{"id":58464,"date":"2020-02-16T09:00:16","date_gmt":"2020-02-16T08:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464"},"modified":"2020-02-14T09:38:47","modified_gmt":"2020-02-14T08:38:47","slug":"hinweise-der-woche-147","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h01\">Cryptoleaks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h02\">Deutschlands Klimaplan l&auml;sst weiter auf sich warten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h03\">Die Heartland Lobby<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h04\">Der Brexit &ndash; ein Sieg des Establishments<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h05\">America: Land of Make-Believe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h06\">Der Elefant im Dunkeln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h07\">Spanien: &ldquo;Die &Auml;rmsten werden im Stich gelassen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h08\">Das gro&szlig;e Island-Abenteuer der deutschen Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h09\">Warburg Bank im Cum-Ex-Skandal: Hamburg verzichtete auf 47 Millionen Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h10\">Wenn Kinderarmut erwachsen wird &hellip;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h11\">Die Agenda 2010 war ein N&auml;hrboden f&uuml;r den Rechtspopulismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h12\">Abschied von der Mittelschicht &ndash; Die prek&auml;re Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h13\">Faktenmangel statt Fachkr&auml;ftemangel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h14\">Eigent&uuml;mer der Medienkonzerne: von Familienunternehmen und Patriarchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h15\">Man lernt immer dazu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58464#h16\">Martin Sonneborn im EU-Parlament &ndash; Satire?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7221&amp;email=1.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Cryptoleaks<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Riesige Spionage-Operation der CIA lief &uuml;ber die Schweiz<\/strong><br>\nEine Zuger Firma verkaufte Chiffrierger&auml;te an die halbe Welt &ndash; mit einer Hintert&uuml;r f&uuml;r den US-Geheimdienst. Der Bundesrat er&ouml;ffnet eine Untersuchung.<br>\nEine der weitreichendsten und erfolgreichsten Geheimdienstaktionen seit dem Zweiten Weltkrieg fliegt nun auf &ndash; mit der Schweiz im Zentrum. Damit die USA die Kommunikation ausl&auml;ndischer Regierungen, Milit&auml;rs und Diplomaten mitlesen konnten, begannen sie vor einem halben Jahrhundert, &uuml;ber die im Kanton Zug beheimatete Crypto AG manipulierte Chiffrierger&auml;te zu verkaufen. Das Gesch&auml;ft mit insgesamt 130 L&auml;ndern florierte jahrzehntelang und lief bis vor kurzem weiter. 2018 wurde die Crypto AG aufgel&ouml;st.<br>\n&Uuml;ber eine Liechtensteiner Briefkastenfirma hatte der US-Geheimdienst CIA die Zuger Firma ab den 70er-Jahren kontrolliert. Partner war bis 1993 der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND). Das ergab eine Recherche von ZDF und der &laquo;Rundschau&raquo; des Schweizer Fernsehens, das am Mittwoch ab 20.05 eine Sondersendung ausstrahlt. Bernd Schmidbauer, Geheimdienstkoordinator unter Bundeskanzler Helmut Kohl, best&auml;tigte gegen&uuml;ber den Journalisten erstmals das amerikanisch-deutsche Vorgehen&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.derbund.ch\/schweiz\/standard\/riesige-spionageoperation-der-cia-lief-ueber-die-schweiz\/story\/20957930\">Der Bund<\/a><\/li>\n<li><strong>Crypto AG: Schweiz unter einer Decke mit der CIA<\/strong><br>\nL&auml;ngst h&auml;tte der Bund untersuchen und eingreifen k&ouml;nnen. Welche Bundesr&auml;te und Geheimdienstler bewusst schwiegen, ist noch unklar.<br>\nVerteidigungsministerin Viola Amherd hatte den Skandal kryptisch bereits angek&uuml;ndigt: Mitte Januar sagte sie gegen&uuml;ber Sch&uuml;lern, sie telefoniere eigentlich fast nur mit dem iPhone und nicht mit dem gesicherten Bundesrats-Handy. Recht hat sie &ndash; zumindest bis vor wenigen Jahren stammten die verschl&uuml;sselten Handys von der Crypto AG in Steinhausen ZG. Diese Firma steht seit den Enth&uuml;llungen der Washington Post, des ZDF und SRF seit gestern im Mittelpunkt des wohl gr&ouml;ssten Geheimdienstskandals. Besitzer der Firma waren n&auml;mlich die US-Geheimdienstorganisation CIA und der deutsche Bundesnachrichtendienst BND. Sie hatten die Verschl&uuml;sselungsger&auml;te der Crypto AG so manipuliert, dass sie in Echtzeit jede &Uuml;bermittlung lesen konnten. Die Geheimdienste hatten sich die Firma mit Sitz in Zug mit einer verdeckten Operation unter den Nagel gerissen, weil die Schweiz als neutrales Land Vertrauen genoss und die manipulierten Ger&auml;te in die ganz Welt liefern konnte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Crypto-AG-Schweiz-unter-einer-Decke-mit-dem-CIA#\">Infosperber<\/a><\/li>\n<li><strong>Eine Untersuchung der &laquo;Crypto-Leaks&raquo; ohne Scheuklappen ist zwingend<\/strong><br>\nDie internationalen Recherchen &uuml;ber die manipulierten Chiffrierger&auml;te der Zuger Firma Crypto AG sind auch ein Stresstest f&uuml;r die schweizerische Neutralit&auml;t. Wer hat wann was &uuml;ber das Wirken von CIA und BND gewusst?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/die-neutralitaetspolitische-vertrauensfrage-hinter-den-crypto-leaks-ld.1540106\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Interessant, auch weil die Sichtweise unserer Schweizer Nachbarn deutlich wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Aussp&auml;hen unter Freunden (II)<\/strong><br>\nDer BND hat die Ausforschung verb&uuml;ndeter Regierungen auch nach seinem Ausstieg aus der Schweizer Crypto AG fortgef&uuml;hrt. Wie eine Reihe aktueller Berichte zeigen, hatte der Dienst mit Hilfe der Crypto AG &uuml;ber mehrere Jahrzehnte Regierungen, Geheimdienste und Streitkr&auml;fte aus gut 130 Staaten in aller Welt abgeh&ouml;rt. M&ouml;glich war dies, weil BND und CIA die Crypto AG Hintert&uuml;ren in ihre Verschl&uuml;sselungstechnologie einbauen lie&szlig;en, was ihnen den Zugriff auf geheime Kommunikation erlaubte. Zudem konnte der deutsche Geheimdienst, weil er im Teilbesitz der Crypto AG war, mit dem Verkauf infizierter Technologie heimlich Millionensummen verdienen und sie ganz ohne parlamentarische Kontrolle ausgeben. Involviert war auch die Siemens AG, die einst als &ldquo;eine Art technischer Hilfsdienst in Grenz- und Grauzonen des Agentenhandwerks&rdquo; bezeichnet worden ist. Nach seinem Ausstieg aus der Crypto AG im Jahr 1993 nutzte der BND vor allem Online-Spionage &ndash; dies unter anderem gegen die US-Streitkr&auml;fte und gegen den franz&ouml;sischen Au&szlig;enminister.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8186\/\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>&raquo;Crypto-Leaks&laquo;: CIA-Pressemitteilung statt Investigativjournalismus.<\/strong><br>\nDie Fakten zur Schweizer Crypto AG &ndash; die von CIA und BND kontrolliert wurde und Hintert&uuml;ren in ihre weltweit f&uuml;hrenden Verschl&uuml;sselungsprodukte einbaute &ndash; sind schon seit 25 Jahren bekannt, siehe etwa Spiegel 1996. Der aktuelle Wirbel beruht, wie so oft, nicht auf Investigativjournalismus, sondern auf einem &raquo;zugespielten&laquo; CIA-Bericht. Von wem &raquo;zugespielt&laquo;? Von der CIA selbst nat&uuml;rlich. Warum? Weil die Operation inzwischen abgeschlossen ist, alle Spuren verwischt sind, und nun kontrolliert publiziert werden kann.<br>\nKenner sehen denn auch auf den ersten Blick, dass die &raquo;Crypto-Leaks&laquo; mit Desinformation durchsetzt sind. Etwa wenn berichtet wird, dank Crypto habe der &raquo;libysche Anschlag&laquo; auf die Berliner Disco La Belle von 1986 &raquo;aufgekl&auml;rt&laquo; werden k&ouml;nnen. Tats&auml;chlich ist seit &uuml;ber 20 Jahren bekannt, dass La Belle eine israelische und amerikanische Geheimdienstoperation war, mit dem Ziel, Libyen bombardieren zu k&ouml;nnen. Die entschl&uuml;sselten &raquo;libyschen Funkspr&uuml;che&laquo; waren eine israelische F&auml;lschung.<br>\n&raquo;Crypto-Leaks&laquo;? Mit besten Gr&uuml;&szlig;en von der CIA.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/swprs.org\/2020\/02\/12\/crypto-leaks\/\">Swiss Propaganda Research<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Deutschlands Klimaplan l&auml;sst weiter auf sich warten<\/strong><br>\nAuch mehr als f&uuml;nf Wochen nach Ablauf der Frist haben Deutschland und weitere EU-L&auml;nder noch immer nicht ihre Klimaschutzpl&auml;ne f&uuml;r das kommende Jahrzehnt der EU-Kommission vorgelegt. Br&uuml;ssel erh&ouml;ht nun den Druck und nutzt daf&uuml;r erstmals die Methode &ldquo;name and shame&rdquo;. (&hellip;)<br>\nEntw&uuml;rfe dazu hatten die Mitgliedsstaaten bereits ein Jahr zuvor vorlegen m&uuml;ssen. Das hatte Deutschland damals noch gerade rechtzeitig geschafft. Der Entwurf der Bundesregierung steht seit Anfang Januar 2019 auf der Website des Wirtschaftsministeriums.<br>\nDie eingereichten Entw&uuml;rfe wurden von der EU-Kommission daraufhin &uuml;berpr&uuml;ft, ob sie f&uuml;r die Klimaziele, die sich die EU bis 2030 vorgenommen hatte, ausreichend sind. Also: mindestens 40 Prozent weniger CO2-Emissionen als 1990, mindestens 32 Prozent erneuerbare Energien beim Endenergieverbrauch und 32,5 Prozent mehr Energieeffizienz.<br>\nDie Pr&uuml;fung ergab damals, dass bei s&auml;mtlichen EU-Staaten gro&szlig;er klimapolitischer Nachholbedarf besteht und die Entw&uuml;rfe kr&auml;ftig &uuml;berarbeitet werden m&uuml;ssen. Auch zum deutschen NECP-Entwurf hatte die Kommission zahlreiche Anmerkungen. (&hellip;)<br>\nEine Auswertung aller Entw&uuml;rfe durch das Berliner Ecologic Institute und das belgische Beratungsunternehmen Climact stellte Deutschland ein besonders schlechtes Zeugnis aus. In dem Ranking der Experten landete die Bundesrepublik gemeinsam mit der Slowakei auf dem vorletzten Platz.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/europaische-union\/deutschlands-klimaplan-laesst-weiter-auf-sich-warten\">klimareporter<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Heartland Lobby<\/strong><br>\nDie Recherche von CORRECTIV und Frontal21 zeigt, wie das US-amerikanische Heartland Institute Leugner des Klimawandels in Deutschland unterst&uuml;tzt, um Ma&szlig;nahmen zum Klimaschutz zu untergraben. Undercover lernen wir den Chefstrategen des Instituts kennen: James Taylor. Er wird uns erz&auml;hlen, wie das Netzwerk der Klimawandelleugner funktioniert, wie Spenden verschleiert werden und wie sie eine deutsche, AfD-nahe Youtuberin nutzen wollen, um &raquo;die Jugend&laquo; zu erreichen. Am Ende macht er uns ein konkretes Angebot.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/correctiv.org\/top-stories\/2020\/02\/04\/die-heartland-lobby\/\">Correctiv<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Der Brexit &ndash; ein Sieg des Establishments<\/strong><br>\nDer Brexit mag auch ein Alarmruf der Unterprivilegierten gewesen sein. Doch gest&auml;rkt wird ausgerechnet die Elite.<br>\n&laquo;Der Brexit war der erste Stein, der aus der Mauer des Establishments herausgeschlagen wurde&raquo;: Dies sagte Nigel Farage, Chef der Brexit-Partei, im Jahr 2018. Man mag vom Brexit halten, was man will; dass er aber ein schwerer Schlag f&uuml;r das britische Establishment war, stimmt nicht. Eher das Gegenteil trifft zu: Grossbritannien ist nach wie vor eine ziemlich verhockte Adels-, Privilegien- und Klassengesellschaft mit wenig sozialer Mobilit&auml;t. Zumindest daran wird der Austritt aus der EU kaum etwas &auml;ndern.<br>\nDie Wortf&uuml;hrer aus der Londoner City<br>\nDie Brexit-Debatte lief zwar &uuml;ber weite Strecken entlang der klassischen Argumentationslinien des Rechtspopulismus: Ihre Vertreter stilisierten sich zu den alleinigen Vertretern &laquo;des Volkes&raquo;, als Verteidiger der &laquo;Zukurzgekommenen&raquo;: Die vielen Migrantinnen und Migranten, die Personenfreiz&uuml;gigkeit und &uuml;berhaupt die ganze EU mit ihren einengenden Vorschriften vermiesen den hart arbeitenden britischen Familien den Aufstieg. Doch: &laquo;Es ist ein hartn&auml;ckiges Vorurteil, der Brexit sei das Werk von Abgeh&auml;ngten. Die Wortf&uuml;hrer des &lsaquo;Leave&rsaquo; kommen aus der City of London&raquo;, also vom Finanzplatz. Dies schreibt der fr&uuml;here deutsche Diplomat Rudolf G. Adam in der NZZ. Adam hat zwei B&uuml;cher zum Brexit verfasst.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Der-Brexit--ein-Sieg-des-Establishments\">Infosperber<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Ein durch aus lesenswerter Artikel. Er zeigt, wie verwegen die Hoffnung ist, der Brexit w&uuml;rde den unterprivilegierten Menschen in Gro&szlig;britannien etwas bringen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>America: Land of Make-Believe<\/strong><br>\nIf what happens in courtrooms across the country to poor people of color is justice, what is happening in the Senate is a trial. If the blood-drenched debacles and endless quagmires in the Middle East are victories in the war on terror, our military is the greatest on earth. If the wholesale government surveillance of the public, the revoking of due process and having the world&rsquo;s largest prison population are liberty, we are the land of the free. If the president, an inept, vulgar and corrupt con artist, is the leader of the free world, we are a beacon for democracy and our enemies hate us for our values. If Jesus came to make us rich, bless the annihilation of Muslims by our war machine and condemn homosexuality and abortion, we are a Christian nation. If formalizing an apartheid state in Israel is a peace plan, we are an honest international mediator. If a meritocracy means that three American men have more wealth than the bottom 50% of the U.S. population, we are the land of opportunity. If the torture of kidnapped victims in black sites and the ripping of children from their parents&rsquo; arms and their detention in fetid, overcrowded warehouses, along with the gunning down of unarmed citizens by militarized police in the streets of our urban communities, are the rule of law, we are an exemplar of human rights.<br>\nThe rhetoric we use to describe ourselves is so disconnected from reality that it has induced collective schizophrenia. America, as it is discussed in public forums by politicians, academics and the media, is a fantasy, a Disneyfied world of make-believe. The worse it gets, the more we retreat into illusions. The longer we fail to name and confront our physical and moral decay, the more demagogues who peddle illusions and fantasies become empowered. Those who acknowledge the truth&mdash;beginning with the stark fact that we are no longer a democracy&mdash;wander like ghosts around the edges of society, reviled as enemies of hope.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.truthdig.com\/articles\/america-land-of-make-believe\/\">Truthdig<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der Elefant im Dunkeln<\/strong><br>\nDas Interview des UNO-Sonderberichterstatters f&uuml;r Folter, Nils Melzer, mit dem digitalen Magazin Republik zum Fall Julian Assange ging viral. Melzer spricht von konstruierter Vergewaltigung, manipulierten Beweisen und psychologischer Folter und zeigt am Fall des Wikileaks-Gr&uuml;nders, wie die Medien in westlichen Demokratien versagen. Nun zog das ZDF mit einem Nachrichtenbeitrag nach. Das heute journal will Licht ins Dunkel der Verstrickungen bringen, bleibt selbst aber &bdquo;neutral&ldquo;. So kann es in der medialen Schlacht um Julian Assange nur gewinnen.<br>\n&bdquo;Stellen Sie sich einen dunklen Raum vor. Pl&ouml;tzlich richtet einer das Licht auf den Elefanten im Raum, auf Kriegsverbrecher, auf Korruption. &hellip; Die Regierungen sind einen Moment lang schockiert. Dann drehen sie mit den Vergewaltigungsvorw&uuml;rfen den Lichtkegel um. Ein Klassiker in der Manipulation der &ouml;ffentlichen Meinung. Der Elefant steht wieder im Dunkeln, hinter dem Spotlight&ldquo;, so fasst Nils Melzer, UNO-Sonderberichterstatter f&uuml;r Folter, die politischen und medialen Realit&auml;ten im Fall Assange zusammen. Konkret hei&szlig;t das: Pl&ouml;tzlich wissen wir alle, dass Assange &bdquo;ein Vergewaltiger ist, ein Hacker, Spion und Narzisst&ldquo;, w&auml;hrend die von ihm enth&uuml;llten Missst&auml;nde und Kriegsverbrechen im Dunkeln verblassen. Auch Melzer war davon betroffen. Darf man seinem Interview glauben, lehnte er den Fall zun&auml;chst ab. Er wusste ja aus den Medien, dass &bdquo;Assange irgendwie schuldig ist&ldquo;.<br>\nJahre sp&auml;ter wird Melzer zu Assanges flammendstem Verteidiger. Recherche, Beweisaufnahme und die Rekonstruktion der Ereignisse haben seine medial erzeugten Vorurteile entkr&auml;ftet. [&hellip;]<br>\nAls wolle das ZDF hier einen medialen Stempel setzen, zog das heute journal prompt nach. Der Beitrag &bdquo;Verschw&ouml;rung gegen Julian Assange?&ldquo; fragt, was dran ist an den Vorw&uuml;rfen des UNO-Sonderberichterstatters. Die Intention des ZDF ist dabei durchaus lobenswert, die Ausf&uuml;hrung aber wenig &uuml;berraschend. Das ZDF nutzt Melzer als Sprachrohr, bleibt aber doch auf der sicheren Seite. Eine eigene Position, tieferes Nachhaken oder Selbstreflexion sucht man vergeblich.<br>\nAuch die Wissenschaft kommt um WikiLeaks und Julian Assange nicht herum (Hindman &amp; Thomas 2014, Lynch 2019, Coddington 2012). Aber auch hier ginge mehr, der Verdacht der &bdquo;Selbst-Zensur&ldquo; (O&rsquo;Loughlin 2016) liegt nah. Denn trotz einer Masse geleakter Daten &uuml;ber milit&auml;rische und diplomatische Machenschaften (DNC Leaks, Afghanistan, Panama Papers) trauen sich nur wenige Wissenschaftler an diese Themen oder Dokumente. Die Angst vor negativen Auswirkungen auf die eigene Karriere sitzt tief, die Angst vor Strafverfolgung ist wahrscheinlich (ebd.).<br>\nSo ist Nils Melzers Interview ein Paradebeispiel daf&uuml;r, wie auf dem R&uuml;cken von Julian Assange medial um die Legitimation westlicher Demokratien gerungen wird und wie dieser Kampf gepr&auml;gt ist von Angst. Als UNO-Beauftragter hat Melzer wenig zu bef&uuml;rchten. Seine Analyse f&uuml;llt so genau jenes Vakuum, das politische und wirtschaftliche Eigeninteressen geschaffen haben. Der Elefant im Dunkeln aber bleibt, die m&ouml;gliche Selbst-Zensur auch.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/medienblog.hypotheses.org\/8570\">Medienrealit&auml;t<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Spanien: &ldquo;Die &Auml;rmsten werden im Stich gelassen&rdquo;<\/strong><br>\nDer UNO-Sonderberichterstatter f&uuml;r extreme Armut zieht nach einem zw&ouml;lft&auml;gigen Besuch in Spanien eine erschreckende Bilanz [&hellip;]<br>\nOhnehin waren auch die Sozialdemokraten bis zur Abwahl 2011 &uuml;ber die Einf&uuml;hrung einer Schuldenbremse, Bankenrettungen, einer Arbeitsmarktreform und Sozialk&uuml;rzungen daran beteiligt, Spanien in die Misere zu schicken. [&hellip;]<br>\nAlston kritisiert auch, dass es unhaltbar sei, wie die Mieten im Land explodieren, Wohnbl&ouml;cke privatisiert und viele Menschen zwangsger&auml;umt werden, ohne eine Ersatzwohnung gestellt zu bekommen und den fehlenden sozialen Wohnungsbau.<br>\nEr stellt fest, dass in den letzten Jahren die Wirtschaft zwar wieder gewachsen ist, doch &ldquo;die Erholung nach der Rezession hat viele mit Politikma&szlig;nahmen zur&uuml;ckgelassen, die Unternehmen und den Reichsten n&uuml;tzen&rdquo;. Dass die Arbeitslosigkeit bei 14% liegt, sagt viel. Viele Menschen w&uuml;rden erkl&auml;ren, sich &ldquo;verlassen&rdquo; vorzukommen, da sie keine Unterst&uuml;tzung der Regierung oder lokalen Autorit&auml;ten, dem Bildungssystem&hellip; erhielten, &auml;u&szlig;erte der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen (UN) f&uuml;r extreme Armut.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Spanien-Die-Aermsten-werden-im-Stich-gelassen-4658411.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Fast idealtypisch wird hier der Zusammenhang zwischen neoliberaler Politik, deren Folgen und dem re&uuml;ssieren der Rechtsextremen (VOX) deutlich. Dar&uuml;ber nachzudenken sei auch jenen besonders empfohlen, die jetzt vor dem Hintergrund der Ereignisse in Th&uuml;ringen so gern unreflektiert &ldquo;Faschismus&rdquo; schreien.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Das gro&szlig;e Island-Abenteuer der deutschen Banken<\/strong><br>\n[&hellip;] Was damals auf Island geschah, geh&ouml;rt in jedes Lehrbuch &uuml;ber Finanzkrisen und ihre Bew&auml;ltigung. Der Zusammenbruch der drei Banken brachte die Inselrepublik an den Rand des Staatsbankrotts. Darauf folgten spektakul&auml;re Proteste der Bev&ouml;lkerung auf der Stra&szlig;e und der R&uuml;cktritt der Regierung. Nirgendwo sonst hatte sich die Finanzbranche so sehr von den volkswirtschaftlichen Grundlagen entkoppelt wie auf Island, das eine eigene W&auml;hrung hat, aber nur 320.000 Einwohner, also ungef&auml;hr die Bev&ouml;lkerung von Bonn. Nirgendwo sonst sind im Zuge der Krisenbew&auml;ltigung dann aber auch so viele namhafte Banker f&uuml;r ihre kriminellen Machenschaften vor Gericht gebracht und verurteilt worden wie auf Island, zwei Dutzend sogar zu Gef&auml;ngnisstrafen. Und w&auml;hrend anderswo die Verluste der Banken durch Staatskredite sozialisiert wurden, nach offizieller Lesart stets zur Vermeidung von Schlimmerem, mussten auf Island weder die Steuerzahler noch die Kleinsparer b&uuml;&szlig;en. Stattdessen mussten die Investoren, die zuvor so gerne vom st&uuml;rmischen Wachstum der drei isl&auml;ndischen Banken profitiert hatten, auf gro&szlig;e Teile ihrer Forderungen verzichten.<br>\nVolles Risiko, wenig Ahnung<br>\nDeutsche Banken &ndash; allen voran die Deutsche Bank, aber auch die DZ und die Deka Bank, die Landesbanken aus Bayern und dem Rest der Republik sowie die staatliche F&ouml;rderbank KfW &ndash; haben in diesem Krisen-Lehrst&uuml;ck eine besonders gewichtige, ganz und gar unr&uuml;hmliche Rolle gespielt. Sie alle mischten kr&auml;ftig mit beim Milliardenpoker auf der Vulkaninsel, ob als Drahtzieher oder Mitl&auml;ufer, und sie alle verbuchten am Ende horrende Verluste. Das ist nach 2009 rasch in Vergessenheit geraten, weil schon bald die Schuldenkrise in S&uuml;deuropa die Aufmerksamkeit der &Ouml;ffentlichkeit auf sich zog. Der Finanzelite in den Frankfurter Bankent&uuml;rmen wird das recht gewesen sein. Aber nun gibt es einen gute Gelegenheit, dieses besondere Kapitel der deutsch-isl&auml;ndischen Beziehungen noch einmal unter die Lupe zu nehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/deutsche-banken-haben-die-finanzkrise-auf-island-angeheizt-16623864.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Warburg Bank im Cum-Ex-Skandal: Hamburg verzichtete auf 47 Millionen Euro<\/strong><br>\nDie Hamburger Finanzbeh&ouml;rde hat auf die R&uuml;ckforderung von 47 Millionen Euro verzichtet, die sich die Warburg Bank durch Cum-Ex-Gesch&auml;fte verschafft hatte. Unterlagen belegen Treffen zwischen SPD-Spitzenpolitikern und Warburg-Bankern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/panorama\/cum-ex-skandal-warburg-bank-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><strong>dazu: Das Millionen-Geschenk<\/strong><br>\nWie die Verantwortlichen in Hamburg m&ouml;gliche Anspr&uuml;che des Staates an die Privatbank M.M. Warburg verj&auml;hren lie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2020\/08\/m-m-warburg-privatbank-cum-ex-ansprueche-staat\">Zeit Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wenn Kinderarmut erwachsen wird &hellip;<\/strong><br>\nDer Ausgangspunkt der AWO-ISS Studie geht auf das Jahr 1997 zur&uuml;ck. Bereits vor mehr als 20 Jahren hat der Gesamtverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) das Thema Kinderarmut als sozialpolitisch relevant identifiziert und das Institut f&uuml;r Sozialarbeit und Sozialp&auml;dagogik mit einer empirischen Untersuchung dieses wichtigen gesellschaftspolitischen Ph&auml;nomens beauftragt. &hellip;<br>\nDie jungen Menschen, die in ihrer Biografie Armut erlebt haben, glauben seltener an Beteiligung an Wahlen als demokratisches Instrument der Einflussnahme, sch&auml;tzen ihre Kenntnisse &uuml;ber Politik deutlich h&auml;ufiger als gering ein, sind deutlich weniger politisch aktiv und k&ouml;nnen es sich auch deutlich seltener vorstellen. Eine tiefergehende Analyse der Indikatoren der politischen Beteiligung nach dem Bildungsniveau der Studienteilnehmenden best&auml;tigt einen bekannten Befund aus der politischen Partizipationsforschung auch in dieser Studie: Insbesondere Personen mit einem Hochschulabschluss sind h&auml;ufiger bereit, an verschiedenen politischen Aktivit&auml;ten &ndash; bis zur Protestwahl &ndash; teilzunehmen, als Personen mit einem geringeren Bildungsniveau. Als Hinderungsfaktoren der politischen Partizipation werden von den armutsbetroffenen jungen Erwachsenen insbesondere fehlendes Wissen, fehlendes Zutrauen aber auch fehlendes Vertrauen in die Politik genannt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.iss-ffm.de\/default-8bbf384913-1\">Institut f&uuml;r Sozialarbeit und Sozialp&auml;dagogik e. V.<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das Fazit der Studie ist erschreckend. Aber das sind die Folgen neoliberaler Politik, die Folgen einer Politik der &bdquo;b&uuml;rgerlichen Mitte&ldquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Agenda 2010 war ein N&auml;hrboden f&uuml;r den Rechtspopulismus<\/strong><br>\n(&hellip;) &ldquo;Ich will das Kardinalproblem der Gesellschaft in den Mittelpunkt r&uuml;cken: die soziale Frage, die Spaltung in Arm und Reich, die unsere Gesellschaft inhuman macht. Sie l&ouml;st Aggressionen aus, Wut, Hetze und Hass &ndash; wie j&uuml;ngst beim Fu&szlig;ballspiel zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig, als ich im Stadion war.&rdquo;<br>\n(&hellip;) &ldquo;Die Agenda 2010 war ein g&uuml;nstiger N&auml;hrboden f&uuml;r den heutigen Rechtspopulismus. Durch Hartz IV sind Erwerbslose zu Dr&uuml;ckebergern erkl&auml;rt und sozial ausgegrenzt worden. In diesem aggressiven Klima haben es Pegida und AfD leicht, ihre Ausgrenzungsideologien wie Nationalismus und Rassismus zu verbreiten.&rdquo;<br>\n(&hellip;) &ldquo;Die zuletzt regierenden Parteien haben die soziale Sicherheit der Menschen untergraben, etwa von Arbeitnehmern, alleinerziehenden M&uuml;ttern und Rentnern. Das soziale Klima hat sich verschlechtert. Und wer sich im Kleinb&uuml;rgertum von Abstieg bedroht sieht, wendet sich bei Wahlen oft nach rechts. Das hat der Aufstieg der Nazis w&auml;hrend der Weltwirtschaftskrise gezeigt und die NPD nach der Rezession 1966\/67 fast in den Bundestag einziehen lassen. Heute gibt es in Folge der Finanz- und Eurokrise der AfD Auftrieb, weil viele Menschen glauben, sie m&uuml;ssten f&uuml;r die &uuml;berschuldeten Staaten zahlen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2017-02\/christoph-butterwegge-bundespraesidentenkandidat-die-linke-bundeswehreinsaetze\">Zeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Abschied von der Mittelschicht &ndash; Die prek&auml;re Gesellschaft<\/strong><br>\nRund ein Drittel aller Besch&auml;ftigten in Europa lebt in Unsicherheit. Obwohl sie Arbeit haben, teilweise sogar mehrere Jobs gleichzeitig, kommen sie nur knapp &uuml;ber die Runden. Sie bilden das sogenannte &ldquo;Prekariat&rdquo;. Die wachsende Angst vor der Armut f&uuml;hrt zu einem Gef&uuml;hl des sozialen Ausschlusses und auch zu Zweifeln an der Demokratie. Populistische Parteien profitieren.<br>\nNicht nur in Deutschland oder Frankreich w&auml;chst die Kluft zwischen Arm und Reich. Selbst in Schweden, das vielen noch als &bdquo;Sozialparadies&ldquo; gilt, wird die soziale Schere immer gr&ouml;&szlig;er. Jeder f&uuml;nfte Rentner lebt dort unter der Armutsgrenze, Frauen sind besonders betroffen. In Spanien sind mehr als die H&auml;lfte der unter 30-J&auml;hrigen prek&auml;r besch&auml;ftigt. &bdquo;Das Prekariat lebt immer hart am Rand der Verschuldung. Ein Fehler, eine Krankheit zum falschen Zeitpunkt, ein Unfall oder einem Familienmitglied passiert irgendwas, das kann das Ende bedeuten&ldquo;, so der britische Wirtschaftswissenschaftler Guy Standing. Welche Explosivit&auml;t steckt in der neuen Klasse des Prekariats? Wie steht es um Europas sozialen Frieden? Welche Chancen und Herausforderungen gehen mit der Idee eines Grundeinkommens einher? Wie k&ouml;nnte man der gro&szlig;en Unsicherheit und der Polarisierung des politischen Systems entgegenwirken? Karin de Miguel Wessendorf und Valentin Thurn sp&uuml;ren diesen Fragen in der Dokumentation &bdquo;Abschied von der Mittelschicht &ndash; Die prek&auml;re Gesellschaft&ldquo; nach und begleiten junge und alte Menschen aus verschiedenen L&auml;ndern Europas bei ihrem Alltag im Prekariat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.arte.tv\/de\/videos\/078202-000-A\/abschied-von-der-mittelschicht\/\">arte<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Faktenmangel statt Fachkr&auml;ftemangel<\/strong><br>\nTrotz des vielbejammerten Fachkr&auml;ftemangels herrscht immer noch ein Mangel an Ausbildungspl&auml;tzen. Den Fachkr&auml;ftemangel gibt es nur in manchen Branchen und wo es ihn gibt, ist er oft selbst verschuldet. Ein Gastbeitrag von Gerd Bosbach. &hellip;<br>\nLeicht zu &uuml;bersehen, deshalb wohl auch kaum beachtet, hat die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit am 30. Januar 2020 erkl&auml;rt: &bdquo;Von Oktober 2019 bis Januar 2020 waren insgesamt 67.000 Ausbildungsstellen noch zum sofortigen Beginn gemeldet, die besetzt werden sollten. Davon waren im Januar noch 11.000 unbesetzt. Gleichzeitig waren 64.000 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet, die weiterhin, erneut oder erstmalig eine Ausbildung zum sofortigen Eintritt suchten. Insgesamt waren im Januar 2020 &ndash; zum Ende der Nachvermittlung &ndash; noch 27.000 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber unversorgt sowie weitere 19.000 trotz vorhandener Alternative weiterhin auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle.&rdquo; (1)<br>\nDas ist ziemlich verwirrend formuliert, deshalb in unseren klareren Worten: Trotz des dauernden Geredes von Fachkr&auml;ftemangel fehlen heute mindestens 35.000 Ausbildungspl&auml;tze f&uuml;r ausbildungswillige und gemeldete Jugendliche.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/gastbeitrag\/fachkraeftemangel\/\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Eigent&uuml;mer der Medienkonzerne: von Familienunternehmen und Patriarchen<\/strong><br>\n(&hellip;) 1.1. Die Eigent&uuml;mer der deutschen Medienkonzerne &ndash; eine Geschichte idealtypischer Familienunternehmen&hellip;<br>\nEin Blick auf Tabelle 10 zeigt, dass sich nahezu alle der zehn gr&ouml;&szlig;ten deutschen Medienkonzerne gr&ouml;&szlig;tenteils in Familienbesitz befinden. Ausnahmen sind nur die ProSiebenSat.1-Gruppe sowie die beiden Anstalten des &ouml;ffentlichen Rechts (ZDF und die ARD). Die Besitzstruktur aller anderen Medienkonzerne l&auml;sst sich anhand der schematischen Darstellung (Abb. 2) verdeutlichen.<br>\nDie Besitzverh&auml;ltnisse der meisten deutschen Medienkonzerne haben jeweils die gleiche Struktur: hinter den Medienkonzernen stehen einzelne Familien, welche direkt und\/oder indirekt am Unternehmen beteiligt sind und Kontrolle aus&uuml;ben. Teilweise sind die Medienkonzerne dabei nicht als ein Unternehmen, sondern als eine &bdquo;dezentrale&ldquo; Gruppe organisiert, d.h. unterschiedliche Unternehmen bilden ein ganzes Unternehmensgeflecht. Diese Unternehmensgeflechte sind aber letztendlich auch auf eine einzelne Familie zur&uuml;ckzuf&uuml;hren (auf die Rechtsform der einzelnen Gro&szlig;konzerne gehen wir weiter unten noch gesondert ein).<br>\n(&hellip;) Im Mediensystem sind also &ndash; &auml;hnlich wie in anderen Teilen der deutschen Wirtschaft &ndash; Familienunternehmen dominant. Genau dieses Bild wird von den Medienunternehmen selbst auch gerne vermittelt: sie seien traditionsreiche und &uuml;ber mehrere Jahrzehnte und Generationen in den einzelnen Regionen Deutschlands fest verwurzelte Unternehmen. Das Bild der Familienunternehmen ist ein beliebtes Stilmittel in den jeweiligen Unternehmensgeschichten.<br>\n(&hellip;) Oder als Geschichte einzelner (meist) m&auml;nnlicher Firmenpatriarchen?<br>\nUnternehmensgeschichte l&auml;sst sich aber auch anders lesen. Es ist eine Geschichte, in der einzelne (meist m&auml;nnliche) Unternehmenspatriarchen &uuml;ber die Familie und die MitarbeiterInnen des Unternehmens dominieren und &ndash; durch die besondere Stellung von Medien in der Gesellschaft &ndash; auch diese zentral beeinflussen. Studien und Berichte &uuml;ber die gro&szlig;en deutschen Medienunternehmer sind mit Hinweisen auf eine Unternehmenskultur durchzogen, welche gepr&auml;gt ist von einem &uuml;berm&auml;chtigen, herrischen Unternehmenspatriarchen, der &uuml;ber sein Reich regiert und keinen Widerspruch zul&auml;sst&hellip;<br>\n(&hellip;) Die rechtlichen Konstruktionen der &bdquo;Familienunternehmen&ldquo;: kaltes Kalk&uuml;l und Kontrollwahn<br>\n&hellip; Betrachtet man die Rechtskonstruktionen dieser Medienkonzerne genauer, treten zwei Prinzipien zu Tage, die sich durch die rechtliche Organisation der Medienkonzerne ziehen: Kontrolle und Risikominimierung&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gewerkschaftsforum.de\/eigentuemer-der-medienkonzerne-von-familienunternehmen-und-patriarchen\/\">Gewerkschaftsforum<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Besonders empfehlenswert ist ein Blick auf die oben erw&auml;hnte Tabelle 10<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Man lernt immer dazu<\/strong><br>\nMein gestriger Post &bdquo;Die CDU verheddert sich in ihren Lebensl&uuml;gen&ldquo; wurde viel gelesen. Zur Verstrickung der CDU in den &bdquo;SED-Unrechtsstaat&ldquo; gab es weitere Hinweise. Die FAZ erinnerte daran, dass der erste CDU-Ministerpr&auml;sident von Th&uuml;ringen nach dem Fall der Mauer, Josef Ducha&#269;, ein informeller Mitarbeiter der Stasi war. F&uuml;r die Verlogenheit der Christdemokraten findet die FAZ eine einleuchtende Erkl&auml;rung: In der Th&uuml;ringer CDU gibt es viele &bdquo;die schon in Zeiten der SED-h&ouml;rigen Blockpartei dabei waren und sich seit 1990 durch eine besonders hartn&auml;ckige Gegnerschaft zur Linken von diesem Makel zu befreien suchen&ldquo;. Das ist ein in der Psychologie bekanntes Ph&auml;nomen, nach dem die Menschen von ihren Fehlern und Schw&auml;chen ablenken, indem sie diese anderen vorwerfen.<br>\nDass die Propaganda-Presse in Deutschland &ndash; allen voran das bekannte Krawallblatt &ndash; die Lebensl&uuml;gen der CDU mittr&auml;gt, hat einen einfachen Grund: Die Leute mit gro&szlig;en Verm&ouml;gen und Einkommen wollen, dass die CDU an der Macht bleibt, weil sie Garant daf&uuml;r ist, dass Millionen-Einkommen, -Verm&ouml;gen und -Erbschaften wenig besteuert werden.<br>\nUnbekannt war mir eine Untersuchung in der Volkskammer nach dem Fall der Mauer, auf die mich ein Leser aufmerksam gemacht hat. Darin hei&szlig;t es: &bdquo;Unter den Abgeordneten der Volkskammer, die vom entsprechenden Pr&uuml;fungsausschuss als inoffizielle Mitarbeiter der Stasi aufgesp&uuml;rt wurden, liegt die ehemalige Blockpartei CDU in einsamer F&uuml;hrung. 35 CDU, 11 FDP, 11 PDS und zwei von der Gr&uuml;nen Partei.&ldquo;<br>\nDa ist man sprachlos. Und man kann davon ausgehen, dass es noch einige Frauen und M&auml;nner in der CDU gibt, die froh sind, dass die Stasi rechtzeitig Akten vernichtet hat.<br>\nEs best&auml;tigt sich die bekannte Volksweisheit: Die sch&auml;rfsten Kritiker der (Stasi-)Elche waren fr&uuml;her selber welche.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/2840065862721529\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<p><strong>dazu: So viel SED steckt in der CDU<\/strong><br>\nDie CDU stemmt sich vehement gegen eine Kooperation mit der Linkspartei. Vor allem wegen der DDR-Vergangenheit wollen die Christdemokraten nichts mit der SED-Nachfolgepartei zu tun haben. Dabei ist die ostdeutsche CDU selbst alles andere als unbelastet.<br>\n(&hellip;) Ein kurzer R&uuml;ckblick. Gro&szlig;e Teile der heutigen ostdeutschen CDU sind aus der DDR-Blockpartei Christlich-Demokratische Union Deutschlands (kurz Ost-CDU) hervorgegangen. Zur Wende hatte die Partei etwa 135.000 Mitglieder, so viele wie keine andere Blockpartei.<br>\n(&hellip;) Im letzten, einzig frei gew&auml;hlten DDR-Parlament waren 1990 laut &ldquo;Taz&rdquo; von 163 CDU-Abgeordneten 35 inoffizielle Stasi-Mitarbeiter. Damit lag der Anteil h&ouml;her als bei der SED-Nachfolgepartei PDS, die 2007 mit der Wahlalternative Arbeit &amp; soziale Gerechtigkeit (WASG) zur Linkspartei fusionierte.<br>\nDazu kommt: Das Barverm&ouml;gen der Ost-CDU &ndash; umgerechnet und nach heutiger Kaufkraft insgesamt &uuml;ber 20 Millionen Euro &ndash; wurde nach dem Mauerfall unter anderem auf die f&uuml;nf neuen Landesverb&auml;nde &uuml;bertragen und dort auch &ldquo;f&uuml;r die Modernisierung der Ausstattung der &uuml;bernommenen Gesch&auml;ftsstellen verwendet&rdquo;, wie die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung 2015 in einer Handreichung bemerkte. Die Kreisverb&auml;nde bunkerten ebenso mehrere Millionen, der gr&ouml;&szlig;te Betrag (rund 12 Millionen Euro) aber &ldquo;wanderte auf ein Extrakonto der Bonner CDU&rdquo;, wie &ldquo;Der Spiegel&rdquo; 1993 berichtete. Die Partei erhielt damit Geldmittel und Infrastruktur f&uuml;r ihre Wahlk&auml;mpfe.<br>\n(&hellip;) Langj&auml;hrige Mitglieder der Ost-CDU waren unter anderem die ehemaligen Th&uuml;ringer CDU-Ministerpr&auml;sidenten Josef Ducha&#269;, Dieter Althaus und Christine Lieberknecht. Auch Sachsens Ex-Regierungschef Stanislaw Tillich und der aktuelle sachsen-anhaltische Ministerpr&auml;sident Reiner Haseloff geh&ouml;rten der DDR-Blockpartei an. Die aktuell einzige Th&uuml;ringer CDU-Europaabgeordnete Marion Walsmann sa&szlig; f&uuml;r die Ost-CDU sogar von 1986 bis 1990 in der Volkskammer, dem DDR-Parlament.<br>\nDazu kommen CDU-Abgeordnete, die selbst Mitglied in der SED waren: Henry Worm war von 1982 bis 1989 Teil der DDR-Einheitspartei und ist heute Vizepr&auml;sident des Th&uuml;ringer Landtags. Svend-Gunnar Kirmes war gar von 1971 bis 1989 in der SED und ist derzeit CDU-Abgeordneter und Alterspr&auml;sident in Sachsen.<br>\n(&hellip;) Dass die CDU die Linkspartei immer wieder auf ihre SED-Vergangenheit reduziert, wie zuletzt JU-Chef Tilman Kuban, und ihre eigenen Verbindungen unerw&auml;hnt l&auml;sst, sei &ldquo;eine christdemokratische Lebensl&uuml;ge&rdquo;, bemerkt Parteienforscher L&uuml;hmann. Die CDU brauche sie, um sich vor der eigenen Vergangenheit zu sch&uuml;tzen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.gmx.net\/magazine\/politik\/sed-steckt-cdu-mitglieder-wiedervereinigung-34419032\">gmx.net<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Martin Sonneborn im EU-Parlament &ndash; Satire?<\/strong><br>\nDer Satiriker Martin Sonneborn sitzt zum zweiten Mal f&uuml;r &ldquo;Die PARTEI&rdquo; im Europaparlament. Und macht Politik mit den Mitteln der Komik. In der Redezeit spricht er &uuml;ber die Grenze zwischen Politikbetrieb und Satire &ndash; und deren Gemeinsamkeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www1.wdr.de\/mediathek\/audio\/wdr5\/wdr5-neugier-genuegt-redezeit\/audio-martin-sonneborn-im-eu-parlament--satire-100.html\">WDR 5 Redezeit<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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