{"id":58957,"date":"2020-03-03T08:15:49","date_gmt":"2020-03-03T07:15:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957"},"modified":"2020-03-04T11:47:11","modified_gmt":"2020-03-04T10:47:11","slug":"hinweise-des-tages-3563","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h01\">Das ist eine organisierte Aktion<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h02\">Idlib ist ein Terroristennest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h03\">Erdogans kalte Erpressung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h04\">Covid-19<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h05\">Vorreiter der Rechtsentwicklung in Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h06\">Die Saat der Radikalen ist aufgegangen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h07\">Im Schatten des Haushalts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h08\">Kandidatur um Parteivorsitz CDU-Wirtschaftsfl&uuml;gel nominiert Merz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h09\">Das Problem der Parallelgesellschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h10\">Deutschlands Krankenversicherung ist eine Zweiklassenmedizin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h11\">Emmanuel Macron will Rentenreform per Dekret durchsetzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h12\">Fl&uuml;sse in Gefahr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h13\">Wenn ich wei&szlig; w&auml;re, m&uuml;sste mein Kind keine Angst haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h14\">Rechtsextremismus im Netz: &ldquo;Der T&auml;ter von Hanau wird jetzt schon glorifiziert&rdquo;.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h15\">SPD-Chef Walter-Borjans wirft Putin und Assad V&ouml;lkerrechtsbruch vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h16\">Klassenkampf in Kreuzberg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h17\">AfD Sachsen: Wer Arbeitslosengeld bekommt, soll nicht w&auml;hlen d&uuml;rfen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58957#h18\">&Auml;ngste vor der Realit&auml;t<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Das ist eine organisierte Aktion<\/strong><br>\nDas griechische Fernsehen zeigt, wie immer wieder Schlauchboote an der K&uuml;ste von Lesbos und anderen &Auml;g&auml;is-Inseln ankommen. Schlauchboote, mit denen Fl&uuml;chtlinge ein paar Stunden zuvor von der t&uuml;rkischen K&uuml;ste abgelegt hatten. Die t&uuml;rkische K&uuml;stenwache hindert sie nicht daran. Das Meer ist ruhig &ndash; deshalb haben es schon Hunderte auf die Inseln geschafft.<br>\n&Auml;hnlich ist die Lage auf dem griechischen Festland im Norden: &Uuml;ber mehr als 100 Kilometer trennt der Fluss Evros Griechenland und die T&uuml;rkei. Der Fluss ist zwar recht breit, aber nicht sehr tief. Manche schaffen es, durchzuwaten oder zu schwimmen.<br>\nAndere haben sich Boote organisiert. Doch wer es hier auf die griechische Seite schafft, l&auml;uft Gefahr, im Gef&auml;ngnis zu landen. &ldquo;Diejenigen, die griechisches Territorium betreten haben, wurden festgenommen und inhaftiert&rdquo;, sagt Verteidigungsminister Nikos Panagiot&oacute;poulos bei seinem Besuch an der Grenze. Griechische Beh&ouml;rden berichten bisher von &uuml;ber 70 solcher Festnahmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/grenze-tuerkei-griechenland-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Alles schrecklich. Haben Sie schon etwas von Frau Merkel geh&ouml;rt? Wo bleibt das Modell &bdquo;Offene Arme&ldquo;? Wo ist das Modell &bdquo;Pakt mit Erdogan&ldquo; geblieben? Die Fl&uuml;chtlinge kommen mehrheitlich aus dem Irak, aus Afghanistan und Syrien &ndash; L&auml;nder gezeichnet und geschunden von den Kriegen und den Regimechanges  des Westens. Was hat die Regierung Merkel getan, um die Ursachen zu bek&auml;mpfen? Nichts. Das Gegenteil. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Idlib ist ein Terroristennest<\/strong><br>\nBei vielen Beobachtern w&auml;chst die Sorge vor einem Krieg der T&uuml;rkei mit Syrien und dessen Schutzmacht Russland.<br>\nDiese Sorge teilt der Historiker und Politikwissenschaftler G&ouml;tz Aly ausdr&uuml;cklich nicht: &bdquo;Ich glaube nicht, dass es da zu einem wirklich gro&szlig;en Konflikt kommt, das halte ich f&uuml;r ausgeschlossen.&ldquo;<br>\nAly hebt zugleich die Unrechtm&auml;&szlig;igkeit des t&uuml;rkischen Vorgehens hervor. &bdquo;Die T&uuml;rkei hat auf syrischem Territorium nichts verloren.&ldquo; Es werde so getan, &bdquo;als w&uuml;rde da der NATO-Partner T&uuml;rkei irgendwie zu Recht im Norden von Syrien rumbombadieren und rumschie&szlig;en&ldquo; &ndash; dies sei aber nicht der Fall.<br>\nDas milit&auml;rische Vorgehen der Assad-Regierung und Russlands in Nordsyrien sei unvermeidlich. &bdquo;Ich sehe keine Alternative&ldquo;, so Aly. Idlib sei ein &bdquo;Terroristennest&ldquo;, dort s&auml;&szlig;en K&auml;mpfer der Al-Nusra-Front, die zuletzt noch Aleppo beschossen h&auml;tten.<br>\nDie aktuellen Angriffe der syrischen Armee auf Idlib forderten auch nicht mehr Opfer als die Attacken, die &ndash; ohne jeden Kommentar &ndash; durch den Irak und die USA zur Befreiung der Stadt Mossul vom IS im Sommer 2017 durchgef&uuml;hrt worden seien.<br>\nF&uuml;r Idlib gelte: &bdquo;Man muss diesen Terroristen, die dort sitzen, das Wasser abgraben. Man muss sie zwingen, dass sie ihre Waffen niederlegen.&ldquo;<br>\nNiemand wolle, dass die Menschen in der nordsyrischen Region Idlib leiden. Die K&auml;mpfer dort h&auml;tten allerdings l&auml;ngst die Waffen strecken k&ouml;nnen, betont der Historiker &ndash; &bdquo;diese Chance haben sie nicht genutzt.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/goetz-aly-zum-krieg-in-nordsyrien-idlib-ist-ein.2950.de.html?dram:article_id=471395\">Deutschlandfunk Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Position Alys ist ein bemerkenswerter Kontrast zum offiziell g&uuml;ltigen Narrativ in den &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo;. H&ouml;renswert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Erdogans kalte Erpressung<\/strong><br>\nIdlib &ndash; das ist das neueste Synonym in diesem (B&uuml;rger-)Krieg, der Hunderttausende das Leben gekostet und Millionen zu Vertriebenen gemacht hat. Es steht f&uuml;r verbrecherisches Tun und niedertr&auml;chtigen Zynismus, f&uuml;r das Scheitern regionaler Ambitionen und kl&auml;gliche Passivit&auml;t.<br>\nDer syrische Machthaber Assad k&auml;mpft gegen die letzte von Rebellen gehaltene Provinz mit gr&ouml;&szlig;ter Brutalit&auml;t; unter den Augen seines russischen Patrons und Komplizen begeht er schwerste Kriegsverbrechen gegen die Zivilbev&ouml;lkerung. Die milit&auml;rische Intervention der T&uuml;rkei droht ein Fiasko zu werden, ja sogar in einen gro&szlig;en zwischenstaatlichen Krieg auszuarten.<br>\nIn dieser Lage hat der t&uuml;rkische Pr&auml;sident Erdogan die vielen Fl&uuml;chtlinge, die im Land sind oder in die T&uuml;rkei dr&auml;ngen, wieder als &bdquo;Waffe&ldquo; entdeckt. Er l&auml;sst Zehntausende Menschen an die Grenze zu den EU-L&auml;ndern Griechenland und Bulgarien gelangen, um so den Druck auf die EU zu erh&ouml;hen, ihn, in welcher Form auch immer, st&auml;rker zu unterst&uuml;tzen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/erdogans-erpressung-spiel-mit-dem-schicksal-von-menschen-16658802.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unsers Lesers H.K.:<\/strong> Kein Wort dazu, dass es sich bei den &lsquo;Rebellen&rsquo; um radikalislamische Milizen handelt, die von der T&uuml;rkei massiv unterst&uuml;tzt werden und ganz bewusst Zivilisten als Schutzschilde benutzen. Assad f&uuml;hrt doch nur das zu ende, was der moralisch hochger&uuml;stete Westen als Krieg gegen den Terror begonnen hatte. Und dies im eigenen Land. Der Westen hat sich mit seinem Nato-Mitglied T&uuml;rkei verzockt und schaut auf die n&auml;chste Fl&uuml;chtlingswelle wie das Kaninchen auf die Schlange. Wo ist der Friedensappell von Rot-Gr&uuml;n?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Covid-19<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Spahn lehnt Grenzschlie&szlig;ungen ab<\/strong><br>\nDie EU h&auml;lt das Risiko f&uuml;r eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus in Europa nun f&uuml;r &ldquo;hoch&rdquo;. Das Europ&auml;ische Zentrum f&uuml;r die Pr&auml;vention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) habe das Risikoniveau von &ldquo;mittel auf hoch&rdquo; gesetzt, sagte EU-Kommissionspr&auml;sidentin Ursula von der Leyen. &ldquo;Mit anderen Worten: Das Virus breitet sich weiter aus.&rdquo;<br>\nDennoch h&auml;lt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Schlie&szlig;ung von Grenzen weiter nicht f&uuml;r n&ouml;tig. Auch die Absage von Gro&szlig;veranstaltungen oder die Schlie&szlig;ung von Unternehmen sei nicht generell ratsam, sagte Spahn. Dies sei weiterhin nicht verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig und angemessen.<br>\nGrenzschlie&szlig;ungen h&auml;tten massive Auswirkungen. Auch gegen eine Einstellung von Direktfl&uuml;gen zwischen China und Deutschland wandte sich Spahn.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Spahn-lehnt-Grenzschliessungen-ab-article21613374.html\">n-tv<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Obwohl sich eine fl&auml;chendeckende Ausbreitung nicht mehr verhindern l&auml;sst, fallen Spahn dazu nur weitere Beschwichtigungen ein. Was durchaus nachvollziehbar ist, m&uuml;sste man dann doch eingestehen, dass gerade die neoliberale Sparpolitik &ouml;ffentliche Verwaltungen an den Rand der Handlungsunf&auml;higkeit und der neoliberale Wahn der Kosteneffizienz die Krankenh&auml;user schon jetzt an ihre Belastungsgrenze gebracht hat. Das Fatale, man macht einfach weiter wie das seit Anfang dieses Jahres geltende MDK-Reformgesetz zeigt. Den Krankenh&auml;usern droht damit f&uuml;r jeden Patienten, der zu lange im Krankenhaus bleibt, eine Strafzahlung von mindestens 300 Euro. Au&szlig;erdem wird die Rechnung gek&uuml;rzt. Sch&auml;tzungen gehen davon aus, dass damit den Krankenh&auml;usern bis zu 380 Millionen Euro allein in diesem Jahr verloren gehen k&ouml;nnten.<\/em><\/p>\n<p><em>Das agieren der Politik scheint dabei weiter durch die zynische Logik des Neoliberalismus bestimmt. Der Markt wird es irgendwie schon regeln und bevor es zu viel Staat gibt, dann eben ein paar Tote mehr, die letztendlich in der Statistik verschwinden. Das Traurige daran, auch die sich anbahnende Katastrophe wird vermutlich niemanden aufwecken obwohl hier so deutlich wie kaum der Irrsinn und die Folgen der neoliberalen Austerit&auml;tspolitik ersichtlich werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Jetzt r&auml;cht sich, dass unser Gesundheitssystem auf Profit und Markt getrimmt wurde<\/strong><br>\n&bdquo;Nach wie vor besteht kein Anlass zur Panik, aber angesichts der steigenden Zahlen von Corona-Infektionen in Deutschland m&uuml;ssen die Infektionsketten so weit wie m&ouml;glich unterbrochen werden. Je langsamer sich eine Epidemie ausbreitet, desto gr&ouml;&szlig;er ist die Chance, sie in einem Gesundheitssystem zu bew&auml;ltigen, das durch Privatisierung ohnehin schon mit zu wenig Personal am Rande des Machbaren arbeiten muss. Anstatt etwa in blindem Aktionismus an den Grenzen Fiebertests durchzuf&uuml;hren oder Gefl&uuml;chtete unter Generalverdacht zu stellen, m&uuml;ssen nun Gro&szlig;veranstaltungen abgesagt werden. Au&szlig;erdem muss die Bev&ouml;lkerung wesentlich besser &uuml;ber Hygieneregeln und richtiges Verhalten im Falle einer vermuteten Infektion aufgekl&auml;rt werden. Pressekonferenzen und Internetauftritte reichen hier auf keinen Fall aus&ldquo;, erkl&auml;rt Achim Kessler, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, anl&auml;sslich der heutigen Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. Kessler weiter:<br>\n&bdquo;Jetzt r&auml;cht sich, dass unser Gesundheitssystem in den letzten Jahrzehnten auf Profit und Markt getrimmt wurde. Die Aufgabe eines &ouml;ffentlichen Gesundheitssystems ist es, Vorkehrungen auch f&uuml;r Ausnahmesituationen und besondere Belastungen zu treffen. Das vertr&auml;gt sich nicht mit<br>\ngewinnorientierten Krankenh&auml;usern, die &uuml;ber Fallpauschalen in einen Wettbewerb gezwungen werden. Es rechnet sich f&uuml;r Krankenhausbetreiber schlicht nicht, f&uuml;r den Ernstfall einer Epidemie Betten und Ressourcen vorzuhalten. Wir brauchen endlich wissenschaftlich fundierte Personalschl&uuml;ssel, die dem tats&auml;chlichen Bedarf entsprechen und Spielr&auml;ume f&uuml;r Krisensituationen beinhalten. Au&szlig;erdem m&uuml;ssen das Fallpauschalen-System abgeschafft und die Krankenh&auml;user bedarfsgerecht finanziert werden. Die K&uuml;rzungen bei den Gesundheits&auml;mtern m&uuml;ssen zur&uuml;ckgenommen werden. Ihnen kommen w&auml;hrend einer Epidemie zentrale Aufgaben zu. Die K&uuml;rzungspolitik der vergangenen Jahre ist v&ouml;llig verantwortungslos.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/coronavirus-jetzt-raecht-sich-dass-unser-gesundheitssystem-auf-profit-und-markt-getrimmt-wurde\/\">DIE LINKE<\/a><\/li>\n<li><strong>Quarant&auml;ne mit Augenma&szlig;?<\/strong><br>\nDer deutsche Gesundheitsminister gibt sich noch beruhigend, es best&uuml;nde (aktuell) nur ein geringes Risiko in Deutschland, alle Infizierten st&uuml;nden unter &Uuml;berwachung und seien in Behandlung. Aber auch er zeigt vorsichtshalber schon mal die Instrumente des Infektionsschutzgesetzes, sollte es zu einem &auml;hnlichen Ausbreitungsfall wie in Italien kommen: Nicht nur die geliebten Bundesliga-Spiele w&uuml;rden abgesagt, auch die Verh&auml;ngung von Quarant&auml;ne &uuml;ber ganze St&auml;dte w&auml;ren bei uns ebenso m&ouml;glich wie beim s&uuml;deurop&auml;ischen Nachbarn. Alles solle aber mit Augenma&szlig; und Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit geschehen.<br>\nDabei macht gerade der Fall des Hotels auf Teneriffa deutlich, dass der Virus immer einen Schritt voraus ist. Gerade durch die bis zu 14t&auml;gige Inkubationszeit, in der die Infizierten noch gesund sind, sind solche Ausbreitungen in der mobilen Welt nicht aufzuhalten. Die Hoffnung auf eine Eind&auml;mmung in China oder doch wenigstens in den asiatischen L&auml;ndern ist sp&auml;testens mit der Ankunft der Epidemie im Iran und in Italien, in der die Infektionsketten nicht mehr eindeutig nachzuverfolgen sind, kaum noch aufrecht zu halten.<br>\nDer Umfang und die Geschwindigkeit der modernen Mobilit&auml;t hat in einem Umfang zugenommen, dass diese Versuche vielleicht von vornherein zum Scheitern verurteilt waren &ndash; im Vergleich zu 2003, als mit SARS ein anderer Corona-Virus auftrat, sind heute mehr als doppelt so viele Tourist*innen global unterwegs. Ebenso hat die Urbanisierung in den vergangenen 20 Jahren enorm zugenommen und damit die Verbreitungsm&ouml;glichkeiten von neu auftretenden Infektionen. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.medico.de\/blog\/quarantaene-mit-augenmass-17650\/\">medico<\/a><\/li>\n<li><strong>WHO-Bericht lobt Chinas &ldquo;kompromisslose und rigorose&rdquo; Reaktion<\/strong>\n<ul>\n<li>In China geht die Zahl der neuen Coronavirus-F&auml;lle deutlich zur&uuml;ck. Das berichtet ein internationales Forscherteam unter F&uuml;hrung der WHO.<\/li>\n<li>Die Experten loben die schnelle und aggressive Reaktion der Beh&ouml;rden. Dazu z&auml;hlen Reiseeinschr&auml;nkungen, die Abriegelung ganzer Metropolen und ein massives Personalaufgebot.<\/li>\n<li>Andere L&auml;nder d&uuml;rften solche Ma&szlig;nahmen eher scheuen. Isolation und Quarant&auml;nema&szlig;nahmen w&auml;ren aber auch in Deutschland rechtlich m&ouml;glich. [&hellip;]<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Bericht legt nahe, dass ihnen so gut wie keine Kontaktperson entging. Vor allem aber geht der R&uuml;ckgang der Infektionen auf das rigorose Vorgehen Chinas zur&uuml;ck: &ldquo;Die wom&ouml;glich ambitionierteste, schnellste und aggressivste Anstrengung zur Krankheitseind&auml;mmung in der Geschichte&rdquo;, nennt es der Bericht. Dazu geh&ouml;rten Reiseeinschr&auml;nkungen in weiten Teilen des Landes und die Abriegelung ganzer Metropolen. Etwa 50 Millionen Menschen waren von der Au&szlig;enwelt abgeschottet. [&hellip;]<br>\nWeiter schreiben die Autoren: &ldquo;Ein gro&szlig;er Teil der Weltgemeinschaft ist sowohl in der Geisteshaltung als auch materiell nicht bereit, solche Ma&szlig;nahmen zu ergreifen&rdquo;.<br>\nDie Autoren raten daher anderen L&auml;ndern eher zu klassischen Ma&szlig;nahmen des Seuchenschutzes.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/gesundheit\/coronavirus-china-quarantaene-reisebeschraenkung-1.4827927\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Der Satz &bdquo;Ein gro&szlig;er Teil der Weltgemeinschaft ist sowohl in der Geisteshaltung als auch materiell nicht bereit, solche Ma&szlig;nahmen zu ergreifen&rdquo; bringt es wohl auf den Punkt. Sehen wir es pragmatisch.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Vorreiter der Rechtsentwicklung in Europa<\/strong><br>\nWer den Brexit finanzierte, sich als Klassenk&auml;mpfer ausgab und die sp&auml;te Rache am Wohlfahrtsstaat &ndash; Brexit: Die ungeschriebene Geschichte<br>\n&ldquo;Wir wollen die Kontrolle zur&uuml;ck.&rdquo; Dass diese abstrakt richtige Parole der Brexiteers sich gegen &ldquo;die EU&rdquo; als B&uuml;rokratie und nicht vor allem gegen die hinter ihr stehenden Kapitalisten richtete, vor allem auch nicht gegen die im eigenen Land &ndash; das ist die bisher massivste Form des Populismus und der politischen Rechtsentwicklung in Europa &ndash; mitverursacht von der EU selbst.<br>\nEnteignung der Kriegsgewinnler, Wohlfahrtsstaat<br>\nDie Arbeiterklasse in Gro&szlig;britannien hatte, &auml;hnlich wie in Skandinavien, durch ihre K&auml;mpfe nach dem 1. Weltkrieg politisches Gewicht gewonnen. Es blieb im 2. Weltkrieg verdeckt, wie immer in imperialistischen Kriegen. Der von den Leitmedien inszenierte Kriegsheld Churchill erwies sich sofort mit Kriegsende als gar nicht so beliebt. Er verlor die erste Nachkriegswahl krachend an die Labour Party.<br>\nDie durch ihre Kriegsgewinne erblindeten Kapitalisten mussten Zugest&auml;ndnisse machen, wie sie in diesem Ausma&szlig; nirgends sonst in Westeuropa erreicht wurden: Die privaten Kriegsgewinnler der Bergwerke und der Stahl- und Kohleindustrie wurden enteignet. Die Gewerkschaften gewannen an Ansehen, die &ouml;ffentliche Infrastruktur mit Schulen, Wasser, Schienenverkehr, Post wurde ausgebaut, ebenso das &ouml;ffentliche und weithin kostenlose Gesundheitssystem und genossenschaftliche Wohnungen.<br>\nDie Zustimmung zu den Reformen war sehr breit. Die Gewerkschaften wurden selbstbewusster. Die ersten Tory-Regierungen mussten noch in den 1970er Jahren heftige Streiks, Lohnerh&ouml;hungen und verbesserte Arbeitsbedingungen gerade der Bergarbeiter z&auml;hneknirschend hinnehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Vorreiter-der-Rechtsentwicklung-in-Europa-4665928.html\">Werner R&uuml;gemer auf Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Saat der Radikalen ist aufgegangen<\/strong><br>\nDie AfD tut derzeit alles, um den Verdacht zu zerstreuen, sie sei ein Fall f&uuml;r den Verfassungsschutz. Nach dem Mord an Walter L&uuml;bcke sah sie dazu noch keinen Anlass, erst Kritik nach dem Massenmord in Hanau hat die F&uuml;hrung aufgeschreckt. Auch dabei sieht sie sich indessen als Opfer von Schm&auml;hungen und macht das vor allem an den Angriffen auf ihre Funktion&auml;re fest.<br>\nDer j&uuml;ngste Anschlag auf das Auto des Vorsitzenden Tino Chrupalla in Sachsen ist eine besorgniserregende Fortsetzung solcher Angriffe, die mutma&szlig;lich auf das Konto gewaltt&auml;tiger &bdquo;Antifaschisten&ldquo; gehen. Die sind ihrerseits Ziel solcher Attacken. Was f&uuml;r rechts gilt, gilt auch f&uuml;r links: Aus Worten werden Taten. Dem Fanatismus beider Seiten ist allerdings auch gemein, dass treffende Kritik schon als Hass und Hetzkampagne gebrandmarkt wird. So soll von zwei Seiten die Mitte eingesch&uuml;chtert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/ramelow-gegen-hoecke-die-saat-der-radikalen-ist-aufgegangen-16660285.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers Michael Beier:<\/strong> Der Autor tr&auml;gt mit dazu bei, dass die Saat der Rechtsextremen auch in der FAZ keimen darf, wenn er deren Unterstellung eines &ldquo;linksterroristischen&rdquo; Anschlags &uuml;bernimmt, bevor irgendwelche dahingehenden polizeilichen Erkenntnisse vorliegen. Hauptsache, das heilige Hufeisen bleibt symmetrisch und &ldquo;die alte Mitte&rdquo; sakrosankt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Im Schatten des Haushalts<\/strong><br>\nUm nicht gegen die Schuldenbremse zu versto&szlig;en, hat Hamburg seine &ouml;ffentlichen Beteiligungen in eine Holdinggesellschaft ausgelagert. (&hellip;)<br>\nUm auch in schlechteren Zeiten handlungsf&auml;hig zu bleiben, hatte der rot-gr&uuml;ne Senat unter Olaf Scholz (SPD) vorgesorgt und sich eine Art Schattenhaushalt geschaffen. Ein gro&szlig;er Teil des &ouml;ffentlichen Engagements &ndash; vom Hafen bis zum Wohnbau &ndash; wurde in einer Holdinggesellschaft geb&uuml;ndelt. Sie hat wie jede private Gesellschaft mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbH) grunds&auml;tzlich Zugang zum Kapitalmarkt &ndash; und kann daher weitgehend unabh&auml;ngig vom &ouml;ffentlichen Haushalt wirtschaften. (&hellip;)<br>\nDer Bremer Professor Rudolf Hickel hat sich mit den Schuldenbremsen, die fast alle L&auml;nder in ihren Verfassungen verankert haben, besch&auml;ftigt. Das Hamburger Konzern-Modell sieht der Gr&uuml;nder der &bdquo;Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik&ldquo; als Vorbild f&uuml;r eine Politik, die sich dennoch wirtschaftspolitische Spielr&auml;ume erhalten will.<br>\nStatt sich in umstrittene &Ouml;ffentlich-Private-Partnerschaften zu fl&uuml;chten, schafften &bdquo;Staatlich-&Ouml;ffentliche-Partnerschaften&ldquo; Spielraum f&uuml;r Investitionen. Damit werde der &ouml;ffentliche Kapitalstock gest&auml;rkt und die &ouml;konomische Wertsch&ouml;pfungsbasis, &bdquo;von der k&uuml;nftige Generationen profitieren werden&ldquo;, sagt Hickel.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Hamburger-Finanzrochaden\/!5661334\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Wozu eigentlich noch die grundgesetzlich verankerte Schuldenbremse, wenn sie so einfach umgangen werden kann? Problematisch d&uuml;rften f&uuml;r deren Abschaffung die Mehrheitsverh&auml;ltnisse in den Entscheidungsgremien sein. Heutzutage (Kritiker haben jedoch von Anfang an auf die Nachteile hingewiesen!!!) muss festgestellt werden, dass insbesondere die Zustimmung der SPD zur Schuldenbremse ein fataler Fehler war &ndash; und verdeutlicht, dass die Partei kaum noch &ouml;konomische Kompetenz besitzt.<\/em><\/p>\n<p><em>F&uuml;hrt Herr Scholz als Finanzminister eigentlich auch auf Bundesebene so eine Holdinggesellschaft ein? Oder gibt es sie bereits und kaum jemand wei&szlig; davon?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Kandidatur um Parteivorsitz CDU-Wirtschaftsfl&uuml;gel nominiert Merz<\/strong><br>\nDer Wirtschaftsfl&uuml;gel der CDU hat sich als erste Vereinigung der Partei im Rennen um den k&uuml;nftigen Parteivorsitz aus der Deckung gewagt: Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) nominierte Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz als Kandidaten. Er sei &ldquo;genau der Richtige&rdquo;, um die dringend notwendige Neuausrichtung in der CDU voranzutreiben, teilte die Vereinigung mit.<br>\nDie MIT erkl&auml;rte, mit der Wahl von Merz zum Parteivorsitzenden w&uuml;rde die CDU mit ihren Inhalten wieder &ldquo;klarer erkennbar und unterscheidbarer&rdquo; von den politischen Mitbewerbern werden: &ldquo;Mit seinen ordnungspolitischen Grund&uuml;berzeugungen, mit seinem &uuml;berzeugten Kurs zu Fragen der inneren Sicherheit, Migration und Integration, seinem au&szlig;enpolitischen Horizont und seiner klaren Sprache ist Friedrich Merz der aus Sicht der MIT am besten geeignete Kandidat.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/cdu-wirtschaftsfluegel-merz-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.M.:<\/strong> &ldquo;Deutschland im Vormerz&rdquo; ist ein Kapitel in Jens Bergers neuem Buch benannt. Was dort beschrieben ist, gibt eine kleine Vorahnung, was mit Friedrich Merz auf uns zukommen kann. Ist die &bdquo;Neuausrichtung&ldquo; hin zum Zocken als Geldanlage und Rentenabsicherung gemeint? Wer`s mag und es sich erlauben kann. Zitat aus Jens Bergers neuem Buch: &ldquo;Ohne es zu wissen, k&ouml;nnten wir uns bereits jetzt in einer gigantischen Finanzblase befinden. Und sollten die Prognosen von Blackrock eintreten &ndash; und das ist keinesfalls unwahrscheinlich -, k&ouml;nnte der Aktienmarkt auf die Mutter aller Blasen zusteuern.&rdquo; (S. 106) Und was letztlich das Z&uuml;nglein an der Waage sein kann, ist dann zuf&auml;llig. Das k&ouml;nnen wir in diesen Tagen w&auml;hrend der Ausbreitung von Sars-CoV-2 erahnen. Und keinerlei zus&auml;tzliche Informationen von der Tagesschau, von Kritik ganz zu schweigen. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Das Problem der Parallelgesellschaften<\/strong><br>\nEine Gesellschaft braucht ein Minimum geteilter Werte und Regeln. Immer mehr Menschen in Deutschland aber wollen davon nichts wissen. Sie schotten sich in ihren Vierteln ab, Integration ist ihnen ein Fremdwort. Sie leben in Parallelgesellschaften &ndash; No-Go-Areas und Kriminalit&auml;t inklusive.<br>\nIn M&uuml;nchen muss ein gro&szlig;es st&auml;dtisches Wohnungsunternehmen regelm&auml;&szlig;ig die Zahl und\/oder den Anteil der bei Bauprojekten vorgesehenen Sozialwohnungen reduzieren. Der Grund: Anwohnerproteste sind enorm und werden immer sch&auml;rfer. Auf Informationsveranstaltungen herrscht eine aggressive Stimmung voller Ausf&auml;lle der Alteingesessenen (oft BesitzerInnen selbstgenutzten Wohnraums, die in einem gewissen Wohlstand leben) gegen&uuml;ber einkommensschw&auml;cheren potentiellen Zuz&uuml;glerInnen. &Auml;hnliche Vorg&auml;nge gibt es auch in anderen St&auml;dten. Ins Bild passt ferner die Weigerung zahlreicher Umlandgemeinden von Gro&szlig;st&auml;dten, zu deren Entlastung selbst sozialen Wohnungsbau zu betreiben. Der Tenor all dessen: Man bleibt lieber unter sich und Seinesgleichen.<br>\nSo genannte &raquo;Gated Communities&laquo;, lange schon im Ausland verbreitet, gibt es mittlerweile auch hierzulande. So wurde 2005 in Aachen eine geschlossene Wohnanlage aus 29 Luxus-Eigentumswohnungen gebaut, der so genannte &raquo;Barbarossapark&laquo;. Ein Teil der historischen Stadtmauer Aachens und ein 2,50 m hoher Drahtzaun schirmen die gut situierten BewohnerInnen von den umliegenden Wohngebieten ab. Der Zutritt erfolgt durch ein Gittertor mit Video&uuml;berwachung. Eine echte No-Go-Area also &ndash; genau wie andere geschlossene Wohnanlagen, die es inzwischen in vielen deutschen St&auml;dten gibt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blickpunkt-wiso.de\/post\/das-problem-der-parallelgesellschaften--2242.html\">Blickpunkt Wiso<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Deutschlands Krankenversicherung ist eine Zweiklassenmedizin<\/strong><br>\nDeutschlands Krankenversicherung ist Europas unsozialste. Jeder zehnte Einwohner ist ausschliesslich privat versichert (auch ambulant) und tr&auml;gt zur sozialen Grundversicherung nichts bei. Die rund zwei Millionen privatversicherten Beamten zahlen fast nichts, sondern lassen ihre Gesundheitsversorgung von den Steuerzahlenden finanzieren. Der deutsche Chirurg und Publizist Bernd Hontschik hat die Grundversicherung in verschiedenen Staaten Europas verglichen. (&hellip;)<br>\nLaut einer Bertelsmann-Studie k&ouml;nnten die gesetzlichen Krankenkassen neun Milliarden Euro mehr einnehmen und den allgemeinen Beitragssatz um 0,7 Prozent senken, wenn alle Bundesb&uuml;rgerinnen und Bundesb&uuml;rger gesetzlich krankenversichert w&auml;ren. In Deutschland sind aber etwa zehn Prozent ausschliesslich privat versichert. Diese 8,7 Millionen verdienen im Durchschnitt &uuml;ber f&uuml;nfzig Prozent mehr als die 73 Millionen gesetzlich Versicherten und sind im Vergleich ges&uuml;nder. Es heisst, sie w&uuml;rden eine privilegierte medizinische Behandlung erhalten, man spricht von einer Zwei-Klassen-Medizin.<br>\nDie Besserverdienenden, die ausserdem auch noch die Ges&uuml;nderen sind, haben sich aus unserem Solidarsystem verabschiedet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Gesundheit\/Deutschlands-Krankenversicherung-ist-eine-Zweiklassenmedizin\">Infosperber<\/a>\n<p><strong>Dazu: Das teure deutsche Sondermodell<\/strong><br>\nIn Europa leistet sich nur Deutschland eine gesetzliche und eine private Krankenversicherung. Die Niederlande hingegen haben ihr duales System abgeschafft &ndash; mit Erfolg.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2020-02\/duales-system-pkv-abschaffung-nierderlande-deutschland\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Emmanuel Macron will Rentenreform per Dekret durchsetzen<\/strong><br>\nDie Rentenreform des franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten soll ohne Parlamentsabstimmung beschlossen werden. Die Regierung will der &ldquo;Episode des Nicht-Diskutierens&rdquo; ein Ende setzen. (&hellip;)<br>\nDie geplante Reform hat zu den l&auml;ngsten Streiks in Frankreich gef&uuml;hrt: Aus Protest wurde knapp sieben Wochen lang der Nah- und Fernverkehr lahmgelegt. Sollte die Opposition kein Misstrauensvotum gegen das Dekret einlegen, gilt die Reform automatisch als angenommen. Der sozialistische Pr&auml;sident Fran&ccedil;ois Hollande hatte auf diese Weise 2006 die umstrittene Arbeitsmarktreform durchgesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2020-02\/frankreich-emmanuel-macron-rentenreform-dekret\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Wenn es nicht schon vorher klar war, sieht man es sp&auml;testens jetzt: Macron ist das Gegenteil eines Demokraten, ein Autokrat, und weil er auf demokratischem Weg keine Mehrheit findet (aussagekr&auml;ftig, wo doch die Regierungsparteien REM und MODEM eine 60%-Mehrheit im Parlament haben), will er das Gesetz diktatorisch durchsetzen. Ich hoffe f&uuml;r die Franzosen, dass das entweder im Parlament doch noch irgendwie verhindert werden kann oder aber die Fortf&uuml;hrung der Streiks das Gesetz &ndash; und am besten Macron gleich mit &ndash; zu Fall bringt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58906\">Frankreichs Protestbewegung vor den Kommunalwahlen &ndash; Eine Zwischenbilanz<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Fl&uuml;sse in Gefahr<\/strong><br>\nNahrungskonkurrenz war allerdings nicht der Grund, warum der Mensch Castor fiber, wie der Europ&auml;ische Biber mit wissenschaftlichem Namen hei&szlig;t, fast ausgerottet h&auml;tte. Gejagt wurden Biber vielmehr wegen ihres extrem dichten Fells, ihrem Duftsekret, dem Bibergeil, und wegen ihres Fleisches. Anfang des 20. Jahrhunderts hatten in ganz Eurasien lediglich 1200 Tiere in wenigen Restpopulationen den Jagdeifer der Menschen &uuml;berlebt. Wenig besser erging es den nordamerikanischen Bibern (Castor canadensis), die im 19. Jahrhundert millionenfach gefangen und zu Pelzm&uuml;tzen verarbeitet wurden. So hei&szlig;t es etwa in einer 1952 erschienenen Volksausgabe von &raquo;Brehms Tierleben&laquo;: &raquo;Kaum ein anderes Tier hat sich so rasch vermindert als der Biber.&laquo;, und weiter: &raquo;Gegenw&auml;rtig findet man ihn in Deutschland nur sehr einzeln, [&hellip;] mit Sicherheit blo&szlig; noch an der mittleren Elbe und in dem Gebiet der Mulde bei Dessau.&laquo;<br>\nDurch strengen Schutz und die Auswilderung nachgez&uuml;chteter Biber haben sich die Biberpopulationen in den vergangenen 50 Jahren erstaunlich schnell erholt. Heute bev&ouml;lkern wieder &uuml;ber 30 000 der bis zu 30 Kilogramm schweren Nager weite Teile Deutschlands.<br>\nTrotzdem sollte die Erfolgsgeschichte von der R&uuml;ckkehr des Bibers nicht zu dem Schluss verleiten, dass unsere B&auml;che und Fl&uuml;sse nun wieder intakt w&auml;ren. Die chemische Wasserqualit&auml;t hat sich zwar massiv verbessert, aber noch immer gibt es Probleme mit eingeschwemmten D&uuml;ngemitteln, Pestiziden, Quecksilber oder Mikroplastik. Die Bestandsr&uuml;ckg&auml;nge bei etlichen Artengruppen sind so drastisch, dass viele Forscher Alarm schlagen. Das betrifft etwa Krebse, Amphibien, Muscheln und auch im Wasser lebende Insekten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/fluesse-in-gefahr\/1708560\">Spektrum.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wenn ich wei&szlig; w&auml;re, m&uuml;sste mein Kind keine Angst haben<\/strong><br>\nWie erkl&auml;rt man seinem Kind, was Rassismus bedeutet? Und wie bereitet man es darauf vor? Gedanken eines werdenden Vaters<br>\nWenige Tage nach dem Attentat in Hanau hat uns unser Leser Trung Ho&agrave;ng L&ecirc; Tagebuchaufzeichnungen geschickt. Eigentlich m&ouml;chte er einen Brief an sein noch nicht geborenes Kind schreiben, doch zwei Ereignisse veranlassen ihn, innezuhalten: Der erste Teil seiner Notizen stammt vom 5. Februar, dem Tag, an dem im Th&uuml;ringer Landtag der FDP-Kandidat Thomas Kemmerich mithilfe von Stimmen der AfD zum Ministerpr&auml;sidenten gew&auml;hlt wurde. Den zweiten Teil hat er am 20. Februar verfasst, einen Tag nachdem in Hanau ein rassistischer T&auml;ter neun Menschen erschoss und dann sich selbst und seine Mutter t&ouml;tete.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/2020-02\/rechtsterrorismus-erziehung-kinder-rassismus-rechte-gewalt\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Rechtsextremismus im Netz: &ldquo;Der T&auml;ter von Hanau wird jetzt schon glorifiziert&rdquo;.<\/strong><br>\nSPIEGEL: In Ihrem Buch schreiben Sie, bezogen auf &auml;ltere Beispiele: &ldquo;In der Glorifizierung der Tat und der Erkl&auml;rung der T&auml;ter zu Helden geht die Strategie der Terroristen schlie&szlig;lich vollends auf.&rdquo; Findet diese Online-Glorifizierung beim Hanau-T&auml;ter gerade schon statt?<br>\nSchwarz: Ja. Besonders in den Kan&auml;len englischsprachiger Terrorfans wird die Tat und auch der T&auml;ter glorifiziert. Er wird in einer Reihe mit den Terroristen von Christchurch, El Paso und Halle genannt. Das geht auch so schnell, weil eines der Videos aus Hanau in englischer Sprache aufgenommen wurde.<br>\nSPIEGEL: Wie Sie in Ihrem Buch schreiben, spendete der Attent&auml;ter von Christchurch vor dem Anschlag an die Identit&auml;re Bewegung und tauschte Nachrichten mit Sellner aus. Wie gut vernetzt sind Rechtsradikale heute weltweit?<br>\nSchwarz: Sellner selbst hatte wahrscheinlich nicht dauerhaft Kontakt zum Terroristen von Christchurch. Aber das zeigt, dass seine Botschaften auch in Neuseeland rezipiert werden. Bereits Anders Breivik schickte sein Pamphlet nicht nur an norwegische Rechte und Medien. Man kn&uuml;pft immer wieder Kontakte &uuml;ber Demonstrationen und Konzerte, aber auch allt&auml;glich &uuml;ber das Internet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/rechtsextremismus-expertin-der-taeter-von-hanau-wird-jetzt-schon-glorifiziert-a-18f80302-c9f4-4c06-8c0e-920fdf1318c4\">Spiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>SPD-Chef Walter-Borjans wirft Putin und Assad V&ouml;lkerrechtsbruch vor<\/strong><br>\nNach den Luftangriffen auf t&uuml;rkische Stellungen in der syrischen Region Idlib hat SPD-Chef Norbert Walter-Borjans schwere Vorw&uuml;rfe gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad und Russlands Pr&auml;sidenten Wladimir Putin erhoben. &ldquo;Was in Idlib passiert, ist ein eklatanter Bruch des V&ouml;lkerrechts. Die Verantwortung daf&uuml;r tragen Assad und Russland. Beide nehmen bei der Verfolgung ihrer milit&auml;rischen Ziele keinerlei R&uuml;cksicht auf Hunderttausende zivile Opfer&rdquo;, sagte Walter-Borjans dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/spd-chef-walter-borjans-wirft-putin-und-assad-volkerrechts-bruch-vor-JEQIWSRCMND3XAEK27GKNHZ4VA.html\">Redaktionsnetzwerk Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.M.:<\/strong> Und ich hatte hinsichtlich Walter-Borjans tats&auml;chlich Hoffnung. Ich f&uuml;hle mich gerade ziemlich ver&auml;ppelt und irgendwie gutgl&auml;ubig.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Vielleicht sollte der neue SPD-Bundesvorsitzende in Fragen der Au&szlig;enpolitik nicht um Rat bei Au&szlig;enminister Maas suchen. Besser w&auml;re vermutlich z.B. ein Gespr&auml;ch mit Reinhard Merkel von der Universit&auml;t Hamburg. In seinem &ldquo;FAZ&rdquo;-Beitrag &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21334#h01\">K&uuml;hle Ironie der Geschichte<\/a>&rdquo; hat er sehr gut &uuml;ber die Krim, Russland und das V&ouml;lkerrecht berichtet.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Klassenkampf in Kreuzberg<\/strong><br>\nUnser Essen sollte &ouml;kologisch nachhaltig und sozial gerecht produziert werden &ndash; darin sind sich viele einig, zumindest in der Theorie. Aber Qualit&auml;t hat ihren Preis, und wer kann sich K&auml;se aus &ouml;sterreichischer Kleinstproduktion und handgepfl&uuml;ckten Bio-Rosenkohl schon leisten? W&auml;hrend eine Kreuzberger Markthalle zum politischen Modellprojekt der Lebensmittelwende wird, k&auml;mpfen alteingesessene Anwohner gegen die drohende Schlie&szlig;ung des anliegenden Aldi-Marktes.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/delikatessenstand-oder-aldi-klassenkampf-in-kreuzberg.1775.de.html?dram:article_id=471148\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.R.:<\/strong> So geht Gentrifizierung auf linksliberal. Ob die anderen sich die &ldquo;richtigen&rdquo; Sachen nicht leisten k&ouml;nnen, ist doch egal! Hauptsache wir k&ouml;nnen unser gutes Gewissen und unseren &ldquo;kulinarischen Sachverstand&rdquo; als Monstranz vor uns hertragen. Wenn schon Aldi, dann aber bitte nicht bei uns. Wenn schon Windr&auml;der, aber dann bitte nicht bei uns &hellip;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>AfD Sachsen: Wer Arbeitslosengeld bekommt, soll nicht w&auml;hlen d&uuml;rfen?<\/strong><br>\nBei den Landtagswahlen in Sachsen im vergangenen Jahr haben sich 36 Prozent der Langzeitarbeitslosen f&uuml;r die AfD entschieden. Gr&uuml;nde hierf&uuml;r hat der Evangelische Fachverband f&uuml;r Arbeit und soziale Integration gemeinsam mit der Diakonie in Bayern erhoben. Demnach lie&szlig;en aus der Perspektive der Betroffenen Politik und Gesellschaft wenig Interesse an ihrem Schicksal erkennen. &hellip;<br>\nAm 23. Januar 2020 hatte die AfD-Fraktion Sachsen zu einem Vortrag nach Olbernhau geladen. Als Gastredner stand Markus Krall auf dem Podium, der nicht nur bereits als Autor beim &bdquo;nationalkonservativen Blog&ldquo; (Cordt Schnibben, &bdquo;Spiegel&ldquo;) &bdquo;Tichys Einblick&ldquo; fungiert. Der Volkswirt und Risikomanager ist auch Vorstandsmitglied und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Degussa Goldhandel GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main, die die AfD nach ihrer Gr&uuml;ndung als Lieferant in ihrem Goldhandel unterst&uuml;tzt hatte. &hellip;<br>\nOberthema ist die Einsparung des Staates &bdquo;auf allen Ebenen&ldquo;, n&auml;mlich unter anderem die Privatisierung der Infrastruktur, ersatzlose Streichung der Energiewende, Steuersenkungen, das Recht des &bdquo;unbescholtenen B&uuml;rgers auf das Tragen von Waffen&ldquo; und: &bdquo;Wir brauchen eine Abschaffung aller Subventionen, weil Subventionen nichts anderes sind als die Belohnung des Versagens.&ldquo; Woraus sich f&uuml;r Krall eine &Auml;nderung des Wahlrechts ergibt. Am Anfang einer Legislaturperiode solle jeder eine Entscheidung treffen dahingehend, &bdquo;zu w&auml;hlen, also das Wahlrecht auszu&uuml;ben, oder Staatstransfers zu bekommen&ldquo;.<br>\n&Uuml;bersetzt meint er damit Transferleistungen an private Haushalte, die deren &ouml;konomische Situation unmittelbar verbessern. Er spricht also von Arbeitslosen, Sozialhilfeempf&auml;ngern und unter anderen auch von Baf&ouml;G-Beziehern oder von Unterst&uuml;tzung erhaltenden Alleinerziehenden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/meinung\/afd-sachsen-arbeitslosengeld-bekommt-soll-nicht-waehlen-duerfen-13566657.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Hier zeigt sich wieder aus welcher Ecke die AfD kommt. Gegr&uuml;ndet wurde die AfD von b&uuml;rgerlichen Neoliberalen und Euro-Gegnern. Das wirtschaftspolitische Programm der AfD, sofern &uuml;berhaupt vorhanden, ist bis heute stramm neoliberal ausgerichtet. Auch der Sozialdarwinismus ist seit jeher Bestandteil der AfD-Progarammatik. Das legt nahe, dass sich vermutlich das Gros ihrer W&auml;hler eher nicht mit dem Programm der AfD auseinandersetzt hat. Es zeigt sich aber auch, dass bez&uuml;glich der b&uuml;rgerlichen Verachtung von Erwerbslosen und Beziehern staatlicher F&uuml;rsorgeleistungen zwischen AfD und CDU kein Blatt passt, wie die Initiative verschiedener CDU-Landesarbeitsminister f&uuml;r die Beibehaltung der 100 Prozent Sanktionierung von Hartz IV Beziehern verdeutlicht.<\/em><\/p>\n<p><em>Zu den ideologischen Grundlagen der AfD:  <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=14670\">Wahlalternative 2013 &ndash; aus den Freien W&auml;hlern sollen freie (Markt-)Radikale werden<\/a><\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>&Auml;ngste vor der Realit&auml;t<\/strong><br>\nNachdem sich die SPD in ihrer Au&szlig;endarstellung auf das Ma&szlig; ihres gegenw&auml;rtigen politischen Zuspruchs zu beschr&auml;nken scheint und die Hamburger Wahl als Milieu-Ereignis ansieht, das eher die Ausnahme von der Regel bildet, als dass sie die Schwalbe gibt, die den Fr&uuml;hling macht, ist die CDU noch weit davon entfernt. Sie landete bei der B&uuml;rgerschaftswahl am 23. Februar bei 11 Prozent und hatte nochmals fast f&uuml;nf Prozent gegen&uuml;ber 2015 verloren. Gleichwohl besteht die CDU darauf, &bdquo;Volkspartei&ldquo; zu sein, die im Sinne des &bdquo;ganzen deutschen Volkes&ldquo; schaltet und waltet.<br>\nDas offene Problem aber ist nach wie vor Th&uuml;ringen. Nach der eigenartigen Wahl des FDP-Mannes Thomas Kemmerich am 5. Februar sollte in Ruhe hinter die Kulissen geschaut werden, was dort passiert ist. Die CDU landete bei der Landtagswahl am 27. Oktober 2019 auf dem dritten Platz, hinter Linkspartei und AfD; sie hatte knapp 22 Prozent erreicht und fast zw&ouml;lf Prozent gegen&uuml;ber 2014 verloren. Bodo Ramelow hatte mit den Linken zugelegt und erreichte als Landesvater 29 Sitze &ndash; in einem Landtag mit 90 Sitzen. Die Linkspartei wurde erstmals in einem Bundesland st&auml;rkste Partei. Die Sozialdemokraten und die Gr&uuml;nen hatten jedoch verloren, so dass die rot-rot-gr&uuml;ne Koalition nur noch 42 Sitze hat, w&auml;hrend AfD, CDU und FDP auf insgesamt 48 Sitze kamen.<br>\nDie Linke und die AfD haben zusammen 51 Sitze. Damit war das Geschw&auml;tz der CDU, mit den &bdquo;R&auml;ndern&ldquo; gleicherma&szlig;en nichts zu tun haben zu wollen, ad absurdum gef&uuml;hrt. Nur wollte die Berliner Parteizentrale das nicht wahrhaben. Politik-logisch h&auml;tte es eine Entscheidung der CDU geben m&uuml;ssen, die R&auml;nder-These in die Asservatenkammer zu geben und entweder eine Mitte-Rechts-Verbindung mit der AfD oder eine Mitte-Links-Konstruktion mit der Linken einzugehen. Tertium non datur. Mike Mohring, der gl&uuml;cklose Spitzenmann der CDU, eierte rum. In ersten Auftritten im Fernsehen verwies er darauf, dass es eine Mehrheit jenseits von Rot-Rot-Gr&uuml;n gibt. Da wurde ihm von Berlin aus untersagt, es mit dem Teufel AfD zu versuchen. Dann orakelte er, man k&ouml;nne auch mit den Linken &uuml;ber &bdquo;Projekte&ldquo; in der Landespolitik reden. Da hie&szlig; es, er solle ja die Finger vom Beelzebub der &bdquo;Kommunisten&ldquo; lassen. Schlie&szlig;lich, als es auf eine Ministerpr&auml;sidentenwahl zulief, murmelte er etwas von einem Gegenkandidaten zu Ramelow in einem dritten Wahlgang. Nun wurde ihm beschieden, er solle es ja unterlassen, selbst als Gegenkandidat der CDU anzutreten, der mit den Stimmen der AfD gew&auml;hlt werden k&ouml;nnte. Er war in aller Form gehorsam, aber offenbar war der FDP-Mann Kemmerich bereit, diese Rolle zu &uuml;bernehmen.<br>\nDer Rest ist bekannt. Bundeskanzlerin Merkel beschied den staunenden Untertanen von Afrika aus &uuml;ber alle K&ouml;pfe auch der eigenen Partei hinweg, dass diese Wahl ein &bdquo;unverzeihlicher Fehler&ldquo; gewesen sei und &bdquo;r&uuml;ckg&auml;ngig&ldquo; gemacht werden m&uuml;sse. Damit waren nicht nur Kemmerich und Mohring, sondern auch die CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer desavouiert. Folgerichtig traten alle drei zur&uuml;ck. Nur: das politische System der Gewaltenteilung in Deutschland ist auf der horizontalen wie der vertikalen Ebene so organisiert, dass der Chef (oder die Chefin) der Exekutive des Bundes nicht befugt ist, eine Entscheidung der Legislative in einem Bundesland r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Merkel macht&rsquo;s m&ouml;glich.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/das-blaettchen.de\/2020\/02\/aengste-vor-der-realitaet-51570.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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