{"id":5878,"date":"2010-06-11T17:07:36","date_gmt":"2010-06-11T15:07:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5878"},"modified":"2015-12-16T14:45:41","modified_gmt":"2015-12-16T13:45:41","slug":"ueber-die-sonderbare-resonanz-der-besonderen-spezies-sarrazin-henkel-metzger-dohnanyi-baring-und-co","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5878","title":{"rendered":"\u00dcber die sonderbare Resonanz der besonderen Spezies Sarrazin, Henkel, Metzger, Dohnanyi, Baring und Co."},"content":{"rendered":"<p>Sarrazin hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet und wird bei <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,700031,00.html\">Spiegel Online<\/a> auf der Basis von dpa gro&szlig; herausgestellt mit der Botschaft, Schuld an der Verdummung der Deutschen seien die Einwanderer. Siehe Anlage.<br>\nDiese neuerliche Verbreitung dieses gemeingef&auml;hrlich hetzenden Bundesbankdirektors l&auml;sst mich dar&uuml;ber nachdenken, wie es dazu kommt, dass eine Gruppe von Personen, die im doppelten Sinne nichts zu sagen haben, in den Medien immer wieder Resonanz findet. Albrecht M&uuml;ller<br>\n <!--more--><br>\nDie genannten Personen sind und waren permanent in Talkshows. Manchmal muss man sie wie letzthin bei Sandra Maischberger im Dreierpack ertragen &ndash; Baring, Dohnanyi und Henkel.<br>\nIhnen gemein ist verschiedenes:<\/p><ul>\n<li>Sie sind offensichtlich f&uuml;r die Medien interessant, weil sie gerne haneb&uuml;chene Positionen vertreten. Meisterhaft jetzt wieder Sarrazin. Vom sachlichen Unsinn seiner Thesen und ihrem inhumanen Akzent abgesehen ist die Behauptung, die Zuwanderer seien schuld an der Verbl&ouml;dung, einfach falsch. Erstens galt zumindest f&uuml;r die Zuwanderung der so genannten Gastarbeiter, dass unser Land damals oft gut ausgebildete und jedenfalls intelligente Kr&auml;fte aus unseren europ&auml;ischen Nachbarl&auml;ndern abgezogen hat &ndash; aus den Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien, aus Italien, aus Spanien, aus Portugal und der T&uuml;rkei. Es kamen ja nicht nur nicht ausgebildete Menschen, es kamen gut ausgebildete und hoch motivierte Menschen. Bau- und andere Unternehmer haben oft davon profitiert, solche Gastarbeiter und -Arbeiterinnen in verantwortlichen Positionen zu bringen. Sarrazin hat keine Ahnung.<br>\nEr ist so ahnungslos, dass er nicht einmal die &ouml;ffentlich diskutierte Bedeutung der Kommerzialisierung des Fernsehens f&uuml;r die Verbl&ouml;dung wahrgenommen hat. Aber vermutlich geht es ihm auch nicht um die Sache. Das verbindet alle der genannten Personen.<\/li>\n<li>Sie tragen keine Verantwortung mehr. Auch das im doppelten Sinne. Sie gehen nicht einer verantwortlichen T&auml;tigkeit nach und sie reden verantwortungslos daher. Was sie sagen, ist teilweise gemeingef&auml;hrlich. Wenn der noch amtierenden Bundespr&auml;sident seiner Funktion gerecht geworden w&auml;re, h&auml;tte er bei &Auml;u&szlig;erungen dieser Personen gelegentlich intervenieren m&uuml;ssen. Das gilt auch f&uuml;r die Parteien. Dass die SPD Sarrazin nicht hinausgeworfen hat und ihn in Kenntnis seiner Pers&ouml;nlichkeit zum Bundesbankdirektor hat werden lassen, l&auml;sst tief blicken. Vermutlich hat er einige davon im Sack.<\/li>\n<li>Die genannten Personen verbindet auch, dass sie sich jeweils gegen alles, was auch nur ein bisschen fortschrittlich und vern&uuml;nftig ist, in Position bringen lassen, und dies mit Berufung darauf geschehen kann, dass sie diesem Milieu sogar nahe standen oder nahe stehen. Dohnanyi, Metzger, Sarrazin und auch Baring sind wegen ihrer urspr&uuml;nglichen Positionierung und dem entsprechenden Arbeitsfeld geeignet. Dohnanyi hatte wichtige Funktionen bei der SPD, genauso Sarrazin; Metzger war Mitglied der SPD und der Gr&uuml;nen, bevor er bei der CDU in Oberschwaben landete. Baring hat die Zeit von Bundeskanzler Willy Brandt und Vizekanzler Walter Scheel beschrieben. Er sa&szlig; zum Schreiben eines Buches in der Dachkammer des Bundespr&auml;sidialamtes von Walter Scheel.<\/li>\n<li>Eine fast schon aggressive Haltung gegen&uuml;ber solidarischen L&ouml;sungen unseres Zusammenlebens und der Risikovorsorge ist ihnen gemein.<\/li>\n<li>Ihr Versagen, ihre Schw&auml;chen sind offensichtlich kein Hinderungsgrund f&uuml;r die Einladung zu Talkshows. Henkel und Dohnanyi waren gemeinsam in Ostdeutschland bei der Abwicklung von Betrieben t&auml;tig. Kenner ihrer &bdquo;Leistung&ldquo; wundern sich dar&uuml;ber, dass sie politisch &uuml;berlebt haben. Klaus von Dohnanyi habe ich Ende der Sechzigerjahre als Staatssekret&auml;r des damaligen Bundeswirtschaftsministers Professor Karl Schiller kennen gelernt. Er war aus sachlichen Gr&uuml;nden isoliert. Schiller verzichtete auf die Beteiligung von Dohnanyi bei der Beratung aller wichtigen Fragen und schloss ihn auch aus davon &ndash; zum Beispiel aus den Gespr&auml;chen &uuml;ber die wichtige Frage, ob die D-Mark im Fr&uuml;hjahr 1969 aufgewertet werden soll. Sachverstand war die St&auml;rke Dohnanyis nie, Lobbyismus schon. Damals f&uuml;r Projekte der bayerischen Flugzeugindustrie. &ndash; Henkel war, worauf Georg Schramm letzthin wieder einmal hinwies, Lobbyist f&uuml;r die Bank of America. Metzger hat bei Bertelsmann gearbeitet.<\/li>\n<\/ul><p>Den Redaktionen der Talkshows und der Presseagenturen w&auml;re ans Herz zu legen, einmal kurz innezuhalten und zu &uuml;berlegen, was sie dem Publikum und ihren Sendeformaten antun, wenn sie weiter auf diese Art von Personen zur&uuml;ckgreifen und damit wichtige Sendezeit blockieren.<\/p><p><strong>Anlage<\/strong><br>\n10. Juni 2010, 19:50&nbsp;Uhr<br>\n<strong>Einwanderer-Schelte<br>\nSarrazin erkl&auml;rt die Verdummung der Deutschen<\/strong><br>\nN&auml;chster Aufschlag Thilo Sarrazin: &ldquo;Wir werden auf nat&uuml;rlichem Wege durchschnittlich d&uuml;mmer&rdquo;, diagnostiziert der Bundesbank-Vorstand &ndash; und liefert die Begr&uuml;ndung gleich mit. Schuld sind nach seiner Logik die Einwanderer.<br>\nDarmstadt &ndash; Thilo Sarrazin hat mal wieder zugeschlagen. Bei einer Veranstaltung der Arbeitskreise Schule-Wirtschaft der Unternehmerverb&auml;nde S&uuml;dhessen in Darmstadt nutzte der Bundesbank-Vorstand einen Vortrag zum Thema &ldquo;Bildung, Demografie, gesellschaftliche Trends&rdquo;, um den Zuh&ouml;rern zu erkl&auml;ren, warum Deutschland in seinen Augen wegen seiner Einwanderer ins Hintertreffen zu geraten droht.<br>\n&ldquo;Wir werden auf nat&uuml;rlichem Wege durchschnittlich d&uuml;mmer&rdquo;, zitiert die Nachrichtenagentur dpa Sarrazin am Donnerstag. Der 65-J&auml;hrige brachte dies dem Bericht zufolge mit Hilfe umfangreicher Zahlen in Zusammenhang mit Zuwanderern &ldquo;aus der T&uuml;rkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika&rdquo;. Sie wiesen weniger Bildung auf als Einwanderer aus anderen L&auml;ndern.<br>\nEinwanderer bek&auml;men zudem mehr Kinder als Deutsche, sagte Sarrazin. Es gebe &ldquo;eine unterschiedliche Vermehrung von Bev&ouml;lkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz&rdquo;, sagte der fr&uuml;here Finanzsenator Berlins. Intelligenz werde von Eltern an Kinder weitergegeben, der Erbanteil liege bei fast 80 Prozent.<br>\nEinige der Zuh&ouml;rer reagierten laut dpa mit einem Schmunzeln, erkennbare Unmuts&auml;u&szlig;erungen gab es nicht.<br>\n(&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,700031,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sarrazin hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet und wird bei <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,700031,00.html\">Spiegel Online<\/a> auf der Basis von dpa gro&szlig; herausgestellt mit der Botschaft, Schuld an der Verdummung der Deutschen seien die Einwanderer. 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