren wirft d&uuml;stere Schatten. W&auml;hrend dieser Zeit wurde er in Mittelamerika als &bdquo;Matacuras&ldquo; (&bdquo;Pfaffenm&ouml;rder&ldquo;) wegen seiner mutma&szlig;lichen Beteiligung an &bdquo;Operation Centaur&ldquo; bekannt; eine vom US-Senat untersuchte barbarische Aktion von Mitgliedern der salvadorianischen Streitkr&auml;fte zur Hinrichtung von Priestern, die der Linken zugerechnet wurden, und der u.a. Bischof Oscar Arnulfo Romero zum Opfer fiel.<\/p><p>Castillo erhielt <a href=\"https:\/\/www.diariolasamericas.com\/america-latina\/la-nueva-telesur-cambiara-nombre-y-operara-miami-n4191196\">folgenden Auftrag<\/a>: den Namen Telesur &auml;ndern, den Sender in Miami installieren und von dort aus nach Lateinamerika ausstrahlen. Was sich die US-Regierung darunter vorstellt, ist noch ein rundum geh&uuml;tetes Geheimnis. Ein Sender in Miami, und nicht in Caracas, ist jedenfalls ein neuer Sender. Doch vielleicht hat Telesur vergessen, Namen und Logo zu patentieren. Oder selbst wenn sie gesch&uuml;tzt sein sollten: Wen juckt&lsquo;s auf den Piraten-Galionen?<\/p><p>Titelbild: alexandersr\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Nach Pr&uuml;fung der einschl&auml;gigen rechtlichen und institutionellen Optionen habe ich beschlossen, einen Umstrukturierungs- und Rettungsprozess f&uuml;r Telesur einzuleiten, um den Sender in den Dienst von Wahrheit, Pluralit&auml;t, venezolanischer und regionaler Demokratie zu stellen&ldquo;, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/jguaido\/status\/1216529273496002561\">twitterte am vergangenen 12. Januar<\/a> Venezuelas selbsternannter &bdquo;Interimspr&auml;sident&ldquo; Juan Guaid&oacute; und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/jguaido\/status\/1216529267842076674\">begr&uuml;ndete seinen Beschluss<\/a> mit der Behauptung, &bdquo;seit seiner Gr&uuml;ndung<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57932\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":57933,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,41,182,11],"tags":[2573,1795,2565,951,2145,2071,2333,1418,2809,1800,1556,1333],"class_list":["post-57932","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-medienanalyse","category-medienkonzentration-vermachtung-der-medien","category-strategien-der-meinungsmache","tag-abrams-elliott","tag-chavez-hugo","tag-guaido-juan","tag-iran","tag-lateinamerika","tag-maduro-nicolas","tag-pompeo-mike","tag-regime-change","tag-telesur","tag-trump-donald","tag-usa","tag-venezuela"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/shutterstock_1425908951.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57932","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=57932"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57932\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57995,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57932\/revisions\/57995"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/57933"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=57932"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=57932"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=57932"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}