{"id":5881,"date":"2010-06-14T09:06:36","date_gmt":"2010-06-14T07:06:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5881"},"modified":"2010-06-14T09:06:36","modified_gmt":"2010-06-14T07:06:36","slug":"hinweise-des-tages-1159","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5881","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Regierungskrise; Freibier f&uuml;r Million&auml;re; Fu&szlig;ball ist das schlechteste Gesch&auml;ft der Welt; Innenansicht der Banken; der Konsum macht`s Dummkopf; Grundpfeiler unserer Zukunft versenkt; wie Kommunen zum Zocken verf&uuml;hrt wurden; &Ouml;koheizungen; die Billigstrom-L&uuml;ge; Pr&auml;sidentschaftskandidaten; Europa; &Ouml;lpest; Bildungsmilliarden f&uuml;r Kinder; Kinder ohne Perspektive; TV-Tipp. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Regierungskrise?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">&ldquo;Frau Merkel muss aufpassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Westerwelle und die Realit&auml;t: Freibier f&uuml;r Million&auml;re<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Fu&szlig;ball ist das schlechteste Gesch&auml;ft der Welt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Innenansicht aus der Welt der Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">&bdquo;Der Konsum macht&rsquo;s, Dummkopf!&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">&ldquo;Grundpfeiler unserer Zukunft&rdquo;: In vier Schritten &ldquo;versenkt&rdquo;!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Wie Kommunen zum Zocken verf&uuml;hrt wurden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Aktionstage zur Offenlegung von PPP-Vertr&auml;gen gestartet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">&Ouml;koheizungen: Schlechtes Klima<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">tudie widerlegt Billigstrom-Versprechen der Atomriesen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Elektroautos in China<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Pr&auml;sidentschaftskandidat Joachim Gauck: Gespalten statt vers&ouml;hnt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Evangelikale sonnen sich in Wulffs Glanz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">J&uuml;rgen Habermas: Wir brauchen Europa!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Europas Sparprogramme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Ausma&szlig; der &Ouml;lpest &uuml;bertrifft alle Vorstellungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Krisenbetriebe sparen bei der Weiterbildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Eine neue Chance f&uuml;r die FU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Bildungsmilliarden f&uuml;r Hartz-IV-Kinder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Kinder ohne Perspektive<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">TV-Tipp: Boston Legal<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=5881&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Regierungskrise?<\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/static\/epaper\/SP\/2010\/24\/ROSPANZ20100240001-312.jpg\">&bdquo;Aufh&ouml;ren&ldquo;<\/a> titelt der Spiegel, <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:angst-vor-auseinanderbrechen-koalition-kaempft-ums-ueberleben\/50127165.html\">Koalition k&auml;mpft ums &Uuml;berleben<\/a> die Financial Times, <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?em_cnt=2747833\">Krise der Koalition<\/a> die Frankfurter Rundschau, <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1\/Doc~EFC78DCF315BF4620AD7B33D4FE93D11C~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">Kabele und Hiebe<\/a> die FAZ, <a href=\"http:\/\/berlindirekt.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/29\/0,1872,8078301,00.html\">K.O.ALITION<\/a> bebildert das ZDF. \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wenn Sie unter Google News das Suchwort &bdquo;Regierung&ldquo; eingeben finden sich in allen angebotenen Schlagzeilen &auml;hnliche dramatisierende Formulierungen. Nahezu alle Beitr&auml;ge bewegen sich auf der Oberfl&auml;che des Streits innerhalb der schwarz-gelben Koalition. In kaum einem Artikel wird die Regierung oder die Kanzlerin aufgrund der Inhalte ihrer Politik kritisiert. Es ist wie beim Abgang von Schr&ouml;der. Merkel wird daf&uuml;r kritisiert, dass sie ihre Politik nicht durchsetzen kann, und nicht etwa, weil sie eine falsche Politik macht. Worum es in der Sache bei Opel, beim Streit &uuml;ber R&ouml;slers Gesundheitsreform, bei den Vorschl&auml;gen zu Guttenbergs Bundeswehrpl&auml;nen geht, spielt kaum eine Rolle. Fast alle Leitmedien halten z.B. das &bdquo;Sparpaket&ldquo; f&uuml;r richtig oder wenigstens stimme die Richtung, es werde nur wegen des Streits nicht richtig &bdquo;vermittelt&ldquo;. D.h. die wichtigsten Medien wollen diese Politik des Sozialabbaus und der weiteren Umverteilung von unten nach oben, sie kritisieren nur, dass die Regierung nicht in der Lage ist, diese Politik durchzusetzen und &bdquo;durchzuregieren&ldquo;. Es ist ein typisches Beispiel daf&uuml;r, wie die Politik bei uns inzwischen von au&szlig;en gesteuert wird. Von au&szlig;en, das hei&szlig;t bei unseren Leitmedien von den Zeitungsoligopolisten, die fast durchg&auml;ngig f&uuml;r eine wirtschaftsliberale Politik Propaganda machen. Sie schreiben eine Regierung nieder, wenn sie nicht nach ihrer Pfeife tanzt, und spielt den in einer Demokratie notwendigen und &uuml;blichen Meinungsstreit zu einem Angriff auf die Regierung hoch. Diese schwarz-gelbe Regierung wird nur von den &bdquo;Extremisten&ldquo; der FDP und einigen Unionisten, die es nicht ganz so radikal wollen, zerrissen, und Merkel verliert nur deshalb an Unterst&uuml;tzung, weil sie es nicht schafft, diesen Laden so zusammenzuhalten, dass die von den meisten Medien getragene neoliberale Politik durchgesetzt werden kann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>&ldquo;Frau Merkel muss aufpassen&rdquo;<\/strong><br>\nDas Sparpaket der Bundesregierung ist ethisch nicht vertretbar, sagt Bernhard Emunds. F&uuml;r die Kanzlerin und die Union k&ouml;nnte es sogar gef&auml;hrlich werden, glaubt der Gesellschaftsethiker.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/2738425_Interview-zum-Sparpaket-Frau-Merkel-muss-aufpassen.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Westerwelle und die Realit&auml;t: Freibier f&uuml;r Million&auml;re<\/strong><br>\nF&uuml;r das Sparpaket der Regierung hat FDP-Chef Guido Westerwelle eine plakative Begr&uuml;ndung gew&auml;hlt. Es m&uuml;sse Schluss sein mit &ldquo;Freibier f&uuml;r alle&rdquo;. Doch was meint der Vize-Kanzler damit? Die deutsche Realit&auml;t wohl kaum.<br>\nIn der deutschen Wirklichkeit flie&szlig;t zwar das Freibier in Str&ouml;men, aber mit Sicherheit nicht f&uuml;r alle. &ldquo;Reiche werden reicher. Arme bleiben arm.&rdquo;, schreibt das Deutsche Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) in seinem Verteilungsbericht 2009. &ldquo;Ostdeutschland verarmt zusehends. Erbschaftsteuerreform und Abgeltungssteuer f&ouml;rdern die Ungleichheit.&rdquo;<br>\nDie Verluste f&uuml;r den Staat durch die Steuerreformen seit 1998 summieren sich nach Berechnungen des gewerkschaftsnahen Instituts IMK auf 50 Milliarden Euro pro Jahr. Ohne diese permanenten Steuerentlastungen br&auml;uchte der Finanzminister heute kein Sparpaket. H&auml;tte die Politik nicht immer wieder die mittleren und oberen Einkommen beg&uuml;nstigt, m&uuml;sste sie heute nicht bei Arbeitslosen und Familien k&uuml;rzen.<br>\nDie paradoxe Konsequenz: Wenn ein Chef seinem Angestellten bei einem Jahresgehalt von 20.000 Euro mehr Geld gibt, gehen von 100 Euro an zus&auml;tzlichen Arbeitskosten 55 Euro f&uuml;r Steuern und Sozialabgaben drauf. Bei 40.000 Euro sind es 65 Euro. Bei 80.000 Euro aber begn&uuml;gen sich Finanzamt und Sozialkassen mit 44 Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/?em_cnt=2742781&amp;em_cnt_page=1\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Fu&szlig;ball ist das schlechteste Gesch&auml;ft der Welt<\/strong><br>\nDer Londoner Professor Stefan Szymanski analysiert die Zusammenh&auml;nge zwischen Fu&szlig;ball und Wirtschaft. Er verteidigt die Mondgeh&auml;lter von Spielerstars und rechnet vor, warum Deutschland nur eine 19-Prozent-Chance auf den WM-Sieg hat. Optimale Voraussetzungen haben L&auml;nder, die drei Faktoren vereinen: Wirtschaftskraft, eine gro&szlig;e Bev&ouml;lkerung und jede Menge internationaler Spielpraxis. Ein gro&szlig;er Talentpool ist unverzichtbar, reicht allein aber nicht aus. Es braucht Geld, um aus Hoffnungstr&auml;gern Spitzenkicker zu machen. Und nat&uuml;rlich Zeit zum &Uuml;ben. Wer als Jugendlicher hart f&uuml;rs &Uuml;berleben arbeiten muss, hat keinen Kopf f&uuml;r eine professionelle Fu&szlig;ballausbildung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:kickonomics-fussball-ist-das-schlechteste-geschaeft-der-welt\/50125520.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dass Wohlstand eine Voraussetzung f&uuml;r erfolgreiche Fu&szlig;ballnationen sei, ist eine ziemlich gewagte Aussage, eben die Modellaussage eines &Ouml;konomen. Man kann Brasilien, Argentinien nicht einfach als Einzelf&auml;lle abtun. Im Gegenteil, oft bietet Fu&szlig;ball in &ouml;konomisch tristen Verh&auml;ltnissen eine klare Aufstiegsoption, siehe die Br&uuml;der Boateng in Wedding &ndash; zur Schande der reichen Volkswirtschaft Deutschland, dessen Zahl an Million&auml;ren in vergangenen Jahr um 23 Prozent gewachsen ist.<\/em><\/p><\/li>\n<p><strong>Siehe:<\/strong><\/p>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Innenansicht aus der Welt der Banken<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Million&auml;re sind zur&uuml;ck<\/strong><br>\nDie Finanzkrise vernichtete Abermilliarden an Verm&ouml;gen. Doch schon 2009 erreichten die global verwalteten Verm&ouml;gen laut einer Studie wieder das Vorkrisenniveau. In Deutschland legt die Zahl der Million&auml;re kr&auml;ftig zu. Banken und andere Verm&ouml;gensverwalter profitierten davon allerdings nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/:bcg-untersuchung-die-millionaere-sind-zurueck\/50125504.html\">FTD<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Der Markt ist die Kuh<\/strong><br>\n&ldquo;Unter dem Schutz der Anonymit&auml;t und noch unter Schock stehend, &auml;u&szlig;erten manche eine erstaunlich scharfe Kritik an den Gepflogenheiten ihrer Branche&rdquo;, hei&szlig;t es im Vorwort eines Bandes von Soziologinnen und Soziologen aus Frankfurt, Wien und Bern, denen es im ersten Halbjahr 2009 gelang, mehrere Dutzend Personen zu interviewen, bevor wieder vornehme Zur&uuml;ckhaltung und Verschwiegenheit einkehrten.<br>\nDer dankenswerte und spannende Bericht der Soziologen aus der Bankenwelt zeigt, dass solide Banker der Hilfe von au&szlig;en bed&uuml;rfen, damit nicht blo&szlig; das Finanzkasino saniert wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/kultur_und_medien\/feuilleton\/2742091_Innenansicht-aus-der-Welt-der-Banken-Der-Markt-ist-die-Kuh.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>HSH NordbanK: Hat Nonnenmacher die Bilanzen gef&auml;lscht?<\/strong><br>\nDie Hamburger Staatsanwaltschaft wirft nach Informationen von NDR Info dem heutigen Vorstandsvorsitzenden der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, vor, im Jahr 2008 falsche Angaben in der Bilanz gemacht zu haben. Nonnenmacher, damals als Finanzvorstand verantwortlich, hatte die Bank mit einem Plus von 81 Millionen Euro pr&auml;sentiert. Die Ermittler gehen nach Recherchen von NDR Info jedoch davon aus, dass die Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein mit 31 Millionen Euro im Minus war.<br>\nPanorama hatte mehrfach dar&uuml;ber berichtet, wie in der Aff&auml;re um die HSH Nordbank get&auml;uscht, getrickst und besch&ouml;nigt wurde. Politiker wie B&auml;nker weigern sich bis heute, sich ihrer pers&ouml;nlichen Verantwortung zu stellen.<br>\nDer Vorwurf der Bilanzf&auml;lschung richtet sich laut NDR Info auch gegen den damaligen Kapitalmarktvorstand Jochen Friedrich, der im November 2009 entlassen worden war. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wilhelm M&ouml;llers, best&auml;tigte, dass sich der Vorwurf der Bilanzf&auml;lschung nur gegen zwei Personen richtet &ndash; wollte jedoch keine Namen nennen. Nonnenmacher, Friedrich und vier weiteren jetzigen und ehemaligen Vorst&auml;nden der Bank wird zudem schwere Untreue vorgeworfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/media\/panorama292.html\">Das Erste Panorama<\/a> <\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Werner Vontobel: &bdquo;Der Konsum macht&rsquo;s, Dummkopf!&rdquo;<\/strong><br>\nNein, Deutschland ist kein Modell. Es sollte im Gegenteil als abschreckendes Beispiel daf&uuml;r dienen, wie sich eine Volkswirtschaft in die Bredouille bringt, weil sie ein t&uuml;chtiger Produzent sein will, ohne denselben Ehrgeiz als Konsument an den Tag zu legen. Wenn ein europ&auml;isches Land im abgelaufenen Jahrzehnt seine wirtschaftspolitischen Hausaufgaben schlecht gemacht hat, dann Deutschland. Schauen wir uns seine Leistungen im Fach National&ouml;konomie doch einmal genauer an. In der wichtigsten Disziplin, dem Markteinkommen des durchschnittlichen Haushaltes steht f&uuml;r 2000 bis 2007 (neuere Zahlen liegen nicht vor) ein Minus von sieben Prozent im Klassenbuch. Das ist unterirdisch, fast ein Monatseinkommen weniger. Die &auml;rmere H&auml;lfte der Haushalte hat in diesen sieben mageren Jahren sogar mehr als zwei Monatseinkommen verloren. Die dadurch n&ouml;tig gewordene Zunahme der Transferzahlungen konnte die Einbu&szlig;en nicht kompensieren. Zum Vergleich: Frankreichs Mittelschicht erreichte in derselben Periode einen Einkommenszuwachs von zw&ouml;lf Prozent.<br>\nAuch im Fach &bdquo;Wirtschaftswachstum&ldquo;, das von vielen &Ouml;konomen als die volkswirtschaftliche K&ouml;nigsdisziplin betrachtet wird, geh&ouml;rt Deutschland zu den Klassenletzten. Nach den Statistiken der OECD ist Deutschlands BIP zwischen 2000 und 2010 gem&auml;&szlig; OECD um magere 6,3 Prozent gestiegen. Frankreich brachte es auf 12,3, alle OECD-L&auml;nder ohne Deutschland im Schnitt auf 15 Prozent.<br>\nFehlanzeige auch in Deutschlands Wahlfach &bdquo;Arbeitspl&auml;tze schaffen&ldquo;: In Frankreich lag die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden 2009 um 160 Millionen h&ouml;her als anno 2000. In Deutschland waren es 1,7 Milliarden Stunden &ndash; weniger!<br>\nEindeutig Klassenletzter ist die Bundesrepublik, wenn man sie am Binnenkonsum misst, also am BIP ohne Export&uuml;bersch&uuml;sse oder -defizite. Diese Gr&ouml;&szlig;e ist noch in den neunziger Jahren in den europ&auml;ischen Industriel&auml;ndern samt Deutschland im Jahresdurchschnitt um zwei bis drei Prozent gewachsen. Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts verlangsamte sich die Zunahme im gesamten OECD-Raum auf gut 1,5 Prozent. Deutschlands Binnennachfrage hingegen stieg im ganzen Jahrzehnt blo&szlig; um magere 1,7 Prozent. So viel schaffte man einst in einem halben Jahr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.cicero.de\/97.php?ress_id=6&amp;item=4976%20\">Cicero<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&ldquo;Grundpfeiler unserer Zukunft&rdquo;: In vier Schritten &ldquo;versenkt&rdquo;!<\/strong><br>\n&bdquo;Wir werden &hellip; den Rentenversicherungsbeitragssatz f&uuml;r SGB II Empf&auml;nger abschaffen.&ldquo;<br>\nDie vollst&auml;ndige Abschaffung der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge f&uuml;r Arbeitslosengeld II-Empf&auml;nger\/innen ist eine der vielen &bdquo;Sparideen&ldquo;, die von der schwarz-gelben Bundesregierung am 7. Juni 2010, unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Die Grundpfeiler unserer Zukunft st&auml;rken&ldquo; angek&uuml;ndigt wurden. Mit diesem Schritt kn&uuml;pft die Bundesregierung an eine &bdquo;lange gepflegte Tradition&ldquo; an. (siehe Abbildung) Damit sollen 1,8 Milliarden Euro pro Jahr im Vergleich zu den Ausgaben im Jahr 2010 &bdquo;eingespart&ldquo; werden, 7,2 Milliarden Euro in den Jahren 2011 bis 2014.\n<p><strong>Die wesentlichen &Auml;nderungen der Beitr&auml;ge zur Rentenversicherung bei Bezug von Arbeitslosenhilfe:<\/strong><br>\n(bis 2004) Arbeitslosengeld II (ab 2005): (vgl. dazu die Abbildung auf Seite 1)<\/p>\n<ul>\n<li>F&uuml;r Arbeitslosenhilfe-Empf&auml;nger\/innen wurden bis einschlie&szlig;lich 1999 Beitr&auml;ge zur gesetzlichen Rentenversicherung in H&ouml;he von &uuml;ber 2.500 Euro pro Jahr gezahlt &ndash; durchschnittlich, pro Arbeitslosenhilfeempf&auml;nger\/in. Bemessungsgrundlage waren 80 Prozent (!) des zuletzt verdienten Bruttolohnes, ohne Einmalzahlungen.1 (in der Abbildung auf Seite 1 unter dem Label &bdquo;Bl&uuml;m&ldquo;2)<br>\nF&uuml;r Arbeitslosengeldempf&auml;nger\/innen (SGB III) gilt diese Bemessungsgrundlage noch immer, und zwar einschlie&szlig;lich der Einmalzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. (&sect; 166 Abs. 1 SGB VI)\n<\/li>\n<li>Zum 1. Januar 2000 wurde die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Beitr&auml;ge zur Rentenversicherung bei Bezug von Arbeitslosenhilfe auf die ausgezahlte Arbeitslosenhilfe (netto) gek&uuml;rzt. Der durchschnittliche Jahresbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sank auf durchschnittlich knapp 1.200 Euro pro Jahr in den Jahren 2000 bis 2004. (in der Abbildung auf Seite 1 unter dem Label &bdquo;Riester&ldquo;3)<br>\n&ndash; Mit Abschaffung der Arbeitslosenhilfe zum 1. Januar 2005 (Inkrafttreten des SGB II alias Hartz IV) sank der Jahresbeitrag bei Anspruch auf Arbeitslosengeld II auf (maximal) 936 Euro. Bemessungsgrundlage: monatlich 400 Euro; Beitragssatz in den Jahren 2005 und 2006: 19,5 Prozent. (in der Abbildung auf Seite 1 unter dem Label &bdquo;Clement&ldquo;4) Erwerbsf&auml;hige Sozialhilfeempf&auml;nger\/innen wurden als Arbeitslosengeld II Empf&auml;nger\/innen in die Rentenversicherungspflicht einbezogen.\n<\/li>\n<li>Zum 1. Januar 2007 wurde diese Bemessungsgrundlage auf monatlich 205 Euro reduziert. Der (maximale) Beitrag zur Rentenversicherung bei Anspruch auf Arbeitslosengeld II sank, bei einem Beitragsatz von 19,9 Prozent, auf j&auml;hrlich 489,60 Euro. Zugleich wurde die (erg&auml;nzende) Beitragszahlung f&uuml;r versicherungspflichtig besch&auml;ftigte und versicherungspflichtig t&auml;tige Arbeitslosengeld IIEmpf&auml;nger\/innen eingestellt.6 (in der Abbildung auf Seite 1 unter dem Label &bdquo;M&uuml;ntefering&ldquo;7)\n<\/li>\n<li>Zum 1. Januar 2011 sollen die vom Bund aufzubringenden Rentenversicherungsbeitr&auml;ge f&uuml;r Arbeitslosengeld II-Empf&auml;nger\/innen unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Die Grundpfeiler unserer Zukunft st&auml;rken&ldquo;8 vollst&auml;ndig abgeschafft werden. (in der Abbildung auf Seite 1 unter dem Label &bdquo;von der Leyen&ldquo;9)<br>\nDie schwarz-gelbe Bundesregierung will mit diesem &bdquo;vierten Schritt&ldquo; nach &bdquo;Riester&ldquo;, &bdquo;Clement&ldquo; und M&uuml;ntefering&ldquo; 1,8 Milliarden Euro pro Jahr, insgesamt 7,2 Milliarden Euro in den Jahren 2011 bis 2014 &bdquo;einsparen&ldquo;. Die Einnahmeseite der gesetzlichen Rentenversicherung bleibt im &bdquo;Sparplan&ldquo; der Bundesregierung unerw&auml;hnt.10<br>\nMit diesem &bdquo;vierten Schritt&ldquo; w&uuml;rde bzw. wird die nach 1999 begonnene grundlegende Ver&auml;nderung des Verh&auml;ltnisses von gesetzlicher Rentenversicherung und (Langzeit-)Arbeitslosigkeit vollendet11 oder anders formuliert: &ldquo;Grundpfeiler unserer Zukunft&rdquo;: In vier Schritten &ldquo;versenkt&rdquo;!\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/1100614_hinweise_wl_rentenversicherung.pdf\">Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) [PDF &ndash; 127 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Abkassiert von der Deutschen Bank: Wie Kommunen zum Zocken verf&uuml;hrt wurden <\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mediathek.daserste.de\/daserste\/servlet\/content\/4661354?pageId=&amp;moduleId=432744&amp;categoryId=&amp;goto=&amp;show=\">Das Erste Plusminus<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Aktionstage zur Offenlegung von PPP-Vertr&auml;gen gestartet<\/strong><br>\nMit dem Slogan &ldquo;Offenlegung aller PPP-Vertr&auml;ge jetzt!&rdquo; starten am heutigen Freitag die bundesweiten Aktionstage der Kampagne &ldquo;PPP-Irrweg&rdquo; von Attac. &ldquo;Ein wesentliches Merkmal aller so genannten Public-Private-Partnership-Projekte ist, dass die Vertr&auml;ge zwischen der &ouml;ffentlichen Hand und den privaten Investoren geheim gehalten werden &ndash; selbst vor den Abgeordneten, die &uuml;ber die Projekte entscheiden&rdquo;, sagte Carl Wa&szlig;muth vom bundesweiten Attac-Rat und Mitinitiator der Kampagne. &ldquo;Diesen Skandal wollen wir ins &ouml;ffentliche Bewusstsein r&uuml;cken und f&uuml;r die Offenlegung der Geheimvertr&auml;ge streiten.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ppp-irrweg.de\/\">ATTAC<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&Ouml;koheizungen: Schlechtes Klima<\/strong><br>\nErst kappt die Regierung die F&ouml;rderung f&uuml;r &Ouml;koheizungen, anschlie&szlig;end stornieren Bauherren bundesweit Umbau-Auftr&auml;ge. Doch der Bund hat das Nachsehen &ndash; weil Millionen fl&ouml;ten gehen. Beinahe &uuml;ber Nacht blockierte die Regierung auf Druck von Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) die verbliebenen 115 Millionen Euro f&uuml;r 2010 aus dem laufenden 450-Millionen-Programm. Erstmals rechneten Wirtschaftsforscher nun die Schattenseiten des Sparprogramms aus und lassen selbst Experten staunen: Bund, L&auml;ndern und Kommunen entgingen alleine in diesem Jahr 151 Millionen Euro an Steuereinnahmen, wenn nur jeder zweite Auftrag storniert werde. Hinzu k&auml;men Sozialversicherungsbeitr&auml;ge und Arbeitsmarktentlastungen von knapp 70 Millionen Euro. &ldquo;Das Marktanreizprogramm ist offensichtlich ein Beispiel daf&uuml;r, dass staatliche F&ouml;rderung sich durchaus auch aus Sicht der Haush&auml;lter positiv auswirken kann, indem Mittel zur&uuml;ckflie&szlig;en &ndash; selbst wenn man unterstellt, dass nur die H&auml;lfte des Investitionsvolumens oder der -vorhaben auf die Tatsache der F&ouml;rderung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Gutachten weiter. &ldquo;Der Fiskus bringt sich um erhebliche Steuereinnahmen und best&auml;tigt sich als Investitionsbremse&rdquo;, klagt auch J&ouml;rg Mayer, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Agentur f&uuml;r Erneuerbare Energien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/oekoheizungen-schlechtes-klima-1.955113\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein gutes Beispiel daf&uuml;r, wie Sparma&szlig;nahmen mit nicht intendierten Nebeneffekten korrelieren und diese den urspr&uuml;nglichen Spareffekt zunichte machen. Aus dem Finanzministerium h&ouml;rt man jetzt, dass die Gelder doch freigegeben werden sollen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>L&auml;ngere Laufzeiten: Studie widerlegt Billigstrom-Versprechen der Atomriesen <\/strong><br>\nEine Verl&auml;ngerung der Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke h&auml;tte weit weniger positive Auswirkungen auf den Strompreis als bisher angenommen. Laut einer Studie des &Ouml;kostromanbieters Lichtblick, die dem SPIEGEL vorliegt, w&uuml;rde ein normaler Haushalt j&auml;hrlich maximal neun bis zw&ouml;lf Euro weniger zahlen, sollten die Atommeiler l&auml;nger am Netz bleiben. Durch die im Jahresverlauf stark schwankenden Energiepreise k&ouml;nnten die ohnehin geringen Einsparungen sogar v&ouml;llig kompensiert werden. Hauptgrund f&uuml;r die geringe Ersparnis ist laut Gutachten eine sich verfestigende Marktmacht der vier f&uuml;hrenden Stromanbieter und damit ein geringerer Wettbewerbsdruck auf die Branche. Au&szlig;erdem w&uuml;rde sich durch die geplante Verl&auml;ngerung der Laufzeiten die Modernisierung des Kraftwerksparks verz&ouml;gern, &auml;ltere Kohlekraftwerke d&uuml;rften dadurch l&auml;nger in Betrieb bleiben. Die Ergebnisse der Lichtblick-Studie bringen die etablierten Stromanbieter in Erkl&auml;rungsschwierigkeiten. Denn die hatten die m&ouml;gliche Ersparnis f&uuml;r Stromkunden bislang deutlich h&ouml;her angesetzt. Nach Berechnungen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), in denen die Stromkonzerne organisiert sind, spart ein normaler Haushalt bei einer Verl&auml;ngerung der Laufzeiten angeblich bis zu 144 Euro im Jahr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,druck-700243,00.html\">Spiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Sollen die anderen reden &ndash; wir tun es<\/strong><br>\nDas Vorhaben ist ehrgeizig: Schon 2012 sollen 500 000 Elektroautos auf Chinas Stra&szlig;en fahren &ndash; heute sind es erst 2100. Die Regierung k&uuml;ndigte diesen Monat ein Pilotprogramm in den f&uuml;nf Metropolen Schanghai, Shenzhen, Changchun, Hangzhou und Hefei an. Dort wird der Kauf eines Elektroautos mit 50 000 bis 60 000 Yuan f&uuml;r den Hersteller (heute rund 7000 Euro) bezuschusst. Rund f&uuml;nf Milliarden Yuan (600 Millionen Euro) sind an Subventionen bereitgestellt worden. Die Zentralregierung steckt zus&auml;tzlich eine Milliarde Yuan in Forschung und Entwicklung. Weitere Gelder machen St&auml;dte und Provinzen locker, damit ihre jeweiligen lokalen Hersteller vorangehen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/weltspiegel\/mobil\/sollen-die-anderen-reden-wir-tun-es-china-will-elektro-autos-mit-7000-euro-sponsern\/1856104.html;jsessionid=15AC12F14023557F6EB41341B637FC9C\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Daniela Dahn: Pr&auml;sidentschaftskandidat Joachim Gauck: Gespalten statt vers&ouml;hnt<\/strong><br>\nEr will bewahren, was ist: Warum man weder Anti-Aufkl&auml;rer noch DDR-Nostalgiker sein muss, um den Pr&auml;sidentschaftskandidaten Joachim Gauck abzulehnen.<br>\nDas Image eines Vers&ouml;hners kam &uuml;berraschend. Hat doch den Mann, nach dem nicht nur eine Beh&ouml;rde benannt, sondern auch das Verb &ldquo;gaucken&rdquo; kreiert wurde, bisher niemand schonungsloser kritisiert als Sozialdemokraten. Nun aber gilt eine andere, eigendynamische Logik: Wer einen Kandidaten Joachim Gauck ablehnt, kann nur ein unklares Verh&auml;ltnis zum DDR-Unrecht haben, und einen schlimmeren Vorwurf gibt es hierzulande kaum. Der Stasi-&ldquo;Aufkl&auml;rer&rdquo; selbst hat sich dieses Kurzschlusses von Anfang an bedient &ndash; wer seine Behauptungen widerlegte, bekam das Etikett &ldquo;Anti-Aufkl&auml;rer&rdquo; verpasst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/2.220\/praesidentschaftskandidat-joachim-gauck-gespalten-statt-versoehnt-1.956510\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Evangelikale sonnen sich in Wulffs Glanz<\/strong><br>\nKurz vor seiner Nominierung zum Bundespr&auml;sidenten-Kandidaten trat Christian Wulff (CDU) bei rechtslastigen Evangelikalen auf. Die Opposition sieht die Regierung blamiert, die CDU findet alles ganz normal.<br>\nDen Vortrag hielt Wulff am 19. Mai beim &ldquo;Arbeitskreis Christlicher Publizisten&rdquo; (ACP).<br>\nSeit Jahren warnen Sektenbeauftragte der evangelischen Kirchen vor dem Kreis, den sie als &ldquo;fundamentalistische Splittergruppe am &auml;u&szlig;erst rechten Rand des Protestantismus&rdquo; verorten. Der Name ACP sei irref&uuml;hrend, sagt Claudia Knepper von der Evangelischen Zentralstelle f&uuml;r Weltanschauungsfragen in Berlin: Seri&ouml;se evangelische und katholische Publizisten seien dort nicht vertreten. Die Zentralstelle r&auml;t zur Distanz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/nord\/artikel\/1\/evangelikale-sonnen-sich-in-wulffs-glanz\/\">taz<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.acp-international.de\/?q=node\/9\">Zitat<\/a> aus den Webseiten des &ldquo;Arbeitskreises Christlicher Publizisten&rdquo;: <strong>&bdquo;Ministerpr&auml;sident a.D. Albrecht<\/strong> war ein besonders gesch&auml;tzter Ehrengast. Gru&szlig;botschaften und Segensw&uuml;nsche erreichten uns aus vielen L&auml;ndern<br>\nund wurden insbesondere von <strong>Bundesministerin Ursula von der Leyen<\/strong> und<br>\ndem hessischen <strong>Ministerpr&auml;sidenten Roland Koch<\/strong> &uuml;bermittelt.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>J&uuml;rgen Habermas: Wir brauchen Europa!<\/strong><br>\n<strong>Die neue Hartleibigkeit: Ist uns die gemeinsame Zukunft schon gleichg&uuml;ltig geworden?<\/strong><br>\nDie neue deutsche Hartleibigkeit hat tiefere Wurzeln. Schon mit der Wiedervereinigung hatte sich die Perspektive eines gr&ouml;&szlig;er gewordenen und mit eigenen Problemen besch&auml;ftigten Deutschlands ver&auml;ndert. Wichtiger war der Bruch der Mentalit&auml;ten, der nach Helmut Kohl eingetreten ist. Abgesehen von einem zu schnell ermatteten Joschka Fischer, regiert seit dem Amtsantritt von Gerhard Schr&ouml;der eine normativ abger&uuml;stete Generation, die sich von einer immer komplexer werdenden Gesellschaft einen kurzatmigen Umgang mit den von Tag zu Tag auftauchenden Problemen aufdr&auml;ngen l&auml;sst. Sie verzichtet im Bewusstsein der schrumpfenden Handlungsspielr&auml;ume auf Ziele und politische Gestaltungsabsichten, ganz zu schweigen von einem Projekt wie der Einigung Europas. ..<br>\nDie um sich selbst kreisende und normativ anspruchslose Mentalit&auml;t eines selbstbezogenen Kolosses in der Mitte Europas ist nicht einmal mehr ein Garant daf&uuml;r, dass die Europ&auml;ische Union in ihrem schwankenden Status quo erhalten bleibt&hellip;<br>\n&hellip;die guten Absichten scheitern weniger an der &raquo;Komplexit&auml;t der M&auml;rkte&laquo; als am Kleinmut und der mangelnden Unabh&auml;ngigkeit der nationalen Regierungen. Sie scheitern am vorauseilenden Verzicht auf eine internationale Zusammenarbeit, die sich zum Ziel setzt, die fehlenden Handlungskapazit&auml;ten aufzubauen &ndash; weltweit, in der EU und zun&auml;chst einmal innerhalb der Euro-Zone.<br>\nMit ein bisschen politischem R&uuml;ckgrat kann die Krise der gemeinsamen W&auml;hrung das herbeif&uuml;hren, was sich manche einmal von einer gemeinsamen europ&auml;ischen Au&szlig;enpolitik erhofft hatten: das &uuml;ber nationale Grenzen hinausgreifende Bewusstsein, ein gemeinsames europ&auml;isches Schicksal zu teilen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/21\/Europa-Habermas%20\">Die Zeit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Europas Sparprogramme <\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Im alten neoliberalen Takt<\/strong><br>\nDie Regierungsrezepte gleichen sich zuweilen bis aufs Haar &ndash; und entstammen dem neoliberalen Lehrbuch. Keine Neueinstellungen im &ouml;ffentlichen Dienst und\/oder Entlassungen von Staatsangestellten, Anhebung der Verbrauchssteuern und\/oder der allgemeinen Mehrwertsteuern, Lohnsenkungen f&uuml;r die Besch&auml;ftigten im &ouml;ffentlichen Dienst, K&uuml;rzung der Renten, Reduzierung der Sozialausgaben und h&ouml;here Steuern f&uuml;r die breite Bev&ouml;lkerung: Wer soll da noch die Wirtschaften wieder ankurbeln? Eine Steigerung der Staatseink&uuml;nfte durch eine h&ouml;here Besteuerung der Reichen ist &uuml;brigens kaum irgendwo vorgesehen. Nur auf der Iberischen Halbinsel werden sie ein bisschen zur Kasse gebeten: In Portugal sollen Unternehmen auf alle Gewinne eine zus&auml;tzliche &laquo;Krisensteuer&raquo; von 2,5 Prozent zahlen, und in Spanien denkt die Regierung dar&uuml;ber nach, die Verm&ouml;genssteuer wieder einzuf&uuml;hren, die sie erst 2008 &ndash; als sich die Krise bereits abzeichnete &ndash; abgeschafft hatte. Dabei w&auml;re bei den Eliten einiges zu holen &ndash; nicht nur durch Bankenabgaben und die Einf&uuml;hrung einer Finanztransaktionssteuer. In einigen Staaten ist der Spielraum nach oben besonders gross: W&auml;hrend die tats&auml;chlichen Steuern auf Gewinne und Verm&ouml;gen in der Eurozone 2006 (neuere Zahlen sind nicht verf&uuml;gbar) bei durchschnittlich 30 Prozent lagen, hat Deutschland grosse Besitzt&uuml;mer, Profite und besonders hohe Einkommen nur zu 24 Prozent besteuert. Und Griechenland gerade mal zu 16 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2010\/nr23\/international\/19413.html\">Wochenzeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Niels Kadritzke: Griechenland: Einschneidende Reformen wirken nur mit europ&auml;ischer Solidarit&auml;t <\/strong><br>\nDa die Athener Regierung bis Ende dieses Jahres ihre Anleihen mit einem berechenbaren Zins aufnehmen kann, gewinnt sie nicht nur eine Atempause, sondern wom&ouml;glich auch eine Chance, um den entscheidenden Strukturdefekt dieses Programms neu zu diskutieren. Der besteht darin, dass die nachhaltigen Wirkungen auf der Einnahmenseite erst mittelfristig eintreten werden. Eine wesentliche Erh&ouml;hung der Steuereinnahmen, die bislang nur 32% des BIP ausmachen (bei einem EU-Durchschnitt von 40%) ist nicht in drei Jahren zu schaffen. Und der Kampf gegen die Steuerhinterziehung verspricht auch keine schnellen Erfolge, wie die oben angef&uuml;hrten Zahlen des 1. Quartals 2010 zeigen. Diese Zahlen dokumentieren einen Konjunktureinbruch, der von den Wirtschaftsexperten der EZB, der OECD, des IWF wie auch von den Analysten der Ratingagenturen und der Gro&szlig;banken als gr&ouml;&szlig;tes Fragezeichen hinter dem &raquo;ehrgeizigen&laquo; Athener Programm gesehen wird. Deshalb sollten die europ&auml;ischen Partner Griechenlands diskutieren, wie man diese Gefahr entsch&auml;rfen kann. Wenn sie dazu beitragen wollen, dass das Programm f&uuml;r Stabilit&auml;t und Entwicklung (Griech. PSA) mittelfristig tragf&auml;hig ist, sollten sie eine Entzerrung der Sparma&szlig;nahmen bef&uuml;rworten. Aus heutiger Sicht ist die dreij&auml;hrige Laufzeit dieses Programms &raquo;&uuml;ber-ehrgeizig&laquo; und somit kontraproduktiv. Die wirtschaftliche Erholung des Landes wird weitaus wahrscheinlicher, wenn es die 3%-Grenze des Haushaltsdefizits erst in vier Jahren, also Ende 2013, anstreben w&uuml;rde. Einen &auml;hnlichen Effekt h&auml;tte das Modell, das inzwischen unter Experten &ndash; und in der Athener Wirtschaftspresse &ndash; ernsthaft diskutiert wird: eine Verl&auml;ngerung der Laufzeiten f&uuml;r die griechischen Staatsanleihen, die in den n&auml;chsten drei bis f&uuml;nf Jahren f&auml;llig werden. Auch dies w&uuml;rde der Regierung Papandreou eine &raquo;Zeit zum Atemholen geben, um ihr Sparprogramm samt den strukturellen Reformen umzusetzen&laquo; (so Tony Barber in der Financial Times vom 29. April).<br>\nDie Gefahr, dass eine solche Korrektur der Sparpl&auml;ne von der Bev&ouml;lkerung als &raquo;Entwarnung&laquo; wahrgenommen wird, existiert nicht. Sp&auml;testens seitdem die Griechen am 28. April in den Abgrund geblickt haben, ist ihnen vollends klar, dass ein Staatsbankrott aus eigener Kraft nicht abzuwenden ist. Zudem wird die internationale Kontrolle &uuml;ber das Sparprogramm jede Abweichung von den definierten Zielen verhindern. Allerdings k&ouml;nnte die Akzeptanz dieses Programms durch die Gesellschaft merklich zunehmen, wenn einige Parameter korrigiert werden, die eine positive Wirkung f&uuml;r die k&uuml;nftige Konjunktur entfalten. Diese gesellschaftliche Akzeptanz h&auml;ngt ma&szlig;geblich von drei Bedingungen ab. Erstens von der Einsicht &uuml;ber den Ernst der Lage, zweitens von dem Gef&uuml;hl einer &raquo;gerechten&laquo; Verteilung der zu erbringenden Opfer, drittens von der Hoffnung, dass diese Opfer nicht umsonst sind, sondern sich irgendwann in der noch so fernen Zukunft auszahlen. Die erste Bedingung ist im Fall Griechenland zweifellos gegeben, die zweite und dritte sind es derzeit nicht. Sie sind wahrscheinlich nur zu erf&uuml;llen, wenn man einer Regierung, deren ehrlicher Willen au&szlig;er Zweifel steht, f&uuml;r die n&ouml;tigen durchgreifenden Reformen mehr Zeit einr&auml;umt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/25651\">Linksnet<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine kenntnisreiche Analyse der Situation, vor die die Regierung Papandreou nach ihrem Antritt Oktober 2009 gestellt wurde, des Programms f&uuml;r Stabilit&auml;t und Entwicklung als Reaktion darauf sowie der Versch&auml;rfung des Programms im Gefolge der weiteren Herabstufung der griechischen Kreditw&uuml;rdigkeit.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke: Marktpanik im Euroland<\/strong><br>\nDeutsche Regierungen haben &uuml;ber zehn Jahre fast alle Energie darauf gesetzt, immer und immer wieder Kosten zu senken, die Verbesserung der eigenen Wettbewerbsf&auml;higkeit als (beinahe) alleiniges Ziel von Wirtschaftspolitik aussehen zu lassen &ndash; und dabei so zu tun, als reiche es, wenn Andere unsere Waren kaufen und wir derweil unseren Konsum (und die Importlust) durch h&ouml;here Mehrwertsteuern de facto bremsen. Dabei waren die deutschen Exporteure entgegen den damaligen Panikeinlagen im Land schon 2003 ziemlich fit. Da darf man sich nicht wundern, wenn die eigenen &Uuml;bersch&uuml;sse in anderen L&auml;ndern irgendwann entsprechende Defizite bedeuten, die dann irgendwann zu tieferen Krisen f&uuml;r alle f&uuml;hren. Siehe Griechenland.<br>\nBeim VWL-Studium des Merkantilismus lernt man, dass es auf Dauer in Krisen endet, wenn ein Land &Uuml;bersch&uuml;sse hortet. Das gilt auch f&uuml;r die moderne deutsche Variante. Es kommt einer Art ordnungspolitisch korrektem Protektionismus gleich, wie 2007 die Mehrwertsteuer zu erh&ouml;hen (die auch Importeure zu zahlen haben), um mit dem Geld Sozialbeitr&auml;ge zu senken, wovon nur heimische Betriebe profitieren. Das ist im Euro-Ausland zu Recht auf viel Unmut gesto&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2010\/05\/14.mondeText.artikel,a0035.idx,7\">Le Monde diplomatique<\/a><\/li>\n<li><strong>Irland: Die Leute sind w&uuml;tend und haben Angst<\/strong><br>\nKaum ein anderes Land der Eurozone steckt so sehr in der Krise wie Irland, und kaum irgendwo wird der Bev&ouml;lkerung so viel abverlangt wie hier. Und doch h&auml;lt sich der Widerstand in Grenzen. Dabei h&auml;tten die irischen Lohnabh&auml;ngigen jeden Grund zur Rebellion. Denn seit die Finanzmarktkrise vor zwei Jahren den Keltischen Tiger bezwang und den schleichenden Entindustrialisierungsprozess beschleunigte, kippt Irland zur&uuml;ck in alte Zeiten, als die Armut gro&szlig; war und viele im Elend lebten. &laquo;Der Boom der beiden letzten Jahrzehnte war nur ein kurzer Traum&raquo;, sagt eine, die ihren Namen nicht nennen mag, &laquo;und so recht haben viele von uns selber nicht daran geglaubt. Jetzt stehen wir wieder am Anfang.&raquo; Denn derzeit ist vieles schlimmer als fr&uuml;her &ndash; weil nicht alle Opfer sind, nicht alle wieder ganz unten landen, sondern nur die Armen, die abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten, die Kranken, die Alten, die Behinderten. Und andere gewinnen.<br>\n&laquo;Irland steckt tiefer in der Krise als die meisten anderen EU-Staaten&raquo;, sagt Mick O&rsquo;Reilly, bis vor zwei Jahren Irland-Chef der Gewerkschaft Unite, &laquo;und f&uuml;r die Folgen werden noch meine Enkel zahlen m&uuml;ssen.&raquo; Rund achtzig Milliarden Euro hat der Staat den Gro&szlig;banken in den letzten zwei Jahren &uuml;berwiesen, darunter knapp f&uuml;nfzig Milliarden f&uuml;r einen grandiosen M&uuml;llhaufen an giftigen Wertpapieren, die an eine staatliche Beh&ouml;rde ausgelagert wurden. Allein die Anglo Irish Bank hat seit M&auml;rz zehn Milliarden Euro erhalten. &laquo;Die Banker haben die Politiker in der Nacht angerufen und mit allem M&ouml;glichen gedroht&raquo;, erinnert sich Gewerkschafter O&rsquo;Reilly, &laquo;und am n&auml;chsten Morgen war f&uuml;r sie alles wieder gut.&raquo; Allein die Anglo Irish Bank hatte faule Kredite in H&ouml;he des halben BIP angeh&auml;uft. &laquo;Dieses Geldhaus war nie etwas anderes als das Spielcasino von ein paar Baufirmen&raquo;, sagt O&rsquo;Reilly; es habe f&uuml;r die Wirtschaft keinerlei Bedeutung gehabt, man h&auml;tte es ruhig untergehen lassen k&ouml;nnen. Stattdessen wurde es verstaatlicht. &laquo;Irland war immer ein Mustersch&uuml;ler des Neoliberalismus&raquo;, sagt Connolly. In den Boomzeiten habe die Regierung den multinationalen Unternehmen rote Teppiche ausgerollt, Land geschenkt, Steuern erlassen (die Unternehmenssteuer liegt immer noch bei rekordverd&auml;chtig tiefen 12,5 Prozent) und auf Teufel komm raus dereguliert &ndash; &laquo;und jetzt in der Krise werden Sozialleistungen ebenso vorbildlich zusammengestrichen.&raquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2010\/nr23\/international\/19412.html\">Wochenzeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Ausma&szlig; der &Ouml;lpest &uuml;bertrifft alle Vorstellungen<\/strong><br>\nDer Vorstand von BP muss zum Rapport ins Wei&szlig;e Haus. Pr&auml;sident Obama hat die Manager einbestellt, um mit ihnen &uuml;ber die Bek&auml;mpfung der &Ouml;lkatastrophe zu sprechen. Deren Ausma&szlig; wird immer gr&ouml;&szlig;er. Vermutlich str&ouml;men t&auml;glich bis zu 6,4 Millionen Liter &Ouml;l aus dem Bohrloch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/oelkatastrophe142.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Krisenbetriebe sparen bei der Weiterbildung<\/strong><br>\nQualifizieren statt entlassen &ndash; unter diesem Motto stand die Ausweitung der Kurzarbeit. Die Teilnahme an &ouml;ffentlich gef&ouml;rderten Qualifizierungsprogrammen hat laut Bundesagentur f&uuml;r Arbeit im vergangenen Jahr tats&auml;chlich etwas zugenommen. Die Unternehmen selber haben die auftragsarme Zeit in der Wirtschaftskrise aber nur selten f&uuml;r verst&auml;rkte Weiterbildung genutzt. Von der Krise direkt betroffene Unternehmen haben ihre Weiterbildungsaktivit&auml;ten sogar eher zur&uuml;ckgefahren. Das zeigen Ergebnisse der aktuellen Betriebsr&auml;tebefragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung, die in der Juni-Ausgabe der WSI Mitteilungen ver&ouml;ffentlicht sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/320_107290.html%20\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Eine neue Chance f&uuml;r die FU<\/strong><br>\nMillionenskandal in New York? Das wahre Problem der Freien Universit&auml;t Berlin ist ihre fr&uuml;here Leitung.<br>\nNicht mehr die selbst verwaltete und demokratisch strukturierte Universit&auml;t mit einem gesamtgesellschaftlichen Auftrag und entsprechender staatlicher F&ouml;rderung war das Leitbild, sondern ein Top-Down-Modell, eine unternehmerische Universit&auml;t, die auf private Spenden und Investoren setzte.<br>\nZentralisierung und Intransparenz der Entscheidungen aber verst&auml;rkt gerade in Zeiten der Exzellenzkonkurrenz die Gefahr von Seilschaften, die mehr oder weniger r&uuml;cksichtslos auf Ressourcen zugreifen, auf R&auml;ume und Personal, auch auf Kosten anderer. Es kommt einem die Vorstellung von &bdquo;Beutegemeinschaften&ldquo; in den Sinn, und tats&auml;chlich bezeichnen sich einige selbst so. Solche Strukturen h&ouml;hlen eine Institution aus, die seit Humboldt auch immer auf eine intrinsische Motivation und eine Atmosph&auml;re der Kooperation angewiesen ist, ja davon lebt und so erst ihre G&uuml;te erweist.<br>\nNach den Erfahrungen der R&uuml;cksichtslosigkeit und der closed-shop-Politik braucht es daher eine Debatte &uuml;ber ethische Minima der Achtung der Schw&auml;cheren, eines Klimas der R&uuml;cksicht und des gegenseitigen Verst&auml;ndnisses und Austausches zwischen Studierenden und Lehrenden, damit im &ouml;konomisierten Kampf um Drittmittel das Ziel der Bildung nicht vor die Hunde geht. Soll die Kernfunktion der Universit&auml;t erhalten bleiben, ist eine Verst&auml;ndigung &uuml;ber das jeweilige Gemeinsame solcher Institutionen erforderlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/eine-neue-chance-fuer-die-fu\/1855868.html%20\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Bildungsmilliarden f&uuml;r Hartz-IV-Kinder<\/strong><br>\nDer Traum von der gemeinsamen Bildungsrepublik ist zun&auml;chst geplatzt. Nun will der Bund bed&uuml;rftige Sch&uuml;ler f&ouml;rdern<br>\nNachdem sich Bund und L&auml;nder am Donnerstag nicht auf gemeinsame Bildungsziele einigen konnten, will die Bundesregierung nun im Alleingang bed&uuml;rftige Sch&uuml;ler mit Bildungsgutscheinen f&ouml;rdern. Und zwar &uuml;ber die Sozialpolitik, denn dort hat der Bund anders als in der Schulpolitik das Sagen. Eine Sprecherin von Bundessozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) best&auml;tigte, dass ein nicht unerheblicher Teil der f&uuml;r Bildung und Forschung geblockten zus&auml;tzlichen 12 Milliarden Euro in die Reform der Kinderregels&auml;tze gesteckt werden solle.<br>\nVon der Leyen selbst sagte in der Passauer Neuen Presse vom Freitag: &ldquo;Die neuen Gelder f&uuml;r Bildung werden nicht &uuml;ber den Regelsatz ausgegeben, sondern in Leistungen vor Ort investiert.&rdquo; Die Ministerin denke etwa an Gutscheine f&uuml;r Sport und Freizeit, also Aktivit&auml;ten, die &ldquo;bildenden Charakter&rdquo; h&auml;tten, erl&auml;uterte ihre Sprecherin.<br>\nDas w&uuml;rde bedeuten, den Sozialhaushalt, aus dem die Bundesregierung zu Wochenbeginn 4,3 Milliarden Euro k&uuml;rzte, nun mit den zus&auml;tzlichen Milliarden aus dem Bildungshaushalt zu sanieren. Damit w&uuml;rde die Bundesregierung zwei Hausaufgaben zugleich erledigen: Zum einem hatte das Bundesverfassungsgericht im Februar verf&uuml;gt, dass die Hartz-IV-Regels&auml;tze f&uuml;r Kinder bis zum Jahresende neu berechnet werden m&uuml;ssen. Zum anderen will der Bund die j&auml;hrlichen Gesamtausgaben f&uuml;r Bildung und Forschung ab 2015 auf 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erh&ouml;hen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/digitaz\/.archiv\/suche?mode=erw&amp;tid=2010%2F06%2F12%2Fa0160.red&amp;demo=1&amp;ListView=0&amp;rev=1&amp;name=askb0lfqN&amp;tx=bildungsmilliarden%20\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Mal abwarten, was da kommen wird. <\/em><\/p><\/li>\n<p><strong>Bis jetzt sieht es so aus:<\/strong><\/p>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Kinder ohne Perspektive<\/strong><br>\nWas w&uuml;rden Deutschlands Kinder zu den Sparpl&auml;nen der Bundesregierung sagen? Die Frage l&auml;sst sich der Tendenz nach beantworten, seit vor wenigen Tagen die zweite Studie des Kinderhilfswerks World Vision Deutschland e. V. vorgelegt wurde. Die Studie zeigt, wie gespalten die Kinderwelt in Deutschland ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wissen_und_bildung\/aktuell\/2742873_Gastbeitrag-Ohne-Perspektive.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>TV-Tipp: Boston Legal<\/strong><br>\nNachDenkSeiten Leser I.R. meint: &ldquo;Die Justizserie Boston Legal wird in Deutschland als Klamauk verkauft, ist es aber nicht. Wenn man sich einzelne Elemente ansieht, wird schnell klar, dass der Spa&szlig;faktor nur als Tr&auml;ger f&uuml;r weit ernstere Themen dient.<br>\nIn dieser Szene hatte ein Vater gegen einen Talkshow-Sender geklagt, weil er in Folge gezielter Eskalation seine Tochter verlor. Wir sehen ein gro&szlig;artiges Schlusspl&auml;doyer gegen die Kommerzialisierung und Verbl&ouml;dung der Medien mit Bezug auf den Klassiker &ldquo;Network&rdquo; von 1976, der in der Tat seiner Zeit weit voraus war, aber mittlerweile eingeholt und &uuml;berholt wurde.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=44WP3wmMwz8%20\">Selbst aufbereitetes Youtube-Video des NachDenkSeiten-Lesers I.R.<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> In der Tat scheint die Serie auf den ersten Blick etwas viel Klamauk zu enthalten, doch selbst das ist meist recht gut gemacht.<br>\nAuf den zweiten Blick merkt man, dass vor allem die Gerichtsverhandlungen dazu genutzt werden, auf politische Missst&auml;nde aller Art hinzuweisen, so z.B. dass<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>die US-Pharmaindustrie die beiden Parlamente mit 80 Mio $ pro Jahr sponsort &ndash; und die entsprechenden Gesetze bekommt<\/li>\n<li>niemals mehr &Uuml;berwachungen von Journalisten angeordnet wurden als in der Regierungszeit von Clinton<\/li>\n<li>von den letzten acht Antitrustverfahren vor dem Obersten Bundesgericht alle mit dem Freispruch der Unternehmen endeten <\/li>\n<li>und vieles mehr.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Produzent David E. Kelley und sein Team versuchen offenbar, das Medium Fernsehen zur politischen Aufkl&auml;rung einzusetzen.<br>\n<strong>Ab Montag, 22:55 Uhr, werden alle f&uuml;nf Staffeln auf VOX wiederholt.<\/strong><br>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Regierungskrise; Freibier f&uuml;r Million&auml;re; Fu&szlig;ball ist das schlechteste Gesch&auml;ft der Welt; Innenansicht der Banken; der Konsum macht`s Dummkopf; Grundpfeiler unserer Zukunft versenkt; wie Kommunen zum Zocken verf&uuml;hrt wurden; &Ouml;koheizungen; die Billigstrom-L&uuml;ge; Pr&auml;sidentschaftskandidaten; Europa; &Ouml;lpest; Bildungsmilliarden f&uuml;r Kinder; Kinder ohne Perspektive; TV-Tipp. (KR\/WL) <\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5881","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5881","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5881"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5881\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5894,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5881\/revisions\/5894"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5881"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}