{"id":58563,"date":"2020-02-18T08:10:53","date_gmt":"2020-02-18T07:10:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563"},"modified":"2020-02-18T14:57:17","modified_gmt":"2020-02-18T13:57:17","slug":"hinweise-des-tages-3553","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h01\">Warburg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h02\">Britische K&ouml;nigin bezeichnet Assange Fall als &bdquo;politische&ldquo; Angelegenheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h03\">Wahl in Irland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h04\">US-Vorwahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h05\">Wie ein paar Indexfonds weltweit die Kapitalgesellschaften lenken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h06\">Leistung lohnt sich eben nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h07\">Warum der Euro die Hauspreise in M&uuml;nchen in die H&ouml;he treibt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h08\">Piketty 2.0: Ideen f&uuml;r mehr Verteilungsgerechtigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h09\">Wir sehen Vorboten einer Wiedergeburt der ostdeutschen Industrie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h10\">Weil daran alles falsch ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h11\">Klimaschutz statt Kohleschmutz: Woran es beim Kohleausstieg hakt und was zu tun ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h12\">Was erlauben von der Leyen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h13\">Das M&auml;rchen von der pal&auml;stinensischen Kompromisslosigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h14\">AKK: Schl&uuml;sselregionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h15\">Salafisten aus Idlib werden nach Libyen verlegt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h16\">Der Putsch von ganz oben &ndash; Ein treffende Zustandsbeschreibung der politischen Situation dieses Landes<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h17\">Ex-Kanzler Schr&ouml;der grunds&auml;tzlich zu Aussprache mit Oskar Lafontaine bereit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58563#h18\">Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gef&auml;lscht hast! &ndash; Die S&uuml;ddeutsche und die R&uuml;stungsgelder<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Warburg<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Hamburger SPD erhielt Spenden von der Warburg-Bank<\/strong><br>\nDie Cum-Ex-Aff&auml;re zieht mitten im Hamburger Wahlkampf weitere Kreise. Nun ist bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige erstattet worden. Die Beh&ouml;rde pr&uuml;ft in dem Zusammenhang auch Spenden der Warburg-Bank an die Hamburger SPD.<br>\nie Staatsanwaltschaft in Hamburg pr&uuml;ft derzeit die Strafanzeige eines B&uuml;rgers, die in der vergangenen Woche im Zusammenhang mit den neuesten Entwicklungen der Cum-Ex-Aff&auml;re bei der Beh&ouml;rde eingegangen ist. Darin geht es um das Verj&auml;hren von Steuerforderungen an die Hamburger Warburg Bank. In diesem Zuge soll auch die Spendent&auml;tigkeit des Geldinstituts untersucht werden, best&auml;tigte eine Beh&ouml;rdensprecherin auf Anfrage von WELT.<br>\nZuvor hatte das &bdquo;Hamburger Abendblatt&ldquo; unter Berufung auf einen Parteisprecher berichtet, dass das Tochterunternehmen der Warburg-Bank im Jahr 2017 insgesamt 45.500 Euro an die Hamburger SPD gespendet hatte. Der gr&ouml;&szlig;te Teil davon an den SPD-Kreis Hamburg Mitte. Dessen Vorsitzender, der Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs, r&auml;umt gegen&uuml;ber dem Blatt ein, sich mit dem damaligen Bank-Chef Christian Olearius getroffen und &uuml;ber m&ouml;gliche Folgen des Cum-Ex-Skandals gesprochen zu haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article205916405\/Cum-Ex-Skandal-Hamburger-SPD-erhielt-Spenden-von-der-Warburg-Bank.html\">Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das ist ja wieder einmal eine &Uuml;berraschung! Ist Johannes Kahrs nicht zudem Sprecher des neoliberalen Seeheimer Kreises in der SPD?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkungen unseres Lesers K.B.:<\/strong> Die SPD galt schon immer als die CSU der SPD &ndash; auch was die politische Korruption betrifft. Siehe dazu auch zum <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/spd-hamburg-das-system-johannes-kahrs-1783135.html\">&bdquo;House of Kahrs&ldquo;<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu:<\/strong> Fabio De Masi, finanzpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, kommentierte die Berichterstattung &uuml;ber Parteispenden am Montagmorgen: &bdquo;Dieses House of Kahrs muss ein Ende haben! Sind wir Panama an der Elbe? SPD, CDU und FDP haben mit den Parteispenden der Warburg Bank jede Glaubw&uuml;rdigkeit verloren. Die Interessen Hamburgs werden verh&ouml;kert wie auf dem Fischmarkt.&ldquo; Der Hamburger De Masi weiter: &bdquo;Die Cum\/Ex-Gesch&auml;fte der Warburg Bank waren illegal. Man nimmt kein Geld von Kriminellen. 47 Millionen Euro lie&szlig; Hamburg zum Nachteil der Steuerzahler gegen Warburg verj&auml;hren, w&auml;hrend &uuml;ber 45.000 Euro in die Parteikasse der SPD flie&szlig;en. Es stinkt zum Himmel, dass der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs dabei besonders erfolgreich Spenden f&uuml;r den SPD-Bezirk Hamburg Mitte einsammelte und sich mit Warburg-Banker Christian Olearius w&auml;hrend eines laufenden Ermittlungsverfahrens gegen die Bank traf.&ldquo;<br>\nDie Forderungen des Politikers: &bdquo;Die betroffenen Parteien sollten die Spenden noch vor der Hamburger B&uuml;rgerschaftswahl zur&uuml;ckzahlen, und zwar an die Staatskasse! Parteispenden von Unternehmen geh&ouml;ren verboten. Der B&uuml;rgermeister Peter Tschentscher sollte die Warburg Bank auffordern, ihn vom Steuergeheimnis zu entbinden, um Warburg Gate aufzukl&auml;ren!&ldquo;<br>\nQuelle: Fabio de Masi per E-mail<\/p><\/li>\n<li><strong>Politik, Korruption &amp; Die Warburg -Bank: Es Stinkt zum Himmel !<\/strong><br>\nDie Warburg-Bank betrog die Steuerzahler mit #CumEx-Gesch&auml;ften um hunderte Millionen Euro. Ein Skandal. Richtig skandal&ouml;s ist, was in der Folge passierte &ndash; Immer mehr kommt &uuml;ber die Verstrickung von SPD-Politikern ins Licht:<br>\n1.Hamburg forderte 47 Millionen Euro aus der Cum Ex-Abzocke nicht zur&uuml;ck. Der damalige B&uuml;rgermeister und heutige Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und der heutige B&uuml;rgermeister (und damalige Finanzsenator) Peter Tschentscher (SPD) lie&szlig;en die Forderungen einfach verj&auml;hren. Im Folgejahr wurden sie erst auf Druck aus dem Bundesfinanzministerium aktiv.<br>\n2.Tochterunternehmen der Warburg-Bank spendeten im Jahr 2017 insgesamt 45.500 Euro an die Hamburger SPD. Auff&auml;llig: Die Spenden liefen &uuml;ber undurchsichtige Tochterfimen. Blieben sie mit Absicht unter der Grenze von 50.000 Euro, ab der die Spenden umgehend ver&ouml;ffentlicht werden m&uuml;ssen?<br>\n3.Der gr&ouml;&szlig;te Teil ging an den SPD-Kreis des haushaltspolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion Johannes Kahrs. Der best&auml;tigte nun entgegen fr&uuml;herer Aussagen, sich mit dem damaligen Warburg-Chef Olearius getroffen und &uuml;ber Folgen des Cum-Ex-Skandals gesprochen zu haben. Er soll laut dem Banker zugesagt haben, sich &ldquo;in Berlin umzuh&ouml;ren&rdquo;.<br>\n4.Auch Scholz hat mittlerweile einger&auml;umt, sich mit Olearius getroffen zu haben &ndash; obwohl der Hamburger Senat solche Treffen noch im November abgestritten hatte. Er will sich nun im Finanzausschuss erkl&auml;ren &ndash; allerdings erst am 4. M&auml;rz, passend nach den Wahlen in Hamburg. Transparenz geht anders.<br>\n5.Der Hamburger B&uuml;rgermeister Peter Tschenscher (SPD) verhandelte letztes Jahr noch &uuml;ber eine Einigung mit der Warburg-Bank: Die Bank sollte nur 68 Millionen Euro zur&uuml;ck zahlen &ndash; obwohl ihr vor Gericht in Bonn die Einziehung von 278 Millionen Euro droht. Gestoppt wurde der &ldquo;Deal&rdquo;, der &uuml;ber 200 Millionen Euro verschenkt h&auml;tte, nur durch Intervention des Bundes.<br>\nEs geht hier nicht um ein paar kleine Gef&auml;lligkeiten. Es geht um hunderte Millionen Euro, f&uuml;r die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger gearbeitet haben und ein kriminelles Netzwerk von Banken und Investoren, die den Staat gezielt ausgenommen haben. Wenn die SPD noch einen Funken Ehrlichkeit &uuml;brig hat, stellt sie Ihre M&auml;rchen und Ausfl&uuml;chte ein, schafft Transparenz und sorgt vor allem endlich daf&uuml;r, dass der Cum Ex-Skandal vollst&auml;ndig aufgekl&auml;rt und s&auml;mtliche Gelder wieder eingetrieben werden!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sahra.wagenknecht\/photos\/a.220243721326366\/3364621976888509\/?type=3&amp;theater\">Sahra Wagenknecht via facebook<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Britische K&ouml;nigin bezeichnet Assange Fall als &bdquo;politische&ldquo; Angelegenheit<\/strong><br>\nA Buckingham Palace spokeswoman has said the Queen will not intervene to release Julian Assange, vowing to remain &ldquo;non-political.&rdquo; The statement seemingly confirms that Assange&rsquo;s detention is a political, not criminal, matter.<br>\nWith WikiLeaks founder Assange holed up in HM Prison Belmarsh awaiting extradition to the US, activist Chris Lonsdale penned a letter to Queen Elizabeth II last month, asking the monarch to &ldquo;ensure that Mr. Julian Assange is freed from Belmarsh Prison unconditionally,&rdquo; in the spirit of &ldquo;justice, peace and fair-mindedness.&rdquo;<br>\nIn a reply posted by Lonsdale on Sunday, a spokeswoman for the Queen said that Her Majesty &ldquo;remains strictly non-political at all times,&rdquo; and Assange&rsquo;s detention is therefore &ldquo;not a matter in which the Queen would intervene.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.rt.com\/uk\/480974-queen-elizabeth-julian-assange\/%20\">Russia Today<\/a>\n<p><em><strong>&Uuml;bersetzung und Anmerkung von Moritz M&uuml;ller:<\/strong> Eine Sprecherin des Buckingham-Palastes sagte, die K&ouml;nigin werde nicht eingreifen, um Julian Assange freizulassen, und gelobte, &ldquo;unpolitisch&rdquo; zu bleiben. Die Erkl&auml;rung scheint zu best&auml;tigen, dass Assanges Inhaftierung eine politische und keine kriminelle Angelegenheit ist.<\/em><\/p>\n<p><em>W&auml;hrend sich der WikiLeaks-Gr&uuml;nder Assange im Gef&auml;ngnis Belmarsh befindet und auf seine Auslieferung an die USA wartet, schrieb der Aktivist Chris Lonsdale letzten Monat einen Brief an K&ouml;nigin Elisabeth II. und forderte die Monarchin auf, &ldquo;sicherzustellen, dass Mr. Julian Assange bedingungslos aus dem Belmarsh-Gef&auml;ngnis befreit wird&rdquo;, im Geiste von &ldquo;Gerechtigkeit, Frieden und Fairness&rdquo;.<\/em><\/p>\n<p><em>In einer Antwort, die Lonsdale am Sonntag ver&ouml;ffentlichte, sagte eine Sprecherin der K&ouml;nigin, dass Ihre Majest&auml;t &ldquo;zu jeder Zeit strikt unpolitisch bleibt&rdquo;, und Assange&rsquo;s Verhaftung sei daher &ldquo;keine Angelegenheit, in der die K&ouml;nigin eingreifen w&uuml;rde&rdquo;.<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58551\">Nachdem die NachDenkSeiten gestern aufzeigten<\/a>,  dass der Erzbischof von Canterbury, offenbar nicht daran denkt in der Assange Aff&auml;re momentan seine Stimme zu erheben, hat nun auch seine Vorgesetzte Queen Elizabeth II abgewunken und den Fall als politisch bezeichnet.<\/em><\/p>\n<p><em>Das ist insofern pikant, als das Auslieferungsabkommen zwischen dem Vereinigten K&ouml;nigreich und den USA in &sect;4 politische F&auml;lle explizit ausschlie&szlig;t.<\/em><\/p>\n<p><em>Eigentlich m&uuml;sste man denken, dass die GB Justiz nach dieser offenbarenden (Nicht) Intervention der h&ouml;chsten britische Repr&auml;sentantin das f&uuml;r n&auml;chste Woche angesetzte Verfahren sofort einstellt.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber leider sind in diesem Fall eigentlich an jeder Ecke rechtsstaatliche Prinzipien verletzt worden.<\/em><\/p>\n<p><em>Trotzdem hat Assanges Verteidigung nun eine h&ouml;chstamtliche Bekr&auml;ftigung eines von Anfang an vorgebrachten Arguments in der Hand.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Wahl in Irland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Erfolg der Sinn F&eacute;in k&ouml;nnte zum Vorbild f&uuml;r Europa werden<\/strong><br>\nEinst galt sie als ziviles Feigenblatt der IRA-Terroristen, jetzt k&ouml;nnte die Sinn F&eacute;in eine vern&uuml;nftige Reformpolitik in Irland ansto&szlig;en.<br>\nBis in Irland eine neue Regierung mit wem auch immer steht, wird es Tage, Wochen oder Monate dauern. Selbst wenn die einstigen politischen Buhm&auml;nner von Sinn F&eacute;in das Rennen um die F&uuml;hrungsrolle machen, wird sich erst mal nicht so viel &auml;ndern. Und dann doch alles. &hellip;<br>\nAber was da am Samstag in den Wahlkabinen zwischen Donegal und Cork, Dublin und Galway geschah, hat das Zeug zum politisch-philosophischen Erdbeben bis an Europas Grenzen &ndash; vielleicht sogar bis London. Eine Partei, die mal als ziviles Feigenblatt der IRA-Terroristen (dies im &uuml;brigen ein arg &uuml;berstrapaziertes Polit-Klischee) verschrien war, wandelt sich zum Reformverein, der die im Neoliberalismus unter die R&auml;der Gekommenen oder Vergessenen sammelt, ernst nimmt, ihre N&ouml;te zum Programm macht. Der zeigt, das demokratische Politik soziale Verantwortung bedeutet. Nicht ist zeitgem&auml;&szlig;er als das.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/meinung\/irland-wahl-erfolg-sinn-fin-koennte-vorbild-europa-werden-13532393.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Sinn F&eacute;in hat gute Karten &ndash; Ohne die Republikaner geht bei der Regierungsbildung in Irland nicht viel<\/strong><br>\nDie Wahlplakate mit Mary Lou McDonalds Konterfei zierten in einigen Dubliner Vierteln die Fenster gesamter Stra&szlig;enz&uuml;ge in den letzten Wochen. Nun muss die in kurzer Zeit so erfolgreich gewordene Parteichefin (seit 2018) von Sinn F&eacute;in (SF) die Herausforderung einer Regierungsbildung unter schwierigen Vorzeichen meistern. Denn die hohen Zustimmungswerte f&uuml;r SF sind an viele Erwartungen gekn&uuml;pft. Insbesondere in der Gesundheits-, Sozial- und Wohnungspolitik wollten viele W&auml;hler*innen in Irland eine Alternative zur Austerit&auml;ts-Regierung von Leo Varadkar. Ob SF bei einer Regierungsbildung Erfolg haben kann, h&auml;ngt davon ab, ob sich entweder das vielgestaltige Mitte-Links-Lager, neben SF sind hierbei die Gr&uuml;nen, die Labour Party, die Sozialdemokraten und das linke B&uuml;ndnis &raquo;Solidarity &ndash; People before Profit&laquo; sowie einige unabh&auml;ngige Abgeordnete zu nennen, zumindest taktisch einen l&auml;sst, oder ob sich eine der beiden ewigen Regierungsparteien Fine Gael (FG, 35 der 160 Sitze) oder Fianna F&aacute;il (FF, 38 Abgeordnete) auf eine Zusammenarbeit mit SF einl&auml;sst. Beide M&ouml;glichkeiten stellen Sinn F&eacute;in jedoch vor gro&szlig;e Herausforderungen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1132869.linke-in-irland-sinn-fein-hat-gute-karten.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>Irish elections show angry rejection of establishment<\/strong><br>\nThe major establishment parties took a kicking in the Irish general election last Saturday. It follows a long term trend for progressive change in Ireland.<br>\nSinn Fein won 37 seats. This is remarkable as the party stood only 42 candidates.<br>\nIf it had run more candidates Sinn Fein would have made an even bigger breakthrough. It got the most first preference votes with 24.5 percent.<br>\nAt least half a dozen candidates received far more votes than they needed to be elected under the proportional representation system.<br>\nThe bosses&rsquo; parties of Fine Gael and Fianna Fail, which have &shy;alternated running the Irish state, are in trouble.<br>\nOutgoing Irish taoiseach (prime minister) Leo Varadkar of Fine Gael, and the Fianna Fail leader, both received lower votes in their constituencies than Sinn Fein.<br>\nVaradkar was the first &shy;outgoing taoiseach not to top the poll in his constituency. He had hoped the mess the British government had made of Brexit would make him appear statesman-like.<br>\nBut an Irish Times newspaper exit poll showed voters cared more about health and housing.<br>\nAfter being the natural party of government for most of the history of the Irish state, Fianna Fail was decimated in 2011 for implementing European Union austerity.<br>\nFine Gael has spent the past nine years presiding over a deepening housing crisis.<br>\nIn 2007 before the economic crash, Fianna Fail and Fine Gael between them took 69 percent of the vote. Now they are down to around 44 percent.<br>\nIn the exit poll Sinn Fein came first except with over-65 year olds. Fianna Fail and Fine Gael only got about 15 percent each from those aged between 18 and 34.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/socialistworker.co.uk\/art\/49585\/Irish+elections+show+angry+rejection+of+establishment\">Socialist worker<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dar&uuml;ber, dass Sinn Fein mit einem klaren sozialpolitischen Programm und der klaren Ablehnung der neoliberalen Austerit&auml;tspolitik einen &uuml;berw&auml;ltigenden Wahlsieg erzielt hat, berichtet man in den deutschen Leitmedien nat&uuml;rlich nur ungern. Gerade auch, da Irland dort gerne als neoliberales Musterland mit stark deregulierter der Wirtschaft, niedrigen L&ouml;hnen und niedrigsten Steuers&auml;tzen f&uuml;r Unternehmen gefeiert wurde. Wie das Wahlergebniss zeigt ist die Wahrnehmung deutscher &bdquo;Qualit&auml;tsjournalisten&ldquo; und die, der im realen Neoliberalismus lebenden irischen B&uuml;rger doch grunds&auml;tzlich verschieden. Gerade zu Irland ergeben sich weitere interessante Einsichten, denn dort hat die neoliberale Wirtschaftspolitik das Land nach der Finanzkrise 2008 an den Rand des Staatsbankrottes gebracht und die Staatsverschuldung durch die Rettung der vom Zusammenbruch bedrohten irischen Banken massiv in die H&ouml;he getrieben. Als Folge musste sich Irland unter den Rettungsschirm der EU stellen und wie alle anderen betroffenen L&auml;nder, allen voran Griechenland, massive Sozialk&uuml;rzungen und eine entsprechende Austerit&auml;tspolitik, mit der K&uuml;rzung der irischen Staatsausgaben um 33 Prozent, umsetzen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>US-Vorwahlen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die brutale Macht des Geldes<\/strong><br>\nJahrelang haben Linke in den USA immer wieder darauf hingewiesen, wie Reiche subtil den politischen Prozess im Land zur Wahrung ihrer Interessen beeinflussen &ndash; und auf ein Mal ist es ganz simpel und einfach nur traurig. Der rund 60-Milliarden-US-Dollar schwere Unternehmer und Ex-Republikaner Michael Bloomberg ist in den vergangenen Jahren mit Geldkoffern durchs Land gezogen und bekommt jetzt seine Gegenleistung: B&uuml;rgermeister und Kongressabgeordnete aus den gesamten USA sprechen sich offiziell f&uuml;r seine Pr&auml;sidentschaftskandidatur aus.<br>\nViele von ihnen sind Afroamerikaner. Sie bieten ihr &raquo;Endorsement&laquo; just in dem Moment an, in dem neue schmutzige Details zur rassistischen Racial-Profiling-Politik des Mindestlohn-als-Kommunismus-Ablehner Bloomberg w&auml;hrend seiner Herrschaft als B&uuml;rgermeister von New York bekannt werden.<br>\nAuch viele wei&szlig;e Experten im US-Kabelfernsehen verzichten weitgehend auf Kritik an der Bloomberg-Kandidatur, weil der Unternehmer genug Geld habe, um Trump zu besiegen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1132997.michael-bloomberg-die-brutale-macht-des-geldes.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>Vorsicht vor der Bernie-Falle<\/strong><br>\nHier in der Sporthalle der Southern New Hampshire University in Manchester haben sie auch gebuht. Als Pete Buttigieg auf der Gro&szlig;bildleinwand gezeigt wurde, der nur knapp hinter Sanders landete. Bernie-Fans m&ouml;gen Pete nicht. Sprechch&ouml;re kommen auf. &ldquo;Wallstreet Pete! Wallstreet Pete!&rdquo; Vielleicht hat Sanders es geh&ouml;rt, als er hinter der B&uuml;hne auf seinen Auftritt gewartet hat. Er sagt hier dann sehr deutlich, dass, wer immer gewinnt, die Demokraten vereint zusammenstehen m&uuml;ssen, um Trump zu schlagen.<br>\nEs ist eine Warnung mit ernstem Hintergrund. 2016, da war Sanders knapp davor, die Nominierung der Demokraten gegen Hillary Clinton zu gewinnen. Der &ldquo;angry old man&rdquo; hat eine Armee junger Leute hinter sich gebracht, die f&uuml;r ihn gek&auml;mpft haben, als ginge es darum, den Untergang der Welt zu verhindern. In ihren Augen hat Clinton diesen Untergang repr&auml;sentiert. Am Ende aber hat Sanders es nicht vermocht, seine m&auml;chtige Bewegung dazu zu bringen, sich geschlossen hinter Clinton zu versammeln. Seine Leute haben vielfach einfach nicht gew&auml;hlt. Vielleicht h&auml;tte Trump so verhindert werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/bernie-sanders-vorwahlen-1.4794678%20\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Hier fragt man sich wieder was eigentlich in den K&ouml;pfen deutscher &bdquo;Qualit&auml;tsjournalisten&ldquo; so vorgeht. Obwohl Hillary Clinton zusammen mit dem Parteiestablishment der Demokraten alles getan hat, um Bernie Sanders als Pr&auml;sidentschaftskandidaten zu verhindern war nat&uuml;rlich Sanders am Wahlsieg Trumps schuld. Wen w&uuml;rden die deutschen &bdquo;Qualit&auml;tsjournalisten&ldquo; dann am liebsten als Pr&auml;sidentschaftskandidaten der Demokraten sehen? Den Repr&auml;sentanten der US-Oligarchie Bloomberg?<\/em><\/p>\n<p><em>In Europa w&auml;re Sanders einfach nur ein guter Sozialdemokrat, also nichts vor dem an sich f&uuml;rchten m&uuml;sste. Aber anscheinend sieht sich die &uuml;berwiegende Mehrheit der deutschen Journalisten inzwischen nur noch als Interessenvertretung der herrschenden Oligarchie, so dass selbst &bdquo;harmlose&ldquo; Politiker wie Bernie Sanders, der letztendlich daf&uuml;r eintritt, dass die Mehrheit der arbeitenden Menschen ein einigerma&szlig;en anst&auml;ndiges Leben ohne direkte materielle Not f&uuml;hren kann, auf massive Ablehnung sto&szlig;en.<\/em><\/p>\n<p><em>Um das Bild einmal gerade zu r&uuml;cken Clinton war die Kandidatin einer vorwiegend wei&szlig;en, akademisch gebildeten Oberschicht aus den St&auml;dten und Eliteuniversit&auml;ten der West- und Ostk&uuml;ste, die mit ihren identit&auml;ts- und diversit&auml;tspolitischen Diskursen an der Lebenswirklichkeit vieler in Arbeitslosigkeit und prek&auml;ren &ouml;konomischen Verh&auml;ltnissen lebenden  Menschen aus dem ehemaligen industriellen Kernland der USA, dem sogenannten &bdquo;Rust Belt&ldquo;,  v&ouml;llig vorbei gehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Corporate Media&rsquo;s Sanders Denialism Is Only Getting Worse<\/strong><br>\nThe results from the New Hampshire primary are in&mdash;mercifully quickly&mdash;showing Vermont Sen. Bernie Sanders victorious with 26% of the vote, ahead of former South Bend mayor Pete Buttigieg with 24%. However, it was third place Amy Klobuchar, with 20%, who seemed to draw the greatest media buzz. The Minnesota senator has received a lot of press attention of late&mdash;almost all of it positive. &hellip;<br>\nThe reason Klobuchar was &ldquo;the story of the night,&rdquo; NPR (2\/12\/20) helpfully admitted, was because &ldquo;the search is on for the Sanders alternative.&rdquo; &ldquo;If Bernie Sanders looks like he&rsquo;s running away with it, for the Democratic establishment that&rsquo;s almost as scary as losing to Donald Trump,&rdquo; said MSNBC Morning Joe host Willie Geist (2\/3\/20). Co-host Joe Scarborough explained that the Democrats could look to Mike Bloomberg as their &ldquo;political savior&rdquo;: &ldquo;It may not be to get the 50%&rdquo; of delegates, he said. &ldquo;It may just be to stop Bernie and open the door for somebody else.&rdquo;<br>\nThis &ldquo;stop Bernie at all costs&rdquo; mentality explains why some of the media simply ignored Sanders&rsquo; victory altogether, part of a longstanding Bernie blackout strategy (FAIR.org, 5\/4\/15). Reuters (2\/12\/20), for example, headlined its live primary coverage with the words &ldquo;Pete Buttigieg Finishes Second in New Hampshire Primary, Amy Klobuchar Third.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.truthdig.com\/articles\/corporate-medias-sanders-denialism-is-only-getting-worse\/\">truthdig<\/a>\n<p><strong>dazu: MSNBC&rsquo;s Chuck Todd under fire for reciting quote comparing Sanders supporters to Nazis<\/strong><br>\nTodd called supporters of the Jewish frontrunner &ldquo;brownshirts,&rdquo; who were paramilitaries in the Nazi party<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.salon.com\/2020\/02\/12\/msnbcs-chuck-todd-under-fire-for-reciting-quote-comparing-sanders-supporters-to-nazis_partner\/\">salon<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Kampagne gegen Bernie Sanders nimmt in den USA inzwischen groteske Z&uuml;ge an. Das hei&szlig;t aber die herrschende Oligarchie bekommt Angst davor, dass es Sanders diesmal schaffen k&ouml;nnte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Pete Buttigieg&rsquo;s Policy Director Has Been Traveling the Country for Months to Meet With &ldquo;Investors&rdquo; in His Campaign<\/strong><br>\nThe presidential campaign of former South Bend Mayor Pete Buttigieg has taken the unusual step of sending its national policy director, Sonal Shah, on the road. For the past several months, she has been headlining high-dollar fundraisers across the country, according to a slew of invitations obtained from a variety of sources.<br>\nIt&rsquo;s common for campaigns that rely on wealthy donors to lean on surrogates and senior officials to buttress their fundraising operations, but sending the aide in charge of crafting policy on a tour of American mansions is an unusual approach and wipes out the line between policymaking and solicitation of campaign contributions. Almost all of the invitations typically tout the role of Shah, a veteran of both Google and Goldman Sachs, as the campaign&rsquo;s national policy director.<br>\nThe news of Shah&rsquo;s intimate involvement in Buttigieg&rsquo;s fundraising comes as his campaign is under fire from both Sens. Bernie Sanders and Elizabeth Warren for his reliance on wealthy donors to power his campaign (see, especially, the wine cave). Buttigieg has argued that Democrats would be fighting with one hand tied behind their backs if they refused the support of the superrich. But Buttigieg is not just a passive recipient of big money; he devotes a significant amount of time and energy to soliciting it &mdash; in part by putting his chief policy adviser in the room with high-dollar donors.<br>\nSanders and Warren have argued that relying on wealthy donors blunts the ability of Democrats to go directly after President Donald Trump&rsquo;s corruption. On ABC&rsquo;s &ldquo;This Week&rdquo; on Sunday, Warren argued that &ldquo;the coalition of billionaires is not exactly what&rsquo;s going carry us over the top.&rdquo;<br>\n&ldquo;Last count, he has about 40 billionaires who are contributing to his campaign, the CEOs of the large pharmaceutical industries, the insurance companies, and so forth,&rdquo; Sanders told &ldquo;Face the Nation,&rdquo; referring to Buttigieg. &ldquo;It matters enormously. That is precisely the problem with American politics.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/2020\/02\/10\/pete-buttigieg-fundraisers-sonal-shah\/?utm_source=The+Intercept+Newsletter&amp;utm_campaign=03e3eccc86-EMAIL_CAMPAIGN_2020_02_15&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=0_e00a5122d3-03e3eccc86-131541321\">the intercept<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> So, so, die Leiterin von Buttigiegs Wahlkampfkampagne war vorher bei Google und Goldman Sachs besch&auml;ftigt und soll bei Google auch mit Soros Open Society Foundations zusammengearbeitet haben. Welche Interessen Buttigieg als Pr&auml;sident wohl vertreten w&uuml;rde? <\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wie ein paar Indexfonds weltweit die Kapitalgesellschaften lenken<\/strong><br>\nDrei Indexfondsanbieter halten einen Gro&szlig;teil der Stimmrechte bei Aktiengesellschaften. Damit k&ouml;nnen sie in grunds&auml;tzlichen Fragen die Gesch&auml;ftspolitik fast aller gro&szlig;en Aktiengesellschaften entscheidend beeinflussen &ndash; nur im Sinne der Aktion&auml;re nat&uuml;rlich, auch wenn BlackRock-Vertreter uns in letzter Zeit etwas anderes weismachen m&ouml;chten. &hellip;<br>\nWenn es in den n&auml;chsten zwei Jahrzehnten so weitergeht wie in den letzten beiden, k&ouml;nnten Indexfondsanbieter bis zum Jahr 2040 etwa 40 Prozent der Stimmrechte an den 500 gr&ouml;&szlig;ten US-Aktiengesellschaften kontrollieren. Davor warnen die renommierten Wirtschaftsrechtsprofessoren Lucian Bebchuk und Scott Hirst von den Universit&auml;ten Harvard und Boston. Mit der Konzentration der Aktienanteile bei einer immer kleineren Zahl von Fondsgesellschaften setzt sich ein Konzentrationstrend fort, der seit 70 Jahren im Gange ist. Wurden 1950 erst gut sechs Prozent der Aktienanteile in den USA von Kapitalanlagegesellschaften gehalten, so hatte sich dieser Anteil laut Bebchuk und Hirst bis 2017 auf 65 Prozent verzehnfacht.<br>\nIndexfonds sind Kapitalsammelstellen, die Aktien nicht aktiv aussuchen, sondern mit ihrem Fondsverm&ouml;gen die Zusammensetzung eines Aktienindexes nachbilden, etwa den Dax oder den Standard &amp; Poor&rsquo;s 500 (S &amp; P 500). Der Vorteil f&uuml;r die Anleger besteht darin, dass sie keinen Fondsmanager und Analysten f&uuml;r die Arbeit der Aktienauswahl bezahlen m&uuml;ssen. Erfahrungsgem&auml;&szlig; schneidet die Mehrheit der aktiv ausw&auml;hlenden Fonds bei der Kursentwicklung auch nicht besser ab als Indexfonds, aber die Kosten sind h&ouml;her.<br>\nIm Aufsatz &ldquo;The Specter of the Giant Three&rdquo; machen die beiden Wissenschaftler deutlich, wie sehr die drei gr&ouml;&szlig;ten Anbieter, BlackRock, Vanguard, und State Street Global Advisors, jetzt schon bei den gr&ouml;&szlig;ten Unternehmen mitbestimmen. In den vergangenen zehn Jahren haben die drei gro&szlig;en den L&ouml;wenanteil der Zufl&uuml;sse der Fondsbranche auf sich gezogen. Jeder von ihnen h&auml;lt f&uuml;nf Prozent und mehr der Anteile an fast allen der gr&ouml;&szlig;ten 500 US-Unternehmen. Gemeinsam kommen sie auf 20 Prozent der Anteile an den Konzernen im S &amp; P 500. Ihr Anteil an den auf Hauptversammlungen abgegebenen Stimmen liegt sogar bei etwa 25 Prozent, weil sich ein Teil der &uuml;brigen Aktion&auml;re nicht an Abstimmungen beteiligt. Auch an den meisten der 30 gr&ouml;&szlig;ten deutschen Aktiengesellschaften im Aktienindex Dax h&auml;lt BlackRock &uuml;ber oder zumindest nahe an f&uuml;nf Prozent der Anteile, bei einigen ist BlackRock gr&ouml;&szlig;ter Einzelaktion&auml;r.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/die-regenten-der-welt\/indexfonds-2\/\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<p><em><strong>Siehe auch:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57612\">Die Gewinner von Trumps Kriegspolitik sind BlackRock und Co.<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=41340\">Die neuen Herren der Weltwirtschaft<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Leistung lohnt sich eben nicht<\/strong><br>\nEigentlich soll das Leistungsprinzip Statusunterschiede erkl&auml;ren: Wer mehr leistet, verdient auch mehr. Tats&auml;chlich wird genau dieser Grundsatz immer weiter ausgeh&ouml;hlt. Soziologen warnen vor einem kollektiven Selbstbetrug.<br>\nNichts scheint denn auch die Menschen in Deutschland so sehr zu besorgen wie die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Wenn man sie befragt, welches Problem die Wirtschafts- und Sozialpolitik am dringendsten angehen sollte, lautet die Antwort am h&auml;ufigsten: die Ungleichheit bei Einkommen und Verm&ouml;gen. Im SPIEGEL-Wirtschaftsmonitor belegt dieses Thema von Anfang an ununterbrochen den ersten Platz &ndash; noch vor Fragen des Umweltschutzes.<br>\nDas Unbehagen vieler Menschen &uuml;ber zunehmende Statusunterschiede erkl&auml;ren Sozialwissenschaftler damit, dass Spitzengeh&auml;lter, B&ouml;rsenprofite oder Millionenerbschaften dem sogenannten Leistungsprinzip widersprechen. Dieses Prinzip existiert seit Beginn der modernen kapitalistischen Gesellschaft und l&auml;sst sich auf eine einfache Formel bringen: Nur wer mehr leistet, soll mehr verdienen.<br>\n&ldquo;Die Frage ist immer: Weshalb verdienst du mehr als ich und wie ist das gerechtfertigt? Diese Quelle potenzieller Konflikte muss stillgestellt werden&rdquo;, erkl&auml;rt der Sozialwissenschaftler Claus Offe. Die moderne Gesellschaft gehe deshalb von der Fiktion aus, dass man ein Ranking zustande bringen k&ouml;nne zwischen wertvoller und weniger wertvoller Arbeit. &ldquo;Das kann man, wenn man genau &uuml;berlegt, schwer rechtfertigen. Aber es ist eine soziale Tatsache &ndash; und zwar eine ganz elementare.&rdquo;<br>\nAuch Sighard Neckel, Soziologe an der Universit&auml;t Hamburg, nennt das Leistungsprinzip eine &ldquo;Basisnorm&rdquo;, weil es dazu diene, soziale Ungleichheit zu legitimieren. &ldquo;Nat&uuml;rlich ist es noch nie so gewesen, dass sich Leistungsanstrengungen real in angemessenen Eink&uuml;nften abbilden, das ist nicht die Frage&rdquo;, so Neckel. Aber es gebe eben doch Vorstellungen von angemessenen Gr&ouml;&szlig;enordnungen, die in bestimmten gesellschaftlichen Kulturen entst&uuml;nden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/mensch\/leistungsprinzip-die-maer-von-gerechtigkeit-a-f5b3f3c2-ad82-4fa1-8430-d4d8778e5665\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.M.:<\/strong> Ungleiche Verm&ouml;gen (lassen wir das Entstehen bei dieser Betrachtung au&szlig;en vor) werden immer mit dem Leistungsprinzip legitimiert. Konsequent zu Ende gedacht bedeutet das: Es darf nichts vererbt werden, zumindest keine gro&szlig;en Verm&ouml;gen! Die Erben haben ein gro&szlig;es Verm&ouml;gen in der Regel nicht erarbeitet. Von dieser konsequent zu Ende gedachten Logik des Leistungsprinzips (und der viel beschworenen Chancengleichheit) wollen Verm&ouml;gende nichts wissen. Das zeigt: Die Reform der Erbschaftssteuer zur gr&ouml;&szlig;eren Absch&ouml;pfung von Verm&ouml;gen ist dringende denn je. Denn Reichtum auf der einen ist Armut auf der anderen Seite! .   <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Warum der Euro die Hauspreise in M&uuml;nchen in die H&ouml;he treibt<\/strong><br>\nBei Einf&uuml;hrung der Gemeinschaftsw&auml;hrung lag der monatliche Export&uuml;berschuss Deutschlands bei etwa einer halben Milliarde Euro. Weil seit zwei Jahrzehnten keine D-Mark mehr aufwerten und den Leistungsbilanzsaldo dr&uuml;cken kann, ist dieser Wert auf knapp 25 Milliarden Euro angestiegen &ndash; also um den Faktor 50! Historisch bedingt war M&uuml;nchen immer schon die Stadt der Gro&szlig;unternehmen, aktuell sind acht von 30 DAX-Konzernen hier angesiedelt. Diese Gro&szlig;unternehmen haben einen hohen Exportanteil, weswegen ihnen die Subventionierung der Exportwirtschaft durch die europ&auml;ische W&auml;hrung besonders in die Karten spielt. Sie stellen st&auml;ndig neue Mitarbeiter ein, die sie immer besser bezahlen.<br>\nWenn Politiker bezahlbare Mieten fordern, muss man klarstellen, dass die Mieten nat&uuml;rlich immer bezahlt werden &ndash; allerdings oft von anderen Mietern als zuvor, n&auml;mlich von neuen M&uuml;nchnern mit mehr Wirtschaftskraft. Gentrifizierung ist ein h&auml;ssliches Wort, aber die Verdr&auml;ngung der Altm&uuml;nchner fand und findet bis heute statt.<br>\nEin weiterer Sondereffekt der Eurorettung ist das &ldquo;Fluchtgeld&rdquo; der S&uuml;deurop&auml;er. Reiche Italiener, Spanier und Griechen kaufen &ndash; besonders in der s&uuml;dlichsten deutschen Metropole &ndash; Immobilien, weil sie im Falle eines Aufbrechens der W&auml;hrungsunion reale Verm&ouml;genswerte in D-Mark und nicht in Lire, Peseten und Drachmen haben wollen. Hans-Werner Sinn hat ausgerechnet, dass circa ein Drittel der Target-2-Salden der EZB, also ungef&auml;hr 300 Milliarden Euro als &ldquo;Fluchtgeld&rdquo; nach Deutschland geflossen sind. Ein gro&szlig;er Teil davon wurde in Immobilien in den Metropolen investiert, was f&uuml;r die heimische Bev&ouml;lkerung den Wohnraum verteuert und ihn ihr oftmals sogar entzogen hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/finanzen\/immobilien\/immobilienpreise-euro-treibt-haeuserpreise-in-muenchen-a-1304792.html#ref=rss\">Manager Magazin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das sind einmal durchaus interessante Einsichten im Manager Magazin, dass der (aus deutscher Perspektive unterbewertete) Euro die deutsche Exportwirtschaft beg&uuml;nstigt und Fluchtgeld aus den L&auml;ndern dessen Volkswirtschaften dadurch unter Druck geraten in deutsche Immobilien investiert werden und so die Preise mit nach oben treiben. So wirkt der deutsche Exportwahn negativ nach Deutschland zur&uuml;ck. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Piketty 2.0: Ideen f&uuml;r mehr Verteilungsgerechtigkeit<\/strong><br>\nProminente VerteilungsforscherInnen, allen voran Thomas Piketty, haben in den letzten Wochen hitzige Debatten angeregt. Dieses Mal jedoch nicht prim&auml;r aufgrund der Ver&ouml;ffentlichung neuer Daten oder Zahlen &ndash; zur Diskussion stehen Ma&szlig;nahmen zur Reduktion von Ungleichheiten. Diese Vorschl&auml;ge werden vom Ruf nach einer m&ouml;glichst breiten demokratischen Debatte &uuml;ber Gerechtigkeitsvorstellungen begleitet.<br>\nZur Erinnerung: Piketty sorgte 2013 mit der Ver&ouml;ffentlichung des Bestsellers &bdquo;Das Kapital im 21. Jahrhundert&ldquo; f&uuml;r Furore. Eine zentrale These des Buches: Steuert die Politik nicht entgegen, f&uuml;hren Ungleichheiten des 21. Jahrhunderts zu immer mehr Ungleichheiten. W&auml;hrend es die einen als Meisterwerk lobten, versuchten andere vergeblich, Pikettys Zahlenmaterial und dadurch sein Werk zu diskreditieren. Beispielsweise die &bdquo;Financial Times&ldquo;, aber ein Angriff der Zeitung lief ins Leere. Dass die Verm&ouml;genskonzentration steigt, konnte das Blatt am Ende der Auseinandersetzung nicht l&auml;nger leugnen.<br>\nSeither hat sich in der Verteilungsforschung einiges getan: Noch mehr Zahlen, Daten und Fakten wurden gesammelt und ausgewertet. B&uuml;cher, Zeitschriften und Datenbanken wurden bef&uuml;llt. Auch wenn vieles immer noch im Dunkeln liegt, wissen wir heute deutlich mehr. Was immer noch fehlt: eine breite Debatte &uuml;ber Vorstellungen von Verteilungsgerechtigkeit. Hier setzen Piketty und viele seiner KollegInnen jetzt an.<br>\nPiketty stellt Konturen eines, wie er es nennt, partizipativen Sozialismus zur Diskussion. Er argumentiert in seinem neuen Buch &bdquo;Kapital und Ideologie&ldquo;, dass es an der Zeit ist, Eigentumsstrukturen, so wie wir sie kennen, zu begraben. Am 13. M&auml;rz 2020 wird Piketty sein neues Buch in der Arbeiterkammer Wien vorstellen. Gleichzeitig haben seine Kollegen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman die Verteilungswirkungen des US-Steuersystems umfassender als je zuvor analysiert. In &bdquo;Triumph der Ungerechtigkeit&ldquo;, die deutschsprachige &Uuml;bersetzung erscheint im Fr&uuml;hjahr, pr&auml;sentieren sie Vorschl&auml;ge f&uuml;r gerechte Steuersysteme, die auch in einer globalisierten Welt Erfolg haben k&ouml;nnten. Und der f&uuml;r Sch&auml;tzungen der globalen Einkommensverteilung bekannte Branko Milanovic l&auml;sst mit Vorschl&auml;gen zur Dekonzentration von Verm&ouml;gensbesitz aufhorchen. Martin Sch&uuml;rz, kaum jemand hat die Verm&ouml;gensforschung in &Ouml;sterreich so gepr&auml;gt, pl&auml;diert unter dem auf Platon zur&uuml;ckgehenden Begriff &bdquo;&Uuml;berreichtum&ldquo; f&uuml;r eine breite Gerechtigkeitsdebatte. Er schreibt: &bdquo;Damit eine Begrenzung des &Uuml;berreichtums gelingt, m&uuml;ssen wir widerst&auml;ndiges Mitgef&uuml;hl aufbringen &ndash; und Mut.&ldquo; Mutig sind die eingebrachten Ideen allenfalls!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/awblog.at\/piketty-2-0-ideen-verteilungsgerechtigkeit\/?jetztlesen\">A&amp;W Blog<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Wir sehen Vorboten einer Wiedergeburt der ostdeutschen Industrie<\/strong><br>\nSPIEGEL: Welche Ma&szlig;nahmen h&auml;tten denn helfen k&ouml;nnen?<br>\nMarin: Viele L&auml;nder Osteuropas haben es doch vorgemacht: Die haben ausl&auml;ndische Investoren mit massiven Steuerverg&uuml;nstigungen gelockt, sogenannten tax holidays. Damit &ndash; und mit den zu Beginn sehr niedrigen L&ouml;hnen &ndash; haben es die Osteurop&auml;er geschafft, Teil der internationalen Wertsch&ouml;pfungsketten zu werden. Deutschland war da ein sehr wichtiger Akteur. Die Slowakei, Tschechien, Slowenien, Polen und Ungarn sind heute Teile der Produktionsnetzwerke der deutschen Industrie, die Autobranche ist da ein wichtiges Beispiel. In Ostdeutschland ist das anders.<br>\nSPIEGEL: L&auml;sst sich das beziffern?<br>\nMarin: Der Anteil der Industrie an der gesamtwirtschaftlichen Wertsch&ouml;pfung in Osteuropa liegt heute deutlich h&ouml;her als in Ostdeutschland. Und das, obwohl Polen und Tschechien ebenfalls vom Zusammenbruch des Ostblocks betroffen waren. Heute haben diese L&auml;nder alle im internationalen Vergleich mittlere Einkommen erreicht. Dabei galt die Industrie Ostdeutschlands innerhalb des Ostblocks vor 1990 als etwas Besonderes.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/wir-sehen-vorboten-einer-wiedergeburt-der-ostdeutschen-industrie-a-0c1d268e-8d48-4c56-96db-746c8df4fc7e?sara_ecid=soci_upd_KsBF0AFjflf0DZCxpPYDCQgO1dEMph\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der Spiegel macht hier seinen Namen als f&uuml;hrendes Organ der Meinungsmache &ndash; man beachte genau die Fragestellung &ndash; wieder alle Ehre. Angesichts der v&ouml;lligen Deindustrialisierung des Gebietes der ehemaligen DDR, als Folge der neoliberalen Schocktherapie nach der Wiedervereinigung oder besser dem Anschluss, von einer &bdquo;Wiedergeburt der ostdeutschen Industrie&rdquo; zu reden ist absurd. Dazu ein Zitat aus dem Buch &bdquo;Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent&ldquo; von Philipp Ther, dass die neoliberale Transformation der ehemaligen L&auml;nder des Warschauer Paktes kritisch analysiert: &bdquo;Die doppelte Schocktherapie in der ehemaligen DDR f&uuml;hrte innerhalb weniger Jahre zu einem Einbruch der Industrieproduktion auf 27 Prozent (!) der Werte des Jahres 1989. Au&szlig;er dem vom Krieg zerst&ouml;rten Bosnien und Herzegowina erlebte kein anderes Land in Europa einen derart drastischen R&uuml;ckgang. Aufgrund dieser historisch pr&auml;zedenzlosen Depression schloss ein Betrieb nach dem anderen. &hellip;. Die Arbeitslosigkeit stieg in einigen Regionen auf &uuml;ber drei&szlig;ig Prozent.&ldquo; <\/em><\/p>\n<p><em>Auch das neoliberale Geschw&auml;tz von den &bdquo;komparativen Kostenvorteilen&ldquo; von Niedrigl&ouml;hnen darf nicht fehlen. Fakt ist, dass Niedrigl&ouml;hne kein Sprungbrett f&uuml;r eine Verbesserung der &ouml;konomischen Lage der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung sind, sondern in den &ouml;stlichen EU-Staaten nach wie vor signifikante Lohnunterschiede zu den westlichen L&auml;ndern bestehen und das ist genau so gewollt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.K.:<\/strong> Wie kann man nur so lange im Osteuropagesch&auml;ft sein und so wenig verstehen. Dass die osteurop&auml;ischen Staaten in der Industriestruktur besser dastehen als Ostedeutschland liegt u.A. daran, dass die deutschen Konzerne nur an ostdeutschen Konsumenten und Vertriebswegen interessiert waren und die niedrigen L&ouml;hne f&uuml;r die Produktion in den Mittel- und Osteuropastaaten, mit starkem Druck z.B. auf Sonderwirtschaftszonen, fest eingepreist hatten. Die wirklichen Fehler bei der Umsetzung der innerdeutschen W&auml;hrungsunion &ndash; Wettbewerbsverlust durch unrealistischen Wechselkurs (Druck auf die Preise) &ndash; hat Frau Marin nicht verstanden und niedrige L&ouml;hne findet sie grunds&auml;tzlich gut, wenn man grenz&uuml;berschreitend Handel treiben will. Das hat Manfred Mausfeld wohl gemeint, wenn er von einer Wissenschaftsfeindlichkeit des neoliberalen Mainstream spricht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Weil daran alles falsch ist<\/strong><br>\nVielleicht ist die Grundrente, die ab 2021 kommen soll, nicht mehr aufzuhalten. Am 19. Februar soll ihr das Kabinett zustimmen. Dennoch sei nochmals eindringlich vor ihrer Einf&uuml;hrung gewarnt. Kein Argument, mit dem sie gerechtfertigt wird, stimmt. Sie f&uuml;hrt zu verfassungswidrigen Ungerechtigkeiten, benachteiligt Ehen gegen&uuml;ber nichtehelichen Lebensgemeinschaften und ist &ndash; so wie sie geplant ist &ndash; undurchf&uuml;hrbar.<br>\nDie Grundrente honoriert keine Lebensleistung &ndash; im Gegenteil. Sie beg&uuml;nstigt zumeist Teilzeitbesch&auml;ftigte. Bei einer 33-j&auml;hrigen Versicherungsdauer, wie sie nunmehr vorgesehen ist, sind vor allem deren Renten so niedrig, dass sie durch die Grundrente aufgestockt w&uuml;rden.<br>\nDie &bdquo;Honorierung&ldquo; der Lebensleistung nimmt zudem ab, je gr&ouml;&szlig;er sie ist. Wer nach 35 Jahren eine Rente von 462 Euro im Monat erzielt hat, soll zus&auml;tzlich eine Grundrente von 404 Euro erhalten, zusammen w&auml;ren dies 866 Euro. Bei einer monatlichen Rente von 600 Euro betr&auml;gt die Grundrente noch 284 Euro, ab einem Betrag von 925 Euro gibt es sie nicht mehr. Je gr&ouml;&szlig;er die Lebensleistung, desto niedriger also die Grundrente.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/stoppt-die-grundrente-weil-daran-alles-falsch-ist\/25551448.html\">Der Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Leider erweckt auch das neue SPD-Spitzenduo zumindest gelegentlich den Eindruck als sei die Grundrente ein Erfolg und die SPD m&uuml;sse deshalb in der Koalition mit den Unionsparteien bleiben. Das w&auml;re schade, denn dann w&auml;re der Weg &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.spd.de\/aktuelles\/detail\/news\/in-die-neue-zeit\/08\/12\/2019\/\">In die neue Zeit!<\/a>&rdquo; wohl bereits beendet bevor er erst wirklich angefangen h&auml;tte.<\/em><\/p>\n<p><em>Bitte lesen Sie dazu auch &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57955\">Wochenr&uuml;ckblick: Referentenentwurf zur Grundrente liegt jetzt in einer neuen Fassung vor. Daran gibt es massive Kritik. Mit Recht.<\/a>&rdquo; und &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=56093\">Der faule &bdquo;Kompromiss&ldquo; bei der Grundrente und das Schweigen im Bl&auml;tterwald<\/a>&ldquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Klimaschutz statt Kohleschmutz: Woran es beim Kohleausstieg hakt und was zu tun ist<\/strong><br>\nDie aktuellen Klimaschutzziele der Bundesregierung sind nicht kompatibel mit europ&auml;ischen und globalen Zielen zur Senkung der klimasch&auml;dlichen Emissionen. Ohne weitere Emissions- minderungsma&szlig;nahmen drohen jedoch selbst diese Ziele verfehlt zu werden. Die Emissions- minderungsziele f&uuml;r Deutschland m&uuml;ssen daher deutlich angehoben werden und durch ent- sprechende Ma&szlig;nahmen &ndash; wie einen beschleunigten Kohleausstieg umgesetzt werden. Der von der Bundesregierung aktuell anvisierte Kohleausstieg weicht in entscheidenden Punkten von den Empfehlungen der Kohlekommission ab. Hierdurch werden im Zeitraum 2020 bis 2040 circa 134 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid zus&auml;tzlich ausgesto&szlig;en. Dies betrifft ins- besondere die zu sp&auml;te Abschaltung von Braunkohlekraftwerken und die Inbetriebnahme vom Steinkohlekraftwerk Datteln IV. Ein Kohleausstieg im Einklang mit internationalen Klima- schutzzielen m&uuml;sste bis zum Jahr 2030 erfolgen. Die Emissionen k&ouml;nnten in diesem Fall um 1,8 Milliarden Tonnen CO2 niedriger sein und so die Pariser Klimaziele einhalten.<br>\nDie aktuellen Pl&auml;ne der Bergbautreibenden sehen (in Absprache mit der Bundesregierung) die Zerst&ouml;rung mehrerer D&ouml;rfer in NRW sowie vom Dorf M&uuml;hlrose in der Lausitz vor. Die aktuellen Planungen des Tagebaus Hambach gef&auml;hrden zudem das &Uuml;berleben des Hambacher Waldes. Im noch f&ouml;rderbaren Teil der Tagebaue Hambach und Garzweiler lagern jedoch ausreichend Kohlemengen (ab Januar 2020 noch insgesamt 736 Millionen Tonnen Braunkohle), um den Weiterbetrieb der umliegenden Kraftwerke (ungef&auml;hr 672 Millionen Tonnen Braunkohle bei einem Kohleausstieg in 2038) sicherzustellen ohne weitere D&ouml;rfer umsiedeln zu m&uuml;ssen. Dar- &uuml;ber hinaus gew&auml;hrleistet ein Zubau Erneuerbarer Energien die kontinuierliche Energiever- sorgung der Region. Es besteht somit keine energiewirtschaftliche Notwendigkeit f&uuml;r den Auf- schluss der urspr&uuml;nglich geplanten Tagebaufl&auml;chen. Somit entf&auml;llt auch ein m&ouml;gliches Allge- meinwohlinteresse an dem Aufschluss des Tagebaus.<br>\nF&uuml;r eine erfolgreiche Energiewende muss der Ausbau Erneuerbarer Energien weiter fortge- setzt und beschleunigt werden. Ohne weitere Ma&szlig;nahmen steuert die Bundesregierung auf einen Anteil von maximal 49% Erneuerbarer Energien in 2030 zu. Dies w&auml;re eine klare Verfeh- lung der (bereits zu niedrigen) Ziele von 65%. Der PV-Deckel und diskutierte Mindestabstands- regeln f&uuml;r Windenergie m&uuml;ssen daher &uuml;berarbeitet werden, um die Transformation nicht auf- zuhalten. F&uuml;r den ben&ouml;tigten beschleunigten Ausbau auf 75% in 2030 w&uuml;rden dagegen j&auml;hr- lich 9,8 GW Photovoltaik und 5,9 GW Wind Onshore zugebaut werden m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.725608.de\/diwkompakt_2020-148.pdf\">DIW<\/a>\n<p><strong>Dazu: Pariser Klimaziel nur mit Kohleausstieg bis 2030 erreichbar<\/strong><br>\nDie bisher sch&auml;rfste Kritik am Kohleausstieg der Bundesregierung legt jetzt das Deutsche Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) vor. Nur bei einem Kohleausstieg bis 2030 und einem verdreifachten Ausbau der Erneuerbaren kann Deutschland das Pariser Klimaziel einhalten, ergibt eine Studie f&uuml;r die Umweltorganisation BUND.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.klimareporter.de\/strom\/pariser-klimaziel-nur-mit-kohleausstieg-bis-2030-erreichbar\">klimareporter<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Was erlauben von der Leyen<\/strong><br>\nUrsula von der Leyen ist die Meryl Streep der Politik &ndash; wenn sie in der Berateraff&auml;re knifflige Fragen h&ouml;rt, muss sie lange und tief nachdenken. Eine Glosse.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/berateraffaere-im-verteidigungsministerium-was-erlauben-von-der-leyen\/25550446.html\">Der Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.M.:<\/strong> Auszug aus dem Text: Im Untersuchungsausschuss kam in der vergangenen Woche vor allem heraus, dass alle Beteiligten ein schlechtes Ged&auml;chtnis haben. Eine Abgeordnete sagte: &bdquo;Von 41 Zeugen hatten ungef&auml;hr 38 schweren Ged&auml;chtnisschwund.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Hier stellt sich die Frage an die aktuellen Arbeitgeber der Vergesslichen Zeugen, ob sie f&uuml;r ihren Job &uuml;berhaupt geeignet sind!<\/em><\/p>\n<p><em>O-Ton Text: Von der Leyen sagte, dass sie vor dem L&ouml;schen zumindest eines Handys alle Nachrichten gewissenhaft darauf gepr&uuml;ft habe, ob sie f&uuml;r den Ausschuss wichtig sein k&ouml;nnten. Den Luxus, die Beweisw&uuml;rdigung selber vornehmen zu d&uuml;rfen, w&uuml;nscht sich bestimmt jeder B&uuml;rger, dem Schlawinertum vorgeworfen wird. Von der Leyen wurde, nach ihrer Neuerfindung des Rechtsstaats, unter Mithilfe von Angela Merkel zur EU bef&ouml;rdert und verwaltet jetzt als Kommissionschefin die europ&auml;ischen Ideale sowie 150 Milliarden Steuergeld. Mein Vertrauen in die EU ist nicht gewachsen<\/em><\/p>\n<p><em>Wo hat Harald Martenstein ein Problem? Der neue Posten ist wie ma&szlig;geschneidert f&uuml;r Ursula von der Leyen. Sie l&ouml;st mit Jean Claude Juncker den wohl charmantesten Freund aller Steueroptimierer an der Spitze der EU ab. Vorgeschlagen wurde Flinten-Uschi bekanntlich von Emmanuel Macron, auch das passt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Das M&auml;rchen von der pal&auml;stinensischen Kompromisslosigkeit<\/strong><br>\nTrumps &ldquo;Friedensplan&rdquo; f&uuml;r den Nahen Osten war nur wenige Stunden alt, da hatten ihn die Pal&auml;stinenser schon abgelehnt. Einmal mehr lieferte die pal&auml;stinensische F&uuml;hrung damit den Beleg f&uuml;r ihre eigene Kompromisslosigkeit. Eine Bande Fanatiker, die lieber weiter von der Vision eines judenfreien Pal&auml;stinas tr&auml;umt, als zum Wohle des eigenes Volkes Kompromisses einzugehen. Eine machthungrige Clique, die seit Jahrzehnten alles fordert und allein deshalb am Ende nichts bekommt.<br>\nSo zumindest geht die Erz&auml;hlung, die Kommentatoren und Spin-Doktoren seit vergangener Woche in die Welt setzen. Doch das Klischee der pal&auml;stinensischen Verhandlungsrenitenz ist in etwa so wahr, wie Trumps einseitiger Vorschlag, die israelische Besatzung unter neuem Namen fortzusetzen, irgendetwas mit &ldquo;Frieden&rdquo; und &ldquo;Zweistaatenl&ouml;sung&rdquo; zu tun hat.<br>\nIn Wahrheit waren die pal&auml;stinensischen F&uuml;hrungen der vergangenen Jahrzehnte immer wieder bereit, f&uuml;r Selbstbestimmung und Frieden weitreichende Kompromisse zu machen. Bekommen haben sie beides dennoch bis heute nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Das-Maerchen-von-der-palaestinensischen-Kompromisslosigkeit-4661526.html?seite=all\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>AKK: Schl&uuml;sselregionen<\/strong><br>\nIn der Rede von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karenbauer bei der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz fiel wenig besonders auf, &bdquo;interessant&ldquo; war aber was die zu zwei &bdquo;Schl&uuml;sselregionen &ndash; Mali (milit&auml;risch pr&auml;sent bleiben) und Golf (milit&auml;risch ggf. pr&auml;sent werden) &ndash; zu sagen hatte: &bdquo;Gemeinsames Handeln w&uuml;nsche ich mir auch mit Blick auf die Stra&szlig;e von Hormuz. [&hellip;] Ich bin deshalb daf&uuml;r, erstmals die Mittel des EU-Vertrages wirklich auszusch&ouml;pfen und auf einem EU-Gipfel einzelne Mitgliedstaaten zu beauftragen, eine gemeinsame Mission durchzuf&uuml;hren. [&hellip;] Die Sahelzone ist f&uuml;r Europa eine Schl&uuml;sselregion &ndash; etwa, wenn es um die Migration oder die Bedrohung durch den Terrorismus geht. Deswegen ist es so wichtig, dass auch Deutschland dort engagiert bleibt &ndash; auch milit&auml;risch.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2020\/02\/17\/akk-schluesselregionen\/\">Informationsstelle Militarisierung e.V.<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58543\">Amerika ziehe sich zur&uuml;ck &ndash; eine clevere L&uuml;ge der R&uuml;stungslobby<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Salafisten aus Idlib werden nach Libyen verlegt<\/strong><br>\nDie T&uuml;rkei setzt salafistische Truppen nicht nur in Nordsyrien und Idlib ein, sondern hat laut Meldungen bereits jetzt 500 Dschihadisten von Idlib nach Libyen verlegt.<br>\nLibyen spielt ebenso wie Syrien in den neoosmanischen Expansionspl&auml;nen eine wichtige Rolle, berichtet der Journalist der Nachrichtenagentur Mezopotamya, Naz&#305;m Da&#351;tan. So brennt die t&uuml;rkische Regierung darauf, die von der T&uuml;rkei hochger&uuml;stete, von den salafistischen Muslimbr&uuml;dern dominierte Regierung mit eigenen Truppen zu unterst&uuml;tzen. Bereits jetzt hat die t&uuml;rkische Regierung 500 Salafisten aus Idlib abgezogen und nach Libyen transportiert. Die Welt&ouml;ffentlichkeit schweigt dazu. Um dieses Schweigen zu verstehen, sollten wir zun&auml;chst die Geschichte der Entwicklungen in der Region betrachten.<br>\nVor neun Jahren begannen die Aufst&auml;nde in Tunesien und Libyen und breiteten sich bis &Auml;gypten und Syrien aus. Vielerorts wandelten sich die Volksaufst&auml;nde unter dem Einfluss imperialer und regionaler M&auml;chte in B&uuml;rgerkriege und internationale Konflikte. Insbesondere in Libyen und Syrien konkurrieren die USA, Russland, Israel, europ&auml;ische M&auml;chte und die T&uuml;rkei, die Landkarten werden neu gezeichnet. Viele bezeichnen die Geschehnisse in der Region daher auch als Dritten Weltkrieg.<br>\nW&auml;hrend des Ersten Weltkriegs wurde die politische und milit&auml;rische Landkarte des Mittleren Ostens und Nordafrikas neu gezeichnet. Der zweite Weltkrieg hatte unter anderem starken Einfluss auf die Entwicklungen in der T&uuml;rkei. Seither entwickelte sich der Mittlere Osten zu einem Vulkan vor dem Ausbruch. Der sogenannte &bdquo;arabische Fr&uuml;hling&ldquo; breitete sich von Tunesien nach Libyen, Jemen, &Auml;gypten und Syrien aus. W&auml;hrend der ersten beiden Weltkriege hatte es eine Blockbildung und Polarisierung im Vorfeld gegeben. Der Dritte Weltkrieg entwickelte sich anders. Statt sich entlang diese Blocks auf ganzer Linie zu bekriegen, existieren Allianzen an einem Ort und bekriegen sich dieselben Parteien mit ihren Proxies an einem anderen Ort.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/anfdeutsch.com\/hintergrund\/salafisten-aus-idlib-werden-nach-libyen-gebracht-16365\">ANF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Eigentlich praktisch, so schafft man sich die Legitimation f&uuml;r zuk&uuml;nftige milit&auml;rische Interventionen (War on Terror) gleich mit dazu.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Der Putsch von ganz oben &ndash; Ein treffende Zustandsbeschreibung der politischen Situation dieses Landes<\/strong><br>\nWirtschaft und Politik bauen diesen Staat r&uuml;cksichtslos um. Was der SPD gestern noch heilig war, ist heute Teufelszeug. Die Reformen zertr&uuml;mmern das Land &ndash; es wird kalt in Deutschland. Eine Abrechnung<br>\nvon Arno Luik<br>\nEs spricht der Kanzler: Die Reformen sind alternativlos. Sie m&uuml;ssen noch viel weiter gehen, sagt der BDI-Chef Michael Rogowski, und die gr&uuml;ne Fraktionschefin G&ouml;ring-Eckardt sekundiert: &ldquo;Ja, diese Reformen m&uuml;ssen wir durchziehen!&rdquo;<br>\nUnd in einer ganzseitigen Anzeige der &ldquo;SZ&rdquo; rufen einige Dutzende Million&auml;re unter der &Uuml;berschrift &ldquo;Auch wir sind das Volk&rdquo;: Die Reformen sind &ldquo;&uuml;berlebensnotwendig&rdquo;.<br>\nEbenso wie die Politiker und Wirtschaftsf&uuml;hrer, so spielen Radio, Fernsehen, Zeitungen dasselbe Lied: Man muss an den Reformen festhalten &ndash; &ldquo;unbeirrt&rdquo;. So eine allumfassende &Uuml;bereinstimmung von Politik, Wirtschaft und Medien hat es im Nachkriegsdeutschland schon lange nicht mehr, nein, noch nie gegeben. Die Reformen &ndash; sie sind die neue Staatsreligion.<br>\nWer daher am Nutzen und der Weisheit dieser Reformen zweifelt, wird zum Au&szlig;enseiter abgestempelt, der nicht ernst zu nehmen ist. Es steht eine Sozialstaatsklausel im Grundgesetz, aber wer darin erinnert, wird freigegeben zum Gesp&ouml;tt.<br>\nDenn der Sozialstaat ist &ndash; wie die Reformfreunde gebetsm&uuml;hlenartig wiederholen &ndash; der Quell allen &Uuml;bels: Er ist wachstums- und leistungsfeindlich, er l&auml;hmt die Eigeninitiative; er ist viel zu teuer, es ist kein Geld mehr da!<br>\nUnd warum? Weil der Staat gezielt verarmt wurde durch die Gesetze dieser Regierung und der davor: Die Einkommensteuer wurde gek&uuml;rzt, die Verm&ouml;gensteuer abgeschafft, die Gewerbekapitalsteuer gestrichen, die Spitzensteuers&auml;tze gesenkt, die K&ouml;rperschaftsteuer vermindert, Steuerfreiheit bei  Unternehmensverk&auml;ufen gew&auml;hrt &ndash; so verzichtet der Staat Jahr f&uuml;r Jahr auf Hunderte von Milliarden Euro. Nicht der Sozialstaat ist zu teuer, nein. Zu teuer ist die herrschende Finanzpolitik, die diesen Staat ruiniert, ihn handlungsunf&auml;hig macht.<br>\nDie Politik verzwergt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/tacheles-sozialhilfe.de\/startseite\/tickerarchiv\/d\/n\/425\/\">Tacheles e.V.<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Kaum zu glauben: &Uuml;ber 15 Jahre alt ist diese Analyse, aber immer noch zutreffend und daher auch aktuell.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Ex-Kanzler Schr&ouml;der grunds&auml;tzlich zu Aussprache mit Oskar Lafontaine bereit<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der (SPD) ist grunds&auml;tzlich zu einer Aussprache mit seinem politischen Kontrahenten Oskar Lafontaine (Linke) bereit, stellt daf&uuml;r aber eine Bedingung. &bdquo;Das geht doch erst, wenn beide nicht mehr in politischen &Auml;mtern sind, dann kann man das machen&ldquo;, sagte Schr&ouml;der im neuen Podcast &bdquo;&Uuml;berstunde&ldquo; des Publizisten Gabor Steingart, der vor wenigen Tagen ver&ouml;ffentlicht wurde. &hellip;<br>\nSchr&ouml;der erkl&auml;rte nun im &bdquo;&Uuml;berstunde&ldquo;-Podcast, Lafontaine sei &bdquo;ein respektabler Politiker&ldquo;, der aber &bdquo;in einer bestimmten Frage Verantwortung f&uuml;rs ganze Land vermissen&ldquo; lie&szlig;. Er sei &bdquo;einer der begabtesten Politiker in Deutschland&ldquo; &ndash; allerdings mit der Problematik, dass er insbesondere von der Linken geliebt werden wolle. Das funktioniere nicht. Man k&ouml;nne eine der differenziertesten und wichtigsten Industriegesellschaften der Welt nicht regieren, wenn man sich &bdquo;nur als Vollstrecker der eigenen Parteiprogramme&ldquo; begreife.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/%C3%BCberstunde.com\/marina-weisband-und-michael-broecker-spricht-mit-gerhard-schroeder\">&uuml;berstunde<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das selbstgef&auml;llige und &uuml;berhebliche Gerede Gerhard Schr&ouml;ders ist unertr&auml;glich. Er zeigt damit nur, dass es ihm nach wie vor v&ouml;llig egal ist was er mit der Agenda 2010 in Deutschland angerichtet hat. Leider ist &uuml;berhaupt nicht nach vollziehbar welche Intention die Interviewer damit verfolgen Schr&ouml;der eine M&ouml;glichkeit zur Selbstdarstellung geboten zu haben.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Glaubt Herr Schr&ouml;der eigentlich seinen eigenen Worten, wenn es um (Partei-)Programme geht? Oder &ndash; anders gefragt -, wei&szlig; Herr Schr&ouml;der nicht, dass seine Kanzlerschaft durch die Agenda\/Programmatik von Arbeitgebern (und deren Lobby) charakterisiert ist? Ist ihm das niemals aufgefallen?<\/em><\/p>\n<p><em>Ging es Herrn Schr&ouml;der eigentlich jemals um die Programmatik der SPD, deren Bundesvorsitzender er auch mal f&uuml;r kurze Zeit war? Wohl eher nicht. Im Mittelpunkt stand wohl vielmehr sein pers&ouml;nliches Wohlergehen &ndash; und eben nicht das Land oder die (eigene) Partei.<\/em><\/p>\n<p><em>Und den selben Umgang mit Parteitagsbeschl&uuml;ssen bzw. Programmen pflegen heute noch &ldquo;seine Sch&uuml;ler&rdquo; wie der derzeitige Bundesfinanzminister Scholz: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57788#h12\">Schwarze Null: Scholz geht auf Kollisionskurs zur neuen SPD-F&uuml;hrung<\/a>. Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57801#h10\">SPD-Chefin Esken: &bdquo;Die schwarze Null muss weg&ldquo;<\/a> mit einer Anmerkung.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gef&auml;lscht hast! &ndash; Die S&uuml;ddeutsche und die R&uuml;stungsgelder<\/strong><br>\nMit atemberaubenden Zahlenjonglagen rechnete die &bdquo;S&uuml;ddeutsche&ldquo; im Umfeld der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz den russischen R&uuml;stungsetat hoch, um der NATO Sch&uuml;tzenhilfe f&uuml;r das Zwei-Prozent-Ziel zu liefern. &ndash; Wie man mit Wahrheiten l&uuml;gt.<br>\nSchauen Sie sich mal bitte diese Graphik &uuml;ber weltweite R&uuml;stungsausgaben im Jahre 2018 an, die das &uuml;berregionale Qualit&auml;tsblatt S&uuml;ddeutsche Zeitung am Samstag auf seiner Titelseite im Kontext von Bundespr&auml;sident Steinmeiers Er&ouml;ffnungsrede der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz platzierte!<br>\nF&auml;llt Ihnen etwas auf?<br>\nJa, richtig: Russland liegt hier an erster Stelle!<br>\nSie glauben dunkel in Erinnerung zu haben, dass die USA doch mehr als zehnmal so viel f&uuml;r das Milit&auml;r ausgeben als Russland? Lagen nicht auch China, Saudi-Arabien und Indien auf den vordersten Pl&auml;tzen? Merkw&uuml;rdig! &ndash; Sie beginnen an Ihrem Verstand, an Ihrem Erinnerungsverm&ouml;gen zu zweifeln? Bef&uuml;rchten gar erste Anzeichen von Alzheimer?<br>\nKeine Sorge, in Ihrem Hinterst&uuml;bchen ist noch alles in Ordnung! &ndash; Aber irgendwas kann doch nicht stimmen &hellip;<br>\nTja, f&uuml;r Statistiken gilt halt dasselbe, wie f&uuml;r Handy- und Versicherungsvertr&auml;ge: Auf das Kleingedruckte kommt es an! Und tats&auml;chlich: Unter der fettgedruckten &Uuml;berschrift &bdquo;Was Staaten f&uuml;r R&uuml;stung ausgeben&ldquo; steht wesentlich kleiner: &bdquo;in Prozent des Bruttoinlandsprodukts&ldquo;. &ndash; Ach so, daher weht also der Wind! Nicht um absolute Zahlen geht es hier, sondern um das ber&uuml;hmte Zwei-Prozent-Ziel.<br>\nUnd hier sto&szlig;en wir nun auf einen Skandal: Au&szlig;er den USA und Frankreich erf&uuml;llt in dieser Graphik nur der alte und neue Gegner Russland das Zwei-Prozent-Plansoll der NATO! Ausgerechnet. Nein: es &uuml;bererf&uuml;llt, mit 3,9 Prozent verdoppelt es sogar fast die Vorgabe &ndash; frei nach der klassischen DDR-Losung &bdquo;&Uuml;berholen ohne einzuholen!&ldquo;. Gelernt ist halt gelernt.<br>\nAber Moment, schauen wir uns jetzt mal die in Klammern gehaltenen absoluten Zahlen an: Gab Russland 2018 nicht um die 60 Milliarden US-Dollar f&uuml;r die R&uuml;stung aus? Hier steht aber 150! Ein nicht ganz unbetr&auml;chtlicher Unterschied. Dabei beziehen sich doch die Zahlen der S&uuml;ddeutschen, wie ganz unten rechts in kleinstem Schriftgrad angegeben,auf die Daten des renommierten &bdquo;Stockholm International Peace Research Institute&ldquo; (Sipri). Wie das nun wieder? &ndash; Sehen wir doch direkt bei Sipri &ndash; beziehungsweise in einer Tabelle der Deutschen Welle, die die Sipri-Daten korrekt wiedergibt &ndash; nach! Richtig: 61,4 Milliarden! Bei der S&uuml;ddeutschen sind es aber 150 Milliarden! Merkw&uuml;rdig, merkw&uuml;rdig.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/meinung\/98115-trau-keiner-statistik-du-nicht\/\">RT Deutsch<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das St&uuml;ck der SZ kann man nur als dreist bezeichnen. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58488\">Desinformation ganz im Sinne der Erl&auml;uterungen von Rainer Mausfeld<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-58563","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/58563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=58563"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/58563\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58577,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/58563\/revisions\/58577"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=58563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=58563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=58563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}