{"id":59447,"date":"2020-03-20T12:10:03","date_gmt":"2020-03-20T11:10:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59447"},"modified":"2020-03-21T11:46:04","modified_gmt":"2020-03-21T10:46:04","slug":"erst-zerstoeren-dann-heilen-das-ist-kein-sinnvolles-verfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59447","title":{"rendered":"Erst zerst\u00f6ren, dann heilen. Das ist kein sinnvolles Verfahren."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/politik\/maybrit-illner\">Bei Maybrit Illner kam man gestern<\/a> zur Einsicht, dass Sparen und Privatisieren dem Gesundheitssektor nicht gut getan hat. Eckart von Hirschhausen hat darauf gedr&auml;ngt, dies endlich einzusehen. Auch Sozial- und Arbeitsminister Heil hat gegen Ende der Sendung dieser Einsicht zugestimmt. Aber die Frage, ob ein solches Verfahren, n&auml;mlich erst zu zerst&ouml;ren und dann zu heilen, prinzipiell eine vern&uuml;nftige politische Strategie ist, wurde auch von der Moderatorin nicht aufgeworfen. Wie sollte sie auch, denn dieses kostspielige und sch&auml;dliche Verfahren, das in vielen Bereichen der Politik &uuml;blich ist, wird bisher von den Hauptmedien mehrheitlich gedeckt. Ich liste im Folgenden beispielhaft auf, wo nach dieser Wahnsinnsmethode verfahren wird. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1265\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-59447-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200320-Erst-zerstoeren-dann-heilen-kein-sinnvolles-Verfahren-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200320-Erst-zerstoeren-dann-heilen-kein-sinnvolles-Verfahren-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200320-Erst-zerstoeren-dann-heilen-kein-sinnvolles-Verfahren-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200320-Erst-zerstoeren-dann-heilen-kein-sinnvolles-Verfahren-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=59447-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/200320-Erst-zerstoeren-dann-heilen-kein-sinnvolles-Verfahren-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"200320-Erst-zerstoeren-dann-heilen-kein-sinnvolles-Verfahren-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><ol>\n<li>Die Verantwortlichen haben jahrelang an <strong>Schwarzer Null und Schuldenbremse<\/strong> festgehalten, auch dann noch, als an vielen Stellen sichtbar wurde, welche dramatischen Sch&auml;den dieser ideologisch und zutiefst populistisch bestimmte (Verzeihung) Quatsch &ndash; auch &ouml;konomisch betrachtet &ndash; angerichtet hat, sozial sowieso. Die ma&szlig;geblichen Meinungsf&uuml;hrer und Entscheider haben die Infrastruktur einschlie&szlig;lich des Gesundheitssektors verlottern lassen, um sich in der Popularit&auml;t eines Phantoms, der Schwarzen Null, zu sonnen. Wo blieben die Medien, wo blieben die Hauptmedien? Sie haben lange Zeit alles mitgemacht. Sie bildeten die Staffage f&uuml;r diese &uuml;ble PR-Strategie.<\/li>\n<li><strong>Mit Privatisierungen einschlie&szlig;lich der Mischformen wie &Ouml;ffentlich-Private-Partnerschaft, also &Ouml;PP oder PPP<\/strong>, ist &ouml;ffentliches Eigentum reihenweise an private Eigent&uuml;mer &uuml;bertragen worden &ndash; bis weit hinein in den Bereich sozialer Einrichtungen &ndash; bei Stadtwerken, Wasserwerken, Stra&szlig;enbauten, Wohnungsbau sowieso. Wie teuer die Methode &bdquo;Erst zerst&ouml;ren und dann heilen&ldquo; ist, sieht man beim sogenannten sozialen Wohnungsbau besonders deutlich. &Ouml;ffentliche Stellen, L&auml;nder und Kommunen, m&uuml;ssen teuer zur&uuml;ckkaufen, was sie billig verscherbelt haben, um der Schuldenbremse zu gen&uuml;gen. Einfach Wahnsinn!<\/li>\n<li><strong>Ab 1984 wurden die elektronischen Medien privatisiert und die Fernsehprogramme und H&ouml;rfunkprogramme massiv ausgeweitet.<\/strong> Das ist geschehen, obwohl im Vorfeld, insbesondere zwischen 1978 und 1982 ausf&uuml;hrlich und mit guten Argumenten begr&uuml;ndet worden ist, warum diese Entwicklung und die daf&uuml;r eingesetzten Milliardenbetr&auml;ge zu sehr problematischen sozialen und humanen Fehlentwicklungen f&uuml;hren. (Die von mir geleitete Planungsabteilung im Bundeskanzleramt war damals an dieser Auseinandersetzung beteiligt. In den letzten Tagen habe ich einige interessante Dokumente aus meinem Archiv geholt. Sie werden in den n&auml;chsten Tagen unseren Leserinnen und Lesern zur Kenntnis gegeben.)<\/li>\n<li><strong>Deutschland verweigert die Geschwindigkeitsbegrenzung. Damit werden Vernunft, Klima und das menschliche Zusammenleben gest&ouml;rt und zerst&ouml;rt.<\/strong> Hier ist also noch nicht einmal begonnen worden, Einsicht zu zeigen, geschweige denn zu heilen. Wo bleibt die Einsicht der Politik? Wo bleibt die Einsicht der Medien?<\/li>\n<li><strong>Zurzeit wird das Vertrauen Russlands und der Russen in die Friedfertigkeit des Westens und die Vernunft und Freundschaft der Deutschen jeden Tag neu besch&auml;digt. Die Folgen werden vermutlich schrecklich sein.<\/strong> Keinerlei Einsicht ist erkennbar. Selbst die ehemalige Friedenspartei SPD und die Gr&uuml;nen sind umgedreht. Selbst ein Medium wie Arte wird zum Konfliktanheizmedium. Siehe &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59393\">Arte im Propaganda-Modus: Stundenlange Meinungsmache am St&uuml;ck<\/a>&ldquo;.<\/li>\n<li><strong>Wir pumpen massenweise Geld ins Milit&auml;r und scheuen keinen Kriegseinsatz, auch wenn, wie im Falle des Irak, die dortigen V&ouml;lker und Regierungen das gar nicht mehr wollen.<\/strong> Erst hinterher klug zu werden und heilen zu wollen, ist auf diesem Feld besonders zerst&ouml;rerisch, weil konkret t&ouml;dlich. Keinerlei Einsicht. Es wird sogar besonders betont, dass die Erh&ouml;hung der Milit&auml;rausgaben auf 2 % des Bruttoinlandsprodukts trotz Coronakrise betrieben werden wird. Siehe hier: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2020-03\/militaer-nato-coronavirus-epidemie-verteidugung-jens-stoltenberg\">Nato sieht Verteidigungsf&auml;higkeit durch Corona nicht gef&auml;hrdet.<\/a>\n<p>Generalsekret&auml;r Stoltenberg erwartet weiter, dass die Nato-Staaten ihre Verteidigungsausgaben steigern. Die Bedrohungslage habe sich durch Corona nicht ver&auml;ndert.&ldquo;<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Freihandelsabkommen wurden im Zeichen undifferenzierter Globalisierung propagiert und abgeschlossen.<\/strong> Soweit das noch nicht geschehen ist, liegen sie immer noch parat. Hier w&auml;re noch viel zu heilen.<\/li>\n<li>Im Kontext dazu: <strong>Wir wissen, dass es notwendig w&auml;re, Verkehr zu vermeiden und die Regionalisierung der Wirtschaftsbeziehungen zu betreiben.<\/strong> Aber es geschieht nichts.<\/li>\n<li>Wir wissen, <strong>dass die Abwerbung von Fachkr&auml;ften in vielen L&auml;ndern, wie zum Beispiel auf dem Balkan, katastrophale Verh&auml;ltnisse hinterl&auml;sst.<\/strong> Dort fehlen die abgeworbenen &Auml;rzte, Krankenschwestern und anderes medizinische Personal. Dennoch haben die hier bei uns Verantwortlichen an ihrer Zuwanderungspolitik nichts ge&auml;ndert und sie deuten auch nicht an, dass sie etwas &auml;ndern wollen, obwohl diese Politik ein besonderes katastrophales Zeichen von Egoismus und mangelnder Solidarit&auml;t ist. So sieht Europa in der Realit&auml;t aus! Und wo bleiben die Warnungen der Medien? Wo bleibt ihre Einsicht?<\/li>\n<li><strong>&bdquo;Keynes is out&ldquo; hat man jahrelang propagiert und damit wichtige besch&auml;ftigungspolitische Entscheidungen und Programme unterlaufen und blockiert.<\/strong> Jetzt pl&ouml;tzlich spielt die Sorge um Schulden, die die Besch&auml;ftigungsprogramme angeblich immer gebracht haben, keine Rolle mehr. Hoffentlich bleibt uns die Einsicht noch ein bisschen erhalten. Siehe dazu das Kapitel IV.9 in &bdquo;Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst.&ldquo; <\/li>\n<li><strong>Die Teilprivatisierung der Altersvorsorge in Richtung Riester-Rente, R&uuml;rup-Rente und Entgeltumwandlung hat sich als Flop und als zerst&ouml;rerisch erwiesen.<\/strong> Dennoch wird an der Realisierung der Ideologie von der staatlich gef&ouml;rderten privaten Vorsorge weiter geflickt. Die Zerst&ouml;rung ist also erkannt und trotzdem wird nicht geheilt! Wie die Heilung aussehen k&ouml;nnte und m&uuml;sste, ist in diesem Bereich klar: Das Hauptelement w&auml;re die St&auml;rkung der gesetzlichen Rente. Aber das wollen die politisch Verantwortlichen und die Hauptmedien nicht, weil sie dann ihren Spezis in der Finanzwirtschaft das Gesch&auml;ftsfeld &bdquo;staatlich gef&ouml;rderte private Vorsorge&ldquo; vermiesen w&uuml;rden.<\/li>\n<li><strong>Jeder ist seines Gl&uuml;ckes Schmied. Das ist die Hauptparole der neoliberalen Ideologie. Wird diese dumme Parole wirklich zur Disposition gestellt?<\/strong> Kommen wir wirklich zur Einsicht, dass Solidarit&auml;t ein wichtiges Prinzip der gesellschaftlichen Gestaltung ist? Das h&auml;tte dann gravierende Konsequenzen, zum Beispiel die massive Verringerung der Leiharbeit, zum Beispiel nach jahrelanger Umverteilung von unten nach oben eine Verteilungspolitik von oben nach unten. Konkret: zum Beispiel ein Spitzensteuersatz von 53 % wie zu Helmut Kohls Zeiten und entsprechende Anpassung der Steuer-Tabelle. Zum Beispiel die Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;gensteuer. Und einer wirksamen Erbschaftsteuer. Und endlich nicht nur Spr&uuml;che gegen Steueroasen, sondern wirkliche Taten.<\/li>\n<\/ol><p>Insgesamt w&auml;re es ja zu begr&uuml;&szlig;en, wenn endlich die Einsicht, dass es keinen Sinn macht, zu zerst&ouml;ren und dann hinterher zu heilen, praktische Konsequenzen haben w&uuml;rde. Aber es ist ja selbst fragw&uuml;rdig, ob die Einsicht wirklich verankert ist. Wie fragw&uuml;rdig das ist, das kann man schon daran erkennen, wie die etablierten Medien sich heute, also in Zeiten der Corona-Krise, &auml;u&szlig;ern und verhalten. Es ist n&auml;mlich deutlich die Tendenz erkennbar, dass auf die sogenannten sozialen Medien eingeschlagen wird. Sie werden f&uuml;r allerlei Panikmache verantwortlich gemacht und auch f&uuml;r die Besch&ouml;nigung der Krise. Sogenannte Fake News sieht man nur bei den anderen, obwohl das eigene Haus davon voll ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/politik\/maybrit-illner\">Bei Maybrit Illner kam man gestern<\/a> zur Einsicht, dass Sparen und Privatisieren dem Gesundheitssektor nicht gut getan hat. Eckart von Hirschhausen hat darauf gedr&auml;ngt, dies endlich einzusehen. Auch Sozial- und Arbeitsminister Heil hat gegen Ende der Sendung dieser Einsicht zugestimmt. 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