{"id":59345,"date":"2020-03-17T08:22:42","date_gmt":"2020-03-17T07:22:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345"},"modified":"2020-03-17T11:49:35","modified_gmt":"2020-03-17T10:49:35","slug":"hinweise-des-tages-3573","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h01\">Gro&szlig;man&ouml;ver &bdquo;Defender Europe 20&ldquo; endet vorzeitig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h02\">Epizentrum der Epidemie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h03\">Ischgl war die heimliche Virus-Drehscheibe in Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h04\">Davon tr&auml;umen Autokraten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h05\">Kassiererin &uuml;ber den Corona-Lockdown &ldquo;Heute war es so schlimm wie nie zuvor!&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h06\">Griechenland-Hilfen lohnen sich f&uuml;r Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h07\">Das ist Demokratie, wie ich sie verstehe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h08\">Frankreich verh&auml;ngt wegen illegaler Monopolpraktiken Milliardenstrafe gegen Apple<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h09\">Gro&szlig;e Sorgen in der Sexarbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h10\">Homeoffice als Klassenfrage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h11\">Eine soziale Krise mit einer Gesundheitskrise obendrauf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h12\">Kellner zur Ernte auf den Acker?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h13\">Wie Verbraucher ihre Rentenl&uuml;cke berechnen und schlie&szlig;en k&ouml;nnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h14\">Coronavirus: Die Agrarindustrie w&uuml;rde Millionen Tote riskieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h15\">Zweifel an T&auml;terschaft Amris im Untersuchungsausschuss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h16\">Die russische Frau, der russische Mann und &bdquo;Die Zeit&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h17\">Best of Informationsfreiheit: Handyl&ouml;schungen &ndash; Scheuer, von der Leyen und bald die anderen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59345#h18\">Das Letzte &ndash; Dass eine Ostdeutsche dieses Land f&uuml;hrt, ist ein Gl&uuml;cksfall<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,  dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Gro&szlig;man&ouml;ver &bdquo;Defender Europe 20&ldquo; endet vorzeitig<\/strong><br>\nDie Vereinigten Staaten stoppen die gr&ouml;&szlig;te Verlege&uuml;bung nach Europa seit 25 Jahren. Schiffe auf dem Atlantik drehen um. Die 37.000 Teilnehmer kehren heim.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/corona-us-grossmanoever-defender-europe-20-endet-vorzeitig-16681501.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Man glaubt es kaum, aber zumindest in dieser Frage hat am Ende noch die Vernunft gesiegt. Lesen Sie dazu auch: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59228\">NATO-Man&ouml;ver &bdquo;Defender-Europe 20&ldquo; &ndash; nicht nur einfrieren, sondern sofort absagen!<\/a><\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Epizentrum der Epidemie<\/strong><br>\nCoronavirus Obwohl die Gesundheitsversorgung in der Lombardei als eine der besten europaweit gilt, sind die Ressourcen zusehends ersch&ouml;pft, die &Auml;rzte noch mehr.<br>\nZwischen Februar und Mitte M&auml;rz sind die Fallzahlen in weniger als zwei Wochen von ein paar hundert auf &uuml;ber 10.000 gestiegen. Hospit&auml;ler im Norden &ndash; dem Epizentrum der Epidemie &ndash; f&uuml;llten sich schnell, da viele Patienten f&uuml;r bis zu drei Wochen auf Intensivpflege angewiesen sind. Das Bild einer Gesundheits- und Krankenpflegerin, die w&auml;hrend einer Nachschicht mit angelegter Gesichtsmaske zusammenbrach, vor kurzem im Netz verbreitet, wurde zum Sinnbild f&uuml;r die &Uuml;berforderung des medizinischen Personals. &hellip;<br>\nMit Ausbreitung der Krankheit stieg die Zahl der Opfer kontinuierlich an, was besonders in Kleinst&auml;dten weitere Probleme verursachte. Die Toten f&uuml;llten die Leichenhallen kleinerer Krankenh&auml;user, w&auml;hrend man auf die Totenscheine wartete, um sie beerdigen zu k&ouml;nnen. In Bergamo, eine Stunde von Mailand entfernt, funktionierte man die Friedhofskapelle zur Leichenhalle um. &bdquo;Vor einem Jahr hatten wir durchschnittlich vier Tote pro Tag, heute sind es 22&ldquo;, berichtet Camillo Bertocchi, B&uuml;rgermeister von Alzano Lombardo, einer Kleinstadt in der N&auml;he von Bergamo, die von dem Ausbruch mit am st&auml;rksten betroffen ist. &hellip;<br>\nIn der Lombardei, im Herzen des reichen Nordens des Landes, gilt die Gesundheitsversorgung als eine der besten &ndash; und st&ouml;&szlig;t dennoch an Grenzen. Vor kurzem verk&uuml;ndete Roberto Gallera, der f&uuml;r Gesundheit zust&auml;ndige Rat der Region: Man rekrutiere &Auml;rzte aus China, Kuba und Venezuela, nachdem andere EU-L&auml;nder nicht auf die Bitten um schnelle Hilfe reagiert h&auml;tten, aus Angst, bald selbst nicht mehr gen&uuml;gend Personal zur Verf&uuml;gung zu haben. Jetzt f&uuml;rchten viele, auch im S&uuml;den, wo die medizinische Versorgung schlechter ist, k&ouml;nnten die COVID19-F&auml;lle zunehmen. &hellip;<br>\n&bdquo;Wir laufen Gefahr, die Rechnung f&uuml;r jahrzehntelange Sparma&szlig;nahmen zu bezahlen. Intensivpflege ist teuer und h&auml;ufig mussten wir Patienten in andere Regionen verlegen&ldquo;, so Piacevoli, der 20 Jahre lang die Abteilung f&uuml;r An&auml;sthesie und Intensivpflege am ACO San Filippo Neri, einem der gr&ouml;&szlig;ten Krankenh&auml;user Roms, geleitet hat. &bdquo;Dies ist das Resultat einer Politik, die Privatkliniken bevorzugt. Nur liegt jedes Mal, wenn es einen Notfall gibt, die Last auf der &ouml;ffentlichen Gesundheitsversorgung&ldquo;. Einem Bericht der Gimbe-Stiftung von 2019 zufolge hat der Mangel an Investitionen in das &ouml;ffentliche Gesundheitssystem im vergangenen Jahrzehnt zu einer K&uuml;rzung von 37 Milliarden gef&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/epizentrum-der-epidemie\">Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> In Italien zeigen sich jetzt mit absoluter Gnadenlosigkeit die Folgen neoliberaler Sparpolitik. Ein Schicksal, das nun auch Deutschland bl&uuml;ht und die politisch Verantwortlichen f&uuml;r eine jahrzehntelange neoliberale Politik werden in den deutschen &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; auch noch f&uuml;r ihr hervorragendes &bdquo;Krisenmanagement&ldquo; gefeiert. Und das sollte man nicht vergessen!<\/em><\/p>\n<p><strong>Experten fordern Schlie&szlig;ung zahlreicher Krankenh&auml;user<\/strong><br>\nPatienten in Deutschland k&ouml;nnten einer Studie zufolge mit weniger als der H&auml;lfte der Krankenh&auml;user deutlich besser versorgt werden. Die Zahl der Kliniken solle von aktuell knapp 1.400 auf weniger als 600 sinken, hei&szlig;t es in einer Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Die verbleibenden H&auml;user k&ouml;nnten dann mehr Personal und eine bessere Ausstattung erhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2019-07\/bertelsmann-stiftung-kliniken-krankenhaus-studie-schliessung\">Zeit<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=53434\">&bdquo;Krankenh&auml;user schlie&szlig;en &ndash; Leben retten?&ldquo; &ndash; &Ouml;ffentlich-rechtlicher Kampagnenjournalismus zur besten Sendezeit<\/a><\/strong>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Ischgl war die heimliche Virus-Drehscheibe in Europa<\/strong><br>\nAn Bord des Fliegers aus M&uuml;nchen sto&szlig;en die isl&auml;ndischen Beh&ouml;rden nicht nur auf einen R&uuml;ckkehrer aus Italien, dessen Corona-Test am 1. M&auml;rz positiv ausf&auml;llt. Weitere Proben zeigen, dass auch Mitglieder einer 14-k&ouml;pfigen Ischgl-Reisegruppe das VScirus heimgebracht haben.<br>\nAm Morgen des 5. M&auml;rz zieht Island Konsequenzen: Das Skigebiet wird zu einem Risikogebiet wie der Iran und das chinesische Wuhan erkl&auml;rt. Wer in Ischgl war, soll sich in 14-t&auml;gige Quarant&auml;ne begeben und die Beh&ouml;rden kontaktieren.<br>\n&Ouml;sterreichs Beh&ouml;rden antworten schnell und fatal falsch, wie es heute aussieht. Es erscheine &ldquo;aus medizinischer Sicht wenig wahrscheinlich, dass es in Tirol zu Ansteckungen gekommen ist&ldquo;, erkl&auml;rt Landessanit&auml;tsdirektor Franz Katzgraber per Pressemitteilung. Nach Ansicht der &Ouml;sterreicher haben sich die Urlauber an Bord bei dem kranken Italien-R&uuml;ckkehrer angesteckt. Der Ski-Spa&szlig; geht normal weiter.<br>\nEs wird bis zum 14. M&auml;rz dauern, bis Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer das volle Ausma&szlig; deutlich machen: Sie &ldquo;rufen alle Personen, die sich seit 28. Februar 2020 in den betroffenen Regionen Paznauntal, St. Anton am Arlberg und Heiligenblut aufgehalten haben, dringend auf, sich in h&auml;usliche Selbstisolation zu begeben.&rdquo; Seit dem Abend des 13. M&auml;rz gilt beim deutschen Robert Koch-Institut Tirol als Risikogebiet.<br>\nIn anderen L&auml;ndern wurde in der Zwischenzeit schneller reagiert. Norwegen bittet nach den Berichten aus Island eine Reisegruppe aus Ischgl bereits am 7. M&auml;rz zu Tests, einige entpuppen sich als positiv. Am Sonntag meldete Norwegen, dass von 1.198 Infizierten 491 das Virus aus &Ouml;sterreich haben &ndash; und das &uuml;berwiegend aus dem Paznauntal. Die Zahl vermittelt eine Idee f&uuml;r die Ausma&szlig;e: Norweger stellen in Tirol eine viel kleinere G&auml;stegruppe als die Deutschen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/panorama\/id_87525436\/coronavirus-von-ischgl-verbreitete-sich-covid-19-in-ganz-europa.html?utm_source=pocket-newtab\">t-online<\/a>\n<p><strong>dazu: Hotspot Ischgl &ndash; Gier und Versagen in Tirol<\/strong><br>\nIn &Ouml;sterreich gab&rsquo;s am Sonntag traumhaftes Wetter. Beinahe Kaiserwetter, w&uuml;rde man in Tirol sagen, wenn der Himmel strahlend blau ist und die Pisten perfekt pr&auml;pariert sind. In den Bergen bot sich ein vertrauter Anblick: ungest&ouml;rter Skibetrieb. Sessellifte und Gondeln schaukelten zu fr&ouml;hlicher Zithermusik auf die Tiroler Berge, in Hochk&ouml;ssen, in Finkenberg und wie die Skigebiete alle hei&szlig;en.<br>\nSogar in Teilen des wegen der Corona-Pandemie gesperrten Paznauntales, wo das Skiresort Ischgl liegt, konnte man Ski fahren. Ischgl, das ist der Hotspot der Corona-Infektionen in &Ouml;sterreich &ndash; gem&auml;&szlig; einer bereits vor zehn Tagen erfolgten Warnung der isl&auml;ndischen Gesundheitsbeh&ouml;rden und j&uuml;ngst auch nach Hinweisen des Robert-Koch-Instituts.<br>\nVon einer Apr&egrave;s-Ski-Bar im &ldquo;Ballermann der Alpen&rdquo; gingen vermutlich dutzende Infektionen internationaler Skiurlauber mit dem Virus aus. T&auml;glich mehren sich in D&auml;nemark, Schweden, und vor allem in Deutschland Berichte &uuml;ber neue positiv getestete F&auml;lle von Personen, die eines gemeinsam haben: Sie kamen direkt vom Skiurlaub in Ischgl.<br>\nDurch Sekund&auml;rinfektion nach der R&uuml;ckkehr geht die Zahl in die Hunderte. Umso gespenstischer, ja verst&ouml;render war, dass die Tiroler Beh&ouml;rden den Skibetrieb nicht schon vor Tagen sofort eingestellt beziehungsweise die G&auml;ste in Ischgl isoliert haben, sondern sie v&ouml;llig ungeordnet ausreisen lie&szlig;en. 300 buchten laut Tiroler Tageszeitung noch Freitag in Innsbrucker Hotels um.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.derstandard.de\/story\/2000115776404\/hotspot-ischgl-gier-und-versagen-in-tirol\">Der Standard<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Hier scheint sich eine ersch&uuml;tternde Wahrheit zu manifestieren, dass der massive Ausbruch des Corona-Virus in Europa, explizit in &Ouml;sterreich, auf Ignoranz und Inkompetenz in Politik und Gesundheitsbeh&ouml;rden zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist und unvermeidlich auf Geldgier.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Davon tr&auml;umen Autokraten<\/strong><br>\n&Ouml;sterreich hat wegen des Coronavirus die Freiheitsrechte der Bev&ouml;lkerung massiv eingeschr&auml;nkt. Das ist in dieser Situation nachvollziehbar, aber es birgt auch Gefahr.<br>\nWozu doch so ein Virus in der Lage ist. Pl&ouml;tzlich sind Ma&szlig;nahmen gesellschaftsf&auml;hig, von denen Autokraten und Diktatoren nur tr&auml;umen k&ouml;nnen: Ausgangssperren, Abschaffung der Versammlungsfreiheit, gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Kontrolle des &ouml;ffentlichen Lebens. In diesen Tagen wird deutlich, dass auch in sehr demokratischen L&auml;ndern wie &Ouml;sterreich Sondersituationen Sonderma&szlig;nahmen erfordern k&ouml;nnen. Demokratisch beschlossen und gut kommuniziert, d&uuml;rfen es auch Einschr&auml;nkungen von Freiheitsrechten sein, die bislang undenkbar erschienen. &hellip;<br>\nVergleicht man &Ouml;sterreich mit Deutschland, so stellt man fest, dass Wien deutlich schneller und drastischere Ma&szlig;nahmen als Berlin getroffen hat. W&auml;hrend am Sonntag die Ausgangsbeschr&auml;nkungen beschlossen und die &Ouml;ffentlichkeit schon &uuml;ber die bevorstehenden Schritte informiert wurde, fanden im benachbarten Bayern noch Kommunalwahlen statt. Ob die harten Einschr&auml;nkungen in &Ouml;sterreich im Ergebnis besser sind als die im Vergleich eher lockere Handhabe in Deutschland, wird man demn&auml;chst messen k&ouml;nnen.<br>\nDie Gefahr, die jedoch besteht, ist, dass ein Gew&ouml;hnungseffekt auftreten k&ouml;nnte: dass Menschen in Krisensituationen k&uuml;nftig schneller als bisher Einschr&auml;nkungen von Freiheitsrechten hinnehmen. Dass die Sehnsucht nach dem sprichw&ouml;rtlichen starken Mann, der endlich durchgreift, st&auml;rker wird. Und dass dar&uuml;ber der kritische Blick auf Regierungshandeln verloren geht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2020-03\/ausgangssperren-oesterreich-infektionsschutz-coronavirus\">Zeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Kassiererin &uuml;ber den Corona-Lockdown &ldquo;Heute war es so schlimm wie nie zuvor!&rdquo;<\/strong><br>\nAbstand halten? F&uuml;r Einzelhandelskauffrau Farina Kerekes keine Option. Statt Dank f&uuml;r ihren Job zu bekommen, wird sie von Kunden beschimpft. Ein Protokoll.<br>\nEs ist schlimmer als in der Phase vor Weihnachten. Zu dem Stress kommt noch die beklemmende Stimmung. Abends kann ich nur noch auf der Couch liegen. Klar denke ich dann manchmal: Ich w&uuml;rde auch gern in Quarant&auml;ne sein. Aber meine Arbeit ist ja so wichtig. Auf einmal redet die Politik sogar von &bdquo;systemrelevant&ldquo;.<br>\nIch f&auml;nde gut, wenn sich das auch mal in der Entlohnung widerspiegeln w&uuml;rde oder in den Arbeitsbedingungen. Das w&auml;re eine angemessene Form der Wertsch&auml;tzung! Ich habe Gl&uuml;ck und werde nach Tarif bezahlt, aber viele Kollegen bekommen nur Mindestlohn.<br>\nMeinen &Auml;rger &uuml;ber die Kunden habe ich am Sonntag auf Twitter gestellt &ndash; inzwischen haben sich das eine Million Leute angesehen. Ein paar Leute haben tats&auml;chlich kommentiert, ich solle dann halt Mundschutz tragen und Plastikhandschuhe. Sehr witzig: Masken sind auch f&uuml;r uns ausverkauft, werden woanders viel dringender gebraucht und mit den Handschuhen kann ich unsere Touchpads nicht bedienen.<br>\nNat&uuml;rlich gibt es auch Kunden, die uns danken, daf&uuml;r, dass wir an vorderster Front die Stellung halten. Heute kam eine Ruhrpottomma und wunderte sich: &bdquo;Haben die denn alle so viel zu schei&szlig;en?&ldquo;. Sch&ouml;n, wenn es andere f&uuml;r uns sagen. Sowas muntert mich auf. Und zum Gl&uuml;ck habe ich morgen die Sp&auml;tschicht.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/kassiererin-ueber-den-corona-lockdown-heute-war-es-so-schlimm-wie-nie-zuvor\/25651004.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.M.:<\/strong> Es wird immer deutlicher: Die Politik hat das Problem untersch&auml;tzt und wochenlang Zeit verplempert mit Beschwichtigungen und Beruhigungspillen. An vorderster Front: Jens Spahn und Horst Seehofer. Jetzt reagiert die Politik in Panik, und Leidtragende sind u. a. die Verk&auml;uferinnen und Kassiererinnen, die im Alltag dem Virus schutzlos ausgesetzt sind.<\/em><\/p>\n<p><em>Diese Gruppen ben&ouml;tigen wirksamen Schutz. Dagegen haben verkappte Wirtschafts-Lobbyisten wie Peter Altmaier, Olaf Scholz, Angela Merkel und Co. vor allem die Gro&szlig;betriebe im Visier.<\/em><\/p>\n<p><em>Dabei haben viele Dax-Firmen (und andere Unternehmen), die jetzt nach Hilfe rufen (wie die Lufthanse oder Reiseunternehmen) in der Vergangenheit pr&auml;chtig verdient und hohe Dividenden ausgesch&uuml;ttet. Dann sollen auch auch mal die Eigent&uuml;mer ran, und nicht sofort die Steuerzahler, die ihnen die Risiken abnehmen. Die Finanzkrise von 2008 l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Griechenland-Hilfen lohnen sich f&uuml;r Deutschland<\/strong><br>\nDer Bundeshaushalt profitiert einem Bericht zufolge von dem Kredit, der Griechenland im Jahr 2010 gew&auml;hrt wurde. Die Zinseinnahmen belaufen sich auf 443 Millionen Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2020-03\/kfw-staatliche-foerderbank-griechenland-kredit-zinseinnahmen\">Zeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Das ist Demokratie, wie ich sie verstehe<\/strong><br>\n&Uuml;ber Monate hat Yanis Varoufakis im Jahr 2015 als griechischer Finanzminister vertrauliche EU-Runden zur Schuldenkrise mitgeschnitten &ndash; und ver&ouml;ffentlichte sie nun. Im SPIEGEL erl&auml;utert er die Beweggr&uuml;nde.<br>\nSPIEGEL: Herr Varoufakis, die Euro-Gruppe ist ein Gremium auf Arbeitsebene. Die Treffen sind in der Regel vertraulich. Wie kommt man da als Finanzminister eines Mitgliedslandes auf die Idee, die Gespr&auml;che aufzunehmen, und das auch noch heimlich?<br>\nVaroufakis: Das war kein fester Plan. Aber irgendwann wurde es einfach notwendig. Es gibt keine offiziellen Protokolle der Gespr&auml;che in der Euro-Gruppe. Um die eigene Regierung zu informieren, braucht man eigene Aufzeichnungen. Aber vor allem: Man kann auch nie beweisen &ndash; auch gegen&uuml;ber den anderen Finanzministern der Euro-Gruppe und den Institutionen, W&auml;hrungsfonds, Europ&auml;ische Kommission und Zentralbank nicht -, was in den Sitzungen besprochen und vereinbart wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/das-ist-demokratie-wie-ich-sie-verstehe-a-5167e153-1a04-45c5-bae6-978bf4b95aab\">Spiegel<\/a>\n<p><strong>dazu: <a href=\"https:\/\/diem25.org\/euroleaks-wie-intransparent-europas-staats-und-regierungschefs-entscheidungen-ueber-unsere-zukunft-treffen\/\">#Euroleaks: wie intransparent Europas Staats &ndash; und Regierungschefs Entscheidungen &uuml;ber unsere Zukunft treffen<\/a><\/strong>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Frankreich verh&auml;ngt wegen illegaler Monopolpraktiken Milliardenstrafe gegen Apple<\/strong><br>\nDie franz&ouml;sische Wettbewerbsbeh&ouml;rde hat Apple mit einer Strafe von gut 1,1 Milliarden Euro f&uuml;r aus ihrer Sicht illegale Vertriebsvereinbarungen belegt. Apple habe sich mit zwei Gro&szlig;h&auml;ndlern abgesprochen und dadurch den Wettbewerb beeintr&auml;chtigt, hei&szlig;t es.<br>\nZudem habe der Konzern unter anderem &uuml;ber restriktive Vertragsklauseln daf&uuml;r gesorgt, dass Ger&auml;te von spezialisierten Apple-H&auml;ndlern nicht g&uuml;nstiger als in seinen eigenen Stores verkauft worden seien, erkl&auml;rte Beh&ouml;rdenchefin Isabelle de Silva am Montag. Es gehe um verschiedene Apple-Produkte wie iPad-Tablets, nicht aber um iPhones.<br>\nF&uuml;r die franz&ouml;sische Wettbewerbsbeh&ouml;rde Autorit&eacute; de la Concurrence ist das die bisher h&ouml;chste Strafe gegen ein einzelnes Unternehmen. Die beiden Gro&szlig;h&auml;ndler Tech Data und Ingram Micro kamen mit deutlich niedrigeren Strafen von knapp 63 und gut 76 Millionen Euro davon. Ausgel&ouml;st hatte die Untersuchung eine Beschwerde des Apple-H&auml;ndlers eBizcuss aus dem Jahr 2012. Die Firma hatte sich in dem Jahr aus Frankreich zur&uuml;ckgezogen und ist noch in Belgien aktiv.<br>\nDie Wettbewerbsbeh&ouml;rde prangerte unter anderem an, dass die Rolle der beiden Gro&szlig;h&auml;ndler lediglich darauf reduziert gewesen sei, von Apple festgeschriebene Artikelmengen weiterzuleiten. Zwischen den beiden selbst habe es keine Konkurrenz gegeben. Bei Vertragsh&auml;ndlern habe Apple enge Grenzen f&uuml;r Werbeaktionen gesetzt. So wird eBizcuss von der Beh&ouml;rde mit der Aussage zitiert, man sei von Apple aufgefordert worden, die Preise zu erh&ouml;hen, wenn Ger&auml;te g&uuml;nstiger als vom Konzern selbst verkauft worden seien. Zugleich habe Apple seine spezialisierten H&auml;ndler vertraglich daran gehindert, europaweit exklusiv konkurrierende Marken zu verkaufen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/europa\/99306-frankreich-verhangt-milliardenstrafe-fur-apple\/\">RT Deutsch<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Bei einem aktuellen Quartalsgewinn von mehr als 22 Milliarden Dollar zahlt Apple diese Strafe aus der Portokasse.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Gro&szlig;e Sorgen in der Sexarbeit<\/strong><br>\nSt&auml;dte und Bundesl&auml;nder schlie&szlig;en Bordelle und verbieten vorerst Prostitution. Vielen Sexarbeitenden droht nun Obdachlosigkeit.<br>\n&bdquo;Das ist das ganz gro&szlig;e Drama&ldquo;, sagt Stephanie Klee vom Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen (BSD), in dem sich unter anderem Betreiber:innen von Bordellen organisiert haben: Mehrere St&auml;dte und Bundesl&auml;nder haben wegen des Corona-Virus angeordnet, Prostitutionsst&auml;tten vorerst zu schlie&szlig;en. Dazu geh&ouml;ren Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und das Saarland. Mit weiteren Verboten wird gerechnet. Die Polizei kontrollierte vielerorts bereits am Wochenende, ob die Verbote umgesetzt werden.<br>\nNat&uuml;rlich habe sie volles Verst&auml;ndnis, dass Gesundheit vorgehe, sagt Klee. &bdquo;Aber viele wissen nicht, wie sie die n&auml;chste Zeit &uuml;berstehen sollen.&ldquo;<br>\nAuch Johanna Weber vom Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD), der f&uuml;r Sexarbeiter:innen spricht, sagt: Vor allem unter denjenigen, die ohnehin schon marginalisiert arbeiten, die weder Krankenversicherung noch festen Wohnsitz haben, &bdquo;herrsche richtig Panik.&ldquo; Ohnehin h&auml;tten sehr viele Sexarbeitende nahezu keine R&uuml;cklagen.<br>\nOft wohnen Sexarbeiter:innen vor&uuml;bergehend in den Bordellen, in denen sie arbeiten. &bdquo;Die wurden jetzt von einem Tag auf den anderen auf die Stra&szlig;e gesetzt&ldquo;, sagt Weber. Viele, die nicht in Deutschland leben, k&ouml;nnten wahrscheinlich nicht mehr nach Hause reisen oder m&uuml;ssten in Quarant&auml;ne. Die Grenzen etwa nach Polen oder Bulgarien sind dicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Corona-und-Prostitution\/!5671919\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Hier geht es um Armutsprostitution von Frauen aus S&uuml;dosteuropa. Die Frauen sind nirgendwo angemeldet (verbotswidrig), haben keinen Krankenversicherungsschutz, zahlen keine Steuern, und trotz der Schwarzarbeit haben sie keine R&uuml;cklagen und k&ouml;nnen sie sich nicht einmal die Miete f&uuml;r eine normale Wohnung leisten, sondern m&uuml;ssen in ihren Arbeitszimmern leben (ebenfalls ungesetzlich). Mit anderen Worten: Ausbeutung auf schlimmsten Niveau; Zwangsarbeit, wobei fast egal ist, ob die Frauen mit Gewalt oder &ldquo;nur&rdquo; finanziell zu ihrer T&auml;tigkeit gezwungen werden. Diese Zwangslage bezeichnet die Autorin euphemistisch mit der Vokabel &ldquo;Sexarbeit&rdquo; &ndash; so, als h&auml;tten die Frauen sich den Job ausgesucht wie Krankenschwester oder B&auml;ckereiverk&auml;uferin. Was f&uuml;r ein grausam neoliberales Weltbild kann man eigentlich haben? Aber die taz steht anscheinend f&uuml;r die freie Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, solange nur alles &ldquo;frei&rdquo; passiert.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die taz beweist auf das Neue wie doch Neoliberalismus und Linksliberalismus aus der gleichen ideologischen Quelle sch&ouml;pfen. Die Frage wie frei denn nun die Entscheidung zur Lohnarbeit in den kapitalistischen Fabriken oder zur Prostitution, vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen, explizit den &ouml;konomischen Macht- und Besitzverh&auml;ltnissen denn wirklich ist, diese Frage ist der blinde Fleck in der linksliberalen Weltsicht.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59149#h10\">Armutsprostituierte aus Osteuropa: Eine Frau f&uuml;r f&uuml;nf Euro<\/a><\/strong>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Homeoffice als Klassenfrage<\/strong><br>\nIm Silicon Valley zeigt sich besonders deutlich, wer in der Coronakrise gewinnt &ndash; und wer verliert. Zu Hause bleibt, wer es sich leisten kann. Eindr&uuml;cke aus einer gespaltenen Stadt.<br>\nNicht zu Hause bleiben kann das Fu&szlig;volk der Plattform-&Ouml;konomie: die Zehntausenden von schlecht bezahlten Uber- und Lyft-Fahrern, die Essenslieferanten von DoorDash, die Amazon-Paket-Austr&auml;ger. Das Silicon-Valley-Prekariat. Solange es das selbstfahrende Auto und das Massenversandsystem per Drohnenschwarm noch nicht gibt, ist die sch&ouml;ne digitale Zuhause-Arbeitswelt auf Zulieferer angewiesen, auf analoge Wassertr&auml;ger. Homeoffice wird zum Statussymbol, zur Klassenfrage: Souver&auml;n ist, wer daheimbleiben kann. Gut m&ouml;glich, dass Corona diesen neuen Graben in der Arbeitswelt besser sichtbar machen und vertiefen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/coronavirus-angst-im-silicon-valley-homeoffice-als-klassenfrage-a-87dc136c-8866-4806-a6d3-6e08f7703ab3\">Spiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Eine soziale Krise mit einer Gesundheitskrise obendrauf<\/strong><br>\nDie USA wappnen sich f&uuml;r die Coronavirus-Pandemie. Immer mehr Menschen begeben sich in Quarant&auml;ne. Aber was ist mit den 1,4 Millionen Amerikanerinnen und Amerikanern, die zumindest vor&uuml;bergehend in Obdachlosigkeit leben? Bobby Watts und Barbara DiPietro vom National Healthcare for the Homeless Council (NHCHC) bef&uuml;rchten, dass Corona vor allem zulasten der &Auml;rmsten gehen wird &ndash; und sich die Krise der Gesundheitsversorgung in den USA noch versch&auml;rft.<br>\nZEIT ONLINE: Die Coronavirus-Pandemie hat l&auml;ngst auch die USA erreicht. W&uuml;rden Sie sagen, dass das US-Gesundheitssystem gut darauf vorbereitet ist?<br>\nBobby Watts: L&auml;ngst nicht f&uuml;r jeden. Wann immer das System unter Druck ger&auml;t, sind obdachlose Menschen als verwundbarste Mitglieder der Gesellschaft am st&auml;rksten betroffen. Sie leiden nicht nur h&auml;ufiger an chronischen Krankheiten, sondern haben aufgrund des eingeschr&auml;nkten Zugangs zu Nahrung und Unterkunft auch nur sehr begrenzte M&ouml;glichkeiten, ihr Immunsystem zu st&auml;rken. Wir sind daher &auml;u&szlig;erst besorgt &uuml;ber die Auswirkungen dieser Pandemie, denn sie veranschaulicht einmal mehr, in was f&uuml;r einem katastrophalen Zustand das amerikanische Gesundheitssystem ist. Wir haben bereits jetzt einen kritischen Mangel an M&ouml;glichkeiten zur Erstversorgung, der sich in den kommenden Wochen wahrscheinlich noch verschlimmern wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2020-03\/coronavirus-usa-gesundheitssystem-unversicherte-obdachlose-bobby-watts\">Zeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Kellner zur Ernte auf den Acker?<\/strong><br>\nSaisonarbeiter aus Polen oder Rum&auml;nien etwa k&ouml;nnten wegen Corona zu Hause bleiben, warnt der Bauernverband. K&ouml;nnen Restaurantkellner sie ersetzen?<br>\nDer Deutsche Bauernverband rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem Mangel an Erntehelfern aus dem Ausland. &bdquo;Wir bef&uuml;rchten, dass durch die Grenzschlie&szlig;ungen dringend ben&ouml;tigte Saisonarbeitskr&auml;fte und Erntehelfer fehlen werden&ldquo;, sagte Generalsekret&auml;r Bernhard Kr&uuml;sken am Montag der taz. [&hellip;]<br>\nVon dem Arbeitskr&auml;ftemangel seien akut die Gem&uuml;se- und Spargelbauern betroffen, aber auch andere Landwirtschaftsrichtungen h&auml;tten Besch&auml;ftigte aus dem europ&auml;ischen Ausland, erg&auml;nzte Kr&uuml;sken. &bdquo;Im Gem&uuml;sebau kommen wir jetzt in die ersten Arbeitsspitzen: Pflanzung von Salaten, Kohl etc., bald auch Ernte von Salat und Spargel. Im Obstbau stehen ab Mai die Ernten von Erdbeeren und ab Juni von anderen Beeren an&ldquo;, schrieb die Arbeitsgemeinschaft b&auml;uerliche Landwirtschaft.<br>\nZwar waren laut Statistischem Bundesamt 2016 nur 286.000 der insgesamt 940.000 Arbeitskr&auml;fte in der deutschen Landwirtschaft saisonweise &ndash; also bis zu 6 Monate &ndash; besch&auml;ftigt. Doch gerade &bdquo;Sonderkulturen&ldquo; wie Spargel werden gr&ouml;&szlig;tenteils von ausl&auml;ndischen Saisonkr&auml;ften geerntet, die bereit sind, f&uuml;r die vergleichsweise geringen L&ouml;hne diese k&ouml;rperlich anstrengenden T&auml;tigkeiten zu erledigen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Saisonkraefte-koennten-wegen-Corona-fehlen\/!5668684\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die Bauern heulen herum, weil die Ausl&auml;nder fehlen, die &ldquo;f&uuml;r die vergleichsweise geringen L&ouml;hne diese k&ouml;rperlich anstrengenden T&auml;tigkeiten [auf dem Feld] erledigen&rdquo;, und die taz heult mit: die armen Bauern! Das ist ein Ausnahmesituation, und der st&auml;ndige Hinweis darauf, dass die Bauern gef&auml;lligst vern&uuml;nftige, also deutlich h&ouml;here, L&ouml;hne zahlen sollen, wenn sie Arbeitskr&auml;fte haben wollen, funktioniert nur begrenzt. Und dennoch kotzt mich die Anspruchshaltung derma&szlig;en an. Wo steht geschrieben, dass Bauern ein Recht haben auf Arbeitskr&auml;fte, die &ldquo;f&uuml;r die vergleichsweise geringen L&ouml;hne diese k&ouml;rperlich anstrengenden T&auml;tigkeiten [&hellip;] erledigen&rdquo;? Was soll den Verweis auf Gastronomiekr&auml;fte &ndash; sind die auch so sch&ouml;n ausbeutbar, weil sie &uuml;blicherweise anstrengende Arbeit f&uuml;r sehr wenig Geld machen? Ist das nicht ein v&ouml;llig anderes Stellenprofil? Zwischen den Zeilen klingt f&uuml;r mich durch, dass solche Menschen, die jetzt wegen Restaurantschlie&szlig;ungen arbeitsfrei haben, zwangsverpflichtet werden sollen. Und wie ist Kl&ouml;ckners Drohung zu verstehen, dass sie die &ldquo;b&uuml;rokratischen Anforderungen [&hellip;] w&auml;hrend der Krise herunterfahren&rdquo; m&ouml;chte: die Vorgaben f&uuml;r die Landwirte sind eh schon zu lax &ndash; was soll denn da noch &ldquo;heruntergefahren&rdquo; werden, und wie verhilft weniger B&uuml;rokratie zu mehr Arbeitskr&auml;ften? Mir scheint, die Politik will auch diese Krise nicht ungenutzt lassen, die letzten Reste an Regulierung im Arbeitsmarkt zu beseitigen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wie Verbraucher ihre Rentenl&uuml;cke berechnen und schlie&szlig;en k&ouml;nnen<\/strong><br>\nDie gesetzliche Rente allein wird k&uuml;nftig nicht reichen. Das ist zwar den meisten Deutschen inzwischen klar. Doch das Rentenalter liegt f&uuml;r viele Verbraucher so weit in der Zukunft, dass sie wenig Lust haben, sich damit zu befassen. Das best&auml;tigt eine Umfrage des Instituts f&uuml;r Demoskopie Allensbach.<br>\nDemnach haben zwar 79 Prozent der Deutschen Zweifel, dass die Renten in Zukunft gesichert sind. Dennoch wissen viele nicht, wie hoch ihre gesamten Rentenanspr&uuml;che im Ruhestand eigentlich sind. Nur ein Viertel der Befragten meint, seine finanzielle Lage im Alter relativ gut einsch&auml;tzen zu k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/vorsorge\/altersvorsorge-sparen\/altersvorsorge-wie-verbraucher-ihre-rentenluecke-berechnen-und-schliessen-koennen\/25618294.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die Bundesregierung k&uuml;mmert sich nicht um existenzsichernde, deutlich h&ouml;here gesetzliche Renten, sondern l&auml;sst eine App programmieren, mit der man sich &ndash; ganz individuell &ndash; die Rentenl&uuml;cke ausrechnen kann; und das Handelsblatt bet&auml;tigt sich mitten im gr&ouml;&szlig;ten B&ouml;rsencrash seit mindestens 30 Jahren im Namen der Lobbyvereinigung &ldquo;Deutsches Aktieninstitut&rdquo; frohgemut als Propagandablatt f&uuml;r die &ldquo;private&rdquo; Altersvorsorge in Aktien &ndash; wir leben wirklich in einem Irrenhaus. Und da ist noch nicht mal ber&uuml;cksichtigt, dass ein Gro&szlig;teil der Menschen zwar seine Rentenl&uuml;cke dank der Rentenk&uuml;rzungen von Rot-Gr&uuml;n und Schwarz-Gelb bestaunen, aber mangels ordentlichem Lohn niemals schlie&szlig;en kann. Wahnsinn.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Coronavirus: Die Agrarindustrie w&uuml;rde Millionen Tote riskieren<\/strong><br>\nDu erforschst Epidemien und ihre Ursachen seit mehreren Jahren. In deinem Buch &raquo;Big Farms Make Big Flu&laquo; versuchst du, die Zusammenh&auml;nge zwischen industriellen landwirtschaftlichen Methoden, &Ouml;kolandbau und virusbedingter Ansteckungskrankheiten aufzuzeigen. Was sind deine Erkenntnisse?<br>\nDie eigentliche Gefahr jedes neuen Ausbruchs ist das Versagen, oder, besser gesagt, die zweckdienliche Weigerung zu begreifen, dass jeder neue Covid-19-Fall kein Einzelfall ist. Das vermehrte Auftreten von Viren steht in engem Zusammenhang mit der Nahrungsmittelproduktion und der Profitabilit&auml;t der multinationalen Unternehmen. Wer verstehen will, warum Viren immer gef&auml;hrlicher werden, muss das industrielle Modell der Landwirtschaft und insbesondere der Viehzucht untersuchen. Gegenw&auml;rtig sind nur wenige Regierungen und wenige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu bereit. Ganz im Gegenteil: Wenn die neuen Virusinfektionen ausbrechen, sind die Regierungen, die Medien und sogar die meisten medizinischen Einrichtungen so auf jeden einzelnen Notfall konzentriert, dass sie die strukturellen Ursachen, die dazu f&uuml;hren, dass mehrere eher marginale Krankheitserreger nacheinander zu pl&ouml;tzlicher weltweiter Ber&uuml;hmtheit gelangen, au&szlig;er Acht lassen.<br>\nWer ist daran schuld?<br>\nIch habe industrielle Landwirtschaft gesagt, aber es gibt einen gr&ouml;&szlig;eren Rahmen daf&uuml;r. Das Kapital erobert weltweit die letzten Urw&auml;lder und die letzten von Kleinbauern bewirtschafteten Fl&auml;chen. Diese Investitionen treiben die Entwaldung und damit eine Entwicklung voran, die zur Entstehung neuer Krankheiten f&uuml;hrt. Die funktionelle Vielfalt und Komplexit&auml;t dieser riesigen Landfl&auml;chen wird so vereinheitlicht, dass zuvor eingeschlossene Krankheitserreger auf die lokale Viehzucht und die menschlichen Gemeinschaften &uuml;berspringen. Kurz gesagt, die Metropolen des globalen Kapitals, Orte wie London, New York und Hongkong, m&uuml;ssen als Krisenherd f&uuml;r die wichtigsten Krankheiten betrachtet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/coronavirus-gefahren-ursachen-loesungen\/?fbclid=IwAR1MKmYAJCQr1j20DEnEJN07PLHZU1X57yfV4IIttIT-cOpRV_o-sNaIYtE\">Marx21<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das mag sich f&uuml;r den einen oder anderen nach Verschw&ouml;rungstheorie anh&ouml;ren, es ist aber erwiesen, dass durch die immer intensivere Fl&auml;chennutzung durch abholzen von Regenwald der &Uuml;bersprung von tierischen Krankheitserregern auf den Menschen bef&ouml;rdert wird.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Die Virenj&auml;ger &ndash; Seuchen auf der Spur<\/strong><br>\nImmer tiefer dringt der Mensch in unber&uuml;hrte Lebensr&auml;ume vor, zerst&ouml;rt die Natur. Gleichzeitig nehmen Zoonosen, Krankheiten, die von Tieren auf Menschen &uuml;bertragen werden, zu.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/dokumentation\/planet-e\/planet-e-die-virenjaeger---seuchen-auf-der-spur-102.html\">ZDF<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Zweifel an T&auml;terschaft Amris im Untersuchungsausschuss<\/strong><br>\nAnis Amri war erwiesenerma&szlig;en w&auml;hrend der Tatzeit in Tatortn&auml;he und seine Fingerabdr&uuml;cke finden sich au&szlig;en an der Fahrert&uuml;r des LKW &ndash; aber war er auch der Fahrer? Da die Alleint&auml;tertheorie l&auml;ngst unglaubw&uuml;rdig ist, w&auml;re es nicht einmal etwas Besonderes, wenn auch Amris Hauptt&auml;terschaft in Zweifel st&uuml;nde. Im Raum steht allerdings die Frage, warum sich die Ermittlungsbeh&ouml;rden einseitig auf den Tunesier als T&auml;ter festgelegt haben. Sollen bestimmte Tatbeteiligte gesch&uuml;tzt werden?<br>\nJedenfalls hatte und hat diese Festlegung Auswirkungen auf Fahndung und Ermittlung. Sie werden ausschlie&szlig;lich an der Person Anis Amri gemessen. Auch die Videoauswertung erhielt gezielte Auftr&auml;ge, so der BKA-Kriminalhauptkommissar T.V., nach Bez&uuml;gen zu Amri zu suchen. In einem Fall gab es einen Hinweis, dass auf Bildmaterial eine Person aus den Maghrebstaaten zu sehen sei. Dazu z&auml;hlt Tunesien. Doch BKA-Ermittler T.V. entschied, dem nicht nachzugehen. Warum, wollten die Abgeordneten wissen? Antwort: Es sei kein Zusammenhang zu Amri erkannt worden.<br>\nEine selektive Ausrichtung, die aus NSU-Ermittlungen bekannt ist. Vor der Aufdeckung des NSU-Trios wurde nicht in alle Richtungen ermittelt und nach seiner Aufdeckung im November 2011 nur noch in Richtung der mutma&szlig;lichen T&auml;ter Uwe B&ouml;hnhardt und Uwe Mundlos. Eine tendenzi&ouml;se und letztlich erfolglose Ermittlungspraxis. Methodisch l&auml;sst sich hier beobachten, wie leicht ein ganzer hierarchischer Apparat manipuliert werden kann. Eine zentrale Stelle muss lediglich den Namen &ldquo;Anis Amri&rdquo; vorgeben, und alle folgenden Stellen suchen nur noch in dieser Richtung.<br>\nDiese Polung hat aber auch Auswirkungen auf Politik und Medien. Die Presse folgt zum Gro&szlig;teil dieser T&auml;terfestlegung und ihrer daraus entstehenden Logik: Wer in der Geschichte z&auml;hlt, ist nur noch Anis Amri. Und auch die Aufkl&auml;rungsagenda der parlamentarischen Untersuchungsaussch&uuml;sse entspricht der Vorgabe. Wie fatal das ist, zeigt sich jetzt bei der Behandlung des Anschlagsgeschehens. H&auml;tte man es an den Anfang der Aufkl&auml;rungsarbeit gestellt, wie es die kleinen Fraktionen FDP, Linke und Gr&uuml;ne, aber auch die Angeh&ouml;rigen der Get&ouml;teten und die Opfer immer gefordert haben, h&auml;tten sich zum Teil andere Fragen gestellt und Untersuchungsschritte ergeben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Zweifel-an-Taeterschaft-Amris-im-Untersuchungsausschuss-4683072.html?view=print\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Die russische Frau, der russische Mann und &bdquo;Die Zeit&ldquo;<\/strong><br>\nNach den Native-Americans und den Aborigines hat der Westen nun die letzten noch zu zivilisierenden Eingeborenen entdeckt: die Native-Russians! Ganze Heerscharen postmoderner Missionare erkunden die russische Frau und den russischen Mann. Vorneweg: &bdquo;Die Zeit&ldquo;.<br>\nDie russische Frau und den russischen Mann gibt es in der Zeit nur im Singular. Vermutlich leben die beiden in den riesigen Weiten des gr&ouml;&szlig;ten Fl&auml;chenstaates der Erde einsam wie Adam und Eva. Bei Qualit&auml;tsjournalistin Alice Bota liest sich das in ihrer Hommage an die russische Frau so:<br>\n&bdquo;Fr&uuml;her flog sie ins Weltall, k&auml;mpfte als Soldatin, zettelte Revolutionen an. Heute w&auml;hlt sie Wladimir Putin zum Pr&auml;sidenten und l&auml;sst sich von ihrem Ehemann verpr&uuml;geln. Wie die russische Frau zu einem Wesen wurde, das nicht mehr stark sein darf.&ldquo;[1]<br>\nDas sind in der Tat brennende Fragen, die nach qualifizierten Antworten aus dem Westen schreien! (&hellip;)<br>\n&Uuml;berrascht noch die Sowjetnostalgie ausgerechnet in der bildungsb&uuml;rgerlichen Zeit, so ist die Vorstellung, die postkommunistische Ost-Frau bed&uuml;rfe grunds&auml;tzlich der westlichen Entwicklungshilfe, sp&auml;testens seit dem Mauerfall in den gr&uuml;nalternativen Intellektuellenzirkeln des Westens ein unbestrittener Topos. Unvergessen die klassische Szene in einer Charlottenburger Buchhandlung im April 1990: Eine Frau aus Marzahn fragt den Buchh&auml;ndler: &bdquo;Haben Sie ein W&ouml;rterbuch der westdeutschen Sprache? Mir als Ossi sind hier so viele Worte nicht gel&auml;ufig!&ldquo; Worauf der Buchh&auml;ndler nachsichtig verbessert: &bdquo;Es hei&szlig;t Ossa!&ldquo;<br>\nNeu ist demgegen&uuml;ber, dass sich die westliche Missionierung mittlerweile so erfolgreich gen Osten ausgebreitet hat, dass es nun schon polnischst&auml;mmige Frauen sind, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, die letzten verbliebenen Wilden des Ostens &ndash; will sagen: die russische Frau und den russischen Mann &ndash; mit den Errungenschaften der westlichen Zivilisation zu begl&uuml;cken.<br>\nIn der Sowjetunion&ldquo;, schw&auml;rmt Alice Bota, &bdquo;durften Frauen nicht nur von Beginn an einen Beruf aus&uuml;ben. Sie durften auch w&auml;hlen, sich ohne Angabe von Gr&uuml;nden scheiden lassen, kostenlos abtreiben, &uuml;ber ihr eigenes Geld verf&uuml;gen. Durften Ingenieurinnen sein und Physikerinnen, Fabriken leiten und im Zweiten Weltkrieg als Soldatinnen den Faschismus besiegen.&ldquo;<br>\nDa dies zweifelsfrei den Tatsachen entspricht und Bota andererseits ihren Essay von vorneherein antithetisch angelegt hat, kann dies alles &ndash; so der von der Autorin insinuierte Umkehrschluss &ndash; im heutigen Russland nicht mehr gelten. &ndash; Stimmt aber nicht! Liebe Frau Bota, russische Frauen k&ouml;nnen nach wie vor einen Beruf &ndash; Physikerin, Chemikerin, Ingenieurin sogar Qualit&auml;tsjournalistin &ndash; aus&uuml;ben. Es gibt inzwischen sehr erfolgreiche Managerinnen kapitalistischer Unternehmen, Leiterinnen au&szlig;enpolitischer Think Tanks, mutige zivilgesellschaftliche Protagonistinnen, die z.B. die NGO &bdquo;Soldatenm&uuml;tter&ldquo; gegr&uuml;ndet haben und es gibt auch steinreiche Neue Russinnen. Nach wie vor k&ouml;nnen russische Frauen &uuml;ber ihr eigenes Geld verf&uuml;gen, sich von ihren M&auml;nnern scheiden lassen, abtreiben (ob immer noch kostenlos, sei dahingestellt) und was auch immer man von den Wahlen in Russland halten mag: Die russischen Frauen nehmen ihr Wahlrecht genauso selbstverst&auml;ndlich in Anspruch wie die russischen M&auml;nner. Nur den Faschismus k&ouml;nnen sie in der Tat nicht mehr als Soldatinnen besiegen, aber das ist nicht unbedingt die Schuld des russischen Pr&auml;sidenten!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/ostexperte.de\/die-russische-frau-der-russische-mann-und-die-zeit\/\">Leo Ensel in ostexperte.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Best of Informationsfreiheit: Handyl&ouml;schungen &ndash; Scheuer, von der Leyen und bald die anderen<\/strong><br>\nWenn ein Beamter in einer Bundesbeh&ouml;rde die Daten seines Diensthandys eigenm&auml;chtig l&ouml;scht, bekommt er oder sie wahrscheinlich ein rechtliches Problem. Anders sieht es aus bei den Chefs der Beamten: Nicht nur die ehemalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, auch der aktuelle Verkehrs- und Skandalminister Andreas Scheuer haben Daten auf ihren Diensthandys gel&ouml;scht. Beide entgingen damit einer Kontrolle durch Untersuchungsaussch&uuml;sse im Bundestag.<br>\nEine ernsthafte Konsequenz haben beide kaum zu bef&uuml;rchten. Denn w&auml;hrend es f&uuml;r Handydaten von Beamten klare Regelungen gibt, hat die Bundesregierung kein Interesse daran, ihre Mitglieder kontrollieren zu lassen. Daf&uuml;r ist sie sich auch nicht zu schade, den Datenschutz gegen die Informationsfreiheit in Stellung zu bringen.<br>\nDass sowohl Scheuer als auch von der Leyen selbst m&ouml;glicherweise inkriminierende Handydaten l&ouml;schen konnten, begr&uuml;ndet die Bundesregierung damit, dass sie ihre Diensthandys auch privat genutzt h&auml;tten. Tats&auml;chlich d&uuml;rfen nach einer Richtlinie der Regierung nur die Leitungen der obersten Bundesbeh&ouml;rden ihre Mobilfunkger&auml;te auch privat nutzen. Praktisch f&uuml;r die Bundesregierung, die in diesem Fall auf einmal zur gr&ouml;&szlig;ten Bef&uuml;rworterin des Schutzes privater Daten wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Best-of-Informationsfreiheit-Handyloeschungen-Scheuer-von-der-Leyen-und-bald-die-anderen-4682620.html\">heise online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers E. L.:<\/strong> Sobald das Dienst-Handy sowohl dienstlich als auch (privat?!) genutzt wird, ist eine Datenerhebung nicht mehr m&ouml;glich? Unseri&ouml;ser und unglaubw&uuml;rdiger gehts kaum noch! Warum findet sich keine Staatsanwaltschaft, die diesen F&auml;llen nachgeht?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59253#h07\">Handydaten von Andreas Scheuer gel&ouml;scht<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Letzte &ndash; Dass eine Ostdeutsche dieses Land f&uuml;hrt, ist ein Gl&uuml;cksfall<\/strong><br>\nJetzt erlebt das ganze Land eine massive Ver&auml;nderung, in Zeitraffer. Jeden Tag werden Rechte, die als Freiheitsrechte unver&auml;u&szlig;erlich schienen, beschr&auml;nkt. Um der Gesundheit vieler willen. All das will aber von denen, die nicht krank sind, mental erst einmal bew&auml;ltigt werden. Diesen Prozess macht auch die Kanzlerin durch. Wie k&ouml;nnte es anders sein. &hellip;.<br>\nAber sie macht ihn als Ostdeutsche durch, mit einem spezifischen Erfahrungsschatz, den nur die B&uuml;rger der ehemaligen DDR mitbringen. Wenn Merkel in kleinen Runden ins Plaudern kommt, dann erz&auml;hlt sie &uuml;ber die Wendejahre als eine Phase disruptiven Wandels in ihrem Leben und ihrer Umgebung; was damals geschah, ist den aktuellen Umw&auml;lzungen, die sich innerhalb von Tagen und hoffentlich zeitlich befristet vollziehen, durchaus verwandt.<br>\nZu den spezifisch ostdeutschen Erfahrungen geh&ouml;rt es, dass man sich st&auml;rker half und unterst&uuml;tzte, als dies im Westen &uuml;blich war. Dass man nicht nur darauf achtete, was einem selbst n&uuml;tzt. Dieser ostdeutsche Erfahrungsschatz kann nun dem ganzen Land zugutekommen.<br>\nDie Corona-Krise kann gar das Verst&auml;ndnis des Westens f&uuml;r den Osten bef&ouml;rdern. Die Tatsache, dass eine Ostdeutsche dieses Land noch immer f&uuml;hrt, ist ein Gl&uuml;cksfall.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article206534725\/Corona-Merkels-DDR-Erfahrung-ist-in-der-Krise-ein-Vorteil.html?wtrid=socialmedia.email.sharebutton\">Welt<\/a>\n<p><strong>und: So k&ouml;nnten wir das schaffen<\/strong><br>\nKein &ldquo;Wir schaffen das&rdquo; also, wie 2015. Auch kein: &ldquo;Ihre Einlagen sind sicher&rdquo;, die Botschaft w&auml;hrend der Finanzkrise an verunsicherte Sparerinnen und Sparer. Aber &ndash; &auml;hnlich wie 2008 mit Peer Steinbr&uuml;ck hat sich Merkel auch jetzt einen versierten Fachminister an ihre Seite geholt. Glaubten die Deutschen damals dem Finanzminister, dass das schon klar geht mit ihrem Sparbuch, ist es diesmal Jens Spahn, der zur Hochform aufl&auml;uft.<br>\nDer junge Gesundheitsminister, h&auml;ufig Widerborst gegen die Kanzlerin, ist jetzt Merkels Gl&uuml;ck. Einer, der ebenfalls Ruhe bewahrt, und auch, aber nicht nur auf staatliche Verbote setzt. Sondern ohne Angst appelliert an die B&uuml;rger, sich den Clubbesuch, die Kinovorstellung und die Reise zur Oma eben mal zu verkneifen.<br>\nDas ganz gro&szlig;e Durchgreifen gegen Corona kann nicht kommen, weder von Merkel noch von Jens Spahn, in einem f&ouml;deral organisierten Deutschland. Aber das ist auch nicht n&ouml;tig. Dass die Kanzlerin und ihr Gesundheitsminister kleine Schritte vorschlagen, jeden Tag einen mehr, macht sie nicht schwach, sondern realistisch &ndash; transparent und &uuml;berlegt. So k&ouml;nnten wir das schaffen. Und das muss einem nicht mal eine Kanzlerin sagen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/kommentar\/merkel-corona-101.html\">Tagesschau<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Skrupellosigkeit und der Zynismus der deutschen Journaille ist uns&auml;glich. Vor dem Hintergrund einer Epidemie, die gerade droht au&szlig;er Kontrolle zu geraden wird uns von den deutschen &bdquo;Qualit&auml;tsjounalisten&ldquo; wieder einmal, &auml;hnlich wie in der Fl&uuml;chtlingskrise, Merkel als die Heilige Angela verkauft, die uns vor Not und Pestilenz sch&uuml;tzen soll. Dabei steht Merkel f&uuml;r 15 Jahre neoliberaler Politik, die auch die Krankenh&auml;user und Kliniken mit dem allein auf betriebswirtschaftliche Effizienz getrimmten System der Fallpauschalen finanziell und personell in die Enge getrieben hat, was sich nun in teilweise katastrophalen Personalmangel an den Krankenh&auml;usern und in den Pflegeeinrichtungen manifestiert.<\/em><\/p>\n<p><em>Es ist mehr als verst&auml;ndlich, dass die B&uuml;rger aktuell anderes im Kopf haben als &uuml;ber die Folgen neoliberaler Gesundheitspolitik zu diskutieren, obwohl diese nun auf fatale Weise zu Tage treten. Die grundlegende Problematik besteht aber darin, dass, sollte sich die Situation zu einem Zeitpunkt entspannen vermutlich kein Hahn mehr danach kr&auml;hen wird. Das Gegenteil wird Geschehen, die Gazetten werden noch mehr als jetzt voll von Lobeshymnen &uuml;ber das hervorragende &bdquo;Krisenmanagement&ldquo; der Bundesregierung, explizit Merkels, sein. Damit einem Wahlsieg der CDU und einem Bundeskanzler Jens Spahn im n&auml;chsten Jahr nichts mehr entgegen steht und die katastrophale neoliberale Politik einfach fortgesetzt werden kann.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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