{"id":5825,"date":"2010-06-08T09:22:22","date_gmt":"2010-06-08T07:22:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5825"},"modified":"2010-06-08T09:22:22","modified_gmt":"2010-06-08T07:22:22","slug":"hinweise-des-tages-1155","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5825","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Sparpaket; wenn alle das Gleiche denken; Steuerfahnder-Mobbing geht weiter; Steuersatz 25 Prozent; Obamas Finanzmarktreform zerredet; nur Island ermittelt gegen die Banken; sparen in Irland; Bankensteuern im Aus; Studiengeb&uuml;hren in NRW; blo&szlig; nicht sparen; Kalter Krieg wird pr&auml;sidiabel; Neues aus der Anstalt. (JK)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Sparpaket<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Wenn alle das gleiche denken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Steuerfahnder-Mobbing geht weiter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Ein Steuersatz von 25 Prozent f&uuml;r alle ist gerecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Obamas Finanzmarktreform &ndash; Zerredet, zerlegt, zerronnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Nur wir ermitteln gegen die Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Staatsziel sparen &ndash; so f&uuml;hlt sich Leben in Irland an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Investitionen in Bildung rechnen sich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Bye-bye, Bankensteuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Aus f&uuml;r globale Finanzsteuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Studiengeb&uuml;hren sind die h&ouml;chste H&uuml;rde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Blo&szlig; nicht sparen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Kalter Krieg wird pr&auml;sidiabel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">TV-TippNeues aus der Anstalt<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=5825&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Sparpaket<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Rechnung ohne die Realit&auml;t gemacht<\/strong><br>\nWenn die Koalition ihr Sparpaket als &ldquo;historisch&rdquo; feiert, trifft dies bestenfalls die halbe Wahrheit. In der Tat einmalig ist der Anspruch, &uuml;ber einen so langen Zeitraum in gro&szlig;er Dimension zu k&uuml;rzen. Doch umfangreiche Sparprogramme hat es immer wieder gegeben. Nur brachten sie nicht den erw&uuml;nschten Erfolg. Seit 1969 kommt der Bund nie ohne Kredite aus, obwohl die verschiedenen Regierungen vor allem seit den 1980er Jahren mehrfach die Ausgaben zusammenstrichen und auch vor Leistungseinschnitten nicht zur&uuml;ckschreckten.<br>\nEine geschichtliche Leistung k&ouml;nnte Schwarz-Gelb f&uuml;r sich reklamieren, wenn die hohen Anspr&uuml;che erf&uuml;llt w&uuml;rden. Dann m&uuml;sste es gelingen, die Schuldenh&ouml;he nachhaltig zu senken und die Weichen f&uuml;r einen dauerhaft ausgeglichenen Bundeshaushalt zu stellen. Damit sind bisher freilich alle Regierungen gescheitert.<br>\n&ldquo;Der Staat wird immer kleiner&rdquo;, meldete das Finanzministerium 2008 erfreut. Auch die internationale Wirtschaftsorganisation OECD war voll des Lobes. Ein wesentlicher Faktor war die Schrumpfkur des &ouml;ffentlichen Dienstes. Dessen Besch&auml;ftigtenzahl sank zwischen 1991 und 2008 um 1,6 Millionen auf 3,6 Millionen. Das Niveau der Vollzeitarbeitspl&auml;tze wurde fast halbiert. Auch bei den &ouml;ffentlichen Bildungsausgaben sparte die Politik in der Zeit vor dem Pisa-Schock, so dass Deutschland 2004 mit einem Anteil von 4,3 Prozent am Bruttoinlandsprodukt den viertletzten Platz der 27 L&auml;nder in der EU erreichte. Bei den Infrastrukturinvestitionen lag die Bundesrepublik mit 1,6 Prozent auf dem zweitletzten Platz.<br>\nAll dies f&uuml;hrte aber nicht zu soliden Staatsfinanzen, auch weil alle Regierungen &ndash; von Schwarz-Gelb in den 80er Jahren &uuml;ber Rot-Gr&uuml;n bis zur heutigen schwarz-gelben Koalition &ndash; die Einnahmen deutlich dr&uuml;ckten. Insbesondere die rot-gr&uuml;ne Entlastung f&uuml;r Unternehmen und Lohnsteuerzahler f&uuml;hrte zu &ldquo;einem drastischen R&uuml;ckgang der Steuerquote&rdquo; (Bofinger).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/2729123_Sparpaket-Rechnung-ohne-die-Realitaet-gemacht.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung G.K.:<\/strong> Die schwarz-gelbe Bundesregierung sowie neoliberal ausgerichtete Organisationen wie die OECD propagieren nach wie vor den &ldquo;schlanken Staat&rdquo;, der jedoch mehr und mehr zu einem magers&uuml;chtigen Staat mutiert. Die ma&szlig;geblich aus der neoliberalen Wirtschaftsideologie resultierenden Kosten der Finanz- und Wirtschaftskrise werden nun als Hebel f&uuml;r ein erneutes Zur&uuml;ckdr&auml;ngen des &ouml;ffentlichen Sektors missbraucht.<br>\nSo f&auml;llt bei den &ldquo;Sparbeschl&uuml;ssen&rdquo; ins Auge, da&szlig; Schwarz-Gelb lediglich dazu bereit ist, die Unternehmen und damit teileweise die Realwirtschaft st&auml;rker zu belasten. Die hohen Einkommen und die Spitzeneinkommen sowie die gro&szlig;en Verm&ouml;gen von Privatpersonen bleiben jedoch nahezu vollst&auml;ndig verschont, obwohl es wesentlich sinnvoller w&auml;re, dort den Hebel anzusetzen.<br>\nDie Bundesregierung lenkt den Blick ganz gezielt auf die Ausgabenseite des Staatshaushaltes, um auf diesem Wege jegliche Diskussion &uuml;ber eine st&auml;rkere steuerliche Belastung von verm&ouml;genden Privatpersonen im Keim zu ersticken.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Blick auf die Steuer- und Abgabenbelastung in europ&auml;ischen Vergleich zeigt folgendes Bild: Deutschland weist eine leicht unterdurchschnittliche Steuer- und Abgabenquote aus. In Prozent vom Bruttoinlandsprodukt betrugen die Steuern und Sozialversicherungsabgaben im Jahre 2007 (Quelle: <a href=\"http:\/\/epp.eurostat.ec.europa.eu\/cache\/ITY_PUBLIC\/2-22062009-AP\/DE\/2-22062009-AP-DE.PDF\">Eurostat [PDF &ndash; 200 KB]<\/a>)<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>in der Gesamt-EU (EU27) 39,8%<\/em><\/li>\n<li><em>in der Alt-EU (EU16) 40,4%<\/em><\/li>\n<li><em>in Deutschland 39,5%.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Bemerkenswert ist, dass die &ouml;konomisch sowie sozial- und gesellschaftspolitisch erfolgreichen skandinavischen Staaten eine deutlich h&ouml;here Steuer- und Abgabenquote aufweisen:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>D&auml;nemark 48,7%<\/em><\/li>\n<li><em>Schweden 48,3%<\/em><\/li>\n<li><em>Norwegen 43,6%<\/em><\/li>\n<li><em>Finnland 43,0%<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>W&uuml;rde Deutschland sich an der finnischen Steuer- und Abgabenquote in H&ouml;he von 43,0 Prozent orientieren, dann w&auml;ren die hiesigen staatlichen Einnahmen im Jahre 2007 um 85 Mrd. Euro h&ouml;her ausgefallen:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Bruttoinlandsprodukt Deutschland 2007: 2.428,2 Mrd. &euro;<\/em><\/li>\n<li><em>Differenz Steuer- und Abgabenquote Finnland zu Deutschland: 43,0% .\/. 39,5% = 3,5%<\/em><\/li>\n<li><em>Zus&auml;tzliche staatliche Einnahmen Deutschland: 2.428,2 Mrd. &euro; x 0,035 = 85 Mrd. &euro;.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Bei Ansatz der ungewichteten durchschnittlichen Steuer- und Abgabenquote Skandinaviens (45,9%) erg&auml;ben sich sogar staatliche Mehreinnahmen in H&ouml;he von 155 Mrd. &euro;.<\/em><\/p>\n<p><em>Statt neuer Sparorgien zu Lasten der sozial Schwachen und der daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf den privaten Verbrauch scheint es durchaus vertretbar, die hiesige Steuer- und Abgabenbelastung zumindest ein St&uuml;ck weit an das Niveau der skandinavischen Staaten heranzuf&uuml;hren. Die Umsetzung einer h&ouml;heren Steuer- und Abgabenquote lie&szlig;e sich in Deutschland am sinnvollsten v.a. &uuml;ber einen Anstieg der im internationalen Vergleich &auml;u&szlig;erst niedrigen Verm&ouml;gens- und Erbschaftssteuerbelastung sowie &uuml;ber eine Erh&ouml;hung des in den vergangenen Jahren drastisch abgesenkten Spitzensteuersatzes realisieren.<\/em><\/p>\n<ol type=\"A\">\n<li><em><strong>Verm&ouml;gens-, Erbschafts- und Grundsteuern (Quelle: OECD):<\/strong><\/em>\n<p><em>Im OECD-Vergleich liegen die staatlichen Einnahmen f&uuml;r diese Steuerarten in Prozent vom Bruttoinlandsprodukt in Deutschland an zweitletzter Position:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>&Ouml;sterreich 0,6%<\/em><\/li>\n<li><em>Deutschland 0,9% (*)<\/em><\/li>\n<li><em>Finnland 1,1% <\/em><\/li>\n<li><em>Portugal 1,1% <\/em><\/li>\n<li><em>Norwegen 1,2% <\/em><\/li>\n<li><em>Griechenland 1,4% <\/em><\/li>\n<li><em>Schweden 1,4% <\/em><\/li>\n<li><em>D&auml;nemark 1,9% <\/em><\/li>\n<li><em>Niederlande 1,9% <\/em><\/li>\n<li><em>Durchschnitt OECD 2,0% <\/em><\/li>\n<li><em>Italien 2,1% <\/em><\/li>\n<li><em>Durchschnitt Alt-EU 2,1% <\/em><\/li>\n<li><em>Belgien 2,3% <\/em><\/li>\n<li><em>Japan 2,5% <\/em><\/li>\n<li><em>Australien 2,8% <\/em><\/li>\n<li><em>USA 3,1% <\/em><\/li>\n<li><em>Spanien 3,3% <\/em><\/li>\n<li><em>Kanada 3,4% <\/em><\/li>\n<li><em>Frankreich 3,5% <\/em><\/li>\n<li><em>Gro&szlig;britannien 4,6%. <\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>(*) Die von der schwarz-roten sowie der schwarz-gelben Bundesregierung beschlossenen Senkungen der Erbschaftsteuer werden die ohnehin niedrigen staatlichen Einnahmen aus dieser Steuer nochmals nach unten dr&uuml;cken.<\/em><\/p><\/li>\n<li><em><strong>Spitzensteuersatz (Quelle: Eurostat):<\/strong><\/em>\n<p><em>Zahlreiche wirtschaftspolitisch erfolgreiche europ&auml;ische Staaten weisen Spitzensteuers&auml;tze deutlich oberhalb des deutschen Niveaus auf:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>D&auml;nemark 59,0% <\/em><\/li>\n<li><em>Schweden 56,4% <\/em><\/li>\n<li><em>Belgien 53,7% <\/em><\/li>\n<li><em>Niederlande 52,0% <\/em><\/li>\n<li><em>Finnland 50,1% <\/em><\/li>\n<li><em>&Ouml;sterreich 50,0%. <\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Hierzulande betr&auml;gt der Spitzensteuersatz inkl. Solidarzuschlag 44,3% (einschlie&szlig;lich der sog. &ldquo;Reichensteuer&rdquo;, die nur f&uuml;r sehr hohe Einkommen greift und f&uuml;r die es zudem viele Ausnahmen gibt: 47,5%).<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Die von den skandinavischen Staaten praktizierte Fiskalpolitik in Gestalt h&ouml;herer Steuer- und Abgabenquoten geht mit im Vergleich zu Deutschland niedrigeren staatlichen Defizitquoten einher. Im Jahre 2007 betrug die &ouml;ffentliche Verschuldung in Prozent vom Bruttoinlandsprodukt:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>in Deutschland: 65,1%<\/em><\/li>\n<li><em>in Norwegen: 52,0%<\/em><\/li>\n<li><em>in Schweden: 40,4%<\/em><\/li>\n<li><em>in Finnland: 35,1%<\/em><\/li>\n<li><em>in D&auml;nemark: 26,2%.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Das Beispiel Skandinaviens zeigt, da&szlig; ein &ouml;konomisch sowie sozial- und gesellschaftspolitisch sinnvoller Weg zum Abbau der staatlichen Haushaltsdefizite existiert. Die Erh&ouml;hung der Steuerbelastung der Spitzenverdiener sowie der Besitzer gro&szlig;er Verm&ouml;gen w&auml;re zudem mit nur geringen Belastungen f&uuml;r die Realwirtschaft verbunden, da dieser Personenkreis den Anstieg der Steuerbelastung durch eine R&uuml;ckf&uuml;hrung der sehr hohen Sparquoten kompensieren kann. Ein weiterer positiver Effekt: Dem &ldquo;internationalen Spielcasino&rdquo; w&uuml;rden geringere Sparguthaben der Spitzenverdiener zuflie&szlig;en, die Gefahr des Aufbaus neuer Spekulationsblasen w&uuml;rde somit reduziert werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Das gegenw&auml;rtig angespannte wirtschaftliche Umfeld, welches als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise nahezu weltweit durch ein starkes Ansteigen der staatlichen Haushaltsdefizite gepr&auml;gt ist, bietet, auch vor dem Hintergrund der neuen US-Administration, vergleichsweise g&uuml;nstige politische Rahmenbedingungen f&uuml;r eine Politikumkehr hin zu einer st&auml;rkeren steuerlichen Belastung der Spitzenverdiener und der Besitzer gro&szlig;er Verm&ouml;gen. Im Gegensatz zu den in Deutschland noch immer tonangebenden neoliberalen Kr&auml;ften gibt es in den US-Wirtschaftswissenschaften einflussreiche Vertreter, die einer Umkehrung der in den vergangenen Jahrzehnten betriebenen Umverteilungspolitik zu Gunsten der gesellschaftlichen &ldquo;Eliten&rdquo; positiv gegen&uuml;berstehen. Dies gilt in besonderem Ma&szlig;e f&uuml;r die US-Professoren und Nobelpreistr&auml;ger Joseph Stiglitz sowie Paul Krugman. F&uuml;r die &ldquo;sozialdemokratisch&rdquo; orientierten Kr&auml;fte in Europa sowie in &Uuml;bersee bietet eine den Namen &ldquo;Steuerreform&rdquo; verdienende Neuausrichtung der Fiskalpolitik.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Sparpaket &ndash; Sanierung des Haushalts durch K&uuml;rzungen<\/strong><br>\nNach Ansicht von Clemens Fuest, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Bundesfinanzministeriums, muss die Bundesregierung bei der Sanierung des Haushalts die Sozialausgaben k&uuml;rzen und den erm&auml;&szlig;igten Mehrwertsteuersatz weitgehend abschaffen.<br>\n<strong>Clemens Fuest:<\/strong> &hellip; Leistungen bei den Arbeitslosen zu k&uuml;rzen, ist sicherlich nicht das, was man im Kern als gestaltendes Sparen ansieht. Aber auch bei diesen Leistungen muss man neben den Bed&uuml;rfnissen der Arbeitslosen, die nat&uuml;rlich legitim sind, auch sich die Frage stellen, gibt es vielleicht bestimmte Leistungen, die die Arbeitaufnahme eher verhindern?<br>\nUnd beim Sparen sollte man also auch das im Blick haben, das hei&szlig;t was sind die Wirkungen auf den Arbeitsmarkt, und wenn man eben k&uuml;rzt, dann sollte man nicht bei denjenigen k&uuml;rzen, die nun beim besten Willen keine Besch&auml;ftigung bekommen, sondern vielleicht dort, wo Leistungen eher Anreize schaffen, nicht zu arbeiten.<br>\n<strong>Degenhardt:<\/strong> Aber trotzdem wird ja eigentlich immer zuerst im Bereich Arbeit und Soziales gespart. Woran liegt das, weil da am meisten zu holen ist oder weil von dort vielleicht mit dem wenigsten Widerstand zu rechnen ist?<br>\n<strong>Fuest:<\/strong> Na ja, in der Vergangenheit ist in diesen Bereichen eigentlich immer am wenigsten gespart worden, anders als oft behauptet wird. Es ist dort immer mehr ausgegeben worden und das Ergebnis sehen wir heute.Die ganz gro&szlig;en Brocken im Bundeshaushalt sind eben die Sozialausgaben, und wenn man den Bundeshaushalt sanieren soll, will, dann kommt man gar nicht drum herum, eben auf<br>\ndie gro&szlig;en Ausgabenposten zu gucken, und das sind nun mal bedauerlicherweise die Sozialausgaben.<br>\nDegenhardt: Was ist &uuml;berhaupt mit den sogenannten Reichen, den Besserverdienern, m&uuml;ssen die vielleicht ein bisschen mehr bluten als in der Vergangenheit vielleicht &uuml;ber eine h&ouml;here Erbschaftssteuer? Oder sch&uuml;ren wir jetzt schon wieder Sozialneid?<br>\n<strong>Fuest:<\/strong> Also dieses alte Motto &ldquo;Die Reichen sollen mal zahlen&rdquo; funktioniert deshalb nicht, weil es so viele Reiche nun auch wieder nicht gibt. Das hei&szlig;t, wenn man so sich vorstellt, na ja vielleicht nicht die Reichen, aber vielleicht die Besserverdienenden, dann ist man doch relativ schnell wieder nah an der Mittelschicht.<br>\nUnd das hat eben einfach damit zu tun, dass es in Deutschland eben eine breite Mittelschicht gibt, eine Schicht von Leistungstr&auml;gern &ndash; die sind aber heute schon sehr stark mit Abgaben belastet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/interview\/1197927\/\">dradio.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Quasi als Best&auml;tigung des oben gesagten. Die wirtschaftspolitische Borniertheit des Herren Fuest schl&auml;gt wirklich alles. Und dieser Mann ist Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Bundesfinanzministeriums? Wer solche Berater hat &hellip;<br>\nDazu sollte man noch einmal darauf verweisen: <a href=\"?p=5626\">&ldquo;Rezension: Ulrike Herrmann: Hurra, wir d&uuml;rfen zahlen&rdquo;<\/a><br>\nSowie auf die Verm&ouml;gensverteilung in Deutschland. Wie kann man allen ernstes so einen Unsinn verzapfen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Koalition ohne Kredit<\/strong><br>\n&ldquo;Solide Finanzen&rdquo; soll das neue gemeinsame Projekt von Union und FDP hei&szlig;en. Grunds&auml;tzlich klingt das nicht unsympathisch. Die Konsolidierung der maroden Staatsfinanzen w&uuml;rde eine Mehrheit der Bev&ouml;lkerung wohl unterst&uuml;tzen &ndash; wenn ihnen das Vorhaben glaubw&uuml;rdig und die Belastungen gerecht verteilt erscheinen.<br>\nBeide Anspr&uuml;che aber l&ouml;st das schwarz-gelbe Sparpaket nicht ein. Wer von Eltern, Hartz-IV-Empf&auml;ngern oder Staatsdienern harte Opfer verlangt, der kann nicht Hoteliers ein unsinniges Steuergeschenk von einer Milliarde Euro hinterherwerfen. Auch aus systematischen Gr&uuml;nden h&auml;tte die Regierung als ersten Schritt diese irrwitzige Entscheidung vom Jahresanfang korrigieren m&uuml;ssen. Doch dazu fehlt ihr ebenso die Kraft wie zu einer kr&auml;ftigen Anhebung der Erbschaftsteuer auf internationales Niveau oder einer Erh&ouml;hung des Spitzensatzes der Einkommensteuer, die selbst vom Wirtschaftsrat der CDU gefordert wurde.<br>\nGanz offensichtlich will Merkel die zuletzt arg gebeutelte FDP nicht weiter provozieren. Wer aber derart gro&szlig;z&uuml;gig Lobby-Gruppen bedient und einseitig auf Einnahmen des Staats verzichtet, der kann beim B&uuml;rger kaum auf Verst&auml;ndnis hoffen, wenn der den Rotstift zu sp&uuml;ren bekommt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/?em_cnt=2729212&amp;em_loc=1775\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>&raquo;Es geht CDU und FDP in erster Linie um die Kassenlage&laquo;<\/strong><br>\nDie Koalition k&uuml;rzt bei den Menschen, denen das Wasser ohnehin schon bis zum Hals steht. Gespr&auml;ch mit Ulrich Thien<br>\nUlrich Thien ist Referatsleiter Soziale Arbeit beim Caritasverband f&uuml;r die Di&ouml;zese M&uuml;nster<br>\n<strong>jW:<\/strong> Die CDU\/FDP-Bundesregierung will jetzt Sozialleistungen f&uuml;r Arbeitslose k&uuml;rzen: Beispielsweise werden das Elterngeld f&uuml;r Hartz IV-Bezieher und das &Uuml;bergangsgeld vom Arbeitslosengeld I zum Arbeitslosengeld II abgeschafft. Wie wird sich das auswirken?<br>\n<strong>Thien:<\/strong> Es ist nicht in Ordnung, wieder einmal den Sparstift bei sozial Benachteiligten anzusetzen. Nun wird das &Uuml;bergangsgeld gestrichen: Bisher erhielten Alleinstehende im ersten Jahr bis zu 160 Euro im Monat, Verheiratete bis zu 320 Euro, im zweiten Jahr halbierten sich die Betr&auml;ge. Das ist eine drastische Einbu&szlig;e!<br>\nZu merken ist, da&szlig; es CDU und FDP nicht um die Menschen geht, sondern einzig um die Kassenlage. Weiterhin soll an Rentenversicherungsbeitr&auml;gen und Elterngeld gespart werden. Das trifft auch die j&uuml;ngere Generation, insbesondere Alleinerziehende. Die sollten mit dem Elterngeld Luft bekommen, sich um ihre Kinder zu k&uuml;mmern. Kindergeld steht ihnen nicht zur Verf&uuml;gung, weil es angerechnet wird &ndash; insofern hatten Hartz-IV-Bezieher schon immer eine vergleichsweise schwierige Situation. Und das wird jetzt noch schlimmer.<br>\n<strong>jW:<\/strong> FDP-Generalsekret&auml;r Christian Lindner argumentierte: &raquo;Nicht alle sozialen Wohltaten der Gro&szlig;en Koalition k&ouml;nnen wir uns heute noch leisten.&laquo; War das fr&uuml;her von der SPD\/Gr&uuml;nen-Bundesregierung eingef&uuml;hrte Hartz IV jemals &raquo;eine Wohltat&laquo;?<br>\n<strong>Thien:<\/strong> Nein, niemals! Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes im Februar 2010 hat verdeutlicht, da&szlig; die Grundsicherung f&uuml;r Kinder und Erwachsene nicht angemessen und menschenunw&uuml;rdig ist. Die Verfassungsrichter hatten die Bundesregierung aufgefordert nachzubessern. Mit der Spardebatte hat sie aber bereits vorgegeben, da&szlig; sich bei einer Neuberechnung nichts verbessern wird. Das kann ja wohl nicht wahr sein!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/06-08\/026.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Pla&szlig;mann: Sparpaket<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/?em_cnt=2729212&amp;em_src=965875&amp;em_ivw=fr_meitop\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Jemand muss das endlich mal bezahlen!<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/stuttmann.de\/karikaturen\/kari_20100607_Gelebt.gif\">stuttmann<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wenn alle das gleiche denken<\/strong><br>\nJetzt ist es offiziell. Wie Wirtschaftsminister Br&uuml;derle gestern verk&uuml;nden lie&szlig;, stehen die Institute fest, die k&uuml;nftig die Fr&uuml;hjahrs- und Herbstgutachten f&uuml;r die Regierung machen sollen. Und was auf den ersten Blick nach &ldquo;weiter so&rdquo; aussieht, erweist sich bei n&auml;herer Betrachtung als eine ziemlich groteske Neudefinition der Gutachten. Schluss mit Meinungsvielfalt. Die Empfehlungen kommen k&uuml;nftig allesamt aus altbekannter Richtung &ndash; die d&uuml;rfte dem Minister auch passen d&uuml;rfte. Eine absurde Entwicklung angesichts der Tatsache, dass die &Ouml;konomie gerade in einer ziemlich herben Krise steckt und der Wettbewerb von Meinungen f&uuml;r einen Neustart dringender denn je w&auml;re.<br>\n&ldquo;Mit Blick auf die vor uns liegenden wirtschaftspolitischen Herausforderungen ist es wichtig, mit der Gemeinschaftsdiagnose ein zentrales Instrument der &ouml;konomischen Politikberatung in guten H&auml;nden zu wissen,&rdquo; lie&szlig; Br&uuml;derle gestern ausrichten. Das hat zumindest etwas unfreiwillig Komisches. Sehr viel Widerspruch zur eigenen Weltsicht d&uuml;rfte der Minister k&uuml;nftig in der Tat nicht mehr kriegen, was nicht unbedingt hei&szlig;t, dass das die wirtschaftspolitischen Herausforderungen l&ouml;st.<br>\nDie Gemeinschaftsdiagnose wird bis einschlie&szlig;lich Fr&uuml;hjahr 2013 von vier Bietergemeinschaften um Ifo, RWI, Kieler Institut und IWH erstellt, man k&ouml;nnte auch sagen: von vier neoklassischen Denkgemeinschaften mit gelegentlichen nuancierten Ausfl&uuml;gen in verbotene Welten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=2418&amp;blogId=10\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Steuerfahnder-Mobbing geht weiter<\/strong><br>\nNeuer Eklat in der Aff&auml;re um vier hessische Steuerfahnder, die mit falschen psychiatrischen Gutachten zwangspensioniert wurden, nachdem sie gegen gro&szlig;e Banken und im CDU-Schwarzgeldskandal ermittelt hatten: Weil die hessischen Regierungsparteien CDU und FDP die Untersuchung der Aff&auml;re durch eine Vielzahl von Antr&auml;gen behindern, wollen die Landtagsfraktionen von SPD und Gr&uuml;nen beim Hessischen Staatsgerichtshof Klage erheben.<br>\nDer hessische Landtag hatte in seiner Sitzung vom 28. Januar den Einsetzungsantrag von SPD und Gr&uuml;nen beschlossen, zugleich jedoch den Untersuchungsauftrag durch einen Antrag von CDU und FDP gegen den Willen der Opposition durch Zusatzfragen ma&szlig;geblich ver&auml;ndert. So solle untersucht werden, &ldquo;inwieweit im Vorfeld des Untersuchungsausschusses zur Erm&ouml;glichung dieses Untersuchungsausschusses Kontakt der vier Steuerbeamten zu Abgeordneten des Hessischen Landtages bestand&rdquo;.<br>\nZudem solle auch die Krankheitsgeschichte der Steuerfahnder en detail durchleuchtet werden. CDU-Generalsekret&auml;r Peter Beuth hatte erkl&auml;rt, es gelte zu zeigen, dass die vier Fahnder &ldquo;querulatorische, sich selbst &uuml;bersch&auml;tzende Durchschnittsbeamte&rdquo; seien. Die Opposition vermutet nun, dass CDU und FDP die Erweiterung der Untersuchung nutzen wollen, um die Fahnder weiter zu diffamieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/?em_cnt=2728381&amp;em_loc=2091\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ein Steuersatz von 25 Prozent f&uuml;r alle ist gerecht<\/strong><br>\nSchwarz-Gelb spart. Doch das wird nicht reichen, sagt Paul Kirchhof. Im Interview erkl&auml;rt der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, warum er eine Steuerreform f&uuml;r unumg&auml;nglich h&auml;lt &ndash; und die Zeit daf&uuml;r jetzt so g&uuml;nstig sei wie noch nie.<br>\n<strong>Kirchhof:<\/strong> Wir brauchen nicht nur &Auml;nderungen auf der Ausgabenseite des Bundeshaushalts, sondern auch auf der Einnahmenseite des Staates. Wir brauchen deshalb eine grundlegende Steuerreform.<br>\n<strong>Frage:<\/strong> Da sagen Sie etwas Gro&szlig;es. Kanzlerin Angela Merkel soll gemeinsam mit ihrem Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble parallel zur Notfallsanierung des Bundes auch noch eine zweite Mammutaufgabe stemmen?<br>\n<strong>Kirchhof:<\/strong> Es ist unumg&auml;nglich, denn das Steuerrecht ist noch perfider als die Schuldenlawine f&uuml;r die Bundesb&uuml;rger. Die ist wenigstens &ouml;ffentlich, sie ist sichtbar. Schlie&szlig;lich muss die Bundesregierung ihre viel zu hohen Ausgaben wenigstens einmal im Jahr offenlegen.<br>\n<strong>Frage:<\/strong> Sie meinen mit der Aufstellung des Bundeshaushalts?<br>\n<strong>Kirchhof:<\/strong> Genau. Dar&uuml;ber gibt es dann sogar eine Debatte im Parlament. Die Steuerregeln aber m&uuml;ssen nie regelm&auml;&szlig;ig und &ouml;ffentlich gerechtfertigt werden. Sie belasten die Bundesb&uuml;rger quasi aus dem Verborgenen heraus.<br>\n<strong>Frage:<\/strong> Was w&auml;re Ihr Vorschlag?<br>\n<strong>Kirchhof:<\/strong> Die Steuers&auml;tze radikal senken, daf&uuml;r Steuergeschenke streichen.<br>\n<strong>Frage:<\/strong> Sie glauben wirklich daran, dass Steuersenkungen zur Realit&auml;t werden k&ouml;nnen, obwohl zugleich Ausgaben gestrichen werden?<br>\n<strong>Kirchhof:<\/strong> Ja, derzeit wird durch viele Subventionen und Steuerbeg&uuml;nstigungen eine Menge Kapital fehlgeleitet und vernichtet. Was wir brauchen ist ein Weniger an Geld und ein Mehr an Freiheit. Am Ende k&auml;men wir mit einem Regelsteuersatz von 25 Prozent, schlimmstenfalls 27 Prozent, aus. Weil das Streichen der Privilegien die Milliardenlast auf der Einnahmenseite kompensiert.<br>\n<strong>Frage:<\/strong> Mit diesem Vorschlag haben Sie doch schon im Bundestagswahlkampf 2005 Probleme bekommen. Und der Zielsteuersatz von einheitlich 25 Prozent f&uuml;r alle Arbeitnehmer ist bis heute nur eine Vision geblieben.<br>\n<strong>Kirchhof:<\/strong> Vor f&uuml;nf Jahren habe ich es wohl vers&auml;umt, das Konzept meinen eigenen Mitstreitern hinreichend zu erl&auml;utern. Das Steuermodell als solches aber &uuml;berzeugt mittlerweile sogar die Steuerberater. Und in jeder Veranstaltung, in der ich spreche, springt der Funke &uuml;ber. Weil die Menschen eines sp&uuml;ren: Es geht mir mit diesem Konzept um Gerechtigkeit.<br>\n<strong>Frage:<\/strong> W&uuml;rde uns diese Doppelsanierung des Staates denn helfen, die Wirtschaftskrise schneller hinter uns zu lassen? Deutschland braucht jetzt schnell mehr Arbeitspl&auml;tze. Auch das wird vielfach als eine Frage der Gerechtigkeit betrachtet.<br>\n<strong>Kirchhof:<\/strong> Die 25-Prozent-Regel w&uuml;rde ungeheuerliche Erneuerungselemente freisetzen, und sie ist l&auml;ngst nicht mehr pure Illusion. Schlie&szlig;lich hat der Gesetzgeber diese Regel bereits f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen umgesetzt. Jetzt stellt beispielsweise der verfassungsrechtliche Gleichheitssatz die Frage, ob der Gesellschafter einer GmbH nur 25 Prozent Steuern auf seinen Kapitalgewinn zahlen soll, der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer aber 45 Prozent auf seine Arbeitseink&uuml;nfte. Der Ma&szlig;stab muss gleich sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,druck-699191,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Eigentlich nur interessant um zu zeigen wer hier wieder alles im Windschatten der Spardebatte segelt. Herr Kirchhof dreht, sekundiert vom Spiegel, die immer gleiche Gebetsm&uuml;hle.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Obamas Finanzmarktreform &ndash; Zerredet, zerlegt, zerronnen<\/strong><br>\nBarack Obama macht Tempo, schon im Juli will der US-Pr&auml;sident sein Finanzmarktgesetz unterzeichen. Doch der gro&szlig;angelegte Masterplan ist zum Ref&ouml;rmchen geschrumpft &ndash; und mehr als 1400 Wall-Street-Lobbyisten tun alles, um auch diesen Mini-Umbau noch zu entsch&auml;rfen.<br>\nIst das Gesetz ein gelungener Wurf oder nur eine belanglose H&uuml;lle?<br>\nDoch bis dahin ist noch viel zu tun: Das Repr&auml;sentantenhaus verabschiedete seine Version des Gesetzes im Dezember, der Senat seine im Mai. Und darin liegt das Problem. Nun muss der Vermittlungsausschuss die insgesamt rund 3270 Seiten zu einem Kompromiss verr&uuml;hren, der beiden Kammern schmeckt. &ldquo;Ich habe meinen gesamten Terminkalender f&uuml;r Juni leerger&auml;umt, um das hinzukriegen&rdquo;, sagte Barney Frank, der demokratische Vorsitzende des Ausschusses, dem TV-Sender CNBC.<br>\nDie Zeit wird er brauchen. Denn erst bei solchen Verhandlungen nehmen Gesetze ihre eigentliche Form an. Die Finanzmarktreform droht dabei allerdings ein tristes Fallbeispiel daf&uuml;r zu werden, wie ein gro&szlig;es, mit viel Hoffnung und Rhetorik gef&uuml;lltes Polit-Projekt am Ende zu einer belanglosen Veranstaltung schrumpft.<br>\nAuf den ersten Blick scheint das Reformpaket ein &uuml;berraschend gelungener Wurf zu sein, sowohl die Fassung des Repr&auml;sentantenhauses (1705 Seiten) als auch die Senatsvariante (1566 Seiten). Die &ldquo;New York Times&rdquo;, die &ldquo;Washington Post&rdquo; und das &ldquo;Wall Street Journal&rdquo; lobten die Pl&auml;ne, die &uuml;ber die Erwartungen vieler Zweifler deutlich hinausgehen, wortgleich als &ldquo;weitreichend&rdquo;.<br>\nDie Wall Street werde weitermachen wie bisher, sagen Top-Banker.<br>\nAuf den zweiten Blick aber zeigt sich, dass die kniffligsten Details ausgespart wurden. Viele Kernpunkte, die den Wall-Street-Kritikern am wichtigsten waren, wurden herausgenommen &ndash; oder so diffus formuliert, dass sie folgenlos bleiben d&uuml;rften.<br>\n&ldquo;Es h&auml;tte viel schlimmer kommen k&ouml;nnen&rdquo;, sagt ein Top-Banker SPIEGEL ONLINE erleichtert. &ldquo;Bei uns atmen alle auf. Abgesehen von ein paar populistischen Zugest&auml;ndnissen wird die Wall Street weitermachen wie bisher.&rdquo;<br>\nBei dem US-Pr&auml;sidenten klingt das ganz anders: Die Finanzkrise sei eine Konsequenz der &ldquo;r&uuml;cksichtslosen und unverantwortlichen Spekulationen der Wall Street&rdquo;, donnerte Obama k&uuml;rzlich bei einem Auftritt in Illinois. Die Banken h&auml;tten die Wall Street als ein &ldquo;gro&szlig;es Casino&rdquo; betrieben. &ldquo;Wir brauchen eine Reform nach gesundem Menschenverstand. Wir brauchen sie jetzt.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,druck-699072,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Nur wir ermitteln gegen die Banken<\/strong><br>\nIslands Geldinstitute m&uuml;ssen den Ermittlern alle Beweise &uuml;bergeben, freut sich &Oacute;lafur Th&oacute;r Hauksson &ndash; und wundert sich, dass in anderen L&auml;ndern die Verursacher der Finanzkrise ungeschoren bleiben. \n<p><strong>Finanzkrise in Island<\/strong><br>\n<strong>Crash:<\/strong> Im Herbst 2008 brachte der Kollaps der drei gr&ouml;&szlig;ten isl&auml;ndischen Banken, Kaupthing, Glitnir und Landsbankin, das Land an den Rande des Staatsbankrotts. Seine Schulden betrugen mehr als das Zehnfache des Bruttoinlandsprodukts.<br>\n<strong>Folgen:<\/strong> Die isl&auml;ndische Krone verlor zeitweise bis zu 80 Prozent ihres Wertes. Viele Isl&auml;nder hatten in den Boomjahren Kredite in ausl&auml;ndischer W&auml;hrung aufgenommen, die sie nun kaum zur&uuml;ckzahlen konnten. Die Arbeitslosenquote stieg auf einen H&ouml;chststand von fast 10 Prozent.<br>\n<strong>Aufarbeitung:<\/strong> Ein vom Parlament eingesetzter Untersuchungsausschuss legte im April einen mehr als 2.000 Seiten umfassenden Bericht vor, der vor allem die Verantwortlichen auf politischer Seite benennt. F&uuml;r die Verfolgung der Straftaten im Bankensektor wurde der Sonderermittler &Oacute;lafur Th&oacute;r Hauksson eingesetzt. Er wird von der Antikorruptionsspezialistin Eva Joly beraten.<br>\n<strong>Verfahren:<\/strong> Anfang Mai gab es die ersten Verh&ouml;re und Festnahmen. Vier Spitzenmanager der Kaupthing-Bank sa&szlig;en zeitweise in Untersuchungshaft und erwarten nun ihren Prozess.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/nur-wir-ermitteln-gegen-die-banken\/\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Es geht offenbar auch anders als bei uns. Aber wenn schon Herr Ackermann und der Deutschland-Chef von Goldmann-Sachs zu den engsten Ratgebern der Bundeskanzlerin geh&ouml;ren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Staatsziel sparen &ndash; so f&uuml;hlt sich Leben in Irland an<\/strong><br>\nIrlands strikter Sparkurs wird als Gegenmodell zu Griechenland gefeiert. Unsere Reporterin erz&auml;hlt, wie es den Menschen damit geht.<br>\nBrian Lenihan ist stolz auf sein Land. Er sei selbst &ldquo;verbl&uuml;fft &uuml;ber die F&auml;higkeit der Iren, Schmerz zu ertragen&rdquo;, sagte der irische Finanzminister vor einigen Monaten. &ldquo;In Frankreich w&uuml;rden alle auf die Barrikaden gehen.&rdquo; Das irische Volk erduldet dagegen ohne gro&szlig;e Proteste, was Lenihan ihm zumutet. W&auml;hrend Krisenstaaten wie Griechenland, Spanien und Portugal erst in den vergangenen Wochen m&uuml;hsam Sparpakete durchgesetzt haben, b&uuml;rdete sich Irland schon vor zwei Jahren ein radikales K&uuml;rzungsprogramm auf. F&uuml;r die meisten Iren sind die Einschnitte ein Schock, galt doch ihr Land bis 2007 als Musterbeispiel f&uuml;r wirtschaftlichen Erfolg.<br>\nAllein in diesem Jahr will Lenihan vier Milliarden Euro einsparen. Daf&uuml;r erh&ouml;hte er die Steuern, kappte die Geh&auml;lter im &ouml;ffentlichen Dienst, das Arbeitslosengeld und andere Sozialleistungen. Bis 2014 soll Irland das EU-Defizitkriterium von drei Prozent wieder einhalten. Schon bejubeln &Ouml;konomen Irland erneut als Vorzeigenation. Doch l&auml;ngst nicht alle Iren sind so begeistert von der Spardisziplin.<br>\n&ldquo;Stell dir vor, du leihst mir jeden Tag 500 Euro und ich betrinke mich damit jeden Tag da dr&uuml;ben in dem Pub&rdquo;, sagt David McWilliams. Irlands bekanntester &Ouml;konom zeigt aus dem Fenster des Dubliner Abbey Theatres auf eine heruntergekommene Eckkneipe. Der zappelige Rotschopf erkl&auml;rt die Folgen seines kleinen Beispiels. Erstens: Er habe dann wohl &ldquo;wie die meisten Iren&rdquo; ein Alkoholproblem, klar. Zweitens und wichtiger: Die Steuereinnahmen gingen hoch, das Bruttoinlandsprodukt w&uuml;rde steigen, die Staatsschulden sinken. &ldquo;Ein h&uuml;bscher Effekt, aber ist das nachhaltige Politik? Nein.&rdquo;<br>\n   Doch genauso habe Irland die vergangenen zehn Jahre Wirtschaftspolitik gemacht. Wie &ldquo;die Verr&uuml;ckten&rdquo; h&auml;tten die Iren Geld geliehen und damit die Wirtschaft angeheizt. Handwerker bauten sich Villen, der Mittelstand fuhr f&uuml;nfmal im Jahr in Urlaub, und die Autos mussten neu sein. &ldquo;Wir haben eure BMWs und Miele-Waschmaschinen gekauft, aber mit eurem Geld.&rdquo; Deutschland sei einer der gr&ouml;&szlig;ten Finanziers Irlands. Irische Banken schuldeten den deutschen Banken zur Stunde 127 Milliarden Euro. Das sei mehr als das Bruttoinlandsprodukt Irlands. &ldquo;Und seien wir mal ehrlich: Das Geld seht ihr nie wieder.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article7925754\/Staatsziel-sparen-so-fuehlt-sich-Leben-in-Irland-an.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Bemerkenswert finde ich die Aussage des irischen &Ouml;konomen David McWilliams. Deswegen sollte Frau Merkel endlich aufh&ouml;ren mit dem Finger auf andere zu zeigen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Investitionen in Bildung rechnen sich<\/strong><br>\nMit Einsparungen bei der Bildung verschenken Bundesl&auml;nder Wirtschaftswachstum<br>\nAngesichts klammer Kassen in Bund und L&auml;ndern verweist die Bertelsmann Stiftung darauf, dass durch bessere Bildung in Deutschland bis zum Jahr 2090 ein zus&auml;tzliches Bruttoinlandsprodukt (BIP) von insgesamt 2.800 Milliarden Euro erwirtschaftet werden k&ouml;nnte. Das geht aus einer Studie hervor, die der M&uuml;nchener Bildungs&ouml;konom Ludger W&ouml;&szlig;mann vor einigen Monaten im Auftrag der Stiftung vorgelegt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/bst\/hs.xsl\/nachrichten_101271.htm\">Bertelsmann Stiftung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Beachtenswert ist allerdings deren Doppelz&uuml;ngigkeit. Einerseits den schlanken Staat predigen, andererseits vor K&uuml;rzungen im Bildungsbereich warnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Bye-bye, Bankensteuer<\/strong><br>\nDie Bundesregierung k&ouml;nnte die Einnahmen aus einer Bankensteuer gut gebrauchen. Doch die Finanzminister der wichtigsten Industriestaaten k&ouml;nnen sich nicht auf die Abgabe verst&auml;ndigen &ndash; sie belassen es bei einer Erkl&auml;rung.<br>\nDie Finanzminister der 20 f&uuml;hrenden Industrienationen sind daran gescheitert, eine weltweite Abgabe f&uuml;r Banken zu vereinbaren. Auch bei ihrem Treffen im s&uuml;dkoreanischen Busan konnten sie sich nicht auf eine gemeinsame Linie einigen, wie die Finanzinstitute an den Kosten der Finanzkrise beteiligt werden k&ouml;nnen.<br>\nIn der gemeinsamen Erkl&auml;rung der Minister wird weder eine Bankenabgabe noch eine andere Steuer f&uuml;r Finanzinstitute erw&auml;hnt. Stattdessen verweisen sie darauf, dass es unterschiedliche Mittel und Wege gebe, die Banken an den Kosten der milliardenschweren Rettungspakete der letzten zwei Jahre zu beteiligen. Damit d&uuml;rfte es auch auf dem Gipfeltreffen in Kanada in drei Wochen nicht zu einer Entscheidung f&uuml;r ein gemeinsames Vorgehen kommen. Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble dr&auml;ngte dennoch auf eine Entscheidung: &ldquo;Die M&auml;rkte brauchen weniger Erkl&auml;rungen, sie brauchen mehr Taten.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/2.220\/nach-dem-g-treffen-in-suedkorea-bye-bye-bankensteuer-1.954386\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Aus f&uuml;r globale Finanzsteuer<\/strong><br>\nDie Hoffnungen auf eine weltweite Finanzsteuer haben sich zerschlagen. Die f&uuml;hrenden Schwellen- und Industriel&auml;nder konnten sich auf dem G20-Gipfel der Finanzminister und Notenbankchefs im s&uuml;dkoreanischen Busan nicht auf eine gemeinsame Reaktion auf die Finanzkrise verst&auml;ndigen. Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) pl&auml;dierte daf&uuml;r, dass Europa mit einem eigenen Vorsto&szlig; voranschreitet. Er wolle Entscheidungen, sagte Sch&auml;uble. Es m&uuml;sse Schluss sein damit, dass niemand zu Hause handele mit der Begr&uuml;ndung, eine weltweite Finanzsteuer sei die noch bessere L&ouml;sung.<br>\nWiderstand gegen eine globale Bankenabgabe leisten L&auml;nder wie Japan, Kanada, Australien und Brasilien, deren Banken ohne staatliche Rettungspakete durch die Krise gekommen sind. In ihrer Abschlusserkl&auml;rung lassen die G20-Finanzminister jedem Land freie Hand und erkennen an, dass es &ldquo;verschiedene Politikans&auml;tze&rdquo; gebe. Die Staats- und Regierungschefs der G20 sollen sich daher auf ihrem Gipfel in drei Wochen im kanadischen Toronto lediglich auf &ldquo;Prinzipien&rdquo; verst&auml;ndigen, wie Steuerzahler gesch&uuml;tzt und die Risiken durch Spekulationen begrenzt werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2725331_G20-Gipfel-Aus-fuer-globale-Finanzsteuer.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Um dieses Ergebniss zu erahnen musste man wirklich kein Prophet sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Studiengeb&uuml;hren sind die h&ouml;chste H&uuml;rde<\/strong><br>\nDie Konzepte f&uuml;r eine m&ouml;gliche Ampel-Regierung in Nordrhein-Westfalen sind weit gediehen: Nach Informationen der Frankfurter Rundschau hat die FDP Ideen entwickelt, wie sie sich mit SPD und<br>\nGr&uuml;nen in den gr&ouml;&szlig;ten Knackpunkten einigen k&ouml;nnte. So diskutieren die Liberalen, die umstrittenen Studiengeb&uuml;hren von 500 Euro pro Semester zu halbieren und durch ein gr&ouml;&szlig;eres Stipendienangebot zu erg&auml;nzen.<br>\nGr&ouml;&szlig;ter Knackpunkt am Dienstag werden die Studiengeb&uuml;hren sein. Denn Bildung als das Thema Nummer Eins soll direkt auf der Tagesordnung stehen. SPD und Gr&uuml;ne haben im Wahlkampf versprochen, den Tausender &ldquo;Uni-Maut&rdquo; pro Jahr abzuschaffen. FDP-Verhandlungsf&uuml;hrer Andreas Pinkwart aber hatte sie als Wissenschaftsminister h&ouml;chstpers&ouml;nlich eingef&uuml;hrt. Ohne Gesichtsverlust kann sich der Wirtschaftsprofessor kaum davon verabschieden. Ein Kompromiss aus reduzierten Geb&uuml;hren plus einer sozialen F&ouml;rderung k&ouml;nnte allen Beteiligten entgegenkommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/2725478_NRW-Gespraeche-Studiengebuehren-sind-die-hoechste-Huerde.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Mal sehen wann die SPD umf&auml;llt. Dann wird aber niemand Wahlbetrug schreien, garantiert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Blo&szlig; nicht sparen<\/strong><br>\nBei der Lekt&uuml;re der FAZ vom Freitag d&uuml;rften Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble und alle Mitstreicher in Sachen Staatsausgaben nicht schlecht gestaunt haben. &ldquo;Eine starre Schuldenbremse, wie sie jetzt f&uuml;r Deutschland vorgesehen ist&rdquo;, k&ouml;nne &ldquo;nicht der richtige Weg sein&rdquo;, vielmehr drohe mit ihr &ldquo;der Weg in die Depression&rdquo;, hei&szlig;t es dort. Und: &ldquo;Es w&auml;re fatal, wenn ein falsches, weil einseitig negatives Verst&auml;ndnis der Staatsschulden die integrierende Weltwirtschaft zerst&ouml;ren und damit die freie Marktwirtschaft im Kern besch&auml;digen w&uuml;rde.&rdquo;<br>\nBevor der gemeine FAZ-Leser nun seinerseits in die Depression f&auml;llt, weil er sein Leib- und Magenblatt auf dem Weg weg von der rechten Gesinnung w&auml;hnt: Der sich &uuml;ber eine ganze Seite im Wirtschaftsteil erstreckende Artikel stammt nicht etwa von einem dieser verblendeten Keynesianer, die von jeher staatlichem Schuldenmachen das Wort reden, Gott beh&uuml;te! Autor ist Carl Christian von Weizs&auml;cker, der sich nach eigenen Angaben &ldquo;philosophisch&rdquo; zu Friedrich August von Hayek bekennt, dem Oberguru der (neo-)liberalen Bewegung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/2725326_Kolumne-Bloss-nicht-sparen.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Entspricht vom Tenor dem heutigen Beitrag Albrecht M&uuml;llers. Aber doppelt h&auml;lt ja bekanntlich besser.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Kalter Krieg wird pr&auml;sidiabel<\/strong><br>\nDie Nominierung des Pr&auml;sidentenbewerbers von SPD und Gr&uuml;nen wirkt verst&ouml;rend. In einer Zeit des Demokratie-Schwunds wird ein Erneuerer gebraucht, kein Restaurator<br>\nH&auml;tte sich die Linkspartei den historischen Ritterschlag abholen k&ouml;nnen? H&auml;tte sie den Pr&auml;sidentenbewerber von SPD und Gr&uuml;nen nicht auch zu ihrem Kandidaten erkl&auml;ren sollen? Vom Rudel fortgerissen werden, ab sofort mit den W&ouml;lfen heulen, ankommen auf dem Trampelpfad des taktischen Kalk&uuml;ls &ndash; ist das nichts? Ein Bekenntnis zum pensionierten Akten-Zar versprach Absolution und Ankunft im rot-gr&uuml;n-roten Bereitstellungsraum. Abordnungen der Linken w&auml;re es demn&auml;chst m&ouml;glicherweise erspart geblieben, statt &uuml;ber die Zukunft eines Bundeslandes wie Nordrhein-Westfalen verhandeln zu d&uuml;rfen &uuml;ber die DDR-Vergangenheit examiniert zu werden. Kurzum, winkte das Elysium totaler Koalitionsf&auml;higkeit, bis Gesine L&ouml;tzsch und Klaus Ernsabwinkten, als ihnen der Name Gauck unterkam? Um eines gleich zu sagen: die beiden Parteivorsitzenden verweigerten sich allein deshalb zu recht, weil die Linke auf der Suche nach dem Aspiranten der Opposition nicht beteiligt, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt wurde.<br>\nSolange sich Gr&uuml;ne und Sozialdemokraten mit Vorliebe als Gegner auff&uuml;hren, um den potenziellen Partner auszubooten, werden sie die Linke damit stigmatisieren und disziplinieren. Daf&uuml;r b&uuml;rgt die Bestellung des Pfarrers aus Rostock. Wof&uuml;r sonst? Es l&auml;sst sich &ndash; au&szlig;er vielleicht Marianne Birthler und Wolf Biermann &ndash; kein Besserer finden, der h&auml;lt, was er zu Zeiten seines Direktorats in der Akten-Beh&ouml;rde stets von Neuem versprach: einen unvers&ouml;hnlichen, jedes Differenzierungsverm&ouml;gen aussparenden Blick auf all das, was einst DDR hie&szlig; oder war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1022-kalter-krieg-wird-praesidiabel\">der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>TV-Tipp: Neues aus der Anstalt<\/strong><br>\nZDF &ndash; Dienstag, 08.06.2010 22:15 &ndash; 23:00 Uhr<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.anstalt.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/31\/0,1872,4291327_idDispatch:9674072,00.html\">ZDF<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Sparpaket; wenn alle das Gleiche denken; Steuerfahnder-Mobbing geht weiter; Steuersatz 25 Prozent; Obamas Finanzmarktreform zerredet; nur Island ermittelt gegen die Banken; sparen in Irland; Bankensteuern im Aus; Studiengeb&uuml;hren in NRW; blo&szlig; nicht sparen; Kalter Krieg wird pr&auml;sidiabel; Neues aus der Anstalt. (JK)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5825","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5825","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5825"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5825\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5834,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5825\/revisions\/5834"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5825"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5825"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5825"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}