{"id":57992,"date":"2020-01-27T09:10:51","date_gmt":"2020-01-27T08:10:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57992"},"modified":"2020-01-27T10:46:14","modified_gmt":"2020-01-27T09:46:14","slug":"bemerkungen-zum-uschina-handelsabkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57992","title":{"rendered":"Bemerkungen zum US\/China-\u201eHandelsabkommen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Was &bdquo;Die M&auml;rkte&ldquo; aufatmen l&auml;sst und in der Presse als Schlussstrich unter einen fast zweij&auml;hrigen &bdquo;Handelsstreit&ldquo; zwischen den USA und China gefeiert wird, betrachtet der US-Wirtschaftsexperte <strong><a href=\"https:\/\/www.paulcraigroberts.org\/2020\/01\/18\/remarks-on-the-us-china-trade-deal\/\">Paul Craig Roberts<\/a><\/strong>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57992#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] etwas n&uuml;chterner: N&auml;mlich als kaschiertes Eingest&auml;ndnis einer gescheiterten US-Strategie, China mittels Z&ouml;llen einzuhegen. Der Artikel ist interessant. Susanne Hofmann hat ihn &uuml;bersetzt. Vielen Dank. Eine Nachbemerkung konnte ich mir nicht verkneifen. Siehe am Ende des Textes. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Bemerkungen zum US\/China-&bdquo;Handelsabkommen&ldquo;<\/strong><br>\n<em>von Paul Craig Roberts<\/em><\/p><p>Zun&auml;chst einmal muss man verstehen, dass es sich hier nicht um ein Handelsabkommen handelt. Vielmehr schreckt Trump vor Z&ouml;llen zur&uuml;ck, da er erkannt hat, dass die Z&ouml;lle auf US-Waren und f&uuml;r amerikanische Konsumenten anfallen, nicht f&uuml;r China. Trump verschleiert seinen R&uuml;ckzug, indem er von einem Handelsabkommen spricht. Chinas Part des Abkommens besteht darin, dem Kauf von US-Waren zuzustimmen, die es ohnehin erwerben wollte.<\/p><p>Der Sinn und Zweck von Z&ouml;llen liegt darin, heimische Produzenten vor ausl&auml;ndischer Konkurrenz zu sch&uuml;tzen, indem man den Preis importierter Waren anhebt. Was Trump, seine Regierung und die Finanzpresse nicht verstanden haben, ist, dass mindestens die H&auml;lfte des US-Handelsdefizits mit China von den Waren herr&uuml;hrt, deren Produktion nach China verlagert wurde, zum Beispiel von Unternehmen wie Apple, Nike und Levi. Wenn die Waren in die Vereinigten Staaten eingef&uuml;hrt werden, um dort an Amerikaner verkauft zu werden, z&auml;hlt die ins Ausland verlagerte Produktion global agierender US-amerikanischer Konzerne als Import. Daher treffen die Z&ouml;lle US-Firmen und US-Verbraucher. <\/p><p>Z&ouml;lle sind kein probates Mittel, um ausgelagerte US-Produktion wieder zur&uuml;ckzuholen. Wenn Trump oder irgendeine US-Regierung die Produktion aus dem Ausland wieder zur&uuml;ck in die Vereinigten Staaten holen m&ouml;chte, k&ouml;nnten sie dieses Ziel erreichen, indem sie die Besteuerung von Unternehmen &auml;nderte und zwar nach der Ma&szlig;gabe: Produziert eine US-Firma in den USA mit US-Arbeitskr&auml;ften f&uuml;r US-M&auml;rkte, gilt f&uuml;r ihren Gewinn ein niedriger Steuersatz. Stellt die Firma Produkte f&uuml;r den US-Markt im Ausland mit ausl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;ften her, sollte der Steuersatz so hoch sein, dass er die Arbeitskosten-Ersparnis mehr als wettmacht.    <\/p><p>Wie ich seit Jahren betone, hat die Verlagerung der US-Produktion ins Ausland den Vereinigten Staaten immense externe Kosten auferlegt. Arbeitspl&auml;tze der Mittelklasse sind verloren gegangen, Karrieren wurden beendet, der Lebensstandard ehemaliger US-Arbeiter und ihrer Familien ist gesunken. Die st&auml;dtischen und staatlichen Steuereinnahmen sind geschrumpft, was zur Folge hatte, dass die Daseinsvorsorge gek&uuml;rzt und kommunale und staatliche Rentenfonds ausgeh&ouml;hlt wurden. Und diese Liste l&auml;sst sich fortsetzen. Diese Kosten sind der wahre Preis der Gewinnsteigerungen aus den niedrigeren Lohnkosten und der Kostenersparnis aufgrund laxerer Auflagen im Ausland. Nur ein relativ &uuml;berschaubarer Kreis von F&uuml;hrungskr&auml;ften und Anteilseignern hat davon auf Kosten unz&auml;hliger Amerikaner profitiert.<\/p><p>Dies ist das Problem, das angegangen und korrigiert werden muss.<\/p><p><em><strong>Nachbemerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Wie die vom Autor vorgeschlagene h&ouml;here Besteuerung von Unternehmen, die Produktion nach au&szlig;en verlagert haben, aussehen soll, wie sie berechnet werden soll und wie sie rechtlichen Bestand haben soll, das m&ouml;chte ich mal sehen. Aber vielleicht t&auml;usche ich mich und Paul Craig Roberts wei&szlig; einen Weg.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Der US-amerikanische &Ouml;konom und Publizist Paul Craig Roberts (geboren 1939) war in den 1980ern Abteilungsleiter f&uuml;r Wirtschaftspolitik im Finanzministerium der Regierung Reagan. Er hat das wirtschaftspolitische Programm der Regierung Reagan mit dem Namen &bdquo;Reaganomics&ldquo; mitbegr&uuml;ndet. Au&szlig;erdem war Roberts Mitherausgeber und Kolumnist des <em>Wall Street Journal<\/em> und Kolumnist von <em>Business Week<\/em> und schreibt unter seiner Website <a href=\"http:\/\/www.paulcraigroberts.org\/\">paulcraigroberts.org<\/a> seit vielen Jahren gegen die aggressive US-Politik an.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was &bdquo;Die M&auml;rkte&ldquo; aufatmen l&auml;sst und in der Presse als Schlussstrich unter einen fast zweij&auml;hrigen &bdquo;Handelsstreit&ldquo; zwischen den USA und China gefeiert wird, betrachtet der US-Wirtschaftsexperte <strong><a href=\"https:\/\/www.paulcraigroberts.org\/2020\/01\/18\/remarks-on-the-us-china-trade-deal\/\">Paul Craig Roberts<\/a><\/strong>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57992#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] etwas n&uuml;chterner: N&auml;mlich als kaschiertes Eingest&auml;ndnis einer gescheiterten US-Strategie, China mittels Z&ouml;llen einzuhegen. Der Artikel ist interessant. 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