{"id":58091,"date":"2020-01-30T09:00:48","date_gmt":"2020-01-30T08:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58091"},"modified":"2020-01-30T11:06:36","modified_gmt":"2020-01-30T10:06:36","slug":"combat-18-ein-verbot-mit-ungewollten-offenbarungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58091","title":{"rendered":"Combat 18 \u2013 ein Verbot mit ungewollten Offenbarungen"},"content":{"rendered":"<p>Am 23. Januar 2020 wurde die neonazistische Organisation &bdquo;Combat 18&ldquo; vom Bundesinnen- und Heimatminister Horst Seehofer (CSU) verboten. Das Verbot wurde bereits Mitte des letzten Jahres angek&uuml;ndigt. Als Begr&uuml;ndung f&uuml;r die &bdquo;Versp&auml;tung&ldquo; nannte man, dass man &bdquo;gerichtsfeste&ldquo; Beweise sammeln wollte, um das Verbotsverfahren ausreichend zu begr&uuml;nden. Warum diese Begr&uuml;ndung noch mehr eine Farce ist als das Verbot. Von <strong>Wolf Wetzel<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAm 23. Januar 2020 wurde &bdquo;Combat 18&ldquo; vom Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verboten. Combat 18 versteht sich als bewaffneter Arm von Blood &amp; Honour, eine neonazistische Organisation, die im Jahr 2000 verboten wurde.<\/p><p>Angek&uuml;ndigt wurde das Verbot Mitte letzten Jahres, als die antifaschistische Rechercheplattform &bdquo;Exif&ldquo; Bilder von Stephan Ernst ver&ouml;ffentlichte, dem die Ermittler den Mord an Walter L&uuml;bcke 2019 vorwerfen. Auf diesen ist er bei einem konspirativen Treffen von Combat 18 im Jahr 2019 zu sehen. Bilder, die das Gegenteil von dem beweisen w&uuml;rden, was der Verfassungsschutz angeblich von dem stadtbekannten Neonazi wusste: Nichts. Stephan Ernst sei dem Verfassungsschutz seit 2009 &bdquo;vom Schirm gerutscht&ldquo;. <\/p><p>Im Rahmen ehrenamtlicher &bdquo;Erinnerungsarbeit&ldquo; wurde wenig sp&auml;ter auf derselben Plattform ein weiteres Bild ver&ouml;ffentlicht, das Stephan Ernst in Chemnitz zeigt, im Rahmen einer Pegida-Demonstration im Herbst 2018.<\/p><p>All das will dem Verfassungsschutz entgangen sein?<\/p><p>Stattdessen wurde Stephan Ernst sofort und faktenfrei als &bdquo;Einzelt&auml;ter&ldquo; und zur&uuml;ckgezogener Familienvater gehandelt. Aufgrund dieser Ver&ouml;ffentlichungen mussten die polizeilichen Ermittlungen einen kleinen Schwenk vollziehen: Was kaum noch zu leugnen ist, wird in eine neue Version eingearbeitet. Nun habe sich Stephan Ernst v&ouml;llig unentdeckt und heimlich &bdquo;spontan radikalisiert&ldquo;. <\/p><p>Bemerkenswert an diesem Vorgang ist also, dass polizeiliche Ermittler zu Ver&ouml;ffentlichungen schweigen, die belegen, dass Stephan Ernst bis zu seiner Festnahme fest in Strukturen eingebunden war, die als &bdquo;Terrormaschine&ldquo; besungen werden. Dass Stephan Ernst lange und enge Beziehungen zu Combat 18 hatte, war den &bdquo;Sicherheitsbeh&ouml;rden&ldquo; bekannt. Gleichzeitig dementierte Combat 18 in einem Video, dass Stephan Ernst bei diesem Combat-18-Treffen 2019 dabei war. Ein g&auml;nzlich ungew&ouml;hnlicher Vorgang.<\/p><p>Und obwohl es also laut &bdquo;Sicherheitsbeh&ouml;rden&ldquo; keine aktuellen Verbindungen von Stephan Ernst, dem Mord an Walter L&uuml;bcke und Combat 18 gibt, k&uuml;ndigte der Bundesinnenminister Seehofer ein Verbot von Combat 18 an. Ein eklatanter Widerspruch: Stephan Ernst soll ein Einzelt&auml;ter sein und gleichzeitig droht man mit dem Verbot von Combat 18? <\/p><p>Die L&uuml;cke zwischen dem, was man zugibt, und dem, was man wei&szlig;, d&uuml;rfte extrem gro&szlig; sein. Man kann es auch anders durchbuchstabieren: Das angedrohte Verbotsverfahren ist eine ungewollte Anerkennung all der Fakten, von denen der Verfassungsschutz nichts gewusst haben will.<\/p><p><strong>Der bewusste Bruch einer &bdquo;goldenen Regel&ldquo;<\/strong><\/p><p>Das Verbot wurde also lange angek&uuml;ndigt und lie&szlig; ganze sechs Monate auf seine Umsetzung warten. Daf&uuml;r gab es auch eine Begr&uuml;ndung, die besch&auml;mend und entlarvend zugleich ist:<\/p><p><em>&bdquo;Die Fachleute im Bundesinnenministerium wollten sichergehen, dass das Verbot auch gerichtsfest ist.&ldquo;<\/em> (FAZ vom 24. Januar 2020) Mit dem Suchen nach Gr&uuml;nden wurde der Verfassungsschutz beauftragt.<\/p><p>Wenn also der Verfassungsschutz tats&auml;chlich erst Mitte 2019 Beweise suchen musste, um einen &bdquo;Verein&ldquo;, der seit Jahrzehnten offen den &bdquo;F&uuml;hrerlosen Widerstand&ldquo; (wie der NSU) propagiert, das Dritte Reich und Adolf Hitler verehrt und in konspirativen Zellen organisiert ist, dann g&auml;be es doch nur eine vern&uuml;nftige Konsequenz: Die sofortige Aufl&ouml;sung des Verfassungsschutzes!<\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich ist diese Begr&uuml;ndung absurd, denn der Verfassungsschutz wei&szlig; nicht nur viel &uuml;ber Combat 18 &ndash; er wei&szlig; mehr als genug. Denn genau das ist die (eigentliche) Aufgabe von V-Leuten, die der Verfassungsschutz &bdquo;f&uuml;hrt&ldquo;: Das Anwerben von Combat-18-Mitgliedern, um &uuml;ber sie Informationen zu erhalten, die verhindern sollen, dass (schwere) Straftaten geplant bzw. begangen werden k&ouml;nnen.<\/p><p>Und genau diese V-Leute bewegen sich seit Jahren in Combat-18-Zusammenh&auml;ngen. Sie gibt es und dieses Wissen auch! Dazu geh&ouml;rt unter anderen V-Mann und Combat-18-Mitglied Sebastian Seemann, der vom Verfassungsschutz NRW &bdquo;gef&uuml;hrt&ldquo; wurde.<\/p><p>Wenn also nicht nur antifaschistische Recherchegruppen &uuml;ber Mitglieder, Strukturen, Treffen und Zielsetzungen von Combat 18 Bescheid wissen, sondern eben auch der Verfassungsschutz, dann stellt sich die Frage, warum hat man mit der Verbotsverf&uuml;gung so lange gewartet, bis auch das letzte belastende Material beiseitegeschafft werden konnte.<\/p><p>Dass dieses Verbot mit Ansage kein Fehler ist und auch nicht auf fehlendes Beweismaterial zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, wei&szlig; auch die FAZ:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In den Sicherheitsbeh&ouml;rden gibt es eine goldene Regel: &Uuml;ber die Pr&uuml;fung von Verboten bestimmter Vereine wird nicht gesprochen. Doch diese Regel ist nicht die erste, die Horst Seehofer sehr eigenwillig interpretierte.&ldquo; (Faz vom 24. Januar 2020)\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Das Combat-18-Feld s&auml;ubern<\/strong><\/p><p>Warum wird also die &bdquo;goldene Regel&ldquo; gebrochen? Warum l&auml;sst man Combat 18 alle Zeit der Welt, um tipptopp die Verbotsverf&uuml;gung entgegenzunehmen? Wenn die offizielle Begr&uuml;ndung haltlos ist, dann gibt es andere schwerwiegende Gr&uuml;nde, so lange mit der Verbotsverf&uuml;gung zu warten, bis alles zu sp&auml;t ist. Die Rechercheplattform hat bereits im August 2019 eine Antwort f&uuml;r diese jahrzehntelange Betreuung von neonazistischen Strukturen gegeben:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Staat versucht derzeit das Thema C18 (Combat 18, d.V.) auszusitzen. Allenfalls werden M&ouml;glichkeiten sondiert, wie man &ndash; um dem &ouml;ffentlichen Druck nachzugeben &ndash; C18 Deutschland verbieten k&ouml;nnte ohne es zu zerschlagen, was meint: ohne die Positionen der Spitzel zu schw&auml;chen und ohne die F&auml;den aus der Hand zu geben. In der Logik seiner Geheimdienste, die B&amp;H\/C18 mit Spitzeln durchsetzt haben, funktioniert alles nach Plan. Deswegen gilt: Never change a running system.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dass wichtige, bedeutsame neonazistische Organisationen von V-Leuten als Spitzel durchsetzt sind, l&auml;sst sich an zwei Beispielen sehr eindringlich belegen:<\/p><p>Das NPD-Verbotsverfahren 2000 ist nicht daran gescheitert, dass es an &bdquo;gerichtsfesten&ldquo; Beweise gefehlt h&auml;tte, sondern an dem Fakt, dass zu viele V-Leute in der NPD &bdquo;mitwirkten&ldquo; und auf diese Einfluss nehmen konnten. Aufgrund dieses Staatsanteils kam das Gericht 2003 zu dem Schluss, dass &bdquo;<em>von Staatsfreiheit der F&uuml;hrungsebenen der Antragsgegnerin nach Einleitung des Verbotsverfahrens keine Rede sein (&hellip;) Also kann der Senat nicht beurteilen, welche Teile des ihm im Verbotsverfahren vorgelegten Materials von staatlich gef&uuml;hrten V-Leuten stammen und welche nicht.<\/em>&ldquo;<\/p><p>Der Th&uuml;ringer Heimatschutz\/THS war in den 1990er Jahren eine sehr einflussreiche neonazistische Kameradschaft in Th&uuml;ringen. Aus ihr ging der NSU hervor. Im Zuge der Ermittlungen und unabh&auml;ngiger Recherchen konnten &uuml;ber zwei Dutzend V-Leute enttarnt werden. Obwohl es also &bdquo;Quellen&ldquo; im &Uuml;berfluss gab, wurde dieses nicht f&uuml;r ein Verbotsverfahren genutzt. Und obwohl der Verfassungsschutz &uuml;ber genau diese V-Leute erfahren hat, wie der NSU entstanden ist, wie er sich im &bdquo;Untergrund&ldquo; einrichtet, will der Inlandsgeheimdienst dreizehn Jahre nichts von der Existenz des NSU gewusst haben. Gleichzeitig br&uuml;steten sich V-Leute damit, dass sie mit dem Geld vom Verfassungsschutz ihre Organisation f&uuml;ttern konnten und dass man im Schutz des Verfassungsschutzes machen kann, was man will. Einer der wichtigsten V-Leute im THS war Tino Brandt, der im Laufe seiner V-Mann-T&auml;tigkeit &uuml;ber 140.000 Euro kassierte. Gegen&uuml;ber dem Kameraden und Combat-18-Mann Thorsten Heise lobte er dieses traumhafte Zusammenwirken. Dieser fasst zusammen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Du hast Th&uuml;ringen aufgebaut, ohne Dich w&uuml;rde in Th&uuml;ringen nicht eine Struktur stehen. Ich bin ehrlich davon &uuml;berzeugt, dass Du immer ein nationaler Kamerad gewesen bist bis heute. Ich glaube nicht, dass Du f&uuml;r den Verfassungsschutz gearbeitet hast und Informationen weitergegeben hast, die die nicht sowieso schon wussten. Sondern ich wei&szlig; ja selber augenzwinkernd, wir haben so viele Sachen zusammen gemacht, &auml;h, &auml;h &hellip; wenn dann es an dem w&auml;re, dann &auml;h w&uuml;rden wir jetzt beide nicht hier sitzen.&ldquo; (&bdquo;Heimatschutz &ndash; Der Staat und die Mordserie des NSU&ldquo; Stefan Aust\/Dirk Laabs, S.122).\n<\/p><\/blockquote><p>Und wer noch daran glauben will, dass der Verfassungsschutz im Fall des NSU oder im aktuellen Fall &bdquo;blind&ldquo; sei, dem d&uuml;rfte es angesichts der folgenden Zahlen schwarz vor Augen werden: Im NSU-Netzwerk bewegten sich &uuml;ber 40 enttarnte V-Leute. Dabei kam es schon einmal vor, dass sich drei Neonazis trafen, von denen alle auch V-Leute waren.<\/p><p>Wenn man diese Erfahrungen und diese Praxis zusammennimmt, dann ist es naheliegend, dass die &bdquo;goldene Regel&ldquo; aus einem anderen Grund gebrochen wurde: Man brauchte die Zeit, um alle (gef&auml;hrdeten) V-Leute abzuziehen, um Spuren zu verwischen, um sich Erkl&auml;rungen, also Legenden, zurechtzulegen, um das Terrain zu &bdquo;s&auml;ubern&ldquo;, das man dann besenrein der Polizei &uuml;berl&auml;sst. Der &bdquo;Quellenschutz&ldquo; hat h&ouml;chste Priorit&auml;t, wie man im NSU-Prozess ein ums andere Mal erleben musste. Zugleich muss der &bdquo;Staatsanteil&ldquo; m&ouml;glichst unsichtbar gemacht werden, will man ein Debakel wie beim NPD-Verbotsverfahren vermeiden. Das ist eine sehr komplexe Aufgabe und braucht Zeit.<\/p><p>Es muss wohl diese sehr begr&uuml;ndete Annahme sein, die &bdquo;das Erste&ldquo; sofort auf den Plan gerufen hat. Anstatt das zu tun, was in einem solchen Fall angemessen w&auml;re, die daf&uuml;r genannten Fakten zu pr&uuml;fen, wurde Geisterbeschw&ouml;rung betrieben. Der ARD-Bericht bezieht sich auf die bereits angef&uuml;hrten EXIF-Recherchen und f&uuml;hrt dazu aus:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Dem Verfassungsschutz wird darin unterstellt, er habe in Wahrheit kein Interesse an einem Verbot. Die Organisation werde vielmehr bewusst am Leben gehalten, um als &ldquo;Honeypot&rdquo; extrem gewaltbereite Rechtsextremisten anzulocken, um diese mit Hilfe von Spitzeln in der Organisation kontrollieren zu k&ouml;nnen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Anstatt also Antworten darauf zu liefern, warum eine neonazistische Terrororganisation nicht bereits im Jahr 2000 verboten wurde, anstatt die Rolle von V-Leuten und die Bedeutung des &bdquo;Quellenschutzes&ldquo; zu beleuchten, gibt man dem Verfassungsschutz das Wort, der bekannterma&szlig;en die Quelle aller Erkenntnis ist:<\/p><p>&bdquo;Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios und des SWR hei&szlig;t es dazu im Verfassungsschutzverbund, dies sei &sbquo;<em>die &uuml;bliche Verschw&ouml;rungstheorie<\/em>&lsquo;. Tats&auml;chlich haben sowohl das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz als auch das Bundeskriminalamt in den vergangenen Monaten den Kampf gegen den Rechtsextremismus zur Priorit&auml;t erkl&auml;rt. Ziel ist, gewaltbereite rechtsextremistische Netzwerke besser zu erkennen und so rechtsterroristischen Attent&auml;tern zuvor zu kommen.&ldquo; (tagesschau.de vom 23.01.2020)<\/p><p><strong>Wurde Combat 18 &bdquo;vergessen&ldquo; zu verbieten?<\/strong><\/p><p>Es gibt eine weitere wichtige Frage, die man in Verbindung mit diesem Verbot von Combat 18 stellen muss, die sich eigentlich aufdr&auml;ngt: Warum wurde Combat 18 erst jetzt verboten? <\/p><p>Im Jahr 2000 wurde &bdquo;Blood &amp; Honour&ldquo; verboten, w&auml;hrend Combat 18, der bewaffnete Arm dieser neonazistischen Organisation unbehelligt blieb. Katharina K&ouml;nig-Preuss, Sprecherin f&uuml;r Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Th&uuml;ringer Landtag, meinte in der Presseerkl&auml;rung der Partei DIE LINKE, dass &bdquo;<em>beim &sbquo;Blood &amp; Honour&lsquo;-Verbot schlicht <strong>vergessen<\/strong> oder <strong>nicht beachtet<\/strong> (wurde), deren militanten und bewaffneten Arm &sbquo;Combat 18&rsquo; mit in die Verbotsverf&uuml;gung aufzunehmen.<\/em>&ldquo;<\/p><p>Man kann nur hoffen, dass das im besten Fall spa&szlig;ig gemeint war. Sie m&uuml;sste es besser wissen und man sollte dazu mehr sagen k&ouml;nnen. Es w&auml;re doch mehr als naheliegend zu fragen, warum Combat 18 nicht im Zusammenhang mit der Selbstenttarnung des NSU 2011 verboten wurde?<\/p><p>Im gesamten NSU-Komplex tauchen als einflussreiche, treue Unterst&uuml;tzer und Wegbegleiter immer wieder Combat-18-Mitglieder auf. Das ist kein Zufall, sondern ihrer gemeinsamen antisemitischen &Uuml;berzeugung, ihrer gemeinsamen faschistischen Strategie geschuldet. Beide vertreten das Konzept des &bdquo;f&uuml;hrerlosen Widerstandes&ldquo;, also des Kampfes im Untergrund, in unabh&auml;ngig voneinander operierenden Zellen, die mit allen Mitteln, auch mithilfe von Terror f&uuml;r ein &bdquo;Viertes Reich&ldquo; k&auml;mpfen. Combat-18-Mitglieder haben den NSU im Untergrund unterst&uuml;tzt, die Band &bdquo;Oidixie&ldquo; hat den faschistischen Terror besungen.<br>\nStanley R. verk&ouml;rpert wie kein anderer das enge Verh&auml;ltnis zwischen NSU und Combat 18. Stanley R., dessen Wohnung in Eisenach im Zuge der Verbotsverf&uuml;gung durchsucht wurde, gilt als &bdquo;Deutschland-Chef&ldquo; von Combat 18. <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Auf seiner Geburtstagsfeier im Jahr 2006 sollen auch die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe B&ouml;hnhardt gewesen sein.&ldquo; (FAZ vom 24. Januar 2020)\n<\/p><\/blockquote><p>Dasselbe enge Verh&auml;ltnis zum NSU hat Robin S., dessen Wohnung ebenfalls durchsucht worden war. Robin S. unterhielt (oder unterh&auml;lt) Briefkontakt zu Beate Zsch&auml;pe, dem angeblich letzten Mitglied des NSU. Laut polizeilichen Ermittlern arbeitet Robin S. am Wiederaufbau des verbotenen &bdquo;Blood &amp; Honour&ldquo;-Netzwerkes: &bdquo;Schon auf seinem Weg in den Untergrund war das &bdquo;Blood &amp; Honour&ldquo;-Netz in Chemnitz f&uuml;r das Terrortrio Mundlos, B&ouml;hnhardt und Zsch&auml;pe eine unverzichtbare St&uuml;tze. Ihr erste Geheimwohnung stellte ihnen ein Mitglied der hochkonspirativ agierenden Rechtsrockszene zur Verf&uuml;gung.&ldquo; (s.o.)<\/p><p>Dem lie&szlig;en sich noch zahlreiche Beispiele hinzuf&uuml;gen. Es gab also genug Gr&uuml;nde, bereits nach der Selbstenttarnung des NSU 2011 Combat 18 zu verbieten! Wenn also nicht die Beweise fehlten, dann gab es ganz offensichtlich andere Hindernisgr&uuml;nde. <\/p><p>Wenn man sich den NSU nicht selbst zusammengestellt h&auml;tte, wenn man ihn als das genommen h&auml;tte, was er ist: &bdquo;<em>Ein Netzwerk von Kameraden<\/em>&ldquo;, wenn man die ideologischen, politischen und pers&ouml;nlichen &Uuml;bereinstimmungen zwischen NSU und Combat 18 nicht geleugnet h&auml;tte, w&auml;re die &bdquo;Trio-Version&ldquo; nicht mehr zu halten gewesen und in sich zusammengefallen.<\/p><p>Es fehlte also nicht an Beweisen, um 2012ff Combat 18 zu verbieten oder gar wegen Mitgliedschaft\/Unterst&uuml;tzung einer terroristischen Vereinigung anzuklagen. Man wollte und musste um jeden Preis die Terror-Trio-Version vom NSU sch&uuml;tzen.<\/p><p>Diese Strategie wird bis heute auf Biegen und Brechen durchgehalten und von allen Regierungsparteien gedeckt. Das hat nicht nur zu NSU 2.0 (die Polizeizelle in Frankfurt) gef&uuml;hrt, zum Erstarken von neonazistischen Gruppierungen, die den &bdquo;f&uuml;hrerlosen Widerstand&ldquo; propagieren, wie Combat 18. Diese Strategie hat den Mord an Walter L&uuml;bcke mit zu verantworten, ein Mordfall, im dem alles auftaucht, was im Zuge der NSU-Aufkl&auml;rung verleugnet wurde.<\/p><p>Titelbild: Alexandros Michailidis\/shutterstock.com<\/p><p>Quellen und Hinweise:<\/p><ul>\n<li><em>Hochkonspirative, einzelne Zellen<\/em>, FAZ vom 24. Januar 2020<\/li>\n<li><em>Warum der Staat sich so schwer tut, gegen &sbquo;Blood &amp; Honour \/ Combat 18&lsquo; vorzugehen<\/em>, Exif vom 19. August 2019<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/wolfwetzel.de\/index.php\/2019\/06\/26\/v-manner-als-staatsanteil-im-nsu-netzwerk\/\"><em>V-M&auml;nner als Staatsanteil im NSU-Netzwerk<\/em><\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/entscheidungen\/bs20030318_2bvb000101.html\"><em>Das NPD-Urteil von 2003<\/em><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.die-linke-thl.de\/nc\/fraktion\/aktuell\/detail\/news\/combat-18-verbot-mit-schattenseiten\/\"><em>Pressemitteilung der Partei DIE LINKE zum Combat 18 &ndash; Verbot. Combat 18: Verbot mit Schattenseiten<\/em><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=52832\"><em>Mordfall L&uuml;bcke &ndash; Einzelt&auml;ter gesucht &hellip; und gefunden | Teil III<\/em><\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 23. Januar 2020 wurde die neonazistische Organisation &bdquo;Combat 18&ldquo; vom Bundesinnen- und Heimatminister Horst Seehofer (CSU) verboten. 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