{"id":59411,"date":"2020-03-19T08:53:38","date_gmt":"2020-03-19T07:53:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59411"},"modified":"2020-03-19T16:59:03","modified_gmt":"2020-03-19T15:59:03","slug":"syrien-seit-9-jahren-in-quarantaene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59411","title":{"rendered":"SYRIEN SEIT 9 JAHREN IN QUARANT\u00c4NE!"},"content":{"rendered":"<p>Der Leiter des Franziskanerklosters Bab Thouma in Damaskus, Pater Elia Karakach, hat einen Brief, einen Hilferuf, geschrieben. &bdquo;Ich schreibe Euch aus dem Gef&auml;ngnis&ldquo; &ndash; so beginnt seine Beschreibung der Lage in Syrien. Wenn er den Begriff &bdquo;Gef&auml;ngnis&ldquo; benutzt, dann meint er das anders, als es die hiesigen Politiker und Medien mehrheitlich meinen w&uuml;rden. Die Gef&auml;ngnislage ist vor allem durch uns bewirkt worden. Bernd Duschner von der Hilfsorganisation &bdquo;Freundschaft mit Valjevo&ldquo; aus Pfaffenhofen hat den Brief &uuml;bersetzt und eingeleitet. Er bittet um unsere Unterst&uuml;tzung. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5132\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-59411-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200319-Syrien-seit-9-Jahren-in-Quarantaene-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200319-Syrien-seit-9-Jahren-in-Quarantaene-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200319-Syrien-seit-9-Jahren-in-Quarantaene-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200319-Syrien-seit-9-Jahren-in-Quarantaene-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=59411-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200319-Syrien-seit-9-Jahren-in-Quarantaene-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200319-Syrien-seit-9-Jahren-in-Quarantaene-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Bernd Duschner: Seit 9 Jahren sind umfassende Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen Syrien in Kraft. Mit ihnen verhindern USA, EU und Bundesregierung, dass SYRIEN und die syrischen Unternehmen auf dem Weltmarkt die Waren einkaufen k&ouml;nnen, die sie f&uuml;r die Versorgung ihrer B&uuml;rger ben&ouml;tigen. Massenarbeitslosigkeit, Verarmung und Verelendung von Millionen Menschen sind die unmittelbare Folge. In den syrischen Krankenh&auml;usern fehlt es an notwendiger Ausr&uuml;stung und Medikamenten. Mit der Besetzung der &Ouml;lvorkommen in Syrien haben die USA zudem &bdquo;sichergestellt&ldquo;, dass es f&uuml;r die syrische Wirtschaft und Landwirtschaft keinen Treibstoff gibt und die Bev&ouml;lkerung unter dem Mangel an Heiz&ouml;l, Kochgas und Strom zu leiden hat. <\/p><p>Aktuell bittet unser Verein &bdquo;Freundschaft mit Valjevo e.V.&ldquo; um Spenden f&uuml;r den Kauf von Notatmungsger&auml;ten, Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken f&uuml;r das Italienische Krankenhaus in Damaskus auf unser Konto bei der Sparkasse Pfaffenhofen: Freundschaft mit Valjevo DE06 7215 1650 0008 0119 91.<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/200319-Aleppo-Warteschlange-Gas.jpeg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p><strong>Nachfolgend ein Brief zur diesj&auml;hrigen Fastenzeit des Leiters (Guardian) des Franziskanerklosters Bab Thouma in Damaskus, Pater Elia Karakach:<\/strong><\/p><p><strong>Liebe Freunde,<\/strong><\/p><p>ich schreibe Euch aus dem Gef&auml;ngnis. Es kommt jetzt die Fastenzeit. Sie f&uuml;hrt uns &uuml;ber den Weg der Bu&szlig;e zur Besserung. Es ist dies eine Zeit, in der wir aufgefordert sind, uns an der Seite derer zu stellen, die zu leiden haben, <strong>der Ausgegrenzten, mit denen sich der Herr Jesus identifiziert hat.<\/strong> Ausdr&uuml;cklich werden die Inhaftierten im Gleichnis vom Endgericht in Mt 25, 31-46 genannt: &bdquo;Ich war im Kerker und ihr seid gekommen, um mich aufzufinden.&ldquo;<\/p><p>Ich bin hier im Gef&auml;ngnis nicht allein, sondern teile die Haft mit allen meinen Landsleuten. <strong>Seit 2011 leben wir Syrer in der Tat in einem gro&szlig;en Gef&auml;ngnis<\/strong>, in das uns die Politik des Westens gezwungen hat. Es sind dies die L&auml;nder, die f&uuml;r sich den Anspruch erheben, die B&uuml;rgerrechte zu verteidigen, aber gegen eine ganze Nation ein <strong>Embargo<\/strong> verh&auml;ngen. Und wisst ihr, weshalb wir in diesem Gef&auml;ngnis sind? Weil wir unser wundersch&ouml;nes Land gegen Terroristen verteidigen m&ouml;chten, die Syrien in das dunkelste Mittelalter zur&uuml;ckf&uuml;hren wollten.<\/p><p>Die Massenmedien lieben es heute, die Geschichte eines <strong>Kindes<\/strong> in das Lampenlicht zu r&uuml;cken, das an K&auml;lte gestorben ist oder die einer Familie, die gezwungen ist, vor Bomben zu fliehen. Die gleichen Medien aber erz&auml;hlen Euch nichts von <strong>den Millionen Syrern, die unter der K&auml;lte leiden, weil Heiz&ouml;l fehlt<\/strong>, und die nicht immer ein warmes Essen erhalten, da es <strong>zum Kochen kein Gas gibt<\/strong>. Sie sagen Euch nichts von den Studenten, die nach Sonnenuntergang nicht studieren k&ouml;nnen, weil <strong>Strom fehlt<\/strong>. Sie verlieren kein Wort &uuml;ber die &auml;lteren Menschen, die auf sich gestellt sind, weil ihre Kinder emigrieren mussten. Sie informieren Euch nicht &uuml;ber die hohen Lebenshaltungskosten als Folge des <strong>Verfalls der syrischen Lira<\/strong>. Kein Wort verlieren sie Euch gegen&uuml;ber &uuml;ber die jungen Soldaten, die bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gegen die Terroristen k&auml;mpfen und nicht wissen, ob sie &uuml;berleben werden. Sie berichten Euch nicht von den Kranken, die die erforderliche Behandlung nicht erhalten k&ouml;nnen, weil die &bdquo;gem&auml;&szlig;igten&ldquo; Terroristen die meisten Krankenh&auml;user zerst&ouml;rt haben und weil die Krankenh&auml;user, die in Betrieb sind, ihre Ger&auml;te wegen des Embargos nicht reparieren k&ouml;nnen. Mit Sicherheit werden sie auch nicht von den Bomben sprechen, die vor 2 Tagen einen jungen Universit&auml;tsangeh&ouml;rigen (in Damaskus) get&ouml;tet haben und auch nicht &uuml;ber die unverh&uuml;llt feindseligen Reden Erdogans. Er hat beschlossen, in den Grundschulen die Sehnsucht nach einer R&uuml;ckkehr des Osmanischen Reiches und der Wiedereroberung der Nachbarl&auml;nder wie Syrien lehren zu lassen.<\/p><p>Die Massenmedien werden auch nicht &uuml;ber die Freude der Bewohner Aleppos berichten, seit es den nationalen Streitkr&auml;ften gelungen ist, die <strong>westlichen Vororte von Aleppo zu befreien<\/strong>, von wo aus bis dahin M&ouml;rsergranaten auf die Zivilbev&ouml;lkerung herabprasselten. Niemals werden sie Euch von der Freude aller Syrer &uuml;ber die <strong>Wiederer&ouml;ffnung<\/strong> der Autobahn Damaskus &ndash; Aleppo und des Internationalen <strong>Flughafens von Aleppo<\/strong> berichten. Sie haben Hoffnung auf eine m&ouml;gliche wirtschaftliche Erholung geweckt. Sie werden auch nicht &uuml;ber die angek&uuml;ndigte Reparatur der Eisenbahnlinie zwischen der syrischen Hauptstadt (Damaskus) und seinem Industriezentrum (Aleppo) informieren und &uuml;ber <strong>die M&ouml;glichkeit, nach 9 Jahren Krieg mit dem Zug reisen zu k&ouml;nnen.<\/strong><\/p><p>Deshalb sage ich Euch, dass wir uns in einem Gef&auml;ngnis befinden und unsere Nachrichten, die der Wahrheit entsprechen, nur sp&auml;rlich verbreitet sind.   <\/p><p><strong>Manchmal kommt jemand zu uns auf Besuch und l&auml;sst uns sp&uuml;ren, dass wir ein Teil der Welt sind, gibt uns Hoffnung, wieder eine &bdquo;normale&ldquo; Nation werden zu k&ouml;nnen, nicht abgeschnitten vom Rest der Welt.<\/strong><\/p><p>Von diesem Gef&auml;ngnis aus h&ouml;ren wir die traurigen und besorgniserregenden Nachrichten vom &bdquo;<strong>Coronavirus<\/strong>&ldquo;, das die Welt und unser geliebtes Italien befallen hat. Wir beten f&uuml;r Euch und manchmal sagen wir zu unserer eigenen Beruhigung, dass es dieses Mal ein Vorteil ist, sich im &bdquo;Gef&auml;ngnis&ldquo; zu befinden, weil zumindest dieses verfluchte Virus nicht leicht durch die Mauern um unsere Nation eindringen kann.<\/p><p>Aus dem &bdquo;Gef&auml;ngnis&ldquo; w&uuml;nschen wir Euch alles Gute und einen guten Verlauf der Fastenzeit. Habt keine Angst. Jesus hat mit seinem Kreuz das Leiden, die S&uuml;nde und den Tod besiegt. <strong>Erinnert Euch daran in Eurer fastenzeitlichen N&auml;chstenliebe.<\/strong><\/p><p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.lantidiplomatico.it\/dettnews-fra_bahjat_elia_karakach_noi_siriani_viviamo_dal_2011_in_una_grande_prigione_imposta_dalle_politiche_occidentali_dai_paesi_che_si_arrogano_il_ruolo_di_difensori_dei_diritti_civili_ma_mettono_sotto_embargo_una_nazione_int\/82_33428\/\">lantidiplomatico.it<\/a><br>\n&Uuml;bersetzung aus dem Italienischen: Bernd Duschner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Leiter des Franziskanerklosters Bab Thouma in Damaskus, Pater Elia Karakach, hat einen Brief, einen Hilferuf, geschrieben. &bdquo;Ich schreibe Euch aus dem Gef&auml;ngnis&ldquo; &ndash; so beginnt seine Beschreibung der Lage in Syrien. Wenn er den Begriff &bdquo;Gef&auml;ngnis&ldquo; benutzt, dann meint er das anders, als es die hiesigen Politiker und Medien mehrheitlich meinen w&uuml;rden. Die Gef&auml;ngnislage<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59411\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":59412,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,35,20],"tags":[1481,1553,1019],"class_list":["post-59411","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-landerberichte","tag-spendenaufruf","tag-syrien","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/200319-Aleppo-Warteschlange-Brot.jpeg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59411","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=59411"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59411\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":59435,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59411\/revisions\/59435"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/59412"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=59411"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=59411"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=59411"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}