{"id":58851,"date":"2020-02-27T09:00:52","date_gmt":"2020-02-27T08:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58851"},"modified":"2020-02-27T09:50:12","modified_gmt":"2020-02-27T08:50:12","slug":"leserbriefe-zum-artikel-nach-hanau-war-schon-vor-hanau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58851","title":{"rendered":"Leserbriefe zum Artikel \u201eNach Hanau war schon vor Hanau\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Emran Feroz<\/strong> hatte f&uuml;r die NachDenkSeiten am Dienstag seine pers&ouml;nlichen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58801\">Eindr&uuml;cke zum Anschlag in Hanau<\/a> zu Papier gebracht. Erwartungsgem&auml;&szlig; hat dieses viel diskutierte Thema auch einige unserer Leser dazu animiert, uns zu schreiben und Stellung zu diesem Artikel zu beziehen &ndash; meist zustimmend und positiv, aber manchmal auch kritisch. Man sieht &ndash; das Thema polarisiert und es gibt viel Diskussionsbedarf. Zusammengestellt von <strong>Jens Berger<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Feroz,<\/p><p>auch Ihnen herzlichen Dank f&uuml;r diesen Artikel!<\/p><p>Er hat mir etwas bewusst gemacht, was ich gern hinzuf&uuml;gen w&uuml;rde:<\/p><p>Sie sprechen von &bdquo;Zugeh&ouml;rigkeit&ldquo;.<\/p><p>Ich glaube, dass viele Deutsche genau hiermit selbst Probleme haben. Wir f&uuml;hlen uns nicht mehr &bdquo;zugeh&ouml;rig&ldquo;.<\/p><p>Von staatlicher Seite kommt allenfalls der mahnend erhobene Zeigefinger, Vorw&uuml;rfe und Anklagen. Die &bdquo;Integration&ldquo;, soll mit dem Brecheisen durchgef&uuml;hrt werden.<\/p><p>Wir sollen uns einfach ohne Wenn und Aber lieb haben.<\/p><p>Aber eigentlich wei&szlig; doch jeder, dass bereits im kleinen famili&auml;ren Kreise zig Unstimmigkeiten aufkommen k&ouml;nnen. Was ist da wohl zu erwarten, wenn man einen Haufen FREMDER zusammenwirft, dazu noch mit teilweise unterschiedlichem kulturellen Hintergrund? Nat&uuml;rlich tut es da der mahnende Zeigefinger und schon sind wir alle brav &bdquo;integriert&ldquo;.<\/p><p>Erschwerend kommt hinzu, dass der Mensch von Natur aus, negatives viel besser in Erinnerung beh&auml;lt, als positives. Das f&uuml;hrt beispielsweise dazu, dass Menschen mit Migrationshintergrund sich in Deutschland nicht mehr sicher f&uuml;hlen, obwohl sie sicherlich ein gutes Verh&auml;ltnis zu vielen Deutschen haben.<\/p><p>Umgekehrt zittern wir &bdquo;Deutsche&ldquo;, wenn wir ein Konzert oder einen Weihnachtsmarkt besuchen oder mit einem Zug fahren, weil es einen Terroranschlag geben k&ouml;nnte.<\/p><p>Das mangelnde Gef&uuml;hl der Sicherheit ist allgegenw&auml;rtig.<\/p><p>Ich vermute, WIR k&ouml;nnten durchaus dagegen steuern. Als Fremde, die sich ungeachtet der Hautfarbe und der Kultur die H&auml;nde reichen und vor allem ungeachtet dessen, was Politik und Medien als &bdquo;hilfreichen&ldquo; Beitrag betrachten.<\/p><p>Aber es ist schwer aus gewohnten Bahnen auszubrechen. Wir sind schon lange unzufrieden, plagen uns mit &Auml;ngsten und f&uuml;hlen uns hilflos daran etwas zu &auml;ndern.<\/p><p>Ich bin Deutsche und als solche &bdquo;klar erkennbar&ldquo;, aber wenn ich auf die Stra&szlig;e trete, empf&auml;ngt mich Feindseligkeit! Menschen starren mich finster an, sei es aus Autos oder im Vorbeigehen. Zornige und missmutige Mienen sind die Regel, nicht die Ausnahme. Ich frage mich dann instinktiv, ob ich mit irgendwas f&uuml;r solche Mienen sorge und ich kann mir nicht vorstellen, wie das f&uuml;r einen Menschen sein muss, der beispielsweise eine andere Hautfarbe hat.<\/p><p>Ich bem&uuml;he mich stets, dieser Finsternis mit einem L&auml;cheln zu begegnen und es ist verflucht anstrengend eine halbwegs freundliche Miene zu machen, wenn um einen herum alles so finster dreinschaut! Man f&uuml;hlt sich durchaus wie ein Fall f&uuml;r die Klapse (und auch total verkrampft), wenn man unter diesen Umst&auml;nden l&auml;chelnd durch die Gegend l&auml;uft. Aber mitunter gelingt es mir einen Fremden dazu zu bringen, ebenfalls zu l&auml;cheln und erstaunlicherweise strahlen diese Menschen dann oftmals f&ouml;rmlich!<\/p><p>Ich versuche freundlich und hilfsbereit zu sein, was mir im Grunde nichtig erscheint, aber in heutigen Zeiten erstaunlich selten geworden ist. Kaum wer scheint noch die Zeit &uuml;brig zu haben, an einer Supermarktkasse jemand mit wesentlich weniger Artikeln vorzulassen oder zu fragen, ob jemand Hilfe ben&ouml;tigt. Wir setzen uns Scheuklappen auf und blenden unsere Mitmenschen aus.<\/p><p>Ich frage mich: Was wenn Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft (wieder) zur Tagesordnung w&uuml;rden?<\/p><p>Evtl. h&auml;tten ein wenig Freundlichkeit hier und da ausgereicht, damit dieser Mann einen anderen Weg eingeschlagen h&auml;tte. Schlie&szlig;lich nahm er sich auch selbst das Leben. Er muss also nicht nur w&uuml;tend, sondern auch verzweifelt gewesen sein. Nach seiner Wahrnehmung waren Migranten an seiner Lage schuld. Genauso gut h&auml;tten es seine Vorgesetzten und Kollegen sein k&ouml;nnen. Es ist heutzutage so leicht ein Feindbild zu finden.<\/p><p>Etwas daran &auml;ndern k&ouml;nnen wir nur selbst! Aber k&ouml;nnen wir es auch?<\/p><p>Ich teile da mittlerweile Ihre M&uuml;digkeit. Man f&uuml;hlt sich ein wenig wie Don Quijote.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nV.W.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Der Artikel \/Beitrag spricht mir aus der Seele. Blo&szlig; w&uuml;rde ich es nicht auf Ausl&auml;nder eingrenzen wollen. Ich sehe hier generell einen fremdenfeindlichen, intoleranten Diskurs, der sich gegen alles Unbekannte, Andersartige richtet. Man muss nur mal Dinge machen, die den Horrizont einiger Menschen &uuml;bersteigen. Und die Schwelle ist mitunter sehr niedrig. Ich als Deutscher hab auch schon solche Gedanken, dass ich wegen des Umgangs in diesem Land am Liebsten manchmal einfach nur die Segel hier streichen m&ouml;chte. Ich will nicht mehr f&uuml;r Andere denken, die mir mit ihren Vorurteilen, Unterstellungen etc die Luft zum Atmen abschn&uuml;ren. Da soll ich beweisen, dass ich nicht so bin, wie sie sich das &uuml;ber mich ausmalen. Wenn ich mich mit Ausl&auml;ndern dar&uuml;ber unterhalte, ob sie noch Bezug zu ihrer Herkunft haben, ob ihre Kinder mehrsprachig aufwachsen, dann bin ich ein bisschen neidisch, weil ihr background aus mehreren Kulturen besteht und sie allein von daher schon mehr Optionen haben, ihnen zumindest der Anschluss in der einen oder der anderen Kultur leichter fallen d&uuml;rfte, je nachdem wie sie sich entscheiden.<\/p><p>Ehrlich gesagt kann ich nichts damit anfangen, wenn immer irgendwer anderes f&uuml;r das eigene Verhalten herangezogen wird. Das bezieht sich einerseits unmittelbar auf die Ausl&auml;nder- und Fremdenfeindlichkeit, andererseits aber auch auf den Gedanken, dass die sozialen Verh&auml;ltnisse schuld seien. Isoliert betrachtet sind sie es nicht. Sie k&ouml;nnen Grundlage f&uuml;r Unzufriedenheit sein, wovon Rassismus dann die Form ist es zum Ausdruck zu bringen. Aber da geh&ouml;rt noch mehr dazu. Es gibt die zwei Weggabelungen. Es gibt L&auml;nder (ich w&uuml;rde behaupten im &uuml;berwiegenden Fall ist das so), da r&uuml;cken die Menschen eher zusammen, zeigen sich solidarisch im Krisenfall. Es gibt andere L&auml;nder da sind Krise und Fremdenfeindlichkeit ein und dieselbe Seite einer Medaille, praktisch gleichbedeutend. Das h&auml;ngt meiner Meinung vielmehr damit zusammen, wie eine Gesellschaft insgesamt aufgestellt ist, n&auml;mlich insgesamt streng hierachisch, abgrenzend, intolerant. Man will &ldquo;dazu&rdquo; geh&ouml;ren, einerseits. Man etabliert andererseits aber auch &uuml;ber autorit&auml;re Strukturen ein ausgrenzendes System, welches dazu f&uuml;hrt, dass man nicht zu jenen geh&ouml;ren will, die (von allen) getreten werden. Der Respekt ist nicht vorhanden.<\/p><p>Ai Weiwei (oder wie er hei&szlig;t) hat vor kurzem eine heftige Kritik &uuml;ber Deutschland abgelassen. Er ist nach Gro&szlig;britannien abgehauen. Der Kritik konnte ich einiges abgewinnen.<\/p><p>Wenn in Deutschland ein Wandel stattfinden soll, dann muss die Gesellschaft von innen heraus etwas an sich selber &auml;ndern und nicht immer mit dem Finger auf andere zeigen. Wenn mich jemand bl&ouml;d behandelt, dann ist zu allererst mal dieser Jemand vor mir das Problem und nicht die zweitrangigen, n&auml;mlich nicht von mir abh&auml;ngigen Gr&uuml;nde warum er\/sie das tut.<\/p><p>Wenn man so will, k&ouml;nnte man sagen: Die Gesellschaft hat es in der Hand sich selbst zu erm&auml;chtigen und dem Autoritarismus (\/Faschismus \/ neoliberale &ldquo;Alternativlosigkeit&rdquo;) abzuschw&ouml;ren. Sie selbst muss es aber auch wollen. Wo sind die Gewerkschaften, die dem prek&auml;ren Spuk ein Ende setzen? Wo ist die Solidarit&auml;t mit diesen Gewerkschaften?<\/p><p>Gentrifizierung als Beispiel ist ja auch so ein Problem, welches aus der Gesellschaft selber kommt. Das sind nicht &ldquo;die da oben&rdquo;, sondern bereits niedere Gesellschaftsschichten, die diese betreiben, besagte hierachische Strukturen etablieren, mitunter auch dem Autoritarismus nahe stehen. Nat&uuml;rlich gibt es wiederum Kreise, die ein derartiges gesellschaftliches Gebilde so haben wollen und &uuml;ber unterschiedliche Kan&auml;le so etablieren.<\/p><p>Es ist aber mitnichten so, dass immer Kreise ganz oben solch ein System vorleben und die niederen Schichten quasi komplett unschuldig, schlicht systemgelenkt w&auml;ren. Ich kenne einige F&auml;lle, wo im Grunde niedere Schichten meinen sich mit autorit&auml;rem Gehabe vorauseilend weiter oben stehenden Personen anbiedern zu k&ouml;nnen. Die h&ouml;her stehenden Personen haben das so nicht von ihren Untergebenen eingefordert. Diese haben von sich aus geglaubt, dass der Hase so l&auml;uft.<\/p><p>Schlussendlich aber soll meine Darstellung nicht bedeuten, dass an den sozialen Zust&auml;nden nichts ge&auml;ndert werden m&uuml;sste. Mich st&ouml;rt aber eben vor allem das Autorit&auml;re und der Respekt voreinander.<\/p><p>Und ich will es aber nocheinmal gg&uuml; einem imagin&auml;ren Rassisten sagen: &ldquo;was davon bist du selbst, was ist tats&auml;chlich auf &auml;u&szlig;ere Umst&auml;nde zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass du so bist, wie du bist?&rdquo;.<\/p><p>Rassismus &ndash; das darf man nicht vergessen &ndash; bedeutet eben immer auch (autorit&auml;re) Macht &uuml;ber Andere. Es ist nicht pauschal &ldquo;nur&rdquo; ein Ersatzventil f&uuml;r etwas&hellip; Nein. Es gibt auch Menschen, die stehen (von ganz von alleine) darauf andere zu erniedrigen.<\/p><p>R.A.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Moin Herr Feroz,<\/p><p>ich als Deutscher ohne Migrationshintergrund (oder zumindest sehr lange her) sehe einige Dinge anders, habe auch selbst das ein oder andere unsch&ouml;ne Erlebnis gehabt, und eigentlich wollte ich dazu ganz viel schreiben. Dann dachte ich mir, das geh&ouml;rt in der Form jetzt hier nicht her, so eine Art Aufrechnen, wen von uns Opfern es wohl schlimmer erwischt hat. Denn Opfer der aktuellen Entwicklungen sind wir ja alle, gleich welcher Nationalit&auml;t.<\/p><p>Von daher nur ganz knapp zwei Argumente. Da w&auml;ren zum einen die offiziellen Kriminalit&auml;tsstatistiken. Genaue Zahlen habe ich nicht im Kopf, aber es war mindestens ein Deutscher pro Woche, der durch Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund zu Tode kommt.<\/p><p>Zum anderen die Zahlen bei Wikipedia, die aussagen, dass Deutsche in nahezu allen deutschen Gro&szlig;st&auml;dten bereits jetzt in der Minderheit sind.<\/p><p>Nun ja, und ich finde einfach, dass man angesichts dieser Punkte doch sagen muss, es l&auml;uft bemerkenswert gut, sprich, die Stimmung in der Bev&ouml;lkerung ist in weiten Teilen trotzdem noch immer freundlich, ebenso wie bei mir. Interessanterweise aber haben unsere Konzernmedien &uuml;ber diese Punkte gar nicht berichtet, nicht das ich w&uuml;sste jedenfalls.<\/p><p>Sie aber benennen &ldquo;fremdenfeindlich&rdquo; als deutsches Problem?<\/p><p>Das hier nicht alles toll ist, und die globalen und nationalen Problemchen auch in der hiesigen Bev&ouml;lkerung Spuren hinterlassen haben, liegt schlicht daran, dass dieselben Verbrecher, die bereits die Heimatl&auml;nder der Migranten in Schutt und Asche gelegt haben, hierzulande noch viel l&auml;nger am Ruder sind.<\/p><p>Und ziehen sie die F&auml;lle rechter Gewalt ab oder versehen sie zumindest mit einem dicken Fragezeichen, bei denen der ein oder andere Geheimdienst erwiesenerma&szlig;en auf wenigstens merkw&uuml;rdige Art beteiligt war, dann bleibt von organisiertem rechtem Terror doch tats&auml;chlich nicht viel mehr, als verwirrte Einzelt&auml;ter, und von denen hatten wir in den letzten Jahren einige, logisch, die gibt es nunmal in jeder Bev&ouml;lkerung, m.E. mal mehr mal weniger, je nachdem was das Volk in letzter Zeit so mitmachen musste. Das gilt &uuml;brigens nicht nur f&uuml;r rechten, sondern f&uuml;r jede Art von Terror.<\/p><p>Von den Medien erwarten Sie ohnehin zu viel. Die Bildzeitung ist seit jeher ein hetzerisches Sprachrohr des us-milit&auml;risch industriellen Komplexes, welches die Stimmung im Lande nach elit&auml;ren W&uuml;nschen zu steuern sucht. Die Medien erf&uuml;llen ihre Rolle, die des Kapitals, die privaten Konzernmedien schon immer, und die &ouml;ffentlich rechtlichen Sender zunehmend fl&auml;chendeckend. Diese Rolle besteht aktuell darin, fortlaufende Migration zu gew&auml;hrleisten, um die Nachfrage nach billigen Arbeitskr&auml;ften zu befriedigen, die strukturelle Integrit&auml;t des Landes zu schw&auml;chen und weiterhin v&ouml;lkerrechtswidrig herumbomben zu k&ouml;nnen, und weiter zwischen rechts und links zu spalten und Hass zu s&auml;hen. Beobachten Sie es mal, zu gern findet man jeweils das rechte und das linke Lager aufheizende Meldungen dicht nacheinander. Ziel dieser Spaltung ist es wiederum, von anderen Problemen abzulenken und chaotische Zust&auml;nde herbeizuf&uuml;hren, die den weiteren Ausbau des &Uuml;berwachungsstaates rechtfertigen. L&auml;uft ja auch seit Jahren problemlos, und zwar ohne das die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung es &uuml;berhaupt wahrnimmt; ist schon ein echtes Ph&auml;nomen. Und wir tanzen wieder, in den Untergang..<\/p><p>Ich nehme an Sie wissen vieles von dem schon, was ich so schrieb, und sicher war ja auch die ein oder andere, gerechte und nachvollziehbare Emotion in diesem Artikel. Was Sie nicht wissen k&ouml;nnen Sie leicht im Internet &uuml;berpr&uuml;fen, noch zumindest.<\/p><p>Sie sollten aber nicht die Hoffnung verlieren, keiner von uns darf das, wollen wir Kindern eine lebenswerte Welt hinterlassen. Daf&uuml;r m&uuml;ssen wir zun&auml;chst daf&uuml;r sorgen, dass sie zu so einer Welt wird. Fliehen k&ouml;nnen wir nirgendwo hin, der Gegner hat die Welt bereits aufgekauft. Wir d&uuml;rfen uns nicht gegeneinander aufhetzen lassen!<\/p><p>Von mir jedenfalls ein freundliches Lachen f&uuml;r Sie :-D<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAlexander Krug<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>&lsquo;Rechter Terror in Hanau&rsquo;&hellip;&rsquo;Nach Hanau war schon vor Hanau&rsquo;.<\/p><blockquote><p>\n&lsquo;W&auml;hrend auch viele Menschen innerhalb Deutschlands mit Hanau wenig anfangen konnten, war dies in meinem Fall anders. Ich kenne die Stadt gut, und aufgrund meiner zahlreichen Verwandten, die dort leben, gab es Zeiten, in denen wir mindestens einmal im Sommer vorbeischauten. In Hanau leben viele Migranten aus den verschiedensten Ecken der Welt. Es gibt T&uuml;rken, Kurden, Afghanen, Araber sowie zahlreiche Menschen aus afrikanischen L&auml;ndern. Alle lebten stets in Harmonie miteinander.&rsquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Als Leser des Artikels von Herrn Ferroz erhalte ich den Eindruck, dass Hanau &lsquo;auch f&uuml;r ihn&rsquo; in erster Linie &lsquo;f&uuml;r Menschen mit Migrationshintergrund&rsquo; bekannt war.<\/p><p>Und dass er es nun umpr&auml;gt als Ort und Symbol des &lsquo;Terrors von Rechts&rsquo;.<\/p><p>Und dies bei einer Tat eines einzelnen T&auml;ters, die auch andernorts h&auml;tte geschehen k&ouml;nnen, und von Herrn Ferroz in einen Deutschland- und Oesterreich-weiten Kontext gestellt.<\/p><p>Herr Ferroz spricht zun&auml;chst davon, dass &lsquo;<em>es gewiss nicht die Tat eines isolierten Einzelt&auml;ters war<\/em>&rsquo;. Sp&auml;ter aber &lsquo;<em>Am Ende konnte ein einzelner Mann, dessen Namen ich in diesem Text gar nicht nennen will, diese Harmonie zerst&ouml;ren.<\/em>&rsquo;.<\/p><p>Konnte er wirklich? Und nochmal ein Blick auf den Bezug:<\/p><blockquote><p>\n&lsquo;In Hanau leben viele Migranten aus den verschiedensten Ecken der Welt. Es gibt T&uuml;rken, Kurden, Afghanen, Araber sowie zahlreiche Menschen aus afrikanischen L&auml;ndern. Alle lebten stets in Harmonie miteinander.&rsquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Da hat Herr Ferroz doch selbst die &lsquo;Deutschen ohne Migrationshintergrund&rsquo; dabei vergessen zu erw&auml;hnen&hellip;<\/p><p>Also, wenn wir davon schon sprechen, was in Deutschland nicht gut und nicht richtig l&auml;uft: das finde ich auch nicht richtig, insb. dies mit Hanau zu identifizieren.<\/p><p>Ich lese, dass Herr Ferroz in Oesterreich geboren und aufgewachsen ist mit Familienhintergrund aus Afghanistan; aber vielleicht kennt er Deutschland und Hanau doch nicht so gut, wie er denkt?<\/p><p>In Nordbayern aufgewachsen und ein paar Jahre in Heesen gelebt, kann ich was mit Hanau anfangen.<\/p><p>Mir sind mehrere Stadtbesuche und Schlossbesuche in Erinnerung.<\/p><p>Aus insb. der Schlossausstellung ist mir Hanau als Geburtsort der Gebr&uuml;der Grimm mit ihrer M&auml;rchensammlung bekannt.<\/p><p>Auch als Geburtsstadt des Komponisten Paul Hindemith. Und dort habe ich zum ersten Mal gelesen, dass Hindemith musikalische Inspiration mit dem Aufleuchten eines Blitzes in der Landschaft verglich.<\/p><p>&lsquo;Merkw&uuml;rdigerweise&rsquo; hatte ich sogar &lsquo;Ludus Tonalis&rsquo; noch im Musikunterricht in der ca. 9. Klasse kennen gelernt.<\/p><p>Auch als &lsquo;Heimatstadt&rsquo; von Rudi V&ouml;ller ist sie mir bekannt. Und ich habe andere Erinnerungen an sch&ouml;ne Sommertage etc. in und um Hanau.<\/p><p>Und damit werde ich Hanau auch weiter verbinden und in Erinnerung behalten.<\/p><p>Das ist aber ggf. ein Teil dessen, was nicht richtig l&auml;uft in Deutschland, dass weder den Deutschen ohne, noch den Deutschen mit Migrationshintergrund, eine Stadt wie Hanau etwas zu sagen scheint und das in Verbindung mit dem, wof&uuml;r sie schon immer stand.<\/p><p>Und dass scheinbar auch die Gebr&uuml;der Grimm, Paul Hindemith und Rudi V&ouml;ller &lsquo;keinem mehr was sagen&rsquo;, oder sagt Ihnen &lsquo;Rudi V&ouml;ller&rsquo; noch was? Schon mal geh&ouml;rt?<\/p><p>Eines kann ich Herrn Ferroz aber sagen, ich habe Deutschland auch schon vor Jahren verlassen, lebe &lsquo;s&uuml;dlich von Deutschland und westlich von Oesterreich&rsquo;&hellip;<\/p><p>Michael Schmidt<br>\nSchweiz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Redaktion,<\/p><p>ich lese Ihre Artikel ab und zu ganz gerne. Finde aber, das sie auf dem Gebiet der Probleme durch moslemische Migranten einen gro&szlig;en Blinden Fleck haben. Man findet nichts dazu in Ihren Archiven. Das Sie Hanau ebenfalls als Beweis f&uuml;r die rechtslastigkeit der Deutschen und &Ouml;sterreichischen Bev&ouml;lkerung anf&uuml;hren ist analytisch d&uuml;rftig,  insbesondere f&uuml;r eine Redaktion, die sich &bdquo;Denkseiten&ldquo; nennt. Warum verschweigen Sie denn die Probleme, die sich durch moslemische Bev&ouml;lkerungsgruppen ergeben (siehe aktuell z.B. &bdquo;R&uuml;ckeroberung&bdquo; in Frankreich als Reaktion der Regierung) ?<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nXavier Sabadell<\/p><p><strong>v<\/strong><\/p><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo,<\/p><p>mit Entsetzen musste ich den Artikel &ldquo;Nach Hanau war schon vor Hanau&rdquo; lesen. Jetzt plappern auch die Nachdenkseiten gedankenlos das offizielle Narrativ vom faschistischen Anschlag nach und dies ungeachtet der Tatsache, dass der Attent&auml;ter offensichtlich geistesgest&ouml;rt war. So faselte er etwas von Gedankenkontrolle und unterirdischen Basen, in den Kinder gequ&auml;lt w&uuml;rden.<\/p><p>Merken Sie denn nicht, dass Sie mit Artikeln wie diesen die ohnehin bis zum zerrei&szlig;en gespannte Lage weiter destabilisieren? Beide Lager bedienen sich inzwischen einer Rhetorik des B&uuml;rgerkrieges. Da kann einem Angst und Bange werden. Anstatt auch noch Panik zu verbreiten, w&auml;re es dringend notwendig gewesen, die Gem&uuml;ter zu beruhigen und die Situation n&uuml;chtern zu analysieren. Die Nachdenkseiten sind inzwischen drauf und dran, Teil des linksneoliberalen Mainstreams zu werden. Schade.<\/p><p>viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJan M&uuml;ller<\/p><p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Im Artikel geht es nicht um den T&auml;ter, sondern um die Opfer. Aber stellen wir uns doch mal die Frage nach dem &bdquo;politischen Motiv&ldquo;. Sicherlich war der T&auml;ter &ndash; nach jetzigem Stand der Informationen &ndash; vor allem geistesgest&ouml;rt. Aber warum veranstaltete dieser &bdquo;Geistesgest&ouml;rte&ldquo; einen Amoklauf in einer Shisha-Bar und nahm offenbar gezielt Personen mit vermeintlich &bdquo;fremdl&auml;ndischen&ldquo; bzw. &bdquo;muslimischen&ldquo; Hintergrund als Ziel? Daf&uuml;r muss es ja &ndash; Geisteszustand hin oder her &ndash; Gr&uuml;nde geben und wer hier keinen Zusammenhang zur von &bdquo;liberalen&ldquo; und &bdquo;b&uuml;rgerlichen&ldquo; Medien wie SPIEGEL oder BILD, bis hin zu Politikern von FDP, CDU bis AFD vergifteten gesellschaftlichen Debatte sieht, blendet zumindest meines Erachtens etwas aus, das man nicht ausblenden darf.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Emran Feroz<\/strong> hatte f&uuml;r die NachDenkSeiten am Dienstag seine pers&ouml;nlichen <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58801\">Eindr&uuml;cke zum Anschlag in Hanau<\/a> zu Papier gebracht. 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Man sieht &ndash; das Thema<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58851\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[60,103,125,161],"tags":[1276,753,1760,826],"class_list":["post-58851","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-innere-sicherheit","category-leserbriefe","category-rechte-gefahr","category-wertedebatte","tag-attentat","tag-integration","tag-kriminalitaet","tag-rassismus"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/58851","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=58851"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/58851\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58853,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/58851\/revisions\/58853"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=58851"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=58851"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=58851"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}