{"id":5945,"date":"2010-06-21T09:29:59","date_gmt":"2010-06-21T07:29:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5945"},"modified":"2010-06-21T09:29:59","modified_gmt":"2010-06-21T07:29:59","slug":"hinweise-des-tages-1164","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5945","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute u. a. zu folgenden Themen: Wie Deutschland die Euro-Krise befeuert; US-Ratingagenturen feiern Lobbysieg; Merkel bei&szlig;t mit Forderung auf Granit; wie Merkel die Verkehrswende torpediert; Brennelementsteuer: Atomindustrie attackiert Merkels Steuerpl&auml;ne; Sparen und Prassen bei der Bundesagentur; Hartz IV schafft Arbeit (bei den Gerichten); 4,79 Milliarden Euro Abwrackpr&auml;mie ausgezahlt; Merz, der Garant f&uuml;r eine H&auml;ngepartie bei der WestLB; Kopfarbeit im Takt der Globalisierung; Verfolgerwahn; ALTER-EU protestiert gegen weitere Seitenwechsel von Ex-EU-Kommissaren; Gauweiler fordert Aufkl&auml;rung von K&ouml;hler; Wulffs Angst vor den Promis; Regierungsbildung NRW; Milliardengrab Schweinegrippe; Afghanistan; BP-Krise gef&auml;hrdet Rentenfonds; Spanien in der Krise; Niederlande: B&uuml;hne frei f&uuml;r rechte All Stars; in Ghana sorgen Weltbank- und IWF-Politik f&uuml;r Auspl&uuml;nderung und Ausbeutung; das System der Akkreditierung wackelt; Glosse zur WM. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Wie Deutschland die Euro-Krise befeuert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">US-Ratingagenturen feiern Lobbysieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Merkel bei&szlig;t mit Forderung auf Granit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Wie Merkel die Verkehrswende torpediert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Brennelementsteuer: Atomindustrie attackiert Merkels Steuerpl&auml;ne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Sparen und Prassen bei der Bundesagentur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Hartz IV schafft Arbeit (bei den Gerichten)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">4,79 Milliarden Euro Abwrackpr&auml;mie ausgezahlt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Merz, der Garant f&uuml;r eine H&auml;ngepartie bei der WestLB<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\"> Kopfarbeit im Takt der Globalisierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Terrorismusverfahren: Verfolgerwahn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Die hessische Steuerfahnderaff&auml;re<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">&raquo;Linksextreme Gewalt&laquo; &ndash; viel Gerede, aber keine belastbaren Zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Abk&uuml;hlphase n&ouml;tig: ALTER-EU protestiert gegen weitere Seitenwechsel von Ex-EU-Kommissaren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Gauweiler fordert Aufkl&auml;rung von K&ouml;hler<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Wulffs Angst vor den Promis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Regierungsbildung NRW<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Was ist lebendig und was tot an der sozialen Demokratie?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Institut f&uuml;r Weltwirtschaft ehrt Liz Mohn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Milliardengrab Schweinegrippe: Wer steuerte die WHO?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Afghanistan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">BP-Krise gef&auml;hrdet Rentenfonds<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Spanien in der Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Niederlande: B&uuml;hne frei f&uuml;r rechte All Stars<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h25\">In Ghana sorgen Weltbank- und IWF-Politik f&uuml;r Auspl&uuml;nderung und Ausbeutung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h26\">Das System der Akkreditierung wackelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h27\">Zu guter Letzt: Glosse zur WM: Gebt, damit wir nehmen k&ouml;nnen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=5945&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Wie Deutschland die Euro-Krise befeuert<\/strong><br>\nDie deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik ger&auml;t international immer st&auml;rker in die Kritik. &Uuml;ber Jahre habe Deutschland Lohndumping betrieben und so den europ&auml;ischen Nachbarl&auml;ndern Marktanteile abgegraben. Verantwortlich f&uuml;r die Euro-Krise seien nicht allein unsolide wirtschaftende L&auml;nder wie Griechenland oder Spanien. Der eigentliche Krisenmotor sei Deutschland. L&auml;ngst haben die EU-Euro-Minister Deutschland aufgefordert, endlich die Binnennachfrage anzukurbeln und die einseitige Fixierung auf den Export aufzugeben. Doch mit dem aktuellen Sparpaket geschieht nun genau das Gegenteil. Und so bef&uuml;rchten namhafte Experten, dass die Euro-Krise weiter befeuert wird: ausgerechnet von Deutschland.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/sendungen\/2010\/0617\/euro.php5\">ARD Monitor<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/extra\/interviews\/flassbeck_2010.php5\">ARD Monitor (Flassbeck-Interview)<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/extra\/interviews\/bofinger_2010.php5\">ARD Monitor (Bofinger-Interview)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>US-Ratingagenturen feiern Lobbysieg<\/strong><br>\nVor allem Standard &amp; Poor&rsquo;s (S&amp;P), Moody&rsquo;s und Fitch k&ouml;nnen aufatmen: Ein Vermittlungsausschuss im US-Kongress hat die Pl&auml;ne f&uuml;r eine neue Aufsichtsbeh&ouml;rde f&uuml;r Ratingagenturen gekippt. Die sch&auml;rfsten Regulierungsvorhaben die Branche betreffend sind damit vom Tisch.<br>\nRatingagenturen wird eine Mitverantwortung f&uuml;r die Krise am H&auml;usermarkt zugeschrieben, weil sie auf Hypotheken basierende Finanzprodukte zu gut bewertet hatten, die sich sp&auml;ter als wertlos herausstellten. Damit ger&auml;t nach Ansicht von Regulierungsbef&uuml;rwortern das Ziel von Pr&auml;sident Obama, die Aufsicht &uuml;ber die Finanzm&auml;rkte zu verbessern, in Gefahr. Auch in Europa bem&uuml;hen sich Politiker und Notenbanker, die Abh&auml;ngigkeit der Firmen, die Wertpapiere verkaufen wollen, von den Agenturen zu verringern &ndash; bisher ohne Erfolg.<br>\nDie Ratingagenturen hatten massiv gegen die neue Aufsicht gek&auml;mpft. Der Senat hatte in seiner Fassung der Finanzreform wesentlich drastischere Umw&auml;lzungen beschlossen. Die Kompromissformel vertagt die endg&uuml;ltige Entscheidung auf die Zukunft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/:keine-neue-aufsichtsbehoerde-us-ratingagenturen-feiern-lobbysieg\/50129234.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Merkels bei&szlig;t mit Forderung auf Granit<\/strong><br>\nTrotz anhaltender Nervosit&auml;t auf den Finanzm&auml;rkten ist die EU von einer gemeinsamen Antwort auf die Schuldenkrise noch weit entfernt. Das Gipfeltreffen der 27 EU-Staats- und Regierungschefs in Br&uuml;ssel begann am Donnerstag mit scharfer Kritik an der Forderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, notorischen Haushaltss&uuml;ndern bei EU-Entscheidungen das Stimmrecht zu entziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/blockade_gegen_merkels_forderung_nach_eu-vertragsaenderungen_1.6135958.html?printview=true\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Was treibt nur Frau Merkel um, etwas vorzuschlagen, was bei geforderter Einstimmigkeit nicht die geringste Chance auf Verwirklichung hat &ndash; abgesehen davon, dass ihr Vorschlag nicht im geringsten zielf&uuml;hrend ist. Irgendwie scheint die Kanzlerin der Strategie zu folgen, sich in Europa unbeliebt zu machen, k&auml;me in Deutschland gut an. Geradezu erb&auml;rmlich und infam ist dann, dass, wie ein belgischer Diplomat berichtet, &ldquo;Angela Merkel in kleiner Runde von einer starken antieurop&auml;ischen Haltung in der deutschen &Ouml;ffentlichkeit berichtet, auf die sie R&uuml;cksicht nehmen m&uuml;sse.&rdquo; Dadurch sei das <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/glatt-daneben\/1862148.html;jsessionid=03F644B99020076BA95AA46C06FDC7EB\">Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Berliner Positionen gewachsen<\/a>.<br>\nDabei hat sie wesentlich dazu beigetragen, dem Ansehen Deutschlands in Europa zu schaden, indem sie sich mit dem Boulevard gemein gemacht hat. O-Ton an die Griechen beim Wahlkampf in Bocholt: &ldquo;&hellip; ihr m&uuml;sst redlich werden, ihr m&uuml;sst euch ehrlich machen, sonst kann euch nicht geholfen werden&rdquo;. Das ist nicht nur Feigheit vor dem Boulevard, das hei&szlig;t zus&auml;tzlich &Ouml;l in das Feuer gie&szlig;en, um einen billigen Sieg in der deutschen Provinz einzufahren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Wie Merkel die Verkehrswende torpediert<\/strong><br>\nDas schwarz-gelbe Sparpaket bef&ouml;rdert die Verkehrspolitik von vorgestern: Es schr&ouml;pft die Bahn und belohnt PS-Protzerei. Merkels Regierung begreift nicht, wie gro&szlig; ihr Gestaltungsspielraum gerade in Zeiten des Sparzwangs ist. So behindert sie die Entwicklung intelligenter Mobilit&auml;tskonzepte.<br>\nZwar ist die geplante Flugverkehrsabgabe so richtig, wie das Billigfliegen falsch ist. &ldquo;&Ouml;kologisch&rdquo;, wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sie nennt, w&auml;re die Abgabe aber erst dann, wenn den Flugreisenden die Umweltkosten voll in Rechnung gestellt w&uuml;rden. Mehrbelastungen f&uuml;r die Bahn dagegen sind ein falsches Signal. Nach Fernbussen ist die Bahn das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Ausgerechnet sie soll nun eine halbe Milliarde Gewinn an den Bund abliefern. Hinzu kommt, dass die Bahn demn&auml;chst deutlich mehr f&uuml;r ihre CO2-Emissionen zahlen soll. Das ist nur dann zu rechtfertigen, wenn auch der Autoverkehr sp&uuml;rbarer f&uuml;r seine Emissionen zur Kasse gebeten w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/auto\/aktuell\/0,1518,701064,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Brennelementesteuer: Atomindustrie attackiert Merkels Steuerpl&auml;ne<\/strong><br>\nDie vier gro&szlig;en Energiekonzerne gehen auf Konfrontationskurs mit der Regierung: Notfalls vor Gericht wollen sie die geplante Brennelementesteuer verhindern.<br>\nIn der Debatte um l&auml;ngere Laufzeiten f&uuml;r Atommeiler in Deutschland droht die Energiebranche der Bundesregierung mit einer Klage. Die Vorstandsvorsitzenden der vier gro&szlig;en Stromkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW erw&auml;gen, die von der Bundesregierung geplante Brennelementesteuer notfalls vor Gericht zu stoppen. Das verlautete am Freitag aus den beteiligten Unternehmen. Damit ger&auml;t auch der gr&ouml;&szlig;te Posten im Sparpaket der Regierung in Gefahr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/brennelementesteuer-atomindustrie-attackiert-merkels-steuerplaene-1.961987\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Sparen und Prassen bei der Bundesagentur<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Bundesagentur f&uuml;r Arbeit: Sparmilliarden gesucht<\/strong><br>\nBei der Arbeitslosenf&ouml;rderung sollen laut &ldquo;Sparpaket&rdquo; der Bundesregierung schon im kommenden Jahr 2 Milliarden Euro eingespart werden. Derzeit w&uuml;rden &ldquo;einzelne Szenarien&rdquo; durchgerechnet, erkl&auml;rte eine Sprecherin der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) der taz. Festlegungen auf konkrete Sparma&szlig;nahmen gebe es noch nicht. Im Herbst dieses Jahres wird der Haushalt der Arbeitsagentur f&uuml;r 2011 aufgestellt. Bei der Vorstellung des Sparpakets hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erkl&auml;rt, man werde &ldquo;sogenannte Pflichtleistungen in Ermessensleistungen umwandeln&rdquo;. Bei der Arbeitsf&ouml;rderung f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger existieren aber nur Pflichtleistungen in H&ouml;he von 116 Millionen Euro, wie die Sprecherin der Bundesagentur best&auml;tigte. F&uuml;r die Empf&auml;nger von Arbeitslosengeld I gibt es den &ldquo;Gr&uuml;ndungszuschuss&rdquo; als Pflichtleistung. Die Kosten daf&uuml;r schlagen j&auml;hrlich mit 1, 5 Milliarden Euro zu Buche. Die BA-Sprecherin best&auml;tigte auch eine Rechnung, nach der 1,6 Milliarden Euro eingespart werden k&ouml;nnten, wenn man die Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld r&uuml;ckg&auml;ngig machen und die Leistung wie fr&uuml;her nur 6 Monate lang gew&auml;hren w&uuml;rde.<br>\nDer Chef der Bundesarbeitsagentur, Frank-J&uuml;rgen Weise, geriet wegen der BA-Geh&auml;lter f&uuml;r Spitzenkr&auml;fte der Beh&ouml;rde in die Kritik Ausgel&ouml;st wurde die Debatte durch einen Bericht des Bundesrechnungshofes. Demnach hatte die BA herausgehobenen Fachkr&auml;ften au&szlig;ertarifliche Vertr&auml;ge angeboten. Diese sehen im Vergleich zu dem &uuml;blichen Verg&uuml;tungssystem im &ouml;ffentlichen Dienst &ldquo;deutlich g&uuml;nstigere und flexiblere Arbeits- und Bezahlungskonditionen vor&rdquo; und verstie&szlig;en auch bei den Einstellungsverfahren gegen gesetzliche Bestimmungen, r&uuml;gte der Rechnungshof. Die F&uuml;hrungskr&auml;fte bekamen ein monatliches Fixum von bis zu 7.200 Euro, dazu eine Leistungskomponente von bis zu 1.400 Euro und weitere hohe Boni. Teilweise sollen Stellen &uuml;ber pers&ouml;nliche Kontakte besetzt und nicht offen ausgeschrieben worden sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2010%2F06%2F19%2Fa0088&amp;cHash=03e6162598\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Da m&ouml;chte man schon wissen, f&uuml;r welche Leistung diese Boni flie&szlig;en; etwa f&uuml;r die geniale Idee, f&uuml;r jeden Mitarbeiter, jedes Team und jedes JobCenter ein Bewertungssystem zu entwickeln, in dessen Mittelpunkt die Umsetzung von Sparvorgaben oder auch die Zahl der bearbeiteten F&auml;lle (Falldichte) stehen. D.h. je weniger Geld ausgezahlt wird und je mehr &ldquo;Kunden&rdquo; abgefertigt werden, desto besser die Bewertung. Es versteht sich, dass dabei die zahlreichen befristet Besch&auml;ftigten in den Jobcentern unter besonderem Druck stehen. Im Jahr 2008 war vorgegeben, die &bdquo;passiven Leistungen&ldquo;, also die Mittel f&uuml;r den Lebensunterhalt, um 6,5 Prozent zu senken, im Rezessionsjahr 2009 um 3 Prozent. F&uuml;r solche genialen Pl&auml;ne, die jeder BWL-Student im 3.Semester hinkriegt, Spitzengeh&auml;lter und Boni zu vergeben, verh&ouml;hnt die Opfer der gegenw&auml;rtigen Krise. Allerdings w&auml;re es verfehlt, allein der wenig kreativen BA den Schwarzen Peter zuzuschieben, an den Pranger geh&ouml;rt vor allem die die Agenda-Politik Schr&ouml;ders bestens verwaltende schwarz\/gelbe Regierung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Flucht aus der Verantwortung<\/strong><br>\nDie Bundesarbeitsagentur (BA) hat ihren F&uuml;hrungskr&auml;ften hohe au&szlig;ertarifliche Geh&auml;lter gew&auml;hrt, bei der Besetzung der Stellen wurde gemauschelt, und die Zusammensetzung der Leistungskomponenten dieser Geh&auml;lter ist schwer durchschaubar, wie der Bundesrechnungshof moniert. Die Bezahlung sei &ldquo;leistungsgerecht&rdquo; gewesen, verteidigt sich Bundesagenturchef Weise. Er weist auf die &ldquo;Reformerfolge&rdquo; der BA hin und auf die &ldquo;&Auml;nderungen im F&uuml;hrungsverhalten&rdquo;, die durch erfolgsabh&auml;ngige Bezahlung gef&ouml;rdert w&uuml;rden. Das habe auch mitgeholfen, die Wirtschaftskrise zu meistern.Nun ist es k&uuml;hn, ein freih&auml;ndig geschaffenes neues Verg&uuml;tungssystem in den F&uuml;hrungsebenen der Bundesagentur damit zu rechtfertigen, man habe doch in der Wirtschaftskrise die Zahl der Arbeitslosen einhegen k&ouml;nnen. Dies war ein Erfolg einer gro&szlig;z&uuml;gigen Kurzarbeiterregelung, die vom Steuerzahler mitfinanziert wird. BA-Chef Weise stellt die Bundesagentur gern als ein Unternehmen dar. In Wirklichkeit ist sie eine Sozialbeh&ouml;rde. Die Sprache der Marktwirtschaft ist hier ein Euphemismus. Genauso, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel davon spricht, die Arbeit in den Jobcentern &ldquo;zielgenauer&rdquo; und &ldquo;effizienter&rdquo; zu machen, obwohl es nur um das Wegk&uuml;rzen von Milliarden geht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2010%2F06%2F19%2Fa0069&amp;cHash=5bbd053511\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Hartz IV schafft Arbeit (bei den Gerichten)<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Berliner Gericht nimmt die 100.000. Klage gegen Hartz-IV-Bescheid entgegen.<\/strong><br>\nDie deutschen Gerichte werden immer h&auml;ufiger mit Klagen von Hartz-IV-Beziehern besch&auml;ftigt. Beim bundesweit gr&ouml;&szlig;ten Sozialgericht in Berlin wurde am Freitag die Schwelle von 100.000 Verfahren &uuml;berschritten. Seit Inkrafttreten der Hartz-Gesetze 2005 nimmt die Zahl der Prozesse stetig zu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2010%2F06%2F19%2Fa0066&amp;cHash=52d3b6311a\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Der Armen-Anwalt<\/strong><br>\nEin &uuml;berfordertes Jobcenter, ein strapaziertes Sozialgericht und ein pfiffiger Anwalt, der die Schw&auml;chen des Hartz-IV-Systems offenlegt. In Th&uuml;ringen besch&auml;ftigt Deutschlands eifrigster Arbeitslosenanwalt die Beh&ouml;rden. Abzocke oder Engagement? Jan Keppler gewinne knapp 80 Prozent der Streitf&auml;lle, sch&auml;tzt der Direktor des Sozialgerichts Nordhausen. J&uuml;rgen Fuchs spricht respektvoll &uuml;ber die Arbeit jenes Juristen, der ihm jede Woche kiloweise Klagen ins Haus tr&auml;gt. &ldquo;Der Anwalt&rdquo;, versichert er, &ldquo;ist nicht die Ursache des Problems, selbst wenn er daran verdient.&rdquo; Im Gegenteil erf&uuml;lle Keppler f&uuml;r die Bed&uuml;rftigen sogar eine &ldquo;kl&auml;rende, beratende Funktion&rdquo;. Selbst die Richter leisteten ja inzwischen Beratungsarbeit, die ein gut funktionierendes Jobcenter eigentlich selbst machen m&uuml;sse, sagt Fuchs. Oft seien die Bescheide der Beh&ouml;rde f&uuml;r die Bed&uuml;rftigen unverst&auml;ndlich, die Entscheidungen schlecht begr&uuml;ndet. Fuchs unterstellt dem Jobcenter M&uuml;hlhausen nicht, schlechter zu arbeiten als andere Beh&ouml;rden. Nur nutze Keppler die Schw&auml;chen der Sozialgesetze und des Jobcenters so konsequent aus wie wohl kein Zweiter. Der Gerichtsdirektor warnt: &ldquo;Wenn es in jedem Gerichtsbezirk derart engagierte Anw&auml;lte g&auml;be, w&auml;re das System am Ende.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F06%2F19%2Fa0116&amp;cHash=8961876fdb\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>4,79 Milliarden Euro Abwrackpr&auml;mie ausgezahlt<\/strong><br>\nF&uuml;r die Abwrackpr&auml;mie sind insgesamt 2 Millionen Antr&auml;ge eingegangen. Bis April 2010 seien 4,79 Milliarden Euro Pr&auml;mie ausgezahlt worden, geht aus der Antwort (17\/2030) der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen (17\/1831) hervor. Eine abschlie&szlig;ende Bewertung der Ma&szlig;nahme sei erst nach dem 31. Juli 2010 m&ouml;glich. Bis dahin k&ouml;nnten noch Nachweisunterlagen eingereicht werden, schreibt die Bundesregierung. Mit Hilfe der Umweltpr&auml;mie habe ein gravierender Einbruch im Automobilbereich, der nicht zuletzt aufgrund eines dramatischen Einbruchs beim Export zu bef&uuml;rchten gewesen sei, vermieden werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_06\/2010_211\/03.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Merz, der Garant f&uuml;r eine H&auml;ngepartie bei der WestLB<\/strong><br>\nDass der CDU-Politiker die Landesbank verkaufen soll, zeigt, dass politische &Uuml;berlegungen vor wirtschaftlich Sinnvollem stehen werden. Denn Merz ist durch seine guten Dr&auml;hte in Berlin und Br&uuml;ssel vor allem ein: Lobbyist.<br>\nJetzt setzt die Bundesregierung also wieder auf den Abtr&uuml;nnigen. Dass der Bankenrettungsfonds des Bundes, Soffin, Merz damit beauftragt, einen K&auml;ufer f&uuml;r die WestLB zu finden, l&auml;sst allerdings B&ouml;ses f&uuml;r den anstehenden Verkaufs- oder Abwicklungsprozess der Landesbank bef&uuml;rchten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:west-lb-verkauf-merz-der-garant-fuer-eine-haengepartie\/50129638.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Einmal davon abgesehen, dass die Privatisierung der Landesbanken der falsche Weg ist &ndash; eine Umstrukturierung zu einer &ouml;ffentlichen F&ouml;rderbank und ggf. eine Fusion mit anderen Landesbanken w&auml;re sinnvoller &ndash;, ist Merz der falsche Mann.<br>\nWir erinnern uns, dass die Anwaltskanzlei beim &bdquo;Kauf&ldquo; der IKB durch Lonestar auf der Seite des US-Investors stand. Das war ein tolles Gesch&auml;ft: Da war der Steuerzahler mit fast 10 Milliarden Euro zur Rettung der IKB eingesprungen, und danach wurde die angeblich gerettete Bank f&uuml;r l&auml;cherliche 150 Millionen Euro an die &bdquo;Heuschrecke&ldquo; Lonestar verkauft.Danach musste der Staat der &bdquo;privaten&ldquo; IKB mit weiteren 7 Milliarden Garantien unter die Arme greifen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Kopfarbeit im Takt der Globalisierung<\/strong><br>\nDie M&ouml;glichkeit der Verlagerung ver&auml;ndert die Situation von Spitzenkr&auml;ften grundlegend, das machen Boes und K&auml;mpf in einer von der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung gef&ouml;rderten explorativen Studie deutlich. Denn die Hochqualifizierten b&uuml;&szlig;en nicht nur ihre Arbeitsplatzsicherheit ein. Eine wichtige Rolle spielt f&uuml;r sie auch, dass die weltweite Arbeitsteilung innerhalb der Firmen erheblich zunimmt. Um die Zusammenarbeit reibungslos zu gestalten, versuchen Unternehmen nun, die Aufgabenprofile und Arbeitsprozesse vieler gut Ausgebildeter zu standardisieren.<br>\nJenseits des Taylorismus suchen sie nach einem &bdquo;neuen Typ der Industrialisierung&ldquo;, der auch die Kopfarbeit erfasst &ndash; mit der Folge, dass die Arbeit auch besser kontrollierbar wird. Die Globalisierung der Angestelltenarbeit ist folglich f&uuml;r die Hochqualifizierten mit einem Verlust von Freir&auml;umen, Privilegien und Sicherheit verbunden.<br>\nDas verschlechtert die strategische Position der Hochqualifizierten in Deutschland. Und tats&auml;chlich legen die Unternehmen ihnen gegen&uuml;ber einen neuen Umgang an den Tag, stellen die Forscher fest. Die Wissenschaftler beobachten derzeit &bdquo;eine grunds&auml;tzliche Reorganisation und Rationalisierung der Arbeit von Hochqualifizierten&ldquo;.<br>\nLaut Boes und K&auml;mpf empfinden sich die gut ausgebildeten Besch&auml;ftigten in den Unternehmen immer weniger als hervorgehobene Gruppe, sondern eher als einfacher Arbeitnehmer.<br>\nBoes und K&auml;mpf liefern Skizzen der beiden neuen Typen, die sie bei ihren Fallstudien stattdessen angetroffen haben. Den einen nennen sie Arbeitnehmer wider Willen. Der Arbeitnehmer wider Willen nimmt den kollektiven Abstieg der Hochqualifizierten zwar wahr. Sein wehm&uuml;tiger Blick zur&uuml;ck blockiert ihm jedoch neue Handlungsm&ouml;glichkeiten, er verleitet zu Konformit&auml;t und Anpassung. Im Unterschied dazu reflektiert der manifeste Arbeitnehmer den Interessengegensatz von Arbeitgeber und -nehmer bewusst und versucht ihn f&uuml;r sich zu nutzen. Diese Haltung l&ouml;st Blockaden und macht die Besch&auml;ftigten auch zufriedener.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/impuls_2010_10_4-5.pdf\">B&ouml;ckler Impuls [PDF &ndash; 555 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Terrorismusverfahren rechtswidrig: Generalbundesanwalt ber&uuml;cksichtigte entlastendes Material nicht<\/strong><br>\nDie Generalbundesanwaltschaft ermittelte vom 16. Juli 2001 bis zum 22. September 2008 gegen drei Berliner wegen des Vorwurfs, die damals als terroristische Vereinigung eingestufte &bdquo;militante gruppe&ldquo; gegr&uuml;ndet zu haben (&sect; 129a StGB). Im jetzt ver&ouml;ffentlichten Beschluss vom 11. M&auml;rz 2010 erkl&auml;rt der Bundesgerichtshof (BGH) die in dem Verfahren durchgef&uuml;hrten Telefon&uuml;berwachungen und Observationen f&uuml;r rechtwidrig. (StB 16\/09) [&hellip;]<br>\nObwohl durch die Ermittlungen weitere entlastende Details bekannt wurden, verl&auml;ngerte der zust&auml;ndige Ermittlungsrichter die &Uuml;berwachungen in den folgenden Jahren immer wieder. In den sieben Jahren des Verfahrens ergingen aufeinanderfolgend mehr als 27 Kettenbeschl&uuml;sse zur Telefon&uuml;berwachung und mehr als 12 Anordnungen l&auml;ngerfristiger Observationen. [&hellip;]<br>\nZu diesen Vorg&auml;ngen erkl&auml;rt der Republikanische Anw&auml;ltinnen- und Anw&auml;lteverein (RAV):\n<blockquote><p>Es ist nicht hinnehmbar, dass allein aufgrund von Vermutungen und politischer Orientierung Personen &uuml;ber einen Zeitraum von mehr als sieben Jahren rechtswidrig &uuml;berwacht werden k&ouml;nnen. Mit dem Beschluss erweist sich die richterliche Vorabkontrolle von Telefon&uuml;berwachungen und Observationen, die rechtswidrige &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen eigentlich verhindern sollte, wieder einmal als weitgehend wirkungslos. Aus Sicht des RAV ist es nicht ausreichend, die Staatsanwaltschaften zu verpflichten, auch entlastende Umst&auml;nde in ihren Antr&auml;gen vollst&auml;ndig wiederzugeben. Gerade bei l&auml;nger andauernden heimlichen Ermittlungsma&szlig;nahmen muss der Ermittlungsrichter eine eigenst&auml;ndige Pr&uuml;fung anhand des gesamten Akteninhalts vornehmen. Eine nur nachtr&auml;gliche Feststellung der Rechtswidrigkeit, wie sie der Bundesgerichtshof jetzt ausgesprochen hat, ersetzt auch nicht den Schutz der Betroffenen vor tiefen Grundrechtseingriffen.<br>\nDass die Richter am Bundesgerichtshof derart deutliche Worte finden ist richtig und &uuml;berf&auml;llig. Es l&auml;sst aber bef&uuml;rchten, dass auch in anderen Verfahren &auml;hnlichen Hintergrundes das Funktionieren der rechtsstaatlichen Institutionen zweifelhaft ist und insbesondere von Seiten der Generalbundesanwaltschaft massiv gegen Grundrechtsgarantien versto&szlig;en wird.<br>\nF&uuml;r die Betroffenen bedeuten die Telefon&uuml;berwachungen und Observationen massive Verletzungen ihrer Pers&ouml;nlichkeitsrechte &uuml;ber viele Jahre hinweg.<\/p><\/blockquote>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.rav.de\/publikationen\/mitteilungen\/mitteilung\/ueberwachung-rechtswidrig-generalbundesanwalt-beruecksichtigte-entlastendes-material-nicht-140\/\">Republikanischer Anw&auml;ltinnen- und Anw&auml;ltevereins (RAV)<\/a> <\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Verfolgerwahn<\/strong><br>\nJahrelang haben die Bundesanwaltschaft, das Bundeskriminalamt und das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz drei M&auml;nner l&uuml;ckenlos ausgesp&auml;ht, haben Telefonate abgeh&ouml;rt, E-Mails gelesen, ein Auto verwanzt, haben die Privatsph&auml;re von drei Menschen vernichtet, weil sie glaubten, diese seien Gr&uuml;nder einer kriminellen Vereinigung, der &ldquo;militanten gruppe&rdquo;. Belastendes haben sie nie gefunden, aber sie glaubten, das sei nur eine Frage der Zeit; Entlastendes haben sie unterschlagen, weil sie glaubten, das st&ouml;re den Gang der Ermittlungen, beeintr&auml;chtige also ihren Glauben an das Entstehen des Verdachts.<br>\nVom ersten bis zum letzten Tag, vom Beginn der Ermittlungen bis zur Feststellung ihrer Rechtswidrigkeit durch den Bundesgerichtshof vor einigen Wochen hatten die Sicherheitsbeh&ouml;rden nie einen begr&uuml;ndeten Verdacht, der Ermittlungen gerechtfertigt h&auml;tte. Im Gegenteil: Die Ermittlungen wurden nicht betrieben, weil ein Verdacht sie nahelegte, vielmehr dienten sie keinem anderen Zweck, als &ndash; um jeden Preis &ndash; Indizien f&uuml;r einen Verdacht zu finden.<br>\nDas rechtsstaatliche Versagen der Sicherheitsbeh&ouml;rden ist zwar nicht die Regel, aber auch keine rare Entgleisung, die das Funktionieren des Ganzen eher best&auml;tigt als in Frage stellt. Der BGH-Ermittlungsrichter hat die &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen &uuml;ber die Jahre hinweg rund 40 Mal ohne zu z&ouml;gern best&auml;tigt, obwohl &ndash; wie jetzt der 3. Strafsenat des BGH befand &ndash; &ldquo;zu keinem Zeitpunkt&rdquo; ein ausreichender Tatverdacht bestand. Derjenige, der die Sicherheitsbeh&ouml;rden von ihrem Verfolgerwahn h&auml;tte kurieren m&uuml;ssen &ndash; der Ermittlungsrichter des BGH -, war selbst von ihm befallen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/?em_cnt=2769385&amp;em_loc=2091\">FR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?em_cnt=2764700&amp;em_loc=1231\">FR &ndash; Die illegale &Uuml;berwachung des Jochen U.<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die hessische Steuerfahnderaff&auml;re: &ldquo;Es gibt keinen Skandal&rdquo;<\/strong><br>\nDie hessische Steuerfahndung ist in den Schlagzeilen: Frankfurter Gro&szlig;banken, die Millionen Euro an der Steuer vorbei ins Ausland schleusten, werden seit 2001 nicht mehr richtig gepr&uuml;ft, so der Vorwurf. Politische Einflussnahme auf Kosten der Steuergerechtigkeit? Erst jetzt, neun Jahre sp&auml;ter, wird das ganze Ausma&szlig; des Skandals offenbar. Insider berichten: Die vier Steuerfahnder wehrten sich gegen die Anweisungen ihrer Vorgesetzten, wurden daraufhin versetzt und schlie&szlig;lich sogar zum Psychiater geschickt, der sie wegen einer angeblichen &bdquo;querulatorisch-paranoiden&ldquo; St&ouml;rung zwangsweise in den vorzeitigen Ruhestand schickte. Nun besch&auml;ftigt sich ein Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags mit der Rolle von Finanzminister Karlheinz Weimar. Kein Einzelfall: Politische Einflussnahme gibt es auch in anderen Finanz&auml;mtern. Caroline Nokel und Valentin Thurn erkunden, wie die Unabh&auml;ngigkeit der Steuerfahndung in Deutschland systematisch unterh&ouml;hlt wurde.<br>\nWiederholung: Montag, 21.06.2010, 20.05 Uhr<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/dok-5\/s\/d\/20.06.2010-11.05.html\">WDR 5<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&raquo;Linksextreme Gewalt&laquo; &ndash; viel Gerede, aber keine belastbaren Zahlen<\/strong><br>\nLinke Chaoten bedrohen Leib und Leben, gerade von Polizisten. Das ist der Tenor einer seit letztem Jahr von konservativen Innenpolitikern und Medien hochgeschaukelten Debatte mit dem Ziel drastischer Gesetzesversch&auml;rfungen. Die CDU\/CSU fordert einen eigenen Straftatbestand &raquo;Angriffe auf Polizeibeamte&laquo;. Ihr Innenpolitiker Wolfgang Bosbach rief nach dem &raquo;B&ouml;lleranschlag&laquo; auf der Berliner Krisendemo am 12. Juni gar nach einer &Uuml;berarbeitung des Landfriedensbruch-Paragraphen, damit k&uuml;nftig s&auml;mtliche Teilnehmer einer Protestaktion, aus der heraus eine Minderheit Straftaten begeht, bestraft werden k&ouml;nnen. Die Linksfraktion im Bundestag wollte es genauer wissen und hat sich bei der Regierung in einer Kleinen Anfrage nach konkreten Zahlen erkundigt. Und siehe da: Trotz des Kampagnencharakters der Warnungen vor einem Anstieg &raquo;linker&laquo; Straftaten gibt es keinerlei verbindliche Statistik, die diesen Anstieg belegt. Statt dessen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Statistiken, die miteinander nicht kombinierbar sind.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/06-21\/036.php\">junge Welt<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/019\/1701928.pdf\">Anwort der Bundesregierung auf die Anfrage &bdquo;politisch motivierte Gewalt&ldquo;. Deutscher Bundestag [PDF &ndash; 302 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Abk&uuml;hlphase n&ouml;tig: ALTER-EU protestiert gegen weitere Seitenwechsel von Ex-EU-Kommissaren<\/strong><br>\nVier ehemalige EU-Kommissarinnen und &ndash; Kommissare haben nun seit Oktober 2009 &ndash; dem Ende der Amtszeit der letzten EU-Kommission &ndash; lukrative Posten in der freien Wirtschaft angetreten. Obwohl m&ouml;gliche Interessenkonflikte in allen F&auml;llen auf der Hand liegen, l&auml;sst die EU-Kommission wohl alle vier ohne Auflagen ziehen. In einem offenen Brief (PDF) fordern wir mit unserem europ&auml;ischen Netzwerk ALTER-EU Kommissionspr&auml;sident Barroso auf, endlich eine 3-j&auml;hrige Abk&uuml;hlphase f&uuml;r scheidende EU-Kommissare einzuf&uuml;hren, die in die freie Wirtschaft wechseln wollen. Zus&auml;tzlich fordern wir, Wechsel von Kommissaren in den Finanzsektor vor&uuml;bergehend v&ouml;llig zu unterbinden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2010\/05\/abkuhlphase-notig-alter-eu-protestiert-gegen-weitere-seitenwechsel-von-ex-eu-kommissaren\/\">Lobby Control<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Gauweiler fordert Aufkl&auml;rung von K&ouml;hler<\/strong><br>\nDer Offene Brief im Wortlaut: &bdquo;Erkl&auml;ren Sie sich!&ldquo;<br>\nEin offener Brief des CSU-Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler an den Bundespr&auml;sidenten a.D. Horst K&ouml;hler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,druck-701663,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Gauweiler steht mit seiner Vermutung nicht allein, dass der mangelnde &bdquo;Respekt&ldquo; vor dem Amt, den K&ouml;hler als Begr&uuml;ndung f&uuml;r seinen R&uuml;cktritt nannte, nichts mit der Kritik am missratenen Interview &uuml;ber Milit&auml;reins&auml;tze aus wirtschaftlichen Interessen zu tun hatte, sondern damit, dass ihn die Bundesregierung geradezu erpresst hat, das Gesetz zum sog. Euro-Rettungspaket binnen wenigen Stunden zu unterzeichnen. Dazu muss man wissen, dass K&ouml;hler einer der politischen Architekten das europ&auml;ischen Stabilit&auml;tspakts war und diesen als seinen pers&ouml;nlichen Erfolg betrachtete, der nun durch dieses Gesetz aus seiner Sicht auf kaltem Wege zunichte gemacht werden sollte. Ob man den Stabilit&auml;tspakt f&uuml;r richtig oder falsch h&auml;lt, ist eine andere Frage.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Wulffs Angst vor den Promis<\/strong><br>\nBei der Wahl des Pr&auml;sidenten will Schwarz-Gelb das Risiko minimieren. Statt auf Promis setzt man auf bew&auml;hrte Kr&auml;fte. Ganz sicher kann sich Christian Wulff nur einer Stimme sein &ndash; seiner eigenen.<br>\nInzwischen geben die rot-gr&uuml;nen Parteigranden sogar ehrlich zu, wer sie auf die Idee mit dem Kandidaten Joachim Gauck gebracht hat: Thomas Schmid war es, Chefredakteur der &ldquo;Welt&rdquo; aus dem Verlag Axel Springer.<br>\nAls Gaucks Kandidatur dann offiziell war, jubelten &ldquo;Welt&rdquo; und &ldquo;Bild&rdquo; (&ldquo;Yes, we Gauck&rdquo;) so demonstrativ und laut, dass Kanzlerin Angela Merkel mehrmals zum Telefonh&ouml;rer griff, um sich bei Verlegerin Friede Springer zu erkundigen, was denn mit ihrem Verlag los sei.<br>\nDie n&auml;chste Gelegenheit zum pers&ouml;nlichen Gespr&auml;ch wird sich am 30. Juni bieten, im Reichstag. Denn nicht nur Merkel, auch Friede Springer geh&ouml;rt der Bundesversammlung an, die an diesem Tag den Bundespr&auml;sidenten w&auml;hlt. Springer wurde von der CDU nominiert, wie schon bei vergangenen Wahlen. Jetzt wird von ihr erwartet, dass sie Christian Wulff w&auml;hlt.<br>\nSpringer geh&ouml;rt zu den Wahlfrauen und Wahlm&auml;nnern aus Wirtschaft, Kultur und Sport, die die Landtage gern nach Berlin schicken, damit die Politiker nicht nur unter sich bleiben. Manchmal gelingt den Parteien dabei ein sch&ouml;ner Promi-Effekt, manchmal auch eine kleine Gemeinheit.<br>\nDie hessischen Gr&uuml;nen zum Beispiel haben genau registriert, dass Hildegard Hamm-Br&uuml;cher, die alte Dame der FDP, mit Joachim Gauck sympathisiert. Jetzt haben sie ihr eines der knappen Tickets nach Berlin spendiert. Die Kollegen von der hessischen CDU-Fraktion reisen dagegen als Langeweiler-Trupp an. Sie schicken ausschlie&szlig;lich eigene Leute aus der aktiven Politik.<br>\nDer Fall Hessen passt ins Bild. W&auml;hrend SPD und Gr&uuml;ne mit ihrer Idee eines B&uuml;rgerpr&auml;sidenten auch auf Externe zugehen, gilt bei Union und FDP die Devise: keine Experimente. Wenn Bundestagspr&auml;sident Norbert Lammert (CDU) an diesem Freitag die vollst&auml;ndige Liste der Wahlleute erstellt, finden sich aufseiten der Koalition viele Abgeordnete, Minister und Ex-Minister, aber kaum Promis.<br>\nQuelle : <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:wahl-zum-bundespraesidenten-wulffs-angst-vor-den-promis\/50130138.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Regierungsbildung NRW<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Der aggressive Abschied des J&uuml;rgen R&uuml;ttgers<\/strong><br>\nSechs Wochen nach dem Debakel bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gibt J&uuml;rgen R&uuml;ttgers auf. Die gro&szlig;e B&uuml;hne seines Abgangs n&uuml;tzt der scheidende Ministerpr&auml;sident f&uuml;r eine Abrechnung mit der Linken und der SPD. Die begehe die &ldquo;schlimmste W&auml;hlert&auml;uschung in der Geschichte Nordrhein-Westfalens&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nrw-ministerpraesident-gibt-auf-der-aggressive-abschied-des-juergen-ruettgers-1.962231\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Aggressivit&auml;t R&uuml;ttgers ist verst&auml;ndlich: Er ist weg vom Fenster. Sie belegt allerdings gleichzeitig, dass eine Koalition der SPD mit ihm keine Vertrauensbasis gehabt h&auml;tte, und schon gar nicht h&auml;tte Hannelore Kraft unter seiner Ministerpr&auml;sidentschaft in eine Regierung gehen k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Kraftilanti&rdquo; &ndash; ja oder nein?<\/strong><br>\nIm Endeffekt aber &uuml;berwiegen die Argumente f&uuml;r eine Minderheitsregierung. Der Vorwurf &ldquo;Kraftilanti&rdquo; trifft nicht.<br>\nDeshalb wird der Machtwechsel in D&uuml;sseldorf aller Voraussicht nach klappen und das ist richtig so.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nrw-rot-gruene-minderheitsregierung-kraftilanti-ja-oder-nein-1.961642\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein Beleg daf&uuml;r, dass man trotz Linken-Bashing nicht auf eine Rote-Socken-Kampagne einschwenken muss. Nebenbei: Kraft braucht die Stimmen der Linken f&uuml;r ihre Wahl zur Ministerpr&auml;sidentin gar nicht, im vierten Wahlgang reichte eine relative Mehrheit &ndash; genauso wie f&uuml;r die meisten Gesetze. Und Rot-Gr&uuml;n hat immerhin zehn Stimmen mehr als Schwarz-Gelb.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Tony Judt: Was ist lebendig und was tot an der sozialen Demokratie?<\/strong><br>\nDer hier ver&ouml;ffentlichte Text basiert auf einer Vorlesung, die der Autor Ende vorigen Jahres an der New York University hielt. Seitdem hat sich das leidenschaftliche Pl&auml;doyer des britischen, in den Vereinigten Staaten lehrenden Historikers f&uuml;r die Verteidigung der Fortschritte des 20. Jahrhunderts zu einem viel diskutierten Schl&uuml;sseltext in der internationalen Debatte um die Erneuerung der Sozialdemokratie entwickelt.<br>\n&rdquo; &hellip;. Die politische Linke hat, um es ganz deutlich zu sagen, etwas zu bewahren. Es ist die politische Rechte, die den ehrgeizigen modernen Drang geerbt hat, im Namen eines universellen Projekts zu zerst&ouml;ren und zu erneuern. Sozialdemokraten, typischerweise bescheiden hinsichtlich ihres Stils und ihrer Ambitionen, m&uuml;ssen entschiedener &uuml;ber die Fortschritte der Vergangenheit sprechen. Der Aufstieg eines Staates der sozialen Dienstleistungen, der ein Jahrhundert w&auml;hrende Aufbau eines &ouml;ffentlichen Sektors, dessen G&uuml;ter unsere kollektive Identit&auml;t und unsere gemeinsamen Ziele zum Ausdruck bringen und pr&auml;gen, die Durchsetzung der allgemeinen Wohlfahrt als ein Recht und ihre Gew&auml;hrleistung als eine soziale Pflicht &ndash; das waren keine geringen Leistungen. Dass diese Errungenschaften unvollst&auml;ndig blieben, sollte uns nicht beunruhigen. &hellip; Unvollkommene Verbesserungen als Antwort auf unbefriedigende Umst&auml;nde &ndash; das ist das Beste, worauf wir hoffen k&ouml;nnen, und vermutlich sollten wir auch gar nicht mehr anstreben. Andere haben die vergangenen drei Jahrzehnte damit zugebracht, alle diese Verbesserungen systematisch wieder r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen und zu destabilisieren: Dar&uuml;ber sollten wir viel w&uuml;tender sein, als wir es sind. Es sollte uns auch besorgt stimmen, und wenn auch nur aus Gr&uuml;nden ganz praktischer Vernunft: Warum sind wir in solch gro&szlig;er Eile gewesen, die Deiche niederzurei&szlig;en, die unsere Vorg&auml;nger unter gro&szlig;en M&uuml;hen gebaut hatten? Sind wir so sicher, dass keine Fluten mehr kommen werden? Die Anstrengungen eines ganzen Jahrhunderts aufzugeben, ist Verrat nicht nur an denen, die vor uns da waren, sondern auch an k&uuml;nftigen Generationen. Es w&auml;re angenehm &ndash; aber irref&uuml;hrend &ndash; zu berichten, dass die Sozialdemokratie (oder etwas ihr &auml;hnliches) f&uuml;r diejenige Zukunft steht, die wir uns in einer idealen Welt ausmalen w&uuml;rden. Sie steht nicht einmal f&uuml;r eine ideale Vergangenheit. Aber unter den Optionen, die wir gegenw&auml;rtig besitzen, ist sie besser als jede andere.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.b-republik.de\/aktuelle-ausgabe\/was-ist-lebendig-und-was-tot-an-der-sozialen-demokratie\">Berliner Republik<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ich m&ouml;chte mich von vornherein beim geneigten Leser der NDS entschuldigen, wenn ich dennoch nachtrage: Die hier gemeinte Sozialdemokratie ist nicht identisch mit der aktuellen SPD. &ndash; Reaktionen von Hubertus Heil und Heiko Geue auf die Thesen Judts findet sich <a href=\"http:\/\/www.b-republik.de\/archiv\/den-fortschritt-von-gestern-bewahren-%E2%80%93-aber-reicht-das\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.b-republik.de\/archiv\/woher-kommt-das-wachstum-und-woher-ganz-sicher-nicht\">dort<\/a>. Der Einwand von Heil (&auml;hnlich Geue), dass das &ldquo;blo&szlig;e Festhalten am einmal Erk&auml;mpften&rdquo; nicht reiche, ist m.E. ein Missverst&auml;ndnis, dazu wahrscheinlich ein gewolltes. Es geht Judt ja vor allem darum, dass das &ldquo;einmal Erreichte&rdquo; verloren geht. Ein Verlust, an dem die rot\/gr&uuml;ne Regierungspraxis wesentlichen Anteil hatte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Institut f&uuml;r Weltwirtschaft ehrt Liz Mohn<\/strong><br>\nWas hat Bertelsmann im Jubeljahr 2010 noch gefehlt? Eine prestigetr&auml;chtige Huldigung an die barmherzige Konzernchefin Liz Mohn, eine Frau, die den amerikanischen Traum &bdquo;vom Tellerw&auml;scher zum Million&auml;r&ldquo; als Telefonistin, Chef-Geliebte und Milliardenerbin erfolgreich auf westf&auml;lische Lebensverh&auml;ltnisse &uuml;bertragen hat. Daf&uuml;r wurde sie (am 20. Juni 2010) vom Kieler Institut f&uuml;r Weltwirtschaft (ifW) gemeinsam mit dem Nobelpreistr&auml;ger Paul Krugman und Pascal Lamy, Generaldirektor der Welthandelsorganisation, mit dem &raquo;Weltwirtschaftlichen Preis 2010&laquo; ausgezeichnet.<br>\nIFW-Pr&auml;sident Dennis Snower sagte, die Preistr&auml;ger h&auml;tten vorgelebt, wie &raquo;eine Synthese aus wirtschaftlicher Effizienz und sozialer Verantwortung&laquo; gelingen k&ouml;nne.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegen-stimmen.de\/?p=4299\">gegen-stimmen.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wenn man wei&szlig;, mit welchen ideologischen, &ouml;konomischen Pr&auml;missen das ifW arbeitet, dann passt das ganz gut mit der Mission der Bertelsmann-Stiftung zusammen. Komisch, dass Krugman diese Ehrung angenommen hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Milliardengrab Schweinegrippe: Wer steuerte die WHO?<\/strong><br>\nVor fast genau einem Jahr hat die Weltgesundheitsorganisation erstmals in ihrer Geschichte die Pandemiestufe 6 ausgerufen und die Welt mit der Schweinegrippe in einen beispiellosen Ausnahmezustand versetzt Bis heute sitzen L&auml;nder weltweit auf ungenutzten Vorr&auml;ten von antiviralen Mitteln und Impfstoffen im Wert von Milliarden. Nur ein Irrtum, den man bis heute nicht zugeben kann oder das Ergebnis systematischer Einflussnahme von Pharmaherstellern? Neue Rechercheergebnisse zeigen zumindest, was &Ouml;ffentlichkeit und Entscheidungstr&auml;ger in der Politik nicht erfahren haben: Viele wichtige Berater der WHO hatten auch enge Verbindungen zu genau den Pharmaherstellern, die von den Pandemieplanungen profitierten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/sendungen\/2010\/0617\/schweinegrippe.php5\">ARD Monitor<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Afghanistan<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Uno registriert mehr Anschl&auml;ge in Afghanistan<\/strong><br>\nKeineswegs hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Ganz im Gegenteil. Ein am Samstag ver&ouml;ffentlichter Bericht von Uno-Generalsekret&auml;r Ban Ki Moon an den Sicherheitsrat zeichnet ein recht d&uuml;steres Bild.<br>\nSo nahm die Zahl der Bombenanschl&auml;ge auf den Stra&szlig;en in den ersten vier Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 94 Prozent zu. Die Zahl der Mordanschl&auml;ge auf afghanische Beh&ouml;rdenvertreter sei um 45 Prozent gestiegen. Pro Woche w&uuml;rden etwa drei Selbstmordanschl&auml;ge ver&uuml;bt, die H&auml;lfte davon in den &uuml;berwiegend von Paschtunen bewohnten Gegenden im S&uuml;den Afghanistans, hei&szlig;t es weiter.<br>\nDer UNO-Bericht steht im Gegensatz zu &Auml;u&szlig;erungen aus dem US-Verteidigungsministerium. Dort hie&szlig; es zuletzt, es gebe langsame aber stetige Fortschritte in Afghanistan. Allerdings r&auml;umt der Uno-Bericht ein, dass die Zunahme der Angriffe auch mit den Milit&auml;roffensiven zu Beginn des Jahres im S&uuml;den des Landes zusammenh&auml;nge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,701670,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Obamas Todesschwadronen<\/strong><br>\nAm 5. August 2009 sitzen in Langley, Virginia, ein paar CIA-Mitarbeiter zusammen und schauen sich ein Livevideo an. Zu sehen ist Baitullah Mehsud, der Chef der pakistanischen Taliban, der sich in dieser hei&szlig;en Sommernacht mit seiner Frau und einem Onkel auf die Dachterrasse zur&uuml;ckgezogen hat. Die Bilder liefert &ldquo;Predator&rdquo;, eine Drohne, die rund drei Kilometer &uuml;ber dem Haus von Mehsuds Schwiegervater im D&ouml;rfchen Zanghara kreist. Und das &ldquo;Raubtier&rdquo; kann mehr als filmen: In Langley dr&uuml;ckt jemand einen Knopf. Als sich der Staub legt, ist auf dem Video von Mehsud nur noch ein Torso &uuml;brig. Elf weitere Menschen sterben, get&ouml;tet von zwei Hellfire-Raketen, die Predator zielgenau abgefeuert hat. Trotz des wachsenden Drohneneinsatzes verweigert die US-Regierung jede Information &uuml;ber ihr Vorgehen. Es gebe Hinweise auf die Existenz &ldquo;einer Zielliste, die von hohen Regierungsvertretern gebilligt wurde&rdquo;, fand Uno-Experte Alston bei seinen Recherchen heraus. &ldquo;Die Kriterien f&uuml;r die Aufnahme (in die Liste) und alle anderen Aspekte des Programms sind unbekannt&rdquo;, f&uuml;gte er resigniert hinzu.<br>\nAmerikas Krieg in Pakistan dagegen findet wenig Aufmerksamkeit. Die Regierung in Islamabad duldet die Drohnenangriffe. Doch der Kollateralschaden ist hoch: So starben aufgrund von Verwechslungen oder Irrt&uuml;mern schon mehrfach Unschuldige statt Terroristen. Zivile Opfer sind im Krieg unvermeidbar, bei den Drohnen sind sie oft Teil des Konzepts: Leute wie Mehsud werden im Alltag getroffen. Nach einer Studie der New America Foundation vom Februar liegt der Anteil der zivilen Opfer bei den Schl&auml;gen in Pakistan seit 2004 bei 32 Prozent.<br>\nSelbst manche Milit&auml;rexperten zweifeln, dass die Geheimwaffe eine ist: Ein toter Taliban kann nicht mehr plaudern, oft aber sind die Informationen der Gefangenen wichtiger f&uuml;r den Sieg als sie selbst. Und eine Schw&auml;chung der Taliban zeichnet sich gerade in Pakistan bislang nicht ab: Mehsud wurde rasch ersetzt. Die American Civil Liberties Union (Aclu) hat nun Klage eingereicht, um von der US-Regierung Transparenz zu erzwingen. Die &Ouml;ffentlichkeit habe &ldquo;ein Recht zu wissen, ob die gezielten T&ouml;tungen mit internationalem Recht im Einklang stehen und den Interessen und Werten des Landes entsprechen&rdquo;, so der Rechtsexperte Jonathan Manes.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:kolumne-ines-zoettl-obamas-todesschwadronen\/50129163.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>BP-Krise gef&auml;hrdet Rentenfonds<\/strong><br>\nDie britische Zeitung THE INDEPENDENT kommentiert die Anh&ouml;rung von BP-Chef Hayward vor dem US-Kongress: &ldquo;Mit Willen zur Zusammenarbeit kann man mehr erreichen. Die jetzige Art der Konfrontation erinnert dagegen an die Hysterie einer Lynchjustiz. Es wird niemandem auf beiden Seiten des Atlantiks n&uuml;tzen, wenn ein Konzern wie BP, an dem alle unsere Rentenfonds Anteile besitzen, in eine Krise gedr&auml;ngt wird. Und das nur, weil eine Gruppe von Politikern, bei denen im November die Wiederwahl ansteht, sich in Pose setzt. Wenn den G&ouml;ttern der Politik die rituellen Opfer dargebracht wurden, sollte in Washington und London wieder ein gewisses Ma&szlig; an Vernunft einkehren &ndash; bis man sich &uuml;ber alle Folgen der Katastrophe im Klaren ist&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/presseschau\/20100619120000\/drucken\/\">DLF Presseschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Mal sehen, ob BP aus diesem Grund bei den Schadenersatzforderungen f&uuml;r die &Ouml;lkatastrophe geschont wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Spanien in der Krise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Spanien: Der Dialog ist beendet<\/strong><br>\nMit drastischen Einsparungen will die spanische Regierung der Krise beikommen.<br>\nDer &raquo;Schockplan&laquo; trifft aber nicht nur die &Ouml;konomie, sondern auch das politische Selbstverst&auml;ndnis. Zapatero war gew&auml;hlt worden als Vertreter des progressiven, liberalen und sozialen Spaniens. Die drastischen Einschnitte beenden nun den &raquo;Sozialen Dialog&laquo;, die gemeinsame Entscheidungsfindung von Zivilgesellschaft und Staat.:Der Sparplan wurde per Dekret verabschiedet. Nur so konnte verhindert werden, dass der Senat oder die Gesetzeskommission noch &Auml;nderungen vornehmen.<br>\nMan k&ouml;nnte meinen, dass es f&uuml;r Gewerkschaften und Linke derzeit mehr als genug Gr&uuml;nde gibt, auch in Spanien f&uuml;r griechische Verh&auml;ltnisse zu sorgen. Nach sozialen Unruhen sieht es aber nicht aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2010\/24\/41138.html\">Jungle World<\/a><\/li>\n<li><strong>Warum greift Berlin Spanien an?<\/strong><br>\nDeutschland tarnt die Schw&auml;che seiner Banken mit Attacken gegen die spanische Wirtschaft &ndash; Trichet unterst&uuml;tzt Zapatero, die &Uuml;berpr&uuml;fungen der Banken (Stresstests, der &Uuml;bers.) zu ver&ouml;ffentlichen.<br>\nNach mehreren frontalen Zur&uuml;ckweisungen sah sich Berlin am Donnerstag gezwungen, die Ver&ouml;ffentlichung der Untersuchungsergebnisse &uuml;ber die Widerstandsf&auml;higkeit des europ&auml;ischen Bankwesens zu akzeptieren. Auf diesen Positionswechsel hat sowohl der Schachzug Zapateros Einfluss, den &uuml;brigen L&auml;ndern durch Ank&uuml;ndigung der Bekanntmachung der Stresstests der spanischen Banken zuvorzukommen, als auch die Notwendigkeit Deutschlands selbst, das Bild seines besch&auml;digten Finanzwesens zu waschen, insbesondere im Fall der &ouml;ffentlichen Institutionen. Zapatero hat Monate und besonders in den letzten zwei Wochen &ndash; die schlimmsten 14 Tage f&uuml;r Spanien seit Beginn der Krise &ndash; damit verbracht, die von Berlin lancierten gelegentlichen Ger&uuml;chte zu dementieren. Mit geringem Erfolg. Jedoch hat die Exekutive jetzt teilweise die Initiative wiedererlangt und zumindest f&uuml;r eine Zeit den Druck der M&auml;rkte verringert, indem das Bankwesen zur Ver&ouml;ffentlichung des Stresstests gezwungen wird. Und so das Panorama der &ouml;ffentlichen Verschuldung aufgehellt, nachdem klar gestellt wurde, dass im Haushalt ausreichend Gelder vorhanden sind, die F&auml;lligkeiten bis Ende Juli zu bedienen.<br>\nIn den letzten Wochen sah sich Spanien auf dem Schuldenmarkt und durch einen bestimmten Druck paradoxerweise von Seiten einiger Gemeinschaftsmitglieder bedr&auml;ngt. Die Agentur Reuters deckte auf, dass Berlin die Offensive den vergangenen 7. Juni startete. An jenem Tag teilten zwei deutsche Beamte der Agentur mit, dass Spanien vorbereite, den Unterst&uuml;tzungsantrag beim Bankenrettungsfonds, dem Auffangfond von 750 Milliarden zur Rettung von Probleml&auml;ndern, zu stellen. Reuters ver&ouml;ffentlichte diese Geschichte nicht, da die Agentur bei der Verifizierung auf ein kategorisches Dementi des spanischen Staates stie&szlig;. Allerdings andere machten es: am 11. Juni die Financial Times Deutschland, und einige Tage sp&auml;ter die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die eine Quelle der deutschen Regierung zitierte.<br>\nSogar wurde die Geschichte mit Abweichungen in dem spanischen Pressemedium El Economista ver&ouml;ffentlicht.<br>\nDie Regierung entschied dann in die Offensive zu gehen und sich auf das Finanzsystem zu st&uuml;tzen, das trotz allem die Angriffe seitens der Krise ohne gro&szlig;en Schaden weiterhin standh&auml;lt. Die Initiative Zapateros erhielt die warmherzige Unterst&uuml;tzung seitens Jean Claude Trichtets, Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Zentralbank, der darauf hinwies, dass das europ&auml;ische Bankwesen noch weitere 196 Milliarden zur Sanierung ben&ouml;tige. Die Spanische Nationalbank k&uuml;ndigte vor dem Gipfeltreffen die Bereitschaft an, die Ergebnisse der Stresstests der spanischen Einrichtungen zu ver&ouml;ffentlichen wie EL PA&Iacute;S zuvorkam. Und das beschleunigte die Entscheidung Br&uuml;ssels, die Resultate des gesamten europ&auml;ischen Bankwesens bekanntzumachen.<br>\n&ldquo;Es handelt sich um einen sehr notwendigen Schritt, weil die spansichen Banken stark gema&szlig;regelt wurden, einige unberechtigt, und weil ein Transparenzverfahren n&ouml;tig ist, die L&auml;hmung des europ&auml;ischen Bankwesens zu beheben. Die Ver&ouml;ffentlichung f&uuml;hrt Risiken mit sich, da sie Schw&auml;chen in einigen Einrichtungen offenlegt, aber es ist ein Weg, das Bankenwesen wiederzubeleben, wenn die &Uuml;berpr&uuml;fungen begleitet werden von Ma&szlig;nahmen, Kapital denen zu verschaffen, die es n&ouml;tig haben. Transparenz ist immer besser als Unruhe auf Grund mangelnder Information&rdquo;, erkl&auml;rt Nicol&aacute;s Ver&oacute;n des think tank Bruegel.<br>\nDie Realit&auml;t ist, da&szlig; das spanische Finanzwesen Schwierigkeiten aufweist und bei alledem unter den weniger Betroffenen der EU verweilt, so die Daten der Comisi&oacute;n und der Analysten. Unter den 40 Instituten, die laut Br&uuml;ssel Direkthilfen beantragt haben, befindet sich keine spanische, aber 10 aus Deutschland, 5 aus Gro&szlig;britannien, 6 aus den Beneluxstaaten und 4 aus Irland. Die Unterst&uuml;tzungen, die diese Banken aufgezehrt haben, sind astronomisch. Eine von Georges Siotis, Chefvolkswirt Kompetenz (member of the Chief Economist Team of the European Commission&rsquo;s DG Competition, der &Uuml;bers.) realisierte Studie weist darauf hin, dass sich insgesamt die Zahlungsverpflichtungen gegen&uuml;ber den Banken auf 3,3 Billionen Euro belaufen, das sind 28% des BIP der EU. Von diesem Betrag entfallen auf Kapitalspritzen ca. 315 Milliarden, auf den Ankauf von notleidenden Wertpapieren 103 Milliarden, Garantien und B&uuml;rgschaften summieren sich auf 2,9 Billionen.<br>\nIn konkreten F&auml;llen wie dem der Royal Bank of Scotland belaufen sich die Hilfen auf &uuml;ber 200 Milliarden. Wie eine Quelle der EU hinwies, &ldquo;handelt es sich um eine Ziffer gr&ouml;&szlig;er als das BIP von D&auml;nemark&rdquo;. Im Fall Deutschlands hat die Kommission Hilfen genehmigt f&uuml;r 10 Institutionen. Einige wie die Hypo haben &ouml;ffentliche Garantien von 95 Milliarden erhalten. Die Situation ist besonders delikat in den &ouml;ffentlich-rechtlichen Banken der L&auml;nder. Einige sind in einer schwierigen Situation und auf der Suche nach einem K&auml;ufer wie die West LB, die Spritzen von &uuml;ber 8 Milliarden erhielt. Deutschland richtete eine Bad Bank ein, um die notleidenden Wertpapieren von 85 Milliarden zu &uuml;bernehmen. Andere Einrichtungen wie die Commerzbank hat &ouml;ffentliche Gelder im Wert von 20 Milliarden erhalten.<br>\nWenn man die gesamten europ&auml;ischen Hilfszusagen &ndash; mehr als 3 Billionen Euro &ndash; vergleicht mit den spanischen, ist der Unterschied spektakul&auml;r: die vorgesehen Hilfen f&uuml;r spanische Institutionen &ndash; Darlehen mit 7,75% Zinsen &ndash; belaufen sich auf ca. 30 Milliarden laut Vizepr&auml;sidentin Elena Salgado: sie erreichen nicht 1% der Gesamtkosten der Union&hellip;.<br>\nMit den Stresstests der Banken beabsichtigt man eine Nachricht den M&auml;rkten zukommen zu lassen: das europ&auml;ische Bankenwesen hat seine Probleme &uuml;berwunden. Aber die Resultate sind nicht klar. Der Wettbewerbskommissar Joaqu&iacute;n Almunia gab zu verstehen, dass sich die Situation verschlechtert hat in dem Ma&szlig;e, wie die Reduzierung durch den Staat garantierter Emissionen ausgebremst wurde. Es kann sein, dass neue Hilfen notwendig sind. Und trotz allem einmal mehr hat Deutschland das letzte Wort. Merkel gab ihre Unterst&uuml;tzung &ldquo;der Transparenz&rdquo;, die die Tests voraussetzen, aber k&uuml;ndigte auch an, dass &ldquo;&uuml;ber die Details (das, was letztendlich bekanntgemacht wird) &ldquo;die Wirtschaftsminister der Ecofin entscheiden werden&rdquo;. Mit anderen Worten: Es wird davon abh&auml;ngen, was ihr Minister Wolfgang Sch&auml;uble am n&auml;chsten 13. Juli erlassen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.elpais.com\/articulo\/economia\/Berlin\/ataca\/Espana\/elpepieco\/20100620elpepieco_2\/Tes\">El Pais<\/a>\n<p><em>&Uuml;bersetzt aus dem Spanischen von: Ulrich Fischbach<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>B&uuml;hne frei f&uuml;r rechte All Stars<\/strong><br>\nNach dem Wahlsieg der Rechtsliberalen und der Rechtspopulisten wird in den Niederlanden &uuml;ber eine Koalition zwischen beiden Parteien diskutiert. Rechnerisch ist sie m&ouml;glich, inhaltlich ist sie unrealistisch. Alternativen gibt es jedoch kaum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2010\/24\/41141.html\">Jungle World<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>In Ghana sorgen Weltbank- und IWF-Politik f&uuml;r Auspl&uuml;nderung und Ausbeutung<\/strong><br>\nGhana ist Spitze &ndash; zumindest wenn es nach der Weltbank geht. In ihrem j&uuml;ngsten &raquo;Doing Business&laquo;-Bericht feiert das von George W. Bushs neokonservativem ehemaligen Vizeau&szlig;enminister und Goldman-Sachs-Berater Robert Zoellick geleitete Institut die ehemalige britische Kronkolonie das zweite Jahr in Folge als einen der &raquo;Top-10-Reformer weltweit&laquo; und als &raquo;besten Reformer s&uuml;dlich der Sahara&laquo;. Ausschlaggebend f&uuml;r die Jubelarie sind rigorose Haushaltspolitik, Liberalisierung des Binnenmarktes und eine &raquo;Verbesserung des Investitionsklimas&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/06-21\/012.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Das System der Akkreditierung wackelt<\/strong><br>\nVerwaltungsrichter in Nordrhein-Westfalen halten die &Uuml;berpr&uuml;fung von Studieng&auml;ngen f&uuml;r rechtswidrig. Deshalb muss das Bundesverfassungsgericht entscheiden &ndash; das Verfahren in ganz Deutschland k&ouml;nnte kippen.<br>\nEs geht im Kern um die Frage: Sind die Agenturen, die bislang im Auftrag der Hochschulen Studieng&auml;nge &uuml;berpr&uuml;fen, ausreichend legitimiert f&uuml;r ihre Aufgabe? &ldquo;Die Gerichtsentscheidung k&ouml;nnte das ganze System aus den Angeln heben&rdquo;, sagt Rainer K&uuml;nzel, Direktor der Akkreditierungsagentur Zeva.<br>\nDas Verwaltungsgericht Arnsberg ist jedenfalls davon &uuml;berzeugt, dass die Bestimmungen zur Akkreditierung im NRW-Hochschulgesetz verfassungswidrig sind.<br>\nIm Gesetz w&uuml;rden weder Voraussetzungen noch Inhalt und Ziel der &Uuml;berpr&uuml;fungen n&auml;her umschrieben. Es gebe keine gesetzlichen Regelungen zu Verfahren, Kosten oder Rechtsschutz. Und es bleibe unklar, welche Stellung die Agenturen &uuml;berhaupt haben.<br>\nDas Land habe wesentliche Entscheidungsrechte auf eine privatrechtliche Einrichtung &uuml;bertragen, ohne daf&uuml;r verbindliche Standards zu definieren.<br>\nDas deutsche Akkreditierungswesen steht schon seit Langem unter Beschuss: Es gilt als extrem b&uuml;rokratisch, ineffizient und teuer.<br>\nRund 90 Mio. Euro werden j&auml;hrlich mit der Zertifizierung von Studieng&auml;ngen umgesetzt. Zehn Agenturen konkurrieren um Auftr&auml;ge der Hochschulen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/bildung\/:studiengaenge-das-system-der-akkreditierung-wackelt\/50129696.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es war von Anfang an umstritten, wie private (kommerzielle) Agenturen sich aufschwingen k&ouml;nnen, quasi hoheitliche (f&uuml;r staatliche Einrichtungen) verbindliche Entscheidungen mit erheblichen Auswirkungen auf die Ressourcen der &uuml;berwiegend staatlich finanzierten Hochschulen zu treffen. Anders als etwa der T&Uuml;V sind diese Agenturen keine staatlich &bdquo;beliehenen&ldquo; Unternehmen ohne Gewinnabsicht.<br>\nEs ist auch eine &auml;hnliche Struktur wie bei den Ratingagenturen: Der Auftraggeber Hochschule finanziert eine Bewertungsagentur, die die Qualit&auml;t ihrer Leistungen beurteilen soll.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h27\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Gebt, damit wir nehmen k&ouml;nnen<\/strong><br>\nEin abgefangenes Kassiber, das im deutschen WM-Quartiert nie ankam.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2010\/06\/gebt-damit-wir-nehmen-konnen.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute u. a. zu folgenden Themen: Wie Deutschland die Euro-Krise befeuert; US-Ratingagenturen feiern Lobbysieg; Merkel bei&szlig;t mit Forderung auf Granit; wie Merkel die Verkehrswende torpediert; Brennelementsteuer: Atomindustrie attackiert Merkels Steuerpl&auml;ne; Sparen und Prassen bei der Bundesagentur; Hartz IV schafft Arbeit (bei den Gerichten); 4,79 Milliarden Euro Abwrackpr&auml;mie ausgezahlt; Merz, der Garant f&uuml;r eine H&auml;ngepartie bei<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5945\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-5945","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5945","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5945"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5945\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5949,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5945\/revisions\/5949"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5945"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5945"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5945"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}