{"id":59428,"date":"2020-03-19T14:42:28","date_gmt":"2020-03-19T13:42:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59428"},"modified":"2020-03-27T09:12:42","modified_gmt":"2020-03-27T08:12:42","slug":"heuchler-profiteure-und-andere-menschenfreunde-corona-als-anlass-fuer-kollektive-demokratische-selbstorganisation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59428","title":{"rendered":"Heuchler, Profiteure und andere Menschenfreunde &#8211; \u201eCorona\u201c als Anlass f\u00fcr kollektive demokratische Selbstorganisation"},"content":{"rendered":"<p>Die westlichen Regierungen, die EU und Investoren haben die Gesundheitssysteme auf Profite getrimmt, privatisiert, verknappt, zulasten des &uuml;berforderten Personals und zulasten der Patienten selbst. Schon der &bdquo;Normal&ldquo;betrieb ist eine Katastrophe. Zudem machen heute nicht nur prek&auml;re, sondern auch &bdquo;normale&ldquo; Arbeitsverh&auml;ltnisse zus&auml;tzlich krank &ndash; von Arbeitslosigkeit ganz abgesehen. Die seelische und k&ouml;rperliche Gesundheit der Mehrheitsbev&ouml;lkerung ist f&uuml;r Bundeskanzlerin Merkel, Gesundheitsminister Spahn, Bayerns Ministerpr&auml;sident S&ouml;der und die Unternehmerlobby kein verbindlicher Wert: Ihr System lebt von und mit der Krankheit. Von <strong>Werner R&uuml;gemer<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6910\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-59428-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200320_Corona_Heuchler_Profiteure_und_andere_Menschenfreunde_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200320_Corona_Heuchler_Profiteure_und_andere_Menschenfreunde_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200320_Corona_Heuchler_Profiteure_und_andere_Menschenfreunde_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200320_Corona_Heuchler_Profiteure_und_andere_Menschenfreunde_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=59428-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200320_Corona_Heuchler_Profiteure_und_andere_Menschenfreunde_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200320_Corona_Heuchler_Profiteure_und_andere_Menschenfreunde_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Merkel &amp; Co rufen die B&uuml;rger auf: Wartet ab, verkriecht euch in eure Privatheit! Keine Versammlungen! (W&auml;hrend in den Unternehmen hart und teilweise noch mehr gearbeitet werden soll) Doch das Gegenteil ist notwendig: Die Corona-Pandemie sollte Anlass sein f&uuml;r eine vielf&auml;ltige kollektive Selbstorganisation.<\/p><p><strong>Keine Reserven<\/strong><\/p><p>Eigentlich ist klar: Vor allem mit der neoliberalen Fleisch- und Agrarindustrie, mit auch weiteren globalen Produktions- und Lieferketten, mit dem h&auml;ufigen Wechsel zwischen traditionell verfestigten &ouml;kologischen R&auml;umen (Fauna, Flora, Wetter, Tiere, Ern&auml;hrung, Medikamente) und dem Wechsel in andere &ouml;kologische R&auml;ume, gar auf anderen Kontinenten, nehmen Allergien und Epidemien zu. Das ist alles seit langem bekannt.<\/p><p>Trotzdem trifft der neue SARS-Virus CoV-2\/Covid-19 im Westen auf kranke Gesundheitssysteme. Sie haben nicht die notwendigen Reserven. Das System ist auf profitable Gro&szlig;krankheiten und Operationen mit m&ouml;glichst kurzen Krankenhausaufenthalten getrimmt. Schon f&uuml;r wiederkehrende Grippewellen, f&uuml;r Geburten &ndash; keine Reserven. So fehlt es auch f&uuml;r wiederkehrende Epidemien &ndash; oder solche, die es werden k&ouml;nnten &ndash; am Einfachsten, selbst am Billigsten: Atemmasken, Schutzkleidung und Test-Kits, die nur ein paar Euro kosten. Es stehen in den Krankenh&auml;usern durchaus Intensivbetten herum mit Atemhilfen und einigen extrakorporalen Atemmaschinen. Aber das Personal, das auch qualifiziert und belastbar sein muss, ist zu knapp.<\/p><p><strong>Schon der &bdquo;Normal&ldquo;betrieb ist eine gesundheitliche Katastrophe<\/strong><\/p><p>Die Investoren-Lobby treibt die Schlie&szlig;ung und Privatisierung von Krankenh&auml;usern voran. Die immer gr&ouml;&szlig;eren H&auml;user, zusammengefasst in immer gr&ouml;&szlig;eren Konzernen wie Asklepios, Ameos, Rh&ouml;n-Kliniken, Fresenius mit FMC und Helios werden technologisch aufger&uuml;stet und personell abger&uuml;stet.<\/p><p>Da passiert vieles, was Technologie- und Privatisierungsfreund Spahn wohl kennt, aber &ouml;ffentlich nicht dar&uuml;ber spricht: Auch Testlabors, Altenheime, Rehakliniken werden von Heuschrecken-Investoren auf Privatgewinne zugerichtet. Zum Beispiel der Londoner Private-Equity-Investor Bridgepoint hat 340 Dialyse-Zentren mit 10.000 Besch&auml;ftigten in 20 Staaten aufgekauft und in der Luxemburger Holding Diaverum S.a.r.l. zusammengefasst. Zum Beispiel der niederl&auml;ndische Private-Equity-Investor Waterland hat seit 2011 120 Reha-Kliniken zusammengekauft und daraus die gr&ouml;&szlig;te private Reha-Kette unter dem Namen Median gebildet. Der von McKinsey inspirierten Managern gef&uuml;hrte Konzern l&auml;sst sich Billigpfleger aus Albanien, Montenegro, Serbien und der Ukraine heranschaffen. F&uuml;r das Jahr 2020 ist der Heuschrecken-&uuml;bliche exit geplant: B&ouml;rsengang oder Weiterverkauf an den n&auml;chsten Investor.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Auch in den &bdquo;normalen&ldquo; Krankenh&auml;usern werden m&ouml;glichst viele T&auml;tigkeiten ausgelagert: Reinigung, Catering, Labortests, Bettentransport, Fahrdienste, Medikamentenversorgung, W&auml;scherei usw. Subunternehmerketten &uuml;bernehmen das mit Billigl&ouml;hnern, holen sich Personal von der Leiharbeitsfirma. Das ist zudem keine Gew&auml;hr f&uuml;r konsequente Hygiene, im Gegenteil.<br>\nDabei werden die Ungleichheiten zwischen Arm und Reich, zwischen Krank weiter versch&auml;rft.<\/p><ul>\n<li>Zu wenig Pfleger, zu wenig &Auml;rzte. Die pflegende, heilende, begleitende, vorsorgende Funktion dieser Berufe wird zugunsten &auml;u&szlig;erlich funktionierender Verwahrung und schneller Erledigung abgebaut.<\/li>\n<li>Das zu geringe Personal ist ausgepowert, wird selbst h&auml;ufig krank.<\/li>\n<li>Wegen der Methode &bdquo;Fall-Pauschale&ldquo; wird die Operation bezahlt, aber nicht der pflegerische Aufenthalt danach, Folge: die &bdquo;blutige Entlassung&ldquo;.<\/li>\n<li>J&auml;hrlich sterben zehntausende Patienten im Krankenhaus wegen unhygienischer Zust&auml;nde und multiresistenter Keime &ndash; so jedenfalls in den Etagen f&uuml;r die Normalversicherten. In den Privatabteilungen und Privatkliniken sieht es anders aus.<\/li>\n<li>Wegen der notwendigen Zuzahlung k&ouml;nnen sich immer mehr Menschen der unteren Einkommens- und Rentengruppen notwendige Medikamente nicht leisten.<\/li>\n<li>Wegen der notwendigen Zuzahlung bei Vorsorgeuntersuchungen, Zahnbehandlungen und Operationen werden immer mehr Krankheiten nicht erkannt und nicht behandelt.<\/li>\n<li>Die Lebenserwartung in den unteren sozialen Schichten sinkt seit langem, besonders bei Arbeitslosen und prek&auml;r Besch&auml;ftigten.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/li>\n<\/ul><p><strong>Tote und Verletzte durch Autoverkehr<\/strong><\/p><p>Die Bundesregierung mit Kanzlerin und CSU-Verkehrsministern agieren als Lobbyisten einer nicht nur betr&uuml;gerischen, sondern auch extrem gesundheitssch&auml;dlichen Branche, der Autokonzerne und ihres hyperindividualisierten Mobilit&auml;tsystems. Es ist zudem eine wichtige St&uuml;tze der fossilen Energie.<\/p><ul>\n<li>Seit 1991: 152.000 Tote und 9 Millionen Verletzte auf den deutschen Stra&szlig;en.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Trotzdem wird auch die einfachste Ma&szlig;nahme, ein Tempolimit auf den Autobahnen, nicht eingef&uuml;hrt. Das selbstverliebte Ego meist m&auml;nnlicher Art der h&ouml;heren PS-Klassen darf sich eingepanzert in fetten Autos r&uuml;cksichtslos austoben &ndash; das ist Regierungsprogramm.<\/li>\n<li>Gesch&auml;tzt ab 13.000 vorzeitige j&auml;hrliche Todesf&auml;lle vor allem in den St&auml;dten wegen Feinstaub und Abgasen aus dem Autoverkehr und ungez&auml;hlte gesundheitlich Gesch&auml;digte.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Krank durch Arbeit<\/strong><\/p><p>Alle wissen es: Hetzige, stressige, auch gut bezahlte und auch sinnlose Arbeit machen krank. Bauarbeiter wie Krankenpfleger leiden unter Skelettkrankheiten und arbeiten trotzdem weiter. Besonders Teilzeit-Frauen werden rumkommandiert, gemobbt und ausgebeutet, sie m&uuml;ssen besonders viele nicht dokumentierte und nicht bezahlte &Uuml;berstunden leisten. Millionenfach zahlen Unternehmer den ohnehin zu niedrigen Mindestlohn nicht, straflos. Von Union-Busting-Kanzleien im Auftrag der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bek&auml;mpfte Betriebsr&auml;te brechen nach der siebten Kettenk&uuml;ndigung zerm&uuml;rbt zusammen. Burnout wurde zur Massenerscheinung.<\/p><p>Die Krankenkassen dokumentieren seit Jahren, scheinbar ungeh&ouml;rt: Die Zahl der psychischen Erkrankungen nimmt zu. Die Zahl der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten, die sich krank und ansteckend in die Arbeit qu&auml;len, hat zugenommen. Die Zahl der t&ouml;dlichen Unf&auml;lle &ndash; zumindest beim Bau werden sie noch dokumentiert, zumindest dann, wenn die Toten ordentlich versichert waren. Bauarbeiter vom Stra&szlig;enstrich sind nicht versichert, werden nicht gez&auml;hlt, werden irgendwohin weggeschafft.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Als Olaf Scholz (SPD) und Ursula von der Leyen (CDU) ArbeitsministerIn waren, haben sie der staatlichen Aufsicht &uuml;ber die Berufskrankheiten den letzten Sto&szlig; gegeben. Die Gewerbe- und Veterin&auml;raufsichten sind ausged&uuml;nnt, wie nicht vorhanden. Mit hochdotierten Gutachtern dr&uuml;cken die von den Unternehmern bezahlten Berufsgenossenschaften die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten unter 10 Prozent der Antr&auml;ge.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Der Zoll ist unterbesetzt. Bei den Fleischzerlegern mit Werkvertragsstatus aus Rum&auml;nien und Bulgarien hat er noch nie vorbeigeschaut. So wurde Deutschland, auch mit EU-Beihilfen, zum zentralen Schweineschlacht-Standort Europas ausgebaut, auch wegen der von der EU gef&ouml;rderten, billigen, ausgebeuteten Wanderarbeit. 16-Stunden-Schichten &ndash; keine Seltenheit. Nach zwei oder drei Jahren krank zur&uuml;ckgeschickt in die arme, von EU und westlichen Investoren verarmte Heimat.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p><strong>Die Heuchler zerst&ouml;ren die Gesundheitssysteme armer EU-Staaten<\/strong><\/p><p>Die f&uuml;rsorglichen Gesundheits-HeuchlerInnen auch der Europ&auml;ischen Kommission f&ouml;rdern die Billig-Wanderarbeit auch im Gesundheitssystem. Die EU f&ouml;rdert mit Beihilfen einerseits die Auslagerung gerade f&uuml;r Auto-, Logistik- und Pharmakonzerne, die EU-Mitgliedsstaaten legen noch Steuervorteile drauf. Deshalb bleiben die staatlichen Gesundheitssysteme der osteurop&auml;ischen, baltischen und ex-jugoslawischen Staaten extrem unterfinanziert &ndash; oder sie sind privatisiert, verteuert, f&uuml;r die Mehrheit nicht zug&auml;nglich, sondern nur f&uuml;r die Besserverdiener im Umkreis der heimischen, von der EU gef&ouml;rderten Oligarchen und des Managements der ausl&auml;ndischen Investoren.<\/p><p>Minister Spahn l&uuml;gt, wenn er behauptet, die Bundesregierung hole nicht gezielt Personal etwa aus dem Gesundheitssystem des Kosovo. Richtig ist: Der noch verbliebene Rest des Fachpersonals der Krankenh&auml;user dort ist so schlecht bezahlt und knapp, noch viel mehr als in der Bundesrepublik, dass immer mehr den Versprechungen der deutschen Werber folgen. Das deutsche Gesundheitsministerium ist mit einer Werbeagentur vor Ort.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>In Polen, in Kroatien &ndash; &uuml;berall streiken immer wieder &Auml;rzte und Krankenpfleger gegen ihre schlechte Bezahlung und die Unterfinanzierung des staatlichen Gesundheitssystems. Ihre Streiks versickern, ungeh&ouml;rt von der EU, der Europ&auml;ischen Kommission, der Bundesregierung und ihren Laut-Sprechern. Headhunter suchen schlecht bezahlte Billig&auml;rzte in Polen, Kroatien, Rum&auml;nien, Spanien und Griechenland f&uuml;r die privatisierten Klinikkonzerne in den reichen EU-Staaten wie Deutschland.<\/p><p>Die regierenden Gesundheits-Heuchler in Deutschland und der EU machen nicht nur das Gesundheitssystem in Deutschland krank, sondern die katastrophischen Gesundheitssysteme armer Staaten noch kr&auml;nker, in der EU und auch weit dar&uuml;ber hinaus &ndash; Mexiko, Philippinen zum Beispiel.<\/p><p><strong>Vorsorge in S&uuml;dkorea, Taiwan, China &ndash; und Zusatz-Kapazit&auml;ten<\/strong><\/p><p>Im Unterschied zu den westlichen Staaten haben Staaten S&uuml;dostasiens aus den SARS- und MERS-Epidemien der Jahre 2003 und 2015 gelernt. Die Regierungen dort haben Krisenpl&auml;ne entwickelt und Kapazit&auml;ten f&uuml;r Tests und Fiebermessungen vorgehalten. Lager f&uuml;r Atemmasken, mit Auto aufsuchbare Test-Zentren wurden eingerichtet. In Bussen und an Stra&szlig;enlaternen h&auml;ngen Desinfektionsger&auml;te.<\/p><p>China hat in kurzer Zeit neue Krankenh&auml;user errichtet, zus&auml;tzliche Test- und Behandlungskapazit&auml;ten aufgebaut. Nach dem Abschwellen der Epidemie kann China jetzt anderen Staaten helfen. Der Staat und die Stiftung des Alibaba-Gr&uuml;nders Jack Ma schickt Experten, Schutz- und Testmaterial vor allem in das am h&auml;rtesten betroffene Italien &ndash; ein Staat und sein Gesundheitssystem, das von der EU unter deutscher F&uuml;hrung besonders kaputtgespart wurde.<\/p><p><strong>Verheimlichte Rezession: Jetzt greifen die Mitnahme-Routiniers zu<\/strong><\/p><p>Wenn B&uuml;rger und Kommunen immer wieder verlangt haben, dass die Schuldenbremse ausgesetzt werden muss, damit die f&uuml;r die Mehrheitsbev&ouml;lkerung notwendige Infrastruktur repariert und erneuert und erweitert werden kann &ndash; Krankenh&auml;user, Schulen, Kanalisationen und Trinkwasserbeschaffung, Leitungssysteme, Nahverkehr &ndash; da haben Merkel, Sch&auml;uble, Scholz und Unternehmerlobby sofort gebremst.<\/p><p>Aber jetzt ist die Schuldenbremse pl&ouml;tzlich weg. Weil die Unternehmer nach Rettung betteln, breitet die Bundesregierung sofort einen gigantischen Schutzschirm &uuml;ber ihre Lieblinge aus: Kurzarbeitergeld, zinslose Steuerstundungen, K&uuml;rzung von Steuervorauszahlungen, B&uuml;rgschaften, Kredite, Notfallfonds &ndash; alles ohne Grenze nach oben.<\/p><p>Aber: Der Abbau von Arbeitspl&auml;tzen ist schon seit zwei Jahren im Gang, besonders in der Autoindustrie. Wegen der Umstellung auf die Elektro-Autos wurden zehntausende Arbeitspl&auml;tze bei Zulieferern still und leise abgebaut, noch weitere werden nach Osteuropa umgeschichtet oder bei anspruchsvollen Neuentwicklungen nach China verlagert. Jetzt mit &bdquo;Corona&ldquo;-Begr&uuml;ndung k&uuml;ndigen VW, Ford in K&ouml;ln und Daimler die Schlie&szlig;ung ihrer Werke in Deutschland und der EU sofort &ouml;ffentlich an.<\/p><p>Wegen der Gefolgschaft f&uuml;r US-Sanktionen gegen Russland (Zulieferer in der Ukraine) und den Iran sind Auftr&auml;ge und zehntausende Arbeitspl&auml;tze verloren gegangen.<\/p><p>Der seit der &bdquo;Entflechtung der Deutschland AG&ldquo; mit der Bundesregierung Schr&ouml;der angeschobene Ausverkauf seit dem Jahr 2000 von bisher etwa 10.000 Mittelstandsfirmen und deren profitable Verwertung, der Stellenabbau durch BlackRock &amp; Co bei Fusionen wie Bayer und Monsanto: Da wurden und werden Arbeitspl&auml;tze abgebaut oder in die verarmten Staaten der EU ausgelagert.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]<\/p><p>&bdquo;Corona&ldquo; dient als willkommene Begr&uuml;ndung f&uuml;r Jammern und routinierte Mitnahmeeffekte.<\/p><p><strong>Rettungsgelder zur&uuml;ckzahlen?<\/strong><\/p><p>Die Unternehmen &ndash; und auch drei Millionen Mittel- und Kleinstbetriebe sollen jetzt profitieren &ndash; stellen ihre Hilfsantr&auml;ge &uuml;ber Landesregierungen und Banken bei der staatlichen Bank KfW. Da ist aber gar nicht das ausreichende Personal, um die vielen Antr&auml;ge schnell und &bdquo;unb&uuml;rokratisch&ldquo; auf ihre sachliche Begr&uuml;ndetheit zu pr&uuml;fen. Da wird mit der Gie&szlig;kanne und mithilfe der besten Beziehungen ausgeteilt &ndash; Mitgliedschaft im CDU-Wirtschaftsrat und in der CDU-Mittelstandsvereinigung sind sicher n&uuml;tzlich, wie damals beim Geldsegen der Treuhand-Anstalt.<\/p><p>Und wie ist es dann nach der Krise? Dann wird weiter routiniert gejammert? Aber auch harte Realit&auml;t: Wenn die Insolvenz f&uuml;r Caf&eacute;- und Restaurantp&auml;chter nicht schon in den n&auml;chsten Wochen eintritt, irgendwann nach der Krise wird es wohl f&uuml;r viele endg&uuml;ltig sein. Aber vor allem f&uuml;r die gr&ouml;&szlig;eren Unternehmen: Krisenverluste &ndash; die stehen schnell auf dem Papier, auch ein bisschen aufgebauscht. Und wer pr&uuml;ft das dann? Selbst im Unternehmer-Propaganda-Bl&auml;ttchen Handelsblatt wei&szlig; man schon jetzt: &bdquo;Ein Problem haben die verk&uuml;ndeten Liquidit&auml;tshilfen: Unternehmer k&ouml;nnten sp&auml;ter in Schwierigkeiten geraten, die Kredite zur&uuml;ckzuzahlen.&ldquo;<\/p><p>Diese Art grenzen- und quasi bedingungslose Hilfe demonstriert die schon bisher verwirtschaftete Gestaltungsschw&auml;che des Staates.<\/p><p>Nach Merkels und Steinbr&uuml;cks Versprechen bei der Spekulationspleite der systemrelevanten Banken, dass &bdquo;die Sparer sicher sind&ldquo;, kam die Rechnung sp&auml;ter: Die Sparverm&ouml;gen blieben zwar, freilich unverzinst, erhalten. Aber: Da wurden die Sparer in ihrer anderen Eigenschaft als Steuerzahler noch viel mehr gesch&auml;digt.<\/p><p>Damals mussten aber nur ein Dutzend &bdquo;systemrelevanter&ldquo; Banken gerettet werden. Das jetzige Versprechen an eine ungleich gr&ouml;&szlig;ere Zahl der nun irgendwie &bdquo;systemrelevanten&ldquo; Unternehmen w&uuml;rde die weitere &Uuml;bernahme der Gestaltungsmacht durch die privaten Investoren bedeuten: Antrag stellen, Staat verschuldet sich unbegrenzt, abkassieren.<\/p><p><strong>&bdquo;Corona&ldquo;-Krise an den B&ouml;rsen?<\/strong><\/p><p>Die EZB will &ndash; nach dem Vorbild der US-Zentralbank Fed und des IWF &ndash; die Krisen-Kreditaufnahme verst&auml;rken durch den noch erweiterten Aufkauf von Staats- und Unternehmensanleihen. Das hei&szlig;t in Wirklichkeit: BlackRock&amp;Co werden noch mehr zinslose Kredite gew&auml;hrt. Dann k&ouml;nnen deren gro&szlig;e Wohnungskonzerne noch mehr Wohnungen aufkaufen, deren Mieten dann erh&ouml;ht werden, zum Beispiel. Oder die zinslosen EZB-Kredite werden, wie jetzt geplant, daf&uuml;r verwandt, dass die Nr. 4 und 6 der Wohnungskonzerne Ado Properties, Adler Real Estate fusionieren und den Projektentwickler Consus zukaufen.[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/p><p>Wegen Produktions- und Auftragsr&uuml;ckg&auml;ngen einzelner Unternehmen verkaufen vor allem aufgeregte Kleinaktion&auml;re ihre paar Aktien. Wunderbar! sagen da die Gro&szlig;aktion&auml;re wie BlackRock, Vanguard und die Hedgefonds wie Elliott und EQT: Diesen Absturz verst&auml;rken wir! Bei Wertpapieren und Aktien ist das Verst&auml;rken durch schnelles Hin- und Her-Verkaufen eigener Aktien, und verst&auml;rkt durch Leihaktien, das bevorzugte Gesch&auml;ftsfeld der gro&szlig;en Kapitalorganisatoren. So werden an den B&ouml;rsen heute Aktienkurse auch nach unten getrieben und Gewinne gemacht.<\/p><p>Da ist schnell das Logo &bdquo;Corona&ldquo;-Krise draufgepappt. Mithilfe von Leihaktien und gezielt dosierten K&auml;ufen und Verk&auml;ufen k&ouml;nnen gerade die gro&szlig;en Insider wie BlackRock und Vanguard als gleichzeitige Vielfacheigent&uuml;mer von Banken und Unternehmen mit ihren automatisierten, roboterisierten Datenverarbeitungs-Kapazit&auml;ten &ndash; gr&ouml;&szlig;er als die jeder staatlichen Finanzaufsicht wie der Bafin in Deutschland &ndash; die Kursentwicklung beeinflussen, ob nach unten oder oben, egal. Jede noch so kleine Differenz im Hochfrequenzhandel wird ausgenutzt. Und mit EZB-Krediten geht das nochmal im gr&ouml;&szlig;eren Stil. BlackRock ber&auml;t die Europ&auml;ische Kommission und die EZB &ndash; wie praktisch, oder?[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>&bdquo;Corona hat die Wirtschaft erfasst&ldquo;: B&ouml;rsennachrichten in der ARD &ndash; ein komplizenhaftes Verdummungsinstrument.<\/p><p><strong>Alternativen und kollektive Selbstorganisation<\/strong><\/p><p>Die autorit&auml;ren Ma&szlig;nahmen zugunsten der Privatunternehmen sind nichts prinzipiell Neues, sondern die Zuspitzung der Praktiken, die schon bisher im Gange waren. Nicht zuf&auml;llig erweist sich die korrupteste der Regierungsparteien, die CSU, jetzt mit dem bayerischen Ministerpr&auml;sidenten S&ouml;der als aufsteigender Krisenmanager mit den rabiatesten Ma&szlig;nahmen (Falls jemand fragt: Wieso ist die CSU noch korrupter als FDP und CDU? Pro Mitglied wird die CSU am intensivsten und dauerhaftesten von den zudem immergleichen Unternehmen bespendet, gucken Sie mal nach).<\/p><p>Der System-Krankheitsfall &bdquo;Corona&ldquo; sollte Anlass sein, dass die schon lange angestaute Betroffenheit, Unzufriedenheit, Sch&auml;digung in der Bev&ouml;lkerungsmehrheit jetzt zum Anlass genommen wird: Wir organisieren jetzt auf neuer Stufe unsere Alternativen. Kollektive Selbstorganisation der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten aller Stufen ist das Motto. Zugegeben: Wir sind erstmal verdammt in der Defensive.<\/p><p><strong>Risse im Geb&auml;lk<\/strong><\/p><p>Aber das neoliberale Dogma zeigt deutlicher als bisher seine Risse, seine Br&uuml;chigkeit, auch ganz oben. Der franz&ouml;sische Staatspr&auml;sident Macron, der Ex-Banker, der den Neoliberalismus modernisiert und weiter radikalisiert hat, fl&ouml;tete jetzt vor den Kommunalwahlen: &bdquo;Wir d&uuml;rfen unser Gesundheitssystem nicht dem Markt &uuml;berlassen!&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Noch wichtiger ist es&ldquo;, fl&ouml;tet es in Deutschland, &bdquo;direkt gegen die Seuche vorzugehen, wie China es tat. Dabei darf es an Geld nicht fehlen. Die Kapazit&auml;t der Intensivstationen der Krankenh&auml;user muss dramatisch erweitert werden. Neue Behelfskrankenh&auml;user m&uuml;ssen aus dem Boden gestampft werden. Beatmungsger&auml;te, Schutzanz&uuml;ge und Masken m&uuml;ssen unter gro&szlig;em Einsatz sofort produziert werden&ldquo;, darf Prof. Sinn nun pl&ouml;tzlich im Handelsblatt verbreiten. Gegen die testlose Verbannung der Bev&ouml;lkerung in ihre Privatheit fordert Sinn sinnvollerweise: &bdquo;Gro&szlig;fl&auml;chige Virustests sind einzuf&uuml;hren, die wesentliche Teile der Bev&ouml;lkerung erfassen und noch m&ouml;glichst viele der Infizierten identifizieren. Jede einzelne Identifikation kann viele Menschenleben retten.&ldquo;<\/p><p>Man muss aber nicht glauben, dass solche Einsichten bei solchen Leuten zu wirklichen Konsequenzen f&uuml;hren. Beim Krisenmanagement der Bundesregierung ist davon nichts angekommen.<\/p><p>Kollektive Ma&szlig;nahmen, Forderungen, Konzepte<\/p><p>&bdquo;Corona&ldquo;, wenn es nach diesem Muster l&auml;uft, macht die Abh&auml;ngigen und Schwachen noch abh&auml;ngiger und schw&auml;cher. Deshalb sind auch ganz neue Hilfen n&ouml;tig.<\/p><p><strong>Zum Beispiel, vieles l&auml;uft ja schon ganz spontan:<\/strong><\/p><p><em>Nachbarschaftshilfe, Betreuung von Kindern, Einkaufen.<\/em><\/p><ul>\n<li>Wenn Suppenk&uuml;chen und Tafeln schlie&szlig;en, dann w&uuml;rde das, wenn es so weitergeht, am Ende ungef&auml;hr zwei Millionen Menschen betreffen. Wie ern&auml;hren die sich dann? Gerade sie m&uuml;ssen jede und jeder aus dem gro&szlig;en Hilfspaket des Staates etwas bekommen, z.B. 400 Euro pro Monat. Damit sie im Supermarkt einkaufen k&ouml;nnen, der dann sowieso nicht mehr so viele Lebensmittel wegschmei&szlig;en muss.<\/li>\n<li>Das Beschaffen von Lebensmitteln etwa aus Containern, wohin Superm&auml;rkte und andere Gro&szlig;verk&auml;ufer gute Waren aussortieren, muss jetzt vollst&auml;ndig straflos gestellt werden.<\/li>\n<\/ul><p><em>Kleingewerbe, Selbst&auml;ndige, Schein-Selbst&auml;ndige<\/em><\/p><p>Kleine Selbst&auml;ndige, Schein-Selbst&auml;ndige, Teilzeitbesch&auml;ftigte tun sich zusammen und fordern vom Staat ebenfalls Hilfen.<\/p><ul>\n<li>Das tun jetzt hunderttausende Besch&auml;ftigte des Kultur-, Museums-, Literatur-, Theater-, Opern-, Konzert-, Kinobetriebs usw. Ein Anfang.<\/li>\n<li>Der Parit&auml;tische Wohlfahrtsverband fordert: Die gemeinn&uuml;tzige Sozial-Infrastruktur aufrecht erhalten! Der Staat muss Zusch&uuml;sse leisten, keine Kredite!<\/li>\n<\/ul><p><em>Krankenhaus-Reserven nur bei der Bundeswehr?<\/em><\/p><ul>\n<li>Die Initiative Gemeingut in B&uuml;rgerInnenhand fordert: Krankenhaus-Schlie&szlig;ungen jetzt stoppen!<\/li>\n<li>Dazu geh&ouml;rt die Forderung: Neubau von zus&auml;tzlichen, gemeinn&uuml;tzigen Krankenh&auml;usern!<\/li>\n<\/ul><p>&Uuml;brigens taucht da die Frage auf: Wieso kann nur die Bundeswehr in ihren Krankenh&auml;usern so viele freie Betten-Kapazit&auml;ten vorhalten? Gar nicht zu reden vom riesigen US-Milit&auml;rkrankenhaus in Rheinland-Pfalz?<\/p><p><em>Prek&auml;r und befristet Besch&auml;ftigte<\/em><\/p><p>Sie trifft es besonders hart, sie profitieren gar nicht oder nur kurz vom Kurzarbeitergeld.<\/p><ul>\n<li>Beratungsstellen einrichten: F&uuml;r abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte die Lohnfortzahlung sichern, gegen m&ouml;gliche K&uuml;ndigungen vorbereiten. Ersatzzahlungen vom Jobcenter fordern!<\/li>\n<\/ul><p><em>Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die, die weiterarbeiten m&uuml;ssen oder k&ouml;nnen<\/em><\/p><p>Unterst&uuml;tzung und Solidarit&auml;t gilt denen, die jetzt weiterarbeiten m&uuml;ssen oder d&uuml;rfen, zum Teil, wie in den Krankenh&auml;usern, mit noch mehr Stress und Zeitaufwand.<\/p><ul>\n<li>Hamburger Pflegekr&auml;fte verbreiten einen Aufruf an Gesundheitsminister Spahn: -Beschaffung wirksamer und ausreichender Schutzmaterialien, notfalls durch Verstaatlichung der Hersteller und ihrer Lieferketten!<\/li>\n<li>Kr&auml;ftige Lohnzulage f&uuml;r die Krankenhaus-Besch&auml;ftigten, die ihre Kinder in Notbetreuung bringen, &Uuml;berstunden machen, Pausen nicht einhalten k&ouml;nnen!<\/li>\n<li>Kr&auml;ftige Lohnsteigerungen f&uuml;r Pflegekr&auml;fte! Gerade f&uuml;r sie: Keine zus&auml;tzliche Sonntagsarbeit!<\/li>\n<li>Gewerkschaften m&uuml;ssen sich endlich auch um die Gesundheit der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten k&uuml;mmern, auch um die, die zum Beispiel als WanderarbeiterInnen nicht Mitglied der Gewerkschaft sind. &Auml;rzte, Pfarrer, Initiativen sind da schon aktiv, sie brauchen weitere Unterst&uuml;tzung.<\/li>\n<\/ul><p><em>L&auml;ngerfristige Alternativen in der Wirtschaft<\/em><\/p><p>Die mit &bdquo;Corona&ldquo; auch zugedeckte Krise der Arbeitsverh&auml;ltnisse und der Unternehmen muss auch Anlass sein f&uuml;r die Entwicklung langfristiger Alternativen:<\/p><ul>\n<li>&Uuml;bernahme insolventer Unternehmen durch die Besch&auml;ftigten<\/li>\n<li>Neugr&uuml;ndung von Genossenschaften<\/li>\n<li>Konversion: Die Auto- und R&uuml;stungsproduktion wird umgestellt auf Nahverkehrs-Systeme. Nur mal als Beispiel, weil daf&uuml;r schon viele Konzepte entwickelt wurden.<\/li>\n<li>Wirtschaftsdemokratie: Das ist wesentlich mehr als die Mitbestimmung!<\/li>\n<li>Kommunen und Bundesl&auml;nder gr&uuml;nden neue, gemeinn&uuml;tzige Wohnungsgesellschaften. &Uuml;brigens: In der viel &auml;rmeren Zeit in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg wurden hunderttausende gemeinn&uuml;tzige Wohnungsgenossenschaften gebaut, die hatten Bestand bis zur neoliberalen Hysterie der 2000er Jahre &ndash; und das soll heute im &bdquo;reichen Deutschland&ldquo; nicht m&ouml;glich sein?<\/li>\n<\/ul><p><strong>Gesundheit ist ein Menschenrecht!<\/strong><\/p><p>Wohnen ist ein Menschenrecht! Siehe die Erkl&auml;rung der Universellen Menschenrechte der UNO. Das musste den Regierenden jetzt wegen des von ihnen und ihrem Klientel ebenfalls verursachten Wohnungs-Notstands auch erstmal eingebleut werden.<\/p><p>Und eben auch: Gesundheit ist ein Menschenrecht!<br>\nDeshalb: Wenn man die Anf&auml;lligkeit gegen &bdquo;Corona&ldquo; und andere Gef&auml;hrdungen bek&auml;mpfen will, muss das ganze Gesundheitssystem demokratisiert werden. Auch Gesundheit und Gesundheitsversicherung sind Menschenrechte.<\/p><p>Grundgesetz Artikel 14 und 15: Die Verpflichtung des Privateigentums auf das Gemeinwohl musste beim Wohnungsnotstand den jetzt katastrophisch Regierenden auch erstmal in Erinnerung gerufen werden.<\/p><p>Das ist so aktuell wie nie. Das wurde nach dem letzten Krieg als eine Konsequenz gefolgert. Wie sagte doch unsere ein letztes Mal aus der Neoliberalisierungs-Asche aufsteigende Bundeskanzlerin jetzt bei ihrer Corona-Ansprache am 18. M&auml;rz 2020: Die Situation ist so ernst wie nach dem Krieg! Ich glaube nicht, dass sie was kapiert hat, aber auf sie kommt es auch nicht an.<\/p><p>Titelbild: sutadimage\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Werner R&uuml;gemer: Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts. 2. Auflage K&ouml;ln 2020, S. 98ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] H&ouml;chstes Sterberisiko f&uuml;r Arme und Arbeitslose, Pressemitteilung des Max Planck-Instituts f&uuml;r Demografie 8.10.2019<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Dvr.de\/unfallstatistik, aberufen 18.3.2020<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Wanderarbeiter und Stundenl&ouml;hner werden in der Baubranche besonders ausgebeutet &ndash; Kontrollen gibt es kaum, <a href=\"https:\/\/gewerkschaftsforum-do.de\">gewerkschaftsforum-do.de<\/a> 25.9.2018<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Das Schattenreich: Arbeitsmedizin und gesetzliche Unfallversicherung, <a href=\"https:\/\/www.anstageslicht.de\">anstageslicht.de<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Werner R&uuml;gemer: Das System T&ouml;nnies stoppen! Arbeitsunrecht.de 12.9.2019<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Exodus von Pflegekr&auml;ften: Wie Deutschland Osteuropa ausbluten l&auml;sst, DasErste, monitor 12.3.2020<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Werner R&uuml;gemer: Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts S. 66ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Milliardenfusion mit Hindernissen, Handelsblatt 19.2.2020<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Werner R&uuml;gemer: Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts S. 64ff.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die westlichen Regierungen, die EU und Investoren haben die Gesundheitssysteme auf Profite getrimmt, privatisiert, verknappt, zulasten des &uuml;berforderten Personals und zulasten der Patienten selbst. Schon der &bdquo;Normal&ldquo;betrieb ist eine Katastrophe. Zudem machen heute nicht nur prek&auml;re, sondern auch &bdquo;normale&ldquo; Arbeitsverh&auml;ltnisse zus&auml;tzlich krank &ndash; von Arbeitslosigkeit ganz abgesehen. Die seelische und k&ouml;rperliche Gesundheit der Mehrheitsbev&ouml;lkerung ist<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59428\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":59429,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,141,107,136,149,30],"tags":[294,423,1073,373,2596,305,1973,588,1164,288,1455,748,392,471,2834],"class_list":["post-59428","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-audio-podcast","category-banken-boerse-spekulation","category-gesundheitspolitik","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-aktienkurse","tag-austeritaetspolitik","tag-aerzte","tag-oekonomisierung","tag-gemeinnuetzigkeit","tag-menschenrechte","tag-monopolisierung","tag-personalabbau","tag-pflegekraefte","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-private-equity","tag-rettungsschirm","tag-schuldenbremse","tag-systemrelevanz","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/shutterstock_1524251411-1-Kopie.jpeg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59428","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=59428"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59428\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":59489,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/59428\/revisions\/59489"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/59429"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=59428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=59428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=59428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}