{"id":5906,"date":"2010-06-16T08:46:50","date_gmt":"2010-06-16T06:46:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5906"},"modified":"2010-06-16T08:46:50","modified_gmt":"2010-06-16T06:46:50","slug":"hinweise-des-tages-1161","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5906","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Die Mittelschicht verliert; Sanktionen gegen Hartz IV-Empf&auml;nger; sparen in den Niedergang; das W-Wort; Schiedsrichter f&uuml;r die Banken; Konjunkturorakel; Deutsche arbeiten l&auml;nger; ein klein wenig Diktatur; &bdquo;Eliten&ldquo; schreiben Merkel ab; Horst K&ouml;hler und die Koalition; Gauck und Bertelsmann; Kraft wollte nicht; Rohstoff der Tr&auml;ume; nehmt dem Neger die Tr&ouml;te weg. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Die Mittelschicht verliert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Sanktionen im Bereich des Zweiten Sozialgesetzbuches<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Sparen in den Niedergang<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Die Kanzlerin und das W-Wort<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Schiedsrichter f&uuml;r die Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Konjunkturumfragen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Deutsche arbeiten wieder l&auml;nger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Ein klein wenig Diktatur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">&bdquo;Eliten&ldquo; schreiben Merkel ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Horst K&ouml;hler und die Koalition: Geschichte eines Missverst&auml;ndnisses<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Gauck und Bertelsmann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Lafontaine: Kraft wollte nicht wirklich mit uns verhandeln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Rohstoff der Tr&auml;ume<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Nehmt dem Neger endlich die Tr&ouml;te weg!<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=5906&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li>\n<a name=\"h01\"><\/a><strong>Die Mittelschicht verliert<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>DIW-Studie<\/strong><br>\nArm und Reich driften in Deutschland immer weiter auseinander. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie des DIW Berlin zur Einkommensverteilung in Deutschland auf Basis von Daten des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP). Die Studie zeigt deutlich, dass nicht nur die Anzahl &Auml;rmerer und Reicherer immer weiter w&auml;chst &ndash; seit zehn Jahren werden &auml;rmere Haushalte auch immer &auml;rmer. F&uuml;r die DIW-Experten Martin Gornig und Jan Goebel ist das eine besorgniserregende Entwicklung: &bdquo;Dieser Trend verunsichert die Mittelschicht&ldquo;, sagen sie. &bdquo;Eine starke Mittelschicht ist aber wichtig f&uuml;r den Erhalt der gesellschaftlichen Stabilit&auml;t.&ldquo;<br>\nNur 60 Prozent der Menschen in Deutschland geh&ouml;ren noch zur Mittelschicht, mit Nettoeinkommen zwischen 860 und 1.844 Euro. 2000 waren es noch mehr als 66 Prozent. Stark gestiegen ist vor allem die Zahl der Menschen mit niedrigem Einkommen, von 18 Prozent 2000 auf fast 22 Prozent 2009. Zudem steigt die Zahl der Menschen mit Niedrigeinkommen nicht nur immer mehr an &ndash; diese Gruppe verdient auch in absoluten Zahlen immer weniger: Verdiente ein Singlehaushalt der unteren Einkommensgruppe 2000 im Schnitt noch 680 Euro, waren es 2008 nur noch 645 Euro. Gleichzeitig ist auch der mittlere Verdienst h&ouml;herer Einkommensgruppen gestiegen, von 2.400 auf 2.700 Euro &ndash; der Abstand zwischen Arm und Reich vergr&ouml;&szlig;erte sich also erheblich.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.357516.de\/themen_nachrichten\/einkommensentwicklung_in_deutschland_die_mittelschicht_verliert.html%20\">DIW<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.357505.de\/10-24-1.pdf%20\">DIW Wochenbericht Polarisierung der Einkommen [PDF &ndash; 458KB]<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.357507.de\/10-24-2.pdf\">Interview mit Jan Goebel, dem Mitverfasser der Studie: Besorgniserregend ist der langfristig gleichbleibende Trend [PDF &ndash; 258KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ob allerdings diese Studie der Selbstt&auml;uschung der Mittelschicht abhelfen kann ist fraglich. Siehe <a href=\"\/?p=5626\">Ulrike Herrmann: Hurra, wir d&uuml;rfen zahlen.<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<p><strong>Siehe dazu: <\/strong><\/p>\n<li><strong>Ulrike Herrmann: Es ist Zeit, umzudenken<\/strong><br>\nEs gibt kein anderes Industrieland, in dem die Reall&ouml;hne nicht nur in der Krise sinken &ndash; sondern sogar im Aufschwung. Die Z&auml;sur ist genau datierbar, wie auch die neue DIW-Studie zeigt: Es ist das Jahr 2000. Damals regierte bekanntlich Rot-Gr&uuml;n, und ausgerechnet diese Koalition der selbst ernannten Weltverbesserer begann mit einer Politik, die die Mittelschicht systematisch erodiert und die Top-Verdiener beg&uuml;nstigt. Einige Stichworte sind: Senkung des Spitzensteuersatzes, Unternehmensteuerreform, Ausweitung des Niedriglohnsektors.<br>\nDie folgenden Koalitionen haben dieses Klientelprogramm f&uuml;r die Reichen nur noch fortgesetzt. Dazu geh&ouml;rt dann etwa die Abgeltungsteuer oder die Reform der Erbschaftsteuer, die zu dem bizarren Ergebnis f&uuml;hrt, dass Firmenerben selbst Milliardennachl&auml;sse v&ouml;llig gratis &uuml;bernehmen k&ouml;nnen und nicht einen Cent ans Finanzamt abf&uuml;hren m&uuml;ssen.<br>\nInzwischen wird selbst Konservativen klamm, wenn sie die gesellschaftliche Spaltung beobachten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/es-ist-zeit-umzudenken\/\">taz<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Hoffnung von Ulrike Herrmann kann ich nicht ganz teilen, denn die CDU-Wirtschaftsf&uuml;hrer k&ouml;nnten zwar mit einer Anhebung des Spitzensteuersatzes leben, aber gleichzeitig fordern sie eine Senkung der Unternehmenssteuer.<\/em><\/p><\/li>\n<p><strong>Die Antwort der Oberschichten-Presse<\/strong><\/p>\n<li><strong>Die falschen Freunde der armen Deutschen<\/strong><br>\nEine neue Studie des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforderung (DIW) euphorisiert die Hobby-Soziologen in Gewerkschaften, Medien und bald auch Politik. Ihr von K&auml;the Kollwitz designtes Weltbild wird best&auml;tigt. Scheren &ouml;ffnen sich, Kl&uuml;fte vertiefen sich, und Risse rei&szlig;en weiter auf.<br>\nAuf eine sich ausdifferenzierende Gesellschaft wird seit Jahrzehnten mit einer stets gleicherma&szlig;en undifferenzierten Umverteilungslogik reagiert.<br>\nDabei bietet die Studie einen aufregenden und erfreulichen Trend. Geh&ouml;rten im Jahr 2000 nur 16 Prozent zu den Wohlhabenden im Land, so ist diese Zahl im Jahr 2008 auf 19 Prozent gestiegen. Dies ist mithin fast ein F&uuml;nftel der Gesellschaft.<br>\nEin Urversprechen der Siebzigerjahre-Sozialdemokratie ist eingel&ouml;st: das des selbst verantworteten sozialen Aufstiegs.<br>\nDie Perspektivlosigkeit weiter Teile des Prekariats hat auch mit der paternalistischen Entm&uuml;ndigung durch seine falschen Freunde zu tun. Nur als Opfer dienen die Armen deren Interessen. Wer diese Menschen in die Arbeit zwingen will &ndash; also in die Logik von Leistung und Verg&uuml;tung &ndash; gilt als kaltherzig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/kultur\/article8060194\/Die-falschen-Freunde-der-armen-Deutschen.html\">Die Welt<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wenn es dem oberen F&uuml;nftel besser geht, dann ist ja alles in Ordnung in dieser Gesellschaft. Man braucht sich nur noch anzustrengen und nicht in seiner paternalistischen Entm&uuml;ndigung zu verharren.<br>\nRichtig ist allerdings, dass nun (vor&uuml;bergehende) die Betroffenheitsrhetorik von <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,700732,00.html\">Spiegel<\/a> und anderen Leitmedien eher heuchlerisch wirkt, haben diese doch &uuml;ber Jahre hinweg diesen Weg der Umverteilung nicht nur begleitet sondern aktiv vorangetrieben.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Sanktionen im Bereich des Zweiten Sozialgesetzbuches<\/strong><br>\nIm Jahr 2009 waren 126.946 der insgesamt 4.906.916 erwerbsf&auml;higen Hilfebed&uuml;rftigen (SGB II) von einer Leistungsk&uuml;rzung auf null Euro betroffen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (17\/1837) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17\/1642) hervor. Letztere hatte eine &Uuml;bersicht der verh&auml;ngten Sanktionen differenziert nach Altersgruppen und Sanktionsstufen erbeten. F&uuml;r das Jahr 2007 beziffert das Ministerium f&uuml;r Arbeit und Soziales die Gesamtzahl der Hilfebed&uuml;rftigen mit 5.098.218, unter denen 130.812 eine Leistungsk&uuml;rzung auf null Euro, und somit die h&ouml;chstm&ouml;gliche Strafe erfuhren. Im darauffolgenden Jahr war dieser Anteil bei einer Gesamtzahl von 4.798.063 Arbeitssuchenden und 131.443 entsprechend Sanktionierten um einen Prozentpunkt gewachsen. Als Gr&uuml;nde zur Verh&auml;ngung von Sanktionen nennt die Regierung unter anderem Meldungsvers&auml;umnis, Weigerung zumutbarer Arbeit und Pflichtverletzung. Im Widerspruchsverfahren seien im Jahr 2009 26.896 Sanktionsentscheidungen zur&uuml;ckgenommen wurden, vor Gericht wurde im selben Jahr in 3.535 F&auml;llen erfolgreich geklagt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_06\/2010_199\/06.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Harald Schumann: Sparen in den Niedergang<\/strong><br>\nGeht es nach der Merkel-Regierung, dann gibt es nur eine L&ouml;sung: Alle Euroregierungen sollen schnellstm&ouml;glich die Staatsdefizite auf das im Stabilit&auml;tspakt vereinbarte Niveau herunterfahren. Anschlie&szlig;end, so die Annahme, werden die Anleger an den Kapitalm&auml;rkten wieder Vertrauen in die Zahlungsf&auml;higkeit der Eurol&auml;nder gewinnen, und alles wird gut. Doch dieses Konzept kann nicht funktionieren, weil es grundlegende wirtschaftliche Zusammenh&auml;nge ignoriert.<br>\nDenn die zentrale Ursache f&uuml;r die Ausweitung der Staatsverschuldung ist, dass die Krise Unternehmen und private Haushalte ohnehin zum Sparen zwingt. In der Folge sind Nachfrage, Gewinne und Investitionen auf breiter Front eingebrochen und mit ihnen die Steuereinnahmen. Das schmutzige Geheimnis des Kapitalismus ist aber, dass entweder der private oder der staatliche Sektor Schulden machen und mit diesem Geld in neue Produktion und Infrastruktur investieren muss, wenn die Wirtschaft prosperieren soll. Darum war es richtig, mit kreditfinanzierten Konjunkturprogrammen die Krisenfolgen auszugleichen. Wenn nun aber alle 27 EU-Staaten gleichzeitig sparen, w&auml;hrend Unternehmen und Verbraucher nach wie vor das Gleiche tun, dann ist der R&uuml;ckfall in die Rezession programmiert und damit weitere Steuerausf&auml;lle und Defizite.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/sparen-in-den-niedergang\/1859402.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die Kanzlerin und das W-Wort<\/strong><br>\nF&uuml;r die einen war sie stets ein Albtraum, den anderen gilt sie als unverzichtbar. Seit der Grundsteinlegung f&uuml;r die W&auml;hrungsunion Anfang der 90-er Jahre ist die Wirtschaftsregierung fester Bestandteil europ&auml;ischer Reformdebatten. Die Kontrahenten waren meist die gleichen: hier die Deutschen mit einer &uuml;berschaubaren Anzahl von Unterst&uuml;tzern, die vor staatlichem Interventionismus und einem Angriff auf die Unabh&auml;ngigkeit der Europ&auml;ischen Zentralbank warnten; dort Frankreich, das &minus; keineswegs allein &minus; anmahnte, ein einheitlicher Markt sowie eine gemeinsame W&auml;hrung ben&ouml;tigten zwingend auch eine engere Koordinierung der Wirtschaftspolitik. (&hellip;) Wenn es nach dem Willen der Kanzlerin geht, sieht die Marschroute so aus: Die EU-Finanz- und Wirtschaftsminister werden (weiter) an Einfluss verlieren, und die ohnehin mindestens viermal j&auml;hrlich tagenden Chefs (der Europ&auml;ische Rat) nehmen sich der Sache an. Der Bundesregierung liege viel daran, k&uuml;nftig die Wettbewerbsf&auml;higkeit in Europa st&auml;rker zu &uuml;berwachen, hie&szlig; es gestern in Berlin. &ldquo;Fehlentwicklungen&rdquo; im Kreise der 27 sollen aufgezeigt werden; eine &ldquo;Schwachstellen-Analyse&rdquo; soll Wachstumshemmnisse zwischen Lappland und Larnaka enttarnen; wo n&ouml;tig, soll die Chefrunde auch Strukturreformen und Budget-Korrekturen anmahnen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/2754139_Wirtschaftsregierung-Die-Kanzlerin-und-das-W-Wort.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Mit der Einf&uuml;hrung des Euro wurde das &ldquo;europ&auml;ische Pferd&rdquo; von hinten aufgez&auml;umt, denn der Einf&uuml;hrung der gemeinsamen W&auml;hrung h&auml;tte eine st&auml;rkere europ&auml;ische Koordination der Finanz-, Steuer- und vor allem der Lohnpolitik vorgeschaltet werden m&uuml;ssen. Dies wurde jedoch von den Marktfundamentalisten &ndash; insbesondere den hiesigen Neoliberalen &ndash; verhindert. Die europ&auml;ische &ldquo;Koordinierung&rdquo; soll nach deren Willen den &ldquo;M&auml;rkten&rdquo; &uuml;berlassen bleiben. So ist beispielsweise die Arbeitslosigkeit in den Augen der Neoliberalen vor allem eine Folge zu hoher L&ouml;hne. Folglich sind Reallohnsenkungen erforderlich, um die Arbeitslosigkeit abzubauen. Dass L&ouml;hne und Geh&auml;lter zugleich ganz ma&szlig;geblich die Nachfrage und damit die Entwicklung des Privaten Verbrauchs bestimmen, wird von den neoklassisch-marktfundamentalistischen Modellen ausgeblendet. Die neoliberale &ldquo;Medizin&rdquo; zur Behebung von Eurokrise und au&szlig;enwirtschaftlichen Ungleichgewichten innerhalb der Eurozone lautet dementsprechend: &ldquo;Moderate&rdquo; Lohnpolitik, &ldquo;Strukturreformen&rdquo; (z.B. &ldquo;Deregulierung&rdquo; der Arbeitsm&auml;rkte) und staatliche &ldquo;Sparpolitik&rdquo;. Aktuell l&auml;uft diese &ldquo;Rezeptur&rdquo; Gefahr, Europa in eine deflation&auml;re Abw&auml;rtspirale zu f&uuml;hren. Merkel und die schwarz-gelbe Bundesregierung werden alles tun, um beispielsweise die dringend erforderliche Koordinierung der europ&auml;ischen Lohnpolitik zu hintertreiben. Neoliberaler Dogmatismus in Deutschland und in der Eurozone gehen bei der schwarz-gelben Bundesregierung Hand in Hand. Siehe auch den Beitrag Heiner Flassbecks: <a href=\"\/?p=5882\">&ldquo;Das Falsche &ndash; zur falschen Zeit am falschen Ort&rdquo;<\/a>. Merkels angeblicher &ldquo;Erfolg&rdquo; gegen&uuml;ber Sarkozy droht vor allem zu Lasten der Arbeitnehmer in Deutschland und in Europa zu gehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Schiedsrichter f&uuml;r die Banken<\/strong><br>\nDie Bundesregierung schiebt den Umbau der Finanzaufsicht auf die lange Bank. Das ist ein Fehler. Neue Finanzmarktregeln brauchen erst recht schlagkr&auml;ftige Aufseher. Die Bundesregierung hat eine weitere Reform abgeblasen: Das Finanzministerium sieht sich angesichts der Probleme mit der von der Koalition beschlossenen Zusammenf&uuml;hrung der Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Bundesbank nicht mehr in der Lage, dieses Thema zeitnah zu bew&auml;ltigen. Inoffiziellen Verlautbarungen war zu entnehmen, dass der Verzug bei der Neuordnung der Finanzaufsicht so schwerwiegend nicht sei. Wichtiger sei die Gestaltung des Regelwerks f&uuml;r die Finanzm&auml;rkte. Das w&auml;re so, als w&uuml;rde man sich f&uuml;r die Fu&szlig;ballweltmeisterschaft mit der Definition der Spielregeln begn&uuml;gen und auf die Nominierung der Schiedsrichter aber verzichten.Der einseitige Blick auf die Regeln verkennt, dass diese erst durch eine starke Aufsicht letztlich wirksam werden. Viele Fehlentwicklungen in den Finanzm&auml;rkten sind nur korrigierbar, wenn die Aufsicht gezielt interveniert. Die Emp&ouml;rung &uuml;ber manipulierende Spekulanten, wie es sie auch bei Leerverk&auml;ufen auf der Basis von Insiderinformationen gibt, f&uuml;hrt bei uns zu dem billigen Ratschluss des Verbots. Angemessen w&auml;re eine St&auml;rkung der Aufsicht, um rechtswidriges Verhalten gezielt angehen zu k&ouml;nnen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:finanzmarktreform-schiedsrichter-fuer-die-banken\/50127391.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man muss die Skepsis des Autors gegen ein Verbot von Leerverk&auml;ufen wie seinen Vorschlag, die Finanzaufsicht in eine GmbH zu &uuml;berf&uuml;hren, nicht teilen, aber es ist schon bemerkenswert, dass sich der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) f&uuml;r eine st&auml;rkere Intervention der Aufsicht in die die Finanzm&auml;rkte ausspricht. Das IW tritt ansonsten wie kein anderes Institut f&uuml;r die Freiheit des Marktes ein. Die BaFin hat ihr Versagen in der Finanzmarktkrise u.a. mit mangelnden Ermittlungsbefugnissen und Eingriffm&ouml;glichkeiten begr&uuml;ndet. Eine St&auml;rkung der Interventionsmacht wie auch das Zahlen von marktf&auml;higen Geh&auml;ltern an die Mitarbeiter ist durchaus eine &Uuml;berlegung wert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Konjunkturumfragen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Krise war gestern<\/strong><br>\nFast zwei Jahre nach Beginn der Finanzkrise macht sich in der deutschen Wirtschaft wieder Optimismus breit. Die Unternehmen sind so zuversichtlich wie vor der Rezession und planen neue Jobs. Erstmals seit Versch&auml;rfung der Finanzkrise im Herbst 2008 gab es mehr Firmen, die ihre Lage als gut einsch&auml;tzten (28 Prozent), als solche, die sie f&uuml;r schlecht hielten (18 Prozent).<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/krise-war-gestern\/1860274.html\">Tagesspiegel<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.dihk.de\/inhalt\/themen\/standortpolitik\/konjunktur\/download\/Konj_06_2010.pdf\">DIHK [PDF &ndash; 653KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Grunds&auml;tzlich ist es erstaunlich, wie ernst die Presse Umfragen zur wirtschaftlichen Zukunft nehmen. Aber selbst wenn man die Umfrage des DIHT ernst nimmt, ist es traurig, dass einfach die bereits sehr selektive und kurzgefasste Pressemeldung &uuml;bernommen wird und Jubelmeldungen hoch stilisiert wird. Die Meldung, dass die Mehrheit der Unternehmen Lage und Zukunftsaussichten nicht als gut oder schlecht, sondern mit einem mageren befriedigend bzw. gleichbleibend einsch&auml;tzen, wird einfach unter den Tisch fallen gelassen. Nat&uuml;rlich, kann man die Einsch&auml;tzung, dass es nicht mehr schlimmer komme, positiv w&uuml;rdigen, aber ist die Krise dann schon vorbei?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Schrecksekunde durch ZEW-Index<\/strong><br>\nDie Konjunkturerwartungen haben sich &uuml;berraschend deutlich eingetr&uuml;bt. Das zumindest signalisieren die Einsch&auml;tzungen der Finanzexperten, die das Zentrum f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragt hat.<br>\nLaut ZEW-Pr&auml;sident Wolfgang Franz ist die derzeitige Erholung aus Sicht der befragten Analysten und institutionellen Anleger noch &ldquo;fragil&rdquo;. Die Politik sei gut beraten, notwendige Konsolidierungsschritte jetzt festzulegen, aber erst im Jahr 2011 umzusetzen, um die Konjunktur nicht abzuw&uuml;rgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boerse.ard.de\/content.jsp?key=dokument_443232\">boerse.ARD.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nun scheint selbst der Oberkonsolidierer und Wirtschafts-&ldquo;Weise&ldquo; Wolfgang Franz kalte F&uuml;&szlig;e wegen des Sparkurses zu bekommen.<br>\nIm &Uuml;brigen belegen die v&ouml;llig unterschiedlichen Einsch&auml;tzungen &uuml;ber die konjunkturelle Lage nur, wie wenig man sich um solche Vorhersagen k&uuml;mmern sollte und lieber auf die nackten Tatsachen schauen sollte.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutsche arbeiten wieder l&auml;nger<\/strong><br>\nDer Aufschwung f&uuml;hrt zu l&auml;ngeren Arbeitszeiten. Erstmals seit der Rezession stieg im ersten Quartal 2010 auch die Zahl der &Uuml;berstunden. Die Besch&auml;ftigtenzahl in der Industrie ist hingegen weiter gefallen.<br>\nTeilzeit legte dagegen weiter kr&auml;ftig zu. Im Jahresvergleich gebe es 1,7 Prozent mehr Teilzeitbesch&auml;ftigte. Ihr Anteil an allen Arbeitnehmern betr&auml;gt der Studie zufolge inzwischen 34,8 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/konjunktur-nachrichten\/konjunkturaufschwung-deutsche-arbeiten-wieder-laenger;2601422%20\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.D.:<\/strong> Ich w&uuml;rde diese Zahlen allerdings vorsichtig interpretieren, da<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>nur wenige Betriebe ihr Personal aufstocken, wodurch die Belegschaften bei mehr Auftr&auml;gen nat&uuml;rlich &Uuml;berstunden machen m&uuml;ssen.<\/li>\n<li>in der Leiharbeit sich meistens Vertr&auml;ge mit einer 35-Stunden-Woche finden. Hier werden nat&uuml;rlich dann schnell &Uuml;berstunden gemacht. Dies ist auch so gewollt, da diese Stunden auf Zeitkonten gehen, um bei Auftragsflaute diese &Uuml;berstunden abfeiern zu d&uuml;rfen (m&uuml;ssen). Darum sind diese Zeitkonten meist mit 100 und mehr Stunden zu f&uuml;llen, bevor die &Uuml;berstunden dann endlich ausgezahlt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das hei&szlig;t auch, dass der Aufschwung &ndash; vorausgesetzt es gibt ihn wirklich &ndash; an den Arbeitern und Angestellten wohl zumindest vorerst mal vorbeigehen wird.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ein klein wenig Diktatur<\/strong><br>\nAu&szlig;enpolitiker aus dem Berliner Establishment diskutieren &uuml;ber einen m&ouml;glichen Nutzen diktatorischer Regierungsformen. Nach Auffassung mancher Beobachter befinde sich der Westen derzeit in einem &ldquo;Zustand der Ersch&ouml;pfung demokratischer Energie und der Erosion demokratischer Institutionen&rdquo;, hei&szlig;t es in der aktuellen Ausgabe der f&uuml;hrenden deutschen Zeitschrift auf dem Feld der Au&szlig;enpolitik. Zugleich sei &ldquo;verschiedentlich von diktatorischen Befugnissen und Ma&szlig;nahmen die Rede&rdquo;, wenn auch meistens im Sinne einer tempor&auml;ren Diktatur. Die zentrale Frage sei, ob &ldquo;jenseits der Legalordnung Legitimit&auml;tsreserven angezapft&rdquo; werden k&ouml;nnten, um &ldquo;eine in die Jahre gekommene Ordnung&rdquo; &ndash; die Demokratie &ndash; &ldquo;zu verj&uuml;ngen&rdquo;, schreibt die Zeitschrift unter Nutzung von Begriffen, die der NS-Kronjurist Carl Schmitt in den 1930er Jahren verwendete, um die Au&szlig;erkraftsetzung einer demokratischen Verfassung zu begr&uuml;nden. Der Artikel legt nahe, dass manche Wirtschaftsvertreter autorit&auml;ren Ma&szlig;nahmen keineswegs abgeneigt sind, und fragt, ob &ldquo;der Verfassungsstaat im Systemwettbewerb&rdquo; gegen&uuml;ber China und Russland &ldquo;noch bestehen&rdquo; kann. Die Diktatur, urteilt der Autor, ein Beiratsmitglied der Berliner Bundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik, &ldquo;hat sich als Irrweg erwiesen&rdquo;. Einer Grundsatzdebatte &uuml;ber den Nutzen diktatorialer Praktiken verweigert er sich jedoch nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57833\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&bdquo;Eliten&ldquo; schreiben Merkel ab<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Andreas Theyssen &ndash; Es reicht, Frau Merkel<\/strong><br>\nSchwarz-Gelb und die Bundeskanzlerin Angela Merkel f&uuml;hren unertr&auml;glich absurdes Theater auf. Ein CDU-W&auml;hler verabschiedet sich. Angela Merkel, so wird kolportiert, z&ouml;gere lange bei ihren Entscheidungen, weil sie als Physikerin die Dinge vom Ende her denke. Inzwischen aber muss man sich die Frage stellen, ob die Kanzlerin nicht besser an ihr Ende denken sollte. Ich tue es. Im September habe ich Angela Merkel und ihrer CDU meine Stimme gegeben. Das war, so muss ich heute gestehen, ein Fehler. Denn das, was sich diese schwarz-gelbe Chaostruppe erlaubt, ist beispiellos. Dabei sind wir wahrlich nicht verw&ouml;hnt. Die Anfangszeit von Gerhard Schr&ouml;ders Rot-Gr&uuml;n glich einem Tollhaus. Die Gro&szlig;e Koalition startete mit einem mathematischen Wunder: Die CDU hatte die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte erh&ouml;hen wollen, die SPD um null, nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen gab es einen Aufschlag von drei Prozentpunkten. Doch auch f&uuml;r Tollhaus gibt es noch eine verbale Steigerungsform. Sie hei&szlig;t Merkelei. Merkel gilt als Taktikerin der Macht. Dagegen w&auml;re per se nichts einzuwenden. Nur: Inzwischen ist sie zur reinen Taktikerin der Parteimacht verkommen, sieht die Welt nur noch durch ihre CDU-Brille, und damit heizt sie die Krise massiv an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:kolumne-andreas-theyssen-es-reicht-frau-merkel\/50127045.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein recht vielsagendes und erfrischendes Bekenntnis, vor allem vor dem Hintergrund zahlreicher Artikel des Leiters des Politikressorts der FTD.<\/em><\/p><\/li>\n<li>\n<strong>Top-Entscheider strafen Bundesregierung ab<\/strong><br>\nDeutschlands F&uuml;hrungsspitzen sind von der Bundesregierung zutiefst entt&auml;uscht. Das ist das Kernergebnis des neuen Capital-Elite-Panels, eine Umfrage unter 533 repr&auml;sentativ ausgew&auml;hlten F&uuml;hrungsspitzen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, die das Institut f&uuml;r Demoskopie Allensbach (IfD) f&uuml;r Capital zwei Mal j&auml;hrlich erhebt. Nur sechs Prozent sind mit der Arbeit von Schwarz-Gelb zufrieden, dagegen zeigen sich 92 Prozent entt&auml;uscht. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) halten die einstige Wunschkoalition f&uuml;r zu schwach, um die anstehenden Probleme zu l&ouml;sen.<br>\nDie Mehrheit der Wirtschaftsbosse traut der Bundesregierung eine erfolgreiche Sanierung der Staatsfinanzen nicht zu: 60 Prozent glauben nicht, dass der Bund die Schuldenbremse einhalten wird. Die F&uuml;hrungsspitzen w&auml;ren im Zuge des Sparpakets zu deutlich h&auml;rteren Einschnitten bereit gewesen: 86 Prozent halten den Abbau von Steuerverg&uuml;nstigungen f&uuml;r akzeptabel, etwa bei Schicht- und Nachtarbeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.capital.de\/politik\/:Capital-Elite-Panel--Top-Entscheider-strafen-Bundesregierung-ab\/100030867.html?nv=rss\">Capital<\/a> \n<p>Anmerkung WL: Klar, dass die &bdquo;Top-Entscheider&ldquo; beim Abbau von Steuerverg&uuml;nstigungen zuerst an die Steuerentlastung bei Schicht- und Nachtarbeit denken. Diese &bdquo;Eliten&ldquo; werfen Merkel eigentlich nur vor, dass sie nicht gut genug nach deren Pfeife tanzt und nicht in der Lage ist f&uuml;r deren Melodie ausreichende Zustimmung zu schaffen.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Horst K&ouml;hler und die Koalition: Geschichte eines Missverst&auml;ndnisses<\/strong><br>\nHorst K&ouml;hler galt 2004 als Vorbote einer neuen schwarz-gelben Reformzeit. Doch als Union und FDP tats&auml;chlich 2009 an die Macht kamen, war der Bundespr&auml;sident entr&uuml;ckt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/horst-koehler-und-koalition-zapfenstreich-die-geschichte-eines-missverstaendnisses-1.959450\">SZ<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu Der schwarz-gelbe Pr&auml;sident: <a href=\"\/?p=2864\">&bdquo;Zur Freiheit geh&ouml;rt Ungleichheit&ldquo;<\/a> und zahlreiche andere Artikel &uuml;ber Horst K&ouml;hler in den NachDenkSeiten.<\/em><\/p><\/li>\n<p><strong>Nur nebenbei:<\/strong><\/p>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Gauck und Bertelsmann<\/strong><br>\nAm Donnerstagabend, 21. Januar (2010), wird die Bundeskanzlerin ab ca. 18 Uhr an der Veranstaltung anl&auml;sslich des 70. Geburtstages von Joachim Gauck in der Bertelsmann-Repr&auml;sentanz Berlin teilnehmen und dort auch ein Gru&szlig;wort sprechen. Die Veranstaltung wird als Podiumsgespr&auml;ch mit dem Titel &ldquo;Die friedliche Revolution 1989\/1990 in Deutschland und Mittel- und Osteuropa&rdquo; vom Siedler-Verlag und der Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung organisiert. Die Veranstaltung ist presse&ouml;ffentlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundesregierung.de\/nn_1516\/Content\/DE\/Mitschrift\/Pressekonferenzen\/2010\/01\/2010-01-15-regpk.html\">Bundesregierung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Lafontaine: Kraft wollte nicht wirklich mit uns verhandeln<\/strong><br>\nHerr Lafontaine, die Kanzlerin wirft der NRW-SPD eine Verweigerungshaltung vor. Stimmen Sie ihr zu?<br>\nLafontaine: Ich stimme ihr zu. Aber ich wundere mich. Frau Merkel profitiert davon. Frau Kraft tr&auml;gt die Verantwortung daf&uuml;r, dass Sozialabbau im Bundesrat eine Mehrheit hat.<br>\nDeswegen pl&auml;diert Sigmar Gabriel daf&uuml;r, dass sich Frau Kraft zur Ministerpr&auml;sidentin w&auml;hlen l&auml;sst. Sie soll regieren, um andere am Regieren zu hindern. Ist es nicht zu tricky?<br>\nLafontaine: Nein, ich teile Gabriels Argument. In dem Moment, in dem R&uuml;ttgers dem Sparpaket im Bundesrat zustimmt, ist es um Krafts Glaubw&uuml;rdigkeit geschehen. Sie spielt R&uuml;ttgers in die H&auml;nde.<br>\nAber die SPD h&auml;lt sie f&uuml;r regierungsunf&auml;hig.<br>\nLafontaine: Es ist absurd, wenn die SPD meint, sie m&uuml;sste die Linke auf Demokratie und auf Rechtsstaatlichkeit pr&uuml;fen.<br>\nIn der heutigen F&uuml;hrung der Linken sind f&uuml;nf ehemalige Sozialdemokraten und zwei ehemalige Mitglieder der SED. Alle anderen sind sp&auml;ter zur Linken gesto&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tlz.de\/startseite\/detail\/-\/specific\/Lafontaine-Kraft-wollte-nicht-wirklich-mit-uns-verhandeln-428495084#\">Th&uuml;ringische Landeszeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Rohstoff der Tr&auml;ume<\/strong><br>\nDie Nachricht kam zur rechten Zeit. Afghanistan verf&uuml;gt offenbar &uuml;ber ungeheure Rohstoffvorkommen, die dem Land gl&auml;nzende Zukunftsperspektiven verhei&szlig;en. Dies hat zu Wochenbeginn die milit&auml;rischen Entwicklungen am Hindukusch erst einmal in den Hintergrund gedr&auml;ngt: Das Eingest&auml;ndnis des Kommandeurs der Nato-Schutztruppe, US-General Stanley McChrystal, dass die Offensive der Nato in der Provinz Helmand stockt und der als Entscheidungsschlacht angek&uuml;ndigte Vorsto&szlig; in der Talibanhochburg Kandahar bis auf weiteres verschoben wird. F&uuml;r den internationalen Milit&auml;reinsatz in Afghanistan kommt dies beinahe einer Bankrotterkl&auml;rung gleich. Vielleicht ist es daher kein Zufall, dass die &bdquo;New York Times&ldquo; gerade jetzt Ergebnisse von vielversprechenden Luftmessungen und Probebohrungen aus Afghanistan verbreitet und US-Regierungsstellen Afghanistan zum &bdquo;Saudi-Arabien des Lithium&ldquo;ausrufen, jenem Stoff, der etwa f&uuml;r Akkus und Laptops gebraucht wird. Nur einen Tag nach dem Beitrag vom Montag berichtet das Blatt, Obama laufe Gefahr, zum Ende seiner ersten Amtszeit mehr Truppen in Afghanistan zu haben als zu Beginn. Wer die Logik amerikanischer Politik kennt, der wei&szlig;, dass dies keine guten Aussichten f&uuml;r den Pr&auml;sidenten sind. Erfolgsmeldungen, die noch dazu indirekt eine Legitimation f&uuml;r einen l&auml;ngeren Afghanistaneinsatz bieten, d&uuml;rften dem Wei&szlig;en Haus daher h&ouml;chst gelegen kommen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/rohstoff-der-traeume\/1860084.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kein-goldrausch-am-hindukusch\/1860234.html\">Tagesspiegel<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Erfreulich, dass etliche Zeitungen, wie auch der Tagesspiegel, der ansonsten f&uuml;r den Afghanistaneinsatz pl&auml;diert, entdecken, dass die vom Pentagon lancierten Meldungen den USA gelegen kommen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Das Allerletzte: Nehmt dem Neger endlich die Tr&ouml;te weg!<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/2911\/nehmt-dem-neger-endlich-die-trote-weg%20\">Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Die Mittelschicht verliert; Sanktionen gegen Hartz IV-Empf&auml;nger; sparen in den Niedergang; das W-Wort; Schiedsrichter f&uuml;r die Banken; Konjunkturorakel; Deutsche arbeiten l&auml;nger; ein klein wenig Diktatur; &bdquo;Eliten&ldquo; schreiben Merkel ab; Horst K&ouml;hler und die Koalition; Gauck und Bertelsmann; Kraft wollte nicht; Rohstoff der Tr&auml;ume; nehmt dem Neger die Tr&ouml;te weg.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5906\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5906","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5906","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5906"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5906\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5911,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5906\/revisions\/5911"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5906"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5906"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5906"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}