{"id":58769,"date":"2020-02-24T10:11:41","date_gmt":"2020-02-24T09:11:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58769"},"modified":"2020-02-24T12:12:42","modified_gmt":"2020-02-24T11:12:42","slug":"leserbriefe-zu-nach-der-schlimmen-tat-von-hanau-die-spalter-rufen-zur-einheit-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58769","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eNach der schlimmen Tat von Hanau: Die Spalter rufen zur Einheit auf\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Zu dem Artikel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58712\">Nach der schlimmen Tat von Hanau: Die Spalter rufen zur Einheit auf<\/a>&ldquo; gab es zahlreiche Zuschriften, von denen wir einen Teil hier wiedergeben. Zusammengestellt von <strong>Redaktion<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Riegel,<br>\n&nbsp;<br>\nvielen Dank f&uuml;r diesen Artikel!<br>\n&nbsp;<br>\nWann immer es um Attentate jedweder Art geht, zeigen die Medien recht einseitige Betrachtungen. Mal sind gewaltverherrlichende Videospiele schuld, ein anderes Mal, ist es ein &bdquo;rechter&ldquo; Hintergrund.<br>\n&nbsp;<br>\nEs werden immer &bdquo;simple&ldquo; Ursachen hergenommen, um von der wahren Problematik abzulenken. Niemand geht auf einen Amoklauf, weil er zu viel Call of Duty gespielt hat und man wird auch nicht einfach mal so &bdquo;rechts&ldquo; geboren. Der Arbeitslose, der am ehemaligen Arbeitsplatz Amok l&auml;uft, ist verzweifelt und f&uuml;hlt sich von allen im Stich gelassen, was de fakto auch der Fall sein d&uuml;rfte. Wir k&uuml;mmern uns nicht um unsere Mitmenschen, sind froh, wenn ein negatives Ereignis einen anderen trifft. Unsere &bdquo;Solidarit&auml;t&ldquo; zeigen wir allenfalls mit Floskeln.<br>\n&nbsp;<br>\nDiese mangelnde Solidarit&auml;t bringt uns im Grunde tagt&auml;glich in Gefahr von verzweifelten Menschen unter Beschuss genommen zu werden, weil wir zu denen geh&ouml;ren, die nicht das Geringste taten, um zu helfen. Verzweifelte und w&uuml;tende Menschen tendieren nun mal zu &Uuml;berreaktionen&hellip;<br>\n&nbsp;<br>\nIch w&uuml;rde mir w&uuml;nschen, dass wir allgemein mehr Verst&auml;ndnis f&uuml;reinander aufbringen, statt Probleme, die uns nicht betreffen, als unwesentlich oder selbstverschuldet abzuwiegeln. Wir machen es uns zu leicht, leisten allenfalls Lippenbekenntnisse oder beteiligen uns am modernen Ablasswesen und f&uuml;hlen uns besser, wenn wir gr&uuml;nen Strom kaufen oder unser gekaufter Kaffee zu irgendeiner Initiative beitr&auml;gt. Wirklich &bdquo;die H&auml;nde schmutzig&ldquo; machen oder gar etwas riskieren, wollen die Wenigsten.<br>\n&nbsp;<br>\nUnd hier stellt jeder mit Recht die Frage: Ja, was sollen wir denn tun?<br>\nDenn genau das wundere ich mich auch und f&uuml;hle mich recht hilflos.<br>\n&nbsp;<br>\nWir m&uuml;ssten unsere Regierung dazu bewegen, dass daf&uuml;r gesorgt wird, dass das Wohl des Volkes im Allgemeinen wieder im Vordergrund steht. Vor 30 Jahren h&auml;tte sich kaum wer f&uuml;r eine Partei wie die AfD interessiert. Damals gab es noch eine vern&uuml;nftige Rente, ordentlich bezahlte Arbeit usw.<br>\n&nbsp;<br>\nAber wie &auml;ndert man etwas daran? In Frankreich gehen die Menschen auf die Stra&szlig;e und werden sprichw&ouml;rtlich niedergekn&uuml;ppelt.<br>\n&nbsp;<br>\nWem danach nicht so ganz der Sinn steht, der lieb&auml;ugelt evtl. mit alternativen Wahlparteien. Die Alternative mag nicht besonders gl&uuml;cklich sein, aber evtl. denkt sich so mancher ab einem gewissen Punkt das ALLES besser ist, als wie bisher weiterzumachen. Das mag ein b&ouml;ses Erwachen geben, aber wenn man das Gef&uuml;hl hat bereits in einem Alptraum zu leben, nimmt man das vermutlich in Kauf.<br>\n&nbsp;<br>\nDas Traurige ist, dass das unserer Regierung (den Spaltern) wahrscheinlich absolut Recht ist. Wir werden manipuliert und platziert und sind am Ende immer die Verlierer.<\/p><p>Trotz allem herzliche Gr&uuml;&szlig;e,<br>\n&nbsp;<br>\nV.W.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Es ist beklemmend, dass nach jedem rassistisch motivierten Mord bzw. Massaker Schweigeminuten und emp&ouml;rte Ansprachen von politisch Verantwortlichen gehalten werden, nach zun&auml;chst &bdquo;erh&ouml;hter Polizeipr&auml;senz&ldquo; letztendlich aber alles beim Alten bleibt. Nazistisches Gedankengut entspringt doch in erster Linie einer tief sitzenden Unzufriedenheit &ndash; und politisch Verantwortliche m&uuml;ssen herausfinden, welches die (von ihnen beeinflussbaren) Gr&uuml;nde f&uuml;r die Frustration sind. Unzufriedenheit infiziert eine gesunde Gesellschaft n&auml;mlich &ndash; und wir hier in Deutschland sind schon lange infiziert. Statt eines hirntoten &bdquo;Weiter so!&ldquo; bedarf es endlich einer Wurzelbehandlung des &Uuml;bels. Dazu w&uuml;rde ein regelm&auml;&szlig;iger Blick auf Leserbriefe und andere R&uuml;ckmeldungen aus der Bev&ouml;lkerung bereits helfen. Wer das nicht f&uuml;r n&ouml;tig h&auml;lt, weil er seine Bez&uuml;ge ja unabh&auml;ngig von seiner Leistung &uuml;berwiesen bekommt, ist als Volksvertreter ungeeignet.<br>\nP.R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Tobias Riegel, liebes Nachdenkseiten &ndash; Team,<br>\n&nbsp;<br>\nbravo &ndash; vielen Dank f&uuml;r diesen auf den Punkt gebrachten Artikel! Ich bin so froh das es Euch gibt!<br>\n&nbsp;<br>\nDie (Haupt)Schuld der politischen sogenannten &ldquo;Mitte&rdquo; (neoliberale Parteien von gr&uuml;n bis gelb &ndash; insb. der an der Regierung beteiligten CDU\/CSU) an den herrschenden Innen- und au&szlig;enpolitischen verwahrlosten\/verrohten Zust&auml;nden ist auch m.E. eindeutig &ndash; und deren Heuchelei macht fassungslos.<br>\n&nbsp;<br>\nWie sagt Prof. Rainer Mausfeld so treffend &ldquo;&hellip;rechte bis rechtsextreme Haltungen sind seit Beginn der Bundesrepublik in den Parteien der sogenannten Mitte fest verankert.&rdquo; (Artikel in den NDS v.&nbsp;15. Februar 2020 um 13:30 Uhr, &ldquo;Kampf gegen Rechts hei&szlig;t Kampf gegen Links&rdquo; &ndash; aus Sicht der herrschenden Eliten &ndash; Anm. von mir) und die AfD ist das Symptom (wenn auch ein gef&auml;hrliches).<br>\n&nbsp;<br>\nHochachtungsvoll<br>\nA.R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten-Redaktion,<br>\n&nbsp;<br>\nder o.g. Artikel greift zu kurz, weil die Wahlentscheidung &uuml;berwiegend der neoliberalen Politik der Regierung zugeschrieben wird. Ich wurde als 68er politisiert und erlebte in den sp&auml;ten 1960er und fr&uuml;hen 1970er Jahren in der damals gar nicht neoliberal gepr&auml;gten Zeit die Reaktionen der autorit&auml;ren Spie&szlig;b&uuml;rger (z.B.: &bdquo;ins Arbeitslager stecken&ldquo;, &bdquo;Verpr&uuml;geln&ldquo;, usw.). Viele Rechtsw&auml;hler und AfD-Sympathisanten sind auch heute ekelhafte Charaktere, f&uuml;r die die CDU bereits linksversifft ist. Die bereits moderierten rassistischen Hetzkommentare bei &bdquo;Politically Incorrect&ldquo; belegen das &uuml;berdeutlich. Die fanatische Begeisterung der Zuh&ouml;rer bei Reden von H&ouml;cke sind be&auml;ngstigend. H&ouml;cke, als starker Mann, der nach der Machtergreifung mit den Linksversifften und den G&uuml;nstlingen des &bdquo;Mekelregimes&ldquo; ein Ende machen wird. Beim seinem Fl&uuml;gel ist zudem das nationalsozialistische Rentenkonzept gef&auml;hrlich, dass soziale Wohltaten unr f&uuml;r &bdquo;Indigene&ldquo; vorsieht.<br>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>\nHerrn Riegel empfehle ich die immer noch hochaktuelle Rede von Adorno &bdquo;Aspekte des neuen Rechtsradikalismus&ldquo; aus dem Jahr 1967 (Link: <a href=\"https:\/\/www.mediathek.at\/portaltreffer\/atom\/014EEA8D-336-0005D-00000D5C-014E5066\/pool\/BWEB\/\">mediathek.at\/portaltreffer\/atom\/014EEA8D-336-0005D-00000D5C-014E5066\/pool\/BWEB\/<\/a>). Der darin abgehandelte &bdquo;autorit&auml;re Charakter&ldquo; ist bei den Rechten in hoher Zahl vertreten. Ob viele Menschen mit den in dieser Rede angesprochenen psychosozialen Struktur zur&uuml;ckgewonnen werden k&ouml;nnen, wage ich zu bezweifeln.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nH.G.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Der Kommentar von Tobias Riegel zum Amoklauf von Hanau geh&ouml;rt zusammen mit dem von Sebastian M&uuml;ller bei Makroskop zu den Lichtblicken des heutigen Tages: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2020\/02\/im-geiste-des-buergerkriegs\/\">makroskop.eu\/2020\/02\/im-geiste-des-buergerkriegs\/<\/a><\/p><p>Gleiches galt zur th&uuml;ringischen Wahlfarce.<\/p><p>Als Gegenpol dazu versucht ein Kommentar des Bayerischen Rundfunk, eine Linie von den &ldquo;Verschw&ouml;rungstheorien&rdquo; des Daniele Ganser zu den Morden von Hanau zu ziehen: <a href=\"https:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/zuendfunk\/nach-hanau-verschwoerungstheorien-sind-keine-harmlosen-spinnereien100.html\">br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/zuendfunk\/nach-hanau-verschwoerungstheorien-sind-keine-harmlosen-spinnereien100.html<\/a><\/p><p>Und hier nun wird es tats&auml;chlich interessant, denn vor dem Eklat in Th&uuml;ringen und den Morden von Hanau war mir aufgefallen, wie sonderbar die Fronten im Stadtrat von Bautzen &uuml;ber die Verleihung des &lsquo;Bautzner Friedenspreises&rsquo; an Daniele Ganser verlaufen sind: <a href=\"https:\/\/hintermbusch.wordpress.com\/2020\/01\/31\/skandal-fdp-bautzen-fuer-freiheit\/\">hintermbusch.wordpress.com\/2020\/01\/31\/skandal-fdp-bautzen-fuer-freiheit\/<\/a><br>\nHier forderten Gr&uuml;ne, SPD und Linke eine Distanzierung des Stadtrats, w&auml;hrend sich die Stadtr&auml;te von CDU, FDP, Freien W&auml;hlern und AfD sogar in gro&szlig;er Zahl zur  Preisverleihung begaben.<br>\nDas zeigt, dass die Parteigrenzen in Gesamtdeutschland nichts mehr, &lsquo;links&rsquo; und &lsquo;rechts&rsquo; kaum noch das bedeuten, was sie vor 25 Jahren bedeuteten<\/p><p>Es kommt f&uuml;r uns aber darauf an, folgende Kernziele zu erhalten:<\/p><ul>\n<li>die Rede- und Meinungsfreiheit<\/li>\n<li>den Frieden in Europa<\/li>\n<li>und wirtschaftlich u.a. eine stabile und zukunftsf&auml;hige Versorgung mit Energie<\/li>\n<\/ul><p>Der gemeinsame Kampf f&uuml;r die Meinungsfreiheit schlie&szlig;t die eine oder andere Meinungsverschiedenheit eben nicht aus.<\/p><p>Es kommt darauf an, sie sachlich auszutragen und tragf&auml;hige Kompromisse wieder m&ouml;glich zu machen <a href=\"https:\/\/hintermbusch.wordpress.com\/2020\/02\/02\/energiezukunft-statt-klimahysterie\/\">hintermbusch.wordpress.com\/2020\/02\/02\/energiezukunft-statt-klimahysterie\/<\/a><\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nA.M.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Es ist schon ein starkes St&uuml;ck und einfach nur noch unglaublich:<\/p><p>Da steht und redet der Bundespr&auml;sident direkt neben dem Mann, der alles- aber auch wirklich alles!!!- unternommen hat um die Aufkl&auml;rung in Sachen NSU und Verstrickungen der hessischen Beh&ouml;rden zu unterbinden: Volker Bouffier!<\/p><p>F&uuml;r alle Interessierten sollte es ein weiterer Beleg sein, dass die Worte noch nicht mal als &rdquo; warme Worte&rdquo; durch gehen k&ouml;nnen.<\/p><p>J.O.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r diesen gut geschriebenen und aussagekr&auml;ftigen Artikel.<\/p><p>Hierzu m&ouml;chte ich Ihnen erg&auml;nzend etwas zu einer Randerscheinung in diesem Zusammenhang, der Mitgliedschaft in Sch&uuml;tzenvereinen, mitteilen:<\/p><p>Seit vielen Jahren bin ich Mitglied in einem Sch&uuml;tzenverein, bis vor etwa 5 Jahren wurde immer von unserem und den befreundeten Sch&uuml;tzenvereinen der Frieden und das nie wieder beschworen, so ist es guter Brauch in allen Sch&uuml;tzenvereinen, zu Kriegsgedenktagen und bei Umz&uuml;gen einen Kranz niederzulegen und der Kriegsopfer zu gedenken. Unser Sch&uuml;tzenverein war &uuml;beraltert, neue Mitglieder waren kaum zu begeistern.<\/p><p>Mit dem Erstarken der AfD, so ca. vor 5 Jahren, &auml;nderte sich pl&ouml;tzlich die Stimmung. Wir gewannen ca. 30 neue Mitglieder dazu, die im Altersdurchschnitt sehr viel j&uuml;nger als die &bdquo;Stammbesatzung&ldquo; war. Zuerst einmal war die Freude gro&szlig;.<\/p><p>Seit einiger Zeit schleicht sich jedoch bei den urspr&uuml;nglichen Mitgliedern ein Unbehagen ein, es geschehen seltsame Dinge, ohne dass der Vorstand hiergegen wirklich etwas unternehmen kann:<\/p><p>Wir haben viele neue Mitglieder aus umliegenden Orten und&nbsp; der Landeshauptstadt (etwa 30 km entfernt), die uns noch nicht einmal bekannt sind, &uuml;ber die wir nichts wissen und die zuweilen ein etwas seltsames Gebaren an den Tag legen. Im Nachhinein stellen wir fest, dass eine nicht geringe Anzahl dieser neuen Mitglieder der AfD angeh&ouml;ren und teilweise als Stadt und Gemeinder&auml;te politisch aktiv agieren.<\/p><p>Die j&uuml;ngere Gruppe grenzt sich von der &auml;lteren Gruppe ab, gr&uuml;ndet eine WhatsApp-Gruppe, in der permanent politische Meinungen in einer ganz bestimmten Richtung verbreitet werden. Selbst Mitglieder des Vereins, die nicht gerade als links bekannt sind, beschweren sich mittlerweile lautstark dar&uuml;ber.<\/p><p>Es werden pl&ouml;tzlich Menschen Mitglieder in unserem Verein, die in der gesamten Verwaltungsgemeinschaft offiziell als Rechte bekannt sind, ein F&uuml;hrungszeugnis ist f&uuml;r den Besitz einer Waffenbesitzkarte seit einiger Zeit nicht mehr vorgeschrieben (bitte beachten Sie den Unterschied zwischen Waffenbesitzkarte f&uuml;r Sportsch&uuml;tzen in Sch&uuml;tzenvereinen und dem Waffenschein, der zum tats&auml;chlichen F&uuml;hren von Waffen berechtigt). Als wir den Verein gegr&uuml;ndet haben, sah dies noch ganz anders aus, hier wurde das Gesetz ordentlich in Richtung USA gelockert. Somit k&ouml;nnen diese Menschen sich ganz offiziell mit den Sportwaffen (hierzu geh&ouml;ren auch Kurzwaffen wie Revolver und Pistolen) eindecken und man mag sich gar nicht vorstellen, was hier alles m&ouml;glich sein k&ouml;nnte, dies scheint mir im Zusammenhang mit dem Anschlag in Hanau ein besonders wichtiger Punkt zu sein.<\/p><p>Der Vorstand ist aufgrund der Vorschriften unserer Demokratie, dass man niemand wegen seiner Meinungen, Gesinnung, Religion usw. von einem Verein ausschlie&szlig;en darf, gegen diese Machenschaften ziemlich hilflos, au&szlig;erdem sind die entsprechenden Mitglieder hier auch nicht zu fassen &ndash; sie tun ja nichts weiter, au&szlig;er ihre Meinung zu &auml;u&szlig;ern. Genau hier sollte die Politik stark ansetzen, mit einem F&uuml;hrungszeugnis k&ouml;nnte man zumindest bisher auff&auml;llig gewordene Anw&auml;rter schon einmal ausschlie&szlig;en.<\/p><p>Vielleicht ist diese Problematik im Zusammenhang mit Ihrem Artikel f&uuml;r Sie ja interessant, ich sehe hier zumindest eine Quelle, wie viele potentielle T&auml;ter der Zukunft (es m&uuml;ssen ja nicht gerade unsere Mitglieder sein) ganz legal in den Besitz von Waffen kommen k&ouml;nnen. F&uuml;r meine Begriffe tickt hier eine Zeitbombe, deren Gef&auml;hrlichkeit noch gar nicht abzusehen ist &ndash; eben gerade, weil man niemanden aufgrund seiner Gesinnung vorverurteilen kann und darf.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nB.N.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes NDS-Team,<\/p><p>&ldquo;Am Tag nach Hanau&rdquo;: unter diesem Titel habe ich ein Lied ver&ouml;ffentlicht. <\/p><p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7xm5uqc6_8E\">youtube.com\/watch?v=7xm5uqc6_8E<\/a><\/p><p>In dem <strong>Video<\/strong> und dem &ldquo;<strong>mehr ansehen &ndash; Text<\/strong>&rdquo; unterhalb des Videos beziehe ich mich ausdr&uuml;cklich auch auf die Nachdenkseiten, insbesondere auf den Text von Tobias Riegel: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58712\">nachdenkseiten.de\/?p=58712<\/a><\/p><p>Pate zu dem Liedtext stehen vor allem die Nachdenkseiten, Rainer Mausfeld und Daniela Dahn.<\/p><p>Ich habe in den letzten Monaten mehrere Lieder (um-)getextet und h&auml;ufig zusammen mit anderen bei attac- und FFF-Aktionen gesungen. Auf den Text-Flyern habe ich immer wieder auf die Nachdenkseiten verwiesen (s. Anlagen). Das Nachdenkseiten-Team, also &ldquo;Sie&rdquo; und &ldquo;Sie&rdquo; und &ldquo;Du&rdquo; und &ldquo;Du&rdquo;, also: &ldquo;Ihr&rdquo; seid mir immer wieder Ansporn und Aufforderung: &ldquo;Trotz alledem!&rdquo;<\/p><p>Die Lieder sind auf dem &ldquo;voices4future&rdquo;-youtube-Kanal zu finden: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UC0T_2rFmR0SX5fECl9Aci0w\">youtube.com\/channel\/UC0T_2rFmR0SX5fECl9Aci0w<\/a><\/p><p>Sehr herzlich (und vielen, vielen, vielen Dank f&uuml;r Eure wertvolle Arbeit)<br>\nIhr\/Euer<br>\nN.H.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Knapp 24 Stunden nach der Tat schalte ich den &ouml;sterreichischen, im Eigentum von ProSiebenSat.1 befindlichen Sender Puls 4 ein, um das Fu&szlig;ballspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Red Bull Salzburg anzuschauen. Ich habe keinen Anlass, f&uuml;r irgendeine der beiden Mannschaften Partei zu ergreifen, weder f&uuml;r die Frankfurter mit dem &ouml;sterreichischen Trainer H&uuml;tter, noch f&uuml;r den &ouml;sterreichischen Verein des Dosenmiliard&auml;rs Mateschitz und seinem US-Trainer.&nbsp;<\/p><p>Es beginnt, fast m&ouml;chte man sagen: nat&uuml;rlich, mit einer &ldquo;Trauerminute&rdquo;. Nicht nur das. Alle Spieler tragen schwarze Armbinden. Der Ton des Reporters wird pl&ouml;tzlich priesterlich. Dann folgt Schweigen. Nach dessen Ende verk&uuml;ndet der Reporter, dass ein eindr&uuml;ckliches Zeichen gegen Rassismus gesetzt worden sei. Daraufhin geht der priesterliche Tonfall wieder ins hechelnde Wettkampfsportgebrabbel &uuml;ber.&nbsp;<\/p><p>Den &ldquo;nationale Schulterschluss&rdquo; muss in alle Bereiche der Gesellschaft getragen werden, diesmal &ldquo;gegen rechts&rdquo;. Ihn interessieren keine Opfer, und wenn, dann h&ouml;chstens die der eigenen Gesellschaft. F&uuml;r fremde Opfer, seien es welche der Bundeswehr in Afghanistan oder in Mali, der Nato in Libyen, von Epidemien in China, Naturkatastrophen in Afrika oder Asien oder gar Tote im Mittelmeer sind &ldquo;Zeichen der Trauer&rdquo; nicht angebracht. Schon gar nicht bei Sportevents. Womit genau jener &ldquo;Nationalismus&rdquo; und jene Ignoranz des fremden Leids gef&ouml;rdert, ja propagiert wird, vor dem man gegen&uuml;ber den postfaschistischen und neofaschistischen Rechten mit dem erhobenen Zeigefinger des Oberlehrers warnt.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nK.W.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrtes Team der NachDenkSeiten,<br>\n&nbsp;<br>\nanbei eine erg&auml;nzende Anmerkung zu, &ldquo;Nach der schlimmen Tat von Hanau: Die Spalter rufen zur Einheit auf.&rdquo;<\/p><p>Konkret zur Ausf&uuml;hrung, &ldquo;Als Reaktionen auf Anschl&auml;ge und Rechtsruck m&uuml;ssten Sozialpolitik und Strafverfolgung massiv gest&auml;rkt werden. Aber diese Investitionen sind teuer.&rdquo;<br>\n&nbsp;<br>\nEs gibt Bereiche da kann es nicht teuer genug sein:<br>\n&nbsp;<br>\nIn fast allen Staaten der Erde existiert ein komplexes Subventionsdickicht, durch das private Konzerne mit Steuergeldern kontinuierlich gef&ouml;rdert werden. In den letzten Jahrzehnten ist dieses Subventionsnetz zu einer Art Herz-Lungen-Maschine f&uuml;r den dahinsiechenden Kapitalismus geworden. Ein Gro&szlig;teil der 500 gr&ouml;&szlig;ten Konzerne der Erde w&uuml;rde ohne die massive Unterst&uuml;tzung durch Steuergelder l&auml;ngst bankrott sein.<br>\n(&hellip;)<br>\nRente statt Profit<br>\n&nbsp;<br>\nDas Subventionswesen f&uuml;r Konzerne, f&uuml;r ihre Shareholder und Manager, ist Teil einer gr&ouml;&szlig;eren Struktur, die man bisweilen als &raquo;Sozialismus f&uuml;r Reiche&laquo; oder &raquo;Neofeudalismus&laquo; bezeichnet hat. Den oberen Schichten ist es gelungen, sich ein &raquo;bedingungsloses Maximaleinkommen&laquo; zu sichern, das von ihren Leistungen und Verfehlungen weitgehend entkoppelt ist. Nicht Markterfolge erhalten und vermehren die gro&szlig;en Verm&ouml;gen und Einkommen, sondern Strategien der Privilegiensicherung, insbesondere durch Einflussnahme auf den Staat. Die staatliche Gaben&ouml;konomie f&uuml;r Superreiche verbindet sich mit dynastischen Strukturen, in denen Macht und Reichtum wie einst beim Adel durch die Geburt vererbt werden.<br>\n&nbsp;<br>\nAus:<br>\nDie Illusion der freien M&auml;rkte<br>\nWie der Staat hinter den Kulissen den Kapitalismus k&uuml;nstlich am Leben h&auml;lt. Exklusivabdruck aus &bdquo;Chaos: Das neue Zeitalter der Revolutionen&ldquo;.<br>\nvon Fabian Scheidler<br>\n&nbsp;<br>\nUnd als abschlie&szlig;ende Erg&auml;nzung zur &ldquo;Strafverfolgung:&rdquo;<br>\n&nbsp;<br>\nVor allem der gesamte Bereich der Wirtschaft ist im Kapitalismus in prototypischer Weise autorit&auml;r, wenn nicht gar totalit&auml;r organisiert. Er bildet in kapitalistischen Demokratien geradezu die Basiszelle antidemokratischer Haltungen und Organisationsformen. Durch eine Erh&ouml;hung der Durchl&auml;ssigkeit zentraler politischer Instanzen f&uuml;r Einfl&uuml;sse aus dem privatwirtschaftlichen Bereich lassen sich autorit&auml;re Elemente in &ouml;ffentlich kaum sichtbarer Weise in den politischen Bereich einbringen. Andere Kernzellen genuin antidemokratischer, autorit&auml;r organisierter Systeme sind der milit&auml;rische Bereich, die Geheimdienste, Think-Tanks und Stiftungen. Die Geheimdienste zeigten seit je eine nat&uuml;rliche Tendenz, sich gegen&uuml;ber einer parlamentarischen&nbsp; Kontrolle zu verselbst&auml;ndigen und bildeten teilweise systematische Verflechtungen mit dem organisierten Verbrechen aus.<br>\n(&hellip;)<br>\nAuch die urspr&uuml;nglich in der Mitte der Gesellschaft verankerten Volksparteien verbanden sich im Rahmen ihres Prozesses einer Oligarchisierung und Korrumpierung, wie er schon 1911 von dem bedeutenden deutschen Soziologen Robert Michels beschrieben worden war, immer enger mit wirtschaftlichen Interessengruppen und integrierten sich personell wie ideologisch in staatliche und wirtschaftliche Machtstrukturen. Durch ein gro&szlig;es Arsenal von Mechanismen, die bis in die Gesetzgebung reichen, wurde ein Spektrum offener und verdeckter Formen politischer Korruption etabliert. Um ein j&uuml;ngeres Bsp. zu nennen: Eine empirische Studie des Roosevelt Institute untersuchte&ldquo;den Einfluss des Geldes auf Stimmabgaben zur Finanzregulation&ldquo; sowie im Telekomsektor &bdquo;die Verbindung von Industriespenden und Kongress-Stimmabgaben&ldquo; mit dem Ergebnis: &bdquo;Eine betr&auml;chtliche Anzahl von Vertretern der Legislative verkauft das &ouml;ffentliche Interesse im Austausch f&uuml;r politisches Geld.&ldquo; So entstanden innerhalb einer vordergr&uuml;ndig demokratischen Gesellschaft autorit&auml;r organisierte &bdquo;Stabilit&auml;tskerne&ldquo; f&uuml;r die tats&auml;chlichen Zentren der Macht.<br>\n(&hellip;)<br>\nZudem haben sie durch politische Etablierung von Mechanismen der Transformation &ouml;konomischer Macht in politische Macht und einen direkten Einflu&szlig; auf die Gesetzgebung ihren politischen Einflu&szlig; in einer historisch nie gekannten Weise vergr&ouml;&szlig;ert: beispielsweise die Steuergesetzgebung, die internationale Gesetzgebung zum &bdquo;Freihandel&ldquo;, eine Verrechtlichung institutionalisierter Formen von Korruption und eine rechtliche Gleichstellung von Konzernen mit nat&uuml;rlichen Personen (&bdquo;corporate personhood&ldquo;).<br>\n&nbsp;<br>\nAus:<br>\nRainer Mausfeld, Warum schweigen die L&auml;mmer? &ndash; Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerst&ouml;ren, S. 144-145\/147-148<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nM.H.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Redaktion,<br>\n&nbsp;<br>\ndie &Uuml;berschrift Ihres Beitrages &ldquo;Die Spalter rufen zur Einheit auf&rdquo; veranlasste mich zur Recherche,&nbsp; wann&nbsp;und in&nbsp; welchen&nbsp; M e d i e n&nbsp; bzw.&nbsp; welche&nbsp; P o l i t i k e r&nbsp;&nbsp;ausgrenzende Begrifflichkeiten wie &ldquo;Wirtschaftsfl&uuml;chtling&rdquo; und &ldquo;Scheinasylant&rdquo; erstmals\/wiederholt auftauchten.<br>\n&nbsp;<br>\nEinige Beispiele ohne Anspruch auf Vollst&auml;ndigkeit:<\/p><blockquote><p>&nbsp;<br>\n&ldquo;(&hellip;)&nbsp;Der Begriff &bdquo;<strong>&nbsp;W&nbsp;i r t s c h a f t s f l &uuml; c h t l i n g&nbsp;<\/strong>&ldquo; wurde <strong>bereits 1965<\/strong> kurzzeitig in der bundesdeutschen &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;r <strong>Einwanderer aus d e m&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ostblock\">Ostblock<\/a><\/strong>&nbsp;verwendet, die keine politischen Fluchtgr&uuml;nde hatten. Er konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Erst <strong>seit 1977\/78<\/strong> wurde er wieder aufgegriffen und nun vor allem <strong>in Bezug auf&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asylbewerber\">Asylbewerber<\/a>&nbsp;aus der&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dritte_Welt\">Dritten Welt<\/a><\/strong>&nbsp;verwendet. (&hellip;)&nbsp;Im Rahmen der&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asyldebatte\">Asyldebatte<\/a>&nbsp;<strong>1979\/1980<\/strong> wurde der Begriff sodann von Politikern der <strong>CDU\/CSU<\/strong> verwendet,[1][9]&nbsp;in deren Verlauf z.&nbsp;B.&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lothar_Sp%C3%A4th\">Lothar Sp&auml;th<\/a>&nbsp;von einer &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Scheinasylant\">Scheinasylantenlawine<\/a>&ldquo; sprach und ein &bdquo;faktisch unkontrolliertes Hereinlassen jedes Wirtschaftsfl&uuml;chtlings&ldquo; behauptete.[10]&nbsp;In diesem Sinne wird die Verwendung des Begriffes insbesondere in konservativen Kreisen fortgef&uuml;hrt, so z.&nbsp;B. durch&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peter_M%C3%BCller_(Ministerpr%C3%A4sident)\">Peter M&uuml;ller<\/a>&nbsp;(CDU)<\/strong>, mit der Formulierung &bdquo;Zu den eher unerw&uuml;nschten Zuwanderungskategorien z&auml;hlen also nicht die tats&auml;chlich&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asylberechtigter\">Asylberechtigten<\/a>, sondern die unter missbr&auml;uchlichem R&uuml;ckgriff auf das Asylrecht ins Land kommenden Wirtschaftsfl&uuml;chtlinge.&ldquo;[11]&nbsp;<strong>1999<\/strong> &auml;u&szlig;erte der damalige Bundesinnenminister&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Otto_Schily\">Otto Schily<\/a>&nbsp;(SPD)<\/strong>, dass nur 3&nbsp;% der Fl&uuml;chtlinge asylw&uuml;rdig seien, und weiter: &bdquo;Der Rest sind Wirtschaftsfl&uuml;chtlinge&ldquo; (&hellip;).&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&nbsp;<br>\nQuelle zu obigem Textausschnitt:&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirtschaftsfl%C3%BCchtling\">de.wikipedia.org\/wiki\/Wirtschaftsfl&uuml;chtling<\/a><\/p><blockquote><p>\n&ldquo;(&hellip;)&nbsp;Ein Blick in die Medienberichterstattung jener Tage best&auml;tigt diesen Eindruck. &ldquo;Die Bev&ouml;lkerung dr&auml;ngt auf rasche Entscheidungen. Das Ziel, den Zuzug von Ausl&auml;ndern und Asylanten zu begrenzen, hat in den letzten Monaten wie kein anderes an Bedeutung gewonnen&rdquo;, stellt die <strong>FAZ am 9. Oktober 1991<\/strong> fest. Weniger staatsm&auml;nnisch dr&uuml;ckt es die Bild aus: &ldquo;Immer mehr Asylbewerber kommen nach Deutschland. Gestern waren es 1000. Heute werden es wieder 1000 sein. Wie lange geht das noch gut?&rdquo;, fragt <strong>Bild am 5. September 1991<\/strong>. Zwei Wochen sp&auml;ter kommt die Antwort in Hoyerswerda. Dazwischen liegt eine bundesweite Plakataktion: &ldquo;Asylanten in&hellip; &ndash; wer soll das bezahlen?&rdquo; &ndash; Werbung f&uuml;r eine ganz normale Bild-Serie.<br>\n&nbsp;<br>\nGleich die erste Folge des &ldquo;<strong>Gro&szlig;en Bild-Reports<\/strong>&rdquo; geht klar zur Sache: Fl&uuml;chtlinge werden als &ldquo;Scheinasylanten&rdquo; und &ldquo;Schmarotzer&rdquo; tituliert, die das deutsche Asylrecht missbrauchen und die Steuergelder der B&uuml;rger verprassen. &ldquo;In Dortmund leben 257 Asylbewerber in 18 Hotels. F&uuml;r das viele Geld k&ouml;nnte man auch Kinderg&auml;rten bauen, sagen manche. Oder Krankenh&auml;user. Oder Wohnungen.<br>\n&nbsp;<br>\n(&hellip;)&nbsp;auch die &ldquo;seri&ouml;se Presse&rdquo; von <strong>Spiegel bis FAZ<\/strong> beteiligte sich ungeniert an der &ldquo;Asylantenhatz&rdquo;. F&uuml;r die meisten Journalisten stand die vermeintliche Kausalkette Asylmissbrauch &ndash; Passivit&auml;t der Politik &ndash; rechtsradikale &Uuml;bergriffe nicht zur Diskussion. Auch manche Wissenschaftler, die das Ph&auml;nomen Rechtsextremismus untersuchten, machten die Opfer zu T&auml;tern und erkl&auml;rten &ldquo;die &Uuml;berforderung der Kommunen durch zwei sich &uuml;berlappende Einwanderungswellen (der Aussiedler und der Asylbewerber)&rdquo; (Helmut Willems) zur Ursache f&uuml;r die Zunahme rassistischer Gewalttaten. Dem fr&uuml;heren <strong>CDU-Generalsekret&auml;r Heiner Gei&szlig;ler<\/strong> blieb es &uuml;berlassen, sich in der <strong>Zeit vom 11. Oktober 1991<\/strong> dar&uuml;ber zu wundern, dass die Ausschreitungen gegen Fl&uuml;chtlinge ausgerechnet zu einem Zeitpunkt begannen, als die Asylbewerberzahlen zur&uuml;ckgingen, und Politik und Medien als Hauptverursacher der Gewalt zu benennen: &ldquo;Richtig los gingen die Krawalle, nachdem das <strong>Asylthema im Bremer Wahlkampf mit bundesweitem Echo hochgezogen<\/strong> wurde.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Erst am <strong>12. September 1991 hatte CDU-Generalsekret&auml;r Volker R&uuml;he<\/strong> mit einem internen Rundbrief an alle christdemokratischen Fraktionsvorsitzenden eine bundesweite <strong>Kampagne<\/strong> gestartet mit dem Ziel, &ldquo;die Asylpolitik zum Thema zu machen.&rdquo; In bereits ausformulierten Presseerkl&auml;rungen und parlamentarischen Anfragen, bei denen die Kommunalpolitiker nur noch den Namen ihrer Stadt einf&uuml;gen mussten, sollten die christdemokratischen Mandatstr&auml;ger den &ldquo;Unmut&rdquo; der Bev&ouml;lkerung st&auml;rken: &ldquo;Sind Asylbewerber in Hotels oder Pensionen untergebracht worden? Zu welchen Kosten? Welche Auswirkungen hatte die Belegung von &ouml;ffentlichen Einrichtungen mit Asylbewerbern auf die bisherigen Benutzer\/ Besucher?&rdquo; usw.<\/p><p>Auch <strong>Sozialdemokraten<\/strong> beteiligten sich an der Kampagne gegen Fl&uuml;chtlinge und Einwanderer. &ldquo;Ich w&uuml;nsche keine multikulturelle Gesellschaft, weil die nur zu gesellschaftlichen Disharmonien, zu Egoismus bis hin zum Gruppenhass f&uuml;hrt&rdquo;, erkl&auml;rte der <strong>SPD-Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen, Friedhelm Farthmann, im April 1992.<\/strong> &ldquo;Aus Deutschland ein Einwanderungsland zu machen, ist absurd. Es kann dazu kommen, dass wir &uuml;berschwemmt werden&rdquo;, erkl&auml;rte auch <strong>Altbundeskanzler Helmut Schmidt am 12. September 1992<\/strong> im Interview mit der Frankfurter Rundschau und forderte, f&uuml;r Asylbewerber zentrale &ldquo;Lager zu bauen mit flie&szlig;endem Wasser und Toiletten&rdquo;<\/p><blockquote><p>\n(&hellip;)&nbsp;&nbsp;&ldquo;Die Brandstifter haben Signale aus ihrer heimischen Umgebung empfangen, viele versteckte Aufmunterungen und nur diffuse Entmutigungen, auch nach dem Anschlag&rdquo;, berichten J&ouml;rg Bergmann und Claus Leggewie, die in ihrer Kursbuch-Reportage &ldquo;<strong>Die T&auml;ter sind unter uns<\/strong>&rdquo; den konkreten Fall eines Brandanschlages auf ein Asylbewerberheim nachzeichneten und dabei anders als die Mehrzahl der journalistischen Berichterstatter sehr genau beobachteten und nachfragten. (&hellip;)&nbsp;Eine schwelende Wut schien sich ein Ventil zu suchen&rdquo; (a.a.O., S. 29).\n<\/p><\/blockquote><p>Quelle zu obigem Textausschnitt:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/geschichte\/zeitgeschichte\/jugendkulturen-in-deutschland\/36253\/die-1990er\">bpb.de\/geschichte\/zeitgeschichte\/jugendkulturen-in-deutschland\/36253\/die-1990er<\/a><\/p><blockquote><p>\n&ldquo;(&hellip;)&nbsp;<strong>Im Oktober 2012<\/strong> warnten Bundesinnenminister&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans-Peter_Friedrich\">Hans-Peter Friedrich<\/a>&nbsp;(CSU)<\/strong> und der<strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hessen\">hessische<\/a>&nbsp;Innenminister&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Boris_Rhein\">Boris Rhein<\/a>&nbsp;(<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/CDU\">CDU<\/a>)<\/strong> vor &bdquo;Asylmissbrauch&ldquo; durch&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Serbien\">serbische<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nordmazedonien\">mazedonische<\/a>&nbsp;Antragsteller, insbesondere&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Roma\">Roma<\/a>, und forderten die Wiedereinf&uuml;hrung der 2009 aufgehobenen&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Visum\">Visums<\/a>pflicht f&uuml;r Angeh&ouml;rige dieser Staaten. Asylantr&auml;ge aus beiden L&auml;ndern waren seitdem sprunghaft angestiegen. Die Anerkennungsquote lag im September 2012 bei null Prozent.\n<\/p><\/blockquote><p>Quelle zu obigem Textausschnitt: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Asylmissbrauch\">de.wikipedia.org\/wiki\/Asylmissbrauch<\/a><br>\n&nbsp;<br>\nFazit:<br>\n&nbsp;<br>\nMan sieht es mit einem Blick &ndash; lauter &ldquo;seri&ouml;ses&rdquo; Personal, dass die Abwertung und Ausgrenzung von Gefl&uuml;chteten und hier ans&auml;ssigen Mitb&uuml;rgern ausl&auml;ndischer Herkunft salonf&auml;hig gemacht hat.<br>\n&nbsp;<br>\nZum Schluss eine Gegenperspektive:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;<strong>Deutschenschwemme<\/strong>&nbsp;ist ein urspr&uuml;nglich f&uuml;r das Verhalten einiger Urlauber aus Deutschland gepr&auml;gtes polemisches Schlagwort, das sp&auml;ter in&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%96sterreich\">&Ouml;sterreich<\/a>&nbsp;und der&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweiz\">Schweiz<\/a>&nbsp;unter anderem f&uuml;r die starke Nachfrage von &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Numerus_clausus\">Numerus-clausus<\/a>-Fl&uuml;chtlingen&ldquo; aus&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutschland\">Deutschland<\/a>&nbsp;in der&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hochschulstudium\">universit&auml;ren Ausbildung<\/a>&nbsp;verwendet wurde. In der&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutschschweiz\">Deutschschweiz<\/a>&nbsp;wird der Ausdruck au&szlig;erdem in Bezug auf den&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arbeitsmarkt\">Arbeitsmarkt<\/a>&nbsp;verwendet. (&hellip;)&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Quelle zu obigem Textausschnitt:&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutschenschwemme\">de.wikipedia.org\/wiki\/Deutschenschwemme<\/a><br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichem Gru&szlig;<br>\n&nbsp;<br>\nD.B.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu dem Artikel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58712\">Nach der schlimmen Tat von Hanau: Die Spalter rufen zur Einheit auf<\/a>&ldquo; gab es zahlreiche Zuschriften, von denen wir einen Teil hier wiedergeben. 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