{"id":58008,"date":"2020-01-27T16:03:36","date_gmt":"2020-01-27T15:03:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58008"},"modified":"2020-01-27T16:34:21","modified_gmt":"2020-01-27T15:34:21","slug":"erstaunliche-einsichten-zur-bevoelkerungsentwicklung-beim-namensgeber-der-ruerup-kommission-dazu-ein-lesenswerter-text-aus-der-reformluege-denkfehler-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58008","title":{"rendered":"Erstaunliche Einsichten zur Bev\u00f6lkerungsentwicklung beim Namensgeber der R\u00fcrup-Kommission. Dazu ein lesenswerter Text aus der \u201eReforml\u00fcge\u201c: Denkfehler 5."},"content":{"rendered":"<p>Bert R&uuml;rup, fr&uuml;her einmal Vorsitzender der sogenannten Wirtschaftsweisen und dann als Partner der MaschmeyerR&uuml;rup AG wie auch bei anderen T&auml;tigkeiten ein ma&szlig;geblicher Minderer der Leistungsf&auml;higkeit der Gesetzlichen Rente und zugleich F&ouml;rderer und Nutznie&szlig;er der privaten Altersvorsorge ist jetzt Chef&ouml;konom des Handelsblatts. W&auml;hrend er jahrelang die Dramatisierung des demographischen Wandels auch gesch&auml;ftlich genutzt hat, betrachtet er heute die Entwicklung erstaunlich gelassen. Von dieser Entwicklung wollte ich unsere Leserinnen und Leser wenigstens unterrichten. Sie finden unten unter A. einen Auszug aus der Verlautbarung des &bdquo;Chef&ouml;konom&ldquo; vom 24. Januar und unter B. den Link auf meinen Text, der im August 2004 erschien und rundum aktuell ist. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><ol type=\"A\">\n<li><strong>Bert R&uuml;rup im Handelsblatt <\/strong><br>\n<strong>DER CHEF&Ouml;KONOM &ndash; 24.1.2020<\/strong><br>\n<strong>Deutschland kann erfolgreich altern<\/strong><br>\n<strong>Eine alternde Bev&ouml;lkerung ist eine Herausforderung, aber keine Bedrohung.<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/200127-Ruerup-und-die-Alterspyramide.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/downloads\/25467392\/4\/2020-01-24-der-chefoekonom-ueber-die-bevoelkerungsentwicklung.pdf\">Herunterladen<\/a><\/p>\n<p><em>Von Professor Bert R&uuml;rup<\/em><\/p>\n<p>Entgegen den fr&uuml;heren Prognosen schrumpft die Bev&ouml;lkerung in Deutschland nicht, sondern sie w&auml;chst seit geraumer Zeit. Die Zunahme hatte sich zuletzt zwar auf die niedrigste Zuwachsrate seit 2012 verringert, aber mit 83,2 Millionen Menschen erreichte die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr ein neues Allzeithoch. Das meldete am 17. Januar das Statistische Bundesamt.<\/p>\n<p>Zur Erinnerung: In allen amtlichen Bev&ouml;lkerungsprojektionen seit den 1990er Jahren wurde bis zum Beginn des vergangenen Jahrzehnts f&uuml;r das Jahr 2019 stets ein R&uuml;ckgang der deutschen Wohnbev&ouml;lkerung auf gut 80 Millionen erwartet &ndash; und alle Vorausberechnungen lagen damit weit daneben.<\/p>\n<p>Grund f&uuml;r diesen &uuml;berraschenden Bev&ouml;lkerungsanstieg ist die Nettozuwanderung. Ohne solche Wanderungsgewinne w&auml;re die Bev&ouml;lkerungszahl bereits seit 1972 zur&uuml;ckgegangen, denn seitdem starben jedes Jahr mehr Menschen als geboren wurden. Zudem ist es unstrittig, dass ein nicht unerheblicher Teil des Wirtschaftswachstums im Zuge des zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts Fahrt aufnehmenden und im vergangenen Jahr ausgelaufenen Aufschwungs letztlich auf dieser Bev&ouml;lkerungszunahme basierte.<\/p>\n<p>Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist Bev&ouml;lkerungswachstum aber nicht per se gesamtwirtschaftlich von Vorteil, genauso wenig wie eine schrumpfende Bev&ouml;lkerung zwingend von Nachteil f&uuml;r eine Gesellschaft sein muss. So kann insbesondere eine schnell steigende Bev&ouml;lkerung zu Wohnraumknappheit oder wachsender Arbeitslosigkeit und damit zunehmender Perspektivlosigkeit ganzer Bev&ouml;lkerungsschichten f&uuml;hren. Die Ungleichheit kann zunehmen und soziale Spannungen hervorrufen.<\/p>\n<p>&hellip;<\/p>\n<p>Aus den genannten Gr&uuml;nden wird in Deutschland der Altenquotient ab Mitte dieses Jahrhunderts zwar nicht zur&uuml;ckgehen, wohl aber sehr viel langsamer ansteigen, als in den kommenden fast drei Jahrzehnten. Von einem demografischen Kollaps kann dennoch keine Rede sein. Ein valider Grund zu einer nicht selten verbreiteten Endzeitstimmung besteht daher nicht.<\/p>\n<p>Im Gegenteil, anders als es die sattsam bekannten Horrormeldungen &uuml;ber die &bdquo;auf dem Kopf stehende Alterspyramide&ldquo; (Roman Herzog)&ldquo;, das &bdquo;Methusalem-Komplott&ldquo; (Frank Schirrmacher), das &bdquo;Schmelzen des produktiven Kerns&ldquo; (Gabor Steingart) oder die &bdquo;Deformierte Gesellschaft&ldquo; (Meinhard Miegel) suggerieren wollten ist eine steigende Lebenserwartung &ndash; auch bei einer niedrigen Geburtenrate &ndash; eine durchaus positive und erfreuliche Entwicklung.&nbsp;<\/p>\n<p>&hellip;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/konjunktur\/research-institute\/der-chefoekonom-24-1-2020-2020-01-24-der-chefoekonom-ueber-die-bevoelkerungsentwicklung\/25467392.html\">handelsblatt.com\/politik\/konjunktur\/research-institute\/der-chefoekonom-24-1-2020-2020-01-24-der-chefoekonom-ueber-die-bevoelkerungsentwicklung\/25467392.html<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Auszug aus Albrecht M&uuml;ller: Die Reforml&uuml;ge. Denkfehler 5: &bdquo;Wir werden immer weniger&ldquo;<\/strong><br>\nSeite 104 bis 114\n<p>In diesem 2004 erschienenen und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/200127-denkfehler-nr5.pdf\">hier verlinkten Text<\/a> war beschrieben worden, wie von Politikern, von Wissenschaftlern und von Publizisten<\/p>\n<ul>\n<li>die sogenannte &Uuml;beralterung, in besonderer &Uuml;bertreibung &bdquo;Vergreisung&ldquo; genannt, und<\/li>\n<li>die Tatsache, dass m&ouml;glicherweise 2050 oder wann auch immer hierzulande weniger Menschen leben,<\/li>\n<\/ul>\n<p>ma&szlig;los dramatisiert wurde. Vom &bdquo;sterbenden Volk&ldquo; war die Rede und vom &bdquo;Raum ohne Volk&ldquo;.<\/p>\n<p>Ich wies darauf hin, dass Prognosen ausgesprochen schwierig sind, dass Prognosen auch bisher schon immer wieder ge&auml;ndert werden mussten, dass fr&uuml;her schon sehr viel weniger Menschen in Deutschland gelebt haben, dass die Bev&ouml;lkerungsdichte in Deutschland im Vergleich zu anderen vergleichbaren Staaten beachtlich hoch ist, dass Ver&auml;nderungen der Geburtenrate m&ouml;glich sind und die Zuwanderungszahl ungewiss ist.<\/p>\n<p>Alles, was Bert R&uuml;rup jetzt entdeckt, konnte man auch anfangs des neuen Jahrhunderts, also vor 20 Jahren wissen. Aber damals haben alle diese vermeintlichen Experten dramatisiert, um die sogenannten wichtigen &bdquo;Reformen&ldquo; durchzusetzen; das hie&szlig; konkret, die Gesetzliche Altersvorsorge zusammen zu streichen und damit den Finanzdienstleistern vom Schlage Maschmeyer (R&uuml;rupMaschmeyer AG) sowie den Banken und Versicherungen neue Gesch&auml;ftsfelder zu er&ouml;ffnen und dies propagandistisch vorzubereiten.<\/p>\n<p>Bert R&uuml;rup teilt in seinem Text auch aus: er kritisiert die &bdquo;Horrormeldungen&ldquo; von Roman Herzog, Frank Schirrmacher, Gabor Steingart und Meinhard Miegel. Einen Teil dieser Dramatisierer hatte ich schon in &bdquo;Die Reforml&uuml;ge&ldquo; und in &bdquo;Machtwahn&ldquo; kritisiert. R&uuml;rup hat in seinem Text leider nicht erw&auml;hnt, dass Frank Schirrmacher eingesehen hat, dass seine Dramatisierung im Methusalem-Komplott nicht angebracht war. Daraus entstand dann fast so etwas wie eine Freundschaft zwischen ihm und den Machern der NachDenkSeiten. Siehe dazu auch eine &Auml;u&szlig;erung in seinem Essay &bdquo;<strong>Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat<\/strong>&ldquo; vom 15.11.2011 Quelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/buergerliche-werte-ich-beginne-zu-glauben-dass-die-linke-recht-hat-11106162.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bert R&uuml;rup, fr&uuml;her einmal Vorsitzender der sogenannten Wirtschaftsweisen und dann als Partner der MaschmeyerR&uuml;rup AG wie auch bei anderen T&auml;tigkeiten ein ma&szlig;geblicher Minderer der Leistungsf&auml;higkeit der Gesetzlichen Rente und zugleich F&ouml;rderer und Nutznie&szlig;er der privaten Altersvorsorge ist jetzt Chef&ouml;konom des Handelsblatts. 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