{"id":58031,"date":"2020-01-28T11:15:33","date_gmt":"2020-01-28T10:15:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58031"},"modified":"2020-01-28T16:54:35","modified_gmt":"2020-01-28T15:54:35","slug":"die-ard-zwischen-russischen-privatpartys-und-phrasen-von-der-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58031","title":{"rendered":"Die ARD zwischen \u201erussischen Privatpartys\u201c und Phrasen von \u201eder Wahrheit\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Ein ARD-Kommentar zum Auschwitz-Gedenken in Israel und eine ARD-Produktion &uuml;ber den eigenen Kampf f&uuml;r &bdquo;die Wahrheit&ldquo; lassen tief blicken in die fragw&uuml;rdige Verfassung des &ouml;ffentlich-rechtlichen Senders. Von <strong>Tobias Riegel<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4681\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-58031-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200128_Die_ARD_zwischen_russischen_Privatpartys_und_Phrasen_von_der_Wahrheit_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200128_Die_ARD_zwischen_russischen_Privatpartys_und_Phrasen_von_der_Wahrheit_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200128_Die_ARD_zwischen_russischen_Privatpartys_und_Phrasen_von_der_Wahrheit_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200128_Die_ARD_zwischen_russischen_Privatpartys_und_Phrasen_von_der_Wahrheit_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=58031-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200128_Die_ARD_zwischen_russischen_Privatpartys_und_Phrasen_von_der_Wahrheit_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200128_Die_ARD_zwischen_russischen_Privatpartys_und_Phrasen_von_der_Wahrheit_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Ein <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/kommentar\/yad-vashem-gedenken-kommentar-101.html\">Kommentar der ARD-Korrespondentin Sabine M&uuml;ller zum Auschwitz-Gedenken in Israel<\/a> schl&auml;gt noch immer hohe Wellen. Parallel dazu ist gerade eine ARD-Produktion &uuml;ber die eigene Arbeitsweise erschienen. Beides soll hier besprochen werden. M&uuml;ller &uuml;bt in dem Kommentar scharfe Kritik am Ablauf der Gedenkfeiern in Yad Vashem und unterstellt Israel und Russland ein &bdquo;unw&uuml;rdiges Verhalten&ldquo; und ein &bdquo;Kapern&ldquo; des Gedenkens: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Unw&uuml;rdig war dagegen, wie Israel und Russland diesen Gedenktag teilweise kaperten. Wie sie vor der offiziellen Veranstaltung sozusagen ihre eigene politische und erinnerungspolitische Privatparty feierten &ndash; mit neuen Verbalattacken gegen Polen und demonstrativ &uuml;berlangen bilateralen Gespr&auml;chen zwischen Ministerpr&auml;sident Benjamin Netanyahu und Pr&auml;sident Wladimir Putin.\n<\/p><\/blockquote><p>Putin und Netanyahu h&auml;tten die Einweihung eines Denkmals zur Erinnerung an die Belagerung Leningrads &bdquo;gnadenlos &uuml;berzogen&ldquo;, sie h&auml;tten Holocaust-&Uuml;berlebende und Staatschefs eine Dreiviertelstunde lang in Yad Vashem warten lassen &bdquo;wie bestellt und nicht abgeholt&ldquo;, so M&uuml;ller, die fortf&auml;hrt: &bdquo;Was ein w&uuml;rdiger Tag mit eindrucksvollen Signalen sein sollte, hinterl&auml;sst einen schalen Nachgeschmack.&ldquo;<\/p><p><strong>ARD erteilt deutsche Lektionen<\/strong><\/p><p>Als unw&uuml;rdig muss man aber viel eher diesen Kommentar und die in ihm zum Ausdruck gebrachte Haltung einer deutschen Journalistin gegen&uuml;ber jenen L&auml;ndern bezeichnen, deren Bev&ouml;lkerungen am schlimmsten unter deutschem Naziterror zu leiden hatten: Die Aussagen sind infam &ndash; aus dem Mund einer Journalistin des deutschen &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks bilden sie einen Skandal. Selbst der &bdquo;Tagesspiegel&ldquo;, der den groben journalistischen Fehlgriff teils noch verteidigt und Putin gar unterstellt, dieser &bdquo;inszeniere&ldquo; die Sowjetunion nur &bdquo;als Befreier&ldquo;, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/ard-kommentar-zum-holocaust-gedenken-wie-die-tagesschau-in-einem-proteststurm-landete\/25469888.html\">stellt dazu fest<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;An der falschen Tonalit&auml;t des Kommentars gibt es nichts zu diskutieren &ndash; der Begriff &sbquo;Privatparty&lsquo; ist an einem solchen Tag unangebracht. Die Juden wie Russland als Kernland der fr&uuml;heren Sowjetunion hatten die gr&ouml;&szlig;ten Opfer durch die Nationalsozialisten zu beklagen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Erheblich deutlicher wird &bdquo;RT&ldquo; <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/meinung\/97255-wurdig-und-unwurdig-ard-lasst\/\">in einem Kommentar<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Offenbar im Namen des heute in Deutschland grassierenden moralischen &Uuml;bermenschentums kommt die Journalistin zu dem Schluss, dass sich die anderen doch bitte nach den Deutschen richten sollten. Denn nat&uuml;rlich gedenken nur die Deutschen ihrer Verbrechen &sbquo;w&uuml;rdig&lsquo;,&nbsp;w&auml;hrend die anderen eine &sbquo;Privatparty&rsquo;&nbsp;feiern und den Gedenktag &sbquo;kapern&lsquo;.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Eitle Selbstbespiegelung: Die ARD als &bdquo;Nachtwache der Nation&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die ARD k&ouml;nnte sich nun eigentlich in Selbstkritik &uuml;ben. Doch ein aktueller (thematisch vom Gedenken unabh&auml;ngiger) Radiobeitrag geht in eine andere Richtung. Das <a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/audio\/wdr5\/wdr5-dok5-das-feature\/audio-das-ard-radiofeature---der-wahrheit-verpflichtet-100.html\">ARD-Feature &bdquo;Der Wahrheit verpflichtet&ldquo;<\/a> vereint in sich zahlreiche Defizite, die bei gro&szlig;en Medien (auch privaten) zu beobachten sind. Die Produktion ist eine aufwendige und gesch&ouml;nte Sicht auf die eigene Arbeit vor allem der &bdquo;Tagesschau&ldquo; und kann auch als Wei&szlig;waschung bezeichnet werden. Der Versuch der Darstellung als unaufgeregte und unbestechliche Streiter f&uuml;r &bdquo;die Wahrheit&ldquo; muss aber als gescheitert bezeichnet werden. So mutet bereits der Einstieg an wie eine Persiflage auf eine &bdquo;Spiegel&ldquo;-Reportage: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Drei Uhr Zwanzig. Hamburg-Blocksted. Nieselregen. Dunkelheit.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Diese Ballung von Widrigkeiten soll suggerieren: Die tapferen Journalisten der ARD  trotzen M&uuml;digkeit und Wetter. Genau so wollen sie sich sehen &ndash; und hemmungslos zeichnen sie dieses weichgezeichnete Bild von sich selber: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Nachtwache der Nation&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Man begleitet im Beitrag ARD-Mitarbeiter, die &bdquo;Agentur-Meldungen&ldquo; bearbeiten und &bdquo;Planungslisten&ldquo; sichten. Die &bdquo;Tageszusammenfassungen der Nacht&ldquo; (mutma&szlig;lich jene der gro&szlig;en Nachrichtenagenturen) geben den Redakteuren laut eigenen Worten &bdquo;schon mal einen kleinen &Uuml;berblick&ldquo;. Aber wie seri&ouml;s oder aber interessenbehaftet sind die genutzten Nachrichtenagenturen? Was ist &bdquo;wichtig&ldquo;, was wird beachtet, was wird dementsprechend verschwiegen oder nur halb erz&auml;hlt? Und angesichts eines vorgefundenen &bdquo;kleinen &Uuml;berblicks&ldquo; &ndash; braucht es da noch die sp&auml;ter als &uuml;bertriebene Verschw&ouml;rungsfiguren verh&ouml;hnten &bdquo;gleichgeschalteten Pressesprecher&ldquo;, um den groben Rahmen des Sagbaren bereits zu skizzieren? Ist diese &bdquo;Orientierung&ldquo; bereits eine behutsame &bdquo;Lenkung&ldquo;? <\/p><p><strong>Gro&szlig;e Worte, wenig Selbstkritik<\/strong><\/p><p>Um die eigene Rolle als &bdquo;Wache der Nation&ldquo; zu umschreiben, wird mit gro&szlig;en Worten nicht gegeizt: Immer wieder ist man einer &bdquo;Wahrheit&ldquo; verpflichtet, man will gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche &bdquo;Objektivit&auml;t&ldquo; und der &bdquo;Demokratie dienen&ldquo;. Aus den hohen &bdquo;Tagesschau&ldquo;-Einschaltquoten f&uuml;r jenen angeblichen &bdquo;letzten gemeinsamen Nenner&ldquo; in der ansonsten zerkl&uuml;fteten Nachrichtenwelt wird Verantwortung, aber offensichtlich auch Best&auml;tigung abgeleitet &ndash; so viel Best&auml;tigung, dass die Selbstkritik einmal mehr weitgehend auf der Strecke bleibt: Aber ohne Selbstkritik wird es keine Vers&ouml;hnung zwischen den &ouml;ffentlich-rechtlichen Sendern und ihrem Publikum geben, wie die NachDenkSeiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=55841\">in diesem Artikel<\/a> beschreiben.<\/p><p>Doch der Panzer der westlich-journalistischen Selbstgewissheit bekommt Risse. Zweifel kommen auf: &bdquo;Was ist noch wahr?&ldquo;, fragt sich bange nicht nur das Personal der &bdquo;Tagesschau&ldquo; angesichts der digitalen Konkurrenz. Eine Journalistin aus Peru erkl&auml;rt, dass es schon immer Desinformation gegeben habe, die Digitalisierung mache die &bdquo;Kontrolle der Wahrheit&ldquo; aber zunehmend schwierig. Die unhaltbare These, vor &bdquo;der Digitalisierung&ldquo; habe es einen intensiven Kampf gro&szlig;er westlicher Medienkonzerne f&uuml;r &bdquo;die Wahrheit&ldquo; gegeben, scheint immer wieder auf.<\/p><p><strong>Die &bdquo;Wahrheit&ldquo; als &bdquo;westliche&ldquo; Marke<\/strong><\/p><p>Die &bdquo;Wahrheit&ldquo; wird hier wie eine Marke betrachtet, auf die westliche Medienkonzerne ein Copyright angemeldet haben. Dieses Markenrecht wird aber &bdquo;zunehmend&ldquo; und weltweit von &bdquo;Autokraten&ldquo; bedroht. Eine gute Portion Heuchelei westlicher Medienkonzerne und eine verkitschte &Uuml;berh&ouml;hung der eigenen Rolle transportiert dieses von der ARD pr&auml;sentierte Zitat von Arthur Sulzberger von der &bdquo;New York Times&ldquo;: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Rund um den Globus zielt eine unerbittliche Kampagne gegen Journalisten &ndash; wegen der grundlegenden Rolle, die sie f&uuml;r eine freie und informierte Gesellschaft spielen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Solche salbungsvollen Worte ausgerechnet aus dem Hause NYT sind f&uuml;r informierte Medienkritiker schwer zu verdauen. In diese Richtung geht auch die Selbstdarstellung von Bastian Obermeyer von der &bdquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&ldquo;, der sich &bdquo;wundert&ldquo;, warum &bdquo;wir&ldquo; nicht mehr &bdquo;alle erreichen&ldquo;, obwohl die SZ doch &bdquo;nur Fakten pr&auml;sentieren&ldquo; w&uuml;rde. Auch das ist f&uuml;r informierte B&uuml;rger nur schwer zu akzeptieren aus dem Mund eines Journalisten, der etwa an der fragw&uuml;rdigen Aufmachung der &bdquo;Panama-Papers&ldquo; durch die SZ beteiligt war.<\/p><p>Druck und Angriffe auf Journalisten sollen hier keineswegs geleugnet oder verniedlicht werden. Kritisiert werden soll aber, wenn sich interessengeleitete Medienkonzerne den Heiligenschein der verfolgten Unschuld aufsetzen. <\/p><p><strong>Im Weltbild der ARD ist Medienkritik &bdquo;rechts&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die teils bedenkliche Rolle von westlichen Medien und Journalisten bei Umst&uuml;rzen in fremden L&auml;ndern oder beim neoliberalen Umbau der eigenen Gesellschaften wird in der ARD-Produktion so gut wie gar nicht thematisiert &ndash; allenfalls in allgemeinen Floskeln wie: &bdquo;Medien wurden schon immer kritisiert, das ist auch wichtig: Denn Medien sind m&auml;chtig.&ldquo; Wie genau sich diese Macht aber &auml;u&szlig;ert (in Kampagnen und dadurch indirekt in praktischer Politik) und dass westliche Medien (auch ARD etc) bei zahlreichen Themen diese Macht offenbar ausspielen und teils mutma&szlig;lich bestenfalls die halbe Wahrheit verbreiten, das bleibt v&ouml;llig unterbelichtet, selbst in den kurzen Passagen, in denen ein Bericht &uuml;ber die Konzentration und die K&uuml;rzungen bei (Privat-)Medien thematisiert wird. <\/p><p>Es kommen auch so gut wie keine ernstzunehmenden &bdquo;linken&ldquo; Kritiker der westlichen Medienlandschaft zu Wort &ndash; als h&auml;tte es die Aufregung &uuml;ber die Berichterstattung (auch der ARD) zum Maidan, &uuml;ber Russland, &uuml;ber Krieg und Frieden, &uuml;ber die wirtschaftsliberale Gesellschaftsordnung und viele andere kontroverse Themen nicht gegeben. Im Weltbild des ARD-Features kommt Medienkritik vor allem anderen von rechts und sie ist unseri&ouml;s. Auch Patrick Gensing vom &bdquo;Faktenfinder&ldquo; erkl&auml;rt, es seien &bdquo;immer die gleichen Reizworte&ldquo;. Auf Gef&uuml;hle zielen dabei vor allem die anderen. Wohl kaum zuf&auml;llig werden im Feature kaum kontroverse Themen behandelt, sonst h&auml;tte man sich dazu verhalten m&uuml;ssen. Statt um Russland oder den Putsch in Bolivien geht es etwa um die neue EU-Kommisarin oder um Erdbeben in Albanien. Darum wird auch nicht erkl&auml;rt, wie es geschehen konnte, dass etwa der Wunsch nach Entspannung mit Russland von vielen gro&szlig;en Medien in die &bdquo;rechte Ecke&ldquo; gestellt wurde. <\/p><p><strong>Inakzeptable Naivit&auml;t, eilte Selbstdarstellung<\/strong><\/p><p>Gew&uuml;rzt ist die gesch&ouml;nte und streckenweise eitle Selbstdarstellung durch inakzeptable Naivit&auml;t gegen&uuml;ber der Arbeitsweise und den Intentionen gro&szlig;er westlicher Medien. Diese haben anscheinend immer noch als &bdquo;die Guten&ldquo; zu gelten. So wird dem &bdquo;Spiegel&ldquo; und seiner angeblich umfassenden Doku-Abteilung ein unhaltbarer Vorschuss in Sachen Seriosit&auml;t gew&auml;hrt: &bdquo;Beim &sbquo;Spiegel&lsquo; tun die Experten das, was eigentlich Standard sein sollte.&ldquo; Eine Journalistin aus Peru verk&uuml;ndet in gro&szlig;er und unwidersprochener Blau&auml;ugigkeit: &bdquo;Fr&uuml;her waren journalistische Organisationen sowohl Verbreiter der Nachricht als auch Garanten der Fakten &ndash; so wurde die &ouml;ffentliche Sph&auml;re besch&uuml;tzt.&ldquo; <\/p><p>An manchen Szenen blitzt dann doch kurz echte Selbstkritik auf &ndash; etwa wenn es um die Kommentierung der neuen SPD-Spitze geht. An anderer Stelle werden aber (im Gegenteil)  irref&uuml;hrende &bdquo;Beispiele&ldquo; f&uuml;r &bdquo;Medienkritik&ldquo; angef&uuml;hrt. Dann hei&szlig;t es zwar, &bdquo;das Misstrauen gegen&uuml;ber Medien besteht zu Recht&ldquo;, doch dann werden als Belege f&uuml;r Gefahren durch Medien fast ausschlie&szlig;lich nichtwestliche Beispiele erw&auml;hnt: Russland, Hongkong, Myanmar &ndash; und zu all dem &auml;u&szlig;ern sich nat&uuml;rlich noch &bdquo;Reporter Ohne Grenzen&ldquo;, &uuml;ber deren fragw&uuml;rdige Wirkung die NachDenkSeiten etwa <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=51310\">in diesem Artikel<\/a> berichtet haben. Die Medienlandschaft etwa in Russland ist in diesem Text nicht das Thema &ndash; sie soll hier aber nat&uuml;rlich nicht prinzipiell von Defiziten freigesprochen werden. <\/p><p><strong>Trotz berechtigter Kritik: &Ouml;ffentlich-Rechtliche nicht abschaffen!<\/strong><\/p><p>Die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender m&uuml;ssen inhaltlich und personell reformiert werden, das zeigen die hier beschriebenen Zust&auml;nde einmal mehr. Warum man aber das wichtige &ouml;ffentlich-rechtliche Prinzip bei aller berechtigter inhaltlicher Kritik nicht abschaffen sollte, das haben <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=45023\">die NachDenkSeiten in diesem Artikel beschrieben<\/a>.<\/p><p>Ulrich Heyden berichtet in einem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58019\">aktuellen Beitrag auf den NachDenkSeiten<\/a> &uuml;ber das Gedenken in St. Petersburg an die eine Million Menschen, die bei der Blockade der Stadt durch die deutsche Wehrmacht starben. Dabei geht Heyden auch auf den hier thematisierten ARD-Kommentar ein:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich halte es f&uuml;r verh&auml;ngnisvoll, wenn man Opfer des deutschen Faschismus gegeneinander ausspielt. Solange wir nur um Juden, aber nicht auch um die Blockade-Opfer von Leningrad und die in deutschen Kriegsgefangenenlagern verhungerten sowjetischen Soldaten trauern, haben wir unsere Geschichte als Deutsche nicht aufgearbeitet und nicht die n&ouml;tigen Lehren gezogen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Titelbild: Mario Hagen \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein ARD-Kommentar zum Auschwitz-Gedenken in Israel und eine ARD-Produktion &uuml;ber den eigenen Kampf f&uuml;r &bdquo;die Wahrheit&ldquo; lassen tief blicken in die fragw&uuml;rdige Verfassung des &ouml;ffentlich-rechtlichen Senders. 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