{"id":58901,"date":"2020-02-28T13:57:46","date_gmt":"2020-02-28T12:57:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58901"},"modified":"2020-03-02T07:35:37","modified_gmt":"2020-03-02T06:35:37","slug":"die-hamburg-wahl-der-tabubruch-von-thueringen-und-die-rechtstendenzen-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58901","title":{"rendered":"Die Hamburg-Wahl, der Tabubruch von Th\u00fcringen und die Rechtstendenzen in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>F&uuml;r die aufgekl&auml;rte &Ouml;ffentlichkeit erscheint vieles bei der B&uuml;rgerschaftswahl in Hamburg in einem milderen Licht. Der Aufstieg der AfD gestoppt. Der Rechtskurs der FDP-F&uuml;hrung abgestraft. Die Lehren aus Th&uuml;ringen und Hanau gezogen. Die Verdopplung der Gr&uuml;nen-Stimmen als Ausdruck daf&uuml;r, dass die Klimafrage ernst genommen wird. Ganz wichtig: Die SPD &bdquo;kann noch Wahlen gewinnen&ldquo;. Fast alle diese Grundaussagen, die in den Mainstream-Medien zu h&ouml;ren und lesen waren, treffen nicht zu. Von <strong>Winfried Wolf<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie AfD hat im Vergleich zur B&uuml;rgerschaftswahl 2015 nur beim Stimmenanteil leichte Einbu&szlig;en hinnehmen m&uuml;ssen (von 6,1 auf 5,3%). Sie konnte die absolute Stimmenzahl  von 214.000 Stimmen fast exakt halten (minus 237 Stimmen &ndash; wobei die W&auml;hlerinnen und W&auml;hler bei der B&uuml;rgerschaft mehrere Stimmen hatten). Das hei&szlig;t: Trotz des skandal&ouml;sen Vorf&uuml;hrens des Parlamentarismus in Th&uuml;ringen, trotz H&ouml;ckes offen rechtsextremen Auftritten, trotz der Bagatellisierung des rechten Terrors in Hanau durch AfD-Prominente &ndash; diese rechtsextreme Partei konnte in der aufgekl&auml;rten und reichen Hansestadt ihre Position faktisch 1:1 verteidigen. <\/p><p>FDP: Ja, die Liberalen haben absolut deutlich und vor allem bei den Anteilen massiv verloren (von 7,4 auf 4,96% bzw. von 262.157 auf 201.162 Stimmen). Das war eine Antwort und Klatsche auf das Lavieren von FDP-Chef Lindner in der Th&uuml;ringen-Aff&auml;re, wobei das FDP-Nordlicht Kubicki dem Kurzzeit FDP-MP in Th&uuml;ringen ja sogar gratuliert hatte. Der ernste Hintergrund: Die Liberalen stehen auch heute unter spezifischen  Bedingungen als Steigb&uuml;gelhalter f&uuml;r die Rechtsextremen bereit. Siehe Theodor Heuss, der als liberaler Reichstagsabgeordneter am 23. M&auml;rz 1933 dem Erm&auml;chtigungsgesetz zugestimmt, nach der Niederlage des Faschismus die Verurteilung der Nazi-F&uuml;hrer in N&uuml;rnberg und die Entnazifizierung abgelehnt hatte und dann 1949 zum ersten Bundespr&auml;sidenten gew&auml;hlt wurde. <\/p><p>Der Aufstieg der Gr&uuml;nen ist tats&auml;chlich bemerkenswert. Allerdings  wiederholt sich hier ein Prozess, wie wir ihn seit neun Jahren in Baden-W&uuml;rttemberg und seit sechs Jahren &auml;hnlich in Hessen erleben: Die Gr&uuml;nen haben sich zur neuen b&uuml;rgerlich-liberalen Partei entwickelt. Sie f&ouml;rdern vor Ort in den Regierungen ohne mit der Wimper zu zucken extrem zerst&ouml;rerische, neoliberale Projekte: in Stuttgart Stuttgart21, in Frankfurt\/M. den Ausbau des Airports, in Berlin die Privatisierung der S-Bahn. Der Aufstieg der Gr&uuml;nen verl&auml;uft weitgehend parallel mit dem Niedergang  der CDU und mit der fortgesetzten Auszehrung der SPD. Dies hat rein gar nichts zu tun mit &bdquo;das Klimathema ernst nehmen&ldquo;. Das glatte Gegenteil ist der Fall: Indem die Gr&uuml;ne Partei in gr&uuml;n-schwarzen (BaW&uuml;), schwarz-gr&uuml;nen (Hessen und Schleswig-Holstein), rot-rot-gr&uuml;nen (Berlin), rot-schwarz-gr&uuml;nen (Brandenburg) usw. Landesregierungen als Regierungspartei agiert, wird dort das Klimathema entsorgt. Mehr als ein Jahrzehnt stand der Widerstand gegen die Elbvertiefung in der Hansestadt im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Auseinandersetzung &ndash; lange Zeit mit Unterst&uuml;tzung der Gr&uuml;nen. Seit die Gr&uuml;nen in Hamburg mitregieren, erstmals in einem schwarz-gr&uuml;nen Senat 2008, ist dieser  Widerstand massiv geschw&auml;cht, zumal zunehmend auch die Umweltverb&auml;nde in das Machtgef&uuml;ge und in die P&ouml;stchen-Maschinerie integriert werden konnten. Die Elbvertiefung mit der Hafenerweiterung muss jedoch die zerst&ouml;rerische Globalisierung beschleunigen; sie wird &ndash; zusammen mit dem Anstieg des Meeresspiegels &ndash; die Deichsicherheit in Niedersachsen untersp&uuml;len. Was die Kreuzfahrtschiffe in Venedig sind, werden die 20.000 TEU-Container-Schiffe in Hamburg werden.<\/p><p>Die SPD als Sieger? Das entspricht in keiner Weise den Fakten. Die SPD verlor nicht nur 6,4 Prozentpunkte &ndash; und sank von einem Stimmenanteil von 45,6 Prozent 2015 auf nunmehr 39,2 Prozent. Sie verlor trotz erheblich h&ouml;herer Wahlbeteiligung sogar absolut Stimmen (von 1.611.274 2015 auf 1.591.098). Etwas &uuml;berspitzt k&ouml;nnte man auch sagen, dass das 2020er SPD-Ergebnis das &bdquo;f&uuml;nftschlechteste in der Geschichte der Hamburger SPD&ldquo; gewesen sei, dass es nur 1997, 2001, 2004 und 2008 schlechtere SPD-Wahlergebnisse in der Hansestadt gab. Auf alle F&auml;lle ist es falsch, der SPD den Wahlsieger-Lorbeerkranz zu &uuml;berreichen. <\/p><p>Falsch ist meines Erachtens auch, davon zu sprechen, die SPD h&auml;tte sich deshalb so gut geschlagen, weil sie ihr neues, eher &bdquo;linkes&ldquo; Spitzen-Duo im Wahlkampf in der Hansestadt nicht eingesetzt, ja weil die SPD-Spitze in Hamburg sich jeglichen Auftritt des Duos an der Elbe verbeten h&auml;tte.  Tatsache ist, dass die SPD in Hamburg mit dem B&uuml;ndnis mit den Gr&uuml;nen einen Kurs f&auml;hrt, wie ihn Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans f&uuml;r die Bundesebene zumindest verbal vertreten &ndash; und wie er just von Olaf Scholz in Berlin, der f&uuml;r das B&uuml;ndnis mit CDU\/CSU steht, eher nicht vertreten wird.<\/p><p>Interessant k&ouml;nnten noch die Koalitionsgespr&auml;che werden. Nat&uuml;rlich spricht viel f&uuml;r eine Fortsetzung von Rot-Gr&uuml;n. Doch SPD-Chef Tschentscher wird sich die Option eines Zusammengehens mit der CDU (die als Koalitions-Junior ja auch deutlich weniger Senatoren-Sitze beanspruchen w&uuml;rde als die Gr&uuml;nen) solange offen halten, bis die Gr&uuml;nen in Sachfragen neue B&uuml;cklinge vor der Macht gemacht haben: Weiterer Ausbau des Hamburger Hafens, Bau der A26 Ost, der Hafenautobahn, keine Einschr&auml;nkungen beim neuen Kohlekraftwerk Moorburg. Dass sie als &bdquo;Gegenleistung&ldquo; ein j&auml;hrliches Paket mit neuen Fahrradwegen geschenkt bekommen, ist dann tats&auml;chlich  geschenkt.<\/p><p><strong>Von Hamburg zur&uuml;ck nach Th&uuml;ringen und auf die Ebene der Bundespolitik<\/strong><\/p><p>Die Hamburg-Wahl war so anders nicht. Sie ist lediglich ein Mosaikstein in einer bundesrepublikanischen Gesellschaft, die sich parteipolitisch und im politischen Klima dramatisch nach rechts entwickelt. <\/p><p>Die Gr&uuml;nen als Regierungspartei sind absolut kompatibel mit allen Anforderungen, die das Kapital aktuell stellt. Sie treiben die zerst&ouml;rerische Globalisierung mit voran (Stichwort: Elbvertiefung). Sie ziehen nicht die Konsequenzen aus der drohenden Klimakatastrophe und beschleunigen nicht den dringend notwendigen Ausstieg aus der Kohleverstromung (Stichworte: neues Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg; kein beschleunigter Ausstieg aus dem Braunkohleabbau in Brandenburg unter Rot-Schwarz-Gr&uuml;n mit einem gr&uuml;nen Umweltminister). Sie leisten keinen erkennbaren Beitrag zur Verkehrswende (Stichworte: A26, Elektroauto-Hype; Aufgabe der Alt-Idee f&uuml;r ein Tram-Revival in der Hansestadt; kein Widerstand gegen die Verlegung des Bahnhofs Altona nach Diebsteich und stumme Unterst&uuml;tzung f&uuml;r das Schmierenst&uuml;ck, das es eine Woche vor der Wahl gab, als der VCD Nord seine Klage gegen dieses extrem den Schienenverkehr in Hamburg sch&auml;digende Vorhaben zur&uuml;ckzog). Sie stimmen Gesetzen zu, die die Polizei zur B&uuml;rgerkriegsmacht aufr&uuml;stet und erm&auml;chtigt. Und sie stimmen der milit&auml;rischen Begleitung der deutschen Au&szlig;enpolitik durch Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr zu bzw. sie forcieren eine solche Ausrichtung, insbesondere dort, wo sie sich gegen Russland richtet.<\/p><p>Gleichzeitig konnte die AfD bei der B&uuml;rgerschaftswahl in Hamburg ihre Stellung in der B&uuml;rgerschaft &ndash; ohne Zweifel mit einigem Gl&uuml;ck &ndash; halten. Sie konnte damit das Th&uuml;ringen-Desaster verarbeiten und den Hanau-Schock wegstecken. Nach der unglaublichen  Provokation, die sich diese Partei in Th&uuml;ringen leistete, dem feingesponnenen Netz, mit dem sie dort FDP und zumindest Teile der Landes-CDU umgarnt hat und nach dem demokratischen, massenhaften Widerstand gegen die Wahl eines 5-Prozent-Ministerpr&auml;sidenten von AfD-Gnaden ist der 5,3-Prozent-Stimmen-Anteil der AfD  ein bemerkenswerter Erfolg dieser rechtsextremen Partei.<\/p><p>Dieser Erfolg hat auch zu tun mit der Partei Die Linke. Dies trifft weniger die Linke in Hamburg selbst. Diese profitierte in bescheidenem Umfang von den neuen, erheblichen Verlusten der SPD in Hamburg.  Sie hat bei den Stimmenanteilen deutlich und auch bei der absoluten Stimmenzahl selbst stark zugelegt (von 8,5 auf 9,1% und von 300.567 auf 368.471 Stimmen). Zu diesem relativ guten Landes-Ergebnis trug sicher bei, dass die LINKE vor Ort und in den Bezirken der Hansestadt ohne Zweifel oft eine gute Arbeit im Sinne fortschrittlicher Politik macht. In Sachen Elbvertiefung und Altona-Diebsteich unterst&uuml;tzt sie beispielsweise die Positionen derjenigen, die die zerst&ouml;rerische Globalisierung bzw. den Abbau der Schienenkapazit&auml;ten bek&auml;mpfen.<\/p><p>Doch das ist auch alles. Und damit viel zu wenig. Die LINKE gewinnt weder in Hamburg noch auf Bundesebene angesichts des historischen Niedergangs der SPD. Und sie profitiert nicht von der neuen politischen Polarisierung, die sich mit der Th&uuml;ringen-Krise auftat.<\/p><p>Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte die SPD 34,2 Prozent. Die PDS, damals bereits im Verbund mit der WASG und mit den Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine und Gregor Gysi, erreichte 8,7 Prozent. Seither hat sich die SPD halbiert (2009: 23%, 2017: 20,5% und aktuell in den Umfragen 15%). Die LINKE liegt weiter bei 9 Prozent. Wobei es ein Zwischenhoch 2009 mit 11,9 Prozent gab. Das hei&szlig;t in der Summe: Die LINKE  profitiert auf Bundesebene nicht von den massiven Verlusten der Bundes-SPD. Sie erhielt auch wenig zus&auml;tzliche Stimmen im Rahmen der Mobilisierung von neuen W&auml;hlerschichten, wie es sie am 23. Februar 2020 in Hamburg gab. <\/p><p>Diese Stagnation der Linken ist &ndash; vor allem auf Bundesebene &ndash; schlicht tragisch, ist ein Trauerspiel &ndash; und ist zugleich selbstverschuldet. Denn das politische Klima ist durchaus ein anderes als es die St&auml;rke der AfD und die Schw&auml;che der LINKEN erscheinen lassen. Am 25. Februar ver&ouml;ffentlichte die FAZ eine ganzseitige Analyse unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Kapitalismus am Pranger&ldquo;. Vorspann: &bdquo;Die L&ouml;hne sind hoch, die Arbeitslosigkeit niedrig, der Sozialstaat w&auml;chst. Trotzdem glaubt mehr als jeder zweite Deutsche, dass der Kapitalismus mehr schadet als nutzt.&ldquo; Es handelt sich hier nicht um eine Momentaufnahme. Vergleichbare Umfragen und Analysen gibt es seit mehr als zwei Jahrzehnten. Wir erleben in Berlin, dass mehr als zwei Drittel der Bev&ouml;lkerung f&uuml;r eine Enteignung der Wohnungskonzerne und f&uuml;r eine Vergesellschaftung der Wohnungswirtschaft eintreten. In mehr als einem Dutzend St&auml;dten gibt es erfolgreiche Initiativen f&uuml;r eine Rekommunalisierung von zuvor privatisierten G&uuml;tern wie Wasser und Energie. Es ist nur so: Diese Offenheit der Bev&ouml;lkerung f&uuml;r &bdquo;system change&ldquo; ist parteipolitisch links nicht besetzt. Es gibt keine glaubw&uuml;rdige Alternative auf der Linken. Keine Vision f&uuml;r eine neue, solidarische Gesellschaft. <\/p><p>Das machte gerade die Th&uuml;ringen-Krise deutlich.<\/p><p>Der Aufstieg der AfD auf Bundesebene &ndash; und gerade auch der offen rechtsextremen AfD in Th&uuml;ringen! &ndash; ist nicht nur den rechten Stimmungen im Land geschuldet. Er ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die LINKE nicht als antikapitalistische Kraft wirkt, dass sie zunehmend als Teil derjenigen gesehen wird, die die kapitalistische Misere verwalten. Was hat die LINKE aus der Th&uuml;ringen-Krise gemacht? Zun&auml;chst und im Landeswahlbarometer profitierte sie von der Krise. Genauer: Bodo Ramelow als &bdquo;Landesvater&ldquo; &ndash; hier mit un&uuml;bersehbaren Parallelen zu Winfried Kretschmann in Baden-W&uuml;rttemberg &ndash; profitierte. Es war noch ein Coup, eine CDU-Frau als Kurzzeit-Ministerpr&auml;sidentin vorzuschlagen &ndash; ein Coup allerdings vor allem deshalb, weil dies mit sofortigen Neuwahlen verbunden gewesen w&auml;re. Doch dann &ndash; was war denn das? LINKE, Gr&uuml;ne, SPD und CDU einigten sich zwei Tage vor der Hamburg-Wahl darauf, dass am 4. M&auml;rz eine rot-rot-gr&uuml;ne Minderheitsregierung mit Bodo Ramelow als Ministerpr&auml;sident gebildet wird, die bis April 2021 im Amt bleiben soll, um dann &ndash; wer wei&szlig;, ob es dabei bleibt &ndash; Neuwahlen durchzuf&uuml;hren. Das hei&szlig;t, diese Regierung wird dann 13 Monate lang auf die klammheimliche Unterst&uuml;tzung durch die CDU angewiesen sein, sie wird einen neuen Haushalt f&uuml;r 2021 verabschieden m&uuml;ssen, erneut mit Stimmen der CDU. Sie wird damit erheblich Zugest&auml;ndnisse an rechte und CDU-Positionen machen. Sie wird auf diese Weise dazu beitragen, dass die Krise von CDU und FDP gemildert und der H&ouml;henflug der LINKEN abgeflaut sein wird. Und warum wird so gehandelt? Die AfD sagt: Es geht dem &bdquo;Machtkartell&ldquo; um den puren Machterhalt, um Posten und Di&auml;ten. Und ein gro&szlig;er Teil in der Bev&ouml;lkerung wird dem zustimmen und in den Tenor einstimmen, dass &bdquo;die Politik&ldquo; eben so funktioniere, dass &bdquo;die Politiker&ldquo; eben so agierten. Auf alle F&auml;lle tr&auml;gt genau eine solche Politik dazu bei, dass die AfD noch mehr Oberwasser erh&auml;lt, dass der Tabubruch in Th&uuml;ringen zum Normalfall wird &ndash; und sich nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. Juni 2021 wiederholen k&ouml;nnte.<\/p><p>In der Weltwirtschaftskrise, zugleich die gro&szlig;e Krise der deutschen Politik, 1929 bis 1933, war es die Spaltung der linken Kr&auml;fte und die Ablehnung einer Einheitsfront KPD-SPD seitens der KPD-F&uuml;hrung und der Komintern in Moskau, die den Aufstieg und schlie&szlig;lich den Sieg des Faschismus erm&ouml;glichten. Erst die Kombination von Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und Versagen der Linken erm&ouml;glichten den Aufstieg der NSDAP von einer 2,6-Prozent-Partei 1928 auf 33,1 Prozent 1932. Die fortgesetzte St&auml;rkung der AfD und das Anwachsen von offen faschistischen Positionen im Land werden heute auch dadurch erm&ouml;glicht, dass die Partei DIE LINKE angepasst ist, dass sie den Kapitalismus verwaltet, dass sie dort, wo sie mitregiert, als Teil des b&uuml;rgerlichen Machtapparats gesehen wird und damit: dass sie keine Vision hat, dass sie keine &uuml;berzeugende sozialistische Alternative repr&auml;sentiert.<\/p><p>Diese Konstellation kann dann brandgef&auml;hrlich werden, wenn wir eine neue Weltwirtschaftskrise &ndash; sei es eine normale, klassische, sei es eine solche, die mit der Bezeichnung &bdquo;Corona-Crisis&ldquo; in die Wirtschaftsgeschichte eingehen k&ouml;nnte &ndash; erleben.<\/p><p>Titelbild: r.classen\/shutterstock.com<\/p><p><em><strong>Winfried Wolf<\/strong> ist Chefredakteur von <a href=\"http:\/\/www.lunapark21.net\">Lunapark21<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F&uuml;r die aufgekl&auml;rte &Ouml;ffentlichkeit erscheint vieles bei der B&uuml;rgerschaftswahl in Hamburg in einem milderen Licht. 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