{"id":58786,"date":"2020-02-25T08:56:49","date_gmt":"2020-02-25T07:56:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58786"},"modified":"2020-02-25T11:39:26","modified_gmt":"2020-02-25T10:39:26","slug":"die-zerrissene-republik-rezension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58786","title":{"rendered":"Die zerrissene Republik \u2013 Rezension"},"content":{"rendered":"<p>Viele Jahre hat das politische Establishment das Problem sozialer Ungleichheit mehr oder weniger ignoriert und sich nicht darum gek&uuml;mmert. Aber zunehmend fliegt der politischen Klasse ihre Politik in Form von massiven Krisen (siehe Th&uuml;ringen) und zunehmendem Rechtsradikalismus bis hin zu Terrorattentaten um die Ohren. Nicht wenige machen sich Sorgen, dass die stark zugenommene soziale Ungleichheit unsere Demokratie gef&auml;hrdet. Der Politologe Christoph Butterwegge hat zum Thema &bdquo;Ungleichheit&ldquo; nun ein Grundlagenwerk mit dem Titel &bdquo;Die zerrissene Republik&ldquo; vorgelegt. <strong>Udo Brandes<\/strong> hat es f&uuml;r die NachDenkSeiten gelesen.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>&bdquo;Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen&ldquo;<\/strong><\/p><p><strong>Eine Rezension von Udo Brandes<\/strong><br>\nUm mal von hinten anzufangen: Was ist das Fazit von Christoph Butterwegge? Letztlich die Umkehrung der neoliberalen Politik der letzten Jahrzehnte. Dazu gleich mehr. Vorab ein Detail, das mich &uuml;berraschte: Ich habe immer gedacht, dass die neoliberale Politik&auml;ra mit dem Koalitionsbruch der FDP (Stichwort Lambsdorff-Papier) und der Inthronisierung von Helmut Kohl durch das Misstrauensvotum von 1982 einsetzte. Butterwegge, und das hat mich &uuml;berrascht, setzt den Beginn der Umverteilungspolitik von unten nach oben jedoch weitaus fr&uuml;her an, n&auml;mlich noch zu Zeiten der sozialliberalen Koalition 1974\/75 (S. 402). Vielleicht habe ich es &uuml;berlesen, aber ich habe im Buch nirgendwo eine n&auml;here Erl&auml;uterung dieser Datierung des Beginns der Umverteilungspolitik von unten nach oben gefunden. Da ich Butterwegge nicht unterstelle, dass er sich diese Datierung aus den Fingern gesaugt hat, gehe ich also zuk&uuml;nftig davon aus, dass die Neoliberalisierung der SPD nicht erst unter Gerhard Schr&ouml;der begann, sondern schon zu Zeiten Helmut Schmidts. <\/p><p><strong>Wie definiert Butterwegge die Ungleichheit in der Gesellschaft?<\/strong><\/p><p>Butterwegge unterscheidet drei Dimensionen von Ungleichheit: Wirtschaftliche Ungleichheit, soziale Ungleichheit und politische Ungleichheit. <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Um <em>wirtschaftliche<\/em> Ungleichheit handelt es sich dann, wenn die &ouml;konomischen (Macht)strukturen eine Verteilungsschieflage beim Einkommen und\/oder Verm&ouml;gen hervorbringen, die bestimmte Personengruppen hinsichtlich der ihnen zur Verf&uuml;gung stehenden materiellen Ressourcen privilegiert und andere diskriminiert. Von <em>sozialer<\/em> Ungleichheit sprechen wir dann, wenn gesellschaftliche Normen, Strukturen und\/oder Institutionen bestimmte Personengruppen im Hinblick auf die Stellung oder den Status ohne sachlichen Grund benachteiligen, andere hingegen ohne sachlichen Grund bevorzugen (Ich habe dies so verstanden, dass zum Beispiel Schulen von ihrer ganzen Anlage her Kinder aus b&uuml;rgerlichen Elternh&auml;usern privilegieren und Kinder aus Arbeiterfamilien benachteiligen; UB). Von politischer Ungleichheit ist dann die Rede , wenn nicht alle B&uuml;rger\/innen eines (demokratisch verfassten) Landes &uuml;ber dieselben M&ouml;glichkeiten der Einflussnahme auf staatliche Entscheidungsprozesse und Personalentscheidungen verf&uuml;gen&ldquo; (S. 12).\n<\/p><\/blockquote><p>Butterwegge sieht in der &ouml;konomischen Ungleichheit den entscheidenden Wirkfaktor: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Man kann davon ausgehen, dass die &ouml;konomische Ungleichheit der Schl&uuml;ssel zur Erkl&auml;rung gesellschaftlicher Verwerfungen unterschiedlicher Art ist. Denn sie strahlt auf die &uuml;brigen Gesellschaftsbereiche aus. Es gibt unterschiedliche Erscheinungsformen der Ungleichheit, die letztlich im wirtschaftlichen Bereich wurzeln&ldquo; (S.13).\n<\/p><\/blockquote><p>Butterwegge betont aber auch, dass es sich bei Ungleichheit nie um ein rein &ouml;konomisches Problem handle und dass man Ungleichheit nicht nur aus der &Ouml;konomie erkl&auml;ren d&uuml;rfe: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;&Ouml;konomistisch w&auml;re es hingegen, allen Ernstes anzunehmen, dass man soziales Ansehen, aber auch weltanschauliche &Uuml;berzeugungen, politische Orientierungen und religi&ouml;se Glaubensbekenntnisse eines Menschen unmittelbar aus den materiellen Lebensbedingungen von Klassen und\/oder Schichten ableiten kann&ldquo; (S. 14).\n<\/p><\/blockquote><p>Auch Marx und Engels, so Butterwegge, h&auml;tten immer wieder auf die Eigengesetzlichkeit und relative Autonomie des geistig-politischen &Uuml;berbaus verwiesen. <\/p><p><strong>Die Ursachen des erstarkenden Rechtsradikalismus<\/strong><\/p><p>Sie werden es vielleicht auch schon mal beobachtet haben: Wenn im Fernsehen oder Radio &uuml;ber den zunehmenden Rechtsradikalismus diskutiert wird, kann man den Eindruck bekommen, als w&auml;ren ganz pl&ouml;tzlich braune M&auml;nnchen vom Himmel geflogen gekommen. Was ich damit sagen will: Die &ouml;konomischen und sozialen Ursachen dieser Entwicklung werden in den Medien gerne verschwiegen oder verleugnet. Dabei hat der Soziologe Max Horkheimer diesen Zusammenhang schon am Vorabend des Zweiten Weltkrieges pr&auml;gnant auf den Punkt gebracht: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen&ldquo; (Max Horkheimer).\n<\/p><\/blockquote><p>Auch Butterwegge betont die sozio&ouml;konomische Bedingtheit des neuen Rechtsradikalismus. Er h&auml;lt kultursoziologische Deutungen dieses Ph&auml;nomens, wie sie zum Beispiel die Soziologin Cornelia Koppetsch in ihrem viel diskutierten Buch &bdquo;Gesellschaft des Zorns&ldquo; vertritt, f&uuml;r unzureichend:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wenn sich Cornelia Koppetsch gegen eine &sbquo;sozialpolitische Deutung&rsquo; des rechtspopulistischen Aufschwungs &ndash; gemeint ist wohl eine Analyse der &ouml;konomischen Entwicklung und der Klassenverh&auml;ltnisse &ndash; wendet und in diesem Zusammenhang von einem unscharfen Ansatz spricht, trifft sie nicht den entscheidenden Punkt. Nat&uuml;rlich spielen kulturelle Aspekte, rassistische Ressentiments und (standort)nationalistische Ideologeme eine wichtige Rolle beim Erstarken des Rechtspopulismus, aber grundlegend daf&uuml;r bleiben die &ouml;konomische Verfasstheit und unsoziale Funktionsweise des Finanzmarktkapitalismus&ldquo; (S. 385).\n<\/p><\/blockquote><p>In diesem Zusammenhang m&ouml;chte ich darauf hinweisen, dass unser werter Bundespr&auml;sident Frank-Walter Steinmeier, der sich gerade in j&uuml;ngster Zeit als engagierten K&auml;mpfer f&uuml;r Demokratie, Rechtsstaat und Freiheit inszeniert, einer der verantwortlichen politischen Brandstifter ist, die den sozialen Frieden in unserem Land zerst&ouml;rt haben. Denn Steinmeier war in der rot-gr&uuml;nen Regierung Minister im Kanzleramt unter Gerhard Schr&ouml;der &ndash; und einer der ma&szlig;geblichen Architekten der sogenannten Reformpolitik Schr&ouml;ders. Die wiederum war in gro&szlig;en Teilen nichts anderes als ein asozialer Klassenkampf von oben. Man k&ouml;nnte auch sagen: Die Unsicherheit und Spannung in der Gesellschaft und die damit zusammenh&auml;ngende Gewalt, die wir heute erleben, wurde von Schr&ouml;der, Steinmeier und Konsorten ges&auml;t. Deshalb stimme ich ausdr&uuml;cklich Butterwegges Betonung des &Ouml;konomischen als Ursache der aktuellen gesellschaftlichen Verwerfungen zu. Dass er diesen Zusammenhang auch in der medialen &Ouml;ffentlichkeit immer wieder thematisiert, kann man ihm gar nicht hoch genug anrechnen. Denn die gro&szlig;en Medien, ob &ouml;ffentlich-rechtlich oder privat,  leugnen bzw. verschweigen diese Zusammenh&auml;nge nur allzu gern. <\/p><p><strong>Butterwegges Fazit<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Deutschland steht vor einer sozialen Zerrei&szlig;probe, und in fast allen Gesellschaftsbereichen w&auml;chst die Unruhe, ohne dass in der &Ouml;ffentlichkeit die Gr&uuml;nde daf&uuml;r erkannt und von den politisch Verantwortlichen die n&ouml;tigen Gegenma&szlig;nahmen ergriffen w&uuml;rden. Es ist beinahe zum Verzweifeln. (&hellip;) Trotzdem gibt es auch gewisse Lichtblicke: Wie es scheint, ist die Bev&ouml;lkerung der sozio&ouml;konomischen Ungleichheit hierzulande gegen&uuml;ber zuletzt sensibler geworden und weist dem Staat heute vermehrt die Aufgabe zu, Einkommens- und Verm&ouml;gensunterschiede zu begrenzen&ldquo; (S. 391).\n<\/p><\/blockquote><p>Und zum Zusammenhang zwischen &ouml;kologischer Krise und sozio&ouml;konomischer Ungleichheit:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Solange der Neoliberalismus in den m&auml;chtigsten Staaten der Welt die Wirtschaft ebenso dominiert wie die &uuml;brige Gesellschaft, wird es keine &ouml;kologische Nachhaltigkeit geben. Anders formuliert: Ohne mehr sozio&ouml;konomische Gleichheit kann es weder Gerechtigkeit noch Frieden mit der Natur geben&ldquo; (S. 393).\n<\/p><\/blockquote><p>Politisch sei deshalb eine umfassende System-, also Fundamentalkritik notwendig, die die destruktiven Folgen kapitalistischen Wirtschaftens anprangert und Alternativen benennt. Und daf&uuml;r sei ein harter Klassenkampf notwendig: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der gesellschaftliche Zusammenhang kann nur durch gezielte Umverteilung von oben nach unten gest&auml;rkt werden, was harte Auseinandersetzungen zwischen m&auml;chtigen Interessengruppen, die fr&uuml;her als Klassenk&auml;mpfe bezeichnet worden w&auml;ren, nicht ausschlie&szlig;t, sondern zur Voraussetzung hat&ldquo; (S. 403).\n<\/p><\/blockquote><p>Als konkrete politische Ma&szlig;nahmen nennt er unter anderem<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;die Wiedererhebung der Verm&ouml;genssteuer, eine h&ouml;here K&ouml;rperschaftssteuer, eine vor allem gro&szlig;e Betriebsverm&ouml;gen st&auml;rker zur Finanzierung des Gemeinswesens heranziehende Erbschaftssteuer, ein progressiv verlaufender Einkommenstarif mit einem h&ouml;heren Spitzensteuersatz und eine auf den pers&ouml;nlichen Steuersatz basierende Kapitalertragssteuer (Abschaffung der Abgeltungssteuer)&ldquo; (S.403).\n<\/p><\/blockquote><p>Dazu empfiehlt Butterwegge weitere Ma&szlig;nahmen wie eine solidarische B&uuml;rgerversicherung, die Erh&ouml;hung des Mindestlohns und anderes mehr, was ich nicht alles im Detail auff&uuml;hren kann. <\/p><p><strong>Kritik<\/strong><\/p><p>Butterwegge sieht offenbar Bourdieus Klassenbegriff kritisch, weil er den Kapitalbegriff auf soziales, kulturelles und symbolisches Kapital ausweitete. Denn er sieht darin eine gewisse Beliebigkeit: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In der Tradition von Bourdieu k&ouml;nnte ein findiger, nach Reputation strebender und auf mediale Resonanz bedachter Wissenschaftler m&uuml;helos weitere &sbquo;Kapitalsorten&rsquo; erfinden&ldquo; (S. 139).\n<\/p><\/blockquote><p>Butterwegge nennt dann eine Vielzahl weiterer  denkbarer Kapitalformen. Und kritisiert dann den Soziologen Andreas Reckwitz: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Dass der menschlichen Fantasie im Hinblick auf die weitere Zerfaserung und Zersplitterung des Kapitalbegriffes offenbar keine Grenzen gesetzt sind, bewies Reckwitz, als er den genannten, gr&ouml;&szlig;tenteils willk&uuml;rlich konstruierten und immer weiter vermehrten Kapitalformen das &sbquo;Aufmerksamkeits-&rsquo;, das &sbquo;Reputations-&rsquo; und das &sbquo;Singularit&auml;tskapital&rsquo; hinzuf&uuml;gte&ldquo; (S. 139).\n<\/p><\/blockquote><p>Um dann zu der Schlussfolgerung zu kommen: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Nur jenes Kapital, dem Marx sein Hauptwerk widmete und das sich mit ihm in Agrar-, Handels-, Manufaktur, Industrie-, Boden-, Immobilien- und Finanzkapital, aber auch in Geld-, produktives und Warenkapital sowie in fixes und variables Kapital unterteilen l&auml;sst, spielte so gut wie keine Rolle mehr, entfaltet jedoch im Gegensatz zu den &uuml;brigen Kapitalsorten seit Jahrhunderten wirkliche Macht und liegt als Klassen- und Herrschaftsverh&auml;ltnis einer fast in der ganzen Welt dominierenden Gesellschaftsformation zugrunde &ndash; dem Kapitalismus. Dieser begr&uuml;ndet auch in Deutschland noch immer die sozio&ouml;konomische Ungleichheit&ldquo; (S. 139).\n<\/p><\/blockquote><p>Nun ist &ouml;konomisches Kapital zwar in der Tat die in ihrer Wirkung dominierende Kapitalart. Trotzdem liegt Butterwegge meines Erachtens falsch, wenn er den von Bourdieu konzipierten erweiterten Kapitalbegriff f&uuml;r relativ irrelevant h&auml;lt. Dazu ein kurzes Beispiel: Das Bundesverfassungsgericht kann die Gesellschaft mit seinen Urteilen tiefgreifend beeinflussen. Dies haben wir erst k&uuml;rzlich durch das Urteil zu Sanktionen gegen Bezieher von Arbeitslosengeld II (= Hartz-IV) gesehen. Die Verfassungsrichter haben also eine reale gesellschaftliche Macht. Und das, obwohl ihr Einkommen und Verm&ouml;gen im Vergleich zu einer Milliard&auml;rsfamilie wie den Quandt-Klattens (Mehrheitsaktion&auml;re bei BMW) geradezu l&auml;cherlich gering ist. Trotzdem verf&uuml;gen sie &uuml;ber erhebliche gesellschaftliche Macht. Diese wuchs ihnen aufgrund ihres kulturellen Kapitals (u. a. juristische Examen) und ihres sozialen Kapitals zu (Es werden nicht ohne Grund immer wieder Politiker mit juristischen Examen Verfassungsrichter. Beispiele: Der CDU-Politiker Peter M&uuml;ller, ehemals Ministerpr&auml;sident im Saarland; oder der CDU-Politiker Stephan Harbart, der bis 2018 Mitglied des Deutschen Bundestags war). Mit anderen Worten: Auch durch die Akkumulation von Bildung und Beziehungskapital kann erhebliche gesellschaftliche Macht erworben und ausge&uuml;bt werden. <\/p><p><strong>F&uuml;r wen ist das Buch etwas?<\/strong><\/p><p>Butterwegge schreibt in einem akademisch-wissenschaftlichen Stil. Aus diesem Grund ist das Buch nicht unbedingt die geeignete Lekt&uuml;re f&uuml;r politisch Interessierte, die sich nur &uuml;ber die wesentlichen Aspekte des Themas informieren m&ouml;chten und eher einen journalistischen Stil bevorzugen. Aber f&uuml;r Studenten der Politologie, Soziologie und &Ouml;konomie, die nach einem fundierten &Uuml;berblick zur wissenschaftlichen und politischen Diskussion &uuml;ber das Thema &bdquo;Soziale Ungleichheit&ldquo; und die sozialen Verh&auml;ltnisse in Deutschland suchen, und f&uuml;r Journalisten und sonstige Fachleute, die sich mit dem Thema besch&auml;ftigen, ist das Buch ein hervorragendes Grundlagenwerk, in dem man immer mal wieder nachschl&auml;gt, um zu einzelnen Aspekten des Themas zu recherchieren.<\/p><p><strong>Inhaltsverzeichnis<\/strong> (wegen des gro&szlig;en Umfangs verk&uuml;rzt auf die Hauptkapitel mit kurzen Erl&auml;uterungen von mir; Tipp f&uuml;r Interessierte: Auf Amazon kann man mit der Funktion &bdquo;Blick ins Buch&ldquo; die gesamte Inhaltsangabe und einige Seiten aus dem Text einsehen.)<\/p><p><strong>Einleitung<\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>Definitionen, Dimensionen und Diskussionen &uuml;ber Grundlagen der gesellschaftlichen Ungleichheit<\/strong><\/li>\n<li><strong>Untersuchungen zur (west)deutschen Sozialstruktur zwischen seri&ouml;ser Empirie und purer Ideologie<\/strong> (Hier referiert Butterwegge soziologische Forschungs- und Theorieans&auml;tze von 1945 bis zur Gegenwart, von Helmut Schelsky bis Andreas Reckwitz; UB)<\/li>\n<li><strong>Sozialstrukturentwicklung und Diskurskonjunkturen der Ungleichheit<\/strong><br>\n(Hier referiert Butterwegge den Diskurs &uuml;ber soziale Ungleichheit von Ludwig Erhards Paradigma &bdquo;Wohlstand f&uuml;r alle&ldquo; bis hin zu gegenw&auml;rtigen Diskussionen wie Jens Spahns &bdquo;Tafel&ldquo;-Interview oder Kevin K&uuml;hnerts Sozialisierungsforderung und die Antwort der CDU auf Rezos Video; UB)<\/li>\n<li><strong>Erscheinungsformen der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheit<\/strong><br>\n(u. a. Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung, Bildungsungleichheit, gesundheitliche Ungleichheit, Armut und Krankheit im Alter ; UB)<\/li>\n<li><strong>Entstehungsursachen und Entwicklungstendenzen der Ungleichheit: Prekarisierung, Pauperisierung und Polarisierung<\/strong><br>\n(Die US-Amerikanisierung deutscher Politiken; u. a. Neoliberalismus; Agenda 2010; &Ouml;konomisierung und Privatisierung des Sozialen; Steuerpolitik: Geschenke f&uuml;r Gutbetuchte; UB)<\/li>\n<li><strong>Konturen und Perspektiven einer zerrissenen Republik<\/strong><br>\n(U. a. US-Amerikanisierung der Sozialstruktur, des sozialen Klimas und der politischen Kultur; Rechtspopulismus; Verlust&auml;ngste, Abstiegssorgen und Panikreaktionen der Mittelschicht; Alternativen zur wachsenden Ungleichheit; UB)<\/li>\n<\/ol><p>Titelbild: frankie&rsquo;s \/ Shutterstock<\/p><p><strong>Literaturauswahl<\/strong><\/p><p><em><strong>Christoph Butterwegge:<\/strong> Die zerrissene Republik. Wirtschaftliche, soziale und politische Ungleichheit in Deutschland, Verlag Beltz Juventa, Weinheim, Basel 2020, 414 Seiten, 24,95 Euro.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Jahre hat das politische Establishment das Problem sozialer Ungleichheit mehr oder weniger ignoriert und sich nicht darum gek&uuml;mmert. Aber zunehmend fliegt der politischen Klasse ihre Politik in Form von massiven Krisen (siehe Th&uuml;ringen) und zunehmendem Rechtsradikalismus bis hin zu Terrorattentaten um die Ohren. 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